Die Redaktion testet: Atmen mit dem Moonbird

Die Atmung ist unser mächtigstes Instrument, um Stress und Ängste abzubauen. Einfache, kurze Atemübungen wirken wie ein Reset-Knopf für unser Nervensystem. Sie sind seit Jahrhunderten als wirksames Selbsthilfeinstrument bekannt und die Wissenschaft hinter der Atemarbeit ist enorm. Nun wurde in Belgien ein neues Gerät entwickelt, das dich durch reines Fühlen mit der Hand durch deine Atempraxis führt der Moonbird. Ich durfte in den letzten Wochen diesen kleinen Helfer testen und war wirklich überrascht. //anzeige

Ich praktiziere jetzt schon seit über zehn Jahren Yoga, doch ein wichtiger Baustein dieser Lebensphilosophie wurde von mir immer recht stiefmütterlich behandelt: Pranayama, die Atemübungen. Ich weiß, dass eine regelmäßige Atempraxis essentiell zu meinem Wohlbefinden beitragen würde, da ich eine Geschichte mit allergischem Asthma habe. Aus fast jeder Yogalehrerfortbildung ging ich mit dem Vorsatz nach Hause, nun endlich mit einer regelmäßigen, am besten täglichen, Pranayama-Praxis loszulegen. Und dann habe ich es doch nicht durchgezogen.

Seit ich mit dem Moonbird arbeite, hat sich das aber geändert. Ich bin nun seit mehreren Wochen täglich dabei, aktiv mit meiner Atmung zu arbeiten und es macht wirklich Spaß. Lass mich dir ein bisschen von meiner persönlichen Reise mit dem Moonbird erzählen.

Moonbird
Den Moonbird gibt es in mehreren schönen Farben. Foto: Christine Smeyers.

Das erste Mal

Als ich gehört habe, dass ich den Moonbird testen darf, war ich gleichzeitig neugierig, aber auch ein bisschen skeptisch. Brauche ich wirklich noch ein weiteres Gerät? Das schöne am Atem ist doch eigentlich, dass man ihn immer bei sich hat und nichts weiter für die Praxis benötigt. Am Ende haben Neugier und Interesse aber gesiegt und nachdem die ersten Schmunzler bezüglich der Optik des Geräts – kommt mir das nicht aus einem eher anderem Zusammenhang bekommt vor? – abgeklungen waren, legte ich los.

Der Start hätte nicht einfacher ablaufen können. Ich musste lediglich meinen Moonbird schütteln, meinen Daumen auf den Sensor legen, und schon startet die allererste Übung automatisch. Wenn der Moonbird sich ausdehnt, atmet man ein, wenn er sich wieder zusammenzieht, atmet man aus. Das Ganze sechs Minuten lang. Auch wenn es noch völlig ungewohnt war, ist es mir leicht gefallen, meinen Atem den Bewegungen des Moonbirds anzupassen. Es ist faszinierend, wie schnell man durch das reine Fühlen des Moonbirds zu einer intensiveren Körperwahrnehmung finden kann. Und das alles ohne im Kopf mitzählen zu müssen. Achtsamkeit, I’m all in!

Ich will gleich weiter atmen

Okay, ich bin echt angetan. Ich habe mir die Moonbird-App auf dem Handy installiert, meinen Moonbird mit der App verbunden und es mir im Schlafzimmer gemütlich gemacht. Siehe da, meine erste Übung erscheint sogar schon in den Statistiken – samt Pulsmessung, HRV (HFV/Herzfrequenzvariabilität) und Herzkohärenzdiagramm. Man findet sich in der App so gut und intuitiv zurecht, dass ich sofort den Überblick habe. Man hat die Wahl, entweder eine einzelne Atemübung zu machen oder sich durch einem Atemguide führen zu lassen.

Moonbird Bett
Auch ich mache meine Atempraxis mit dem Moonbird am liebsten im Bett liegend. Foto: Christine Smeyers.

Bei den Atemübungen gibt es die folgenden Auswahlmöglichkeiten:

  • “Eine Atempause” bzw. Sama Vritti – je 5 Sekunden Ein- und Ausatmung
  • “Einschlafen” – 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen (wie hier)
  • “Box Breathing” – je 4 Sekunden einatmen, halten, ausatmen, halten
  • “Angstzustände abbauen” – 3,5 Sekunden einatmen, 4,5 Sekunden ausatmen
  • die Möglichkeit, deinen Rhythmus manuell einzustellen
  • “Dein persönlicher Rhythmus” – ein durch eine HRV-Aufnahme des Moonbirds ermittelter Atemrhythmus, der perfekt auf dich abgestimmt ist

Im Atemguide (unter “Anleitung”) wird man mit Audios durch bestimmte Themen geführt. Diese Themen gibt es zur Auswahl:

  • Grundlagen der Atmung
  • HRV, Kohärenz und dein Atemrhythmus
  • Besiege Schlaflosigkeit mit Atmung
  • Langsames Atmen zum Stressabbau
  • Baue deine Angstzustände ab

Die Sache mit der HRV und deren Zusammenhang mit dem persönlichen Atemrhythmus finde ich besonders spannend. Deswegen befasse ich mich zuallererst mit diesem Thema und lasse den Moonbird in einer zehnminütigen Sitzung meine individuelle Atemfrequenz bestimmen. Für mich werden 5,5 Atemzüge pro Minute ermittelt: 3 Sek. ein – 1,9 Sek. halten – 4,8 Sek. aus – 1,3 Sek. halten. Das fühlt sich wirklich angenehm an und ich habe mit dieser Frequenz nicht das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen.

Die Sache mit der Angst

Das hat sich, seitdem ich mit dem Moonbird atme, insgesamt verbessert. Gerade bei den ersten Versuchen und da mein Körper, sind wir mal ehrlich, keine Atemübungen gewohnt ist, hatte ich manchmal das Gefühl, nicht genug Luft zu kriegen. So musste ich immer wieder ein paar tiefe Atmer zwischenschieben, um dieses beklemmende Gefühl für mich auszugleichen. Das ist auch der Grund, weshalb ich früher nie drangeblieben bin an den Atemübungen: Sie haben sich selten gut angefühlt. Teilweise haben sie sogar Ängste ausgelöst, anstatt sie zu beseitigen. Doch diesmal war das Commitment von meiner Seite da, weiterzumachen. Das habe ich auch der Dame mit der freundlichen Stimme aus dem Audioguide zu verdanken. Denn sie hat mir erklärt, dass solche Gefühle okay sind und ich mich nicht verunsichern lassen soll. So hat sie mir im Laufe der Zeit die Angst genommen.

Moonbird hand
Der Moonbird ist ganz weich und liegt schön in der Hand. Foto: Christine Smeyers.

Ein weiterer Tipp, den ich im Audioguide bekommen habe, ist, sich auch nicht zu sehr von den Herz-Diagrammen aus der Ruhe bringen zu lassen. Wenn die Herzfrequenz mal keine perfekte Sinuskurve darstellt oder die Herzfrequenzvariabilität mal besonders niedrig ist, ist das auch kein Weltuntergang. Und ja, es war vielleicht von mir etwas übertrieben, nach den ersten paar Sitzungen panisch zu meinem Freund zu rennen und zu behaupten: “Oh nein! Ich glaube, ich habe einen Herzfehler!” – leichte Züge der Hypochondrie lassen grüßen.

So sieht jetzt meine tägliche Praxis aus

Ab dem zweiten Tag fing ich an, mich durch das Audio-Kapitel “Grundlagen der Atmung” zu arbeiten, beziehungsweise zu atmen. Der Atemrhythmus beträgt dabei immer 6 Atemzüge pro Minute, also 5 Sekunden ein und 5 Sekunden aus – ohne Atempausen. Viele Inhalte dieses Guides sind mir schon bekannt, aber es ist schön, nochmal das Wichtigste zur Atmung und dem Nervensystem zu wiederholen. Für Einsteiger sind die Infos auf jedem Fall top zusammengefasst. Jede Episode ist wie eine Meditation aufgebaut, was das Atmen mit dem Moonbird absolut rund macht. Atmen, entspannen, etwas lernen – alles in Einem.

Erst wenn man die erste Episode gehört hat, wird die zweite freigeschaltet und so weiter. Laut der Anleitung des Moonbirds kann man die Episoden zwar “bingen”, es wird aber empfohlen, nur eine Folge pro Woche anzuhören, damit man Zeit hat, die Veränderungen Stück für Stück im Leben zu integrieren. In meinem Fall habe ich versucht, einen Mittelweg zu finden. Ich höre mir jeden Tag 1-2 Episoden im Audioguide an und mache im Anschluss eine Atemübung mit meiner individuellen Atemfrequenz. Es wird empfohlen, diese immer wieder neu anpassen zu lassen, da sie sich mit voranschreitender Übung verändern kann. Jede Woche mache ich eine neue Aufzeichnung, bisher ist es aber bei 5,5 Atemzügen pro Minute geblieben.

Das ist auch schon echt eine gute Frequenz. Die App empfiehlt und arbeitet meist mit 6 Atemzügen pro Minute. Der durchschnittliche gesunde Erwachsene atmet normalerweise zwischen 12 und 18 mal pro Minute. 6 Atemzüge stellen also schon eine immense Verlangsamung der Atmung dar und je langsamer, desto mehr freut sich das parasympathische Nervensystem.

Mehr über die Funktion unseres Nervensystems und den berühmten Vagus-Nerv findest du in diesem Artikel.

Die Standardübung für Zwischendurch

Was ich besonders toll finde: Man braucht nicht unbedingt das Smartphone und den Audioguide, um den Moonbird zu benutzen. Man kann nämlich eine Standardübung festlegen, die automatisch abgerufen wird, sobald man den Moonbird schüttelt. Du kannst so auch einfach in deinem (Arbeits-)Alltag ein paar Minuten damit verbringen, tief durchzuatmen. Immer wenn du mal eine kleine Verschnaufpause brauchst oder wenn du mal in all dem Trubel, Stress und den täglichen Anforderungen den Pause-Knopf drücken möchtest. Ich verspreche dir aus eigener Erfahrung: Danach geht alles gleich leichter von der Hand.

Moonbird im Arbeitsalltag
Der Moonbird – auch im Arbeitsalltag ein zuverlässiger Helfer. Foto: Christine Smeyers.

Mein Fazit zum Moonbird

Meine Reise mit dem Moonbird ist noch lange nicht vorbei. Ich bin so dankbar, dass dieser kleine Helfer in mein Leben geflattert ist und ich möchte ihn nicht mehr missen. Ich bin noch nie so lange am Stück an meinen Atemübungen drangeblieben und es macht mir jeden Tag aufs Neue Spaß, mich mit meinem Atem zu befassen. Langsam freunde ich mich immer mehr mit meinem Atem an. Es fällt mir leichter, tief in den Bauch zu atmen als vorher und ich kann anhand der Herzkohärenzdiagramme und des Biofeedbacks auch wirklich sehen, was diese tiefe langsame Atmung für einen Unterschied macht. Ich teste den Moonbird wie gesagt erst seit ein paar Wochen, aber ich bin schon richtig gespannt, welche Langzeiteffekte ich noch beobachten werde.


Mehr Info zum Moonbird auf www.moonbird.life und auf Instagram unter @moonbird.life.

Titelbild: Christine Smeyers.


Kennst du schon unsere Podcast-Folge zum Thema Pranayama? Reinhören lohnt sich!

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