Wunderschöne Weihnachtsgeschenke für Yogi*nis

Weihnachtsgeschenke Yoga

Was schenkt man einem Yogi? Womit macht man einer Yogini eine echte Freude? Wir wissen es und haben für euch die schönsten yogischen Geschenkideen gesammelt, denn: Schenken ist mindestens genauso schön wie beschenkt zu werden. //anzeige

Vor allem wenn es sich um diese ausgesuchten Stücke handelt: Unsere Redaktion hat die schönsten Yogi-Must-haves für Weihnachten (und danach) zusammengestellt. Übrigens: Ihr dürft euch zu Weihnachten ruhig auch mal selbst beschenken …

Sita Ayurveda Online-Shop: Bio Ayurveda zum Wohlfühlen

Hast du schon mal eine Ayurveda-Kur gemacht, vielleicht sogar in einem der Mutterländer Indien oder Sri Lanka? Dann weißt du sicher wie gut sie tut, diese jahrausendealte Heilkunst, die uns innerlich und äußerlich in Balance bringt, mit dem Ziel, Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Diese Erfahrungen mit in den europäischen Alltag zu übertragen, das hat sich das junge Team von Sita Ayurveda zur Aufgabe gemacht. In dessen Online-Shop sitaayurveda.de findest du zahlreiche Produkte wie Öle, Gewürze, Tees, Körperpflege-Produkte, Nahrungsergänzungsmittel von Unimedica, Festshampoos und mehr von Hydrophil oder Bücher, von denen wir ganz begeistert sind. Vielleicht kannst du dich ja zum Beispiel an unseren Vital-Fußpad-Test erinnern? Neben dieser hochwertigen Eigenkreation hat Sita Ayurveda noch eine Reihe weiterer im Angebot sowie darüber hinaus seit Kurzem auch Originalprodukte des österreichischen Ayurveda-Spezialisten Rhyner. Neugierig geworden? Dann lies mehr in unserem Artikel oder klicke dich gleich durch den Online-Shop. Dort findest du jede Menge toller Geschenkideen für deine Liebsten …


Moonbird – dein Atemcoach für die Hand

  • moonbird atemgerät

Die Atmung ist unser wichtigstes Instrument, um Stress und Ängste abzubauen. Einfache, kurze Atemübungen wirken wie ein Reset-Knopf für unser Nervensystem. Du reduzierst Angst, verbesserst deine Schlafqualität und senkst dein Stressniveau. Der Moonbird hilft dir dabei: einfach, intuitiv und effektiv. Und so funktioniert der Atemcoach: Halte den Moonbird einfach in der Hand und leg deinen Daumen auf den Sensor. Fühle, wie sich der Moonbird in deiner Hand ausdehnt. Atme ein, wenn sich der Moonbird ausdehnt. Danach spürst du, wie der Moonbird wieder kleiner wird. Atme aus, während er sich zusammenzieht. Lass deinen Moonbird während der Übung deine Atmung leiten. Über die App bekommst du dabei Bio-Feedback in Echtzeit: Du siehst, wie deine Herzfrequenz beim Einatmen ansteigt, beim Ausatmen sinkt und ob deine Herzfrequenzvariabilität steigt. Überprüfe, ob deine Herz- und Atemfrequenz synchron sind und lerne sie anzugleichen. Übrigens, unsere Redakteurin Daniela hat den Moonbird getestet und war absolut begeistert. Neugierig geworden? Dann schau doch gleich mal auf www.moonbird.life vorbei.


Shakti-Kartenset von Yogalehrerin & Yogimobil-Gründerin Kim Kassandra Schmid

Fast zu schön, um sie zu verschenken: Das Shakti-Orakel. 44 inspirierende Karten, welche die weibliche Schöpferinnenkraft, im yogischen Kontext „Shakti“ genannt, in dir aktivieren, dich inspirieren und beflügeln. Freue dich auf Kims individuelle Interpretation dieses Themas. Neben den klassischen hinduistischen Göttinnen wie Kali, Saraswati oder Lakshmi erwarten dich auch Rebellinen, heilige Unruhestifterinnen, historische Persönlichkeiten und Künstlerinnen wie etwa Frida Kahlo oder die Aktivistin Rosa Parks mit täglichen Impulsen. Denn Shakti ist so vielfältig und einzigartig wie wir selbst. Plus: Life Coaching-Impulse und Journaling-Fragen, die dich auf dem Weg zu deiner Seelenversion und in ein erfülltes Leben begleiten. Erfahre die kraftvolle Energie durch inspirierende Kunstwerke, spirituelle Praxis-Ideen, Meditationen, Mantren und Affirmationen. 


Eternal Bliss: Edle Chakra Armbänder zum Energieausgleich von Körper und Geist

Alles begann mit einigen Asana-Übungen und der Feststellung, dass Schmuck in alten Kulturen Kraft und Magie besaß. Aus dieser Erkenntnis wurde eine Passion und so entstehen durch traditionelles Handwerk, hinduistische und buddhistische Mystik, edelste Materialien und uralte Symbole Schmuckstücke mit energetischer Kraft und Magie. Die Macher*innen entwerfen jedes einzelne Stück und fertigen es in kleiner Auflage. Unser Lieblingsstück in diesem Jahr: Die edlen Chakra-Armbänder zum Energieausgleich von Körper und Geist. Das Universum besteht aus kraftvoller Energie und die Chakren symbolisieren die sieben Energiepunkte in unserem Körper. Wenn alle sieben Chakren aktiv und ausbalanciert sind, fühlen wir uns wohl. Durch sie verwirklichen wir unser Potenzial, im Innen und Außen, von seiner materiellen Ausdrucksform bis zum spirituellen Kern. Jedem Chakra sind geometrische Formen, Farben und kraftvolle, einzigartige Symbole zugeordnet. Die Energieaspekte der sieben Chakren wirken sich auf folgende Aspekte aus: das physische Selbst, das sinnliche, wollende, emotionale, ausdrucksvolle, denkende und meditative Selbst. Wenn du die Bedeutung der einzelnen Symbole kennst, kannst du das Chakra finden, das dir im Moment in deinem Leben guttut.


Massagegeräte von OrthoMechanik in der exklusiven Weihnachtsverpackung

Gerade wenn wir viel auf der Yogamatte sind und eine regelmäßige kraftvolle Praxis haben, sollten wir unserem Körper auch genug Ruhe- und Regenerationsphasen gönnen. Mit den Massagegeräten von OrthoMechanik können nicht nur Yogi*nis Verspannungen in Füßen, Rücken und Nacken lösen. Unsere Favoriten für diesen Winter sind die Weihnachts-Editionen der OrthoHands und der OrthoGun. Die OrthoHands fühlen sich an wie eine händische Massage, sind kompakt und einfach in der Handhabung. Das Beste: Egal ob für Nacken, Schultern oder die Füße … es fühlt sich an wie eine Shiatsu-Massage. Wenn die Massage noch tiefer gehen soll, dann ist die OrthoGun 3.0 perfekt. Die leistungsstarke Massagepistole wurde speziell entwickelt, um tiefgehende Muskelentspannung zu bieten und ist ideal nach anspruchsvollen Yogaübungen. Sie hilft dabei, den Muskelkater zu reduzieren und beschleunigt die Erholungszeit. Mit der OrthoGun gelingt eine individuelle Massageerfahrung, passend zu den Bedürfnissen von Yogi*nis aller Niveaus. Was wir besonders praktisch finden, ist der starke Akku, der bei 10-minütiger täglicher Anwendung bis zu 30 Tage hält. Übrigens erhältst du bei OrthoMechanik 60 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Herstellergarantie – somit ist es kein Problem, wenn das Geschenk nicht gefallen sollte. Wobei wir uns das beim besten Willen nicht vorstellen können.


Nachhaltige Yogabekleidung von Wellicious

Wir glauben an nachhaltige Yogabekleidung! Beim Yoga-Label Wellicious kannst du dich zu 100% auf deine Yogapraxis konzentrieren – ohne dir dabei Gedanken über deinen ökologischen Fußabdruck machen zu müssen. Ihre Leidenschaft ist es Yogakleidung entwerfen, die sowohl für die Kunden als auch für die Umwelt sicher ist. Die Basis der Wellicious Cradle-to-Cradle Certified™ Yoga-Kollektion ist ein biologischer Kreislauf; Das bedeutet, dass alle Wellicious-Produkte so konzipiert sind, dass sie immer wieder verwendet werden können. Sobald ein Wellicious-Produkt bereit ist, recycelt zu werden, zerfällt es in organische Nährstoffe und fördert so die Produktion von biologischen Nährstoffen und Systemen wie das Pflanzenwachstum. Die erneuerbaren Rohstoffe werden dann zur Grundlage für neue Produkte. Alle Produkte wurden vom „Cradle to Cradle Products Innovation Institute“ zertifiziert und insgesamt mit dem „Gold-Standard“ ausgezeichnet. Für Materialgesundheit wurde ihnen sogar die höchste Auszeichnung „Platin“ verliehen.

Wenn ein Produkt das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat, kannst du es uns einfach zurückschicken. Du erhältst dann einen Rabatt von 10 % auf deinen nächsten Einkauf bei Wellicious. Die Macher stellen sicher, dass der anschließende Zersetzungsprozess durch ein wissenschaftliches Team kontrolliert und optimiert wird, damit von deinem Produkt keine einzige Faser zurückbleibt. Zwar ist es grundsätzlich möglich, das Produkt zu Hause selbst zu kompostieren – der Prozess ist allerdings sehr komplex und zeitaufwändig. Mit dem Rabatt Code ‚SustainableYogaGirl!‘ möchte Wellicious deine Vorweihnachtszeit nachhaltig versüssen, denn damit bekommst du 15% Rabatt!


Jahres-Abo für YOGAWORLD JOURNAL und VEGAN WORLD

Lust auf gutes Lesematerial im kommenden Jahr? Yogi*nis finden im YOGAWORLD JOURNAL eine inspirierende Mischung aus präzisen Praxisstrecken, Yogaphilosophie, Gesundheit, Ernährung, Reisen und Wellness – für Alle, für die Yoga nicht nur Bewegung, sondern ein bewusster und aktiver Lebensstil ist. Und wenn du noch mehr über vegane Ernährung, nachhaltige Lebensmittelproduktion und superleckere pflanzliche Rezepte wissen möchtest, dann ist die VEGAN WORLD genau das Richtige für dich. Wir wünschen dir jetzt schon mal viel Spaß beim Lesen!

Dies.Das.Asanas mit Jelena Lieberberg: Der kleine Weise

Jelena Lieberberg in der Haltung "der kleine Weise"

Der Weise Vishvamitra, nach dem diese Haltung in ihrer klassischen Form benannt ist, hat sich angeblich für 1000 Jahre zur Meditation auf den höchsten Himalayagipfel zurückgezogen. Unsere Kolumnistin war dagegen am Meer – und zeigt uns eine etwas einfachere Variante der Asana. Kniffelig ist sie aber auch …

Text: Jelena Lieberberg / Foto: Aljosa Petricic

Mein erster Berührungspunkt mit dieser Haltung war eine Instagram-Challenge, auf die ich mit Mitte 20 als Neu-Yogini stieß. Klassisch wird Vishvamitrasana mit beiden Beinen in Streckung praktiziert – und ich war sofort fasziniert: Wie ist es denn möglich, in eine Armbalance zu gelangen, die gleichzeitig ein fliegender Spagat ist? Meine Neugier war geweckt. Ich hüpfte sofort auf meine Matte – und fiel erst mal um. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden hatte, wie ich mich am besten dafür aufwärme und wie man die Haltung aufbauen muss.

Vishvamitrasana ist benannt nach dem Weisen Vishvamitra. Diese etwas vereinfachte Variante nenne ich daher den kleinen Weisen. Mit seinem abgesetzten Knie und dem Stützarm vor dem schwebenden Bein ist er ein guter Einstieg in die Welt der fordernden Seitstrecker, aber man sieht es ihm schon an: Anspruchsvoll ist er auch! Falls sein Anblick auch bei dir eine kindliche Neugier weckt, dann springe jetzt bitte nicht gleich auf die Matte, sondern wärme dich unbedingt erst mal gründlich auf (es sei denn du warst in einem früheren Leben mal Tänzer*in). Heute, 20 Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Yoga, genieße ich es, mir für jede Haltung Zeit zu lassen, meine Grenzen wahrzunehmen – und mir dennoch weiterhin Yogaträume zu erfüllen.

Macht das Spaß?

Auf jeden Fall! Dieses Körperpuzzle ist knifflig, da wir einerseits Balance finden und halten müssen und gleichzeitig aktiv unsere ROM (Range of Motion) erforschen, das Maß an aktiver Beweglichkeit.

Muss ich das können?

Natürlich nicht. Wie immer gilt: alles kann, nichts muss. Seitdehnungen kommen meiner Meinung nach allerdings in der Praxis oft zu kurz, weshalb es sich lohnt, diese (beziehungsweise ihre Vorstufen) mal etwas häufiger zu erkunden.

Was muss ich dafür tun?

Um geschmeidig in diese Position zu gelangen, ist es sinnvoll, 30-45 Minuten in ein spezifisches Warm-up zu investieren. Dazu sollten zunächst dynamische Dehnungen, Sonnengrüße und Heldenhaltungen gehören und dann länger statisch gehaltene Asanas, die weiter in die Dehnung führen, vor allem Pyramide, Grätsche, halber Spagat und Kompass.

Step by step

  1. Beginne im Vierfüßlerstand auf deiner Matte. Wenn du möchtest, übst du mit deiner rechten Seite neben einer Wand. Das unterstützt dich später in der Balance. Setze deinen rechten Fuß nach vorne, außerhalb der rechten Hand.
  2. Halte das linke Knie an seinem Platz und ziehe nur den linken Unterschenkel und Fuß weiter nach rechts hinter dich. Dabei dreht der Oberkörper nach links. Wende nun den Blick nach unten und greife die Außenkante deines rechten Fußes mit der linken Hand. Dabei schiebst du die rechte Hand fest gegen die Matte und hebst aktiv die rechte Schulter, um dich zu stabilisieren.
  3. Strecke nun langsam das rechte Bein, wobei sich dein Brustkorb gleichzeitig nach links und oben weitet. Richte deinen Blick nach vorn oder in Drehrichtung gen Himmel. Bleibe 5 Atemzüge lang in der Haltung, dann löst du sie behutsam wieder auf und wiederholst das Ganze auf der anderen Seite.
  4. Falls dir diese Variante leicht fällt, kannst du dich an Vishvamitrasana versuchen: Im ersten Schritt setzt du den rechten Fuß statt nach außen, nun innen von der rechten Hand auf. Dadurch kommt der stützende Arm hinter das gehaltene Bein statt wie im kleinen Weisen davor. Sobald du in dieser Variante das Gefühl hast, dass du sie sicher halten kannst, versuchst du das Gleiche mit dem hinteren Bein gestreckt – dabei gibt es jeweils wieder die Variante mit dem stützenden Arm vor oder hinter dem vorderen Bein.

JELENA LIEBERBERG ist Osteopathin und Yogacoach in Berlin. Du findest sie auf kickassyoga.com, Insta @kickassyoga oder YouTube.

Kennst du auch schon diese Variante der Vorwärtsbeuge aus Jelenas letzter Kolumne?

#78 Breathwork II: Atemmethoden unter der Lupe – mit Timo Niessner

Die Chancen und Grenzen von holotropem Atmen, Rebirthing und Co.

Heute geht es im YogaWorld Podcast mal wieder um Breathwork, ein Trendbegriff, der schlicht Atemarbeit bedeutet. Pranayama und Co. Gibt es natürlich schon lange, aber Breathwork ist ein Sammelbegriff, der eine moderne, westliche Herangehensweise an das bewusste Atmen beschreibt und Elemente aus verschiedenen Traditionen und Techniken kombiniert.

Atemexperte Timo Niessner ist zum zweiten mal zu Gast im Podcast und knüpft an seine Ausführungen in Folge #63 Breathwork vs. Pranayama an. Damals ging es um den Begriff Breathwork im Allgemeinen und im Vergleich mit Pranayama. Timo und Susanne sprachen über eine natürliche Atmung und darüber, wie wirkungsvoll es sein kann, bewusst Einfluss auf unseren Atem zu nehmen. Dabei gab es viele praktische Alltagstipps.

In dieser Fortsetzung geht es noch mehr ins Detail und du erfährst viel über die verschiedenen Atemtechniken, die dem Breathwork diese große Popularität verleihen. Timo erklärt, wie der Atem auf verschiedenen Ebenen wirkt: körperlich, geistig, emotional und psychisch. Außerdem verrät er, was man beachten sollte, um die mitunter sehr machtvollen Techniken im Breathwork sicher zu praktizieren. Wusstest du, dass du durch Atmen sogar high werden kannst?

Mehr als Gesundheit – Longevity! Nahrungsergänzungsmittel von Avea

AVEA Nahrungsergänzung Test

Alterungsprozesse verlangsamen, Gelenkgesundheit erhalten, das Immunsystem stärken und in die natürliche Balance kommen – darum geht es bei den Avea Life Products. Das Wichtigste bei Nahrungsergänzungsmitteln sind die Inhaltsstoffe und deren Bioverfügbarkeit. Woran ich nicht gedacht habe, ist, dass jeder Mensch eine andere genetische Prädisposition hat, wie er Wirkstoffe verstoffwechselt. Wir haben die Avea-Produkte zwei Monate lang getestet. //anzeige

Von meinen Genen lernen – so geht’s los

Ich nehme bereits regelmäßig Vitamin D3 und K2 sowie Magnesium. Da ich an Hashimoto und Endometriose leide, bin ich was komplementär-medizinische Maßnahmen betrifft, gerne auf dem Laufenden. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, Achtsamkeit und Bewegung wie Yoga. Als es hieß, wir dürfen die Avea-Produkte testen, habe ich gleich „Hier!“ gerufen.

Bevor es mit der Einnahme der Supplements losgeht, mache ich den Avea DNA- und Bioage-Test. Die Ergebnisse werden genutzt, um intelligenter zu trainieren, meine Ernährung zu durchleuchten und meinen Körper besser zu verstehen. Oder anders gesagt, was brauchte ich wirklich? Eine gute Frage.

Das AVEA Test-Kit macht den Anfang: DNA-Ergebnisse nach vier Wochen.

Das Test-Kit enthält ein Plastikröhrchen für meine Speichelprobe, die Kit-ID wird später mit einer App verbunden, in welche die Ergebnisse hochgeladen werden. Die Speichelprobe ist simpel, ich gebe sie in das beiliegende Röhrchen und verschicke es mit dem Rückumschlag. Eine ausführliche Gebrauchsanweisung ist in der Box und wirklich gut erklärt und schnell gemacht.

Ergebnisse nach 4 Wochen

Nach vier Wochen erhalte ich meine DNA-Ergebnisse und nach acht Wochen meine epigenetischen Resultate direkt in die App. In dem Test wird mein biologisches Alter bestimmt, genetische Prädispositionen erklärt und mit einem Experten personalisierte Empfehlungen und Ziele formuliert. Die Ergebnisse dienen dazu, den eigenen Körper besser zu verstehen, um intelligenter zu trainieren, sich besser zu ernähren und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Mit diesem individuellen Wissen über die Stärken und Schwächen meines Körpers kann ich gezielter und effektiver eine auf mich zugeschnittene Gesundheitsroutine entwickeln. Ich bin wirklich gespannt.

Das sagen die DNA-Ergebnisse

Ich hatte schon immer einen ausgeprägten Bewegungsdrang, bin sportlich und mache seit über 20 Jahren Yoga – so erkläre ich mir die Ergebnisse.

Nicoletta Wagenstetter

Meine Ergebnisse zeigen, dass ich ein erhöhtes Risiko für Vitamin D- und Selen-Mangel habe, was ich meiner Hashimoto-Erkrankung zuordne. Unter „Ernährung“ wird aufgelistet, wie mein Körper Nährstoffe aufnimmt und verstoffwechselt, aufgeteilt in Kohlenhydrate, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, Protein, Zuckerreaktion, Verlangen nach Süßigkeiten, Grundumsatz, Risiko für Laktoseintoleranz, Fettgewebe-Verteilung und mehr. Interessant finde ich, dass ich einen hohen Grundumsatz habe, also einen schnellen Stoffwechsel und eine vorteilhafte Reaktion auf Proteinzufuhr und Kohlenhydrate.

Meine DNA-Ergebnisse zeigen darüber hinaus Koffeinempfindlichkeit, was ich nur bestätigen kann. Ich trinke keinen Kaffee nach 12 Uhr, da ich sonst Herzrasen bekomme und mehr schwitze. Meine genetische Knochenmineraldichte ist normal, mein Adipositasrisiko niedrig, dafür mein Risiko für Infektionen hoch und damit bin ich anfälliger für Erkältung und Grippe.

Unter „Bewegung“ geben die DNA-Ergebnisse Aufschluss über Muskelkraft, Muskelausdauer, Sauerstoffaufnahme, anaerobe Schwelle, meine Fähigkeit zu regenerieren, Muskelmasse, Verletzungsrisiko, gewichtsbezogene Leistung, Körpermasse und Entzündungswerte. Interessant sind für mich die Ausschläge in den Bereichen Muskelausdauer und Kondition, Sauerstoffaufnahme, Muskelmasse und anaerobe Schwelle, die als „begabt“ markiert werden.

Überdurchnittliche Ergebnisse dank Yoga

Die Tatsache, dass meine Resultate im überdurchschnittlichen Bereich liegen, bedeuten, dass meine Muskeln genetisch besser auf Ausdauertraining ausgerichtet sind. Ich kann mit höherer Intensität und länger trainieren, bevor Laktat gebildet wird. Ein Laktatüberschuss hat die Übersäuerung der Muskulatur zur Folge. Eine Übersäuerung spüren wir als Muskelbrennen und in einer Ermüdung der Muskeln. Ich hatte schon immer einen ausgeprägten Bewegungsdrang, bin sportlich und mache seit über 20 Jahren Yoga – so erkläre ich mir die Ergebnisse.

Sehr spannend und aufschlussreich, was bei DNA- und epigenetischen Tests herauskommt.

Epigenetische Ergebnisse – mein biologisches Alter

Jetzt wird es spannend. Die epigenetische Uhr erfasst molekularbiologische Veränderungen an den Genen unserer Körperzellen und berechnet daraus, wie sehr ein Mensch bereits gealtert ist. Die genetische Veranlagung, Krankheiten, Ernährung, Lifestyle, Stress – all diese Dinge haben Auswirkungen auf unseren Körper, die Organe und auf unsere gesamte Biologie. Man könnte auch sagen, es sind die Spuren, die das Leben in unseren Körpern hinterlässt. Deshalb fühlen sich Menschen, die das gleiche Alter haben, oft ganz unterschiedlich – und tatsächlich altern wir unterschiedlich schnell. Ein simples Beispiel: Ich hatte bereits mit 26 meine ersten grauen Haare.

In der App werden die epigenetischen Ergebnisse in einer Übersicht in folgende Kategorien gelistet: Biologisches Alter, das vom chronologischen Alter – ich bin 43 – abgegrenzt wird. Die Differenz zwischen dem biologischen und chronologischen Alter ergibt sich aus dem durchschnittlichen Methylierungsstatus der Gene, der für Menschen meiner Altersgruppe typisch ist. Methylierung ist ein biochemischer Prozess, der die Funktion der Gene und deren Auswirkung reguliert. Mein biologisches Alter ist 42 – das sind schon mal gute Nachrichten.

Ich denke, dass diese Ergebnisse direkt meine Endometriose-Erkrankung und deren Auswirkung auf meine Konstitution widerspiegeln.

Nicoletta Wagenstetter

Der epigenetische Test beschreibt außerdem mein Augenalter – dort liege ich bei 49. Das kann ich nur bestätigen, denn ich habe erst letztes Jahr eine neue Brille bekommen, da ich wirklich immer schlechter sehe. Mein Gehöralter liegt bei 37 – ich bin sogar sehr geräuschempfindlich. In den Bereichen Gedächtnisalter, Entzündungswerte und Pro-Inflammation-Score bin ich im „gesunden“ Bereich.

Ergebnisse spiegeln Endometriose wider

Wirklich interessant finde ich die Ergebnisse zu meinem Anti-Inflammation-Score, die auf ein erhöhtes Risiko deuten. Der Anti-Inflammation-Score beschreibt, wie mein Körper entzündungshemmende Stoffe produziert, um auf Entzündungen zu reagieren. Diese Reaktion des Körpers in der postentzündlichen Phase, also nach Gewebeverletzungen, ist wichtig, da es sich auf die Regeneration und das Gewebewachstum auswirkt.

Symptome, die mit Störungen im entzündungshemmenden Epigenom in Verbindung gebracht werden, sind chronische Schwäche, Müdigkeit oder Schmerzen. Ich denke, dass diese Ergebnisse direkt meine Endometriose-Erkrankung und deren Auswirkung auf meine Konstitution widerspiegeln.

Welche Erfahrung ich nach 60 Tagen mit den Avea-Produkten gemacht habe, liest du auf der nächsten Seite …

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Supta Kurmasana

Die „schlafende Schildkröte“ kann je nach Ausführung sehr herausfordernd oder auch relativ einfach sein. Allen Formen gemein ist die charakteristische Bewegung von außen nach innen – wie eine Schildkröte, die sich unter ihren Rückenpanzer zurückzieht.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung von Supta Kurmasana

Supta Kurmasana ist eine der vollständigsten „hüftöffnenden“ Haltungen. Sie entwickelt Flexibilität in den Hüftgelenken, dabei nutzt sie eine Kombination aus Außenrotation und Flexion.

So geht die „Basic Form“

Da die traditionelle Form von Supta Kurmasana einige Verletzungsrisiken birgt, beginnen wir mit ihrer Basic Form. Hier kannst du dich allmählich immer weiter nach vorn beugen, auf sichere Weise die nötige Mobilität in den Hüftgelenken entwickeln und die angenehme Wirkung spüren.

Ronald Steiner Basic Form von Supta Kurmasana Schildkröte

Step 1: Lege im Sitzen die Fußsohlen auf ihrer gesamten Fläche aneinander. Dabei sind die Füße so weit wie möglich vom Becken entfernt.

Step 2: Umschließe mit den Händen von außen deine Fersen, so dass sie sich leicht heben, während die kleinen Zehen am Boden bleiben.

Step 3: Beuge nun deine Arme zu den Seiten und strecke den Oberkörper so weit es geht nach vorn. Dabei nähern sich deine Ellenbogen neben den Füßen dem Boden und dein Gesicht den Füßen.

So geht die traditionelle Form von Supta Kurmasana

Mit der traditionellen Form solltest du dich erst beschäftigen, wenn du in der Basic Form dein Gesicht bequem auf die Füße legen kannst und deine Ellenbogen vor den Schienbeinen auf dem Boden ankommen.

Ronald Steiner Supta Kurmasana traditionelle Form Schildkröte

Step 1: Beginne im Sitzen. Lege erst deinen linken, dann deinen rechten Fuß so hinter den Kopf, dass die Knöchel am Nacken überkreuzen.

Step 2: Stütze dich mit beiden Händen am Boden ab, um deinen Körper in dieser Haltung in die Horizontale zu bringen, bis du bäuchlings mit den Füßen hinter dem Kopf am Boden liegst.

Step 3: Deine Arme befinden sich bereits vor den Oberschenkeln. Rutsche noch etwas weiter, bis sich auch die Schulterblätter vor den Oberschenkeln befinden. So kannst du nach hinten greifen und die Hände hinter dem Rücken verschränken.

Alignment-Tipps für die schlafende Schildkröte

Bei dieser Haltung kommt es vor allem auf die zu dir passende Ausführung an. Wenn man sich ohne die nötige Flexibilität an der traditionellen Form versucht, führt das leicht zu Überforderung und im schlimmsten Fall zu Rücken- und Schulterverletzungen. Mit den folgenden Tipps bist du auf der sicheren Seite:

Becken-Innenrotation, Oberschenkel-Außenrotation: Um in den Hüftgelenken maximalen Bewegungsraum zu schaffen, rotierst du aus dem Becken heraus nach innen und hältst mit den Oberschenkeln in einer Außenrotation dagegen. Du wirst spüren, wie sich deine Wirbelsäule dadurch streckt.

Lies auch: „Yoga-Anatomie: Dr. Ronald Steiner erklärt das Hüftgelenk“

Rücken lang: Es ist in beiden Formen wichtig, den Oberkörper lang und den Rücken eher flach zu halten: In der Basic Form nähert sich das Gesicht dazu den weit nach vorne geschobenen Füßen. In der traditionellen Form ziehst du die Füße zuerst im Sitzen hinter den Kopf. So kann der Rücken Länge wahren, wenn du dich nach vorn ablegst.

Beine nicht am Boden kreuzen: Wenn du dagegen aus der Bauchlage versuchst, die Knöchel im Nacken zu kreuzen, verlierst du diese Länge im Rücken und erhöhst unnötig den Druck auf die Bandscheiben.

Schulterblätter vor den Oberschenkeln: Für die gebundene Haltung der Arme ist es verlockend, unter den Oberschenkeln hindurch zu greifen. Dieser Griff nach hinten erzeugt einen unguten Hebel auf die Schultergelenke und drückt den Oberarmkopf in seiner Gelenkpfanne nach vorne. Befasse dich deshalb erst mit der gebundenen Armhaltung, wenn du in der Basic Form mit den Ellenbogen vor den Schienbeinen den Boden berührst. Nun kannst du die Schulterblätter so weit vor die Oberschenkel schieben, dass der Griff nach hinten mühelos gelingt.

Kein Gurt zur Armverlängerung: Solange sich statt der Schulterblätter noch die Oberarme unter den Oberschenkeln befinden, wird es dir bei normalen Proportionen nicht gelingen, die Hände hinter dem Rücken zu verschränken. Ein Gurt ist leider keine gute Idee, denn der Zug führt zu einer noch größeren Scherkraft auf das Schultergelenk und erhöht dadurch das Verletzungsrisiko.

Schon gelesen? In Dr. Ronald Steiners letzter „Alignment Cues“-Kolumne ging es rund um die Ausrichtung von Ardha Matsyendrasana (dem Drehsitz):


DR. RONALD STEINER ist Arzt, Wissenschaftler und Sportmediziner sowie einer der bekanntesten Praktiker des Ashtanga Yoga. Mehr zu Ronald findest du auf ashtangayoga.info. Dort findest du auch eine extra Seite zu Supta Kurmasana.

Auch im „YogaWorld Podcast“ war Dr. Ronald Steiner bereits zu Gast. In Folge 4 haben wir ein spannendes Interview über Ashtanga Yoga geführt:

#77 Praxisreihe: Tantrische Bindu-Meditation – mit Sandra von Zabiensky

Cover Yogaworld Podcast Sandra von Zabiensky

Tanz der Energien – nähre und balanciere dein weißes und rotes Bindu

Im klassischen Tantra geht es unter anderem darum, sich mittels Meditationen, Visualisierungen, Ritualen und energetischen Übungen als Ausdruck und Teil von etwas Ganzem zu begreifen. Der tantrische Energiekörper ist ein Netzwerk von psycho-physischen Zentren, die durch Energiebahnen (Nadis) verbunden sind, damit die verschiedenen Energien und Winde (Vayus) durch den Körper fließen können.

Die drei Hauptbindus – das weiße, blaue und rote Bindu – sind solche Energiezentren in unserem Körper und liegen entlang des zentralen Kanals (Sushumna Nadi). Das weiße Bindu in der Mitte des Kopfes steht für reines und klares Bewusstsein. Das blaue Bindu liegt in unserem energetischen Herzraum und steht für die eigene wahre Essenz. Das rote Bindu im Becken wird mit Individualität, unserem physischen Embodiment sowie mit Erdenergie und Sinnlichkeit assoziiert.

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ leitet dich Tantrika, Yogalehrerin und Autorin Sandra von Zabiensky durch eine Visualisierung und Aktivierung des weißen und roten Bindus. Anschließend wird die Energie zwischen den beiden Zentren zirkuliert. So werden diese genährt und balanciert.

Sandra praktiziert seit vielen Jahren klassisches Tantra. Es ist ihre absolute Leidenschaft und die Basis, nach der sie ihr Leben ausrichtet. Die Meditation kommt aus der Trika-Linie und Sandra hat sie von ihrem Lehrer Dr. Christopher „Hareesh“ Wallis gelernt.

Wir wünschen dir viel Freude bei der Praxis!

Sally Kempton über die Zuflucht im inneren Ort des Friedens

Auch wenn das gesamte Leben gerade Kopf zu stehen scheint: Tief im Inneren kann man sich eine Zuflucht schaffen, Kraft schöpfen und neue Inspiration finden. Dies kann eine kleine Stütze sein, um gut durch diese schwierigen Zeiten zu kommen – und vielleicht sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Text: Sally Kempton / Titelbild: Amy Treasure via Unsplash

Wenn meine Schüler*innen mir erzählen, sie fühlten sich aus dem Lot geraten oder vom Leben überfordert, dann frage ich oft: „Gibt es einen Platz, an den du dich zurückziehen kannst, einen sicheren Zufluchtsort, wo du wieder ins Reine kommen kannst?“ Manche schauen mich dann ratlos an. Einige brechen in Tränen aus. Andere geben zu, dass ihr gewohntes Rezept darin besteht, den Fernseher einzuschalten, ein paar Gläser Wein zu trinken oder ihre Tränen bei einer Tüte Chips zu trocknen. Ich verstehe das gut: Manchmal kann sogar die Suche nach einer etwas kreativeren Art der Entspannung wie eine zusätzliche Anstrengung erscheinen.

Daran fühlte ich mich erinnert, als ich kürzlich mit Dennis sprach. Der 40-Jährige versucht gerade, eine Beratungsfirma aufzubauen, seine Zukunft in einer kriselnden Wirtschaft macht ihm begreiflicherweise Sorgen. Was ihn dann aber immer wieder erdet und zur Ruhe bringt, sind Samstagnachmittage im Wald. Dann setzt er sich auf einen Baumstamm oder an einen Bach und lässt den Geist ruhig werden. Er schaut zu, wie ein Käfer einen Baum hochkrabbelt, oder er betrachtet die Struktur der Moospolster auf den Felsen. Nach einer Stunde im Wald sind seine Sinne offen für die Energie der ihn umgebenden Natur. Diese Energie, sagt er, hält ihn am Laufen. Dennis hat einen Weg gefunden, sich zurückzuziehen. Für ihn liegt die Zuflucht in der Natur.

Für mich ist es Meditation. Wenn alles beginnt, zu viel zu werden, dann nehme ich das als ein Signal, mich hinzusetzen, die Augen zu schließen und meine Aufmerksamkeit zum Herzen hin sinken zu lassen. Fast immer fühle ich mich danach zentriert und aufgetankt. Manchmal öffne ich sogar meine Augen und stelle fest, dass das, was ich zuvor noch als Problem angesehen habe, gar keins mehr ist. Schon oft hat es genügt, fünf Minuten lang meine Aufmerksamkeit im Herzen ruhen zu lassen, um einen schlechten Tag in einen guten zu verwandeln oder um das Gefühl von Blockade umzukehren in einen kreativen Durchbruch.

Ich bin mir sicher: Jeder Mensch sollte wissen, wie und wohin er sich zurückziehen kann. Ganz egal wie sehr du dein Leben liebst, wie stark oder motiviert du sein magst, manchmal wirst auch du an deine Grenzen stoßen und dich überfordert fühlen. Nicht nur, wenn wie jetzt ein äußeres Ereignis alle Pläne über den Haufen wirft und ringsum für Verunsicherung sorgt. Manchmal genügt schon ein kleiner Streit oder eine einzige anstrengende Woche. Wenn man in solchen Momenten nicht auf eine echte Zuflucht zurückgreifen kann, dann fühlt sich das Leben irgendwann an wie eine endlose Tretmühle. Man verlässt sich auf die immer gleichen, alten Bewältigungsmechanismen, folgt denselben Spurrillen und fragt sich, warum man sich nicht mehr inspiriert oder manchmal sogar nicht mal in der Lage fühlt, mit alltäglichen kleinen Situationen fertig zu werden. Sich dagegen bewusst zurückzuziehen und eine verlässliche Art der Zuflucht zu haben, verschafft Zugang zu neuen Reserven an Kraft, Ausdauer und Inspiration.

Was bedeutet Zuflucht?

Eine Zuflucht bringt einen in Kontakt zu einem friedlichen Ort tief in sich selbst – gerade dann, wenn man sich verloren oder überfordert fühlt, gebeutelt von äußerem Druck oder innerem Konflikt. Sie beruhigt den Geist und vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Vielleicht ist deine Zuflucht mit einem physischen Ort verbunden: Deiner Meditationsecke, einem Baum im Garten oder deiner Badewanne. Ich kenne auch viele Menschen, die Zuflucht finden, indem sie sich einen Ort vorstellen, an dem sie einmal echten Frieden empfunden haben: Meine Freundin Jessica denkt an einen Strand auf Hawaii; Tom besucht in Gedanken einen Hügel am Ort seiner Kindheit; Elisabeth entspannt sich bei der Vorstellung, im Garten ihres indischen Ashrams zu sitzen.

Auch ein anderer Mensch kann Quelle deiner Zuflucht sein – ein*e Freund*in, ein*e Verwandte*r, dein*e Partner*in, jemand, den du immer anrufen kannst, oder ein*e Mentor*in, dessen Rat du intuitiv vertraust. Genauso gut kann der Zugang dazu aber auch in einer gleichförmigen, achtsamen Bewegung liegen, Gehen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen zum Beispiel. Dasselbe gilt für die Asana-Praxis: Das tief geseufzte „Ahhh“, das einem häufig entschlüpft, wenn man in die erste Asana des Tages findet – es ist der Klang eines Menschen, der Zuflucht findet!

Aber ganz egal ob du Zuflucht an einem bestimmten Ort, in einer Person oder in einem inneren Zustand findest: Sie schenkt dir das Gefühl, geborgen zu sein. An einem normalen Tag hilft dir das, mit deinem Inneren verbunden zu bleiben, Frieden zu empfinden oder sich der Tatsache bewusst zu sein, dass es Menschen gibt, die Anteil an deinem Leben nehmen. An einem schlechten Tag oder in Situationen, wo du mit Verlust, Leid oder anderen Krisen zu kämpfen hast, vermag eine solche Zuflucht deine Seele wieder aufzurichten. Das schenkt dir Erholung und die nötige Kraft zu handeln.

Die traditionellen Yogalehren

All diese Zugänge sind möglich. Die traditionellen Yogalehren sagen allerdings auch, dass ein Ort, eine Person oder eine Aktivität nur dann eine echte Zuflucht sein können, wenn sie uns mit etwas verbinden, das größer ist, zeitlos und ewig. Der wichtigste Text dazu ist die Bhagavad Gita. Darin spricht der Gott Krishna in einer verzwickten Lage zu seinem Schüler Arjuna: Dieser soll in einer großen Schlacht um den Erhalt seines Königreiches gegen seine Verwandten und Freunde antreten. Er zweifelt, ob es richtig ist zu kämpfen. Krishna unter- weist ihn daraufhin im Yoga der Handlung. Seine Lehre gipfelt in dem Satz: „Nimm deine Zuflucht allein bei mir“ (18.66). Die Zuflucht zu etwas Höherem soll Arjuna also von der Angst befreien, Unrecht zu tun.

Dieser Dialog wird oft so interpretiert, dass er für die Auseinandersetzung zwischen individuellem Selbst und höherem Selbst steht. Krishna verkörpert hier die höhere innere Weisheit, eine schöpferische Kraft, die der gesamten Realität zugrunde liegt. An einer anderen Stelle der Bhagavad Gita sagt Krishna nämlich auch: „Ich bin das Selbst, das im Herzen aller Geschöpfe wohnt“ (10.20). Darin liegt eine der tiefsten Weisheiten des Yoga: die Lehre nämlich, dass man sich über jenen subtilen Kern, den man oft als Herz bezeichnet, mit seinem wahren Selbst verbinden kann, mit jenem Teil also, der nicht verwirrt wird und sich nicht fragt, worum es im Leben eigentlich geht. Dieser Kern ist es, den Krishna meint, wenn er sagt: „Nimm deine Zuflucht bei mir“. Hier liegt die Quelle jeder echten Zuflucht.

Diese besondere Energie, den subtilen Kern, das höhere Selbst oder die Weltseele möchte ich ab jetzt ganz allgemein „Präsenz“ nennen. Der indische Mystiker und Poet Kabir spricht von dieser Präsenz als dem „Atem im Inneren des Atems“. Damit zeigt er: Es liegt viel näher, als man denkt. Wenn man gelernt hat, sich mit dieser Kraft zu verbinden, hat man eine Zuflucht, die einem jederzeit offen steht, selbst inmitten einer gesellschaftlichen Krise oder bei einem Streit mit dem Partner oder der Partnerin. Eine einfache Methode, um sich unmittelbar mit der Präsenz zu verbinden, besteht darin, sich auf den Raum in und um den eigenen Körper zu konzentrieren. Man atmet ein und aus und spürt dabei, wie man mit jeder Einatmung den umgebenden Raum in sich aufnimmt, und wie man ihn mit jeder Ausatmung wieder loslässt – und zwar nicht nur durch die Nase, sondern durch jede Pore und jede Zelle. Mit der Zeit beginnt man, eine subtile Energie wahrzunehmen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Körpers vorhanden ist. Das ist die Präsenz, von der ich hier spreche – sie ist einem zu jedem Zeitpunkt nahe.

Pforte zu innerem Frieden

Sobald man erkannt hat, wie es sich anfühlt, in der Präsenz zu sein, wird man feststellen, dass dieses Gefühl einen wichtigen Anteil an allen persönlichen Erlebnissen von Frieden und Sicherheit hat: Wenn du dich zum Beispiel an Momente erinnerst, an denen du Zuflucht in deiner Yogapraxis erlebt hast, dann waren das vermutlich immer Situationen, in denen es dir gelungen ist, dich mit jener lebendigen Energie in Körper und Atem zu verbinden, die ich Präsenz nenne. Vielleicht wird dir auch klar, dass das tröstliche Gefühl, das du in Gesellschaft bestimmter Freunde empfindest, oder immer dann, wenn der geliebte Mensch dir die Tür öffnet, nicht allein der Effekt neurochemischer Vorgänge ist. Vielmehr kommt es daher, dass man mit der lebendigen Energie der Präsenz verbunden ist, die durch einen selbst genauso strömt wie durch das Gegenüber.

Eine andere Art, Zuflucht in der bedingungslosen Präsenz zu erleben, liegt in der Natur. Der große Öko-Philosoph Thomas Berry schreibt, dass „Berge und Flüsse und alle lebendigen Wesen, Himmel, Sonne, Mond und Wolken eine erhaltende, heilende und heilige Präsenz für Menschen darstellen – etwas, das sie ebenso für ihre psychische Integrität benötigen wie für ihre physische Ernährung.“ Auch wenn die kraftvollsten Erfahrungen häufig in einer eher wilden Natur stattfinden, kann man sie doch auch im eigenen Garten erleben, in einem Stadtwald oder kleinen Park. Als ich noch in New York lebte, habe ich mich häufig dabei ertappt, wie ich in stressigen Momenten unwillkürlich aus dem Fenster zu dem Götterbaum sah, der auf einem kleinen, nicht asphaltierten Flecken Erde am Straßenrand wuchs. Ich begriff damals nicht, warum mich der Anblick dieses kleinen Baumes so beruhigte. Heute weiß ich, dass er mir in dieser extrem urbanen Umgebung einen Zugang eröffnete zu der „heilenden und heiligen Präsenz“, von der Berry spricht.

Praxis-Tipp: Übungen für Weisheit und inneren Frieden

  1. Nimm dir 15 Minuten Zeit und setze dich ruhig hin. Atme in den Bauch und erlaube dem Atem, allmählich immer tiefer zu werden. Bei jeder Ausatmung stelle dir vor, dass du Spannungen in Körper und Geist loslässt. Danach visualisiere dich selbst an einem schönen Platz, einem Ort, an dem du dich sicher und geborgen fühlst: am Meer, in einem Garten, im Wald, an einem besonderen Platz aus deiner Kindheit oder an einer heiligen Stätte, einem Tempel, einer Kirche oder einem Ashram.
  2. Stelle dir vor, dass dir gegenüber ein weises, liebevolles Wesen sitzt. Wenn du magst, kannst du dir dieses Wesen als einen der großen Lehrer*innen vorstellen: zum Beispiel Buddha, Christus oder ein schamanisches Kraftttier. Genauso gut kannst du dir auch einen deiner Vorfahren vorstellen – oder es hat überhaupt keine äußere Form.
  3. Erkenne an, dass dieses Wesen von dem tiefen Wunsch erfüllt ist, dich glücklich zu sehen, und dass es Weisheit und Liebe verkörpert. Konzentriere dich auf den Gedanken: „Ich nehme Zuflucht bei dir.“ Beobachte, welche Gefühle dieses bewusste Zufluchtnehmen in dir auslöst. Wenn du eine Frage oder ein Problem hast, dann trage es deinem inneren Führer vor und bitten um Weisheit. Zum Ende der Meditation stelle dir vor, die Energie dieses Geistwesens in dein eigenes Herz zu ziehen. Spüre die Liebe und Weisheit, die auf diese Art zu dir kommt.

Praxis-Tipp: Sich selbst Natur schenken

Laut traditioneller Yogalehre ist jeder Teil der Natur von Bewusstsein durchtränkt. Der Schlüssel, um Zuflucht in der Natur zu finden, liegt darin, sich für diese Energie zu öffnen. Wenn du das nächste Mal durch den Wald wanderst oder auch nur durch deinen Garten gehst, dann bleib stehen und atme ein paar Mal tief ein und aus. Dann richtest du den Fokus auf dein Herz. Stelle dir vor, dass eine gütige Kraft dich durch die Augen der Bäume und Pflanzen, ja selbst durch die der Erde betrachtet. Anstatt sich also selbst als den Betrachter zu erleben, der die Bäume und den Himmel ansieht, verschiebt sich deine Perspektive: Himmel und Bäume sehen dich an. Schon bald wirst du beginnen, eine spürbare Präsenz in der Natur wahrzunehmen und erkennen, dass diese Präsenz deinem Wesen nach gütig ist. Schon ein kleiner Moment, in dem du diese Kraft in der Natur spürst, kann dir ein Gefühl der Zuflucht schenken. Du erkennst, wie sehr die Welt um dich herum von natürlicher Liebe erfüllt ist.

Praxis-Tipp: Helligkeit nach Hause einladen

Eine andere Art, sich eine Zuflucht zu eröffnen, besteht darin, zu Hause einen Altar herzurichten. Das muss überhaupt nichts Besonderes sein. Es genügt völlig, einen kleinen Beistelltisch oder eine Kiste mit einem Tuch zu bedecken. Darauf stellst du frische Blumen oder eine Topfpflanze, die eine Verbindung zur Natur und ihrer heilenden Schönheit schaffen. Dazu kommt eine Kerze, die das Licht des Bewusstseins symbolisiert, das auch im Herzen deines Selbst wohnt. Zudem kannst du Gegenstände auf den Altar legen, die eine Bedeutung für dich haben: einen Kristall, eine Feder, das Bild einer Gottheit oder einer Person, die Heiligkeit für dich verkörpert, vielleicht auch das Bild einer besonderen Landschaft. Nimm dir vor, jeden Tag mindestens einmal hierher zu kommen. Dann zünde die Kerze an, übe Yoga, meditiere oder schreibe in dein Tagebuch. Alles, was du vor deinem Altar tust, sollte für dich einen Aspekt der Heiligkeit haben. Mit der Zeit wirst du die Präsenz vor deinem Altar immer deutlicher spüren. Du kannst auch ein Problem hierher bringen, eine Weile damit sitzen und eine Weisheit empfangen, die aus dem Inneren aufsteigt. Sogar in einem aufgewühlten Zustand kannst du die beim Altar verdichtete Präsenz subtil beruhigen. Mit anderen Worten: Du hast dir selbst einen Zufluchtsort geschaffen.

Daheim in einer schöneren Welt

Ich empfehle dir, eine der oben beschriebenen Übungen mindestens ein-, zweimal pro Woche zu praktizieren und sie an deine eigene Erfahrung und dein persönliches Verständnis von Präsenz anzupassen. Wenn dir das vertraut geworden ist, nimm dir vor, dich mehrmals am Tag auf diese Kraft einzustimmen. Das kann zum Beispiel in Form eines einfachen Gebets geschehen, in dem du darum bittest, unterstützt zu werden – in deiner Asana-Praxis, bei der Meditation oder auch einfach bei der Arbeit. Beobachte, wie du dich durch die Angewohnheit, Zuflucht bei der Präsenz zu nehmen, mit der Zeit geerdeter und mehr im Frieden mit der Welt fühlst. Vielleicht wirst du feststellen, dass du nach und nach auch für andere immer mehr eine Zuflucht wirst – nicht indem du Ratschläge erteilst, sondern indem du selbst die Präsenz ein Stück weit verkörperst und dadurch Trost, Beistand und das Gefühl vermittelst, trotz aller Widrigkeiten in einer schönen Welt zu Hause zu sein.


SALLY KEMPTON unterrichtete Meditation und Yogaphilosophie und war Autorin zahlreicher, zum Teil auch auf Deutsch erschienener Bücher, unter anderem: „Meditation. Das Tor zum Herzen öffnen“ (Kailash Verlag, 15 Euro).


In unserem YOGAWORLD JOURNAL 06/2023 dreht sich ebenso alles rund um das Thema innerer und äußerer Frieden und wie wir mit herausfordernden Zeiten umgehen können. Hol‘ dir das Heft hier im Online-Shop:

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-90-06-23-print-ausgabe/

Oder lausche unserer Redaktionssitzung zum Thema Frieden im YogaWorld Podcast. Hier tauchen wir tief in verwandte Themen ein und erzählen unter anderem, wie wir selbst inneren Frieden kultivieren:

Mediterrane Haferkorntarte

Alle kennen Haferflocken. Doch Haferkörner? Die sind beinahe in Vergessenheit geraten. Dass sich das ändern sollte, weiß der Diabetologe und Bestsellerautor Dr. med. Winfried Keuthage. In seinem „Das große Haferkorn-Kochbuch“ stellt er 60 innovative Rezepte vor, in denen dieses leckere und gesundheitsfördernde Wunderkorn die Hauptrolle spielt. Wir stellen euch heute daraus eine mediterrane Haferkorntarte mit dem heimischen Superfood vor.

Was den Hafer so gesund macht, liegt im Wesentlichen an seinem hohen Gehalt an Beta-Glucanen, was bereits durch zahlreiche Studien belegt wurde. Vielseitig in der Küche einsetzbar, hilfreich beim Abnehmen, mit blutzuckerregulierender, cholesterinsenkender und darmstärkender Wirkung, verwandeln Haferkörner jede Mahlzeit in ein gesundes Genussgericht.

Rezept für die mediterrane Haferkorntarte

Diese Tarte ist ein Augen- und Gaumenschmaus und zaubert mediterranes Flair auf den Teller. Hafer versteckt sich in Form von Mehl bereits im Teig, dank der Haferkörner hat der Belag einen tollen Biss.

© GU/JUNI Fotografen

Zutaten

Für 1 Tarte; 6 Stücke à 190 g

Zubereitungszeit: 35 Min. | Backzeit: 50 Min.

Für den Teig:

  • 250 g Hafermehl
  • 1 Ei
  • 20 ml Olivenöl
  • Salz

Für den Belag:

  • 2 Stiele Oregano
  • 4 Stiele Thymian
  • 3 Eier
  • 150 g Frischkäse (halbfett)
  • 50 g Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • 80 g getrocknete Tomaten
  • 150 g Kirschtomaten
  • 120 g Feta
  • 150 g vorgegarte Haferkörner
  • 250 g Babyspinat
  • 40 g Pinienkerne

Außerdem:

1 Tarteform (26 cm Ø) oder 1 Springform (26 cm Ø)
Pflanzenöl für die Form

Step by step zur Haferkorntarte

1. Backofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

2. Hafermehl mit Ei, Olivenöl, 1/2 TL Salz und 70 ml Wasser zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Min. in den Kühlschrank legen.

3. Kräuter waschen, trocken tupfen, die Blättchen abzupfen und fein hacken. In einer Schüssel die Eier mit Frischkäse und Milch verquirlen. Kräuter, ½ TL Salz, etwas Pfeffer und Muskat unterrühren.

4. Getrocknete Tomaten mit heißem Wasser übergießen und kurz einweichen lassen. Kirschtomaten waschen und halbieren. Feta fein würfeln. Getrocknete Tomaten leicht ausdrücken und grob schneiden.

5. Den Teig aus der Frischhaltefolie nehmen und zwischen zwei Bögen Backpapier ausrollen. Die Form mit etwas Pflanzenöl einfetten. Teig in die Form legen und gut andrücken. Haferkörner, Babyspinat, getrocknete Tomaten und Kirschtomaten darauf verteilen. Die Eier-Milch-Mischung darüber gießen. Tarte mit Feta und Pinienkernen bestreuen und etwa 50 Min. backen.

Nährwerte pro Stück:

464 kcal | 21 g F (7,0 g GFS) | 41 g KH | 5 g Z | 6 g BST | 21 g E | 2,4 g Hafer-Beta-Glucan


Über den Autor Dr. Winfried Keuthage

Dr. med. Winfried Keuthage
Dr. med. Winfried Keuthage. Foto: © Ines Heider

Dr. med. Winfried Keuthage ist Ernährungsmediziner und Diabetologe. In seiner zertifizierten Schwerpunktpraxis für Diabetes und Ernährungsmedizin in Münster/Westfalen behandelt er täglich Menschen mit Diabetes und Übergewicht, denen er eine gesunde, vollwertige Ernährung in Kombination mit regelmäßigen Hafertagen bzw. Haferkorntagen empfiehlt.

Cover "Das große Haferkorn Kochbuch"
© GU/JUNI Fotografen

In seinem neuen Buch „Das große Haferkorn-Kochbuch“ (GU Verlag) geht Dr. med. Keuthage ausführlich auf die im Haferkorn enthaltenen Nährstoffe ein, erklärt das Prinzip der Hafer(korn)tage für Diabetiker*innen und geht auch auf weitere unterschätzte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel und Hirse ein. Das Herzstück des Buches bilden 60 alltagstaugliche, preiswerte und innovative Rezepte für Hauptgerichte, Beilagen und Desserts, von herzhaft bis süß: Ob Haferkornbowl, Haferkornrisotto mit Gorgonzola, Birne und Walnüssen oder Rüblitorte mit Haferkorn.