Artischocken-Bohnen-Hummus

Ergibt 3 Portionen

Dieser milde Dip verdankt die kleinen roten Farbtupfer und den zitrusartigen Geschmack einem Gewürz aus dem Mittleren Osten: Sumach. Die hellroten Beeren wachsen wild in den gemäßigten Gebieten Nordamerikas und reifen zeitgleich mit der Apfelernte.

  • 100 g Baby-Spinat
  • 400 g weiße Bohnen aus der Dose,
  • 340 g marinierte Artischockenherzen aus
    dem Glas, abgetropft (Sud aufbewahren)
  • 3 TL Zitronensaft
  • 2 ½ EL Olivenöl
  • 400 g Artischockenherzen aus der Dose,
    abgespült und abgegossen
  • 1 TL Sumach-Gewürz
  • Salz und Pfeffer

Geben Sie den Spinat in eine große Bratpfanne und lassen Sie ihn bei mittlerer Hitze in sich zusammenfallen, bis fast alle Flüssigkeit verdunstet ist. Nach dem Abkühlen drücken Sie die restliche Flüssigkeit mit den Händen heraus und stellen ihn beiseite.

Die weißen Bohnen werden abgegossen, abgespült und schließlich mit 2 Teelöffeln vom Sud der Artischockenherzen, dem Zitronensaft und 2 Esslöffeln Olivenöl in einem Mixer zu einem weichen Brei verarbeitet. Geben Sie die Artischockenherzen und den Spinat dazu und schalten Sie den Mixer nur kurz ein, bis alles zerkleinert, aber noch stückig ist.

Garnieren Sie den Dip mit Sumach und träufeln Sie noch ein wenig Olivenöl darüber. Er kann mit Rohkost serviert werden, schmeckt aber auch gut auf Crackern oder zu den Kartoffel-Wedges auf der vorigen Seite.

Quick Tips: Auch das Gegenteil von Freude Willkommen heißen

Jede Empfindung und jeder Gedanke, egal ob positiv oder negativ, ist nur die eine Seite der Medaille. Auch wenn Sie Freude in Ihr Leben einladen, kann es passieren, dass Ihnen die Kehrseite begegnet und unverarbeitete Gefühle wie Traurigkeit, Trauer und Scham auftauchen. Das ist kein Grund zu verzweifeln: Auch diese Gefühle können Sie als Botschafter auf dem Weg zur Heilung nutzen. Probieren Sie diese Übung, wenn Sie das nächste Mal mit negativen Empfindungen, Gefühlen, Gedanken oder Erlebnissen konfrontiert sind. 

1Heißen Sie mit geöffneten oder geschlossenen Augen Ihre Umgebung willkommen: Nehmen Sie die Geräusche wahr, spüren Sie die Luft auf Ihrer Haut, wie Ihr Körper vom Boden getragen wird und wie er atmet.

2Nun spüren Sie in Ihrem Körper nach einem freudvollen Gefühl: Verbundenheit, Wohlbefinden, Frieden, Glück oder jede andere, noch so zarte Empfindung, die sich für Sie wie Freude anfühlt. Vielleicht denken Sie dabei an einen Menschen, ein Tier, einen Ort oder ein Ding, das Ihnen Freude bereitet. Nehmen Sie wahr, wo und wie Sie diese Freude im Körper empfinden: vielleicht als Wärme ums Herz oder als ein wohliges Gefühl im Bauch. Heißen Sie dieses Gefühl willkommen und laden Sie es ein, sich im gesamten Körper auszubreiten.

3Nun geben Sie dieser Freude bewusst eine Kehrseite – ein gegenläufiges, stressreiches Gefühl oder einen bestimmten für Ihr Leben typischen Stressfaktor. Nehmen Sie wahr, wie auch dieser Gedanke, dieses Gefühl, diese Situation Körper und Geist beeinflussen.

4 Als nächstes versuchen Sie, willentlich zwischen Freude und Stress hin und her zu wechseln: Spüren Sie zunächst die Freude, dann den Stress in Ihrem Körper. Dann versuchen Sie, beides gleichzeitig wahrzunehmen und erlauben es der Freude, sich in Ihrem Körper auszubreiten, obwohl gleichzeitig Stress präsent ist. Wenn der richtige Moment gekommen ist, lassen Sie den Stress ziehen und überlassen sich ganz der Freude. Lassen Sie sie durch Ihren Körper strömen, solange Sie mögen.

5 Öffnen und schließen Sie die Augen einige Male hintereinander und nehmen Sie sich vor, dieses Gefühl der Freude mit in den Alltag zu nehmen.

„Menschen, die sich regelmäßig Zeit für bewusste Dankbarkeit nehmen, empfinden mehr Freude und sind weniger anfällig für Depressionen.“

Achtung, glücklich, jetzt!

„Hauptsache glücklich“ soll die Tochter werden, möglichst „happy“ das „end“ des Liebesfilms und „endlich wieder froh“ die leidgeprüfte Freundin. Seit jeher streben Menschen es an: das Glück. Doch seine Erforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Über den aktuellen Stand der Wissenschaft – ein kleiner Überblick.

Nennen wir sie Sonja. Sonja ist Mitte 40, hat kurz nach dem Ende ihrer Chemotherapie vor zwei Jahren ihren Partner bei einem Autounfall verloren, zieht ihre drei Kinder seitdem alleine groß, hat wenig Zeit und Geld, aber stets ein Lächeln im Gesicht. Insgesamt habe es das Leben doch ganz gut mit ihr gemeint, findet sie: „Guck doch, wie süß der Kleine lacht!“ Ganz anders Meike: Die erfolgreiche Geschäftsfrau hat einen netten Mann, zwei gesunde Kids und viele Freunde, doch so richtig zufrieden wirkt sie selten: „Meine Große ist echt anstrengend. Pubertät, du weißt schon. Martin hat schon wieder vergessen, Toilettenpapier zu kaufen. Und überhaupt, diese unerträgliche Kollegin …“ Irgendwas ist immer.

Bestimmt kennen auch Sie solche Menschen, deren innere Grundhaltung nicht zu den äußeren Gegebenheiten zu passen scheint, die offenbar glücklicher sind als man vermuten würde oder eben genau das Gegenteil. Woran liegt das nur?

„Jeder ist seines Glückes Schmied“, dieses Lehn-Zitat, das dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus (ca. 340 - 273 v. Chr.) zugeschrieben wird und wie wohl nur wenige andere zum Thema bis heute unser kollektives Bewusstsein prägt, ist weit über zweitausend Jahre alt. Bis heute wird es bemüht, wenn es darum geht, sich in eine Sache hineinzuknien und/oder die richtigen Entscheidungen zu treffen. Allein – was bedeutet hier „richtig“, wie funktioniert besagtes Schmieden, und kann man das irgendwie lernen? Oder ist letztlich doch alles irgendwie … äh … Glückssache?

So wesentlich diese Fragen scheinen, so sehr man sich auf religiöser oder philosophischer Ebene damit beschäftigt hat, von den meisten Wissenschaften wurden sie erstaunlich lange vernachlässigt. Erstaunlich lange selbst dann, wenn man berücksichtigt, dass einige der relevanten Forschungsgebiete eher junge Wissenschaften sind, etwa Psychologie oder Soziologie. Glück wurde, frei nach Epikur, lange schlicht als Abwesenheit von Schmerz begriffen, und so konzentrierte man sich, wie auch in der Medizin, darauf, das Negative auszumerzen, um Raum für das Gute zu schaffen: Wer nicht krank ist, gilt als gesund, wer sich von Leid befreit, wird glücklich.

Mehr als Schmerzfreiheit

Doch wie so oft lässt sich das Leben nicht so einfach in Schablonen pressen und als Schwarz-Weiß-Muster darstellen, wie so oft stellt sich dann doch alles sehr viel komplexer dar. Und so etablierte sich schließlich spät, aber doch die Glücksforschung, in die Erkenntnisse aus Neurologie, Genetik, Soziologie, Ökonomie und (Positiver) Psychologie einfließen. Welche Rahmenbedingungen brauchen Menschen, um sich als glücklich zu bezeichnen? Seit etwa den 1980er-, 90er-Jahren intensiviert sich die Suche nach Antworten darauf. Aus yogischer Sicht freilich ist diese Fragestellung schon im Ansatz problematisch, wird im Yoga doch ein glückseliger Bewusstseinszustand angestrebt, der „losgelöst von den Objekten der äußeren Welt“, also eben gerade nicht an Bedingungen geknüpft ist. Doch auf dem Weg zu diesem Ziel kann es nicht schaden, sich anzugucken, von was wir uns da eigentlich genau befreien wollen – zumal viele Ergebnisse der Glücksforschung durchaus mit der Yogaphilosophie in Einklang zu bringen sind. Etwa die Erkenntnis, dass Glück mehr ist als die Abwesenheit von Schmerz, dass beides untrennbar miteinander verbunden ist und nur der wirklich glücklich werden kann, der negative und positive Gefühle gleichermaßen an und wahrnehmen sowie damit arbeiten kann.

Aber fangen wir noch mal bei Null an: Wenn es nicht bloße Leidfreiheit ist, was verstehen wir dann ganz irdisch überhaupt unter Glück? Ganz vorsichtig gesagt handelt es sich dabei um ein angenehmes Gefühl, so weit dürfte Einigkeit herrschen. Auch dass dieser Gemütszustand durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen erreicht wird, dass dabei körpereigene Botenstoffe (Serotonin, Noradrenalin, Dopamin) eine Rolle spielen, gilt derzeit als belegt. Ebenso, dass das Talent zum Glücklichsein teilweise in den Genen liegt – inwieweit, darüber wird noch diskutiert, doch von Zahlen bis zu 50 Prozent ist mitunter die Rede. Verhaltensgenetiker wie der 2006 verstorbene Zwillingsforscher David T. Lykken sprachen gar von mindestens 50 Prozent. Ein so hoher Prozentsatz klingt ziemlich frustrierend und ist auch umstritten. Prägungen in der Kindheit spielen offenbar ebenfalls eine große Rolle. Wer früh lernt, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu meistern, aber auch mit Rückschlägen umzugehen, der wird später davon profitieren. Unser Gehirn ist nämlich im Grunde wie ein Muskel, den man trainieren kann – und das zum Glück (!) auch noch im Erwachsenenalter.

Ein gutes Gefühl also, das ist dieses Glück. Gehen wir weiter ins Detail, fragen wir konkreter nach dem Wie und dem Warum, wird es immer komplizierter, und das nicht zuletzt deshalb, weil die Glücksforschung auf die Aussagen von Studienteilnehmern angewiesen ist, was naturgemäß einen gewissen Mangel an Objektivität nach sich zieht. Wer sich gerade mit seinem Partner gestritten hat, wird sich im Fragebogen vielleicht etwas weniger glücklich einschätzen als ein Frischverliebter, obwohl dieser Wert ein paar Tage später schon wieder anders aussehen könnte. Und wer gelernt hat, unglücklich zu sein bedeute Schwäche, der redet sich seine Traurigkeit womöglich schön. Dazu kommt, dass das Zusammenspiel physischer, psychischer, kultureller und persönlicher Faktoren so komplex und individuell ist, dass Aussagen wie „XY macht glücklich“ stets mit einer gewissen Skepsis zu betrachten sind. Wer sich beispielsweise durch das Online-Archiv „World Database of Happiness“ des Rotterdamer Sozialpsychologen Prof. Ruut Veenhoven wühlt, das zigtausend Forschungsergebnisse zur subjektiven Lebensfreude von Menschen in aller Welt enthält, der wird mit der Zeit immer schlauer und gleichzeitig verwirrter, so unterschiedlich fallen bisweilen die Betrachtungsweisen aus, so wenig messbar scheint es dann letztlich zu sein, dieses Mysterium namens Glück.

Macht Geld doch glücklich?

Unsere sonst so reiche deutsche Sprache kommt hier übrigens ein wenig dürr daher, benutzen wir doch für die englischen Begriffe „luck“ und „happiness“ dasselbe Wort und tragen damit noch weiter zur Verwirrung bei. Ein Beispiel: Werden bei der Ziehung der Lottozahlen die meinen gezogen, dann habe ich „Glück gehabt“ (Zufallsglück, „luck“), doch glücklicher (im Sinne von Lebensglück, „happiness“) werde ich dadurch vermutlich nicht. Das sagt der Volksmund („Geld macht nicht glücklich“), aber auch die Forschung: In einer der frühesten und bis heute vielzitierten Studie der Glücksforschung stellte das US-Psychologenteam Philip Brickman, Dan Coates und Ronnie Janoff-Bulman 1978 fest, dass weder ein Sechser im Lotto noch ein schwerer Unfall mit Beinverlust das Glückslevel der Betroffenen langfristig verändern: Nach einem halben Jahr fühlten sich beide Personengruppen bereits wieder ähnlich glücklich oder unglücklich wie vor dem einschneidenden Erlebnis. Es gibt jedoch auch Gegenstimmen und andere Forschungsergebnisse, die besagen, dass Geld unter bestimmten Umständen eben doch das subjektive Glücksempfinden erhöhe. Bis zu einem Jahreseinkommen von ca. 75 000 Dollar, also rund 60 000 Euro, steige es durchaus, so die Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton, danach habe ein höheres Einkommen keinerlei Einfluss mehr. (Wobei für Länder mit deutlich anderen Durchschnittsgehältern andere Zahlen gelten dürften.) Man kann das nachvollziehen: Ein solches Gehalt garantiert hierzulande ein zumindest in materieller Hinsicht relativ sorgenfreies Leben. Auch die Erfüllung einiger Wünsche dürfte drin sein. Und hier gelangen wir an einen entscheidenden Punkt: Nur die Erfüllung bestimmter (durchaus mit Geld bezahlbarer) Wünsche macht glücklich, fand man heraus. Der Sportwagen, das Brillantcollier oder die Designerhose sind es nicht. Erkaufte Zeit jedoch, etwa durch das Engagement eines Babysitters oder einer Putzhilfe, erhöht die Lebensfreude. Gleiches gilt für Erlebnisse wie Reisen, Konzerte oder ein Dinner mit Freunden. Das legen verschiedene Studien aus Europa, Kanada und den Vereinigten Staaten nahe.

Zu den Erlebnissen, die glücklich machen, zählen jedoch nicht nur Freizeitaktivitäten. Auch unser Beruf (und/oder unsere Berufung) tragen zur Lebensfreude bei. Entscheidend ist hier, dass wir das, was wir tun, selbst als sinnvoll erachten, dass wir von anderen Wertschätzung für unsere Arbeit erfahren und dass uns unsere Tätigkeit weder über- noch unterfordert. Ist diese Balance gegeben, haben wir dazu ein klares Ziel vor Augen und das Gefühl, die Kontrolle über unsere Arbeit zu haben, erleben wir im besten Fall regelmäßig das Phänomen, für das der ungarischstämmige, in den USA tätige Psychologieprofessor Mihály Csíkszentmihályi in den 1970er-Jahren einst den Begriff „Flow“ prägte: ein Aufgehen im Tun, ein Einssein mit der Situation, in der wir alles um uns herum zu vergessen scheinen – ganz wie spielende Kinder. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen häufig bei Sportlern und Künstlern, aber auch die Computerspezialistin, die bis in die Nacht hinein tüftelt, kann sich im Flow befinden, oder der Lehrer, der Schüler für sein Thema zu begeistern versucht. Diese völlige Konzentration, in der Raum und Zeit zur Nebensache werden, weist im Grunde deutliche Parallelen zu dem auf, was Yogis bei der Meditation empfinden oder auch in der Asana-Praxis, wenn sie völlig eintauchen ins körperliche Erleben.

Annehmen und Verarbeiten positiver wie negativer Emotionen, neue Erfahrungen und Erlebnisse sowie das Gefühl, einer sinnhaften Tätigkeit nachzugehen, gehören also zu den wesentlichen Faktoren, die ein glückliches Leben ausmachen. Glücksfaktor Nummer Eins jedoch scheint noch etwas anderes zu sein, wie eine aufwendige Langzeitstudie der Harvard University in Cambridge nahelegt. Ahnen Sie es? Genau: die Bindung zu anderen Menschen. Und zwar nicht allein die zu einem Partner oder Kindern, vielmehr geht es allgemein darum, wie wir unseren Mitmenschen gegenüber eingestellt sind, ob wir sie wohlwollend betrachten, ob wir bereit sind, anderen zu helfen und uns helfen zu lassen, ob wir einander zuhören, anlächeln, einfach mitfühlend sind. Was also erst einmal altruistisch wirkt – etwa das Ausüben eines Ehrenamtes oder das Trösten einer liebeskummerkranken Freundin – gibt durchaus auch dem Gebenden etwas: Er fühlt Sinn und Verbundenheit und damit – Glück. In diesem Sinne: Gibt es da nicht jemanden, den Sie schon längst mal wieder anrufen wollten …? Vielleicht Ihre Freundin Sonja?


Jean-Marc TurmesEs gibt Orte, die CARMEN SCHNITZER besonders glücklich machen: Bord-Restaurants in Zügen. Die Kombination aus Essen, Trinken, Menschen und Reisen wärmt ihr immer wieder das Herz.

Medien-Tipp: Yoga Flow Balance

Bewegend Immer dieser „Monkey Mind“: Ständig nimmt er zu viel Raum ein und raubt uns Kraft für die wesentlichen Dinge des Lebens. Um ihn zu beruhigen, hat Yogalehrerin Sinah Diepold aus München gleich 80 Vorschläge: So viele unterschiedliche Asanas kombiniert sie zu sechs Vinyasa Flow-Sequenzen, in denen Meditation und Bewegung fast tänzerisch verschmelzen. Diese Quelle neuer Energie illustriert die studierte Sportwissenschaftlerin und ausgebildete Tänzerin mit hilfreichen und ansprechenden Übungsfotos, die nebenbei auch verdeutlichen, warum es Diepold im Herbst 2017 auf das Cover des YOGA JOURNAL schaffte.

Fazit Ganz entspannt durch das eigene Wohnzimmer fließen und dabei Intentionen für weniger Stress, mehr Kraft, neue Perspektiven und positive Energie
setzen – hier ist das Buch dazu!


Yoga Flow Balance
Von: Sinah Diepold
Edition Michael Fischer
Preis: ca. 18 Euro

Kartoffel-Wedges mit Essig und Salz

Ergibt als Snack 8 Portionen

Ein typischer Snack in fast allen Pubs Großbritanniens: Kartoffelspalten mit Salz und Essig. Dieses Rezept vereint salzige Säure mit der Deftigkeit unserer traditionellen Bratkartoffeln. Dazu gibt es Senf oder einem anderen Dip.

  • 1 kg kleine Kartoffeln
  • 240 ml Apfelessig
  • 4 TL Salz
  • 60 ml pflanzliches Bratöl

Halbieren oder vierteln Sie die Kartoffeln je nach Größe und geben Sie sie mit Essig und Salz in einen großen Kochtopf. Gießen Sie so viel Wasser an, dass die Kartoffeln bedeckt sind und bringen Sie alles zum Kochen. Danach reduzieren Sie die Temperatur auf eine mittlere Stufe und kochen die Kartoffeln in 15 bis 20 Minuten gar. Um zu testen, ob die Kartoffeln fertig sind, können Sie vorsichtig mit einer Gabel hinein-stechen. Dann gießen Sie das Wasser ab und lassen sie abkühlen.

Heizen Sie den Ofen auf 230 Grad vor. Geben Sie die Kartoffeln in eine große Schüssel und vermengen Sie sie mit dem Öl. Danach verteilen Sie sie auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech. Lassen Sie die Kartoffeln 15 bis 20 Minuten lang im Ofen braten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Nach dem Herausnehmen würzen Sie die Wedges mit Salz und Pfeffer und servieren sie heiß.

Yoga-Retreat Diary: Dem Sommer entgegen

Blühende Mandelbäume, frühsommerliche Temperaturen, frischer Lavendelduft: Unsere Redakteurin Anika Kedzierski zog es in Mallorcas Tramuntana-Gebirge – wo sie sich bei einem Yoga-Retreat ein ums andere Mal selbst überraschte.

Wir erkennen uns an den Yogamatten, die wir zusammengerollt über den Rucksack geschnürt haben. Da meine Matte beim Einsteigen ins Flugzeug den ein oder anderen Passagier am Gang mit einem leichten Kopfstoß begrüßt hat, bin ich froh, als wir in Palma landen und ich vor den verärgerten Blicken aus den Reihen 1 bis 17 fliehen kann. „Ein Rückzug aus dem Alltag, Zeit für dich und eine Umgebung, die neue Inspirationen weckt.” Das verspricht die Beschreibung des „Pure Yoga-Retreats“ mit Berenice Seiss. So eine Woche würde mehreren Reisenden an Bord gut tun. Ich zwänge mich an einer Gruppe grölender Jugendlicher vorbei, als ich zwei Yogamatten in der Eingangshalle entdecke. Nach und nach finden sich meine acht Mit-Yoginis ein.

Girls just wanna have fun

So kann der Tag beginnen: mit Morgenpraxis und Brunch-Buffet.
So kann der Tag beginnen: mit Morgenpraxis und Brunch-Buffet.

Schon auf dem Weg vom Flughafen Richtung Pollença, zur Finca La Serrania sind Alltags- und Reisestress wie weggeblasen. Cyndi Laupers „Girls just wanna have fun” tönt aus den Lautsprechern des Taxis. Obwohl wir ja eigentlich nicht zum Partymachen hier sind, sondern zum Yoga, singen wir mit. Eine Oktave tiefer – aber nicht weniger euphorisch – unser Taxifahrer Joe, der mit uns die Songs der 90er feiert, aber auch erleichtert wirkt, als er uns in die Hände der Yogalehrerin Berenice geben kann. Sie steht winkend vor der mediterranen Finca und umarmt jede Teilnehmerin herzlich. Die Deutsche hat die Insel zu ihrer Heimat gemacht und lebt mit Mann und Tochter in Palma. Da sie mir all meine Fragen im Vorfeld der Reise geduldig und ausführlich beantwortet hat, habe ich fast das Gefühl, eine alte Freundin wiederzutreffen. Breite Steinstufen führen zu kleinen Häusern mit Doppel- oder Einzelzimmern, die mit Balkon oder Terrasse ausgestattet sind. Daneben liegt das Haupthaus – eine mallorquinisch eingerichtete Villa, in der es einen großen Gemeinschaftsbereich und weitere Schlafzimmer gibt. Hinter der rustikalen Küche liegen ein offener Essensraum und ein gemütliches Wohnzimmer mit Sofas, Kamin, Bücherregalen und einer Leseecke. Glasfronten und hohe Decken lassen viel Licht herein und geben den Blick auf die Terrasse frei. Als ich von meinem Zimmer auf den Balkon trete, blicke ich über den Garten, in dem Steinplatten den Weg zum Pool und zum Yogahaus pflastern. Dazwischen stehen Mandelbäume, verschiedene Kräuter, Lavendel und Rosen. Ob ich Stadtkind in dieser Stille überhaupt schlafen kann?

Yin und Wein

Ich verabschiede die Sonne, die gerade hinter den Tramuntana-Bergen verschwindet und mache mich auf den Weg zur ersten Yin-Yogastunde. Im Raum läuft leise Musik, es riecht nach Räucherstäbchen und es brennen Kerzen. Die Asanas öffnen Hüfte und Herz, die Köchin öffnet währenddessen zwei Weinflaschen. Als wir vom Yoga kommen, empfängt sie uns mit einem gedeckten Tisch auf der Terrasse. Alle Mahlzeiten sind vegetarisch und werden frisch zubereitet. Zwischen Meditation und Morgen-Yoga gibt es Tee oder Kaffee, Früchte und Müsli, danach einen Brunch und am Abend ein Drei-Gänge-Menü. Schon beim ersten Kennenlernen fühle ich mich sehr wohl, und obwohl nur Frauen vertreten sind, ist die Gruppe von Alter, Herkunft und Yogaerfahrung her bunt gemischt.

„Zum Entgiften der Seele gibt es für jede Teilnehmerin ein leeres Buch, das wir nach der Meditation mit unseren Gedanken füllen.“

Erste Erfahrungen mit Neti, der Nasenspülung

Die Sonne spitzelt durch eine Gasse in Palmas Altstadt.
Die Sonne spitzelt durch eine Gasse in Palmas Altstadt.

Der Wecker klingelt um sieben. Mein erster Tag beginnt mit einem kurzen Fluch: Als ich die Holztüren meines Balkons öffne, plätschern mir aus der Dunkelheit Regentropfen entgegen. Ich  verabschiede mich von der Vorstellung, braun gebrannt ins kühle Deutschland zurückzukehren. Aus Protest ziehe ich trotzdem meine Flip-Flops an und mache mich mit meinem Nasenspülkännchen auf den Weg zur Shala, dem Yogaraum, von dem aus man die Sonne hinter den Bergen aufgehen sieht – oder vielmehr sehen sollte. Als ich mich mit schrägem Kopf über die Yogaterrasse beuge und daran verzweifle, eine Kanne warmes Salzwasser erst durch das linke, dann durch das rechte Nasenloch zu jagen, bin ich über Regen und Dunkelheit dankbar. Das will niemand sehen oder hören. „Wer möchte, darf die Nasenspülung jeden Morgen machen. Sie beugt Erkältungen vor und öffnet die Atemwege für unsere Pranayama-Übungen”, sagt Berenice und übergibt jeder von uns ein Detox-Paket, das die Entgiftung des Körpers unterstützt: Öl zum Ölziehen, Heilsteine fürs Trinkwasser und verschiedenen Detox-Drinks.

Digital Detox

Zum Entgiften der Seele gibt es für jede ein leeres Buch, das wir nach der Meditation mit frischen Gedanken füllen können. Bei den Yoga­stunden leitet sie uns mit ruhiger Stimme durch die Asanas und findet für jedes Level und jedes körperliche Wehwehchen eine passende Abwandlung. So machen wir alle Fortschritte – ob Anfänger oder Geübte – und auch ich mit meinen Knieproblemen bekomme zu jeder Haltung eine schonende Variante gezeigt. Der Brunch lässt keine Yogi-Wünsche offen, ich schmeiße mich danach erst mal auf ein Sofa und befürchte im Stillen, neben dem frischen Teint auch den fitteren Körper von meiner Wunschliste streichen zu müssen. Dabei verbreitet der Regen eigentlich eine sehr gemütliche Atmosphäre in der Finca. Viele haben sich einen „Digital Detox” verordnet, kuscheln sich mit einem Buch ein oder sitzen bei einer Tasse Tee vor dem Kamin und erzählen aus ihrem Leben. Kurz vorm Einschlafen beschließe ich, dass der Regen heute gar nicht so schlecht war. Wir alle brauchten Zeit, um in Ruhe anzukommen.

Insider-Tipp: Cafe Ziva To Go in Palma de Mallorca

Beim Meditieren am nächsten Tag blinzle ich kurz und sehe, wie die aufgehende Sonne die Berge rot färbt. Na, geht doch. Dank der Erholung am Vortag stecke ich voller Energie und erkunde während der Pause mit einem Teil der Gruppe die frühlingshafte Natur rings um die Finca. Ein paar tapfere Yogis ziehen ihre Bahnen im Pool. Mein Kleiner-Zeh-Test fällt jedoch negativ aus. Nach dem Spaziergang breite ich mich lieber auf einer der bequemen Sonnenliegen aus. Wieder fällt mir auf, wie angenehm die Stimmung unter den Teilnehmerinnen ist. Keine fühlt sich schlecht, wenn sie sich zurückzieht, um Zeit alleine zu genießen, denn man wird danach wieder freudig von allen empfangen. Auch beim Essen gibt es statt vieler kleiner Unterhaltungen überwiegend ein gemeinsames Gespräch. Wir lachen viel und sitzen am Abend noch lange im Wohnzimmer zusammen, bis nach und nach jede ins Bett huscht.

„Zweifel, ob ich bei so viel Genuss nach dem Retreat wirklich fitter sein werde? Unbegründet!“

Der dritte Tag

Man sagt, der dritte Tag eines Yoga Retreats sei der schwierigste. Stimmt. Ich rolle mich über die Seite, um überhaupt aus dem Bett zu kommen und quäle mich Stufe für Stufe die Treppe runter. Die Ashtanga-Praxis am Vorabend hat meine Bedenken, ich könnte hier zu wenig für einen fitteren Körper tun, schnell aus dem Weg geräumt. „Wird der Muskelkater ab jetzt jeden Tag schlimmer?”, stöhnt Ella, die wie ich heute viel Zeit in der Kindhaltung verbringt. Unser Lichtblick ist Angi, die mittags zur Gruppe dazu stößt und den Rest der Woche für Massagen zur Verfügung steht. „Heute geht es allen ähnlich”, sagt Berenice und lächelt in die Runde verzerrter Gesichter. „Die Erfahrung zeigt aber, dass es sich lohnt, sich ein bisschen durchzubeißen“, verspricht sie. Ich weiß nicht so recht, ob ich ihr glauben kann. Doch sie ist nachsichtig und gestaltet die Stunde ruhiger. Schließlich steht heute Nachmittag ein Ausflug nach Palma an, für den uns Berenice mit heimischen Insider-Tipps versorgt. Zusammen mit Amelie bummele ich durch die Altstadt und wir setzen uns eine Weile vor die Kathedrale. In Berenices Lieblingscafé, Ziva, futtern wir uns durch die vegane Speisekarte und treffen den Rest der Gruppe schließlich am Hafen. Hier werden ein paar Urlaubsfotos gemacht und ich glaube, ich habe mich ein bisschen in die Stadt verliebt.

Beim Frühstücken auf der Terrasse
Beim Frühstücken auf der Terrasse

Erfolge am vierten Tag

Einmal die Halbzeit erreicht, fliegt die Zeit. Oder fliege ich? Beim Yoga am vierten Tag kommt es mir jedenfalls so vor. Ich fließe durch die Ashtanga-Abschluss-Sequenz, die wir jeden Tag üben und muss gestehen, dass Berenice recht hatte. Die Haltungen fallen mir leichter und den Muskelkater merke ich kaum noch. Dank ihrer Hilfe finde ich spielerisch den Hebel, der mich mit geraden Beinen in den Kopfstand bringt. Und auch bei der Nasenspülung am nächsten Morgen tut sich was. Ich war schon überzeugt, dass meine Nasenlöcher nicht verbunden sind, bis Amelie mich erinnert, den Mund weit zu öffnen. Und tatsächlich, es kribbelt und brennt kurz, aber das Salzwasser findet den Weg zur anderen Seite. Bei der Meditation schrecke ich auf, als Berenice verkündet: „Heute haben wir 40 Minuten meditiert”. Habe ich wirklich so lange still gesessen? Ich habe nicht mal bemerkt, dass wir jeden Tag um zehn Minuten verlängert haben. Noch ein kleiner Fortschritt, den ich mit in meinen Alltag nehmen möchte.

„Wir sitzen eingemummt unter den Sternen und chanten, bis die
Köchin zum Abendessen ruft.“

Gute Nachrichten

In der Altstadt Palmas
In der Altstadt Palmas

Wir sitzen eingemummt in Decken unter den Sternen und chanten, bis die Köchin zum Abendessen ruft und uns vorm Abschied noch die Zutaten für das leckere Rote-Bete-Risotto diktiert. Im Wohnzimmer hat Berenice währenddessen neun „Gute-Nachricht”-Kästchen mit unseren Namen aufgestellt und wir schreiben uns gegenseitig kleine Botschaften. Die dürfen an schlechten Tagen oder bei Fernweh geöffnet werden. Mal gespannt, wie schnell ich darauf zurückkommen werde. Bei der Fahrt zum Flughafen bin ich entspannt wie lange nicht mehr und lese ich das Buch mit meinen Notizen der Woche durch. Neben Erinnerungen und neuen Freundschaften nehme ich viele frische Inspirationen und Ideen mit. Berenice lebt Yoga und hat uns alle damit angesteckt. Damit ich bis zum nächsten Retreat weiterhin mit ihr üben kann, habe ich ihren Youtube-Kanal (BereniceYoga) mit Übungssequenzen abonniert. Ganz nebenbei kann ich mir so ein bisschen Mallorca-Feeling nach Hause holen. Die Lichter des Flughafens kommen auf uns zu, als Cyndi Laupers Stimme im Radio ertönt. Zufall? Schicksal? Egal. Wir geben ein letztes Ständchen, bis sich jede die Yogamatte auf den Rücken schnallt und mit einer festen Umarmung und dem Versprechen „Bis bald” zu verschiedenen Terminals aufbricht. Girls definitely had fun!


Berenice Sophia Seiss ist Yogalehrerin und inspiriert ihre Schüler bei Yoga-Retreats, Workshops und Events. In ihrer Wahlheimat, Palma de Mallorca, bietet sie nun auch Einzelcoachings an. Für alle, die im Urlaub nicht auf Yoga verzichten möchten oder es einfach mal ausprobieren wollen, gibt sie private Stunden. Termine können Sie unter hello@bereniceyoga.com oder +34 631 934 030 vereinbaren.

bereniceyoga.com

Meditation an der Hochschule

Intuition und Intellekt

Das „Münchner Modell“ verankert Meditation fest im Lehrplan zweier Hochschulen. Die Vorteile für die Studierenden sind bereits konkret spürbar, doch wie fügt sich die Praxis in ein System ein, das klassischerweise auf Bewertung basiert? Ein Interview mit Professor Andreas de Bruin, der das Programm in München etablierte.

Meditation und Achtsamkeit gelten als „Trends“. Firmen wie SAP, Google und Bosch bieten entsprechende Programme für ihre Mitarbeiter an. Sollte die Schulung des Bewusstseins auch fester Bestandteil des Curriculums an Kindergärten, Schulen und Hochschulen -werden? Mit dem „Münchner Modell“, in dessen Rahmen er Meditation an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in München fest im Lehrplan verankerte, verzeichnet Initiator Andreas de Bruin, Professor für ästhetische Bildung, beachtliche Erfolge. 1200 Studierende haben das Programm seit 2010 bereits absolviert. Tendenz: steigend.

Professor de Bruin, Sie haben Meditation als Studienfach in die Bereiche Soziale Arbeit, Pflege sowie Bildung und Erziehung integriert. Wie kann Meditation besonders Studierenden helfen, die sich an der Basis der Gesellschaft engagieren wollen?

Durch Meditation können sich Gesundheit und Psychohygiene verbessern, ebenso die Emotionsregulierung und damit der Umgang mit sich selbst und anderen Menschen. Stress- und Angstreduktion können genau wie auch eine verbesserte Konzentrationsfähigkeit helfen, im Berufsfeld besser zurecht zu kommen. Beispielsweise verbessert sich durch Meditation auch die selektive Wahrnehmung, wodurch man ist der Lage ist, die kleinen mimischen Bewegungen in der Kommunikation besser zu wahrzunehmen. Für diejenigen, die viel mit Menschen arbeiten, ist diese extra Information viel wert. Außerdem reduziert Meditation das Grübeln über sich und andere, wodurch man öfter im jetzigen Moment voll präsent sein kann.

Was hat für Sie den Anstoß gegeben, das Münchner Modell ins Leben zu rufen?

Ich selbst meditiere seit über 25 Jahren. Mir hat die Meditation vor allem innere Ruhe gegeben und eine Fokussierung auf die Dinge, die man tut. Auch hat sie geholfen, meinen Lebensweg zu finden und die dafür benötigte Kraft und Energie zu liefern. Diese Qualitäten auch den Studierenden zu vermitteln, ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll. Zudem weiß man aus der Forschung, dass sich viele weitere Fähigkeiten durch die meditative Praxis verbessern lassen, darunter Konzentration, Mitgefühl, Umgang mit Stress sowie Selbstwirksamkeit. 

Wie kann man sich eine solche Meditationslehrveranstaltung vorstellen und auf welcher Grundlage werden die Leistungen der Studierenden benotet?

Im Praxisteil der Lehrveranstaltung lernen die Studierenden Achtsamkeits- und Meditationsübungen wie zum Beispiel den Body Scan oder die Sitz- und Gehmeditation. Im Theorieteil werden außerdem Hintergründe zur Herkunft verschiedener Meditationsformen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zur Meditation vermittelt.

Benotet wird die Leistung der Studenten aufgrund von Präsenz, regelmäßiger Mitarbeit, dem Führen eines persönlichen Meditationstagebuchs und einer schriftlichen Reflexion darüber, wie Meditation im späteren beruflichen Handlungsfeld sinnvoll angeboten werden kann.

Tatsächlich? Dass eine Praxis wie Meditation nach verbindlichen Standards bewertet werden kann, erstaunt …

Eigentlich sollte man das natürlich nicht machen. Hinter dem Tor des Schweigens, von dem der große indische Lehrer Krishnamurti oft gesprochen hat, gibt es keine Buchstaben und Ziffern! Gerade zum Meditieren- passt die Leistungsidee nicht. Aber um Meditation als Fach in die jeweiligen Lehrpläne zu integrieren, blieb mir bislang keine andere Wahl. Ich habe damals gemeinsam mit den Studierenden überlegt, was geeignete und faire Bewertungskriterien sind. Bislang funktionieren die ganz gut.

Hat es Gegenwind seitens des Hochschulapparats gegeben?

In meinem Fall nicht. Ich war damals zusätzlich zur Professur auch Prodekan und Finanzverwalter einer Fakultät sowie Planer von 35 Lehrveranstaltungen im Kreativbereich. Dadurch konnte ich vieles selbst entscheiden. Für mich war eher ausschlaggebend, ob die   Studierenden ein Fach zum Thema „Meditation“ überhaupt wählen! Im März 2010 habe ich dann zum ersten Mal eine Lehrveranstaltung diesbezüglich -angeboten. Auf 15 Plätze bewarben sich damals im Studiengang „Soziale Arbeit“ 65 Personen. Das war der Anfang des Münchner Modells.

Gehört die Schulung von Achtsamkeit und Medita-tion Ihrer Meinung nach überhaupt zum Bildungsauftrag der (Hoch-)schulen?

Meditation ist eine besondere Art der Geistesschulung, ganz anders als der intellektuelle Wissenserwerb. Unser Denken ist zunächst ein Registrierapparat für die äußere Sinneswahrnehmung. Wir speichern Informationen im Gedächtnis. Unsere Wissenschaft lehrt uns, mit Fakten und Begriffen umzugehen, Schlussfolgerungen zu ziehen, Zusammenhänge zu erkennen, zu begründen, Erklärungen exakt abzugeben.

Bei der Meditation richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen. Der Gefühls- oder Empfindungsapparat ist in Ruhe versetzt und die Registrierung von Informationen aus dem gewöhnlichen Wahrnehmungsgebiet nicht länger vorhanden. Dadurch wird eine Kontaktaufnahme mit dem Inneren, mit dem Selbst oder -anders gesagt mit der Seele ermöglicht. Es entsteht eine Verbindung zu einer anderen Ebene des Bewusstseins, eine Kontaktaufnahme mit einer anderen Inspirationsquelle. Um dann die Inspirationen, die Ideen, wieder in der Welt zu verankern, bedarf es erneut des nach außen gerichteten Denkens und auch der Fähigkeit, mit dem Denkapparat und dem Wissen agieren zu können. Wir brauchen somit beides: den intellektuellen Wissenserwerb und die Meditation!

Was erhoffen Sie sich von dem Programm – für die Uni, für die Studenten, für eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung?

Die Chance liegt vor allem darin, dass man die -Studierenden im Rahmen des Studiums in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen kann. Durch Meditation können unter anderem Prüfungsangst und Stress reduziert und eine entspannte -Hochschulatmosphäre geschaffen werden.

Für mich ist natürlich auch wichtig, dass sie über die eigenen späteren Berufe mithelfen, Achtsamkeit und Meditation in die Gesellschaft zu integrieren. Für die Menschen ist ein konstruktiver Umgang mit dem eigenen Denkapparat eine große Herausforderung. Die Förderung der eigenen Intuition kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Das Erlernen der Meditation ist meines Erachtens keine Modeerscheinung, sondern ein nächster Schritt in der menschlichen Entwicklung und die Etablierung an Hochschulen eine logische Folge. Zudem wird durch die Verstärkung der Intuition und Inspiration auch die Kreativität gefördert. Dadurch können für die Wissenschaft ganz neue Ideen generiert werden, wovon letzten Endes auch die Gesellschaft profitiert.

Wie möchten Sie das „Münchner Modell“ weiterentwickeln?

Ich würde gerne einen Ort schaffen, wo die Absolventen weiter meditieren und sich treffen können. Das Endergebnis wäre ein Münchner Meditationszentrum, das zu Hochschule und Universität gehören würde. Auch das Bedürfnis, sich untereinander auszutauschen, ist groß. Das ist vor allem bei Studierenden der Fall, die im Rahmen von Abschlussarbeiten eigenständig Achtsamkeits- und Meditationsprojekte durchführen oder sie nach dem Studium in Kindergärten und Schulen etablieren.


Hannah Lisa Linsmaier ist meditationsbegeisterte Sozialunternehmerin und hat mit der „Himmelbeet gemeinnützigen GmbH“ in Berlin einen Ort der Begegnung, Bildung und Synergien gegründet. Auf ihrem Blog purevolution.de schreibt und zeichnet die Romanistin über Achtsamkeit und Meditation in Alltag und Forschung und gibt Tipps für Übungen.


Foto: Marco Gierschewski

Teilnahmebedingungen Lia’s Yogamat

Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme am Gewinnspiel von #Lia’s Yogamat/yogaworld.de#, nachfolgend Betreiber oder Veranstalter genannt, ist kostenlos und richtet sich ausschließlich nach diesen Teilnahmebedingungen.

Ablauf des Gewinnspiels
Die Dauer des Gewinnspiels erstreckt sich vom #04.08.2019, 8:00 # bis zum #09.08.2019, 8:00#. Innerhalb dieses Zeitraums erhalten Nutzer online die Möglichkeit, am Gewinnspiel teilzunehmen.

Teilnahme
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, ist das Ausfüllen des Kontaktformulars notwendig. Die Teilnahme ist nur innerhalb des Teilnahmezeitraums möglich. Nach Teilnahmeschluss eingehende Kommentare werden bei der Auslosung nicht berücksichtigt.

Pro Teilnehmer nimmt nur eine übermittelter Email am Gewinnspiel teil. Es ist strengstens untersagt, mehrere Email-Adressen zur Erhöhung der Gewinnchancen zu verwenden.
Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos.

Teilnahmeberechtigte
Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz in Deutschland und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Teilnahme ist nicht auf Kunden des Veranstalters beschränkt und nicht vom Erwerb einer Ware oder Dienstleistung abhängig.

Sollte ein Teilnehmer in seiner Geschäftsfähigkeit eingeschränkt sein, bedarf es der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters.

Nicht teilnahmeberechtigt am Gewinnspiel sind alle an der Konzeption und Umsetzung des Gewinnspiels beteiligte Personen und Mitarbeiter des Betreibers sowie ihre Familienmitglieder. Zudem behält sich der Betreiber vor, nach eigenem Ermessen Personen von der Teilnahme auszuschließen, wenn berechtigte Gründe vorliegen, beispielsweise

(a) bei Manipulationen im Zusammenhang mit Zugang zum oder Durchführung des Gewinnspiels, (b) bei Verstößen gegen diese Teilnahmebedingungen, (c) bei unlauterem Handeln oder (d) bei falschen oder irreführenden Angaben im Zusammenhang mit der Teilnahme an dem Gewinnspiel.

Gewinn, Benachrichtigung und Übermittlung des Gewinns
Folgende Preise werden vergeben:
6 x YOGA TREAT à 20 min.
4 x YOGA BLISS à 35 min.
2 x  3er Serie à 3x 20 min.

Die Ermittlung der Gewinner erfolgt nach Teilnahmeschluss im Rahmen einer auf dem Zufallsprinzip beruhenden Verlosung unter allen Teilnehmern. Ist das Gewinnspiel mit einer Aufgabe verknüpft, kommen ausschließlich diejenigen Teilnehmer in die Verlosung, welche die Aufgabe korrekt durchgeführt haben.

Die Gewinner der Verlosung werden zeitnah über eine gesonderte Email über den Gewinn informiert.

Die Aushändigung des Gewinns erfolgt ausschließlich an den Gewinner oder an den gesetzlichen Vertreter des minderjährigen Gewinners. Ein Umtausch, eine Selbstabholung sowie eine Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich.

Eventuell für den Versand der Gewinne anfallende Kosten übernimmt der Betreiber. Mit der Inanspruchnahme des Gewinns verbundene Zusatzkosten gehen zu Lasten des Gewinners. Für eine etwaige Versteuerung des Gewinns ist der Gewinner selbst verantwortlich.

Meldet sich der Gewinner nach zweifacher Aufforderung innerhalb einer Frist von 3 Wochen nicht, kann der Gewinn auf einen anderen Teilnehmer übertragen werden.

Beendigung des Gewinnspiels
Der Veranstalter behält sich ausdrücklich vor, das Gewinnspiel ohne vorherige Ankündigung und ohne Mitteilung von Gründen zu beenden. Dies gilt insbesondere für jegliche Gründe, die einen planmäßigen Ablauf des Gewinnspiels stören oder verhindern würden.

Datenschutz
Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Der Teilnehmer versichert, dass die von ihm gemachten Angaben zur Person, insbesondere Vor-, Nachname und Emailadresse wahrheitsgemäß und richtig sind.

Der Veranstalter weist darauf hin, dass sämtliche personenbezogenen Daten des Teilnehmers ohne Einverständnis weder an Dritte weitergegeben noch diesen zur Nutzung überlassen werden.

Der Teilnehmer kann seine erklärte Einwilligung jederzeit widerrufen. Der Widerruf ist schriftlich an die im Kontaktbereich der Webseite angegebenen Kontaktdaten des Veranstalters zu richten. Nach Widerruf der Einwilligung werden die erhobenen und gespeicherten personenbezogenen Daten des Teilnehmers umgehend gelöscht.

Anwendbares Recht
Fragen oder Beanstandungen im Zusammenhang mit dem Gewinnspiel sind an den Betreiber zu richten. Kontaktmöglichkeiten finden sich im Kontaktbereich der Webseite.

Das Gewinnspiel des Betreibers unterliegt ausschließlich dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieser Teilnahmebedingungen ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so wird dadurch die Gültigkeit dieser Teilnahmebedingungen im Übrigen nicht berührt. Statt der unwirksamen Bestimmung gilt diejenige gesetzlich zulässige Regelung, die dem in der unwirksamen Bestimmung zum Ausdruck gekommenen Sinn und Zweck wirtschaftlich am nächsten kommt. Entsprechendes gilt für den Fall des Vorliegens einer Regelungslücke in diesen Teilnahmebedingungen.

Viel Glück und Erfolg wünscht das Team von yogaworld.de