Die unfreie Radikale – Christa Ritter im Interview

Autorin, Intellektuelle, Piratenpartei-Kandidatin, „Haremsdame“ – das „Ich“ hinter ihrer schillernden Lebensfassade konnte Christa Ritter lange nicht spüren. Ein Gespräch über weibliches und männliches Ego, den Geist von 1968, das Internet und Rainer Langhans, den sie einen „Mann der Zukunft“ nennt.

Dieses Interview wird einfach und schwierig zugleich, ahne ich. Es ist nicht mein erstes mit Christa Ritter, wir sind auf Facebook verbunden und verfolgen dort gegenseitig unsere Alltagsfreuden, unsere Sinnsuche und unsere zeitweilige Verzweiflung darüber. Einfach wird es wegen ihres erfrischenden Charmes und ihrer seltenen Offenheit, die mir als Journalistin das sichere Gefühl gibt: Material bekomme ich genug. Schwierig allerdings, weil mir manche ihrer Ansichten sauer aufstoßen, mir ein ständiges „Aber“ auf der Zunge liegt, ich aber gleichzeitig fasziniert bin. Doch beginnen wir von vorn: Fotografin Stefanie und ich holen Christa zu Hause ab, um mit ihr in den nahegelegenen Münchner Luitpoldpark zu gehen. Ihre Yogaübungen habe sie hinter sich, lässt sie uns wissen, nun wolle sie noch schnell etwas Lippenstift auflegen, für die Fotos. Auch über ihre Falten macht sie sich Sorgen. Schon sind wir mittendrin im Thema…

Eitelkeit, Selbstliebe, Narzissmus, Ego – wo liegen da für dich die Grenzen für dich?

Ehrlich gesagt sind das für mich Begriffe aus der alten Welt, mit der es ’68 zum Bruch kam und die wir langsam verlassen. Für mich deuten sie nicht auf Neurosen hin, die man therapieren sollte. Sie könnten eher Zeichen des Ausstiegs sein, eine Folge dieses rätselhaften Aufbruchs von ’68. Ich fühlte mich schon davor irgendwie gestört, ein bisschen verrückt … (überlegt)

Anders als andere?

Ja. Ich habe Anfang der Siebziger sogar mal eine Therapie begonnen, doch ich merkte schon in der ersten Sitzung: Hier soll ich für eine unerfreuliche Gesellschaft passend gemacht werden. Dieses Scheiß-Angebot fand ich nicht verlockend: Ehe und Kleinfamilie hier, Karriere und Geld verdienen dort.

Das ist das, was du unter der „alten Welt“ verstehst? 

Und vieles mehr. Dieses Materialistische, Gewalttätige, der Geschlechterkrieg … Wir haben ja jetzt dieses Jubiläum, 50 Jahre ’68, und ich habe das Gefühl, dass die ganze Welt ein wenig „angsthasig“ drauf ist. Nicht nur die Rechten. Als würden die Leute spüren, dass wir nun tatsächlich in eine „neue Welt“ gehen, repräsentiert durch die „Krake“ Internet. Ich habe ja diesen Mann an meiner Seite

… Rainer Langhans … 

Genau. Diesen Mann, der immer voraus lebte und im Internet noch viel mehr als ich ein Tool sieht, wie wir uns aus dieser grausamen „alten Welt“ befreien können. Ich selbst fremdle noch, bin im Netz noch nicht so beheimatet. Dafür nutzt du es aber durchaus rege. In deinen Posts bist du sehr offen. Das bietet sich an. Du kennst sicher den Spruch „Das Private ist politisch.“ Der wurde auch stark von der Frauenbewegung aufgegriffen, welcher ich mich damals verbunden fühlte. Blöderweise meinten wir nur die Männer: Die waren schuld, sollten sich ändern. Weil es uns Frauen noch gar nicht gab, Carmen! Ich behaupte heute als eine, die sich seit mindestens 50 Jahren selbst sucht: Frauen haben noch kein Ego.

Immer noch nicht? 

Nein. Selbst ich nicht. Lange war mir nicht bewusst, dass ich frauenbewegt in einer Sackgasse gelandet war. Ohne klassische Familie war ich vor allem beruflich unterwegs, habe mich dabei notgedrungen an den Richtlinien der Männer orientiert. Durchaus mit Protest, ich wurde eine ewige Neinsagerin, unfähig, ein weiblich autonomes Ego zu entwickeln. Mir scheint, auch den Männern wollten wir das ihre brechen. Ein Fehler!

Inwiefern? 

Weil das männliche Ego auch bedeutet, fantastisch zu forschen, revolutionär zu sein. Warum nutzten wir ihre Begeisterung nicht für unseren Weg? Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark! Wobei ich von der direkten politischen Praxis nicht so viel mitbekommen habe, ich lebte ja nicht in den politischen Zentren wie Frankfurt und Berlin, sondern in Düsseldorf, arbeitete noch dazu in der Werbung – quasi dem Inbegriff des kapitalistischen Materialismus. Ich hatte meine speziellen Macken durch mein Elternhaus.

Das sehr bürgerlich war. 

Ja. Wobei ich erst im Nachhinein sehe, wie liberal meine Eltern auch waren. Sie haben zum Beispiel jüdischen Freunden in die Emigration verholfen, ein Ehepaar eine Zeit lang bei uns versteckt. Hinter der aufgeklärt bürgerlichen Fassade hatte aber auch sie der Nazi-Bazillus befallen. Durch diese Verdrängung war ich schon in meiner Kindheit verunsichert, nahm überall Lügen wahr, bin oft angeeckt.

Wie muss ich mir das vorstellen? 

Zum Beispiel schrieb ich etwa mit 14 in einem Aufsatz über mein Karnevals-Erlebnis, dass ich meinen Freund geküsst hätte. Zwei Sätze! Meine Klassenlehrerin war außer sich vor Entsetzen, hat einen Elternabend einberufen und meine Mutter vor allen anderen zur Minna gemacht!

Heute kaum noch vorstellbar.

Da siehst du mal, wie viel sich schon geändert hat. Anfangs dachte ich naiv, es geht so wundervoll mit „Make Love Not War“ weiter. Da war dieses fantastische Gefühl: Wir erobern uns selbst. Für einen kurzen Moment stimmte das auch. Ich fühlte mich androgyn, nicht mehr verklemmt, heute würdest du das post-gender nennen. Alle sind Freunde, alle teilen alles. Ich glaube, das meint Rainer, wenn er das Internet so hypt: Dass wir uns alle als große zärtliche Bruder- und Schwesternschaft erleben. Eine weltweite Community der Freunde.

Sich der Welt dort zu öffnen, kann aber auch gefährlich sein.

Ungewohnt eben. Aber so lernst du dich kennen. Wenn du etwas postest, bist du privat, gleichzeitig ist das Politik – unsere 68er-Utopie! Du vertraust und traust dich sogar, dort endlich auch deine sonst versteckten fiesen Seiten rauszuschleudern. Und indem du dazu stehst, es anschaust, dich verbesserst, baust du dir nach und nach ein komplexes Selbstbild. Du wirst, wer du bist durch eine ständige Praxis der Selbstermächtigung. Aber natürlich verlieren wir auch viel Vertrautes und das macht Angst. Die Welt wird sich total verändern, wir wissen letztlich noch nicht, wohin es geht.

Offenheit kann auch schützen, oder?

Niemand sucht mehr nach wunden Punkten, wenn du dich verletzbar zeigst. Ja, die Leute im Netz honorieren es, wenn ich meine Macken teile. Das bringt uns einander näher. Aber du entfachst eben häufig auch einen Shitstorm.

Man könne andere nur lieben, wenn man sich selbst liebt – glaubst du das? 

Absolut! In mir gibt es eine tiefe Scheu, mein inneres Unbekanntes anzugucken. Ich bin erst mal extrovertiert, springe nach draußen, bin nicht gerade spirituell. Vielleicht ist es auch eine Bequemlichkeit, dass ich meine Verantwortung häufig noch an die Männer delegiere. Das hat mir übrigens in der #MeToo-Debatte gefehlt: der Part der Frauen. Dabei ging es doch um den klassischen Deal: Die Frau macht sich schön, bietet Sex, der Mann gibt ihr einen Job, Bedeutung und Geld. Die alte Eva hat wie wir damals nur protestiert: Der Mann ist schuld! Sie bietet sich an, um einen Job zu bekommen, ist aber empört, wenn
es um das Bezahlen geht. Verrückt, dass Frauen noch immer keine Täterinnen sind. Auch heute noch will die Frau also keinen Ausstieg aus dem alten Deal, sie will nur ihre Gage erhöhen.

Puh, problematischer Ansatz. Dass ich mich hübsch mache, gibt doch niemandem das Recht, mich gegen meinen Willen anzufassen.

Auch eine Frau kann Nein sagen.

Was angesichts gewisser Machtstrukturen nicht immer so einfach ist.

Aber Frauen registrieren ihren Anteil an dem Spiel nicht. Männer setzen sich dem Geschäft aus: Was gebe ich dir, wo hört es für mich auf? Im Zweifel verlasse ich den Deal, schlage meine Variante vor, bin selbstbewusste Täterin.

Oft ist aber auch psychische Manipulation im Spiel.

Die Frauen als geübte Opfer mindestens genauso gut drauf haben! Wir spielen aus dem Hinterhalt mit, stellen uns nicht dem Wettkampf, gehen kein Risiko ein. Es stimmt, dass im Film kaum spannende Frauenrollen auftauchen. Das wird sich erst ändern, wenn wir uns ändern. Selbst kreativ werden. Und damit auch riskieren, abgelehnt zu werden. Wieder und wieder. Das machen Männer ja auch. Solange wir nur für unseren schönen Körper geliebt werden wollen, erleben wir uns nicht in unserer Fülle, also grundtief, nie existenziell.

Ich persönlich denke nicht in diesen pauschalisierenden Mann-Frau-Stereotypen und finde #MeToo wahnsinnig wichtig. Aber ich ahne vielleicht, was du meinst. Wir beide sind zum Beispiel geschminkt. Warum machen wir das?

Darin zeigt sich meine Unsicherheit, mein mangelndes Ego. Das alte Muster: Die Frau ist für die Schönheit zuständig, der Mann für alles andere.

Hier sitzt allerdings gerade kein Mann. 

Trotzdem ist das tief in uns verankert. Es ist nicht leicht, sich aus der Mater zu lösen, die unsere alte Welt bestimmt. Inzwischen beschweren sich ja manche, dass Frauen mit zunehmendem Alter unsichtbar werden. Ja, weil sie nicht aus der Körperfixierung aussteigen! Erlebe ich alles mit mir und meinen „Haremsfrauen“. Die Fixierung auf die Jungen macht es uns besonders schwer, nun auch unser Alter neugierig zu entdecken.

Auch immer mehr Männer machen sich heutzutage Gedanken um ihre Optik, oder?

Ich finde auch, Männer haben sich seit ’68 verändert. Mehr als wir Frauen. Es gibt auch viel mehr männliche Narzissten als weibliche, scheint mir. Und was macht der Narzisst letztlich? Er fragt: Wer bin ich? Mit seiner „Störung“ zeigt er sich selbst und sucht eine Alternative. Wie die „Autisten“.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung. 

So deutet man das gern. Aber Egoisten, Narzissten, Autisten, alle mit sozialen Störungen bewegen sich in etwas Unbekanntes hinein, in diese neue Welt des Virtuelleren, das Internet. Du kannst auch Aliens sagen, Sucher neuer Welten. Vor ’68 war eine große Leere in mir, die ich füllen wollte. Diese Lücke schließt bei Frauen oft ein Mann. Bei mir nicht, ich
war nicht verheiratet, also blieb sie.

Aliens gefällt mir besser. Hat Rainer denn besagte Lücke gefüllt?

Ein bisschen schon.

Also doch wieder ein Mann. 

Ja, ihm gelang nie diese Rolle des alten Adams, er war ja selbst immer Autist. Daher sieht er Frauen anders, irgendwie utopischer. Das ist sehr hilfreich für mich. Als ich Filme machen wollte, half er mir rund um die Uhr. Schließlich haben wir sogar den Grimme-Preis bekommen, alle applaudierten: „Wie toll!“ Verrückt war, dass ich den Preis nicht spürte, weil ich mich nicht als autonome Filmemacherin wahrgenommen habe. Das war gar nicht ich, das war also auch nicht mein Preis.

Klingt traurig.

Und wie! Aber ich gebe nicht auf. Seit Kurzem tut sich bei mir was. Manchmal ahne ich für Momente, dass es da in mir etwas gibt, das die eigentliche Christa sein könnte. Ein zartes Bild: Das werde ich. Vielleicht sogar mehr als ein Ego: ein spiritueller Mensch? Du bist größenwahnsinnig, tobt es ganz schnell in mir. Über diesen kleinen Pups freust du dich? Du bist und bleibst nur eine verweigernde Frau, ein Loser. Ein Schritt vor, vier zurück, immer.

An solchen Gefühlen arbeitet ihr im „Harem“ auch, oder? 

Natürlich! Wir sind dabei auch auf die ganze Verachtung gestoßen, die Frauen füreinander hegen, dahinter natürlich auf die Selbstverachtung. Sobald du das erlernte Lächeln, die oberflächliche Harmonie infrage stellst, tut sich der Abgrund auf, die verborgene Seite. Frauen sind untereinander selten gute Freundinnen.

Findest du? Ich denke durchaus, dass ich solche habe.

Tust du auch, aber nur in begrenztem Maße. Um unser Ich zu entdecken, müssen wir uns einen tieferen Blick zutrauen. Experten sagen: Erst wenn du die Krankheit siehst, kannst du sie auch heilen. Aber das ist schwer auszuhalten, dieses Entsetzen über sich selbst.

Wie bleibst du auf deinem Weg geduldig?

Bleibe ich ja nicht. Oft sehe ich nicht, wie fantastisch dieser Umbruch ist, den wir gerade erleben. Auch mein eigener Aufbruch, der bei mir noch dazu von Rainer und den Frauen mitgetragen wird.

Empfindest du es eigentlich so, dass ihr euch Rainer teilt? 

Klar! Und das ist oft ein Riesenproblem, weil ich zwar keine Weibchenfrau bin, aber doch gerne die ganze Aufmerksamkeit bekomme – wie alle Frauen.

Ich nicht. Mit Aufmerksamkeit geht ja auch eine Verantwortung einher … 

Meine früheren Verhältnisse mit Männern waren fast immer offen, ich vermied das alte Eva-Spiel. Da ahnte ich noch nicht, welche Krux darin verborgen liegt. Dass ich mich trotzdem mit Eifersucht, Besitz, Trägheit konfrontieren muss, besonders der Opferrolle, um schließlich zu mir selbst zu kommen.

Du erwähntest andere Männer …

Andere Männer waren nie verboten bei uns im „Harem“. Allerdings haben die es selten lange ausgehalten, sahen sich immer in Konkurrenz zu Rainer. Aussichtslos in ihrer Adam-Rolle!

Insofern seid ihr Frauen im Grunde schon weiter. Ihr empfindet auch Konkurrenz, Neid, Eifersucht, arbeitet aber damit.

Ja. Hoffentlich finde ich durch meine Hölle in etwas Inneres, wie die anderen auch. Schließlich darf ich in einer Zeit leben, in der zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit auch Frauen aufgerufen sind, sich selbst zu ermächtigen. Wird das Internet das nötige Tool dafür sein? Fantastisch, sollte ich mir viel öfter sagen. Voran, alles gut. Der reinste Irrsinn!

Das Aufnahmegerät ist schon ausgeschaltet, wir laufen noch ein Stück gemeinsam durch den Park, sprechen darüber, dass ich bei einem Interview gerne mal gucke, wo es hinläuft, anstatt ständig die Richtung vorzugeben. Christa nickt, erinnert sich an früher, findet einen Vergleich: „Ich habe ja mal Dokumentarfilme gemacht …“ Dann stutzt sie, lächelt. „Wow, jetzt habe ich es tatsächlich gesagt: ICH habe Filme gemacht!“


Jean-Marc TurmesCARMEN SCHNITZER holte 1990 Mamas Indienröcke aus dem Keller, trug sie seitdem oft und gerne. 1993, also 25 Jahre nach ’68, erschien erstmals ein Artikel von ihr außerhalb der Schülerzeitung, in der Coburger Neuen Presse. Thema: Neo-Hippies.

 

ASANAS.MAL.ANDERS – Der verspielte Hund

Am herabschauenden Hund kann man jahrelang herumfeilen und dabei immer neue Details entdecken – oder man lässt ihn einfach mal von der Leine. Unsere Asana-Kolumnistin Amiena Zylla zeigt vier spielerische Variationen.

Ein Hund springt und wedelt mit dem Schwanz, wenn er sich freut. Seine Begeisterung und Vitalität drückt er mit Bewegung aus. Der herabschauende Hund im Yoga ist dagegen eine statische Haltung. Die anspruchsvollen Feinheiten in der Ausrichtung von Adho Mukha Shvanasana erfordern volle Konzentration und ein gewisses Maß an Kraft. Dafür werden wir mit geistiger Frische und Ruhe belohnt – und nicht selten von Rückenschmerzen befreit. Aber wie wäre es, diese konzentrierte Ruhe mal mit der Verspieltheit und Bewegungsfreude eines jungen Hundes zu verbinden?

Auch wenn Sie mit dem herabschauenden Hund schon gut vertraut sind: Tun Sie bei den folgenden vier Variationen mal so, als ob Sie ihn zum ersten Mal machen würden. Die Anleitungen dürfen Sie dabei gerne als Orientierung verstehen und nicht als Pflicht. Hören Sie auf Ihren Körper, dehnen, räkeln und strecken Sie sich in alle Richtungen. Genießen Sie Ihre Kraft und Ihre Beweglichkeit und verharren Sie nicht statisch in der Haltung. Stattdessen bringen Sie Ihren Hund mit einer Leichtigkeit in Bewegung.

1. Verdreht (obere Abbildung)

WARUM: Nach einem langen Arbeitstag im Sitzen oder Stehen, schenkt Ihnen diese wohltuende Variation Entspannung und Frische.

WIE: Setzen Sie die Füße etwa hüftbreit und die Hände schulterbreit.Probieren Sie aus, welcher Abstand zwischen Armen und Beinen sich für Ihre Schultern am besten anfühlt. Lassen Sie im Wechsel immer ein Bein gestreckt, das andere beugen Sie nach innen. Gleichzeitig drehen Sie den Oberkörper zum gestreckten Bein und lassen den Kopf hängen.

2. Gezogen (mittlere Abbildung)

WARUM: Wenn es mal wieder im unteren Rücken zwickt, kann dieser Hund Sie von Verspannung und Schmerzen befreien.

WIE: Setzen Sie die Füße etwa hüftbreit und die Arme schulterbreit. Ihr Kopf ist in Verlängerung zum Rücken ausgerichtet. Überkreuzen Sie Ihre Beine indem Sie ein Bein vor dem anderen zur gegenüberliegenden Seite ausstrecken. Dabei legen Sie die Fußaußenkante am Boden ab und drehen das Becken etwas ein. Stellen Sie sich vor, dass Sie an diesem vorderen Bein gezogen werden und spüren Sie die Dehnung vom Fuß bis in den unteren Rücken.

3. Verschraubt (Abbildung unten links)

WARUM: Diese Variation ist nicht nur eine Wohltat für den Rücken, sie kräftigt auch den Beckenboden.

WIE: Drücken Sie sich aus dem Vierfüßlerstand in den Hund. Die Hände stehen etwa schulterbreit, der Kopf ist in Verlängerung zum Rücken ausgerichtet. Heben Sie die Fersen, beugen Sie die Beine und überkreuzen Sie sie. Dabei pressen Sie Ihre Oberschenkel fest zusammen und spüren, wie ihre Innenseiten aktiv werden. Um zusätzlich die Bauch- und Beckenbodenkraft zu erhöhen, ziehen Sie den Bauchnabel Richtung Wirbelsäule und saugen den Damm nach innen.

4. Versetzt (Abbildung unten rechts)

WARUM: Vor allem Yogaeinsteiger kommen hier in den Genuss, sich erst einmal auf die Dehnung in einem Bein zu konzentrieren.

WIE: Beine und Ihre Arme stehen hüftbeziehungsweise schulterbreit. Drehen Sie die Schultern nach außen und die Achseln nach innen, so dass sich der Abstand zwischen Ohren und Schultern vergrößert. Ihr Rücken ist gerade gestreckt, der Kopf in Verlängerung dazu ausgerichtet. Versetzen Sie einen Fuß so weit nach vorne, dass Sie die Ferse des gestreckten Beins leichter gegen den Boden schieben können.


FRAGEN ODER ANREGUNGEN? Dann finden Sie Amiena hier: amienazylla.com

Fotos: Sylwia Makros Illustrationen: Jan Philipp Schwarz

Selbstverwirklichung ohne Kopfkino

Selbstverwirklichung

Bedingungslose Hingabe ist der Schlüssel zur Verwirklichung des Selbst. So lehren nicht nur die Schriften des Yoga, sondern alle Mystiker. Leichter gesagt, als getan – die Sache mir der Selbstverwirklichung? Das einzige Problem ist das Kino im Kopf.

Es zieht sich durch alle spirituellen Traditionen. Hat man einen Weg gewählt, soll man ihm folgen. Ohne immer wieder hin- und her zu überlegen. Die Idee ist, das „Ego“ aufzulösen, indem man alle Bedenken beiseite schiebt. Denn Zuneigung und Abneigung, Raga und Dvesha, sind wechselhaft und Ich-Bezogen, sie trennen uns vom Gefühl der Einheit. Egal für was man sich entschieden hat, einen Lehrer, eine bestimmte spirituelle Praxis, ein Mantra. Man bleibt dabei und geht durch Zeiten des Zweifels hindurch. Durch dieses Loslassen entsteht Ruhe im Geist. Und selbst wenn wir (noch) nicht nach einem so hohen Ideal wie der Selbstverwirklichung streben. „Ruhe im Geist“ hört sich zunächst ganz gut an. Aber was tun, wenn der eingeschlagene Weg auf einmal nicht mehr passend erscheint?

Lernen von den Gottheiten

Ich hatte mich entschieden, auf das Göttliche zu vertrauen, in der Form von Shiva. Shivas Name bedeutet übersetzt: „Der Gutmütige“. Es liegt in seiner Natur, seinen Verehrern jeden Wunsch zu erfüllen. Manchmal setzen wir auch uns selbst große Ziele. Für Shiva wurde das schwierig, als eines Tages ein gerissener Dämon vor ihm stand und ihn um folgende Gunst bat: Alles, was er berühre, möge sich in Stein verwandeln. Shiva gewährte das selbstverständlich ohne Zögern. Doch plötzlich sah er sich einer existentiellen Bedrohung gegenüber. Denn der Dämon wollte die Herrschaft über das Universum an sich reißen und holte aus, Shiva selbst in Stein zu verwandeln. Shiva blieb nichts übrig, als erstmal die Beine in die Hand zu nehmen.

Wenn man sich große Dinge vornimmt, kommt man irgendwann fast unweigerlich an einen Punkt, wo sich die Frage nach dem Sinn des Durchhaltens stellt. Je mehr wir nach Perfektion streben, auf umso gefährlicheres Terrain begeben wir uns. Ich habe darin eine besondere Lektion erfahren dürfen. Ein Freund empfahl mir einen Masseur, der „so richtig tief reingeht, um Spannungen zu lösen“. Wir Spirituellen sind ja gerne bereit etwas zu leiden, wenn es denn Besserung verspricht. Also ertrug ich die Qualen durch diesen Muskelmenschen unter großen Schmerzen. „Nicht mit dem Körper identifizieren“, sagte ich mir. Nur um eine Woche später vom Arzt diagnostiziert zu bekommen, dass der Kerl mir zwei Rippen gebrochen hatte. War ich in meiner bedingungslosen Hingabe zu weit gegangen?

Lies mehr über Selbstverwirklichung in der Satsang-Kolumne.

Es ist ein Spannungsfeld, das jeder Mensch für sich selbst auflösen muss. Deshalb hat diese Geschichte auch keine „Moral“. Der Vollständigkeit halber: Shiva kam ein Freund zu Hilfe. Vishnu nahm die Gestalt einer schönen Tänzerin an. Der Dämon vergaß sein eigentliches Ziel, wurde durch seine eigene Begierde ausgetrickst und verwandelte sich am Ende selber in Stein. Die Götter haben eben Humor. Shiva blieb Shiva. Das ist wahre Selbstverwirklichung. Er setzte sich nicht schmollend hin, und sagte: „Ab heute mach ich alles anders“. Shiva setzt seinen Weg unbeirrbar fort. Im Absoluten gibt es keinen Grund für Zweifel.

Der Zusammenhang von Zweifeln und Leiden

Unser Leiden beginnt hingegen oft, wenn wir auf der relativen Ebene zweifeln. Unsere Praxis scheint nirgendwohin zu führen, also wechseln wir das Yogastudio. Die Meditation bleibt immer noch unruhig – ein neues Mantra muss her. Ich selbst hatte mein Gottvertrauen nach der Diagnose für ein paar Tage verloren und lief mit schlechter Laune durchs Haus. Wenn sich der Verstand einmischt und sagt: „Es muss auf meine Weise geschehen“, sind wir aber im Clinch mit der Realität.

Irgendwann merkte ich das und begann die Schmerzen als Einladung zur Auszeit zu akzeptieren. In der Zwangspause konnte ich reflektieren, dass ich selbst oft ganz schön hart mit mir umgegangen war. Jetzt fühle ich mich ruhiger als vorher. Das soll nicht heißen, dass ich jedem empfehle, sich die Knochen brechen zu lassen. Aber es kann überraschend sein, was sich entwickelt, wenn man geduldig bleibt. Auch wenn die äußeren Umstände mal wieder nach Veränderung zu schreien scheinen. Manchmal merken wir, dass es hilft, Vertrauen zu haben, weil uns bereits eine größere Kraft führt, als wir oft selbst erkennen können. Hingabe ist ein großes Wagnis. Aber sie entspannt viel mehr, als immer alles kontrollieren zu wollen.

Yoga People: André Borschberg

Yoga im Himmel Foto: Rezo, Solarimpulse.com
Yoga im Himmel Foto: Rezo, Solarimpulse.com

Yoga im Himmel

André Borschberg umrundete 2016 als erster Pilot die Erde in einem Solarflieger – ohne einen Tropfen Kerosin. Fünf Tage und fünf Nächte flog er allein über den Pazifik. Eine besondere Yogapraxis half ihm dabei, im winzigen Cockpit Hitze, Kälte und Müdigkeit zu meistern – und eine vielleicht lebenswichtige Entscheidung zu treffen.

Wenn André Borschberg von seinem Flug von Japan nach Hawaii erzählt, klingt seine Stimme ruhig, fast andächtig und voller Begeisterung. Man spürt, wie gern er sich an diese extreme Erfahrung erinnert – an eine Geschichte, die spannend klingt wie ein Krimi. Borschberg und der Abenteurer Bertrand Piccard wollen mit ihrer Weltumrundung die Möglichkeiten erneuerbarer Energien aufzeigen und die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien vorantreiben. Für den Unternehmer und gelernten Militärpiloten Borschberg geht mit diesem Projekt ein Kindheitstraum in Erfüllung: „Schon als kleiner Junge faszinierte mich die Geschichte der Fliegerei“, erzählt er. „Diese Geschichte selbst weiterzuschreiben und Pionierarbeit zu leisen, ist ein Traum für mich.“ Bereits mit 17 Jahren hatte er seinen Pilotenschein – er flog, bevor er Auto fahren konnte.

Extrem: 5 Tage allein in 8.000 Meter Höhe, maximal 20 Minuten Schlaf am Stück

Abwechselnd waren die beiden schweizer Piloten für die Erdumrundung bereits von Abu Dhabi über Indien, den Himalaja und China geflogen, als die gefährlichste und schwierigste Etappe über den Pazifik anstand. „Ich wollte jede Minute davon genießen, ganz bewusst und voller Achtsamkeit“, sagt der 63-Jährige. Das würde nicht jeder so sehen, der fünf Tage allein in zeitweise 8000 Metern Höhe fliegen soll, eingepfercht in eine winzige, nicht druckbelüftete Kabine, ohne die Möglichkeit einer Zwischenlandung. Borschberg wirkt sympathisch, offen und bodenständig – eher ein Mann, der im Hintergrund die Fäden zieht. „Ich suche nicht das Risiko, aber ich liebe das Unbekannte, das Entdecken“, sagt er über sich selbst. Tagsüber musste er mit dem Flieger hoch über die Wolkendecke steigen, um so viel Sonnenenergie wie möglich zu tanken. Dort brauchte Borschberg eine Sauerstoffmaske. Nur nachts konnte er tiefer fliegen und ohne Maske atmen. Schlaf? Höchstens 20 Minuten am Stück, dann weckte ihn ein Alarmsystem, damit er die Fluggeräte kontrollieren konnte.

Abenteuerliche Pazifik-Überquerung

Und genau dieses Alarmsystem versagte 9 Stunden nach dem Start des Pazifikflugs. „Wir waren nah am point of no return“, erzählt Borschberg. Noch hätte er nach Japan umkehren können. „Die Entscheidung musste schnell her.“ Ein Expertenteam aus 40 Ingenieuren riet, den Flug abzubrechen. Doch Borschberg am Himmel und sein Kollege Piccard am Boden entschieden, weiterzumachen. „Es war schwer, sich gegen die Expertenmeinung zu stellen. Die Stimmung im Team war emotional sehr aufgeladen. Und doch war meine Entscheidung klar. Das Wetter war gut. Und wir sahen Möglichkeiten, das ausgefallene Alarmsystem zu kompensieren: Ein Anruf sollte mich alle 20 Minuten wecken, ich war ja mit unserer Zentrale in Monaco über Satellit verbunden. Trotzdem war es sehr aufwühlend für mich – vor allem meiner Frau und meinen drei Kindern gegenüber.“

Asanas im Cockpit

Auf solche Situationen hatte sich Borschberg, der seit 20 Jahren Yoga praktiziert, mit seinem indischen Yogalehrer Sanjeev Bhanot vorbereitet. „Mental spielte Yoga auf dem gesamten Flug eine große Rolle. Ich habe gelernt, mein eigener Beobachter zu sein. Das hilft mir, in Stress- und Krisensituationen rationale Entscheidungen zu treffen, anstatt impulsiv zu reagieren.“ Wenn es Borschberg nicht gelang, in den kurzen 20-Minuten-Pausen Schlaf zu finden, meditierte er. Er praktiziert Vipassana-Meditation. Ebenso wichtig war Pranayama: „Während des Fluges startete ich den Tag mit Nadi Shodhana. Zeitweise war es draußen minus 40 Grad kalt, dann habe ich meinen Körper mit Kapalabathi aufgewärmt. Das Ein- und Ausatmen in sieben Stufen half mir, in den kurzen Liegephasen das Nervensystem zu beruhigen”. Wie aber kann man in einem einsitzigen Cockpit Asana praktizieren? „Beim Design des Cockpits bat ich darum, die kleine Fläche hinterm Sitz der Form einer Yogamatte anzupassen. Dort übte ich eine einstündige Asana-Sequenz, die ich mit Sanjeev Bhanot und einer Gruppe von Medizinern für die Herausforderungen des Flugs entwickelt habe”, sagt der Westschweizer.

Yoga üben, um die Umwelt zu verstehen

Borschberg kennt seinen Solarflieger in und auswendig. Doch das Wetter und die Einflüsse, die auf dem offenen Meer und in der Höhe auf den Flieger einwirken, konnte niemand wirklich voraussehen. Deshalb trug er während des Pazifikflugs ständig einen 7 Kilo schweren Notrucksack. „Im Ernstfall hätte ich aus dem Flieger springen müssen. Im Rucksack waren ein winziges Rettungsboot, Schwimmweste und Versorgung für zwei Tage auf dem Pazifik – bis mich hoffentlich ein Schiff eingesammelt hätte.” Borschberg erzählt, wie er im Cockpit so viele Rückbeugen wie möglich übte, um das ständige Gewicht auf dem Rücken auszugleichen. Wie Twists seiner Wirbelsäule gut taten und sein Verdauungssystem in Balance gehalten haben. „Die Zeit im Flieger ist eine innere Reise für mich, bei der mir Yoga hilft, meine Umwelt zu verstehen. Und eine Reise mit der Natur. Du fliegst mit der Sonne, bist Teil der Natur, da entwickelt man eine Menge Respekt vor ihr.“ Ein faszinierender Gedanke: Im Einklang mit der Sonne könnte er theoretisch ewig weiterfliegen. „In der Luft fühle ich mich eigentlich wohler als am Boden“, gibt Borschberg zu. Da ist es nur stimmig, dass seine Frau manchmal bemerkt, er würde ein bisschen aussehen wie ein Vogel.

Schmerzfrei geflogen – dank Yoga

Kurz nach Sonnenaufgang ist der Solarflieger an einem Julitag des vergangenen Jahres in Hawaii gelandet. „Es war, als sei ich an jedem dieser fünf Tage auf den Mount Everest gestiegen“, vergleicht Borschberg. „Aber ich hatte weder Rücken- noch irgendwelche Gelenkschmerzen. Das verdanke ich Yoga.“ Wegen eines Batterieschadens mussten Flieger und Piloten eine längere Pause einlegen. Jetzt warten die nächsten Herausforderungen, vor allem die Überquerung des Atlantiks mit seinen unvorhersehbaren Winden und Wettern. Wenn die Weltreise im Solarflieger geschafft ist, freut sich Borschberg auf Zeit und Raum für Neues: „Ich träume davon, Platz zu haben für Überraschungen.“ Dass es ihm nicht um den Ruhm geht, glaubt man ihm. Was zählt, ist sein Kindheitstraum.


Text: Melanie Oetting / Foto: Rezo, Solarimpulse.com

Dr. Ronald Steiner: Ashtanga Yoga goes West

Ashtanga Yoga
Photo by theformfitness from Pexels

Dr. Ronald Steiner erklärt, wie Ashtanga Yoga in den Westen kam, wie es mit Patanjali Yoga verbunden ist und wie man die Praxis von der Matte ins Leben bringt.

Du hast Teil 1 der Ashtanga-Serie überlesen? Kein Problem: Hier geht’s zum ersten Teil des Artikels „Dr. Ronald Steiner: Was ist Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga goes West

Im Jahr 1964 fand der Belgier André van Lysebeth als erster Westler seinen Weg in Pattabhi Jois’ kleine Yogaschule in Mysore. Erst knapp zehn Jahre später folgten weitere Schüler aus Europa und Amerika, um Ashtanga Yoga von Pattabhi Jois und B. N. S. Iyengar zu lernen. Dadurch war im Westen die Ära des dynamischen Yoga eingeläutet. Ashtanga Yoga wurde weitergegeben, praktiziert, erfahren. Die rohe Form aus Indien wurde um Details erweitert und verfeinert. Techniken für Hilfestellungen und die anatomische Ausrichtung wurden perfektioniert. Verschiedene Lehrer gaben dem Übungssystem unterschiedliche Schwerpunkte.

Dr. Ronald Steiner: „Ashtanga Yoga verbindet“

Vielschichtig und schillernd, wie ein mehrdimensionales Gewebe, umspannt Ashtanga Yoga heute den Globus und verbindet Yogis auf der ganzen Welt miteinander. Vielleicht ist Ashtanga Yoga wie Joghurtferment. Wenn man zu Milch ein wenig Ferment hinzufügt, werden die darin befindlichen Bakterien die Milch in Joghurt umwandeln. Egal in welchem Land Ferment mit Milch vermengt wird, es wird immer dasselbe passieren. Dennoch wird der Joghurt jedes Mal etwas anders schmecken. Das Ferment ist dasselbe, aber die Milch ändert sich. So hat auch Ashtanga Yoga überall einen etwas anderen Geschmack, aber es bleibt immer Ashtanga Yoga.

Besondere Magie des Ashtanga Yoga

Wer einmal das dynamische Übungssystem erlernt hat, kann auf der ganzen Welt in Ashtanga-Yogaschulen üben. Das ist eine schöne Erfahrung und fühlt sich ein bisschen so an, wie auf der ganzen Welt zu Hause zu sein. Nebenbei wird man immer kleine Unterschiede bemerken, die wertvolle Hinweise für die Praxis sein können. Diese Universalität des Ashtanga Yoga, kombiniert mit individuellen Besonderheiten von Lehrer und Schüler, ist Teil seiner besonderen Magie. Ashtanga Yoga gehört heute zu den bekanntesten und am meisten praktizierten Yogatraditionen der Welt. Neben der traditionellen Übungsform entstand im Westen eine Vielzahl von Abwandlungen und Abspaltungen. Diese Sprößlinge des Ashtanga Yoga sind unter Namen wie Vinyasa Yoga, Power Yoga, Jivamukti Yoga oder Dynamic Yoga bekannt geworden.

Patanjali Yoga

Forscht man nach dem philosophischen Fundament des Ashtanga Yoga, stoßen wir unweigerlich auf das Yoga-Sutra des Patanjali. „This is Patanjali Yoga“ („Dies ist Patanjali Yoga“), pflegte mein Lehrer Pattabhi Jois zu sagen. Genau wie Pattabhi Jois verweisen erfahrene Lehrer der Tradition immer wieder auf das Yoga-Sutra von Patanjali. Die physische Praxis des Ashtanga Yoga wird als Kommentar zu der darin enthaltenen Philosophie verstanden. Erst damit wird ein direkter, auf eigene Erfahrung beruhender Zugang zu den zunächst abstrakt erscheinenden philosophischen Konzepten möglich. Für jeden einzelnen Satz des Sutra gibt es eine Entsprechung in der Praxis.

Der achtgliedrige Pfad

Der Name Ashtanga Yoga selbst nimmt Bezug auf einen von Patanjali beschriebenen achtgliedrigen Pfad. Die ersten beiden Glieder verlangen nach der praktischen Umsetzung in unserem täglichen Leben, die letzten beiden entwickeln sich spontan auf den vorherigen aufbauend. Dazu ist allerdings die Praxis auf der Yogamatte nötig – die vier mittleren Glieder. Im Ashtanga Yoga werden diese vier mittleren Glieder zu einer einzigen verbundenen Praxis zusammengefasst. Es gilt Harmonie in physischen (Asana), energetischen (Pranayama), emotionalen (Pratyahara) und mentalen (Dharana) Aspekt unseres Menschseins herzustellen.

Von der Matte ins Leben

Trainierte Körper, anstrengende Positionen und akrobatische Bewegungsabfolgen – mit dieser Beschreibung wird Ashtanga Yoga oft auf das rein Körperliche reduziert. Hinter der Oberfläche übersehen wir leicht, dass die physische Praxis lediglich unser Übungsfeld ist, um eine Weisheit zu erfahren, die schließlich das gesamte Leben durchdringt. Das Leben stellt uns beständig vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Es gilt, immer wieder das richtige Maß zu finden und die innere Harmonie zu erhalten. Ist unsere Praxis auf der Yogamatte zu einfach, wirkt sich das im Alltag so aus, dass wir unvorbereitet an Aufgaben herantreten. Erst die intensive, fordernde Körperpraxis kann ein Trainingsfeld für diese Anforderungen werden.

Maßgeschneiderte Übungsserien

Wir können beruhigt sein: Ashtanga Yoga bietet für jeden immer wieder eine Bewegung oder Position, in der es schwer wird, die innere Balance zu finden. Seine Übungsfolgen sind darauf ausgerichtet, uns an einen Punkt der körperlichen Grenze und scheinbaren Unmöglichkeit zu führen – hier beginnt die Arbeit auf dem Yogaweg. Dabei sind die Möglichkeiten, eine Herausforderung zu finden, unendlich: „Jeder Mensch kann Yoga üben – solange er atmen kann“, so formulierte es Krishnamacharya. Einen erfahrener Lehrer schneidert aus den sechs traditionellen Übungsserien einen perfekt passenden Maßanzug für jeden seiner Schüler, egal ob dieser jung oder alt, sportlich oder unsportlich, gesund oder körperlich eingeschränkt ist.

Philosophischer Hintergrund: Von der Erfahrung der Rishis

Vor vielen tausenden Jahren, so berichtet eine Sage aus Indien, tauchten einige Menschen hinter den äußeren Schein unserer physischen Welt. Diese Rishis, wörtlich „Seher“, erfuhren eine ewige, göttliche Wahrheit. Inspiriert von dieser alles verändernden, neuen Sicht auf die Welt, suchten sie nach Wegen, ihre Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen. Jedoch liegt die Essenz jenseits des Intellekts und Worte vermögen sie nicht zu beschreiben. Die Rishis begannen die Rhythmen der Welt zu Gesängen verdichtet an eine neue Generation von Menschen weiterzugeben. Auf diese Weise entstanden die Wurzeln der Traditionslinien des Yoga.

Der Tanz des Atems mit dem Körper

Mit der Zeit verfestigten sich einige Rhythmen und Gesänge zu den Texten der Veden. Viele andere wurden nie schriftlich festgehalten. Sie wurden ausschließlich mündlich überliefert – und die mystische Erfahrung des Yoga wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Manche der Rhythmen und Gesänge bedienten sich nicht einmal der Sprache, da die eigentliche Erfahrung nicht in Worten ausgedrückt werden kann. Wer in die Praxis des Ashtanga Yoga eintaucht, steht in dieser lebendigen Tradition. Die dynamische Praxis des Ashtanga Yoga ist ein mit Körper und Atem ausgedrückter Gesang, der den Rhythmus der Welt widerspiegelt. Durch konstante Praxis wird der Schlüssel zu dieser unmittelbaren Erfahrung weitergegeben. Tausende von Yogis erfuhren im Laufe der Zeit die Weisheit hinter dem Tanz des Atems mit dem Körper.


Der Sportmediziner Dr. Ronald Steiner zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Die von ihm begründete AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info

Montags-Mantra: Schick die Ängste dahin, wo sie herkamen

Mantras sind Silben, Worte oder Verse, die sich durch ständiges Wiederholen im Hier und Jetzt manifestieren sollen:

„Shante Prashante Sarva Bhaya Upasha Mani Swaha“

Die ersten beiden Wörter sind uns Yogis allbekannt. Shanti und die Steigerung Prashante rufen die Kraft des Friedens, damit sich rings um uns ein heiliger und geschützter Raum aufbaut. Shanti steht auch in Verbindung mit dem lateinischen Wort „sancire“, was neben „heiligen und weihen“ auch mit „abgrenzen“ übersetzt werden kann und für Tempel und heilige Bezirke steht. In diesem Raum können wir alle (Sarva) Angst (Bhaya) aus unserem Geist (Manas) in den universellen, formlosen Geist zurücksenden.

Mit diesem Mantra schicken wir also unsere Ängste einfach dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Swaha! So sei es! Im Standardwerk über Mantras von Thomas Ashley-Farrand wird eine ganze Reihe von „negativen“ Zuständen aufgelistet, die anstelle von Bhaya in das Mantra eingesetzt werden, um sie dem universellen Geist im Raum des Friedens zur Umwandlung darzubieten. Durch die lange gehaltenen Asanas im Yin Yoga können Wut, Angst und dergleichen in uns aufsteigen. Nutzen Sie das Mantra anschließend.

Viel Spaß bei der Rücksendung von:

Krodha – Jähzorn
Mahna – Streitsucht
Mada – Hochmut
Matsarya – Neid
Moha – Einbildung
Lobha – Habgier
Kama – verzehrende Lust
Avish-Vasa – Misstrauen
Laja – Verlegenheit
Pishu-Nata – Unbeständigkeit
Irsha – Eifersucht
Dambha – Arroganz
Ahankara – Selbstgefälligkeit
Shoka – Gram
Kheda – Trübsinn
Sam-Brahma – Unruhe
Shu-Shupti – Trägheit
Vishada – Jammer


Philipp Stegmüller leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen in und um München. Mehr Infos unter www.m-singing-circle.de

 

Dr. Ronald Steiner: Was ist Ashtanga Yoga?

Ashtanga Yoga
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Ashtanga zählt zu den dynamischen Yoga-Stilen. Dabei gehts es vor allem um das Zusammenspiel von Atmung, Körper und Geist. Dr. Ronald Steiner ist Sportmediziner und verbindet traditionellen Ashtanga Yoga mit innovativer Yogatherapie. Für uns geht er der Frage nach: Was ist Ashtanga Yoga?

Feuchtwarme Luft und das rauschende Geräusch fließender Atmung erfüllten den Raum. Menschen bewegen sich, jeder durch andere Positionen, einem vertrauten Ablauf folgend und jeder im Rhythmus seines eigenen Atems. Ein Lehrer wendet sich im Flüsterton einzelnen Übenden zu, erklärt etwas, hilft weiter. Sonst wird nichts gesprochen, jeder übt für sich.

Wir befinden uns in einer Ashtanga-Yogaklasse. Die traditionelle Unterrichtsform nennt sich Mysore Style. Benannt ist sie nach Mysore, einer Stadt in Südindien. Von hier aus verbreitete sich Ashtanga Yoga in der ganzen Welt. Mysore Style bedeutet, dass jeder Übende nach seinen Möglichkeiten innerhalb des Übungssystems des Ashtanga Yoga praktiziert. Der Schüler lernt individuell Übung für Übung von seinem Lehrer. In der allerersten Yogastunde wird nur ein kurzer Bewegungsablauf gezeigt – anschließend wiederholt der Schüler diesen, bis er mehr und mehr damit vertraut ist.

Im Laufe des Übungsprozesses hilft der Lehrer dabei, weitere Details zu erkennen, andere erschließen sich durch die Praxis von selbst. Wenn der Schüler dafür bereit ist, erweitert der Lehrer die Übungsfolge: Neue Bewegungen werden den bereits bekannten hinzugefügt und es entwickelt sich langsam eine umfangreichere und komplexere Übungspraxis. Dadurch kann der Praktizierende ganz allmählich tiefer in das Verständnis des Ashtanga Yoga eintauchen.

Die wichtigsten Techniken des Ashtanga Yoga

Asana:
Der wohl bekannteste Aspekt der Yogapraxis im Westen sind die Körperstellungen des Yoga, die eine Harmonie im physischen Körper herstellen. Im Übungssystem des Ashtanga Yoga ist eine große Anzahl von Positionen (Asanas) zu sechs schrittweise schwerer werdenden Übungsserien zusammengefasst.

Ujjayi:
Sicher einer der auffälligsten Aspekte im Ashtanga Yoga ist die hörbar rauschende Atmung. Der Atem legt den Rhythmus für die Bewegungen fest und dient als Konzentrationshilfe. Atem und Gedanken sind miteinander verbunden. Wird der Atem in ruhigem, gleichmäßigem Rhythmus geführt, kommen auch die Gedanken zur Ruhe.

Kumbhaka:

Wenn der regelmäßige Fluss des Atems erst einmal etabliert ist, unterbrechen fortgeschrittene Übende in einigen Körperhaltungen und für sitzende Atemübungen bewusst diesen Rhythmus: Der Atem wird angehalten und feinstoffliche Energie (Prana) durch den Körper geleitet.

Vinyasa:

Die Dynamik des Ashtanga Yoga entsteht, wenn Atem und Bewegung zusammenkommen. Dies ist die Basis für eine bewegte Meditation, denn sie hilft uns, die Achtsamkeit im Augenblick zu behalten. Auch wenn jede Bewegung anderen Bahnen und Gesetzen folgt, liegt darunter immer der gleichmäßige Atem, der sowohl in Tempo als auch Intensität nach Balance strebt.

Bandha:

Das deutsche Wort „Band“ ist etymologisch mit Bandha verwandt. Die Techniken von Bandha leiten – wie ein Band – die Energie durch den energetischen Körper. In erster Linie geschieht dies durch Konzentration und Vorstellungskraft. Subtile Muskelkontraktionen, die physische Auswirkung von Bandha, erleichtern die Konzentration und bilden die Grundlage für die Ausrichtung des Körpers in den verschiedenen Positionen.

Drishti:

Fokus- und Konzentrationspunkte vervollständigen die Techniken des Ashtanga Yoga. Die Sinnesorgane werden von der äußeren Welt abgezogen – weg von allen Ablenkungen, bewegt man sich in einen Zustand der Versammlung.

Geschichtliche Entwicklung: Verschlungene Wege einer lebendigen Tradition

Die europäische Fitness-Bewegung

Yoga ist im Grunde untrennbar mit der Fitness-Bewegung verbunden, die in Europa Ende des 19. Jahrhunderts aufkeimte. Die Ideale eines gesunden Körpers und Geistes wurden gepredigt. Zu dieser Zeit wurde körperliches Training Bestandteil einer ganzheitlichen Entwicklung des Menschen in Europa. Im Rahmen dieser Bewegung entstanden verschiedene Formen von Gymnastik, Turnvereine und ein echter Fitness-Kult. Von England aus wurde über Organisationen wie die YMCA und den CVJM das „neue“ Bild des Menschen, insbesondere seines physischen Körpers, auch in die Kolonien getragen. In Indien versuchte man bald, dem Westen nicht nur nachzueifern, sondern ihm eine authentische indische Form der Gymnastik entgegenzustellen. Die Zeit war reif für ein indisches, ganzheitliches, den Körper bejahendes, spirituelles und dennoch physisches Übungssystem.

Verschollene Tradition des Hatha Yoga

Diese Entwicklung war Grund genug für Krishnamacharya, die verschollenen Traditionslinien Indiens zu ergründen. Bereits im 6. Jahrhundert tauchte in Indien ein den Körper einbeziehendes spirituelles Übungssystem auf. Es basierte auf einer tantrischen Philosophie und war bald unter dem Namen Hatha Yoga bekannt. Ab dem indischen Mittelalter wurde diese Praxis allerdings wieder weitgehend verdrängt. Hatha Yoga war den Hindus zu körperbejahend, den Christen zu hinduistisch und den Engländern zu indisch. In Indien galt die Tradition deshalb als verloren. Nur neun Meister sollen in ihr praktiziert und sie gelehrt haben, bevor sie ohne Schüler in der Versenkung verschwand.

Tibetische Traditionslinien

Allerdings finden wir in Tibet etwa im 8. Jahrhundert Zeugnisse über ein Fortführen der Traditionslinie. Die Texte dieses tibetischen Yoga erweitern die im Indischen meist statische Übungsausführung – Bewegung, Atmung und Konzentration werden zu einer gemeinsamen Praxis verknüpft.

Am Fuße des Mt. Kailash

Für Krishnamacharya lag es demnach nahe, sich auf der Suche nach einer lebendigen Tradition eines Übungssystems, welches auch den physischen Körper einbezieht, in den Himalaya zu begeben. Im Jahr 1916, sagt man, sei er dreieinhalb Monate zu Fuß durch die Bergwelt geirrt, bis er am Fuße des Mt. Kailash in Tibet seinen Lehrer Ramamohan Brahmachari fand. Die folgenden siebeneinhalb Jahre verbrachte er bei ihm, um zu lernen, und wurde auf diesem Weg Teil der lebendigen, uralten Tradition. In diesen Jahren lernte Krishnamacharya dynamische Übungsfolgen, streng gehütete Techniken und tiefsinnige Philosophie von seinem Lehrer.

Mysore ab 1924

Nachdem er aus der Einsamkeit der Berge zurückgekehrt was, lebte Krishnamacharya ab 1924 in Mysore. Dort begann er das dynamische Übungssystem, das wir heute unter dem Namen Ashtanga Yoga kennen, weiterzugeben. Pattabhi Jois und B. N. S. Iyengar zählen zu seinen langjährigen Schülern. Als Krishnamacharya im Jahr 1955 Mysore verließ, blieben beide in der Stadt und setzten den Unterricht und die Tradition fort. Schüler dieser beiden Lehrer trugen Ashtanga Yoga in den Westen.

Wie Ashtanga Yoga in den Westen kam, wie es mit Patanjali Yoga verbunden ist und wie man die Praxis von der Matte ins Leben bringt, erfahrt ihr hier.


Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Die von ihm begründete AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info

Garudasana Asana im Fokus: Adler

Garundasana

Was bedeutet Garudasana? Garuda war mythischer König der Vögel, Flugtier des Gottes Vishnu. Der König der Vögel: der Adler. Asana heißt Haltung auf Sanskrit.

Schritt für Schritt in den Adler – Garudasana

  • Du beginnst jetzt im Stehen in Tadasana (Berghaltung). Beuge nun die Knie etwas, verlager das Gewicht auf den rechten Fuß und kreuze den linken Oberschenkel über den rechten. Die Zehen zeigen nach unten, wenn du nun den linken Fuß hinter dem rechten Fußgelenk einhakst. Ist dies nicht möglich, setze die Zehen an der Außenkante des rechten Fußes auf einem Block ab. Du balancierst nun auf dem rechten Bein. Dabei stabilisierst du dich, indem du das Steißbein nach unten und das Schambein zum Nabel ziehst und zugleich die Beine aneinander schiebst.
  • Strecke nun die Arme waagerecht nach vorn aus und ziehen die Schulterblätter weit auseinander. Dann kreuzt du den rechten Oberarm über den linken und winkelst die Unterarme nach oben ab. Schmiege den rechten Ellenbogen in die linke Armbeuge. Die Handrücken liegen nun aneinander.

Spüre rein: intensivieren oder aufhören

  • Wenn möglich intensivierst du die Armhaltung noch etwas, indem du die rechte Hand noch etwas nach rechts und die linke nach links ziehst, so dass die Handflächen einander wieder zugewandt sind. Drücke dann die Hände aneinander, so gut es dir möglich ist, hebe die Ellenbogen in die Waagerechte und strecke die Finger Richtung Decke. Dabei sind die Schultern gesenkt, der Blick geht geradeaus.
  • Bleibe jetzt 15 bis 30 Sekunden in der Haltung. Dann löst du die Armhaltung und kehrst zurück in Tadasana (Berghaltung). Anschließend übst du von dort aus du die andere Seite.

Tipps

Bei Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, übe mit dem Rücken zur Wand. Dabei hat das Kreuzbein Kontakt zur Mauer. Um die Haltung zu intensivieren, kombinierst du sie mit einer Vorwärtsbeuge. Kippe dafür den Oberkörper mit einer Ausatmung nach vorn und schiebe die gekreuzten Arme gegen den oberen Schenkel. Nach einigen Atemzügen richtest du dich mit einer Einatmung wieder auf.

Wirkungen

  • dehnt und kräftigt Fußgelenke und Waden
  • dehnt Oberschenkel, Hüften, Schultern und oberen Rücken
  • verbessert Konzentration und Gleichgewicht
  • kann Spannungen im unteren Rücken lindern
  • kann bei Ischias-Beschwerden eingesetzt werden

Gegenanzeigen

  • Knieverletzungen (Beine nur einfach verkreuzen und mit Block üben, siehe Schritt 1)

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