Komm zur Ruhe – Yogapraxis für turbulente Tage

Weltyogatag Yogapraxis

Innehalten, runterkommen, loslassen, durchatmen – Doch wie schaltet man so auf die Schnelle ab? Hier eine Übungssequenz als kleine Home Practice, mit der man in kürzester Zeit zu mehr innerer Ruhe findet. Hier schaffst du Länge sowohl in den Körperseiten als auch im Hüftbeuger.

Sequenz: Deborah Burkman / Titelbild: Oluremi Adebayo von Pexels

Lege dir eine Yogamatte, ein Bolster und eine aufgerollte Decke bereit. Du beginnst mit Balasana (Stellung des Kindes), anschließend kommst du in den Vierfüßlerstand und wärmst dich mit mehreren Wiederholungen von Katze - Kuh auf. Sofern nichts anderes angegeben ist, halte während der Sequenz jede Position drei bis fünf Atemzüge lang.

1. Siddhasana – Sitzhaltung der Vollkommenen, Variation

Setze dich mit gekreuzten Beinen, wobei zunächst der rechte Fuß vorne liegt. Dann kippst du den Oberkörper aus den Hüftgelenken heraus nach vorn und wanderst mit den Fingerspitzen Richtung vorderes Mattenende. Dabei sind die Schulterblätter zurückgezogen und das Brustbein streckt sich nach vorn.

2. Siddhasana mit Garudasana – Sitzhaltung der Vollkommenen mit
Adler-Armhaltung

Siddhasana mit Garudasana

Du sitzt weiterhin mit gekreuzten Beinen, wieder liegt zuerst der rechte Fuß vorne. Hebe die Oberarme waagrecht nach vorn und winkele die Unterarme senkrecht nach oben ab. Dann legst du den linken Ellenbogen über den rechten, verschlingst die Unterarme und schiebst die Handflächen gegeneinander.

3. Balasana – Stellung des Kindes

Balasana

Komme aus der Sitzhaltung in den Vierfüßlerstand. Die Knie befinden sich in hüftbreitem Abstand, die großen Zehen zeigen nach hinten und berühren sich. Dann senkst du das Becken auf die Fersen und streckst die Arme lang nach vorn. Die Handflächen berühren den Boden, die Stirn ruht entspannt auf der Matte oder auf dem Bolster.

4. Katze - Kuh

Weltyogatag Yoga Praxis  Katze - Kuh

Kehre zurück in den Vierfüßlerstand. Einatmend streckst du die Wirbelsäule nach vorn, hebst den Kopf und lässt den Bauch sinken. Ausatmend rundest du den Rücken zu einem Katzenbuckel nach oben und lässt den Kopf sinken. Nach fünf bis zehn Wiederholungen richtest du dich in den Kniestand auf.

5. Vasishthasana – seitliche Bretthaltung, Variation

Vasishthasana

Strecke das linke Bein zur Seite aus und stütze die rechte Hand in einer Linie mit Knie und Fuß am Boden auf. Dann streckst du den linken Arm oberhalb des linken Ohres schräg nach oben. Dabei steht der gesamte Körper in seitlicher Ausrichtung, anstatt nach vorn oder hinten zu kippen. Mit einer Einatmung richtest du dich wieder auf.

6. Parighasana – Balkenhaltung

Weltyogatag Yoga Praxis Parighasana

Ausatmend legst du die linke Hand auf den linken Oberschenkel, streckst den rechten Arm am rechten Ohr entlang und beugst den Oberkörper über dem linken Bein zur Seite. Schiebe das rechte Schienbein kraftvoll nach unten und strecke die Wirbelsäule lang nach oben und links. Mit einer Einatmung richtest du dich wieder auf.

7. Adho Mukha Shvanasana – nach unten schauender Hund

Adho Mukha Shvanasana

Kehre zurück in den Vierfüßlerstand. Mit einer Ausatmung hebst du die Sitzknochen nach oben und hinten und streckst den Rücken lang. Versuche dabei, das Gewicht gleichmäßig auf Händen und Füßen zu verteilen. Die Daumenballen sind fest in die Matte gepresst und die Sitzknochen nach hinten gezogen.

8. Eka Pada Rajakapotasana – einbeinige Taube, Variation

Weltyogatag Yoga Praxis Eka Pada Rajakapotasana

Ziehe aus dem Hund das rechte Knie zur rechten Hand und winkele den Unterschenkel etwas nach vorne ab. Dann senkst du das Becken und streckst das linke Bein nach hinten aus. Lege den Oberkörper behutsam über dem angewinkelten Bein ab. Wenn dabei das Becken nicht gerade liegen kann, lege das Bolster unter.

Lies auch: Hilfsmittel im Yoga – Das können Block, Gurt & Co.

9. Adho Mukha Shvanasana – nach unten schauender Hund

Adho Mukha Shvanasana

Aus der Taube stellst du die Zehen des hinteren Fußes auf und kehrst zurück in den nach unten schauenden Hund. Atme in der Haltung langsam und tief. Dabei betonst du die Ausatmung und konzentrierst dich darauf, die Wirbelsäule in die Länge zu strecken.

10. Anjaneyasana – tiefer Ausfallschritt

Weltyogatag Yoga Praxis Anjaneyasana

Schwinge aus dem Hund den rechten Fuß nach vorn zwischen die Hände. Das linke Knie und den linken Fuß legst du am Boden ab. Mit einer Einatmung hebst du Arme und Kopf und streckst dich nach oben. Ausatmend lässt du das Steißbein sinken. Nach einigen Atemzügen wechselst du über den Hund die Seiten.

11. Balasana – Stellung des Kindes

Balasana

Aus dem Hund legst du die Knie in hüftbreitem Abstand am Boden ab, die großen Zehen zeigen nach hinten und berühren sich. Senke das Becken auf die Fersen und strecke die Arme nach vorn. Die Stirn lässt du entspannt am Boden oder auf einem Bolster ruhen.

12. Janu Shirshasana – Kopf-zum-Knie-Haltung

Weltyogatag Yoga Praxis Janu Shirshasana

Setze dich aufrecht mit nach vorne ausgestreckten Beinen. Dann schiebst du den rechten Fuß gegen den linken Oberschenkel. Einatmend richtest du dich auf, ausatmend lässt du den gestreckten Oberkörper über das linke Bein sinken. Dabei bleiben die Schultern waagrecht, die Hände umfassen den Fuß oder einen Gurt.

13. Marichyasana III – Sitzhaltung des Weisen Marichi III

Marichyasana III

Einatmend richtest du dich auf, ausatmend stellst du den rechten Fuß am Gesäß auf. Mit der nächsten Einatmung setzt du die rechte Hand hinter das Becken und hebst den linken Arm. Ausatmend drehst du dich nach rechts und legst den linken Arm über das Bein. Mit jeder weiteren Einatmung streckst du dich, ausatmend vertiefst du die Drehung. Wiederholen Janu Shirshasana und Marichyasana III zur anderen Seite.

14. Pashchimottanasana – Vorwärtsbeuge im Sitzen

Weltyogatag Yoga Praxis Pashchimottanasana

Setze dich erneut aufrecht mit nach vorne ausgestreckten Beinen. Beininnenseiten und Füße berühren sich. Einatmend streckst du den Oberkörper nach vorn und greifst mit den Händen um die Füße oder an einen um sie gelegten Gurt. Ausatmend lässt du den Oberkörper aus den Hüftgelenken heraus lang über die Beine sinken.

15. Setu Bandha Sarvangasana – Schulterbrücke

Setu Bandha Sarvangasana

Aus der Rückenlage mit aufgestellten Beinen hebst du das Becken. Die Knie stehen hüftbreit direkt oberhalb der Füße. Dann ziehst du die Oberarme zueinander hin, verschränkst die Hände und streckst die Arme in Richtung Füße. Der Kopf ruht möglichst entspannt auf dem Hinterkopf, der Nacken bleibt weich.

16. Supta Baddha Konasana – gebundene Winkelhaltung in Rückenlage 

Weltyogatag Yoga Praxis Supta Baddha Konasana

Platziere ein weiches Bolster längs auf der Matte und setze dich mit aneinandergelegten Fußsohlen davor. Lege eine aufgerollte Decke um die Füße und schlage deren Enden unter den Schienbeinen ein. Dann legst du dich eine Weile entspannt zurück. Bei Bedarf stützt du den unteren Rücken, Kopf und Nacken sowie die Knie durch zusätzliche Kissen. Abschließend entspannst du dich einige Minuten lang in Savasana (Totenstellung).


Diese Home Practice stammt von Deborah Burkman und erschien im YOGA JOURNAL 05/2014.

#4 Yogastile: Ashtanga Yoga

Susanne im Gespräch mit Dr. Ronald Steiner


Diese Woche geht’s bei „How to Yoga“ um Ashtanga Yoga. Ashtanga gilt als einer der dynamischeren und härteren Yogastile. Viele der Asanas sind ziemlich akrobatisch und die Reihenfolge ist streng in sogenannten Übungsreihen festgelegt. Beides zusammen wirkt auf manche vielleicht etwas abschreckend. Warum es sich aber definitiv lohnt, Ashtanga eine Chance zu geben, erklärt Sportmediziner Dr. Ronald Steiner. Er erzählt, wie er zum Yoga kam und warum er traditionelles Ashtanga Yoga mit Yogatherapie verbindet. Außerdem verrät er seine persönliche Essenz des Yoga und welche Rolle dabei die Mantras spielen.

Pause machen: Regeneration in der Yogapraxis – von Sascha Peschke

Motivation und Leistungsfähigkeit finden eher früher als später ein Ende, wenn du nicht die Fähigkeit entwickelst, öfter mal zurück zu treten. Um nachwirken zu lassen, den Dingen ihre Zeit zu geben, zu reflektieren, zu überdenken oder einfach, um die Batterien wieder aufzuladen. Sascha Peschke, Yogalehrer und Heilpraktiker, erklärt wie wichtig Erholung, Schlaf und Pausen für uns sind.

Im klassischen Hatha Yoga lernen wir, ein kleines Savasana nach jeder intensiven Asana zu  machen. So erlauben wir die Wirkung und lassen sie nicht verpuffen. In der Schule spüren wir den Wert von Pausen und Themenwechsel für den Geist. Jeder Kraftsportler weiss, dass ein stark beanspruchter Muskel mindestens zwei Tage braucht um zu heilen und zu wachsen, bevor er wieder trainiert wird. Entwicklung und Lernen wird begünstigt von kurzen Einheiten, die durch Pausen getrennt sind.

Pausen sind viel wichtiger als wir denken.

Sascha Peschke

Pausen sind viel wichtiger als man ihnen zugestehen möchte. Sie passen nur allzu häufig nicht mehr in unser Weltbild und unseren durchgeplanten Tag. 

Es gibt Studien die belegen, dass Länder mit vielen gesetzlichen Urlaubstagen übers Jahr produktiver arbeiten als die Länder mit sehr wenigen Urlaubstagen. Neue Studien laufen in Skandinavien, die das selbe für eine 4 Tage Woche zu belegen scheinen. Dabei sind es gar nicht diese großen Pausen, die sich als die effektivsten zeigen, sondern die kleinen Unterbrechungen während des Tages. So gibt es Studien darüber, dass die „Raucherpause“ (eine regelmäßige Pause von ca. 5 Minuten) die Produktivität erhöht und nicht mindert. Fehler werden seltener und Müdigkeit nimmt ab. Noch dazu fördern sie die psychische und physische Gesundheit, was langfristig Erkrankungen und Ausfällen vorbeugt.

Koffein und andere Aufputschmittel können Erschöpfungszustände unterdrücken, die Leistungsfähigkeit nimmt aber trotzdem ab. Du spürst es nur nicht mehr so stark. Den „Preis“ zahlst du beim nächsten Schlaf. Dieser sollte dann deutlich länger und besser sein. In der Realität folgt aber häufig der nächste Kaffee am nächsten Morgen.

Meditative Pausen

Meditative Pausen sind wahre Kraftquellen in einem vollen Tag. Diese dann lieber häufiger als länger. All das sollte aber nicht davon ablenken, dass in unserer heutigen Zeit viele Menschen zu wenig schlafen. Auch im Yoga war das Bild des nicht schlafenden Yogis lange verbreitet. Das ändert sich gerade in den letzten Jahren, da es immer mehr Studien und Einsichten zum Thema Schlaf gibt, die sich mit der Beobachtung der Yoga-Praktizierenden decken.

Wenn du in deinen Pausen oder in deiner Meditation mit Müdigkeit kämpfst ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass du zu wenig schläfst! Wenn du immer einen Wecker brauchst um aufzustehen auch!

Durchschnittlich braucht der Mensch etwa 7,5 Stunden Schlaf. Aber wer ist schon Durchschnitt? In der Jugend brauchst du mehr, im Alter weniger. Wenn du viel Stress hast oder körperlich schwer arbeitest, brauchst du mehr. Da der Körper rhythmisch schläft und eine Schlafphase ca. 90 Minuten ausmacht, wäre das dann rund 9 Stunden. Dabei zählt die Zeit, die du brauchst um einzuschlafen noch nicht einmal mit. Bevor du allerdings die Länge deines Schlafes untersuchst, solltest du die Qualität erhöhen.


Sascha Peschke live auf der YogaWorld Messe

https://yogaworld.de/sascha-peschke-2/
Infos zum Special Workshop mit Sascha Peschke auf der YogaWorld

Wege zu mehr Qualität beim Schlafen

  • Regelmäßigkeit. Versuche immer zur selben Zeit Schlafen zu gehen und aufzustehen. Dann ist dein Körper bereit und du brauchst nicht so lange, um in den Schlaf zu finden und aufzuwachen.
  • Kühle frische Luft hilft deinem Körper bei der Regeneration. 18-19 Grad werden als optimal angesehen.
  • Dunkelheit hilft deinem Körper bei der Melatonion Regulierung und verbessert die Qualität deines Schlafes. Je dunkler, desto besser. Am besten schon vor dem schlafen gehen (keine hellen Bildschirme).
  • Reduziere Koffein und Alkohol in der zweiten Tageshälfte. Koffein ist auch 12 Stunden nach dem Trinken noch in hoher Konzentration im Blut und verhindert erholsamen Schlaf. Alkohol kann helfen dich zu betäuben, aber er vermindert die Qualität des Schlafens.
  • Allgemein solltest du die Stunden vor dem Schlafengehen nichts schweres mehr Essen, auch keine Früchte, da diese im Verdauungstrakt über Nacht gären können. Und trinke nicht mehr viel, um Unterbrechungen des Schlafes durch eine volle Blase zu vermeiden.
  • Yogaroutine vor dem Schlafengehen. Eine Routine vor dem Schlafengehen hilft deinem System schnell und tief in den Schlaf zu finden. Diese Routine sollte ruhig und entspannt sein, mit möglichst wenig Input von Außen. Eine ruhige Yoga/Meditations-Praxis bietet sich an, um dich auf das Schlafen vorzubereiten. Tipp: Am Abend viele Vor- und wenig Rückbeugen. Das hilft dem Parasympathikus und entspannt.
  • Von selbst zur gewünschten Zeit aufwachen. Wenn du genügend Schlaf hattest funktioniert deine innere Uhr. Solange das nicht klappt, hilft dir ein Lichtwecker den richtigen Moment zum aufwachen zu finden. Dieser wird langsam heller, was dich in einer Tiefschlafphase nicht weckt, aber im Leichtschlaf sanft ins Bewusstsein führt. Das dauert maximal 20 Minuten – wenn du die optimale Zeit noch nicht kennst.
  • Früher ins Bett und früher aufstehen. Egal ob du „der frühe Vogel“ oder „die Nachteule“ bist, wird sich deine Schlafqualität deutlich verbessern, wenn du früher ins Bett gehst und nicht, indem du später aufstehst. Das hat mit REM und NONO-REM Schlafphasen zu tun und sollte deinem normalen Rhythmus angepasst sein.
  • Eine für dich passende Matratze, Kissen, Decke, saubere Bettwäsche und möglichst keine Hose (um für Belüftung zu sorgen) runden die Vorbereitung auf einen guten Schlaf ab.

Schlaf und Entspannung sind sehr individuell und lassen sich nicht erzwingen. Du kannst nur die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen und dann loslassen. Aber wo auch immer du in deinem Leben stehst, Schlaf und Entspannung sollten dieselbe Wertschätzung erhalten, wie all die anderen Aspekte deines Lebens!

TEXT: SASCHA PESCHKE / FOTOS: JAN VOLBRACHT


Sascha Peschke
Sascha Peschke

Über Sascha Peschke

Sascha ist Heilpraktiker und Yogalehrer verschiedenster Traditionen. Seine Erfahrung stützt sich auf 25 Jahre Praxis in körperlicher und mentaler Weiterentwicklung und der daraus resultierenden praktischen Anwendung als Lehrer und Behandler. Sascha verbrachte mehrere Jahre auf Reisen zu den entlegensten Klöstern und Lehrern in Indien, Nord- und Südamerika und Australien. 

Heute bildet er Yogalehrer, Profisportler und Therapeuten in Anatomie, Physiologie und Energielenkung weiter. Mehr Infos findest du unter www.saschapeschke.com und auf Instagram unter @sascha.peschke


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Die Erde trägt mich voll und ganz

Das Ziel der Meditation ist es, deine wesentliche Natur zu erfahren – Frieden, Glück und Glückseligkeit. Der Verstand ist das größte Hindernis beim Erreichen dieses Ziels. Erdung, die physische Verbindung zwischen den elektrischen Frequenzen des menschlichen Körpers und denen der Erde, kann dabei helfen. Mit etwas Übung fällt dir das Meditieren leichter und kann durch den Fokus auf deine Erdung stärkend wirken.

Anleitung

1. Finde einen schönen Platz im Garten, im Wald oder am Wasser

Setze dich bequem hin und nimm etwas Erde oder Sand in die Hand. Spüre einen Moment lang das Gewicht und die Konsistenz dieser Materie, bevor du sie wieder zurückgibst und beide Handrücken entspannt auf die Oberschenkel legst.

2. Wurzeln schlagen

Schließe die Augen und entspanne Gesicht, Hüften, Beine und Füße. Atme langsam und ruhig und gib dabei der Atmung allmählich in deiner Vorstellung eine Richtung: Einatmend steigt sie auf, ausatmend geht sie nach unten. Nach einer Weile beginne damit dir vorzustellen, wie dein Körper Wurzeln in die Erde hineinwachsen lässt. So zart und zugleich kraftvoll wie ein Baum wächst du durch diese Wurzeln nach unten. Stelle dir vor, wie deine Wurzeln immer kräftiger werden, während die Spannung aus Schultern und Brustkorb abfließen darf.

3. Austausch und Verbundenheit

Stelle dir vor, dass du mit jeder Einatmung, die Nährstoffe aus der Erde aufnimmst. Dabei weitet sich der Oberkörper, die Wirbelsäule darf locker aufsteigen und sich in den Raum hinein entfalten. Beim Ausatmen lass tief los. Alles, was schwer ist, darf nach unten sinken und abfließen. Die Erde trägt dich. Immer. Spüre genau hin. Kannst du dich diesem Getragensein vollkommen überlassen, oder hältst du dich noch fest und drückst dich vom Boden ab? Löse diese Spannungen, die du wahrnimmst.

4. Hingabe

Stelle dir vor, dass auch deine Gedanken und Gefühle nach und nach in den Boden sinken, während du dich mehr und mehr dem ruhigen, gleichförmigen Austausch mit der Erde hingibst. Nimm dir dafür Zeit. Überlasse dich dem Leben, so wie das Pflanzen tun. Alles, was du jetzt brauchst, ist da. Es ist in dir. Du bist Teil des lebendigen Ganzen.

5. Zurück zum Atem

Zum Abschluss der Meditation bringe deine Aufmerksamkeit wieder sachte zurück zum Atem. Lege die Handflächen vor dem Herzen aneinander und senke einen Moment lang den Kopf. Lege dann die Hände wieder zurück auf die Oberschenkel, hebe langsam den Kopf und öffne sanft die Augen. Nimm dir vor diese zwei Dinge aus der Meditation mit in den Tag zu nehmen:

Die Erde trägt mich voll und ganz.
Ich bin ein Teil von Ihr


Text: Stephanie Schauenburg, Titelbild: Susanne Schramke

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Die perfekte Kombination: Radfahren und Yoga

Marcel Clementi Diamantrad

Vielleicht hast du Radfahren bis jetzt eher als Notwendigkeit wahrgenommen, um von A nach B zu kommen. Genau so ging es dem internationalen Yogalehrer Marcel Clementi vor einem Jahr auch noch. Seit seiner Kooperation mit der deutschen Fahrradmarke Diamant bekommt Radfahren für den jungen Tiroler etwas Meditatives. Denn wenn du bewusst in die Pedale trittst, wird der Arbeitsweg oder die Radtour zur Achtsamkeitsübung. //anzeige

Alles was du zum Radfahren brauchst, ist ein Fahrrad und etwas Zeit. „Für mich ist es der perfekte Ausgleich zum Alltag. Das Radl bringt mich an Orte, wo ich Ruhe finde. Man fühlt sich gut, weil man sich den Weg und das Ziel erarbeitet hat. Dadurch kann ich den Moment und die Umgebung noch viel bewusster wahrnehmen“, sagt Marcel Clementi. Fast immer mit dabei hat er seine Yogamatte. „Yoga draußen in der Natur ist noch mal komplett ein anderes Level. Das kann ich jedem von Herzen empfehlen“, so Marcel weiter.

Trekbikes Marcel Clementi

Grundsätzlich geht es beim Radfahren darum, eine Balance zwischen Konzentration und Entspannung zu finden. In Kombination mit Achtsamkeit profitiert der Geist im gleichen Maße. Bewusstes Radfahren ist eine Form der aktiven Meditation – ähnlich wie beim Yoga. „Außerdem trainiert man seine Beinmuskulatur, was beim Yoga eher schwierig ist. So entsteht aus regelmäßigem Yoga und Radfahren eine perfekte Kombination“, sagt Marcel. Eine Kombination, die du vielleicht auch mal ausprobieren solltest. Du wirst sehen: Aus mehr Bewegung wird am Ende mehr Ruhe.

Drei Tipps von Yoga-Experte Marcel Clementi:

  1. Wähle eine Fahrradroute, die dich nicht überfordert und vergleiche dich nicht mit anderen. Es ist, wie wenn man mit Yoga anfängt. Man muss sich Zeit geben und auf sein Körpergefühl hören.
  2. Versuche auf dem Rad eine Balance zwischen Anstrengung, Konzentration und Entspannung zu finden. Sei stolz auf das, was du geleistet hast.
  3. Nimm auf jeden Fall die Yogamatte mit und gönne dir unterwegs eine Pause. Zum Beispiel mit Marcel’s Yoga-Guide für Radfahrer*innen. Da bietet sich ein Rad mit Gepäckträger an; einer der Gründe, warum Marcel sein Diamant so schätzt.

Kostenloser Yoga-Workshop mit Marcel Clementi: Jetzt anmelden

Mehr Info: Diamant hat zusammen mit Marcel Clementi einen Yoga-Guide für Radfahrer*innen entwickelt. Entdecke im Diamantblog den Yoga-Guide und lerne, welche Übungen dich besser radeln lassen. Oder melde dich hier für den kostenlosen Online-Yoga-Workshop mit Marcel Clementi an. Dieser findet am Mittwoch, 20. Juli 2022, um 19:00 Uhr via Zoom statt

Mehr Info: diamantrad.com

Family Area: Großes Kinderprogramm auf der YogaWorld

Aktion kleine Helden

Auf der YogaWorld München 2022 bekommen Kinder, Teenies & Familien in diesem Jahr einen eigenen Yogabereich! Das Kinder Yoga Welt Institut (KYWI) und Kinderyogalehrerin Leila Oostendorp haben sich viel einfallen lassen. Also, packt die Kiddies ein und freut euch auf ein vollgepacktes Programm. Übrigens: Der Eintrittspreis für die YogaWorld ist für Kinder bis 8 Jahren, die in Begleitung eines Erwachsenen kommen, gratis.

Malen, Musik und Massagen – und natürlich Yoga

family Area YogaWorld 2022

Alle Familien sind herzlich willkommen und können ganz spontan mitmachen! Die Kinder & Teenies sowie auch die Eltern werden viel Freude und Spaß beim Yoga, Malen und Musizieren haben. Darüber hinaus können alle bei Düften, Massagen und schönen Geschichten entspannen. Natürlich wird auch Yoga angeboten: Egal ob euer Kids schon Yoga-Erfahrung haben, oder komplette Neulinge sind. Alle dürfen mitmachen! Am Besten zieht ihr euch dazu gleich etwas Gemütliches an (eine Leggings oder eine Sporthose). Die Gründerin des Kinder Yoga Welt Instituts (KYWI), Leila Oostendorp, ist eine der erfahrensten Anbieter*innen von spezialisierten Yogaangeboten für Kinder & Jugendlichen und bringt mit viel Liebe, Gefühl und Spaß Yoga an die Kids.

Yoga und Meditation für Kinder

Tipp: Informationen zur Ausbildung zum/zur Kinderyogalehrer*in, zu Workshops für Erzieher*innen und Lehrer*innen als auch zu Yoga Kursen & Workshops für Kinder, Teenies & Familien, holt ihr euch jederzeit gerne am KYWI Stand. Hier findet ihr auch schöne und exklusive Kinderyoga Artikel. Die Veranstaltungen der Family Area finden im KYWI Raum statt, außer im Programm ist etwas anderes vermerkt.


KYWI Kinderprogramm Samstag 25. Juni

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KYWI Kinderprogramm Sonntag 26. Juni

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Alle Infos zu Leila Oostendorp auf der YogaWorld München 2022

Noch mehr Highlights auf der YogaWorld 2022

Von der Kinderyogastunde, über Yogamode zu exklusiven Messepreisen, bis zum guten Eis von „Ice Date“ – hier sind die Redaktionstipps abseits der Yogamatte, für den perfekten Messetag.


Yoga Workshop Highlights auf der YogaWorld

Weltklasse Lehrer wie Patrick Broome, Christine May und Amiena Zylla – oder beim Special Workshop in die Yoga Silent Disco von LYLA Soul Yoga – unsere Redaktionstipps der Yoga Highlights auf der YogaWorld München 2022.

https://yogaworld.de/25-26-juni-yoga-und-veganworld-mitmach-messe/

Jetzt Ticket sichern für die YogaWorld München 2022


Das Programm der YogaWorld München 2022

Wer bin ich? Die fünf Hüllen (Koshas) – von Sally Kempton

Erkundet man die verschiedenen Schichten von Körper und Seele, die in der Yogaphilosophie als fünf Hüllen (Koshas) beschrieben werden, so stößt man vor zum Kern seiner selbst. Sally Kempton erklärt die fünf Energiehüllen, wie wir durch sie von außen nach innen und zu uns selbst finden.

Ich war 21, als ich mir zum ersten Mal die Frage stellte: „Wer bin ich?“ Gerade hatte ich das College abgeschlossen und durch pures Glück einen Job in der Redaktion einer alternativen Zeitung ergattert. Es war beängstigend: Ich musste alles einsetzen, was ich drauf hatte, und war zugleich völlig eingeschüchtert von den Menschen, mit denen ich in dieser Erwachsenenwelt zu tun hatte. Lauter vollständig geformte Persönlichkeiten, die scheinbar genau wussten, wer sie waren und was sie wollten, während ich keine Ahnung hatte. Zumindest kam es mir so vor.

„Wer bin ich in Wirklichkeit?“, schrieb ich während dieser jugendlichen Identitätskrise in mein Tagebuch. „Welche Aussagen über mich sind wahr? Was macht mich aus? Bin ich mein Körper (gutes Haar, schöne Haut, krumme Zähne, zu kurze Beine)? Bin ich das, wofür mich andere Menschen halten, meine Beliebtheit, mein Ruf? Bin ich meine wild umher wirbelnden Gefühle? Bin ich mein Musikgeschmack, mein Stil, meine politischen Überzeugungen? Wer oder was ist mein wahres Ich?“

Mein „wahres Ich“

Ich hatte keine Ahnung, dass ich damit eine der großen Fragen der Menschheit gestellt hatte. Was mich aber überraschte, war die Tatsache, dass keine meiner Antworten wirklich endgültig zu sein schien. Ich konnte nicht bloß antworten: „Ich bin eine intelligente, attraktive junge Frau.“ Oder: „Ich bin jemand, der nach einem Durchbruch auf der Bewusstseinsebene sucht.“ Ich fühlte mich entweder völlig leer oder aufgesplittert in zahllose Schichten, zwischen denen ich hin und her zu driften schien. Es gab ein Ich, das sich jung und lebhaft fühlte, kraftvoll und leistungsfähig. Aber auch ein anderes, das sich in Gedanken und Fragen verlor, die ohne Unterlass durch den Geist strömten. Dennoch spürte ich manchmal, dass es auch einen Teil in mir gab, der überhaupt keine Meinung hatte, eine Art inneren Beobachter, der die Wendungen meines Lebens nur betrachtete wie einen Film. Und an ganz guten Tagen bemerkte ich eine Schicht tief in meinem Inneren, die einfach nur grundlos glücklich war. Aber welcher von diesen vielen Schichten war nun mein „wahres“ Ich? Ich hatte keine Ahnung.

Jahre später, als ich begann, mich mit den philosophischen Texten des Yoga zu beschäftigen, stellte ich fest, dass die Verwirrung über die vielen Schichten meines Selbst gar nichts Besonderes war. Schon in der Taittiriya-Upanischad (etwa 500 v. Chr. entstanden) werden fünf Schichten oder Verhüllungen beschrieben. Dieses Konzept fand Eingang in die Lehren des Vedanta, Yoga und Tantra. Hier nannte man die fünf Schichten Koshas, das ist das Sanskrit-Wort für Hülle oder Gefäß. Die Koshas durchdringen sich gegenseitig und umschließen die Seele wie die Häute einer Zwiebel. Die äußerste Hülle ist der physische Körper. Die Weisen nannten ihn Nahrungshülle, nicht nur weil er aus der Nahrung gebildet wird, die wir zu uns nehmen, sondern auch weil unser Körper irgendwann wieder zerfällt und zu Nahrung wird für andere Lebewesen. Diese physische Hülle umschließt drei feinstoffliche Hüllen, die ihn durchdringen und über ihn hinausgehen: Pranamaya-Kosha, die Hülle der Lebensenergie, Manomaya-Kosha, die mentale Hülle und Vijnanamaya-Kosha, die Weisheitshülle. Unter diesen vier Hüllen ist eine fünfte verborgen, Anandamaya-Kosha, die Hülle der Glückseligkeit.

In dieser Podcast-Folge spricht Anna Trökes ebenso über die fünf Körperhüllen…

Die Selbstwahrnehmung erweitern

Folgt man den Weisen des Yoga, so führen Fragen wie „Wer bin ich?“ oder „Was ist der Sinn meines Lebens?“ unweigerlich zur Betrachtung dieser Hüllen. Manchmal werden sie auch als „Körper“ oder „Ebenen des Selbst“ bezeichnet. Um sich seiner selbst vollständig bewusst zu sein, muss man alle Hüllen, so wie sie gerade sind, gleichzeitig präsent haben. Das braucht viel Übung. Obwohl alle fünf Schichten ständig „feuern“, haben die meisten Menschen bewussten, mühelosen Zugang immer nur zu einer oder zwei Hüllen. Ein Beispiel: Obwohl du dich selbst vielleicht hauptsächlich anhand der Merkmale deiner körperlichen Hülle beschreibst, bist du unter Umständen viel präsenter in der mentalen Hülle; vielleicht bist du sogar so sehr mit deinen Gedanken beschäftigt, dass du den Körper kaum oder gar nicht wahrnimmst. Aber schon wenn du das erkennst und weißt, wie es sich anfühlt eher diese als jene Schicht präsent zu haben, ist viel erreicht: Deine Selbstwahrnehmung hat sich erweitert und du hast mehr Einfluss auf deine Reaktionen und Wahlmöglichkeiten.

#3 Meditation aus wissenschaftlicher Sicht

Susanne im Gespräch mit Dr. Ulrich Ott


Meditation – eine Jahrtausende alte Technik zu Bewusstseinsveränderung. Und ein Thema, dass in unserer Gesellschaft immer mehr Platz und Akzeptanz findet. In dieser Folge will Susanne herausfinden, ob die Wirkungen von Meditation, die die alten Yogaschriften versprechen, auch wissenschaftlich beweisbar sind. Psychologe und Meditationsforscher Dr. Ulrich Ott von der Uni Gießen erklärt, was in der Mediation mit unserem Gehirn geschieht und enthüllt weitere erstaunliche Erkenntnisse. Wusstest du schon, dass du durch Meditation die Alterung deines Gehirns verlangsamen kannst?