So gibst du deiner Yogapraxis mehr Bedeutung – Tipps von Mark Stephens

Yogalehrende haben viele Möglichkeiten, in ihren Stunden einen inneren Raum zu öffnen. Mark Stephens zeigt dir hier einige Techniken, die – auch beim persönlichen Üben – eine bedeutungsvollere Erfahrung fördern.

Text: Mark Stephens / Titelbild: Oluremi Adebayo via Pexels.com

1. Raum für Stille

Lasse deinen Schüler*innen mehr Raum für ihre eigenen Erfahrungen, anstatt ihnen mit vielen Worten deine eigenen Interpretationen und Vorstellungen überzustülpen. Jeder Yogi und jede Yogini sollte lernen, möglichst genau in sich selbst hineinzuhören und die Effekte der eigenen Praxis wahrzunehmen.

2. Yama und Niyama in der Yogapraxis

Die beiden Kernpunkte des Yoga Sutra mit ihren zehn Geboten helfen dir, die Yogapraxis zu vertiefen und zu bereichern. So kannst du sie auf deine Yogastunde und eine eigene Praxis übertragen.

Ahimsa (Gewaltlosigkeit)

Schmerz wird im Yoga manchmal als Freund bezeichnet. Das stimmt aber nur dann, wenn er als Wegweiser für eine sichere und nachhaltige Praxis genutzt wird. 

Satya (Wahrhaftigkeit)

Als Yogalehrer*in solltest du nur das unterrichten, was du wirklich kennst und schätzt. Für die Lehre gilt ebenso wie für die Praxis: „Sei dir selber treu.“

Brahmacharya (heilige Lebensweise, Keuschheit)

Nutze deine Energien auf ehrenvolle Weise – würdige deine eigene Integrität ebenso wie das Wohlergehen und die Sicherheit deiner Schüler*innen.

Asteya (Nicht-Stehlen)

Nimm dir nicht ohne Erlaubnis, was nicht dir gehört. Dazu gehören auch Ideen, Zeit und Kraft anderer Menschen.

Aparigraha (Nicht-Gier)

Öffne dich dafür, dass die Dinge zu dir kommen und sich dir als Möglichkeit erschließen, anstatt etwas zu erzwingen.

Saucha (Reinheit)

Stelle dir die Frage, wie das Streben nach Reinheit dein Leben beeinflusst: Was (und wer) hat darin Platz und welche Stoffe möchte ich in meinem Organismus haben?

Santosha (Zufriedenheit)

Sei bereit, in diesem Moment zufrieden zu sein, auch während die Praxis dich auf immer wieder neue Weise fordert.

Tapas (Eifer)

Auch während du Zufriedenheit und Genügsamkeit übst, verdient deine Praxis den größtmöglichen persönlichen Einsatz. Die Balance aus Stabilität und Mühelosigkeit ist dabei ein guter Wegweiser.

Svadyaya (Selbsterforschung)

Wer bin ich? Reflektiere während der Praxis fortwährend die Gesamtheit deine Erfahrungen. Lerne dich selbst in deinen emotionalen und geistigen Reaktionen kennen.

Ishvara Pranidhana (Hingabe an Gott)

Was ist der größere Zusammenhang? Denke über diejenigen Kräfte des Universums nach, die allem, was ist, Form und Bedeutung verleihen.

3. Spiritualität

Hier geht es nicht darum, bestimmte Gottheiten anzurufen oder mit Sanskrit-Begriffen und philosophischen Schlagworten um sich zu werfen, sondern um ganz einfache Dinge: Vor allem darum, mehr Selbstgewahrsein zu fördern. Zum Beispiel indem man sich selbst in jedem Atemzug spüren lernt. Oder indem man versucht, das ganze Leben mehr vom Herzen her zu betrachten, geduldig und freundlich zu sein und offen gegenüber Fehlern.


Mark Stephens ist ein international bekannter US-amerikanischer Yogalehrer und hat bereits mehrere internationale Bestseller über den Yogaunterricht geschrieben. Mehr über ihn und seine Arbeit auf markstephensyoga.com und auf Instagram @markstephensyoga

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