Übung “Mitgefühl entwickeln”: So gelingt es dir

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Mitgefühl entwickeln Übung
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Du willst mehr Mitgefühl entwickeln? Wir zeigen dir zwei einfache Übungen, mit denen es dir gelingt, wirklich mitfühlend zu sein. Öfter praktiziert, werden sie dein Leben verändern.

Wenn du echtes, dauerhaftes Mitgefühl in dir wecken möchtest, dann musst du zunächst mitfühlend mit dir selbst sein. Wenn man nicht gelernt hat, seine eigenen Unzulänglichkeiten mit Mitgefühl zu betrachten, dann wird man auch andere nicht ansehen können, ohne sie zu bewerten. Egal wie nett du dann zu jemandem bist, ein Teil deiner selbst wird immer auch die Fehler des Gegenübers registrieren. Er wird ungeduldig auf dessen Versagen reagieren und sich insgeheim fragen, ob sich diese Person ihre Schwierigkeit im Grunde nicht  selbst zuzuschreiben hat. So gesehen ist mehr Mitgefühl gegenüber sich selbst die Voraussetzung für Mitgefühl gegenüber anderen Menschen.

Übung 1: Selbstmitgefühl entwickeln

Wenn du es gewohnt bist, selbst dein schärfster Kritiker zu sein, kann die Entwicklung von Selbstmitgefühl eine große Herausforderung sein. Bei dieser Übung behandelst du dich selbst mit der selben Fürsorge und Liebe wie ein kleines Kind. Setze dich bequem und ruhig hin und beobachte einige Minuten lang dein Atem. Rufe dir eine Zeit in Erinnerung, in der du dich umsorgt gefühlt hast – und sei es in der unspektakulärsten Weise. Beobachte, ob es dir gelingt, dieses Gefühl, dass jemand für dich sorgt, in dir wachzurufen. Dann beobachte, wie sich dein Herz dabei anfühlt und was dein Körper zurückmeldet. Stelle dir vor, du bist wieder Kind. Du kannst dich auch an eine Zeit erinnern, in der du als Kind unglücklich warst.

Stelle dir vor, dein erwachsenes Selbst wiege dieses Kind in seinem Schoß. Spüre den Instinkt, sich um dieses Kind zu kümmern. Sage ihm: “Ich bin da.” Erzähle ihm, dass du die unschuldige, liebevolle, begabte Essenz in seinem Wesen siehst. Dieser Teil der Übung ist sehr bedeutsam. Du sollst dir dabei der Einzigartigkeit deines kindlichen Selbst bewusst werden, einer Einzigartigkeit, die du bis heute in dir trägst. Beobachte, welche Wirkung dies auf dein Herz hat. Kannst du dir ehrliches und tiefes Selbstmitgefühl entgegenbringen? Dann kannst du jetzt einen Schritt weiter gehen.

Übung 2: Mitgefühl entwickeln

Während dieser zweiten Übung sollst du versuchen, dich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen und echtes Mitgefühl entwickeln. Richte deinen Geist auf eine Person, die in Schwierigkeiten steckt oder Schmerz erleidet. Richte folgende Gedanken an diese Person:

Genau wie ich sehnt sie sich nach Glück.
Genau wie ich will sie frei von Leid sein.
Genau wie ich hat sie Trauer, Einsamkeit und Sorge erfahren.
Genau wie ich versucht sie das zu erlangen, was sie im Leben braucht.
Genau wie ich entwickelt sie sich weiter.

Denke über das Leid der Person nach. Stelle dir vor, du würdest auf die selbe Weise leiden. Wie würdest du dich fühlen? Wie sehr würdest du dir wünschen, frei von Leid zu sein? Als nächstes stellst du dir vor, wie viel weniger alleine du dich fühlen würden, wenn jemand aktiv mit deinem Schmerz mitfühlen und ihn beenden wollen würde. Kannst du das für diesen Menschen tun? Kannst du dir aus voller Überzeugung wünschen, dass sein Leiden endet? Versetze dich in die Lage der betreffenden Person und spüre einen Moment lang, dass deren Schmerz auch der deine ist. Spüre den Wunsch, dass das Leid ein Ende hat.

Aktiv werden und Gutes tun

Wenn möglich, tue etwas für die Person. Rufe an, mache ein Geschenk, gehe Essen einkaufen oder lade sie zum Essen ein. Es ist wichtig, etwas zu tun. Das muss überhaupt nichts Großartiges sein, aber es braucht eine Geste in der konkreten Welt. Diese Übung kann so transformierend wirken, dass du sie eigentlich täglich machen solltest. Sehr schnell wirst du feststellen, wie es deine Meinungen und den Kontakt zu sämtlichen Menschen in deinem Leben verändert. Der Grund dafür liegt darin, dass der wahre Schlüssel zum Mitgefühl das Gefühl ist, dass wir alle miteinander verbunden und gleich sind.


Die Autorin Sally Kempton unterrichtet weltweit Meditation, sie schreibt regelmäßig für das amerikanische YOGA JOURNAL und hat mehrere Bücher zur Meditation und eines zur Erweckung der Shakti-Kraft verfasst

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