Dies.Das.Asana – Der lächelnde Flamingo

Yoga Adventskalender

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Jelena Lieberberg von kickassyoga zeigt einen eleganten Vogel, der auf einem Bein steht: den Flamingo. Woher der Name kommt? – Auf jeden Fall passt er viel besser zu dieser lebensfrohen Haltung als „gedrehte halbe Stehhocke“.

Diese moderne Asana aus dem Vinyasa Flow Yoga sieht auf dem Foto nach einer leichten Übung aus. Doch der Schein trügt, denn die vermeintlich geringe Modika­tion, aus Parivritta Utkatasana (gedrehte Stehhocke oder Stuhl) ein Bein anzuheben und sich in dieser wackligen Ausrichtung weiter zu drehen, ist unwahrscheinlich an­spruchsvoll. Ganz entscheidend ist dabei der Einsatz der Bandhas, vor allem Mula Bandha (Wurzelverschluss). Diese Grundspannung sorgt dafür, dass der Druck im Bauchraum an der richtigen Stelle wirkt. Es geht aber nicht nur um Beckenbodenkraft: Die Spannung beginnt schon an den Füßen und zieht sich bis zum Beckenboden als Kraftlinie nach oben. Da der Flamingo ja bekanntlich sogar auf einem Bein schläft, kann man sich vorstellen, dass es (wie immer im Yoga) nicht nur um eine hohe Grundspannung geht, sondern auch um die Entspan­nung in die Haltung hinein.

Muss ich das können?

Der Flamingo ist eher eine Spielerei als eine Voraussetzung für weitere Variationen. Im Vinyasa Yoga wird er als Übergang zum gedrehten Krieger I genutzt.

Was brauche ich?

Grundvoraussetzung ist Stabilität in Utkatasana (Stehhocke) und in Parivritta Utkatasana (gedrehte Stehhocke).

Ist das gefährlich?

Nicht wirklich. Sobald man ins Kippeln kommt, kann man einfach den angehobenen Fuß wieder am Boden aufsetzen.

1. Beginnen Sie in Tadasana. Mit einer Einatmung beugen Sie die Knie und setzen sich in der Luft auf einen imaginären Stuhl. Dabei sind die Arme neben den Ohren nach oben gestreckt. Mit der Ausatmung legen Sie die Hände vor dem Her­zen aneinander, ziehen ihre Sitzkno­chen zueinander hin und drehen den Oberkörper zur rechten Seite.

2. Legen Sie den linken Ellenbo­gen an die Außenseite des rech­ten Oberschenkels. Diese gegenseiti­ge Stütze vereinfacht die Drehung und hilft Ihnen, die Wirbelsäule lang zu strecken. Gleichzeitig aktiviert das die Bandhas. Achten Sie in der gedrehten Hocke darauf, dass die Knie auf einer Höhe bleiben und sich das Becken nicht verschiebt.

3. Atmen Sie in Ruhe tief ein. Mit der nächsten Ausatmung schauen Sie wieder zu Boden: Das macht es leichter, den linken Fuß langsam und kontrolliert anzuheben und zum Gesäß zu ziehen. Dabei verstärken Sie die Beckenbodenspannung zusätzlich, indem Sie beide Oberschenkel zueinander hin pres­sen. Wenn Sie das Gleichgewicht gut halten können, wenden Sie den Kopf langsam zur Seite. Ansonsten halten Sie den Blick am Boden. Nach drei bis fünf Atemzügen setzen Sie den lin­ken Fuß ab und richten sich langsam wieder auf. Anschließend lockern Sie beide Beine und wiederholen das Ganze auf der anderen Seite.

Tipp: Ganz wichtig: Nicht vergessen, dass der Flamingo lächelt!


Anregungen oder Fragen? Jelena Lieberberg finden Sie auf www.facebook.com/kickassyoga

Foto: Björn Fehl

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