Essen gegen die Angst – wie die Psyche mit der Ernährung verbunden ist

Magnesium

Das ist nachvollziehbar: Magnesium wird in nahezu jeder Körperzelle benötigt. Das Mineral hilft nicht nur dabei, Nahrung in Energie umzuwandeln, Muskeln anzuspannen und wieder loszulassen, und das Nervensystem zu regulieren, es ist eben auch bedeutsam bei der Produktion von Dopamin und trägt so dazu bei, dass wir uns entspannter und zufriedener fühlen. Dennoch kann man in weiten Teilen der Bevölkerung westlicher Länder einen Magnesiummangel feststellen. Der tägliche Bedarf von Erwachsenen liegt je nach Geschlecht und Alter zwischen 300 und 400 Milligramm. Zur Orientierung: Eine Banane enthält etwa 30 Milligramm, eine Tasse Kichererbsen etwa 80. Auch Bohnen, Saaten, Nüsse, Soja, wilder Reis, Kakao, Linsen, Lachs, Avocados und Spinat sind gute Magnesiumquellen.

Omega-3-Fettsäure

Omega-3-Fettsäure hat ebenfalls eine weitreichende gesundheitliche Bedeutung, die von Haut- und Augengesundheit bis zur Hirnfunktion reicht und insbesondere auch bei Ängsten und Depressionen eine wichtige Rolle spielt. Man kann sie sich ein bisschen so vorstellen wie ein gutes Motoröl: Ist zu wenig davon im Getriebe, läuft das Auto nicht mehr rund und nicht selten kommt es zu dramatischen Schäden. Zu finden ist Omega-3-Fettsäure vor allem in Walnüssen, hochwertigen pflanzlichen Ölen, bestimmten Fischen und Fleisch.

Antioxidantien

Von Antioxidantien ist häufig die Rede – aber die wenigsten wissen, warum sie eigentlich wichtig sind. Oxidation ist ein chemischer Prozess, der ständig und überall in der Natur stattfindet. Auch im menschlichen Körper ist sie in gewissem Maß gesund und sogar lebensnotwendig. Wichtig ist aber das richtige Gleichgewicht: Wird ein kritisches Maß an Oxidation nämlich überschritten, dann büßt der Körper unter anderem seine Fähigkeiten bei der Abwehr von Krankheitserregern ein. Hier liegt die Bedeutung von Antioxidantien: Sie kehren diesen Prozess um und stabilisieren die freien Radikalen. Das sind hochreaktive Sauerstoffmoleküle, die beim Stoffwechsel entstehen und die Oxidation antreiben. Forscher der Universität New York fanden einen direkten Zusammenhang zwischen niedrigen Werten an Antioxidantien und einem erhöhten Maß an Ängsten. Daraus folgt die Empfehlung, im Fall von Angststörungen ganz besonders auf eine ausreichende Zufuhr an antioxidativen Stoffen zu achten. Insbesondere die Vitamin A, C und E schützen vor aus dem Ruder laufenden Oxidationsprozessen und helfen damit auch der Psyche. In der Natur sind Antioxidantien vor allem da zu finden, wo Gallussäure vorkommt: in hochwertigem nativen Olivenöl, aber auch in Beeren, Hülsenfrüchten und dunklen Blattgemüsen.

Ein paar Smoothies trinken und über Nacht von Zuversicht und Selbstvertrauen strotzen? So einfach ist es natürlich nicht! Wir sind nicht nur, was wir essen. Aber eben auch. Eine bewusste – und im Fall von psychischen Problemen auch eine gezielte – Ernährung kann helfen, ungute Muster zu überwinden und biologische Kettenreaktionen zu durchbrechen, um endlich zu heilen. Damit wir nicht länger Angst, Stress und Frust mit vermeintlichem Trostfutter herunterschlucken, sondern beginnen, mit jedem Bissen den Körper zu nähren und die Seele zu erleichtern.


LIANA WERNER-GRAY hat ihren Blog The Earth Diet längst auf professionelle Füße gestellt: Sie ist heute eine zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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