In einer Welt, die von Hektik und Stress geprägt ist, suchen immer mehr Menschen nach Wegen, um innere Ruhe und Balance zu finden. Yoga und eine bewusste Ernährung sind dabei zwei wesentliche Säulen, die helfen können, Körper und Geist in Einklang zu bringen. In diesem Artikel erfährst du, wie die Kombination aus Yoga und einer ausgewogenen Ernährung deine Lebensqualität verbessern kann und welche Rolle dabei natürliche Hilfsmittel wie Cannabisöl spielen können.
Die Bedeutung von Yoga für Körper und Geist
Yoga ist mehr als nur eine Serie von Körperübungen. Es ist eine ganzheitliche Praxis, die darauf abzielt, das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen. Durch regelmäßiges Yoga können Stress und Anspannung reduziert, die Flexibilität und Stärke des Körpers verbessert und die geistige Klarheit gefördert werden. Atemübungen, Meditation und verschiedene Asanas (Körperhaltungen) tragen dazu bei, den Geist zu beruhigen und die Konzentration zu steigern.
Ernährungsprinzipien für eine bessere Yogapraxis
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für eine effektive Yogapraxis. Lebensmittel, die reich an Nährstoffen sind, unterstützen den Körper bei der Regeneration und geben ihm die nötige Energie. Hier sind einige Ernährungsprinzipien, die du beachten solltest:
Frische und natürliche Lebensmittel: Bevorzuge frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Samen. Diese liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die deinen Körper stärken.
Ausreichend Flüssigkeit: Hydration ist essenziell. Trinke ausreichend Wasser und Kräutertees, um deinen Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen.
Leichte und bekömmliche Mahlzeiten: Vermeide schwere und fettige Speisen, die den Körper belasten und müde machen. Leichte, pflanzenbasierte Mahlzeiten sind ideal, um dich während der Yogapraxis leicht und energiegeladen zu fühlen.
Probiotika und fermentierte Lebensmittel: Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut und Kimchi können die Darmgesundheit fördern. Ein gesunder Darm ist essenziell für das allgemeine Wohlbefinden und kann auch die Yoga-Praxis unterstützen.
Vermeidung von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten: Reduziere den Konsum von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln. Diese können zu Energieschwankungen führen und die geistige Klarheit beeinträchtigen.
Die Rolle von Cannabisöl in einer ganzheitlichen Lebensweise
Cannabisöl als natürliches Hilfsmittel kann eine wertvolle Ergänzung zu Yoga und einer ausgewogenen Ernährung sein. Das Öl, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird, hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erregt. Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Cannabisöl vielseitige positive Effekte haben kann. Es wird häufig zur Linderung von Stress, Angstzuständen und Schmerzen eingesetzt und kann somit die Entspannungs- und Regenerationsphasen nach dem Yoga unterstützen.
Yoga und Ernährung: Praktische Tipps für den Alltag
Um die Vorteile von Yoga und einer bewussten Ernährung voll auszuschöpfen, ist es wichtig, diese Praktiken fest in deinen Alltag zu integrieren. Hier sind einige praktische Tipps, die dir dabei helfen können:
Morgenroutine: Beginne deinen Tag mit einer kurzen Yoga-Einheit und einem nährstoffreichen Frühstück. Dies gibt dir Energie und bringt deinen Geist in einen positiven Zustand. Ein Smoothie aus grünem Blattgemüse, Beeren und pflanzlichem Protein kann ein idealer Start in den Tag sein.
Planung und Vorbereitung: Plane deine Mahlzeiten im Voraus und bereite sie frisch zu. Dies hilft dir, gesunde Entscheidungen zu treffen und Versuchungen zu widerstehen. Ein Wochenplan mit gesunden Rezepten kann dabei sehr hilfreich sein.
Achtsamkeit üben: Sei achtsam, sowohl bei der Yoga-Praxis als auch beim Essen. Konzentriere dich auf deinen Atem und deine Bewegungen beim Yoga und genieße bewusst jeden Bissen deiner Mahlzeiten. Achtsames Essen fördert die Verdauung und kann helfen, Überessen zu vermeiden.
Bestimmte Yoga-Übungen sind besonders hilfreich, um innere Balance und Energie zu fördern. Der Baum (Vrikshasana) ist eine solche Übung, die dein Gleichgewicht verbessert und die Beine stärkt. Stelle dich dafür aufrecht hin, verlagere dein Gewicht auf ein Bein und lege den Fuß des anderen Beins an die Innenseite deines Oberschenkels. Finde deine Balance und strecke die Arme über den Kopf.
Eine weitere effektive Asana ist die Kobra (Bhujangasana), die die Wirbelsäule dehnt und die Brust öffnet. Lege dich dazu auf den Bauch, platziere die Hände unter den Schultern und hebe langsam den Oberkörper an, während du die Ellbogen nah am Körper hältst.
Schließlich ist die Brücke (Setu Bandhasana) eine Übung, die den Rücken und die Beine stärkt. Lege dich auf den Rücken, beuge deine Knie und lege deine Füße flach auf den Boden. Hebe Hebe das Becken so weit, bis dein Körper gerade ist. Diese Übungen können dir helfen, deine tägliche Yogapraxis zu bereichern und deine innere Balance und Energie zu steigern.
Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung deiner Ernährung
Neben einer ausgewogenen Ernährung können auch Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein, um sicherzustellen, dass du alle notwendigen Nährstoffe erhältst. Hier sind einige Ergänzungen, die besonders für Yogis von Vorteil sein können:
Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Gehirnfunktion und können Entzündungen im Körper reduzieren. Sie sind in Fischöl oder Algenöl enthalten.
Vitamin D: Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel ist wichtig für das Immunsystem und die Knochengesundheit. Vor allem in den Wintermonaten kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
Magnesium: Magnesium unterstützt die Muskelentspannung und kann Muskelkrämpfen vorbeugen. Es ist in grünem Blattgemüse, Nüssen und Samen enthalten, kann aber auch als Ergänzung eingenommen werden.
Fazit
Yoga und eine ausgewogene Ernährung sind zwei kraftvolle Werkzeuge, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Die Integration dieser Praktiken in deinen Alltag kann dir helfen, mehr innere Ruhe und Balance zu finden. Yoga unterstützt dich dabei, Stress abzubauen, deine Flexibilität und Stärke zu verbessern und geistige Klarheit zu fördern. Eine bewusste Ernährung, reich an frischen und natürlichen Lebensmitteln, ausreichend Flüssigkeit und leicht verdaulichen Mahlzeiten, liefert deinem Körper die nötige Energie und fördert deine Gesundheit.
Zusätzlich können natürliche Hilfsmittel wie Cannabisöl, das bei der Linderung von Stress, Angstzuständen und Schmerzen helfen kann, deine Entspannungs- und Regenerationsphasen nach dem Yoga unterstützen. Achte darauf, deine Ernährung durch Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Magnesium zu ergänzen, um sicherzustellen, dass dein Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält.
Durch die tägliche Praxis von Yoga-Übungen wie dem Baum, der Kobra und der Brücke kannst du deine innere Balance und Energie steigern. Plane deine Mahlzeiten im Voraus, übe Achtsamkeit beim Essen und Yoga und beginne deinen Tag mit einer nährstoffreichen Morgenroutine.
Stärkung und Entspannung: Das solltest du unbedingt über die Basis deines Körpers wissen
Der Beckenboden ist ein oft vernachlässigter, aber wichtiger Teil unseres Körpers. Als Netzwerk aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe bildet er die Basis unseres Beckens und unterstützt Funktionen wie Blasen- und Darmkontrolle sowie die Stabilität des Körperkerns. Seine immense Bedeutung wird meist erst bei Problemen wie Harninkontinenz nach Schwangerschaft oder im Alter deutlich, wodurch gezielte Pflege und Training nötig werden.
Im „YogaWorld Podcast“ will Hostin Susanne Mors mehr über die Funktionen des Beckenbodens und seine Rolle in der Yogapraxis erfahren. Zu Gast ist Yogalehrerin und Heilpraktikerin Heike Gross, die die Beckenbodentherapie zu ihren Spezialgebieten zählt. Heike erklärt, welche Funktionen der Beckenboden erfüllt, warum er für unsere Gesundheit wichtig ist, woran man einen geschwächten Beckenboden erkennt und welche Faktoren zu Problemen führen können.
Natürlich sprechen Heike und Susanne auch darüber, wie Yoga den Beckenboden stärken kann. Heike teilt Techniken und Übungen, die bei Beckenbodenproblemen helfen, und erläutert, welche Vorteile es hat, den Beckenboden in die Yogapraxis zu integrieren. Sie gibt wertvolle Tipps, wie man den Beckenboden im Alltag einbeziehen kann, etwa beim Heben schwerer Gegenstände, und spricht über die Verbindung des Beckenbodens zu anderen Körperteilen sowie den Einfluss von Stress und emotionalen Blockaden auf diesen sensiblen Bereich.
Ist Hatha-Yoga modernes Yoga? Ist es richtig, dass der Körper so im Mittelpunkt steht? Ein guter Weg, sich diesen Fragen zu nähern, sind die historischen Texte der Nath-Yogis, von denen die Hatha Yoga Pradipika (HYP) wahrscheinlich der bekannteste ist. Alles Theorie? Mitnichten! Wir nutzen sie für unsere Praxis, denn „das Lesen alleine bringt keinen Erfolg“, wie schon die Pradipika weiß.Sybille Schlegel nimmt in diesem Artikel vier verschiedene Nath-Texte genauer unter die Lupe.
Text: Sybille Schlegel, Titelbild: Daniel Adams/Studio India via Canva
Da hab ich mir ja was aufgehalst, denke ich, während ich die Goraksha Shataka auf dem Sitzfahrrad im Gym sitzend lese. Es ist der Nath-Text, den ich am wenigsten kenne bisher. Die Hatha Yoga Pradipika habe ich schon mal komplett übersetzt und unterrichte sie regelmäßig in unserem Teacher Training. Die Gheranda Samhita und die Shiva Samhita besitze ich als englische Ausgaben seit etwa 10 Jahren und habe sie mehrfach gelesen.
Für diesen Artikel nehme ich alle vier nochmal genauer unter die Lupe – und erwische mich bei wechselnden Gefühlen. Das kann durchaus passieren, wenn man die traditionellen Yogatexte des alten Indien rezipiert und deshalb beschreibe ich mal kurz meine Kontemplationen dazu, denn solche Reaktionen sind ganz normal und sollten uns nicht vom Studium der Weisheitslehren des Yoga abhalten:
1. Verwirrung: Im Gegensatz zum angenehmen Gefühl von Klarheit wühlt die Verwirrung Geist und Emotionen auf. Ich bin verwirrt, weil ich die Texte ziemlich unsystematisch finde. Weil ich die altindischen Symbole nicht kenne.
2. Ärger: Ich gehöre definitiv nicht zur Zielgruppe der Texte, denn sie sind eindeutig für Männer verfasst. Auch die Sprache ist recht maskulin (was in den Übersetzungen deutlicher ist als im Original-Sanskrit). Harsch anmutende Anweisungen, Verbote, Praktiken, die Energien willentlich dominieren. Und immer wieder: Penis, Penis, Penis. Ich bleibe an den misogynen Stellen hängen, in denen Frauen als Ablenkung, Bedrohung, Objekt zur Ausführung von sexuellen Mudras beschrieben werden. Ich beginne zu überlegen, ob ich den Artikel absagen kann …
3. Neugier: Wo ist der rote Faden? Was ist in den Texten gleich, was unterschiedlich? Wo liegt der Kern der Hatha-Lehre in der Tradition der Nath?
4. Beklemmung: Die Warnungen zu den subtileren Techniken, bei denen man in die tiefsten, vegetativen Körperfunktionen eingreift, sind gruselig. Auch, wenn die Funktionalität der Natur entspricht, ist das bestimmt mit Vorsicht und Respekt zu genießen. Es ähnelt der medizinischen Wirkung von Giftpflanzen: Man muss die passende, individuelle Dosis kennen, damit die Wirkung positiv ist. Sonst ist die Macht zerstörerisch.
5. Respekt: Ich werde mir bewusst, dass ich als westlicher, moderner Mensch trotz aller Bildung nicht viel weiß. Erst gegenwärtig beschäftigt sich die Wissenschaft mit den Effekten der Atmung, der Regenerationsfähigkeit von Nervengewebe und vielem anderem, das die yogischen Texte schon vor Hunderten von Jahren behandelten. Auch ist die Mystik des alten Indiens so vielfältig und fein, dass ein paar Semester Indologie nur auf der Oberfläche standhalten. Ich beschließe meine Empfindungen zu respektieren – und mehr noch die unergründlich tiefe Weisheit der Yogis, deren Worte die Jahrhunderte überdauert haben.
Von außen – von innen
Fresco im Nath Tempel in Indien. Foto: Manakin/Getty Images via Canva
Eine mystische Bruderschaft, vier Texte und magisch anmutende Praktiken, die angeblich unsterblich, wunderschön und unwiderstehlich machen? Klingt wie aus einem Hollywoodstreifen, kommt aber aus dem indischen Mittelalter. Wie so oft kann man sich auch den historischen Wurzeln dieser vier Texte nur annähern, findet einen gewissen Zeitraum (8.-14. Jahrhundert), in dem sich der Plot hauptsächlich abgespielt und von dort bis ins Heute gezogen hat. Verschleiert vom Lauf der Zeit, verklärt von Yogatourist*innen, verrufen durch andere Yogatraditionen und von der indischen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts – doch wer waren eigentlich die sogenannten Nath-Yogis, deren Texte wir hier näher betrachten?
Der amerikanische Pfarrer George Weston Briggs, der als Seelsorger im britischen Militär zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Indien tätig war, formt den Blick von außen: Sein Buch „Goraknath und die Kanpatha Yogis“ versucht aus der Perspektive der westlichen Kultur und mit der Methodik der sozio-kulturellen Wissenschaften zu beschreiben, zu beziffern.
Unterwegs wird aus oberflächlich-arrogant allerdings neugierig-respektvoll. Die Yogis mit den Ohrringen (Kanpatha) scheinen gut organisiert und gleichzeitig dezentral gewesen zu sein: Sie lebten in Männerbünden, als Einsiedler, als Familienoberhaupt. Viele huldigten dem Gott Shiva als höchstem Prinzip, andere folgten Vishnu, manche verehrten das weibliche Göttliche mehr. Die vielfältige Buntheit Indiens beginnt den westlichen Geist zu betören, der verzweifelt versucht, die eine Antwort zu finden und am mentalen Einordnen und Verstehen festzuhalten…
„Asana, verschiedene Kumbhaka, die Praxis, die man Mudra nennt, dann Nadi Shodhana, diese bilden die Praxisfolge von Hatha-Yoga.“
– Hatha Yoga Pradipika 1.56
Die Legenden der Nath-Texte
Einige berühmte Persönlichkeiten der Naths sind bis heute mit Namen bekannt: Wie der sagenhafte Matsyendra, der von Shiva als Fisch die Lehren des Hatha gehört und dann zum Menschen gewandelt worden sein soll, um die Weisheiten weiterzugeben. Vermutlich verbirgt sich dahinter ein im shaktistischen Tantra verwurzelter Yogi, der von Goraksha aus dem „Tempel der Frauen errettet“ worden sei. Als gelernte Historikerin versinke ich hier gerne in der Attraktivität der Legenden.
Goraksha selbst soll maßgeblich an der Gründung der Nath-Yogi-Bruderschaften beteiligt gewesen sein. Man liest, er habe Hatha-Yoga vom anrüchigen Tantra befreit und mit dem Yoga des Patanjali vereinbar gemacht. Mystische Traditionen treffen auf indischen Kult-Mainstream. Und dann ist da noch Gheranda, von dem wir einen Text haben, aber so gut wie nichts wissen.
Auch die Texte selbst formulieren flüsternd im Schatten, obwohl die Hatha Yoga Pradipika ihrem Namen nach („Licht auf Hatha Yoga“) doch Licht ins Dunkel bringen will. Aber leider: Beschreibungen, Andeutungen und Geheimhaltung wechseln sich ab. Körper und Energie, Form und Universum, Außen und Innen verschwimmen in ein großes Ganzes, das man nicht einfach so runterlesen kann im Urlaub auf der Strandmatte. Man wünscht sich regelrecht den Guru herbei, der einem – wie in den Texten angemahnt – die Zusammenhänge und Symbole erläutert.
Und hier liegt die innere Perspektive: Will man es wirklich wissen, braucht man eine Hatha-Tradition, in der die Lehre gelebt und geübt wird. Ich bin über meine Lehrer*innen der Krishnamacharya-Tradition verbunden sowie der von Sri Brahmananda Sarasvati. Krishnamacharya hatte als Sanskritist, Ayurveda-Arzt und Yogameister eine ebenso breite wie tiefe Kenntnis des Hatha-Yoga.
In der Weitergabe durch seine Schüler*innen spielen die Nath-Texte allerdings nur eine kleine Rolle. Sein Schüler A.G. Mohan übt in seiner Ausgabe der HYP sogar fast harsche Kritik an diesem Text. Vermutlich ist es so, dass man sich für die Innensicht auf Hatha-Yoga eine Tradition sucht, zu der man sich intuitiv hingezogen fühlt, die sich auf eine lange Linie von Lehrer*innen beruft, die ernsthaft und respektvoll ist. Und dann, über diesen Faden, lässt man sich dahin bringen, wo kein Faden mehr nötig ist.
Vom Groben ins Feine
Vier Texte sind uns aus der Nath-Tradition bekannt und über Übersetzungen allgemein zugänglich: Hatha Yoga Pradipika, Gheranda Samhita, Goraksha Shataka und Shiva Samhita. Hier die wichtigsten Eckdaten und Inhalte kurz zusammengefasst:
Hatha Yoga Pradipika –Licht auf Hatha-Yoga
Verfasser: Yogi Svatmarama Aufbau: Asana, Pranayama, Mudra, Samadhi Inhalt: Lineage, Einleitung über die Unklarheit der Yogapraktiken als Ausgangspunkt für Text, 36 Asanas, 6 Kriyas, Anweisungen zu Lebensweise und Ernährung, 9 Pranayamas, 10 Mudras, Nada als Versenkungsobjekt, Anmerkungen zum Aufgehen im Selbst
Gheranda Samhita –Die Sammlung des Gheranda
Verfasser: Gheranda an seinen Schüler Candakapali Aufbau: Kriya, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama, Dhyana, Samadhi Inhalt: Einleitung über die Notwendigkeit der Yogapraxis, 27 Kriya, 32 Asana, 25 Mudra, Pratyahara als Übung der inneren Unabgelenktheit, Anweisungen zu Lebensweise und Ernährung, 11 Pranayama, 5 Kontemplationen mit Visualisierung, Mantra und Mudra (Nyasa), Samadhi als Einheit mit Brahman
Goraksha Shataka –Die 100 des Goraksha
Verfasser: Goraksha (Lineage von Svatmarama, Schüler von Matsyendranath) Aufbau: Teil 1 (der niedere Teil) – Asana & vorbereitende Praxis, Teil 2 (der höhere Teil) – Pranayama & Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi Inhalt: Kurze Einleitung, 6 Anga des Yoga, 2 Asana, Beschreibung von 6 Chakras, Beschreibung von 10 Nadi, Erweckung von Kundalini Shakti, Beschreibung der Lebensweise, 5 Mudra, 3 Bandha, Mantra-Praxis (Pranava), Nadi Shodhana, Wirkungen von Pranayama, Pratyahara, Dharana, Samadhi
Shiva Samhita –Die Sammlung Shivas
Verfasser: Shiva an Parvati Aufbau: Das Prinzip des Lebens, Wissen, Praxis, Mudra, Meditation Inhalt: Vedantische Lehre, Einheit von Körper und Universum mit Nadi-System, 10 Vayus, Vorbereitung zur Praxis, Nadi Shodhana, Anweisungen zur Ernährung, Wirkung von 16 Pranayama (die allerdings nicht genannt werden), Dharana-Praxis, 4 Asanas, 11 Mudra, Hinweise zur Praxis allgemein, Nada Yoga, Meditation, Erweckung von Kundalini Shakti, Beschreibung von 7 Chakras, Beschreibung Ida, Pingala und Sushumna, Anweisungen für verheiratete Yogis (Grhasta)
Sie sind alle ein wenig unterschiedlich, sie alle haben Gemeinsamkeiten: Hatha-Yoga dient dem Raja-Yoga und damit letztlich Samadhi. Das heißt, die Posen dienen nicht der Form, alles Atemanhalten nicht der reinen Dauer des Könnens, sondern sämtliche Techniken sollen letztlich die Energien oder die Funktionalität des Körpers optimal auf tiefe Meditation, Versunkenheit (Samadhi) einstellen. Inklusive des in den Texten hochgelobten Khecari Mudra, bei dem die Zunge an der Wurzel eingeritzt und dann langgezogen und durch den Rachen in die Nasenhöhle gesteckt wird.
Das Resultat: eine Art Winterschlaf. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren, Atmung und Herzschlag verlangsamt. Der Körper verzichtet dadurch auf die uns so bekannten Ablenkungen in der Meditationspraxis wie Hunger und sexuelle Bedürfnisse. Es existiert ein Bericht eines deutschen Arztes aus den 1930er-Jahren, in dem dieser höchst überrascht erklärt, dass Krishnamacharya bei einer seiner Demonstrationen über einen Zeitraum von fünf Minuten keinen Puls hatte und er ihn mit Sicherheit für tot erklärt hätte. Desikachar soll seinen Vater einmal gefragt haben, wie das geht. Dieser habe jedoch abgewunken mit den Worten, das sei nicht, was die Welt braucht. Bestimmt hat er recht … trotzdem ist es faszinierend.
Einssein mit Körper und Seele
Mudra und Symbole findet man in allen vier Nath-Texten. Foto: Andy Krakovsky/Getty Images Signature via Canva
Die Hatha-Yogis verstanden physische Funktionen wie nur wenige nach ihnen: Alles, was den Atemfluss verlangsamt und damit die Regungen des Geists verringert, hat sie interessiert und wurde Teil ihrer Praxis: So das Drücken der Zunge gegen den Gaumen, was beim Kauen natürlich vorkommt und den Atem verlangsamt, um Verschlucken zu verhindern. Oder das Ausatmen und Anhalten der Atmung, das den Parasympathikus aktiviert.
Oder ganz einfach das Liegen in Shavasana, was meine Lehrerin ein „Mudra für Schlaf“ nennt: Die Haltung ist ein Signal für den Körper, gewisse Funktionen hochzufahren und andere runter. Je langsamer der Organismus, desto ruhiger der Geist, desto tiefer können Yogis und Yoginis eintauchen in das Einssein.
Den physischen Körper pflegen
Ablenkung von der Versunkenheit ist unerwünscht, deshalb gilt es, den Körper mit besonderen Handlungen zu reinigen: In der HYP werden sechs sogenannte Karmas oder Kriyasbeschrieben, in der Gehrenda Samhita gibt es 27 – vom Zungeschaben übers Zähneputzen bis hin zu Darmreinigungen mittels willentlichem Luftschlucken und Auspupsen oder dem Ausstülpen des Dickdarms in ein fließendes Gewässer. Kein Wunder, dass a) das Ganze unbeobachtet stattfinden sollte und b) Krishnamacharya als Ayurveda-Doktor von allgemeiner Anwendung warnte.
Asana hat den Grundzweck, den Körper leicht, flexibel und stark zu machen. Einzelne Positionen werden darüber hinaus als Kur, etwa für Verdauungsstörungen empfohlen. Pranayama soll die Fähigkeit zur Stille über die Atemstille trainieren, mit dem Effekt perfekter Versorgung der Zellen.Pratyahara, sonst eher bekannt aus dem Yogasutra, wird in der Goraksha Shataka beschrieben als das bewusste Wahrnehmen durch die Sinne und das ebenso bewusste Nicht-Reagieren darauf.
MittelsMudra – einer Verbindung aus Körperhaltung, Kumbhaka (Atempause) und Bandha (Muskelkontraktionen in Verbindung mit dem Atemhalten) – soll sich Energie im Körper konzentrieren, um ein ruhendes Energiepotenzial zu erwecken.
Ha und Tha
Das ist auch eine mögliche Erklärung für den Begriff Hatha: Ha steht für die aktive Energie und Einatmung (Prana Vayu), Tha für die passive Energie und Ausatmung (Apana Vayu). Prana Vayu wird durch die Sonne symbolisiert,Apana Vayudurch den Mond. Dadurch wird Ha auch zum Lautklang für Sonne und Tha (übrigens mit nach hinten gebogener Zunge ausgesprochen) zum Lautklang für Mond.
„Apana zieht Prana an und Prana zieht Asana an. Wer diese zwei Pranas vereint, die im oberen und im unteren Bereich wirken, ist ein Kenner des Yoga.“
– Goraksha Shataka 1.40
Diese gegensätzlichen Energien zusammengebracht kreieren eine energetische Einheit. Und deren Kraft weckt wiederum Kundalini Shakti (wörtlich: die zusammengerollte Energie), die sich dann wie eine plötzlich geweckte Schlange aufrichtet und durch den Energiekanal der Wirbelsäule (Sushumna Nadi) emporsteigt und sich mit Shiva vereint.
Ganz grob gesagt. Shakti gilt als Göttin, die sich im Tanz mit Shiva befindet: Tanzt sie fort, herrscht Dualität, kommt sie zurück, entsteht Einheit. Der Ursprung vieler traditioneller Tänze auf der ganzen Welt. Und so wird aus asketischer und akrobatischer Praxis plötzlich spirituelle Mystik. Die Einzelheiten der Lage von Kundalini Shakti, ihre Bewegung, die Beschaffenheit von Sushumna, die Veränderungen auf ihrem Weg nach oben für den Yogi sowie das Entstehen von inneren Klängen bei ihrer Vereinigung: All das wird in den Texten beschrieben. Details können variieren, daher finde ich, wenn man sich damit beschäftigt, sollte man alle lesen, das klärt hier und da schon ein paar Fragen.
Alle Texte führen zur Einheit
Die Shiva Samhita fällt inhaltlich uns systematisch etwas aus der Reihe, gibt aber gleichzeitig ein Fundament für die drei anderen. Shiva spricht hier zu Parvati, seiner Shakti. Das erste Kapitel ist eine Darlegung dessen, was Einheit ist. Das entspräche der Advaita Vedanta-Philosophie, heißt es in den Einleitungen. Neuerdings ist mir so etwas immer egaler. Aber was Shiva hier inhaltlich erzählt, ist klar und auf den Punkt.
Gemälde Shiva und Parvati. Foto: ePhotocorp Getty Images via Canva
Er beantwortet, warum wir uns nicht in Einheit empfinden, wie das Karma da hineinspielt und was das eigentlich ist. Später im Text werden auch die Chakras genau beschrieben, ebenso die Vayus (Winde), die für Hatha-Yoga wichtigen Nadis– und Anweisungen für verheiratete Yogis. Die gab es nämlich auch und deren Frauen haben laut G.W. Biggs auch Hatha-Yoga geübt und als Witwen die Positionen ihrer Gatten in der Gemeinschaft eingenommen. (Puh, jetzt ist es raus. Ich wollte schon ewig mal diese Vorstellung myth-bustern, dass Frauen früher kein Yoga geübt hätten.)
Das Fazit, das keines ist
Die Nath-Texte sind wunderbare Quellen für alle, die Yoga mit dem Körper oder über den Körper üben. Das Machen steht im Vordergrund, das „Wie machen“ erläutern die Texte. Optimal ist das Üben mit einem kompetenten Lehrer, denn nicht immer sind die Anweisungen ganz ausformuliert. Manche der Reinigungstechniken sind heute bereits Teil unserer täglichen Routine, andere heutzutage vielleicht nicht mehr ratsam. Sobald es an Pranayama und Mudra geht, ist ein andächtiges, vorsichtiges Herantasten hilfreich, denn hier beginnt man in die Tiefen des hormonellen Systems und der Körperfunktionen einzugreifen.
Und da wir meist keinen nach den Kriterien der Texte kompetenten Lehrer haben: piano piano, wie der Italiener sagt. Nur, weil was geht, heißt es nicht, dass man es ohne weiteres verträgt. Ein gesunder Körper, ein gesunder Geist, ein ausgeglichener Stoffwechsel, gute Atemkapazität und innere Ruhe sind wirklich etwas wert. In den Winterschlaf muss ich dafür nicht unbedingt.
Sybille Schlegel ist unsere Lieblingsautorin, wenn es um alltagstaugliche Texte zur Yogaphilosophie geht: So locker und leicht, so tief und wahr, einfach wunderbar! Dieser Text stammt aus unserer Reihe im YOGAWORLD JOURNAL „Die wichtigsten Texte der Yogaphilosophie„. Mehr über Sybille erfährst du auf ihrem Instagram Account. Live kannst du sie in Mainz erleben, im Hatha Vinyasa Parampa Studio, das sie gemeinsam mit Andreas Ruhula leitet.
Lese mehr von Sybille Schlegel und tauche tiefer in die Yogaphilosophie ein:
Wir haben in der Yogablase ja schon einige kuriose Trends beobachtet: Bier-Yoga, Wein-Yoga, Nackt-Yoga, Stiletto-Yoga … Aber beim neuesten Trend Puppy Yoga (Yoga mit Welpen) geht es nun deutlich zu weit. Wie schon beim Goat Yoga-Trend (Yoga mit Ziegen)vor einigen Jahren werden lebendige „Requisiten“ eingesetzt. Warum Yoga mit Welpen für uns ein absolutes No-Go ist und aus unserer Sicht verboten gehört, erfährst du hier.
Kommentar von Daniela Klemmer,Titelbild: RedThinkHead/Getty Images via Canva
Klar: Welpen sind niedlich. Zumindest für die meisten Menschen. Und die Vorstellung, dass sich während der Yogapraxis flauschige Hundewelpen um einen tummeln, ist zunächst mal ganz nett. Auch ist bekannt, dass sich die Anwesenheit von Hunden positiv auf die Psyche auswirkt und unter anderem depressive Symptome, Ängste, Stress und Einsamkeit vermindert werden können. Die Idee, Puppy Yoga ins Leben zu rufen, ist also auf den ersten Blick gar nicht mal so weit hergeholt. Doch Achtung! Hier ist es wichtig, hinter die Fassade zu blicken.
Denn im Grunde dreht es sich hier wieder einmal nur darum,wie der Mensch den größten Nutzen aus dem Tier ziehen kann (Stichwort „Speziesismus“). Die Tiere werden als eine Art Sportutensil und Unterhaltungsobjekt eingesetzt. Außerdem ist es offensichtlich, dass die Welpen ein Kundenmagnet sind und die Veranstalter*innen natürlich ihren monetären Profit daraus ziehen wollen. Aber wie steht es um das Tierwohl?
Was ist Puppy Yoga?
Der Yogatrend ist wie so oft aus den USA zu uns herübergeschwappt und hat sich vor allem über die sozialen Medien bei uns in Europa verbreitet. Puppy Yoga ist schnell erklärt: Man macht Yoga, während mehrere Hundewelpen mit im Raum sind.
Die Puppy Yoga-Klassen werden immer mit einer bestimmten Rasse angeboten, das heißt man kann sich bei der Buchung aussuchen, ob man zum Beispiel lieber zwischen Australian Shepherd- oder Golden Retriever-Welpen herumturnen möchte. Die Hunde werden von entsprechenden Züchter*innen zur Verfügung gestellt, die teilweise ebenso während der Stunde anwesend sind. Fast schon als wäre es eine Werbeveranstaltung, bei der Züchter*innen ihre neuesten „Werke“ (Qualzuchten inklusive) präsentieren und – wenn auch indirekt – die Teilnehmenden zum Kauf verlocken. Gleichzeitig sind die Tierheime überfüllt mit Tieren, die sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten.
Foto: Mabuya via Pixabay
Es gibt zum Glück Gegenwind
Das ist einer der Gründe, warum sich die Tierschutzorganisation PETA Deutschland bereits an die Puppy Yoga GbR, einen der größten deutschlandweiten Veranstalter, gewandt und gefordert hat, keine Welpen mehr für ihre Kurse zu nutzen:
„Puppy Yoga ist weder eine meditative Praxis noch Tierschutz. Vielmehr ist es völlig verantwortungslos, Zuchtstätten zu unterstützen, während unzählige Vierbeiner auf ein neues Zuhause warten. Yoga steht für einen achtsamen Umgang mit sich und der Umwelt. Wir appellieren an die Studios, keine Tiere für die Yogapraktiken einzusetzen.“ (PETA Deutschland)
Leider hat die Puppy Yoga GbR dies abgelehnt.
Immerhin in Stuttgart wurde Puppy Yoga vom Veterinäramt vorerst verboten. Sie beruhen sich dabei auf das Tierschutzgesetz §11, da es sich um eine „gewerbsmäßige Zurschaustellung von Welpen“ handelt, für die die Veranstaltenden keine Erlaubnis haben.
In Italien ist Puppy Yoga bereits seit Ende April verboten. Bleibt zu hoffen, dass mehrere Länder nachziehen.
Was brauchen Welpen?
Wenn die Welpen um die Yogamatten wuseln, die Yogi*nis anstupsen und zum Spielen auffordern, mag das den Eindruck erwecken, dass sie Spaß an der Sache haben. Das mag ja sein. Dennoch ist es so, dass Hundewelpen viel Schlaf (bis zu 20 Stunden am Tag!) und Ruhepausen benötigen. Durch solche Puppy Yoga-Stunden werden sie aber komplett überreizt und überfordert. Es wird in den natürlichen sozialen Entwicklungsprozess eingegriffen, was später bei den Tieren zu Verhaltensstörungen führen kann.
Hinzu kommt, dass in Puppy Yoga-Stunden verschiedener Anbieter*innen grundsätzlich Verletzungsgefahr besteht, Hygieneregeln nicht immer eingehalten werden und die Jungtiere sich in der unbekannten Umgebung schutzlos ausgesetzt fühlen können. Das wichtige Verhältnis und Vertrauen zu deren Bezugsperson leidet massiv darunter. Die Bedürfnisse der Welpen rücken also insgesamt in den Hintergrund.
Die Rechtfertigungsversuche reichen nicht aus
Die Veranstalter*innen probieren allerlei aus, um sich ihre Taten ins rechte Licht zu rücken: Zum einen gäbe es Rückzugräume für die Welpen. Die reichen allerdings laut PETA nicht aus, da die Tiere so aufgedreht sind, dass sie sich nicht von alleine zurückziehen. Die FAQs in Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit der Welpen auf der Webseite von Puppyyoga.de sind ausführlich und erwecken bei Laien zunächst ein gutes Gefühl bei der Sache. Es wird unter anderem behauptet, dass die Verantwortlichen „durch ihre eigenen Hunde“ auf Stressanzeichen der Welpen geschult seien. Von etwa professionellen Schulungen kann man nichts lesen. Allein die Fülle an Auflagen und Punkten, die es beim Puppy Yoga zu beachten gibt, sollte doch stutzig machen.
Foto: sinopics/Getty Images Signature via Canva
Was alle Anbieter*innen von Puppy Yoga gemeinsam haben, ist außerdem das auf deren Websites gut sichtbar platzierte Versprechen, die Einnahmen an Tierschutzorganisationen zu spenden. Das kann bei den „tierliebenden“ Konsument*innen zu dem Trugschluss führen: „Ach, wie schön! Die setzen sich sogar für Tiere ein.“ Was hier passiert, ist „Ethics Washing“, das (tier-)ethische Pendant zu „Greenwashing“: Schnell das Gewissen beruhigen, weil man genau weiß, dass das, was man da anbietet bzw. praktiziert, ganz klar unethisch ist.
Die bekannteste Anbieter von Puppy Yoga (Puppyyoga.de) betreibt mehrere identische Instagram-Accounts für die einzelnen Städte, vor allem im süddeutschen Raum. Alle zieren sich mit dem Spruch „We’re doing it the right way“ (Wir machen es richtig). In Augsburg gibt es Puppy Yoga von einem anderen Anbieter, auf dessen Webseite sogar behauptet wird, dass Yoga mit Welpen gut für die Frühsozialisierung der Hundekinder sei. Es sei eine „win-win-Situation“ für Mensch und Tier. Das wagen wir stark zu bezweifeln. Außerdem steht da auch etwas von „einer ordentlichen Portion Cute Aggression“ – wir mussten erstmal googeln, was das bedeuten soll: Cute Aggression beschreibt demnach den Drang, niedliche Dinge zu quetschen, zu drücken, zu kneifen oder gar zu beißen, ohne Schaden anrichten zu wollen. Aha. Definitiv eine unglückliche Wortwahl bei so einem Thema. Denn von Ahimsa, dem yogischen Wert der Gewaltlosigkeit, ist Puppy Yoga meilenweit entfernt.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels gibt es auf der Webseite und den Instagram-Kanälen von Puppyyoga.de im Juli Angebote mit Welpen aus dem Tierheim Höchstädt an der Donau, das vor Ort in Höchstädt stattfinden soll. Tja, leider handelt es sich dabei immer noch um Welpen. Jeweils eine Stunde um 11:30 und um 13 Uhr. Viel Pause bleibt also nicht für die Kleinen … Und es spricht für sich, dass dieser Veranstalter in Süddeutschland weit und breit nur ein einziges Tierheim gefunden hat, das Tiere für eine solche Aktion zur Verfügung stellt. In und um München werden darüber hinaus noch weitere Termine mit verschiedenen Hunderassen von Züchter*innen angeboten.
Weitere Fragezeichen beim Blick in die sozialen Medien …
Schockiert sind wir auch über die vielen zustimmenden Kommentare unter den Posts der Instagram-Accounts der Veranstaltenden. Schaut man beispielsweise auf den internationalen Account @puppyyoga von Puppyyoga.com, findet man dort eine Vielzahl kritischer Kommentare, die sich deutlich gegen Puppy Yoga aussprechen. Da stellt sich uns die Frage, ob es in Deutschland immer noch zu wenig Bewusstsein für die ethische Problematik von Puppy Yoga gibt oder ob die kritischen Kommentare bewusst von den Betreiber*innen verborgen werden …
Was man übrigens außerdem auf Puppyyoga.com und deren Instagram-Account sieht, ist eine Vielzahl an Bildern von schlafenden, auf Menschenkörpern drapierten Hundewelpen. Und nein, diese Hundekinder relaxen nicht etwa in Shavasana, sondern sind offenbar einfach ausgeknockt und überstimuliert.
Ist das noch Yoga?
Foto: Robin Oh/Getty Images via Canva
Und ganz ehrlich: Wie sehr kannst du wirklich in deine Yogapraxis abtauchen, während eine Horde Hundekinder um dich herumtollt? Der eigentliche Sinn und Zweck von Yoga kann hier definitiv nicht im Fokus stehen. Yoga wird wieder einmal auf eine „lustige Gymnastik“ reduziert, zu einem Lifestyle-Trend, der sich auch noch wunderbar in der Instagram-Story macht. Schade.
Dann macht lieber Bier-Yoga. Aber lasst bitte die Welpen in Ruhe und unterstützt keine Anbieter*innen von Puppy Yoga!
Löse energetische Blockaden und verstärke dein inneres Strahlen
Chakras sind energetische Zentren im menschlichen Körper und werden oft als „Lichträder“ oder „Energiewirbel“ beschrieben. Die sieben Hauptchakras verlaufen entlang der Wirbelsäule. Dabei steht jedes dieser Energiezentren für verschiedene Aspekte des physischen, emotionalen und spirituellen Wohlbefindens. Allerdings können die Chakras auch aus der Balance geraten oder es können sich Blockaden bilden.
In dieser Praxisfolge im „YogaWorld Podcast“ nimmt dich die Schweizer Yogalehrerin Nora Kersten mit auf eine Reise durch die sieben Hauptchakren: das Wurzel-Chakra, das Sakral-Chakra, das Solarplexus-Chakra, das Herz-Chakra, das Hals-Chakra, das Stirn-Chakra und das Kronen-Chakra. Das Thema Chakras liegt Nora sehr am Herzen, weshalb sie sich unter anderem in Chakra Healing und Chakrapsychologie ausbilden ließ.
Während dieser 15-minütigen Meditation wirst du tief in dich hinein spüren und jedes Chakra visualisieren und aktivieren. Daraufhin werden die Chakras miteinander verbunden, um eine harmonische Balance herzustellen und dein inneres Strahlen zu verstärken.
Körperliche und seelische Grenzen auszutesten gehört beim Yoga dazu – sie gleichzeitig zu wahren, ist allerdings unabdingbar. Das gilt in der persönlichen Praxis, aber natürlich erst recht in der Interaktion mit anderen. Doch was, wenn Lehrende diese Grenzen nicht berücksichtigen? Wir müssen reden!Dieser Artikel stammt aus der YOGAWORLD JOURNAL Print-Ausgabe 03/2024.
Text: Carmen Schnitzer, Titelbild: doidam10 via Canva
Ein Artikel über sexualisierte Gewalt ausgerechnet in der Ausgabe mit dem Titelthema „Hingabe“? Als wir vorab in der Redaktionssitzung darüber sprachen, war uns schnell bewusst: Einfach wird das nicht. Die Problematik ist komplex, die Übergänge in der vermeintlichen Grauzone zwischen „normaler“ Berührung und traumatisierendem Übergriff erscheinen oft fließend, und das, was wir „die Yogaszene“ nennen, ist zerfasert und nicht leicht unter einen Hut zu bringen. Und doch fanden wir: Gerade in diese Ausgabe gehört ein solcher Artikel. Denn nicht selten passiert es, dass vertrauensvolle Hingabe mit Selbstaufgabe und Unterwerfung verwechselt (oder sogar so propagiert) wird, was einen besonderen Nährboden für Machtmissbrauch und sexuelle Ausbeutung schafft. Oder dass von Grauzonen gesprochen wird, wo es eigentlich eine klare Linie geben sollte: Eine Berührung, die uns unangenehm ist, ist eben nicht „normal“, so einfach ist das. Und doch so schwierig zu benennen. Zum Thema Verwechslung später noch mehr.
Dass es in der Yoga- und auch ganz allgemein der spirituellen Szene neben den großen Skandalen um zum Beispiel Swami Vishnudevananda oder Bikram Choudhoury auch hierzulande massive Probleme mit sexualisierter Gewalt gab und gibt, ist schon lange bekannt. Zuletzt machte etwa der Fall des unterfränkischen „Gurus“ Kai K. Schlagzeilen. Er hatte die Anhänger*innen seiner Lebensgemeinschaft „Go & Change“ unter anderem durch Schlafentzug, Drogen und körperliche Züchtigungen bis hin zu gewaltsamen sexuellen Handlungen von „Dämonen“ zu heilen versprochen.
Ein Extremfall, doch auch sonst haben sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen, überwiegend Frauen, zu Wort gemeldet, die Übergriffe von Yogalehrenden und/oder spirituellen Führer*innen erlebt haben, unter anderem in der SWR-Reportage „Sex-Falle Yoga – Wenn dein Guru zum Täter wird“, die Ende letzten Jahres ausgestrahlt wurde. Der Titel war reißerisch und weckte ein falsches Bild von Yoga, doch das Problem existiert, daran gibt es keinerlei Zweifel.
Höchste Zeit also für die Community, sich aktiv und selbstreflektierend mit der Thematik auseinanderzusetzen! Seit einigen Jahren passiert das zum Glück, wenn auch langsam und mitunter noch zögerlich. Auf Online-Plattformen wie YogaEasy finden sich mittlerweile lesenswerte Texte dazu. Auch wir widmeten dem Thema im Zuge der #MeToo-Debatte und danach bereits einige Artikel (nachzulesen in Heft 3/18 und 2/23).
Den Opfern Gehör zu verschaffen, sie zu ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, ist sicher ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer friedlicheren Realität, in der das Prinzip der Gewaltlosigkeit, Ahimsa, auch wirklich gelebt wird. Doch neben dieser Aufarbeitung des Geschehenen ist jetzt auch der Blick in die Zukunft entscheidend: Was können wir tun, um sexuellen Übergriffen vorzubeugen? In den Gesprächen, die ich dazu führte (Auszüge davon liest du weiter unten im Artikel), wird immer wieder deutlich, wie sehr jeder und jede Einzelne hierbei gefragt ist. Insbesondere Yogalehrende sollten ihrer Verantwortung bewusst sein und Beziehungsdynamiken hinterfragen (Stichwort: Macht).
Oben erwähnte ich bereits den Begriff der Verwechslung, den der Yogapsychologe Martin Witthöft ins Zentrum seines im Deutschen Yoga-Forum erschienenen Artikels stellt: „Ein yoga-psychologischer Ansatz zum Verständnis von sexueller Gewalt im Umfeld des Yoga“ (auch zu finden in seinem Buch „Verkörperter Wandel“.) Darin beleuchtet er fünf Begriffspaare, in denen es zu Verwechslungen kommen kann, darunter das bereits genannte, „Hingabe und Unterwerfung“. Er macht darauf aufmerksam, welche Problematik in der in vielen Yogatraditionen sehr üblichen, unhinterfragten Meister-Verehrung steckt, in der „die ursprünglichen Inhalte zu dogmatischen und starren Glaubenssätzen“ zu werden drohen.
Eine weitere Verwechslung, die er anspricht, ist die von „Sinnlichkeit und Sexualität“: Während „die körperliche Ebene des Yogaunterrichts“ uns „immer auch eine sinnliche Erfahrung“ öffne, sollten sexuelle Beziehungen zwischen Schüler*in und Lehrer*in generell tabu sein. Zudem sollten Lehrende nicht in persönlicher Weise auf die oft aus der Kindheit resultierenden Bedürfnisse ihrer Schüler*innen reagieren (Verwechslung von Vergangenheit und Gegenwart). Verwechslung 4 und 5 betreffen „Das Absolute und das Konkrete“ und in diesem Zusammenhang die zweischneidige Bedeutung der Ego-Aufgabe sowie „Täter und Opfer“ („Victim Blaming“). Zentrale Aspekte, über die ich auch mit Martin Witthöfts Frau, der Yogapsychologin Pia Witthöft, gesprochen habe (hier geht’s zum Interview).
Zweifellos hat Yoga uns viel zu geben und scheint uns oft wie eine kleine Parallelwelt zum schnöden Alltag, in der wir unsere inneren Akkus auftanken können. Doch Yoga ist auch Teil unserer Gesellschaft, das heißt: Wir haben es mit Menschen zu tun. Und Menschen sind fehlbar. So viel uns eine inspirierende Lehrperson auch geben kann – wenn sie es wirklich gut meint, wird sie sich kritisch hinterfragen lassen, deine Grenzen respektieren und dich auf deinem persönlichen Yogaweg begleiten, anstatt dir genau zu sagen, was du zu tun und zu lassen hast. Schluss mit der blinden Verehrung von angeblich „göttlichen“ Meister*innen!
Ausformulierte Regeln, wie sie sich im „Code of Conduct“ der US-amerikanischen Organisation Yoga Alliance finden, könnten sowohl Lehrenden als auch Schüler*innen Orientierung bieten und ungesunden Strukturen entgegenwirken. Dazu gehört zum Beispiel die Forderung, dass Hands-on-Adjustments ausschließlich nach eindeutiger Zustimmung der Schülerin beziehungsweise des Schülers erfolgen dürfen und dass sexuelle und romantische Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden wie oben bereits erwähnt strikt zu vermeiden sind. Sollte sich eine Verbindung einvernehmlich entwickeln, ist es besser, die Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung klar aufzulösen.
Wie eingangs angedeutet, wird ein Artikel wie dieser nicht genügen, um die komplexe Problematik aufzulösen und ein Präventions-Patentrezept zu liefern. Er kann nur ermuntern, hinzugucken, zu hinterfragen und dort etwas zu ändern, wo sich etwas nicht richtig anfühlt. Wir alle sind dazu aufgerufen, dazu beizutragen, dass „die Yogaszene“ uns den Safe Place bietet, den wir brauchen und beanspruchen dürfen.
Kristin Rübesamen
Chefredakteurin von YogaEasy, Yogalehrerin und Autorin mehrerer (Yoga-)Bücher:
„Yoga kann uns körperlich wie spirituell viel geben und sogar identitätsbildend wirken. Darum fällt es vielen schwer zuzugeben, dass diese großartige Technik auch missbraucht werden kann. Aber gerade von Yogalehrenden erwarte ich, dass sie ihre Position reflektieren: Dass sie die ihnen oft entgegengebrachte Verehrung wahrnehmen und sich nicht davon beeinflussen lassen. Viele scheinen sich nicht bewusst machen zu wollen, welch idealen Playground für spirituellen wie auch sexuellen Missbrauch die Yogawelt durch die systemimmanente Verehrung in einem traditionell hierarchischen System bietet. Das geht es auch um Achtsamkeit.
Dass Verehrung und Unterwürfigkeit der Schüler bereitwillig von den Lehrenden akzeptiert werden, liegt womöglich auch in deren prekärer ökonomischer Situation. Wenn schon die monetäre Bezahlung mickrig ist – von Altersvorsorge ganz zu schweigen –, wird die Verehrung als Zusatzlohn empfunden der allerdings anfällig dafür macht, die eigene Macht zu missbrauchen.
Die Verantwortung liegt auf jeden Fall bei den Lehrenden. Hier wäre eine Art ‚Code of Conduct‘ etwa nach dem Vorbild der US-amerikanischen Yoga Alliance sinnvoll, der jedoch von möglichst vielen anerkannten Autoritäten formuliert werden müsste – was aktuell an der leider fehlenden Verbandsstruktur im Yoga scheitert. Vielleicht müssen wir aber auch gar nicht so kompliziert denken und auch mit einer Social-Media-Kampagne mit klaren, gut durchdachten Verhaltensregeln zum Teilen wäre schon viel zu erreichen. Erst, wenn wir ein Problem benennen, erkennen wir an, dass es existiert.
Yogaübende dürfen Lehrende unbedingt darauf hinweisen, wenn ihnen eine Berührung oder ähnliches ein ungutes Gefühl gibt, gegebenenfalls auch indirekt über die Studioleitung. Wer unbewusst übergriffig geworden ist, wird dankbar sein für die Rückmeldung. Gerade weil Supervision bislang im Yoga nicht üblich ist und die Position der Lehrenden auf ihrem vermeintlichen ‚Sockel‘ auch einsam machen kann, ist Feedback generell, aber auch bei diesem Thema so wichtig.“
Ergänzend zum Artikel sprachen unsere Autorin Carmen Schnitzer und YogaEasy-Chefredakteurin Kristin Rübesamen mit Gastgeberin Susanne Mors in unserem YogaWorld Podcast über das große und schwierige Thema Machtmissbrauch in der Yogaszene:
„In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Fälle aus dem Yoga-Kosmos, in denen sexualisierte Gewalt eine Rolle spielt. Ein zentraler Aspekt, der Machtmissbrauch in spirituellen Kreisen begünstigt, ist die starke Bindung an einen Lehrer. Auf den wird viel projiziert, gleichzeitig schafft er eine suggestive Atmosphäre – und dort, wo Projektion und Suggestion aufeinandertreffen, wird es oft problematisch. Insbesondere dann, wenn sich der oder die Lehrende jeglichen kritischen Fragen entzieht und die Haltung vermittelt: ‚Ich bin erleuchtet – und du nicht.‘ Im Grunde sollte man immer dann aufhorchen, wenn eine spirituelle Gruppe folgende Merkmale aufweist: 1) Es gibt einen erleuchteten Meister. 2) Man sieht sich als ‚gerettete‘ Gemeinschaft. 3) Man hat angeblich das ‚rettende‘ Rezept.
Frauen, die in den Sog einer solchen Gemeinschaft geraten sind und dort schlimme Dinge erlebt haben, berichten später oft davon, dass es ihnen zunächst auch einen gewissen Kick gegeben habe, wenn sie von der vermeintlichen ‚Lichtgestalt‘ quasi auserwählt wurden. Dadurch redeten sie oft ihre innere Stimme klein, die ihnen eigentlich mitteilte, dass etwas nicht stimmte. Zudem war da die Angst, abgelehnt zu werden und letztlich spirituell zu scheitern.
Die Yogaszene ist natürlich unglaublich disparat, heterogen: Neben seriösen Angeboten gibt es auch solche, die sich mit der Edelvokabel ‚Yoga‘ schmücken, ohne dass wirkliche Substanz dahintersteht. Man sollte sich bei der Wahl also gut informieren über die Qualifikation eines Anbieters, einer Anbieterin, auch darüber, ob es vielleicht bereits kritische Stimmen gibt und wie er/sie damit umgeht. Werden die Würde und Freiheit des Gegenübers geachtet? Wird eine Methodengläubigkeit verlangt? Werden menschliche Begrenzungen wie Krankheit oder Tod negiert oder ignoriert? Natürlich wäre es auch wünschenswert, wenn dafür in der Szene Standards formuliert würden, die eine gewisse Orientierung bieten – was sich angesichts der Zerrissenheit der Szene, insbesondere auch seit Corona, allerdings schwierig gestalten dürfte.“
„Bei uns in der Geschäftsstelle des BDYoga haben sich schon mehrfach Betroffene von sexuellen Übergriffen gemeldet. Um sie besser unterstützen zu können, wurden 2020 unsere berufsethischen Richtlinien in Hinblick auf Missbrauch überarbeitet und es wurde ein verbandsinternes Konfliktmanagementsystem eingeführt. Damit kann der BDYoga auf Beschwerden reagieren, wenn Yogalehrende, denen Missbrauch vorgeworfen wird, Mitglied bei uns sind. Sind sie es nicht, hat der Verband leider keinerlei Handhabe. Deshalb beschäftigen wir uns gemeinsam mit Expertinnen damit, was wir für die Prävention tun können.
Um die Yogalehrenden für das Thema zu sensibilisieren und zu schulen, bieten wir Online-Seminare zu den Themen sexueller und auch emotionaler Missbrauch im Yoga an. Außerdem ist ein verpflichtendes Modul zu Machtmissbrauch im Yoga für unsere Yogalehrausbildungen in Planung, und in unserem neuen Handbuch ‚Der Weg des Yoga‘, das im Herbst erscheint, wird es ein Kapitel zu Missbrauch im Kontext von Yoga geben.
Wünschenswert wäre es, allen Betroffen, die sich an uns wenden, direkt helfen zu können. Aber unsere Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle haben nicht die entsprechenden Qualifikationen. Zudem werden uns eher vereinzelte Fälle gemeldet. Weitere landen sicher bei anderen Yoga-Verbänden – oder werden gar nicht gemeldet. Als Verein, der sich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, müssen wir gemeinsam diskutieren, ob die Mitglieder eine neue Stelle oder die Weiterbildung einer Mitarbeiterin für die Beratung bei Missbrauchsfällen außerhalb unseres Verbands finanzieren möchten. Aktuell verweisen wir auf bundesweite Hilfetelefone oder regionale Hilfestellen für Betroffene von sexueller Gewalt. Eine unabhängige Anlaufstelle, gemeinsam finanziert von alle Yoga-Verbänden, ist eine Zukunftsvision und würde auch ermöglichen, eine repräsentative Statistik zu führen.“
Nach einer ungesunden On-off-Liaison vor einigen Jahren, in der sie sich oft selbst nicht erkannte, ist Redakteurin Carmen Schnitzer überzeugt davon, dass fast jeder Mensch psychisch manipulierbar ist – aber niemals schuld, wenn das jemand ausnutzt!
Wie konnte es in der Yogaszene zu sexuellen Übergriffen kommen und wie können wir sie zukünftig verhindern? Die Diplom-Psychologin und Yogalehrerin Pia Witthöft vom Institut für Integrative Yogapsychologie macht sich mit uns auf die Suche nach Antworten.
Interview: Carmen Schnitzer, Titelbild: Martin Witthöft
Dieses Interview haben wir als Ergänzung zu unserem Hauptartikel „Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch im Yoga“ im YOGAWORLD JOURNAL 03/2024 geführt. Hier geht’s zum Artikel:
Sexualisierte Gewalt ist sicher ein gesamtgesellschaftliches Problem. Gibt es dennoch Aspekte im Yoga-Kosmos, die sie begünstigen?
Es fällt jedenfalls auf, dass man in fast allen großen Yogatraditionen auf Fälle von Machtmissbrauch stößt, häufig auch sexualisiertem. Und das betrifft nicht nur die bekannten Namen wie Patthabi Jois, Bikram Choudhury, Swami Vishnudevananda, Yogi Bhajan etc. Darüber hinaus gibt es meist noch weitere Täter und seltener auch Täterinnen, die den Täterschutz und das Weggucken der gesamten Organisation ausnutzen. Die weiter übergriffig sind, ohne hinterfragt zu werden. Aus der Aufarbeitung sexueller Gewalt in den Kirchen und Internaten, mit der wir sicher noch nicht fertig sind, wissen wir schon mal manches, das sich auch auf die Yogaszene übertragen lässt.
Zum Beispiel?
Dass es bei sexuellen Übergriffen nicht in erster Linie um Sexualität geht, sondern um die Ausübung von Macht. Und da müssen wir uns natürlich fragen: Was hat Macht mit Yoga zu tun?
Das ist normalerweise nicht der erste Begriff, der einem zu Yoga einfällt …
Und doch gibt es diese häufig hierarchischen Strukturen, die in vielen Schulen leider unkritisch weitergelebt werden. Es scheint nicht unbedingt opportun zu sein, die Traditionen und die Lehrenden kritisch zu hinterfragen. Im Gegenteil: Oft wird immer weiter reproduziert, was einmal als Wahrheit erklärt wurde, und als Schülerin oder Schüler ist man eher aufgefordert zu folgen und sich ein Stück weit anzuvertrauen, wenn man es positiv ausdrücken will – oder, hier kommen wir zur problematischen Variante: sich zu unterwerfen. Überall dort, wo wir starke Hierarchien haben, gibt es natürlich auch ein starkes Machtgefälle.
Hier der Mensch, der weiß, dort der, der noch lernen muss …
Genau. Wer behauptet, Wissen und eine Deutungshoheit, vielleicht gar eine Art Geheimwissen zu haben, hat dadurch Macht. Insbesondere Menschen gegenüber, die nach Lösungen suchen, oder auch spiritueller Er-Lösung. Man muss natürlich sehr aufpassen, dass man nicht alles in einen Topf wirft, aber mir scheint es schon sehr wichtig, auf diesen Punkt Licht zu werfen.
Wie kann das aussehen?
Zum Beispiel sollte sich meiner Ansicht nach jeder und jede Yogalehrende fragen: Was habe ich eigentlich mit Macht zu tun? Was bedeutet sie mir, was macht sie mit mir? Viele würden das Thema wahrscheinlich erst mal weit von sich weisen, wenn man sie darauf anspricht. Dabei ist die Auseinandersetzung damit so wichtig.
Es hat ja durchaus etwas Verlockendes, in der Rolle der „mächtigen“ Person zu sein, die Wissen vermittelt und dafür bewundert wird.
Eben. Wenn jemand bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, ist das schon mal Teil der Problemlösung. Wir müssen in den Ausbildungen über Rollen sprechen und über die Verantwortung, die unsere Rolle als Lehrerin oder Lehrer mit sich bringt. Oft bekommen wir von Schülerinnen und Schülern einen großen Vertrauensvorschuss. In der Tiefenpsychologie gibt es hier den Begriff der positiven Übertragung: Man kommt zur Lehrperson mit gewissen Wünschen und Hoffnungen, die oft mit der eigenen Vergangenheit zu tun haben, mit dem Wunsch nach Bestätigung, Zugehörigkeit, Akzeptanz und natürlich auch der Hoffnung, etwas fürs Leben zu lernen. Darin liegt auch das große Potenzial, dass ich mich zunächst einmal anvertrauen kann.
Was ist die Kehrseite?
Wenn der oder die Lehrende sich von dieser Übertragung persönlich gemeint fühlt, von diesen oft gar nicht bewussten Erwartungen der Schülerinnen und Schüler, wächst das Podest und damit die Gefahr einer unreflektierten Machtposition … Idealerweise führen wir aber mit unseren Schülerinnen und Schülern eine Beziehung auf Augenhöhe und bestärken sie darin, ihre subjektive Wahrnehmung ernst zu nehmen.
Da sind wir an einem wichtigen Punkt: Was, wenn wir es mit Grauzonen zu tun haben, wenn der sexuelle Übergriff nicht offensichtlich ist, aber ich mich irgendwie unwohl fühle?
Dann hat dieses Gefühl ganz klar eine Berechtigung, ist ernst zu nehmen und weist auf ein Bedürfnis, zum Beispiel nach Abgrenzung und Abstand hin: Empfinde ich zum Beispiel Unbehagen bei einer Berührung oder erlebe mich im Unterricht oft unsicher, klein und vielleicht sogar beschämt, ist es völlig angemessen, die Situation in Frage zu stellen.
Was kann ich in so einem Fall tun?
Eine Möglichkeit wäre, nicht mehr zur entsprechenden Lehrperson zu gehen. Sinnvoll kann aber auch der Austausch mit anderen Schülerinnen und Schülern sein: Wenn man merkt, dass man mit seiner Wahrnehmung nicht alleine ist, kann das helfen. Natürlich kann man auch immer klar sagen, dass man auf eine bestimmte Weise nicht berührt werden möchte, aber dazu braucht es in der Regel ein starkes Selbstbewusstsein, das nicht jeder hat. Sinnvoll ist es auch, sich bei einer Fachberatungsstelle zum Thema sexualisierte Gewalt Rat zu holen. Dort finde ich auch Beratung und Unterstützung, wenn es möglicherweise um die Erstattung einer Strafanzeige geht.
Es bleibt kompliziert … Mehr Psychologie in den Ausbildungen, inklusive Supervisionen, wäre das ein Ansatz?
Ich denke ja. Meiner Ansicht nach kommt in den meisten Yogalehrerausbildungen das Thema Beziehungen viel zu kurz, beziehungsweise es fehlt komplett. Dabei lässt sich das eigentlich nicht ausklammern: Überall, wo Menschen einander begegnen, treten sie in Beziehung. Die Frage ist: Will ich diese bewusst gestalten oder passiert sie eben einfach so, außerhalb des Bewusstseins? Letzteres ist gefährlich. Nun gibt es aber natürlich auch die Frage, wie wir diejenigen erreichen, die ihre Ausbildung bereits hinter sich haben …
Haben Sie einen Vorschlag?
Ich finde die Idee eines Prädikats charmant, das zum Beispiel Yogaschulen bekommen, deren Leiterinnen und Leiter Fortbildungen zum Thema absolviert haben und anbieten. Das könnte zum Beispiel „Sicherer Ort“ oder so ähnlich heißen und in Kooperation mit Berufsverbänden organisiert werden. Ich glaube, damit könnten wir schon viel Veränderung und Prävention bewirken, auch wegen des Aufklärungscharakters und dem Signal nach außen. Wenn immer mehr Schulen dieses Prädikat erwerben und es auffällt, wenn andere Schulen es nicht haben, könnte sich die Yogalandschaft peu à peu ändern.
Apropos Aufklärung: Anfangs erwähnten Sie das Weggucken in vielen Organisationen …
… das natürlich verheerend ist! Wir brauchen unbedingt eine transparente, offene Aufarbeitung der bereits passierten Fälle. Im Falle von Swami Vishnudevananda in der Sivananda-Tradition kann man zum Beispiel lernen, wie man es nicht macht. Da wurde viel vernebelt und unter den Teppich gekehrt, anstatt dass man Betroffene ermutigte, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Schlimmer noch: Julie Salter, die den Stein ins Rollen gebracht hatte, wurde teilweise selbst angegriffen mit Sätzen wie, Maria Magdalena habe schließlich auch nur über Jesu‘ Lehren gesprochen und ihn nicht kritisiert. Wer die Aufarbeitung in diesem Fall vorangetrieben und gezeigt hat, wie man es machen kann, war die selbstorganisierte Gruppe „Project Satya“, die über Crowdfunding Geld für Anwältinnen aufgetrieben hat, die Anhörungen gemacht und Geschichten gesammelt haben.
Warum tun sich Organisationen so schwer damit, sich der Verantwortung zu stellen?
Zum einen geht es bei großen Organisationen sicher um wirtschaftliche Faktoren, zum anderen erfordert die Konfrontation mit einer möglichen eigenen Mitschuld ein hohes Maß an Selbstreflexion. Dazu kommt natürlich auch, dass es für Betroffene oft sehr schwer ist, sich zu öffnen, da sie mit einer bestimmten Yogatradition ja oft auch eine spirituelle Heimat, eine Familie verbinden, teilweise seit Jahrzehnten. Das ist für viele hochdramatisch. Oft brauchen sie erst mal viel Zeit und Abstand, um über das, was geschehen ist, sprechen zu können.
Ähnlich wie beim Missbrauch in der Kleinfamilie, oder? Diese Ambivalenz, dass der Täter, der einem schlimme Dinge antut, gleichzeitig jemand ist, den man liebt, an dem man hängt …
Ja, das ist der Punkt. Man kann es nicht trennen. Mit der Offenlegung der Taten drohen umfassende Konsequenzen, die auch Angst machen. Wie gehe ich damit um, dass der, den ich so verehrt habe, mein geliebter Guru, solch schlimme Dinge getan hat? Im Zuge dieser Tragik kommt es auch oft zu Spaltungen in den Organisationen, zu Solidarisierungen mit der einen oder anderen Seite. Das ähnelt tatsächlich den strukturell missbräuchlichen Konstellationen, die wir auch aus Kirchen und anderen Institutionen kennen.
Aufklärung von und Auseinandersetzung mit den Taten sowie ein Bewusstsein für die Rollen und Beziehungen im Yoga – gibt es noch einen weiteren Punkt, den es zu beachten gilt, wenn wir sexualisierte Gewalt künftig bestmöglich verhindern wollen?
Sicher! Worüber wir noch kaum gesprochen haben, ist etwa das Thema Ego. Die oft propagierte Überwindung, das Loswerden des Egos ist psychologisch gesehen problematisch. Wir brauchen ein klares Ich, das weiß, wer ich bin und was ich fühle. Denn nur so haben wir Orientierung und können auf das, was passiert, reagieren. Das ist in meinen Augen kein Hindernis auf dem Yogaweg, im Gegenteil. Ein solches geklärtes, starkes Ich kann dann auch durchlässig sein und sich in das Selbst integrieren, ohne seine regulierenden Funktionen zu verlieren. Grundsätzlich ist die ganze Thematik aber viel zu komplex, als dass wir sie mit ein paar wenigen Punkten komplett erfassen könnten. Öffentlichkeit zu schaffen ist aber zumindest ein sehr guter Anfang.
Mehr über Pia Witthöfts Arbeit beim Institut für Integrative Yogapsychologie findest du unter yogapsychologie.com oder auf Instagram @yogalife_lab
Dieses Interview stammt aus der YOGAWORLD JOURNAL Ausgabe 03/2024:
Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein essenzieller Bestandteil unseres Körpers. Dennoch trinken viele Menschen nicht genug, um ihren täglichen Bedarf zu decken. Dabei hat ausreichende Hydration immense Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Artikel erfährst du, warum es so wichtig ist, genügend zu trinken, wie du deinen Flüssigkeitsbedarf decken kannst und welche positiven Effekte eine gute Hydration auf deinen Körper und Geist hat.
Unser Körper besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen: Es reguliert die Körpertemperatur, transportiert Nährstoffe zu den Zellen, spült Abfallprodukte aus dem Körper und dient als Schmiermittel für Gelenke und Gewebe. Ohne ausreichende Wasserzufuhr können diese Funktionen beeinträchtigt werden, was zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen kann.
Wie viel Wasser solltest du täglich trinken?
Die empfohlene Menge an Flüssigkeit, die du täglich zu dir nehmen solltest, variiert je nach Alter, Geschlecht, Gewicht und Aktivitätsniveau. Allgemein wird empfohlen, etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag zu trinken. An heißen Tagen oder bei intensiver körperlicher Betätigung kann der Bedarf jedoch deutlich höher sein. Es ist wichtig, auf die Signale deines Körpers zu achten und regelmäßig zu trinken, auch wenn du keinen Durst verspürst.
Anzeichen von Dehydrierung erkennen
Dehydrierung kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Durst, trockener Mund, Kopfschmerzen, Müdigkeit und dunkler Urin. In schweren Fällen kann Dehydrierung zu Schwindel, Verwirrtheit und sogar Bewusstlosigkeit führen. Es ist daher wichtig, frühzeitig auf die Warnsignale deines Körpers zu reagieren und ausreichend zu trinken.
Tipps für eine bessere Hydration im Alltag
Eine der größten Herausforderungen im Alltag ist es, regelmäßig genug zu trinken. Hier sind einige Tipps, wie du deine Hydration verbessern kannst:
Trage immer eine Wasserflasche bei dir: Eine wiederverwendbare Wasserflasche kann dich daran erinnern, regelmäßig zu trinken. Fülle sie mehrmals am Tag auf und halte sie in Reichweite.
Setze dir Trinkziele: Setze dir zu Beginn des Tages ein Ziel, wie viel du trinken möchtest, und verfolge deinen Fortschritt. Es gibt auch Apps, die dich daran erinnern, Wasser zu trinken.
Aromatisiere dein Wasser: Wenn dir reines Wasser zu langweilig ist, kannst du es mit natürlichen Aromen wie Zitronenscheiben, Gurken oder Minzblättern aufpeppen. Eine andere Möglichkeit sind Produkte wie Waterdrop, die dein Wasser mit natürlichen Geschmacksrichtungen bereichern und dich motivieren, mehr zu trinken.
Esse wasserreiche Lebensmittel: Lebensmittel wie Gurken, Wassermelonen, Orangen und Zucchini enthalten viel Wasser und können einen Teil deines Flüssigkeitsbedarfs decken.
Trinke vor und nach den Mahlzeiten: Ein Glas Wasser vor den Mahlzeiten kann nicht nur zur Hydration beitragen, sondern auch das Sättigungsgefühl verbessern und dir helfen, weniger zu essen.
Mache es zur Gewohnheit: Integriere das Trinken von Wasser in deine täglichen Routinen. Trinke zum Beispiel ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen und eines vor dem Schlafengehen.
Die Vorteile ausreichender Hydration
Eine gute Hydration hat zahlreiche positive Effekte auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:
Bessere körperliche Leistungsfähigkeit: Dehydrierung kann zu Muskelkrämpfen und Müdigkeit führen, während ausreichende Hydration deine körperliche Ausdauer und Leistungsfähigkeit verbessert. Bei sportlicher Betätigung hilft es, die Körpertemperatur zu regulieren und die Gelenke geschmeidig zu halten.
Verbesserte geistige Leistungsfähigkeit: Wasser ist wichtig für die Funktion deines Gehirns. Studien haben gezeigt, dass selbst leichte Dehydrierung die Konzentration und das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen kann. Ein gut hydrierter Körper kann schneller denken, klarer und konzentrierter arbeiten.
Gesunde Haut: Ausreichendes Trinken kann das Erscheinungsbild deiner Haut verbessern, indem es die Hautfeuchtigkeit erhält und dazu beiträgt, Giftstoffe auszuspülen. Eine gut hydrierte Haut ist elastischer und zeigt weniger Falten und Unreinheiten.
Unterstützung der Verdauung: Wasser hilft, Nahrungsmittel zu verdauen und Nährstoffe besser aufzunehmen. Es kann auch Verstopfung vorbeugen, indem es den Stuhl weicher macht und die Darmbewegungen fördert.
Gewichtsmanagement: Wasser kann ein effektives Hilfsmittel beim Abnehmen sein. Es hat keine Kalorien und kann das Sättigungsgefühl erhöhen, was dazu beiträgt, weniger zu essen. Ein Glas Wasser vor den Mahlzeiten kann helfen, die Kalorienaufnahme zu reduzieren.
Förderung der Nierenfunktion: Ausreichende Hydration ist essenziell für die Gesundheit der Nieren. Wasser hilft, Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper zu spülen und das Risiko von Nierensteinen zu verringern.
Hydration und spezielle Lebenssituationen
In bestimmten Lebenssituationen ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Hydration zu achten. Schwangere und Stillende haben während der Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Wasserbedarf, da der Körper zusätzliches Wasser benötigt, um das Fruchtwasser zu bilden und die Milchproduktion zu unterstützen. Ältere Menschen sollten ebenso besonderes Augenmerk auf ihren Wasserhaushalt legen, da mit zunehmendem Alter das Durstgefühl abnimmt und somit das Risiko einer Dehydrierung erhöht ist. Es ist wichtig, dass ältere Menschen bewusst darauf achten, regelmäßig Wasser zu trinken.
Auch Kinder und Jugendliche, die oft sehr aktiv sind, haben einen hohen Wasserbedarf. Eltern sollten sicherstellen, dass ihre Kinder genug trinken, besonders während des Sports oder bei hohen Temperaturen. Zudem ist bei Krankheiten, die mit Fieber, Durchfall oder Erbrechen einhergehen, der Flüssigkeitsverlust besonders hoch. In solchen Fällen ist es entscheidend, den Flüssigkeitsverlust durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr auszugleichen.
Wasser ist lebenswichtig und eine ausreichende Hydration sollte ein zentraler Bestandteil deines täglichen Lebens sein. Indem du regelmäßig und genügend trinkst, unterstützt du zahlreiche Funktionen deines Körpers und förderst dein allgemeines Wohlbefinden. Achte auf die Signale deines Körpers und integriere einfache Gewohnheiten, um deine Hydration zu verbessern. Ob du eine Wasserflasche bei dir trägst, aromatisiertes Wasser genießt oder wasserreiche Lebensmittel in deine Ernährung einbaust – es gibt viele Wege, um sicherzustellen, dass du ausreichend hydriert bleibst. Und denk daran: Mehr trinken bedeutet besser leben.