Yoga ist für alle … oder?

Yoga für alle
Robert Sturman: https://www.robertsturmanstudio.com/

Yoga ist für alle – das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber stimmt das überhaupt? Bleibt – zumindest hier bei uns – nicht ein bestimmtes Milieu ziemlich unter sich? Wenn ja, dann wird es höchste Zeit, das zu ändern!

Die gute Nachricht ist: Noch nie haben so viele Menschen Yoga geübt wie heute. In Ländern wie Kenia mag die Praxis noch wenig bekannt sein, aber im Westen ist der Boom schon seit Jahrzehnten ungebrochen. Allein in Deutschland sind es laut der BDY-Studie von 2019 schon 5 Prozent der Bevölkerung, unglaubliche 3,4 Millionen Menschen. Der Begriff „Volkssport“ taucht also nicht ohne Grund immer öfter auf. Zumal es auch immer mehr Angebote für besondere Bedürfnisse gibt, zum Beispiel für Späteinsteiger, Übergewichtige, in der Reha, bei Depressionen oder Essstörungen. Kaum ein Monat, in dem keine wissenschaftliche Studie zu den vielfältigen positiven Wirkungen der Praxis erscheint. Kein Wunder also, dass Yoga immer weiter wächst.

Aber wächst Yoga wirklich in die Breite der Gesellschaft hinein, oder begeistert die Praxis nur immer mehr Menschen, die sich auf eine bestimmte Art ziemlich ähnlich sind? Gebildeter als der Durchschnitt, körperbewusster und womöglich auch beim Geldbeutel oder dem gesellschaftlichen Standing ein bisschen privilegierter?

Yoga – Eine Spielwiese der Öko-Bourgeoisie?

Wenn man Nicht-Yogis fragt, dann wird man diesen Verdacht vermutlich bestätigt bekommen. Das Klischee, das da schnell mal auftaucht, ist die SUV-fahrende Yoga-Barbie, die sich auf dem Weg ins Studio ihre Soja-Latte-to-go shoppt. Ungerecht, überzogen, fies, na klar – aber muss es uns nicht zu denken geben, dass solche Klischees überhaupt so weit verbreitet sind? Wenn Yoga in den Medien vorkommt (und das tut es immer häufiger), dann zeigt man im Boulevardblatt Fotos von Promis mit der Yogamatte unterm Arm, in TV-Filmen verknallt sich die gelangweilte Unternehmergattin in ihren gut gebauten Yogalehrer und in den meinungsbildenden Zeitungen wird darüber hergezogen, dass sich das „Selbstverwirklichungsmilieu“ in Weltflucht und Nabelschau ergeht, während die Welt am
Rand des Kollaps steht. Wie gesagt Klischees, aber wie viel Wahres ist dran an diesem Bild von Yoga als einer Spielwiese der gebildeten, aber selbstvergessenen Öko-Bourgeoisie?

Zumindest in statistischer Hinsicht mehr, als uns lieb sein kann: Alle aktuellen Studien zur Verbreitung von Yoga sind sich einig, dass Yogis besser gebildet sind und in „angeseheneren“ Berufen arbeiten als der Bevölkerungsdurchschnitt. Laut BDY-Studie bilden Beamte und Selbstständige unter den Yogis die größte Gruppe. In unserer letzten Befragung 2016 gaben 75 Prozent unserer Leserinnen und Leser an, Abitur zu haben. Fast die Hälfte waren Akademiker. Wie sich solche Zahlen im Alltag ausdrücken, wirst du vermutlich in deiner eigenen Yogastunde erleben: Eher unwahrscheinlich, dass du dort deiner Briefträgerin begegnest oder Matte an Matte mit deinem Automechaniker übst.

Vielleicht nicht teuer, aber elitär

Was dagegen so nicht zuzutreffen scheint, ist die Sache mit dem dickeren Geldbeutel. Die Daten dazu sind widersprüchlich, aber die Lehrerin, die Künstlerin und die Physiotherapeutin in meinem Yogakurs fahren alle nicht im SUV vor oder fliegen zum Yoga-Retreat auf die Seychellen. Vielen graut es (genau wie mir) vor der jährliche Rentenvorhersage, aber trotzdem kaufen sie bio und würden ihren Yogakurs nicht infrage stellen. Der muss in keinem schicken Ambiente stattfinden, Hauptsache er findet statt – und sei es ganz kostengünstig an der Volkshochschule, im Sportverein oder Gemeindezentrum.

Nicht nur die gibt es inzwischen fast flächendeckend, viele Yogalehrerinnen unterrichten auch für kleines Geld in ihrem Wohnzimmer und sogar eher teure Yogastudios machen es oft möglich, dass Studenten oder Alleinerziehende üben können, ohne sich jede Stunde vom Mund absparen zu müssen.

Das Image von Yoga

Zumindest finanziell spricht also nicht allzu viel dagegen. Trotzdem bleiben wir „besser Gebildeten“ und ökobewussten „Selbstverwirklicher“ in den meisten Yogakursen ziemlich unter uns. Auch hinsichtlich Alter, Geschlecht und Fitness sind die Gruppen oft viel homogener als statistisch plausibel. Deshalb müssen wir uns schon fragen, wie offen (oder ausgrenzend) die Yoga-Community in Wirklichkeit ist.

Begrüßt die Mitarbeiterin am Empfang eines hippen Studios eine übergewichtige Mitfünfzigerin in Schlabberhosen genauso vorurteilsfrei und freundlich wie einen athletischen Studenten? Wäre der vorhin genannte Automechaniker meinen Yogafreundinnen und mir wirklich in unserer Mitte willkommen? Die Antwort kratzt womöglich an unserem liberalen Gutmenschen-Selbstbild. Sich selbst und anderen offen und vorbehaltlos begegnen, ein wertschätzendes Miteinander auch da pflegen, wo vielleicht Berührungsängste aufkommen – an dieser Stelle gibt es sicher noch viel Verbesserungspotenzial.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns diesen Situationen überhaupt stellen müssen, bisher erschreckend gering. Denn umgekehrt ist die Hemmschwelle vielleicht noch viel höher. Viele Menschen sind entweder davon überzeugt, dass Yoga nicht zu ihnen passt, oder – noch schlimmer – dass sie nicht zu Yoga passen: zu unsportlich, zu unbeweglich, zu wenig dem Bild der Fitten, Schönen und Reichen entsprechend, das man mit Yoga zu Unrecht (aber allzu oft auch unwidersprochen) assoziiert. Damit wären wir wieder beim Image, das Yoga hat – oder vielmehr: in den letzten Jahren bekommen hat.

Kampf dem Klischee

Noch in den 1970er-Jahren nämlich war „Yoga für Yeden“, wie sich eine populäre ZDF-Sendereihe damals nannte. Man übte in Turnhallen, auf Schafwollmatten und in bequemen Freizeithosen, und wer mitmachen wollte, war drin in der Yogawelt. Das Image damals: Irgendwas mit Gymnastik, Räucherstäbchen und Sinnsuche, womöglich etwas abstrus, aber mit Sicherheit nicht exklusiv oder elitär.

Was also hat sich seither verändert? Sehr viel und im Grunde doch nur wenig. Die Praxis mag zwischenzeitlich mal athletischer geworden sein, die Stile vielfältiger, die Bilder gestylter und die Vermarktung (wie überall) aggressiver – aber noch immer üben wir mit derselben Leidenschaft und Ernsthaftigkeit wie damals. Wer erst mal wirklich auf den Yoga-Weg eingebogen ist, wird sich nicht mehr so leicht verfangen in den vermeintlichen Erwartungen davon, wie Yoga auszusehen hat oder wie wir beim Yoga aussehen müssen. Es ist also an uns, der Welt das zu vermitteln, was die Yogalehrerin Claudia Korsten-Ring so schön auf den Punkt bringt: „Niemand muss sich in die Yoga-Vorzeige- Models aus den Büchern und Zeitschriften verwandeln, sondern genau umgekehrt: Yoga passt sich dem Menschen an und dann wird es Yoga für alle.“

Genau das geschieht derzeit überall und auf ganz verschiedene Weise – und es wird auch immer sichtbarer. Es ist wunderbar, dass eine Yogalehrerin wie die schwarze, dicke Jessamyn Stanley heute so viele Menschen inspiriert, dass in Gefängnissen geübt wird, in Altersheimen, Kliniken, Schulen und Büros. Gleichzeitig (und auch hier wird leider oft zu schnell gewertet) können aber auch schicke Studios und schöne Instagram-Yogafrauen eine tiefe, ernsthafte Praxis pflegen und vermitteln. Yoga ist schon jetzt so viel bunter, offener und vielfältiger, als das Mainstream-Klischee glauben machen will. Das zu fördern, zu leben und auch nach außen noch viel sichtbarer zu machen, ist jetzt unsere Aufgabe. Doch wir meinen, dass wir auf einem guten Weg sind.

Meinungen von Yogalehrerinnen und Yogalehrern

Emma Warmington

Emma Warmington

Wenn Emma Warmington Yogalehrer ausbildet, dann vergibt sie immer auch ein oder zwei Freiplätze, zuletzt an zwei junge Männer aus Uganda. Aber „Yoga für alle“ bedeutet für die irische Heart-of-Yoga Ausbilderin noch viel mehr als das … „Wollen wir wirklich etwas ändern an der Tatsache, dass Yoga hauptsächlich von privilegierten Menschen geübt wird? Ja, das wollen wir, und das können wir auch! Allerdings ist es garnicht so einfach, wenn die moderne Yogaindustrie von einer gigantischen Marketingmaschine angetrieben wird, die mit ihren Bildern festschreibt, was Yoga angeblich ist: schlanke, bewegliche, wohlhabende und in schicke Spandex-Höschen gewandete Menschen, die einschüchternde Posen ausführen.
Der Dalai Lama hat mal gesagt, westliche Frauen würden einst die Welt retten. Auch Yoga ist dafür sicher ein guter Ansatz, aber ich frage mich, was machen wir draus? Wie viel von dem, was wir unterrichten, ist überhaupt zugänglich? Nicht nur für jeden Körper, sondern auch für jeden Geldbeutel und jeden Background! Da sollten wir als Yogalehrende ansetzen: Mit bezahlbaren Angeboten, mit einfachen, vom Atem geleiteten Übungen, angepasst an Alter, Gesundheit und Kultur. Vor allem aber, indem wir bitte, bitte endlich damit aufhören, Körper zu glorifizieren, nur weil sie eine bestimmte Form erfüllen. Asanas vermitteln nicht mal die leiseste Ahnung davon, wie sehr Yoga unser Leben in Wirklichkeit beeinflussen kann.
Von dieser Botschaft müssen wir die Menschen überzeugen: Ja, auch du kannst Yoga üben und das bedeutet nicht, dass du deinen Körper optimierst. Vor allem kannst du lernen innezuhalten, deinem inneren moralischen Kompass zu folgen und in eine echte Verbindung zu treten – mit dir, mit anderen Menschen und mit dem Leben, so brutal und schön, so schmerzhaft und perfekt es eben ist. Das ist der goldene Faden, den Yoga für uns spinnt.“
jivaniyoga.com

Gudrun Kromrey

GudrunKromrey

Erst Mitbegründerin der Taz, dann Chefin einer PR-Agentur und heute Yogalehrerin in einem friesischen 1500-Seelen-Dorf: Gudrun Kromrey hat sich ganz bewusst für „Volx Yoga“ entschieden – Yoga für alle.„Yoga soll sein wie die Lebensmittel in den alternativen Volxküchen: etwas, das man allen Menschen zur Verfügung stellt – möglichst niedrigschwellig, zu moderaten Preisen oder sogar kostenfrei. In meinem Studio habe ich ganze Familien, Flüchtlingskinder, friesische Teenager, Handwerker, das ist hier alles bunt gemischt und das wird auch sehr positiv bewertet. Wie das gelungen ist, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht liegt es daran, dass viele Menschen hier vorher kaum Berührungspunkte mit Yoga hatten, die sind ganz einfach mal aus Neugierde hergekommen, haben Yoga und mich kennengelernt und dann ihre Kinder, Eltern oder Enkel mitgebracht. So wuchs mein Studio ganz schnell.

Ich glaube, dass wir Yogis uns, wenn wir nicht aufpassen, in eine in sich geschlossene Szene hineinmanövrieren, in die sich kein Nicht-Yogi mehr hineintraut. Aber mein Beispiel zeigt ja, dass es auch ganz anders funktionieren kann. Wir müssen auf die Menschen zugehen. Die Türen weit öffnen. Ich unterrichte weiterhin auch an der Volkshochschule, gebe Stunden auf Spendenbasis in einem alternativen Kulturzentrum und biete im Studio mehrere Kurse für Neu- und Späteinsteiger an. Da wissen die Leute, die von sich sagen, sie seien zu steif oder zu alt für Yoga, dass sie hier genau richtig sind. Auch dass ich selbst schon ein bisschen älter bin und erst mit kurz vor 50 zum Yoga kam, motiviert sehr stark. Ich kann als 63-Jährige augenzwinkernd zu einer 40-Jährigen sagen: ‚In deinem Alter konnte ich das auch noch nicht.‘ Mein Ansatz ist: Wir machen gemeinsam Yoga und das mit viel Spaß.“
volxyoga.de

Annette Söhnlein

Die Berliner Anusara-Yogalehrerin unterrichtet in Studios, Basketball-Clubs, an Volkshochschulen und für die Organisation „Citizen2be“, die Gefllüchtete bei der Integration in Deutschland unterstützt. Sie blickt kritisch auf die „Yoga-Blase“. „Einerseits hat sich alles geöffnet: Schulen, Seniorenheime oder Sportvereine bieten leichten Zugang und auch mehr Zulauf zum Yoga. Dank der unglaublich vielen Ausbildungen haben viele Lehrer auch die Möglichkeit erkannt, nicht nur in städtischen Studios zu unterrichten, sie haben ihre Wohnzimmer geöffnet oder sind in soziale Einrichtungen gegangen – also dorthin, wo Yoga so notwendig und willkommen ist.

Andererseits gibt es aber neben aller Öffnung in die Breite eine ‚Szene‘ von Yogis, die sich radikal in ihrer Blase aufhalten. Damit meine ich die Yogaszene, die sich selbst als Gutmenschen sieht, einfach schon mal nur, weil sie Asanas praktiziert. Dort geht es meist um die eigenen Befindlichkeiten, blockierte Chakren oder Pranaflüsse und um den oft missverstandenen Begriff der Selbstfürsorge. Auch wenn es essenziell wichtig ist, dass wir uns gut um uns selbst kümmern, werden hier Befindlichkeiten dramatisiert und gefeiert – und alle schaukeln im Shanti-Takt. Es fliegen bedeutungsschwangere Sanskrit-Begriffe durch den Raum, die es Neulingen nicht gerade leicht machen, sich da hineinzutrauen. Manchmal tut es sicher gut, sich zurückzuziehen und in Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu sein. Aber oft ist der Blick für das, was Yoga meiner Meinung nach in uns stärkt, irgendwie verklebt. Nicht ganz integres Verhalten wird dann gerne mit einer verdrehten Auslegung der Yogasutren erklärt. Die Soziologin Scilla Elworthy hat es auf den Punkt gebracht: Indem wir auf die Yogamatte gehen, bringen wir keinen Frieden in die Welt. Wir sollten die Kraft, die Yoga uns gibt, vielmehr nutzen, um außerhalb der Blase für eine gerechte Gesellschaft zu handeln.“
annettesoehnlein.com

Patrick Broome

Patrick Broome

Patrick Broome ist einer der renommiertesten Yogalehrer Deutschlands. Er leitet in München zwei Studios, unterrichtet unter anderem die deutsche Fußballnationalmannschaft und propagiert schon seit Langem: Yoga ist für alle. Jeder kann heute Yoga üben. Natürlich gibt es im Mainstream einen Yoga-Lifestyle, der sich durch schicke Studios und ein besser verdienendes Publikum definiert, das sich mit Vorliebe in ein bis zwei Konfektionsgrößen zu kleine Yoga-Outfits einer sehr erfolgreichen kanadischen Firma zwängt. Aber auch in den Nischen ist das Angebot viel breiter und vielfältiger geworden. Fast jedes Fitness-Studio bietet Yogakurse an, teils mit Monatsbeiträgen unter 20 Euro. Vereine und Initiativen wie Yoga für alle e.V. tragen Yoga sogar gezielt in sozial-ökonomisch schwächere Bevölkerungsschichten. Auch die Studios bemühen sich um mehr Öffnung: Wir bieten in München zwei kostenlose Klassen an: eine für Low-Budget-Studierende und eine für 50-Plus oder ein gesundheitlich eingeschränktes Publikum. Beide sind sehr gut besucht und zeigen, dass Yoga heute wirklich eine breit gefächerte Klientel erreichen kann, die immer mehr versteht, dass es nicht darum geht, wie man beim Yoga aussieht, sondern wie man sich danach fühlt.
patrickbroome.de

Conny Brammen

Cornelia Brammen

Seit drei Jahren bringt die Hamburger Kundalini-Lehrerin mit ihrem Verein „Yoga für alle e.V.“ Yoga zu Menschen, die von selbst in kein Studio kommen könnten: etwa psychisch Kranke, Strafgefangene und Essgestörte. „Yoga hat mich sehr beschenkt: Es hat mir geholfen, eine schwierige Lebensphase anzunehmen und in etwas Tolles zu verwandeln. Das wollte ich weitergeben. Nur: Wenn man – wie ich damals – depressiv ist, dann geht man nicht einfach in ein normales Yogastudio. Die Hemmschwelle ist sowieso schon hoch und zum Symptombild von Depressionen, Essstörungen und anderen psychosensiblen Themen gehört es auch, dass man sich völlig zurückzieht, weil man sich nicht zugehörig fühlt.

Das heißt, wir müssen Brücken bauen, um Yoga überhaupt zugänglich zu machen. Ist diese Brücke da, dann ist der Weg in die Praxis im sozialen Yoga in mancher Hinsicht sogar leichter: Wenn jemand 20 Jahre schwerster Alkoholiker war, Frau und Kinder verloren hat und nie wieder als Architekt arbeiten können wird, dann hat er nicht mehr diese Bremse im Kopf – der ganze Kopfkram ist obsolet. Wenn solche Menschen zum Yoga kommen, dann holen sie sich die Essenz. Die Maske ist gefallen. Bei einem Anfängerkurs in einem schicken Stadtteil habe ich dagegen manchmal das Gefühl, da liegt Stacheldraht im Raum. Ich will das Licht des Yoga weitergeben an die, die sonst gar keines bekommen. Auch auf diese Weise verändern wir das Bild von Yoga: Wenn ein Automechaniker hört, dass sogar Menschen mit Rollator oder schweren psychischen Erkrankungen Yoga machen können, dann findet er vielleicht eher einen Zugang, als wenn er nur die wahnsinnig schöne, schicke Yogafrau aus Hamburg-Pöseldorf sieht. Mit Yoga für alle e.V. schlagen wir eine Brücke zwischen der Welt, in der nur Yoga ist, und der, in der es nicht stattfindet. Denn dazwischen gibt es ganz viel.“
yogahilft.com

Timo Wahl

Türen öffnen, yogisches Denken für alle vermitteln und gleichzeitig wirtschaftlich bestehen – Timo Wahls Frankfurter Studio bewältigt diesen Spagat durch Offenheit und Überzeugungsarbeit. „Ich glaube, dass wir die Türen zu unserem Wissen für alle Menschen radikal öffnen müssen, wenn wir den Auftrag, Yoga zu leben und zu lehren, auch wirklich erfüllen wollen. Diese Öffnung beginnt bei mir im Studio damit, dass wir wirklich jede gleich behandeln. Ob dick oder dünn, alt oder jung, da wird niemand schräg angeschaut. So wie Yoga momentan medial präsentiert wird – schön, schlank, fit, vegan und nachhaltig – hat es schon was Elitäres. Ein bisschen over the top. Außerhalb der Yoga- und Medienwelt haben viele auch noch dieses alte Bild im Kopf: Yoga als was Esoterisches mit Räucherstäbchen, gar nicht anstrengend und ein bisschen weltfremd. Dass das beides nicht stimmt, müssen wir immer wieder vermitteln.

Was natürlich stimmt, ist, dass Yoga bisher vor allem von Menschen praktiziert wird, die eher der höheren Bildungsschicht angehören, wobei das nicht unbedingt die Gutverdiener sind, sondern einfach Leute, die sich um die Welt bemühen und die Dinge hinterfragen. In unserem Studio in Bockenheim kommt gerade so eine junge, coole, nachhaltige Szene rein. Die haben nicht gerade viel Kaufkraft, Geld spielt also mit Sicherheit eine große Rolle. Aber andererseits sind Yogastudios ja auch Unternehmen. Bei allen altruistischen Motiven zahlen wir auch eine Miete und möchten unsere Mitarbeiter fair entlohnen. Wir wollen es sicher nicht übertreiben, aber unter einem gewissen Preis können wir uns in der Großstadt nicht tragen. Da denken wir zur Zeit über Möglichkeiten nach, zum Beispiel eine Art Greencard für die Lehrerausbildung.“
timowahl.de

Claudia Korsten-Ring

„Yoga für alle“ oder auch „Rundrum Yoga“ heißen Claudia Korstens Kurse. Sie war ihr Leben lang übergewichtig. Dadurch dass sie Yogalehrerin geworden ist, will sie anderen Mut machen und unguten Yoga-Klischees entgegentreten. „Als ich zum Yoga kam, hatte ich schon ein gutes Stück Weg hinter mir. Ich wusste: Ich bin gut so, wie ich bin, und wer mich so nicht mag, den brauche ich nicht. Das ist leider alles andere als selbstverständlich. Ich möchte dafür arbeiten, die Türen zum Yoga für alle weiter aufzumachen und ich merke: Jetzt ist die Zeit dafür, jetzt kommt das. Es gibt in Deutschland schon einige Yogalehrerinnen, die mit einem größeren Herz-Körper unterwegs sind, aber wir müssen uns noch viel mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Und wir müssen die Leute abholen, die neugierig sind, aber noch mit Scham behaftet. Denen möchte ich beweisen: Niemand muss sich in die Yoga-Vorzeige-Models aus den Büchern und Zeitschriften verwandeln, sondern genau umgekehrt: Yoga passt sich dem Menschen an – so wird es dann Yoga für alle.

Das Ziel ist ein körperpositives Bewusstsein, ganz egal ob für Übergewichtige oder Normalgewichtige. Wir sind da als Gesellschaft viel zu lange in eine falsche Richtung gegangen (worden). Man hat ja fast den Eindruck, man müsse schon eine Depression bekommen, nur weil man mal einen Pickel hat. Leider hat sich auch im Yoga eine Szene ausgebildet, die Berührungsängste auslöst: Wenn ich in ein hippes Großstadtstudio gehe, kann es passieren, dass ich schon schräg angeschaut werde, weil die Klamotte nicht stimmt. Das geht gar nicht! Es geht doch im Yoga um die Befreiung. Aber wie kann man im Kopf loslassen, wenn einem permanent irgendwelche Vorurteile entgegenschlagen? Mir hätte es sehr gut getan, schon früher Menschen zu treffen, die mir sagen: Du bist schön und einzigartig und wunderbar. Du darfst wachsen! Im Yoga sollte das das Wichtigste sein.“

Titelfoto: Robert Sturman

Kronenchakra aktivieren: Savasana

Savasana Endentspannung

Das Kronenchakra verbindet den Menschen mit der Schönheit und dem spirituellen Reich. Es hilft dir dabei, dein spirituelles Dasein zu verstehen. Daher befindet es sich nicht innerhalb des physischen Körpers, sondern direkt über der Kopfkrone.

Lege dich auf den Rücken und stelle sicher, dass du es warm und gemütlich hast. Falls nötig, decke dich zu und legen dir ein Kissen auf die Augen. Noch bequemer wird es unter Umständen mit einer gerollten Decke unter den Knien oder einem Kopfkissen. Lass die Füße zu den Seiten sinken und breite die Arme seitlich vom Körper aus. Die Handflächen zeigen nach oben. Atme tief ein und spanne für einen Moment alle Muskeln in deiem Körper an, dazu hebst du Kopf und Beine. Nachdem du diese Anspannung kurz gehalten hast, löst du sie mit einer Ausatmung umso gründlicher wieder auf. Wenn du magst, wiederhol das noch einige Male. Dann stell dir eine Lotusblüte an deiner Schädel­decke vor und lass weißes Licht durch den Lotus in deinen Körper fließen. Mit jeder Ausatmung lässt du alles los, was dich an die Vergangenheit bindet. Bleibe 5 bis 20 Minuten liegen. Dann kehrst du langsam mit der Aufmerksamkeit zu deiner Atmung zurück und bewegst Finger und Zehen.

Das Savasana hat die folgende Wirkung. Hebt die Stimmung und unterstützt die Lösung vom Ego. Und verbindet uns mit unserem Kronenchakra.

Sahasrara, Kronenchakra

  • Thema: Das Kronenchakra verbindet den Menschen mit der Schönheit und dem spirituellen Reich. Es hilft Ihnen dabei, Ihr spirituelles Dasein zu verstehen. Daher befindet es sich nicht innerhalb des physischen Körpers, sondern direkt über der Kopfkrone. Ist es verschlossen, ist man davon überzeugt, dass Freude nur von außen kommen kann. Man leidet. Die Arbeit mit diesem letzten der Chakren kann helfen, sich in jeder Situation frei zu fühlen.
  • Position: oberhalb der  Schädeldecke
  • Element: kosmische Energie
  • Farbe: Violett oder Weiß
  • Silbe: Om

Sound Medizin – Wenn Klänge heilen helfen

Sound Meditation Lisa Soundbyalizz

Sound Healing, Sound Medicine oder Sound MeditationDie Ärztin Lisa Schuster hat am eigenen Leib erfahren, wie heilsam Klänge sind. Uns verrät die studierte Medizinerin, wie Sounds unser Gehirn und unser Nervensystem messbar beeinflussen und wie Töne und Schwingungen uns auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilung unterstützen. // anzeige

Liebe Lisa, „Sound Healing“ ist gerade in aller Munde – dabei weiß ich, dass du gar kein großer Verfechter dieses Begriffes bist, richtig?

Richtig. Ganz einfach, weil „Sound Healing“ impliziert, dass die Sounds heilen könnten – aber ganz so ist es nicht. Der Sound funktioniert nicht wie eine Pille, die du nimmst und du bist geheilt. Es ist eher so, dass die Heilung im Inneren stattfindet. Die Sounds sind dabei nur das Medium. Sie bilden den Raum für die Heilung. Deswegen tendiere ich eher zu Begriffen wie Sound Therapy, Sound Medicine, Sound Bath oder Sound Meditation – mein persönlicher Lieblingsbegriff. Man kann aber auch einfach Klangschalen-Therapie sagen.

Die Klangschalen-Therapie oder Klangschalen-Massage umfasst aber noch mehr als „nur“ den Sound, richtig?

Ja, es gibt noch die Klangschalenmassage, mit tibetischen Klangschalen, wo die Instrumente wirklich auf den Körper aufgelegt werden. Hier spielt der physische Aspekt eine große Rolle, da die Vibration direkt über den Körper eindringt. Das ist dann aber auch schon der einzige Unterschied.

Wie bist du zur Sound-Arbeit gekommen?

Sound Medicine Lisa Soundbyalizz
Ärztin Lisa Schuster mitten in einer abendlichen Sound Bath Meditation.

Das war ein langer Weg. Während meines Medizinstudiums hatte ich sehr viele Probleme: Ich war immer kurz vorm Burnout, hatte viele Emotionen in mir, die ich nie kontrollieren und mit denen ich nichts anfangen konnte. Ich wusste nicht wohin mit mir und war sehr leistungsorientiert. Zusätzlich habe ich noch professionell Bodybuilding gemacht, war auf der Bühne und das hat meinem Körper den Rest gegeben. All das hat sich dann akkumuliert. Ich war ausgebrannt, mein Körper hat wehgetan. Ich konnte mich kaum bewegen.

Was sagten die Ärzte?

Tja, meine Blutwerte waren super und die konventionelle Medizin hatte keine Antworten für mich. Ich machte mich auf die Suche und wollte wissen, was mit mir los ist. Ich begann mich in das Thema Yoga zu vertiefen und der Essenz davon auf den Grund zu gehen. Ich machte eine yogatherapeutische Ausbildung und war wirklich erstaunt, wie viele Dinge da plötzlich in mir hochkamen. Wieviel sich da bei mir bewegt und geöffnet hat, war unglaublich. Und ich habe mich gefragt, warum mir das niemand im Medizinstudium erzählt hat.

Also hast du deine eigenen Antworten gefunden …

Richtig. Ich bin immer mehr in die östliche Medizin mit Ayurveda abgetaucht, denn die yogatherapeutische Ausbildung bestand auch aus vielen Ayurveda-Komponenten. Was mich sehr fasziniert hat, war diese komplett andere Herangehensweise an den Menschen und an Gesundheit. Alles ist auf Prävention ausgelegt. Der Mensch wird nicht erst behandelt, wenn er krank ist, sondern bereits davor. Durch all diese Erfahrungen und den neuen Zugang zu mir, merkte ich plötzlich was mir fehlte: Die Musik.

Das heißt, sie war davor ein fester Bestandteil deines Lebens?

Ich habe mit 6 Jahren das Klavierspielen angefangen, war E-Bassistin in einer Band. Während meines Studiums ließ ich dafür aber keinen Raum. Nachdem ich durch Yoga und Meditation wieder Zugang zu mir hatte, spürte ich: „Du musst wieder mit Musik arbeiten.“ Also habe ich von einem Tag auf den anderen beschlossen, dass ich DJane werden möchte und ja, das habe ich dann wirklich auch nach 2 Wochen angefangen.

Sound Meditation Lisa Soundbyalizz
Auch auf der Bühne, wir hier auf einem Yoga-Festival, sind die Bowls mit dabei.

War das der erste Step auf deinem Weg zur Sound-Arbeit?

Erstmal war es nur ein Spaß. Ich wollte herumexperimentieren, habe mir aber ein Business damit aufgebaut. Ich habe die Welt bereist und nebenbei weiter Medizin studiert.  Also kam die Frage auf: Wie kann ich Medizin mit Yoga, Achtsamkeit, Prävention und Musik verbinden? Denn ich hatte selbst gesehen, wie stark und lebendig mich die Musik gemacht hat. Ich wollte wissen, was dahintersteckt – die Wissenschaft dazu ergründen. In Amerika lernte ich dann Klangschalen und Sound Bath Meditation kennen. Ich war komplett fasziniert von dem Gefühl, dass ich im Anschluss hatte – diese Resonanz in mir und mit allem um mich herum. Ich spürte eine tiefe Verbundenheit, war komplett im Einklang, da war kein Widerstand mehr. So etwas kannte ich vorher nicht – diesen Zustand des Urvertrauens. Ich begann den Sound in meine Arbeit als Yogatherapeutin zu implementieren. Heute bin ich Gründer und Leiterin des Sound Medicine Institut Germany und habe meine eigene Klangschalen-Marke die Akasha Bowls. Ich gebe Kurse, bilde Leute weltweit aus und arbeite für verschiedene Firme, im Bereich Achtsamkeit durch Sound, damit alle die Benefits spüren können. 

Neugierig geworden? Dann taucht mit Lisa in diese Sound Bath Meditation ein.

Was genau sind das für Benefits – oder anders gefragt: Warum beeinflusst uns Musik so sehr?

Unser ganzer Organismus ist darauf ausgelegt, auf Sound zu antworten. Beim Musikhören spürt man das sofort: Auf physiologischer und auf neurochemischer Ebene ändert sich etwas. Sound ist für uns nur in bestimmten Frequenzen hörbar, nämlich zwischen 20 – 20.000 Hz. Aber darunter und darüber gibt es natürlich auch Frequenzen. Selbst unsere Gedanken haben eine bestimmte Frequenz, eine Vibration. Das, was wir zum Beispiel tagtäglich in Gedanken zu uns sagen, das bestimmt unsere ganze Neurochemie, unsere Physiologie. Alles hängt miteinander zusammen.

Kannst du mir ein Beispiel geben?

Wenn unser Partner sagt: „Hey mein Schatz, ich freue mich so, dass du da bist, ich habe dich vermisst“ – dann spüren wir sofort eine Antwort in unserem Körper.  Genauso macht es etwas mit uns, wenn wir angemeckert werden. Sound hat einen extremen Einfluss auf uns – auch in Sachen Lautstärke … Wenn da immer mehr Sounds zusammenkommen, die vielleicht stören, setzen wir unseren Körper unbewusstem Stress aus. Da müssen wir lernen, ein wenig achtsamer zu sein, unsere Umgebung zu analysieren. Jede Zelle hat eine Vibration und ganz kleine Härchen, die auf unserer Zellmembran angeordnet sind. Diese Härchen können durch Sound physisch beeinflusst werden und dadurch ganze Reaktionskaskaden in Gang bringen. Sobald diese feinen Härchen in Bewegung gebracht werden, verändert sich auch die chemische Struktur. Das sind sehr interessante Prozesse, die man messen kann.

Wie reagiert unser Gehirn?

Da passieren viele Dinge, die bis jetzt noch gar nicht zu hundert Prozent erforscht sind. Aber wir wissen heutzutage: Wenn wir Musik und Sound hören oder auch selbst Musik praktizieren, sind so viele Gehirnareale gleichzeitig aktiviert, wie bei keiner anderen Tätigkeit. Zusätzlich ist Sound mit unseren Emotionen gekoppelt. Denn warum wir bei Musik glücklich oder traurig sind und bestimmte Songs mit bestimmten Situationen und Lebensabschnitten in Verbindung bringen, hängt mit dem limbischen System und vor allem der Amygdala zusammen. Diese Strukturen im Gehirn sind für die Emotionen zuständig sind – und da spielt Sound sehr viel mit rein. Welchen Einfluss Klänge hier genau haben, ist aber noch nicht ganz erforscht – da ist noch viel Raum.

Sicher ist aber: Sound-Meditation & Co. wirken auf unseren Körper UND unseren Geist …

Absolut. Die Gehirnwellen werden während einer Sound-Meditation runtergebracht. Normalerweise befindet sich unser Gehirn in einem Beta-Wellen Zustand. Die Frequenz ist relativ hoch, bei etwa 30 Herz. Die Klangschalen bewirken eine sogenannte „Frequency Following Response“. Das bedeutet, dass sich das Gehirn auf die Signale einstellen wird, die man ihm in Form von Sound immer wieder vorspielt. So können wir dann Gehirnwellen runterbringen, auch „Brainwaves Shift“ genannt. Die Gehirnwellen verändern sich von beta zu alpha und auch teta – das ist der Gehirnwellen-Bereich, in dem wir uns befinden, wenn wir eine Sound Bath-Meditation machen – der Zustand zwischen wach sein und Schlaf.

Eignet sich die Sound Bath-Meditation denn auch für Einsteiger?

Sound Meditation Lisa Soundbyalizz
Eine Sound Bath Meditation ist perfekt für Anfänger, da die Klänge wie ein Anker funktionieren.

Es ist perfekt für Einsteiger oder Menschen, die sich schwertun mit Meditationen. Die Klänge sind wie ein Anker, zu dem man in der Meditation immer wieder zurückkommen kann. Wenn die Gedanken abschweifen, kann der Fokus immer wieder auf die Töne und Frequenzen gesetzt werden.

Wirken die verschiedenen Tonlagen denn unterschiedlich auf uns?

Ja definitiv und genau damit arbeitet man in der Sound-Meditation. Es gibt – grob gesagt – Dissonanzen und harmonische Klänge. Harmonische Klänge sollen vor allem zu Beginn den Körper in die Entspannung und die Erdung bringen. Dann gibt es die dissonanten Töne, wobei dissonant nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Es bedeutet nur, dass es für unser Ohr ungewöhnlich klingt. Dissonanzen eignen sich für Menschen, die keine Energie haben, sich nicht aufraffen können. Sie brauchen mehr Stimulation. Dissonante Klänge fachen die Energie an. Dann arbeitet man auch mit verschiedenen Intervallen, also zum Beispiel passen die Töne C und G sehr schön zusammen, das ist dann sehr harmonisch. Nach solchen „Regeln“ stelle ich die Klangschalen-Sets für meine Kunden zusammen.

Du arbeitest mit besonderen Schalen aus Kristall …

Sound Meditation Lisa Soundbyalizz
Sphärische Klänge: Lisas Akasha Bowls aus fast 100 Prozent Quarzglas.

Meine Schalen, die Akasha Bowls, sind aus fast 100 Prozent reinem Quarzglas. Diese Schalen haben eine andere Energie und einen ganz anderen Klangcharakter als die tibetischen. Die Metall-Klangschalen haben einen urigen, erdenden Charakter, der ein warmes wohliges Gefühl auslöst, was ich vor allem am Beginn einer Sound Bath-Session sehr mag. Die Kristall-Klangschalen benutze ich dann später, wenn es darum geht, dass meine Kunden tiefer in die Meditation einsteigen. Das sind dann eher sphärische Klänge, die nach oben öffnen sollen. Sie helfen dabei, die Verbindung zum Higher Self, zur Intuition, zur inneren Weisheit zu schaffen.

Was sagst du als studierte Medizinerin zu Menschen, denen Sound Therapie „zu spirituell“ ist?

Ich sage immer, dass Heilung auf verschiedenen Ebenen stattfindet und eben nicht nur auf der physischen. Heilung ist für mich ein konstanter Prozess. Und die Wirkung von Sound ist wirklich fundiert, allein beim Thema Gehirnwellen oder dem autonomen Nervensystem: Die meisten Menschen sind zu sehr im Sympathikus – sprich im Stress – und viel zu selten im Parasympathikus. Genau diesen Teil des Nervensystems, können wir mit Schwingungen und Frequenzen aktivieren. Der größte Nerv im parasympathischen System ist der Vagus Nerv. Er zieht sich vom Hirnstamm über die Brust komplett bis zur linken Colon Flexur – also fast über den kompletten Bauch. Alle Organe werden dadurch mit Energie versorgt. Sounds oder auch 10- bis 15-minütiges Summen haben extreme Effekte auf den Vagus Nerv. Er wird dadurch angeregt und angekurbelt – und das ist auf physischer Ebene messbar.

Aber bedeutet autonomes Nervensystem nicht, dass wir darauf keinen Einfluss haben?

Viele Studien haben gezeigt, dass dem nicht so ist und dass wir durch meditative Arbeit, durch Sound, Sound-Therapie, Yoga oder Atemtechnik sehr wohl das autonome Nervensystem unter Kontrolle bringen können. Genau das ist Teil meiner Arbeit. Ich möchte, dass die Menschen wieder mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Dafür möchte ich ihnen Werkzeuge an die Hand geben: Das reicht von Coaching, Sound-Arbeit, Meditationen, über Visualisierungen, Akupressur bis zu EFT. Aber da ist natürlich auch mein schulmedizinisches Wissen, dass ich als Background überall mit reinnehme.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Sound Medicine Lisa Soundbyalizz
Lisas Wunsch: Jedem soll es möglich sein, sein volles Potential zu leben.

Mein Wunsch wäre, dass mehr Selbstbestimmung eintritt und jeder sieht, was für ein immenses Potential er hat und dieses Potential lebt. Deswegen ist die Arbeit an uns selbst so wichtig! Je mehr wir uns selbst heilen und lieben lernen, desto mehr wird auch unsere Umwelt davon profitieren. Wir können andere anstecken und ermutigen das Gleiche zu tun.


Neugierig geworden? In Lisas Sound Medicine Institut Germany kannst du online oder vor Ort spannende Kurse besuchen. Besonderes Geschenk vor Weihnachten: Die viertägige kostenlose Transformations-Challenge, die vom 14-17.12.21 stattfindet. Mehr Info auf @soundbyalizz.

Playlist Yoga im Bett

Gina Weber Yoga im Bett

Unsere Yoga-Playlist für den Winter kommt von Yogalehrerin Gina Weber von Pop Up Yoga München – passend zu ihrer Fotostrecke „Yoga im Bett“ in unserem neuen YOGA JOURNAL Heft, das am 16. Dezember erscheint.

Gina ist bekannt als Co-Gründerin von POP UP YOGA München sowie der MünchenYogaConference. Sie findet, Yoga sollte man immer und überall machen können.

grow your glow | Coaching & Photography | Daniele Niedermayer

Und natürlich auch im Bett. Dafür hat Gina „Yoga im Bett“ Flows kreiert, bei denen ihr keine Matte, sondern nur euer Bett braucht. Mit diesen Flows könnt ihr eure Gedanken für den Tag beenden und dürft einfach loslassen. 

Lasst euch in die entspannenden Klänge fallen, gebt für einen Moment alle Verantwortung, Aufgaben und Verpflichtungen ab und verbindet euch mit eurem Bauchgefühl, euren Wünschen, euren Träumen, um dann in einen erholsamen Schlaf zu sinken.

Mehr Infos zu Gina findet ihr unter www.popupyogamuc.com, auf Instagram und Facebook.

Übrigens: Vielleicht willst du uns auch mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich unter redaktion@yogajournal.de, auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.


Numerologie & Yoga: Die Zahl Zwei

Denise Klier - Halbmond

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier gibt euch Einblicke in die Verbindung zwischen der Numerologie und Yoga – diesmal geht es um die Zahl Zwei…

Auf Sanskrit heißt die Zwei „Dvi“ und symbolisiert die Ergänzung und Gegensätzlichkeit. Sie steht für den Mond und alle Körperteile, die doppelt vorkommen. Auch aus diesem Grund üben wir im Yoga jede Seite gleich intensiv. 

Zwei in der Numerologie

Sie symbolisiert die Dualität. Sie ist hell und dunkel, Licht und Schatten, Gegensatz und Gemeinsamkeit. Die Zwei bedeutet Dinge reifen zu lassen, Wissen zu entfalten, Vernunft walten zu lassen und diplomatisch zu verhandeln.

Steht ihr unter dem Einfluss einer Zwei haltet ihr euch gerne auch mal im Hintergrund. Ihr seid warmherzig, sensitiv und emotional. Euch sind Freundschaften und Partnerschaften wichtig und ihr gebt viel, um sie am Laufen zu halten und habt die Gabe zwischen mehreren Parteien zu vermitteln.

Ardha Chandrasana – der Halbmond – für Denise eine Übung, die sie immer wieder daran erinnert beide Seiten des Körpers und sich dem Leben zu öffnen.

Zwei im Hinduismus

Die Zahl 2 ist die symbolische Darstellung des Zustands der Dualität, den wir objektiv durch unseren Verstand und unsere Sinne erfahren. Der erste ist Purusha (Gott) und der zweite ist Prakriti (Natur). Zusammen manifestieren sie den Rest der Schöpfung.

Brahman und Atman fungieren hier als Gegensätze: Subjekt und Objekt, Selbst und Nicht-Selbst, das Bhutatman (Ego or physisches Selbst) und das Antaratman (das wahre Selbst), Shiva und Shakti, Erde und Himmel, Tag und Nacht, gut und böse, leben und sterben, usw. 

Unser Leiden und unsere Gebundenheit an Unwissenheit und Sterblichkeit werden in der biblischen Geschichte der Genesis symbolisch als Adam und Eva dargestellt – vom Himmel verstoßen. Die Erschaffung von zwei aus einem war der Wunsch des Selbst, weil es nicht allein sein wollte. Aus diesem einzigen Gedanken ging die gesamte Schöpfung hervor. 

Die Entstehung von zwei aus einem ist die Ursache unserer Existenz und auch unserer Probleme der Sterblichkeit. Es ist ein Rätsel, das wir lösen müssen, indem wir entweder die Eins (Selbstverwirklichung) oder die Null (Nirvana) erreichen.

Zwei im Buddhismus

Die Nummer 2 repräsentiert unser weltliches Verständnis der Realität, wie es sich in unserem Fokus der Dualität widerspiegelt. 

Hier existieren auch zwei Wahrheiten: die relative und die absolute Wahrheit. Erstere bezieht sich auf die weltliche Realität und letztere auf die transzendentale Realität. 


Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier ist Pilates und Yogalehrerin in München.

Denise findet ihr unter www.deniseklier.com und auf Instagram unter @diebienenkönigin. Dort teilt sie ihr tägliches Leben, Reisen, Yoga, Tipps und Tricks für deine Praxis und vieles mehr!


30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können

Selbstreflexion und Lebensfragen

Selbstreflexion: Erkenne dich selbst – das ist eine der großen Aufgaben des spirituellen Lebens. Swami Sivananda sagte, „Frag wer bin ich? Erkenne dein Selbst und sei frei.“ Auf dem Weg, um diese essentielle Frage zu beantworten, ist es gut, sich mit der Person vertraut zu machen, welche die Frage stellt – mit dir selbst. Hier sind 30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können.

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Aber ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen. Die besten Fragen führen zu einer neuen Perspektive und erinnern uns daran, wer wir sind und wer wir sein wollen. Es sind Fragen, die zur inneren Stimmen der Weisheit werden und uns durch die turbulente Reise des Lebens führen. Die Antworten sind nicht so wichtig. Wichtig ist, der Prozess, den du in dir in Gang setzt. Du kennst das bereit aus deinem Alltag: Man lernt jemanden besser kennen, wenn man der Person die richtigen Fragen stellt. Genauso lernt man auch sich selbst besser kennen, wenn man sich selbst die richtigen Fragen stellt.

Yoga und Lebensfragen

Das Nichtwissen ist der Beginn eines bewussten spirituellen Weges. In der Bhagavad Gita erkennt Arjuna, dass er sich immer wieder im Kreis dreht und keine Antwort findet. Erst nachdem er immer wieder dieselben Fehler gemacht hat, kann er loslassen und sich von seinem göttlichen Bewusstsein (Krishna) leiten lassen. Arjunas Hingabe stellt eine Offenheit für seine eigene Intuition und sein spirituelles Wachstum dar.

Arjunas große Fragen führen ihn zu der Erkenntnis, dass er die Natur der Wirklichkeit nicht versteht. Er ist verwirrt und braucht Hilfe. Nachdem Arjuna zusammengebrochen ist, lächelt Krishna und beginnt, ihn über Yoga zu unterrichten – die Praxis, auf friedliche Weise in der Welt zu leben. In der Tat ist dieses Gefühl der Verwirrung etwas, das ich in meiner eigenen Praxis zu schätzen gelernt habe.

Manchmal versuche ich zu meditieren und breche in Tränen aus oder kann nicht aufhören an eine bestimmte Sache zu denken. Früher dachte ich, dass ich zu unruhig bin, zu zappelig, zu verkopft – aber jetzt sehe ich, dass mit dem zu Sein was ist, die wahrhaftigste Art der Praxis ist. Ich schätze diese Momente, in denen ich meinen eigenen inneren Krishna um Hilfe bitten kann. Ich weiß, dass meine Fragen die Tür zu den Antworten sind, die in meinem eigenen Herzen ruhen.

Selbstreflexion: Wer bin ich?

Viele dieser Fragen sind sehr allgemein gehalten. Zum Beispiel „Wie verhalte ich mich?“ Da kommt bestimmt gleich die Gegenfrage: „Ja, aber in welcher Situation?“ Vielleicht kommen dir Erinnerungen hoch, von bestimmten Situationen oder Gesprächen, die du mit Freunden geführt hast? Du musst dein Verhalten ja nicht gleich ändern – aber es ist gut, sich selbst richtig einschätzen zu können. Du merkst schon – so eine simple Frage, ist gar nicht so einfach. Die Fragen sind oft deshalb so allgemein, da sie zum Nachdenken anregen sollen und nur du sie wirklich beantworten kannst.

Titelbild: Alexander Shustov via Unsplash

vervola: Yoga Fashion aus der Schweiz

vervola Yogamode Schweiz

Klein aber sehr fein. Das ist vervola. Das Schweizer Yoga-Kleider-Label vereint nachhaltige und natürliche Materialien in zarten Farben mit  raffinierten Schnitten. vervola-Gründerin Susanne Lamberts entwirft jedes Teil und stellt hohe Ansprüche an sich selbst: Jedes Kleidungsstück soll zum Lieblingsteil werden.

Advertorial

Und damit genau das gelingt, ist bei vervola von Anfang bis Ende alles durchdacht: Die Stoffe stammen aus zertifizierter Produktion und tragen Label wie EcoVeroTM oder TencelTM. Selbst die Verpackung besteht aus Stoff-Taschen, die wiederverwendet werden können. Susanne Lamberts lässt ihre Stoffe in einer kleinen Manufaktur in West Java Indonesien herstellen und mit natürlichen Farben färben. Sie kann ihre Kleidung bis auf die Faser zurückverfolgen. Produziert wird sie in einer kleinen Familienschneiderei in Bali.

vervola: Funktion trifft Style

So sorgfältig wie die Auswahl der Materialien und Farben ist auch die Ausarbeitung des Designs. Susannes T-Shirts, Bustiers, Leggings, Tights und Haremshosen sind zeitlos und erfüllen eine hohe Funktionalität, indem sie nicht nur in jeder Asana perfekt sitzen, sondern einen auch in der Freizeit super aussehen lassen. Die Damen-Shirts „Sleevy“ und „Favourite“ sowie auch das rückenfreie „Freestyle“ schmiegen sich perfekt an die Hüfte an und schmeicheln jeder Silhouette. Selbst das Männer-Shirt Classic Tight rutscht nicht, wenn man sich im Handstand befindet.

Der Style kommt trotzdem nicht zu kurz. Ein Highlight sind die handgefertigten Banana-Prints. Mit den Yoga- und Lounge-Klamotten macht man definitiv nicht nur auf der Yogamatte eine tolle Figur. vervola T-Shirts, Jumpsuits oder Bustiers sehen auch auf dem Fahrrad, beim Einkaufen oder einfach zu Hause auf dem Sofa cool aus. Welches wird dein Lieblingsteil?


Mehr Info zu vervola auf vervola.com und @vervola_com.

Fünf Sprachen der Liebe

5 Sprachen der Liebe - Victoria Roman

Wie kommunizierst du mit deinem Partner? Wie drückst du deine Zuneigung und Liebe aus? Autor und Seelsorger Gary Chapman hat die Theorie aufgestellt, dass jeder Mensch eine primäre Sprache der Liebe hat, die er in Beziehungen lebt. Wir stellen euch die fünf Liebessprachen vor.

Titelbild: Victoria Roman via Unsplash

Ist es euch schonmal aufgefallen, dass Menschen ihre Liebe auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen ausdrücken? Manche Menschen lieben es zu schenken und beschenkt zu werden. Andere sind ganz schlecht darin eine gute Geschenkidee für ihre Liebsten zu finden – das hat oft großes Konfliktpotential. Unter „Sprache der Liebe“ versteht Gary Chapman, Autor des Buches „The Five Love Languages“ (Die fünf Sprachen der Liebe), die Art und Weise, wie wir Liebe und Wertschätzung in Beziehungen ausdrücken. Chapman vergleicht dabei die persönliche Liebessprache mit einer Muttersprache. Wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache aufeinandertreffen, ist es schwierig, sich zu verstehen.

Das heißt, um eine gute Beziehung zu führen, muss ich die Liebessprache meines Partners wie eine Fremdsprache lernen. Und ganz wichtig: Beide Partner müssen die Muttersprache des Anderen lernen. Kennst du deine Liebessprache? Wie drückst du deine Zuneigung aus? Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du hier den Fünf-Sprachen-der-Liebe-Test machen und herausfinden, welche Liebessprache du „sprichst“.

Wie wir unserer Liebe Ausdruck verleihen

Lob und Anerkennung

Für Menschen mit dieser Beziehungssprache ist es absolut selbstverständlich, dass sie nicht nur Erfolge loben, sondern selbst kleinste Aufmerksamkeiten und Gesten wertschätzen und dies auch zum Ausdruck bringen. Sie haben wirklich eine Gabe mit ehrlichen Komplimenten, den Menschen, die sie lieben Anerkennung und Dank zu zeigen. Ihre ehrliche Wertschätzung, ihre Liebe und ihre Dankbarkeit kommt von Herzen. Oft ist es diesen Menschen gar nicht bewusst, dass sie das tun, da es einfach ihrer Natur entspricht.

Zweisamkeit: Quality Time mit dem Partner

Menschen dieser Sprache bringen ihre Liebe und Wertschätzung durch bewusst gelebte Zweisamkeit zum Ausdruck. Sie nehmen sich wirklich Zeit für den Anderen. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit schätzen sie in besonders hohem Maße. Das kann ein gemeinsames Abendessen sein, lange Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und vieles mehr. Wichtig dabei ist, dass die gemeinsame Zeit bewusst und aufmerksam miteinander verbracht wird, ohne Störungen von Außen oder Dritter.

Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten

Es muss nicht Weihnachten oder ein Geburtstag anstehen, um Liebe mit einem Geschenk auszudrücken. Auch der materielle Wert ist zweitranging. Viel mehr zählt der Gedanke, die Kreativität oder das Überraschungsmoment. Für den „Geschenk-Typ“ ist es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn sich jemand schon bei der Auswahl des Geschenkes Gedanken über die Wünsche und Bedürfnissen des Beschenkten macht. Das kann auch die Lieblingsschokolade des Partners sein, die beim Einkauf mitgebracht wird.

Hilfsbereitschaft – Gesten der Unterstützung

Der Grundsatz lautet „Was kann ich dir Gutes tun?“ Menschen dieses Liebestyps helfen aus Leidenschaft. Helfen ist für sie eine Selbstverständlichkeit und ein Liebesdienst. Dabei geht es nicht um die Größe der Geste. In einer Beziehung können das die scheinbar unwichtigsten Dinge sein, daher liegt darin auch viel Konfliktpotential. Wenn zum Beispiel Einer immer den Müll rausbringt, weil er das als Zeichen der Liebe sieht, der andere Partner diesen Liebesdienst aber als selbstverständlich sieht, fehlt die Wertschätzung. Das kann auf Dauer die Beziehung ausbrennen lassen.

Zärtlichkeit – körperliche Nähe

Wir denken hier vielleicht gleich an Sex, aber körperlicher Kontakt kann vieles sein: Küssen, Händchenhalten, Kuscheln und vieles mehr. Bei diesem Typ findet Kommunikation auf der non-verbalen Ebenen statt. Menschen, die ihre Liebe über diese Sprache kommunizieren, fühlen sich geliebt, wenn sie umarmt, geküsst oder gestreichelt werden. Jede Berührungen wird als Liebesbeweis empfunden und ein zärtlicher Körperkontakt wiegt mehr als die Worte „Ich liebe dich“.