Filme und Dokus, die Yogi*nis lieben

Der wilde Wald

Warum fällt es uns so schwer, Natur nicht zu gestalten oder gar auszubeuten, sondern staunend in die Beobachtung zu schlüpfen? Was bedeutet es heute, im umfassenden Sinn „wild“ zu sein, und wie wirkt das auf unser (Über)leben? „Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie des Nationalparks Bayerischer Wald. Trotz eines massiven Widerstands ist diese Vision zu einem bahnbrechenden Vorzeigeprojekt geworden. Der atmosphärisch dichte Naturfilm porträtiert das als sinnliche, inspirierende Reise durch das Ökosystem Wald. Lisa Eder: Der wilde Wald (Mindjazz Pictures, auf DVD und VoD. Mehr Infos zum Film gibt’s hier https://mindjazz-pictures.de/filme/der-wilde-wald/


Die Kunst der Stille

Zwei Hände bewegen sich weich und wellenförmig wie durch Wasser. Dazu ein Gesicht, das Bände spricht, und eine Off-Stimme: „Du kannst der Wind sein, eine Blume, ein Baum. Du kannst Gott sein.“ Alles in einem sein: Das spüren wir im Yoga in Hund, Kuhgesicht, Pflug und Sphinx. Aber auch die Kunst der Pantomime ist eine Verkörperung ohne Worte. Ihr berühmtester Vertreter war Marcel Marceau alias „Bip“. Ein Clown mit tragischem Hintergrund: Sein jüdischer Vater wurde in Auschwitz umgebracht. Marceau schloss sich der Résistance an und brachte jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Mit Gesten und Mimik lehrte er sie, in Gefahrensituationen nicht zu sprechen. Die Stille half zu überleben, später wurde daraus eine einzigartige Kunst. In seinem berührenden Porträt vereint der Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle Drux exklusives Archivmaterial mit einem sehr persönlichen Blick auf die „Kunst der Stille“. Sein Vater ist ebenfalls Pantomime und seit Geburt gehörlos. Ein poetischer Film, der eindrucksvoll die Worte von Rob Mermin, einem Schüler Marceaus, untermalt: „Es geht um Verbindung mit dem Wesen aller Dinge.“ Filmstart: 5. Mai 2022. Mehr zum Film und Kinotermine gibt’s hier www.wfilm.de/die-kunst-der-stille/


Glück auf einer Skala von 1 bis 10

Sich gemäß Plato während des Lebens im Sterben zu üben, ist das Tagesgeschäft des Bestattungsunternehmers Louis (Bernard Campan). Als er versehentlich den behinderten Fahrradkurier Igor (gespielt vom Philosophen Alexandre Jollien) anfährt, entsteht eine ziemlich ungleiche Freundschaft. Gemeinsam machen sich der Workaholic und der Lebenskünstler auf, eine Leiche von einem Ende Frankreichs zum anderen zu liefern. Es entfaltet sich ein humorvoll-berührendes Roadmovie, das die entscheidenden Fragen zum Thema „Glück“ stellt und vor allem das Leben an sich feiert. Dabei verkörpern die zwei „verbeulten Menschen, die versuchen weiterzumachen“ (Jollien) philosophische Strömungen vom Zen-Buddhismus über Nietzsche bis Spinoza – als „Therapie der Seele“, die laut Jollien helfe, „nicht zu leiden, sondern sich an Reise und Entfernungen zu erfreuen.“ Denn: „Wir wissen nicht, wohin die Reise geht – aber wir sind mit an Bord.“ Filmstart: 2. Juni 2022. Mehr zum Film und Kinotermine gibt`s hier: www.x-verleih.de/filme


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