Expertenwissen zu speziellen Pranayama-Techniken und deren Anwendung in Asanas und Alltag
In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ setzen wir den Praxischeck Pranayama fort und vertiefen das Thema der yogischen Atemarbeit. Gastgeberin Susanne Mors und die erfahrene Ärztin und Yogalehrerin Ann-Sophie Briest führen durch diese spannende Fortsetzung, in der sie sowohl grundlegende als auch fortgeschrittene Techniken besprechen. Dabei steht nicht nur die Theorie im Vordergrund, sondern vor allem praktische Tipps und Anleitungen für eine sichere und effektive Praxis.
Ann-Sophie teilt ihr fundiertes Wissen über verschiedene Pranayama-Techniken, darunter Wechselatmung (Nadi Shodhana), Ujjayi und Brahmari, oder spezielle Anwendungen von Kumbhaka, der Atempause, die die Atemarbeit intensiviert. Sie erklärt, wie man durch den gezielten Einsatz dieser Techniken gesundheitliche Aspekte, wie beispielsweise die Atemkapazität, verbessern und eine tiefere meditative Praxis fördern kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung häufiger Fehler und wie man diese durch bewusste Korrekturen vermeidet.
Außerdem richten die beiden Frauen den Blick auf Mudras und Bandhas, spezielle Hand- und Körperhaltungen sowie energetische Verschlüsse, die die Wirkung der Atemübungen verstärken und Energien im Körper lenken. Hier findest du wertvolle Hinweise, wie diese Techniken konkret angewendet werden können, um körperliche und geistige Blockaden zu lösen und die Lebensenergie (Prana) besser fließen zu lassen.
Zusätzlich erfährst du, wie Pranayama-Techniken in Asanas integriert werden können, um die Wirkung der Körperhaltungen zu vertiefen und eine ganzheitliche Yogapraxis zu fördern. Ann-Sophie gibt einige Tipps, wie du Pranayama gezielt im Alltag nutzen kannst, um zum Beispiel bei Lampenfieber die Ruhe zu bewahren oder bei Erschöpfung neue Energie zu tanken. Diese Folge bietet somit nicht nur eine Vertiefung des Wissens aus Teil 1, sondern erweitert auch die Möglichkeiten, Pranayama in verschiedenen Lebenslagen anzuwenden.
Lass dich inspirieren, deine Atempraxis auf ein neues Level zu heben!
In einer Welt, die sich zunehmend der Bedeutung einer gesunden Lebensweise bewusst wird, gewinnt die vegane Ernährung immer mehr an Relevanz. LiveFresh hat sich darauf spezialisiert, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu fördern. Die neue vegane Foodkur verspricht nicht nur Gewichtsverlust, sondern auch eine nachhaltige Steigerung des Wohlbefindens. Erfahre, wie du dein Wohlfühlgewicht erreichen kannst. //anzeige
Warum vegan?
Eine vegane Ernährung, die auf pflanzlichen Lebensmitteln basiert, bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl ethischer als auch gesundheitlicher Natur sind. Ethisch betrachtet bedeutet eine vegane Lebensweise, Tiere und ihre Lebensräume zu respektieren und zu schützen. Dies reduziert das Leid und die Ausbeutung von Tieren in der Lebensmittelindustrie.
Gesundheitlich gesehen ist eine vegane Ernährung reich an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, die zu einer gesunden Lebensweise beitragen. Zudem fördert der hohe Ballaststoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel die normale Funktion der Verdauung und trägt zur Gewichtskontrolle bei.
Auch ökologisch hat der Verzicht auf Fleisch, Fisch und andere tierische Erzeugnisse Vorteile, da du so einen geringeren CO2-Fußabdruck hinterlässt und weniger natürliche Ressourcen wie Wasser und Land verbrauchst.
Was ist die LiveFresh Foodkur?
Die LiveFresh Foodkur ist ein speziell entwickeltes Programm, das auf den Prinzipien der veganen Ernährung basiert und auf wissenschaftlicher Basis entwickelt wurde. Die Kur umfasst eine Reihe von ausgewogenen veganen Bowls, leckeres Low-Carb Porridge, gesunde Snacks, High-Protein Shakes sowie kaltgepresste Säfte. Alles sorgfältig zusammengestellt, um deinen Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Bereits vor der Foodkur wirst du optimal auf die kommende Ernährungsumstellung vorbereitet. Während und nach der Kur erhältst du ganzheitliche Tipps für mehr Bewegung im Alltag sowie leckere und gesunde Rezept-Ideen. So lässt sich die Kur einfach in deinen persönlichen Alltag integrieren und du kannst langfristig dein Wohlfühlgewichterreichen.
Die Vorteile der veganen LiveFresh Foodkur:
Wissenschaftlich fundiert: Die LiveFresh Foodkur wurde von der promovierten Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ulrike Fischer entwickelt und basiert auf den neuesten wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Die Kur entspricht damit der deutschen Diätverordnung und garantiert somit eine sichere und vor allem effektive Gewichtsreduktion.
Bequem und zeitsparend: Die Kur ist darauf ausgelegt, dir den Alltag zu erleichtern. Alle Mahlzeiten sind in wenigen Minuten fertig zubereitet – ohne dabei auf Geschmack oder Nährstoffe verzichten zu müssen. Du sparst Zeit bei der Planung und Zubereitung und kannst dich voll und ganz auf dein Wohlbefinden konzentrieren.
Lecker und abwechslungsreich: Die LiveFresh Foodkur bietet eine breite Palette an schmackhaften Mahlzeiten. Mit verschiedenen Porridges, Trinkmahlzeiten, Snacks und Abendgerichten wird jeder Tag zu einem kulinarischen Erlebnis, das nie langweilig wird.
Effektives Kaloriendefizit: Durch die speziell zusammengestellten, kalorienarmen Mahlzeiten erreichst du ein tägliches Kaloriendefizit von bis zu 800 kcal. Dies fördert eine gesunde und nachhaltige Gewichtsabnahme ohne Hungergefühl.
Rundum-sorglos-Paket: Mit der LiveFresh Foodkur erhältst du ein Komplettpaket, das alle notwendigen Mahlzeiten und Snacks beinhaltet. Du wirst durch die gesamte Kur geführt und begleitet, sodass du dich um nichts kümmern musst.
Starte in eine dauerhaft gesunde Lebensweise
Die LiveFresh Foodkur ist so konzipiert, dass sie einfach in den Alltag integriert werden kann. Ein typischer Tag könnte wie folgt aussehen:
8:00 Uhr – Frühstück: Starte den Tag mit einem Low-Carb High-Protein Porridge und Zitronenwasser. Der Porridge ist in den Geschmacksrichtungen Apfel-Zimt, Schoko oder Waldfrucht erhältlich und sorgt für einen energiereichen Start in den Tag.
12:00 Uhr – Mittagessen: Genieße eine leckere Trinkmahlzeit, einen Snack und eine Vitaminkapsel mit hohem Proteingehalt. Die Trinkmahlzeit gibt es in den Sorten Schoko, Vanille oder Waldfrucht und versorgt dich mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
15:00 Uhr – Snack: Ein Bio Knabbersnack wie Veggie Mix oder Tamari Soja hilft, kleine Tiefs oder Hungerattacken zu überbrücken und liefert dir zusätzliche Energie.
18:00 Uhr – Abendessen: Eine vollwertige Low-Carb High-Protein Mahlzeit und ein Sunshine Berry Shot bilden den Abschluss des Tages. Die Mahlzeiten sind schnell und einfach in maximal neun Minuten zubereitet und bieten dir jeden Abend eine neue, leckere Variante.
Möchtest du mittags lieber mehr essen? Kein Problem! Bereite die vegane Bowl schon zum Mittagessen zu und genieße die High-Protein Trinkmahlzeit abends. Gestalte deine Abnehmreise flexibel und passe sie deinen persönlichen Bedürfnissen und deinem Alltag an.
Ein Klassiker: der Schulterstand. Als Umkehrhaltung führt er uns in ein energetisch-meditatives Erleben. Allerdings birgt die Asana auch potenzielle Verletzungsgefahren. Daher sind eine gründliche Nackenvorbereitung und präzises Alignment während der Übung entscheidend.
Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick
Wirkung von Salamba Sarvangasana
In der Umkehrhaltung wird der Körper neu ausgerichtet, das stabilisiert die Wirbelsäule, kräftigt die Atemmuskulatur und verbessert den Blutrückstrom aus den Beinen zum Herzen. Letzteres ist bei Flüssigkeitsstau in den Beinen hilfreich und trainiert das Herz-Kreislaufsystem.BKS Iyengar schreibt der Übung außerdem die Verbesserung des Blutflusses zum Gehirn zu, was zu mentaler Klarheit und einer Steigerung der Merkfähigkeit führen soll. Traditionelle Hatha-Yogis sahen bei der Übung sogar einen Anti-Aging-Effekt.
So geht’s:
Step 1: Hebe aus der Rückenlage mit einer Einatmung deine Beine und strecke sie senkrecht nach oben.
Step 2: Wenn die Senkrechte erreicht ist, kippst du die Beine etwas nach hinten und rollst den Rücken vom Boden weg.
Step 3: Stütze den Rumpf mit den Händen. Deine kleinen Finger sollten sich dabei berühren und entlang der Wirbelsäule nach oben weisen. Deine Füße sind gepointet. Die Fußrücken setzen also die nach oben strebende Gerade aus den Beinen fort.
Alignment Cues
Schulterblätter aktiv: Der Schulterstand ist kein Nackenstand. Um deine Halswirbelsäule zu schützen, ist es wichtig, dass du auf Schulterblättern und Hinterkopf stehst und zwischen den Schulterblättern etwas Abstand zum Boden hältst. Der Hinterkopf liegt auf, die Halswirbelsäule bleibt aber ebenfalls in der Luft. Das erreichst du, indem du die Schulterblätter aktiv nach hinten schiebst und den Hinterkopf bewusst gegen den Boden drückst.
Becken weit: Achte darauf, deine Iliosakralgelenke nicht zu verengen. Halte daher bewusst die Sitzbeinhöcker weit und strecke das Kreuzbein zwischen den Beckenhälften nach oben.
Rumpf aufspannen: Baue bewusst eine Spannung zwischen der Vorderseite des Beckens und dem Herzraum auf. Kreiere einen weiteren Spannungsbogen zwischen Kreuzbein und Hinterkopf. Ziehe einatmend vom Schambein und ausatmend von den Rippenbögen jeweils Richtung Bauchnabel. So entsteht Stabilität im Rumpf und deine Wirbelsäule erfährt Länge.
Spannung bis in die Füße: Leite deine Körperspannung bis in die Füße. Das gibt deinem gesamten Körper Stabilität und hilft dir, die Balance über deinen Schulterblättern zu finden.
Risiken
Der Schulterstand kann bei nicht ganz optimaler Ausführung und Vorbereitung zu viel Gewicht auf die Halswirbelsäule bringen. Das kann die filigranen Facettengelenke, die aus der Halswirbelsäule hervortretenden, Nerven und sogar das Rückenmark quetschen und schädigen. Umkehrhaltungen werden auch mit erhöhtem Glaukom-Risiko in Verbindung gebracht und können bei erhöhtem Blutdruck, bei vorheriger Schädigung der Blutgefäße im Gehirn und bei Einnahme von Blutverdünnern Hirnblutungen verursachen. Der erhöhte Rückstrom von Flüssigkeit aus den Beinen zum Herzen trainiert das Herz, kann es aber bei bestehender Herzinsuffizienz auch überfordern.
Vorsichtsmaßnahmen:
Kläre mögliche Vorschädigungen am Herzen, an den Augen und Hirn-Gefäßen mit einem Arzt oder einer Ärztin ab.
Bleibe im Schulterstand nur einige Atemzüge lang – nicht mehrere Minuten.
Kräftige Hals, Nacken und Schulterregion mit gezielten Übungen.
Achte dann auf gutes Alignment.
Alternative Form von Salamba Sarvangasana
Wenn du die wohltuende, regenerierende Wirkung der Umkehrhaltung genießen möchtest, aber kein Risiko eingehen kannst oder willst, lässt du das Becken am Boden (oder leicht erhöht auf Kissen oder Bolster) und streckst nur die Beine senkrecht nach oben.
DR. RONALD STEINER ist Arzt, Wissenschaftler und Sportmediziner sowie einer der bekanntesten Praktiker des Ashtanga Yoga. Mehr zu Ronald Steiner und Salamba Sarvangasana findest du auf ashtangayoga.info.
In der indischen Kultur und besonders im Ayurveda spricht man von fünf Elementen, den Pancha Mahabhutas. Sie sind in allen Erscheinungen enthalten – auch in uns selbst. Besonders beim Outdoor-Yoga bietet sich die Gelegenheit, mit diesen 5 Elementen in Verbindung zu treten.
Text: Stephanie Schauenburg, Titelbild: Philippe Degroote via Canva
Das Element Erde (Prithivi)
Element Erde: Hier geht es um Stabilität und die Kraft der unteren Körperhälfte.
Barfuß über den Waldboden gehen, die Zehen tief in den heißen Sand graben, rücklings in einer Wiese liegen oder sich mit Händen und Füßen am Kletterfelsen emporhangeln – im Sommer spüren wir die Erde so deutlich wie sonst selten. Sie schenkt uns Nahrung, Struktur und Halt. Unser physischer Körper mit all seinen Knochen, Muskeln und Organen ist aus diesem Element, aus irdischer Materie geformt. Ihm verdanken wir die Möglichkeit zu wachsen, Kraft und Selbstvertrauen zu entfalten. Nicht umsonst sprechen wir in der Asana-Praxis so häufig davon, uns zu „erden“: Die Erde trägt uns dank der Schwerkraft in jeder Körperhaltung und jeder Lebenslage. Daher assoziiert man im Yoga vor allem Stehhaltungen mit dem Element Erde: Hier geht es um Stabilität und die Kraft der unteren Körperhälfte.
Anregung: Erforsche in einfachen Stehhaltungen wie Tadasana (Berg) und Vrikshasana (Baum) deine Verbindung zur Erde. Stelle dir vor, wie aus deinen Füßen Wurzeln wachsen, durch die mit jeder Einatmung die nährende Kraft der Erde in deinen Körper aufsteigt, während du dich ausatmend ihrem Halt immer tiefer anvertraust.
Das Element Wasser (Apas oder Jala)
Wasser steht für für Kreativität und Selbstausdruck.
Mit einem großen Platsch mitten hinein ins kühle Nass, schwimmen, planschen, viel trinken und auch mit den Augen ins große Blau eintauchen und stundenlang aufs Meer, den See oder Fluss schauen: Im Sommer zieht uns das Wasser fast magisch an. Die fließende Qualität dieses Elements, seine Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit lehren uns Akzeptanz und Mitgefühl. Auch in unserem Körper erfahren wir dieses Fließen, denn wir bestehen zu ca. 60-65 Prozent aus Wasser. Zudem hat Wasser eine dynamische Kraft, die den härtesten Stein zu formen vermag. Deswegen steht dieses Element auch für Kreativität und Selbstausdruck. Die dem Wasser zugeordnete Qualität der akzeptierenden Hingabe üben wir im Yoga bei Vorwärtsbeugen und Übungen, die die Hüften mobilisieren.
Anregung: Nimm Verbindung zu deiner eigenen Wassernatur auf, indem du dich sachte schüttelst, drehst oder auch wild hüpfst und tanzt. Stelle dir vor, dass diese Bewegungen die Flüssigkeiten in deinem Körper aufwühlen wie Wasser, das man in einer Flasche schüttelt. Danach stehst du still und beobachtest, wie die Bewegtheit sich ganz allmählich wieder legt.
Das Element Feuer (Tejas)
Wenn die Sonne abends glutrot untergeht, erleben wir das Feuerelement, seine Intensität und transformierende Kraft.
Man muss nicht unbedingt ein Lagerfeuer entfachen, um im Sommer dem Element Feuer nahe zu sein: Schon wenn morgens die Sonne aufgeht, wenn sie uns auf der Haut brennt und zum Schwitzen bringt, um dann abends glutrot unterzugehen, erleben wir das Feuerelement, seine Intensität und transformierende Kraft. Fast alle alten Kulturen haben die Sonne als Lebensspenderin verehrt, ihr Licht symbolisiert Intelligenz und Erkenntnis, zugleich steht ihr Feuer für Aktivität und Emotion. Auf körperlicher Ebene ist dem Feuerelement das Nervensystem zugeordnet. Weil auch das in der Körpermitte angesiedelte, sonnengelb dargestellte Manipura-Chakra zum Element Feuer gehört, stehen im Yoga all jene Asanas unter seinem Zeichen, die Kraft und Halt aus dem Bauch erfordern, ganz besonders fordernde Armbalancen.
Anregung: Die indischen Yogis haben eine wunderbare Form gefunden, um sich mit der Sonne zu verbinden: Surya Namaskar, den Sonnengruß. Am berührendsten ist es, ihn im Freien und mit Blick auf die auf- oder untergehende Sonne zu üben und dabei wahrzunehmen, wie sich der eigene Körper aufwärmt und sein Feuer entfacht.
Das Element Luft (Vayu)
Luft steht nicht nur für Klarheit, Frische und Leichtigkeit, sondern vor allem auch für Dynamik.
Vor die Tür treten und tief durchatmen, die Nase in den Wind halten oder am ganzen Körper spüren, wie eine sanfte Brise ihn umschmeichelt: Das Luft-Element ist sofort präsent, wenn man rausgeht „an die frische Luft“. Im Sanskrit-Wort zeigt sich, dass Yoga und Ayurveda dieses Element vor allem als Bewegung begreifen: Vayu bedeutet Wind. Entsprechend steht die Luft in dieser Tradition nicht nur für Klarheit, Frische und Leichtigkeit, sondern vor allem auch für Dynamik. Der rhythmische Wechsel von Expansion und Kontraktion in Atem und Herzschlag, aber auch der Tastsinn, die geistige Bewegung der Vrittis und die Intuition sind diesem Element zugeordnet. In der Yoga-Praxis ist die Bewegtheit von Vayu fast allgegenwärtig, besonders aber in herzöffnenden Rückbeugen, Umkehr- und Gleichgewichtshaltungen – und natürlich beim Pranayama, den yogischen Atemübungen.
Anregung: Mit dieser Atemübung im Freien machst du dir bewusst, wie sehr du über den Atem in jedem Moment mit der Welt verbunden bist. Dazu richtest du die Wirbelsäule auf und stimmst dich eine Weile auf deinen Atem ein. Dann beginne damit, dir den Atem als eine Art Tanz mit deiner Umgebung vorzustellen: Wenn du ausatmest, atmet der Raum um dich herum ein. Wenn du einatmest, atmet er aus.
Das Element Äther (Akasha)
Im Element Äther begegnen sich Leere und Klang, Helligkeit und Bewusstsein.
Das fünfte Element ist das subtilste. Am besten verstehen wir es vielleicht, wenn wir an einem schönen Tag in einen hohen, weiten Himmel hinein lauschen. Denn in Akasha, dem Äther oder Raum, begegnen sich nach indischer Vorstellung Leere und Klang, Helligkeit und Bewusstsein. Gleichzeitig steht dieses Element aber auch für das Prinzip von Verbundenheit, denn der Raum umschließt alle anderen Elemente. Erst in ihm können sie sich überhaupt manifestieren, also im wahrsten Sinn des Wortes „in Erscheinung treten“.
Anregung: Da das Äther-Element dem Klang und dem Hörsinn zugeordnet ist, liegt es nahe, sich ihm mit einem Mantra anzunähern. Mit dem Klang „OM“ im leeren Raum begann nach hinduistischer Vorstellung das Universum. Chante ihn mit geschlossenen Augen und lausche in deinen Körper hinein: Meistens kann man die Schwingung, die er erzeugt, gut wahrnehmen. Beim Chanten im Freien können wir uns dabei besonders schön bewusst machen, dass der Klang nicht nur in uns selbst schwingt, sondern auch durch den Raum ringsum. Ein modernes Mantra, das die umfassende und verbindende Qualität von Akasha wunderschön in Worte fasst, stammt von Luis Zett: „Im Samen der Baum. Der Baum im Raum. Der Raum in der Unendlichkeit. Unendlichkeit im Samen.“
Ein noch so kleiner Impuls kann ein echter Gamechanger für deine Praxis sein
In dieser Folge des „YogaWorld Podcast“ tauchen wir tief in die Welt des Pranayama ein. Diese yogische Atemarbeit bietet sowohl Anfängern als auch erfahrenen Yogis eine wahre Schatzkammer an Möglichkeiten. Gastgeberin Susanne Mors schätzt Pranayama als einen wichtigen Teil ihrer eigenen Yogapraxis und freut sich besonders auf ihre Gästin, die Ärztin und Yogalehrerin Ann-Sophie Briest, weil diese ihre Fragen nicht nur aus der Perspektive einer Yogi*ni beantwortet, sondern ihre Antworten zusätzlich mit fundiertem medizinischen Wissen untermauert.
Gemeinsam beleuchten Susanne und Ann-Sophie die größten Do’s und Don’ts des Pranayama und liefern wertvolle Einblicke und praktische Tipps für deine eigene Atempraxis. Ann-Sophie erklärt die physischen, geistigen und energetischen Wirkungen des Pranayama und betont die Wichtigkeit einer regelmäßigen Praxis, um die vollen Vorteile zu erfahren. Sie beschreibt auch, worauf es bei der richtigen Sitzhaltung ankommt.
Außerdem erläutert Ann-Sophie die Rolle von Kumbhaka, der Atempause im Pranayama, und wie sie gezielt eingesetzt werden kann, um die Praxis zu vertiefen. Zudem sprechen die beiden Frauen über Mudras und Bandhas – spezielle Hand- und Körperhaltungen sowie energetische Verschlüsse, die die Wirkung der Atemübungen verstärken können. Du erhältst wertvolle Informationen zur Bedeutung und Anwendung dieser Techniken.
Im „Praxischeck Pranayama“ werden einzelne klassische Pranayama-Techniken näher beleuchtet und die häufigsten Fehler geteilt, die Menschen beim Pranayama machen, sowie Tipps, wie du diese vermeiden kannst, um deine Praxis sicher und effektiv zu gestalten. Der erste Teil dieser Doppelfolge endet mit Kapalabhati, der Schnellatmung. Im zweiten Teil geht es dann weiter mit der Wechselatmung.
Freue dich auf ein inspirierendes und lehrreiches Gespräch voller praktischer Tipps und wertvoller Impulse.
Kennst du schon die spirituellen Unternehmer und Kundalini-Yogalehrer Tahra und Kosta Heiko Wemuth? Gemeinsam haben sie eine Handgong–Ausbildung entwickelt, die sich durch ihre Tiefe und den Fokus auf persönliche Transformation auszeichnet.
Seit 2018 betreiben Tahra und Kosta ihre eigene Online-Schule, in der sie ihren Klient*innen das Gongspielen beibringen und damit gleichzeitig Wege zur finanziellen Freiheit aufzeigen wollen. Ihr tiefes Wissen und ihre Hingabe zur spirituellen Praxis machen sie zu einzigartigen Lehrern, deren Angebot du ab jetzt in der YogaWorld Academy buchen kannst.
„Unsere Mission ist es, Gongspieler*innen zu befähigen, durch ihre Klänge Heilung in die Welt zu bringen – unsere Gong-ausbildung ist der Schlüssel dazu. Sie hilft dir, deinen Weg zu finden. bleib offen und neugierig auf der Reise.“
Tahra und Kosta
Die Handgong-Ausbildung: ein einzigartiger Lehrplan
Die Handgong-Ausbildung von Kosta und Tahra ist sowohl für Anfänger*innen als auch Fortgeschrittene konzipiert. Sie integriert die Weisheit des Kundalini Yoga mit den Techniken der gewaltfreien Kommunikation (GFK). Diese Verbindung bereitet die Teilnehmer*innen optimal auf die Arbeit in Gruppen und Einzelstunden vor.
Kosta und Tahra Wemuth
Inhalte der Ausbildung
Die Ausbildung bietet umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten, die notwendig sind, um ein*e erfahrene*r und souveräne*r Gongspieler*in zu werden. Ein besonderer Bestandteil der Ausbildung ist die unterstützende Community, zu der alle Teilnehmenden Zugang haben. Über eine spezielle Telegram-Gruppe können sie sich jederzeit austauschen und Unterstützung finden. Auch die Schwerpunkte der Ausbildung klingen spannend:
– Erweiterte Gongtechniken: Vertiefung der Spieltechniken und Fähigkeiten zur Entpannungsleitung, sowie Einführung neuer Methoden.
– Integration des Atems: Atemübungen werden in die Gongpraxis integriert, um die heilende Wirkung zu verstärken.
„Hier entdeckst du die faszinierende Welt des Gongs und erweiterst zugleich deine persönliche Präsenz und emotionale Intelligenz. Du bereicherst deine Yoga- und Meditationspraxis und trittst einer inspirierenden Community bei, in der du lernst, die transformierende Kraft des Gongs zu teilen und mit anderen zu feiern.“
Tahra und Kosta
– Workshop-Gestaltung: Planung und Durchführung von Gong-Workshops, um die transformative Kraft des Gongs weiterzugeben. Du lernst, wie du für deine Teilnehmer*innen einen Ort der Ruhe und des Vertrauens schaffst.
– Persönliche Entwicklung: Förderung der eigenen Präsenz und emotionalen Intelligenz während des Spiels. Yogakenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Wichtig ist die Bereitschaft zu persönlichem Wachstum und eine gewisse emotionale, mentale und körperliche Stabilität.
„Unsere Gong-ausbildung geht weit über das reine Erlernen des Instruments hinaus. Hier geht es um die Schaffung von Räumen der Transformation, um das Hüten von Wachstumsprozessen. Es geht um Gemeinschaft, persönliche Entwicklung und den gemeinsamen Tauchgang in die transformative Gong-Welt.
Tahra und Kosta
Das Besondere: die inspirierende Gemeinschaft
Tahra und Kosta legen in ihrer Handgong-Ausbildung sehr großen Wert auf die Gemeinschaft und die persönliche Entwicklung der Teilnehmer*innen. Du wirst Teil einer inspirierenden Familie, die dein individuelles Wachstum und die Entwicklung jedes Einzelnen fördert. Diese Gemeinschaft unterstützt dich während der gesamten Ausbildung und darüber hinaus – so entsteht eine große „Gong-Familie“.
Zertifizierung und exklusive Vorteile
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhalten die Teilnehmer*innen ein Zertifikat und werden Teil einer engagierten Community. Zudem profitieren sie von exklusiven Rabatten auf Gong-Instrumente und einer umfassenden Ausbildung, die sowohl theoretische als auch praktische Elemente beinhaltet.
Anmeldung und weitere Informationen
Wenn du bereit bist, dich auf diese wundervolle Reise zu begeben und die faszinierende Welt des Gongspiels zu entdecken, melde dich jetzt für die Handgong-Ausbildung von Kosta und Tahra an. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du auf YogaWorld.de/academy. Erlebe die transformative Kraft des Gongs und bereichere deine Yoga- und Meditationspraxis. Kosta und Tahra freuen sich darauf, dich auf diesem spannenden Weg zu begleiten!
Folge Kosta und Tahra auch auf Instagram, um weitere Einblicke und Inspirationen zu erhalten:
Kosta Heiko Wemuth:@kostayoga Kosta ist ein erfahrener Kundalini-Yogalehrer und Gongspieler seit 2012 und hat bei einem der letzten großen Meister, Nanak Dev, gelernt.
Tahra Wemuth:@tahra_yoga Tahra widmet sich besonders der Förderung von Frauen und inspiriert diese durch ihre Arbeit, ihre innere Stärke zu entfalten.
Was, wenn es auch anders ginge? Wenn unsere Vorstellungen von „richtig“ und „gut“ keine solch in Stein gemeißelten Wahrheiten wären, wie wir oft denken? Ein Spielfilm aus Bhutan hält uns einen Spiegel vor – und stellt unser Denken auf den Kopf. // Anzeige
Foto: Dangphu Dingphu
Wie passt das zusammen? Ein Lama mit einem Gewehr, in einem Land, dessen Lebensweise vom Buddhismus geprägt ist?
Diese Auflösung zeigt der Regisseur Pawo Choyning Dorji in seinem neuen Film „Was will der Lama mit dem Gewehr?“ Dieser ist sein zweiter Spielfilm, nach seinem international erfolgreichen Film „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“, für den er 2022 als „bester internationaler Film“ für den Oscar nominiert wurde. In seinem neuen Film geht er auf den außergewöhnlichen Modernisierungsprozess seiner Heimat Bhutan ein und zeigt, welche Herausforderung die moderne Welt mit sich bringen kann.
Der Film erzählt wie das Land von einem absolutistischen Königreich ohne Internet, in die Welt der Digitalisierung und der Demokratie eintritt. Doch anstatt dem gewünschten „Glück“, treten bei der Bevölkerung vermehrt Verwirrung und Unsicherheit durch diese Veränderungen auf. Mit dem Recht auf Mitbestimmung müssen sie nun das Wahlsystem erlernen und zwischen „Freiheit und Gleichheit“, „industrieller Entwicklung“ oder „Wahrung der Werte“ wählen. Außerdem werden sie durch den Zugang zu Fernsehen und Internet, mit gewaltverherrlichenden Filmen und den Kriegsgeschehnissen der Welt konfrontiert.
Überfordert mit den neuen Umständen, kommen zunehmend Unruhen und Unfrieden in der Gesellschaft auf. Um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, fordert der Lama seinen Mönch Tashi auf, ihm ein Gewehr zu besorgen. Dieser macht sich auf den Weg, die Forderung seines Lamas zu erfüllen und trifft dabei auf einen US-amerikanischen Waffensammler. Eine Begegnung, die zu aberwitzigen Verwicklungen führt.
Wie der Lama das Gewehr einsetzen will, um die Situation zu beruhigen, bleibt bis zum Ende spannend.
Die Satire von Regisseur Pawo Choyning Dorji wirft einen liebevollen und zugleich mild-spöttischen Blick auf die eigene Bevölkerung und zeigt zugleich die kritischen Seiten des Kapitalismus und den Auswirkungen der Globalisierung auf. Somit schafft er ein Kinoerlebnis, dass einen nicht nur zu Schmunzeln bringt, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Was will der Lama mit dem Gewehr? (MFA, ab 1. August im Kino)
Er trommelt, surft, fährt Skateboard, praktiziert Yoga und spricht viel über Spiritualität. Fast könnte man vergessen, wie erfolgreich Sam Garrett als Singer-Songwriter ist. Dass er sich bewusst allen Schubladen entzieht, wurde auch beim Interview nach seinem Tour-Stop in Berlin schnell klar. Dabei erzählte er von seinem spirituellen Lehrer Mooji, der Bedeutung der Rastafari-Kultur – und seiner Liebe zu einem ganz bestimmten Hörbuch.
Du bist aktuell auf Tour. Trotzdem strahlst du eine große Ruhe aus. Was erdet dich?
Es gibt da keinen wirklichen Trick. Oftmals denken wir, wenn wir etwas Bestimmtes tun, erhalten wir als Nebenprodukt innere Ruhe: zum Beispiel mit Yoga oder Meditation. Aber innerer Frieden ist tatsächlich unsere Natur. Gute Gewohnheiten sind schön, aber es geht darum, wer wir sind: Es ist unser natürlicher Zustand, glücklich und entspannt zu sein, wenn uns der eigene Geist nicht in die Quere kommt.
Es geht also um die richtige Geisteshaltung?
Es ist weniger die Geisteshaltung: die kann negativ oder positiv sein. Es geht darüber hinaus. Es geht um den Seinszustand. Der Seinszustand kommt immer vor den Gedanken. Das Sein kommt vor dem Denken. Gedanken können sehr laut sein.
“Spirituell zu sein, ist ein Stempel, der häufig mit der passenden Kleidung, den richtigen Freunden und einem bestimmten Lifestyle definiert wird.”
Das klingt sehr nach Yoga …
Ich liebe Yoga genauso wie Skateboarding, Surfen oder Trommeln und Singen. Es gibt so viele Dinge, die ich liebend gerne praktiziere, aber keines davon ist essentiell wichtig für diesen inneren Zustand. Ob gerade viel los ist im Leben oder ob innere Ruhe herrscht, ist irrelevant. Je länger ich auf dieser Reise namens Leben unterwegs bin, desto mehr erkenne ich das.
Wie empfindest du es, Musik zu machen, die Menschen auf dem Yogaweg ganz besonders zu erreichen scheint?
Meine Musik reflektiert meine Wahrheit. Ich kann kein Lied singen, das nicht mein wahres Selbst oder meine Situation reflektiert. Ich mache Musik daher nicht für eine besondere Gruppe, auch nicht nur für spirituelle Menschen, sondern für alle. Spirituell zu sein, ist ein Stempel, der häufig mit der passenden Kleidung, den richtigen Freunden und einem bestimmten Lifestyle definiert wird. Es geht aber um etwas, das tiefer reicht als diese Definition von Identität.
Das bedeutet in deinem Fall auch, Genre-Grenzen zu überschreiten. Du hast unter anderem früher in einer Punk-Rock Band gespielt, richtig?
Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Musik einer Richtung entspricht. Ich bin von so vielen verschiedenen Genres beeinflusst. Vieles, was in der Welt passiert, inspiriert mich. Meine Botschaft ist vor allem „Unity“ (Einigkeit). Wir müssen lernen, unsere Unterschiede zu respektieren.
Du bist schon sehr früh in einen Ashram gegangen, hast dich schon als Teenager mit Achtsamkeit beschäftigt. Wie kam das?
Als ich sieben oder acht war, hatte ich einen wiederkehrenden Traum: Jede Nacht beim Einschlafen wurde mir meine Grenzenlosigkeit bewusst: Ich löste mich von meinem Körper und meinem Geist und spürte meine eigene Unendlichkeit. Ich identifizierte mich nicht mehr mit meiner körperlichen Anwesenheit, sondern erlebte pure Freiheit, Glückseligkeit und inneren Frieden. Dann kam ich plötzlich wieder zurück in meinen Körper und mein Zimmer und alles war wie vorher. Natürlich haben mich, wie jeden Teenager, auch Videospiele interessiert und ich habe Alkohol und andere Dinge ausprobiert. Aber diese nächtliche Erfahrung ist geblieben und hat mich immer wieder angestupst – als ob da noch mehr wäre.
„Eigentlich sind wir alle vereint und leben unter derselben Sonne, demselben Mond und denselben Sternen, egal in welcher Kultur.“
Was passierte dann?
Als ich etwa 16 war, hatte mein Vater ein spirituelles Erwachen, was auch auf mich großen Einfluss nahm. Davor war er ein anderer Typ Mensch, aber als er Eckhart Tolles Buch „Die Kraft der Gegenwart“ entdeckte, passierte ein Wandel. Ich habe es mir dann als Hörbuch mit Kopfhörern angehört, während ich durch die Natur geradelt bin. Das hat etwas in mir verändert. Mein Vater und ich sind uns dadurch sehr nahe gekommen. Wir begannen Yoga und Meditation zu praktizieren und uns bewusster zu ernähren. Es hat meine ganze Familie beeinflusst.
Du bist später nach London gezogen und hast dort Mooji kennengelernt, deinen spirituellen Lehrer bis heute. Wie kam es dazu?
Eigentlich sah ich Mooji zum ersten Mal nach einem Nahtoderlebnis auf einer Indienreise. Er erklärte in einem Youtube-Video: „Du hast keinen Anfang und kein Ende, du bist reines Bewusstsein. Du bist unendlich, deine Natur ist Frieden, Liebe und Harmonie.“ Ich kannte das aus meiner Erfahrung als Kind, aber ich spürte es nicht mehr, sobald ich zurück in meinen Körper gekommen war.
Ich glaube nicht an Zufälle. Menschen kommen aus einem bestimmten Grund zu einer bestimmten Zeit in dein Leben. Als ich Babaji, wie ich Mooji nenne, kennenlernte, war es so, als ob ich ihn schon immer gekannt hätte. Ich verstand das nicht in meinem Kopf, aber ich fühlte etwas in meinem Herzen. Es gab eine tiefe Verbindung zwischen uns beiden, aber auch viel, das noch vor uns lag.
Ihr seid stetig in Kontakt?
Babaji zu treffen war für mich eine erneute Erinnerung daran, warum ich hier bin und wer ich wirklich bin. Ich lebe jetzt in seiner Nähe. Je länger ich mit ihm auf dieser Reise bin, desto mehr kommt eine innere Weisheit dazu, die schwer in Worte zu fassen ist.
Versuch es doch mal …
Man kann manche Dinge hören, sich sogar in Anwesenheit eines Meisters befinden oder eines Erleuchteten, aber ihr Geist ist noch zu stark. Viele bleiben an der Oberfläche, sie können nicht tiefer eintauchen. Aber wenn der Apfel reif ist, fällt er einfach vom Baum. Und so ist es auch zwischen uns gewesen.
In deinem neuen Album „Forward to Zion“ klingen Reggae-Töne an. Du widmest dich auch textlich der Rastafari-Kultur. Hat sich dein Interesse in diese Richtung verlagert?
Nicht unbedingt. Egal, welche Kultur und Tradition wir uns ansehen, wir finden die gleiche Wahrheit, weil es nur eine Wahrheit gibt. Sie hat viele Namen und kann von vielen Menschen auf verschiedene Weisen ausgedrückt werden. Es ist leicht, sich mit dem jeweiligen äußeren Ausdruck zu identifizieren und das Darunterliegende zu übersehen. Aber eigentlich sind wir alle vereint und leben unter derselben Sonne, demselben Mond und denselben Sternen, egal in welcher Kultur.
Wie bist du zu Rastafari gekommen?
Rastafari kam für mich zu einer Zeit, als ich sehr verloren und verwirrt war: Der Lockdown machte es unmöglich, sich frei zu bewegen. Ich habe damals eine Wahrheit, eine Richtung gesucht. Rastafari bedeutet Freiheit und Frieden. Damit gehen wir weder nach links noch rechts sondern direkt geradeaus. Auf der Suche nach Klarheit bin ich auf Haile Selassie gestoßen, der für Rastafari steht (siehe unten).
Was bedeutet Rastafari für dich persönlich?
Rastafari ist wichtig, weil wir in einer Zeit von Täuschung, Korruption, Lügen und Irreführung leben, die die Menschen verwirrt und verloren zurücklässt. Wir leben im babylonischen, kapitalistischen System, das einigen wenigen nützt, während der Rest Mühe hat, die Familie zu ernähren. Rastafari ist eine Rebellion gegen das koloniale System, das versklavt, verwirrt und eine Art Gefängnis erschafft, in dem wir leben. Das ist jetzt gerade unheimlich wichtig.
Wie würdest du diese Rebellion beschreiben?
Es ist eine gewaltlose Revolution. Es ist mir wichtig, nicht wegzusehen. In der spirituellen Welt geht es häufig darum, sich zu ergeben und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wir brauchen dieses innere Loslassen auch, sich einer höheren Macht, einem Gott zu ergeben. Das bedeutet aber nicht, dass ich angesichts von Korruption und dem Hunger der Welt einfach wegsehen kann. Ich kann nicht meinen Kopf in den Sand stecken und so tun, als existiere das alles nicht. Wir müssen als Brüder und Schwestern zusammenkommen und unsere Macht nicht an die Politiker abgeben, sondern erkennen, dass wir die Macht in uns selbst tragen.
Sam Garrett
Der Singer-Songwriter Sam Garrett ist Engländer, aber seine Musik ist auf der ganzen Welt zuhause. Sein 2023 in Hawaii produziertes neues Album „Forward to Zion“ entstand unter dem Eindruck von Pandemie und Lockdown und in der Begegnung mit der Rastafari-Kultur und deren vielleicht dessen Figur, Haile Selassie (1892-1975), der zugleich der letzte Kaiser von Äthiopien war. Besonders ein Zitat von Selassie ist Sam wichtig:
„Wir müssen (…) unsere kleinlichen Vorurteile und Urteile übereinander begraben um einander unsere Zugehörigkeit, unsere Hingabe, unsere Loyalität und letztendlich unsere Liebe zu schulden, nicht den Nationen, Konzernen oder Regierungen, die versuchen uns auseinandertreiben und zu erobern, sondern unseren Brüdern und Schwestern innerhalb der menschlichen Familie und Gemeinschaft.„
Lea Dlugosch arbeitet als Kulturjournalistin in Berlin und unterrichtet dort in ihrem Studio Loni Yoga. Ihr besonderes Steckenpferd ist dabei Integrative Yogatherapie.
Lies auch unser Interview mit Mantra-Musikerin Simrit Kaur: