Ayurveda To Go: Ayurvedischer Herbst

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Der Herbst wird von der starken Energie des Vata Doshas dominiert. „Vata“ bedeutet „das, was Dinge bewegt“, setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen und steht grundsätzlich für die Bewegung im Organismus. Es regelt die Dynamik hinter allen Stoffwechselprozessen, die Atmung sowie sämtliche Vorgänge des Ausdehnens und Zusammenziehens im Körper.

Vata besitzt die Eigenschaften kalt, rau, trocken, leicht, bewegt und feinstofflich. Traditionell werdem diesem Dosha Emotionen und Gefühle wie Kühle, Nervosität, Aufregung, Zittern und Krämpfe zugeordnet. Vata hat seinen Sitz im Dickdarm, dem Becken, den Ohren, der Haut und den Knochen und hat auch für den Verlauf des Lebens Bedeutung: Es nimmt nicht nur im Herbst, sondern auch im Laufe des Lebenszyklus zu. Erscheinungen des Alters, darunter Osteoporose, Demenz, Zittern und sprichwörtlich die morschen Knochen, sind aus Sicht des Ayurveda eine zu starke Anhäufung der Elemente Luft und Äther im Körper.
Mit seiner dynamischen Energie sorgt Vata aber auch für den nötigen Schuss Inspiration und Dynamik – vor allem nach der Hitze des Sommers, die uns manchmal verleitet, alles von uns zu strecken und den lieben Gott einen guten Mann oder Frau sein zu lassen. Somit ist der Herbst  eine gute Zeit, um anstehende Projekte mit neuer kreativer Kraft anzugehen.
Zudem bietet sich der Herbst hervorragend an, um mit einer kleinen Entgiftung die durch die Hitze des Sommers gelösten Schlacken auszuspülen. Denn schon bald steht wieder die Weihnachtszeit mit Plätzchen, Punsch und deftigem Essen vor der bunt geschmückten Tür.

Tipp zur herbstlichen Entschlackung
Eine einfache Variante ist, morgens nach dem Aufstehen eine Tasse heißes Wasser zu trinken. Aber Achtung: Das Wasser sollte mindestens 10 Minuten kochen.
Dadurch werden die Wasserstoffbrückenbindungen gelöst, die Moleküle werden somit leichter und ähneln so stärker dem Wasser in den Zellen. Dieser Vorgang beschleunigt die Zellentgiftung erheblich, da das Wasser schneller aufgenommen werden kann. Wenn ein Stück frischer Ingwer mitgekocht wird, verstärkt sich dieser Effekt noch.

Einfache Rezepte für den Herbst
Um ein Gleichgewicht zu den kalten, rauen und trockenen Eigenschaften des Herbstes zu schaffen, sind aus Sicht des Ayurveda Gerichte mit süßem, salzigem und saurem Geschmack zu empfehlen. Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, die pure Zitrone zu trinken oder das Nugat-Glas leer zu frühstücken. Mit ihrem wärmenden, anfeuchtenden und schweren Charakter sorgen diese drei Geschmacksrichtung aber für ein natürliches Gleichgewicht: Im wärmenden Mantel fühlen wir uns jetzt ja auch wohler als mit Flip-Flops und T-Shirt


Karotten-Dattel-Suppe

(Zutaten für 4 Personen)

1,5 Liter basic Karottensaft
8 Karotten
12 Blätter frisches Basilikum
8 saftige Datteln
1 EL edelsüßes Paprikapulver
1 EL mildes Currypulver
2 TL frische, zerstoßene, rosa Pfefferbeeren
2 EL Gemüsebrühe
Ghee oder Kokosfett zum Anbraten
1 Prise Meersalz

 

Die Karotten schälen, klein schneiden, Datteln ebenfalls klein schneiden und in Ghee andünsten.  Paprika und Currypulver zugeben, alles gut verrühren und für weitere drei Minuten ziehen lassen. Den Karottensaft mit der Gemüsebrühe mischen, in den Topf geben, aufkochen und für 15 Minuten köcheln lassen. Basilikum zugeben und die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

 

Biryani mit warmem Kokos-Mangold-Salat und gerösteten Cashewkernen
(Zutaten für 4 Personen)

Zubereitung Reis:
400g gemischtes Gemüse, gewaschen und klein geschnitten
100g getrocknete Mangostücke, klein gehackt
500g Natur- oder Sojajoghurt
300g Reis
1,5 Liter Gemüsebrühe
1 EL fein gehackter Ingwer
2 EL Currypulver
2 EL süßes Paprikapulver
2 rote Zwiebeln

Reis nach Anleitung in Salzwasser kochen.
Gemüse in 1,5 Liter Gemüsebrühe bissfest garen.
Zwiebeln schälen, in Würfel schneiden und zusammen mit dem Ingwer kurz in Ghee glasig dünsten.
Joghurt mit Curry, Paprika, Zwiebeln und Ingwer vermischen. Gemüse darin marinieren und 20 Minuten ziehen lassen.
In eine kleine Auflaufform eine Schicht Reis, darauf das Gemüse und wieder eine Schicht Reis geben. Das Ganze für 15 Minuten bei 180 Grad in den Backofen geben.

Zubereitung Mangold:
100 g Cashewkerne
1 EL Garam Masala oder eine andere Gewürzmischung
500g Mangold
200 ml Kokosmilch
200 ml Gemüsebrühe
100 ml Orangensaft
1 EL gehackter Ingwer
1 kleine gehackte grüne Chili
1 EL Ghee oder Kokosfett

Cashewkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten.
Mangold waschen, die weißen Stiele und die Blätter in Streifen schneiden. Ghee in einer Pfanne erhitzen. Ingwer und Chili kurz darin glasig dünsten. Zuerst die Mangoldstiele in die Pfanne geben, nach 4-5 Minuten die Blätter.
Nun Brühe, Kokosmilch und Orangensaft zugießen. Kurz aufkochen lassen, Hitze reduzieren und den Mangold auf kleiner Hitze weitere 2-3 Minuten in der Pfanne lassen. Kurz vor dem Servieren die Cashewkerne untermischen.
Bei Bedarf mit Meersalz und rosa Pfefferbeeren abschmecken und mit Kokosflocken bestreuen.

 

Text und Rezepte von Volker Mehl www.koch-dich-gluecklich.de