Embodiment: Ich fühle, also bin ich

Die Seele ist der Spiegel des Körpers. Na, über diesen Satz gestolpert? Normalerweise kennen wir ihn ja eher umgekehrt. Das Konzept Embodiment macht Schluss mit dem Einbahnstraßen-Denken und zeigt, wie eng und nicht- hierarchisch körperliches und seelisches Erleben miteinander verbunden sind. Plus: 5 Embodiment-Quick-Tipps für verschiedene Lebenslagen.

TEXT: CARMEN SCHNITZER

Embodiment ist ein interdisziplinär und deshalb nicht ganz einheitlich verwendeter Begriff aus der Kognitionsforschung, der das Zusammenspiel und die Wechselwirkung von Körper und Geist erforscht und damit einer uralten Frage auf den Grund geht, die man in der Philosophie als „Leib-Seele-Problem“ beschreibt. Im Grunde ist der Ansatz ein zutiefst „yogischer“: Man geht beim Embodiment davon aus, dass alles mit allem verbunden ist und zwar gleichwertig, ohne eine Art oberste Schaltzentrale wie etwa das Hirn, die den Rest unseres Seins steuert. Die Embodiment-These lautet: Bewusstsein benötigt nicht nur einen Körper, der Körper ist Teil dieses Bewusstseins. Das, was wir Geist nennen, ist eingebettet in einen Körper, dieser Körper wiederum ist eingebettet in eine Umwelt, und zwischen allen dreien bestehen ein permanenter gegenseitiger Austausch und eine gegenseitige Beeinflussung: Nicht allein unser Fühlen und Denken bestimmen, was der Körper tut, sondern umgekehrt bestimmt auch der Körper, wie wir uns fühlen und was wir denken. Und damit ist nicht allein so etwas gemeint wie: Ich bin krank, das macht mich traurig, denn jetzt kann ich meine Freundin nicht besuchen. Nein, sogar Körperhaltung und Mimik haben ganz unmittelbar Einfluss auf unser Bewusstsein. Dazu gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, zum Beispiel das berühmt gewordene, 1988 veröffentlichte „Bleistift-Experiment“, welches die sogenannte Facial-Feedback-Hypothese untermauern sollte, die besagt, dass Gesichtsmuskelbewegungen das eigene emotionale Erleben beeinflussen.

Der Psychologe Fritz Strack ließ gemeinsam mit Leonard Martin und Sabine Stepper Probandinnen einen Bleistift in den Mund nehmen und damit malen oder schreiben, unter dem Vorwand, man wolle die Motorik von Menschen mit körperlichen Einschränkungen untersuchen. Eine Gruppe sollte den Stift mit den Zähnen, eine mit den Lippen halten, eine mit der nichtdominanten Hand. Worum es dem Forscherinnenteam eigentlich ging: Wer den Stift mit den Zähnen hielt, zog dadurch die Mundwinkel automatisch nach oben, während das Halten mit den Lippen ein Lächeln eher verhinderte und das mit der Hand keinen Effekt hatte. Als man den Versuchspersonen im Anschluss an die Mal- und Schreibversuche Gary-Larson-Cartoons vorlegte, mit der Bitte, deren Lustigkeit einzuschätzen, amüsierten die Bilder die Zahn-Gruppe tatsächlich am meisten, die Lippen-Gruppe am wenigsten.

Was bedeutet Kognition, was Intelligenz?

Unter Kognition versteht man die Gesamtheit aller bewussten und unbewussten mentalen Prozesse, darunter Wahrnehmung, Erkennen, Schlussfolgern, Planen, Erinnern, Kreativität, Meinungsbildung, Lernen usw. Intelligenz wiederum bezeichnet eine Eigenschaft der Kognition: das Denkvermögen, die Fähigkeit, sich auf neue Begebenheiten kognitiv einstellen zu können und ausgehend von gemachten Erfahrungen neue Sinnzusammenhänge herstellen zu können. In der Embodiment-Forschung geht man davon aus, das auch der Körper eine eigene Form von Intelligenz, Erinnerungsvermögen usw. hat, weshalb Körperarbeit zum Beispiel auch bei der Bewältigung von psychischen Krisensituationen helfen kann.

Von Sünde und Reinheit

Die Beweiskraft dieses Experiments ist mittlerweile umstritten, nichtsdestotrotz gilt es als Klassiker der Embodiment-Forschung und regte mit dazu an, unser klassisch westliches Körper-Geist-Verständnis, bei dem das eine vom anderen getrennt ist, zu überdenken. Leicht war das nicht, denn die christlich-abendländische Tradition und das Zeitalter der Aufklärung haben gründlich dafür gesorgt, dass dem „sündhaften“ Körper im Vergleich zur „reinen“ Seele aus philosophischer Sicht immer etwas Niederes, Schmutziges anhaftete und diese Assoziation tief in uns verwurzelt war: Ich denke, also bin ich. Der Geist allein bestimmt unser Sein, der Körper ist lediglich seine vergängliche Hülle, eine Art Reiz-Reaktions-Maschine. Gleichzeitig galt beinahe Umgekehrtes für die Schulmedizin: Körperliche Vorgänge waren nachweisbar, während die Psyche diffus blieb, wenig greifbar: Gängige Sätze wie „Vielleicht ist es auch nur (!) was Psychisches“ zeugen davon, wie wenig ernst man den Anteil der Seele am körperlichen Leiden lange nahm. Doch die Zeiten ändern sich: Was in der Yogaphilosophie schon lange als gegeben angesehen wurde – die Einheit von Körper, Geist und Umwelt – findet mehr und mehr Anklang in der Wissenschaft. Einer der Gründe dafür: Endlich lässt sich vieles objektiv messen, was lange nur gefühlte Wahrheit zu sein schien – in der Neurobiologie etwa können Hirnströme nachweisen, dass die wohltuende Wirkung von Yoga mehr ist als pure Einbildung, dass sich beim Meditieren tatsächlich etwas verändert.

Spiritualität und Naturwissenschaft

An dieser Stelle ist der Meditationsforscher Ulrich Ott zu nennen, der seit mehr als zwei Jahrzehnten beweist, dass Spiritualität und Naturwissenschaft wunderbar miteinander harmonieren können. Daneben ist es Pionierinnen wie Maja Storch (Interview im Yoga Journal Print Ausgabe Nr. 77 05/21) zu verdanken, dass das Thema Embodiment mehr und mehr Raum bekommt. Gemeinsam mit Frank Krause entwickelte sie in den 1990er-Jahren für die Universität Zürich das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), ein psychoedukatives Selbstmanagement-Training, bei dem neben (Sprach-)Bildern auch Körperarbeit mit einbezogen wird, um festgefahrene Verhaltensmuster, Ängste und andere Blockaden zu lösen. Nix da also mit „sündhaft“ oder „minderwertig“: Unser Körper ist ein mächtiges Werkzeug, das uns helfen kann, ein glückliches Leben zu führen – nicht nur dann, wenn wir uns verlieben und die Schmetterlinge in unserem Bauch Salsa tanzen …

Bild: Rodolfo Sanches Carvalho

5 Embodiment-Quick-Tipps für verschiedene Lebenslagen

Du wünschst dir mehr Selbstbewusst – sein.

Kopf hoch, im wahrsten Sinne: Richte dich auf, strecke die Brust leicht nach vorn und hebe dein Kinn. Sich in dieser Haltung klein und minderwertig zu fühlen, ist fast nicht möglich.

Du fühlst dich angespannt und gestresst.

Stell deine Füße etwas breiter als hüftbreit und federe mit den Knien, als stündest du auf einem Trampolin. Dann schüttelst du deine Hände, die Arme und schließlich den ganzen Körper, gerne mit geschlossenen Augen. So schüttelst du Stress buchstäblich von dir ab.

Du fühlst dich erschöpft und brauchst schnell neue Energie.

Auf geht‘s: eine Runde Schatten-Kickboxen gegen einen imaginären Sandsack! Kicke mit den Füßen kraftvoll nach vorn, lass deine Fäuste durch die Luft schießen – das gibt Power!

Du bist unzufrieden und genervt.

Ja, das darf auch mal sein. Wenn du aber etwas dagegen tun willst, hilft es zu lächeln oder auch laut zu lachen. Nicht selten wird aus dem zunächst künstlichen ein natürliches Lachen und deine Stimmung hellt sich auf.

Du kommst abends schwer zur Ruhe.

Denke an einen Ort, den du mit Entspannung verbindest – einen einsamen Strand vielleicht oder eine Waldlichtung. Du kannst dir auch ein Foto deines letzten Urlaubs heraussuchen und es betrachten, während du dich nun an diesen Ort träumst, dabei tief ein- und ausatmest und deinen Atem beobachtest.


Titelbild: Rodolfo Sanches Carvalho via Unsplash


Dieser Artikel ist aus der Yoga Journal Print Ausgabe Nr. 77 05/21

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-76-04-21-print/

Veggie-Samosa – Gemüse-Teigtaschen

Der gelernte Koch Nicky Sitaram Sabnis nimmt uns in seinem Buch „Happy India“ mit auf eine kulinarische Reise durch sein Heimatland Indien. Sinnlich präsentiert, gespickt mit herrlichen Anekdoten und viel Information über die indische Küche und ihre Zutaten. Eine köstliche Liebeserklärung an Land und Leute. Dieses Rezept ist in ganz Indien sehr beliebt.

Samosas sind ein klassischer indischer Snack. Spätestens wenn ihr mit dem Zug durch Indien reist, werdet ihr in den Genuss köstlich fettiger Samosas kommen. Die Händler reichen sie an nahezu jeder Haltestelle durch die geöffneten Zugfenster, wo sie ihnen von hungrigen Reisenden aus der Hand gerissen werden. Wenn ihr nicht so lange warten wollt, bis ihr das nächste Mal in einem Zug der Indian Railways sitzen, bereitet die Samosas einfach selbst zu. Dieses Rezept habe ich 1977 während meiner Ausbildung zum Koch in Mumbai gelernt. Dazu reicht ihr am besten Minz-Chutney dazu.

ZUTATEN

FÜR DIE FÜLLUNG

1 Kartoffel, gewaschen, geschält und gekocht

300 g gemischtes Gemüse nach Wahl, gewaschen, gegebenenfalls geschält und weich gekocht

je ½ TL Ajwain, Kreuzkümmel, Kurkuma und Chilipulver (alles gemahlen)

1 TL Garam Masala

1 EL frische Korianderblätter, geschnitten

Salz

FÜR DEN TEIG

150 g Vollkornweizenmehl

¼ TL Salz

2 TL Sonnenblumenöl

100 ml lauwarmes Wasser

etwas Mehl für die Arbeitsfläche

400 ml Öl zum Frittieren

© Dirk Przibylla/Südwest Verlag

Zubereitung

Das Mehl in eine Schüssel geben und Salz sowie Öl zufügen. Zunächst wenig lauwarmes Wasser untermischen und alles mit den Händen verkneten. Nach und nach mehr Wasser einkneten, bis ein fester Teig entsteht (insgesamt etwa 100 ml Wasser). Diesen mit einem sauberen Küchentuch zudecken und 5 Minuten ruhen lassen. Nochmals 4–5 Minuten kneten, bis der Teig weich und elastisch ist.

Die Zutaten für die Füllung in eine Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Mit Salz abschmecken und zur Seite stellen.

Aus dem Teig etwa kiwigroße ovale Bällchen formen. Diese mit wenig Mehl auf der Arbeitsfläche dünn ausrollen und halbieren. Die Schnittflächen der Teigfladen mit etwas Wasser befeuchten und diese zu einer Art Tüte formen. Dafür den Halbkreis einmal in der Mitte falten und an den geraden Schnittflächen andrücken.

Gemüse Samosa Step 1 / © Dirk Przibylla/Südwest Verlag

In jede Tüte 1 EL der Füllung geben. Den oberen Rand der Tüte mit etwas Wasser befeuchten und verschließen. So nach und nach alle Teigtaschen füllen.

Gemüse Samosa Step 2 / © Dirk Przibylla/Südwest Verlag

Das Öl in einem großen Topf nicht zu stark erhitzen und darin die Samosas langsam frittieren, bis sie braun und knusprig sind. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.


Die besten Originalrezepte aus ganz Indien

Happy India – Mehr als 150 authentische Gerichte, Südwest Verlag

Auf 240 Seiten präsentiert Nicky Sitaram Sabnis heißgeliebte Familienrezepte und Gerichte, die er während seiner Reisen und seiner Ausbildung kennengelernt hat. Nordindische Currys sind ebenso vertreten wie südindische Reisgerichte, cremige Dals und unzählige Auberginen-Variationen. Auch Streetfood, Getränke und zuckersüße, aromatische Desserts dürfen nicht fehlen. Insgesamt kommen so mehr als 150 authentische Rezepte zusammen, die sich mit frischen Zutaten auch bei uns problemlos zubereiten lassen.


Titelbild: © Dirk Przibylla/Südwest Verlag

Maksim Klasanovic – vom Häftling zum Yogalehrer

Maksim Klasanovic wurde zu 13 Jahren Haft im härtesten Gefängnis Thailands verurteilt. Heute sagt er: „Es war die wichtigste Erfahrung meines Lebens“. Hier erzählt er, wie ein meditierender Mitgefangener und ein zerfleddertes YOGA JOURNAL ihm halfen zu überleben.

Text: Dimitri Lehner / Foto: Simon Geiger

Maksim Klasanovic arbeitete in Thailand als Marketingmanager für Hotels, als er 2011 während einer Party verhaftet und in einen großen Drogenfall verwickelt wurde. In seinem Buch: „Der König darf nicht sterben. Mein Weg aus Thailands härtestem Knast“ berichtet Maksim, wie er im Gefängnis Meditation und Yoga für sich entdeckte. Heute unterrichtet er beides in Kursen und hält Seminare zu Meditativem Mentalcoaching. thaimiki.com

13 Jahre Gefängnis. Das Urteil muss ein Schock gewesen sein.
Ich war völlig geschockt, denn ich rechnete mit einem Freispruch.

Wie kam es zu dem harten Urteil?
Da kam vieles zusammen: Ich hatte zwar nur die Telefonnummer eines Dealers weitergegeben wurde dabei aber in einen großen Drogenfall verwickelt und hatte einen Anwalt, der mir versprach, mich mit einer Falschaussage frei zu bekommen – der sich aber später als korrupt herausstellte …

Du wirst Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt haben, um doch noch rauszukommen.
Das habe ich, doch da ließ sich nichts machen. Erst als 2016 König Bhumibol starb, wurde ich nach mehr als 8 Jahren im Rahmen einer großen Amnestie begnadigt.

Wie muss man sich den Knast in Thailand vorstellen?
Die Zelle ist ein Käfig. 180 Quadratmeter für 290 Männer. Mörder, Vergewaltiger, Drogendealer und -süchtige, Verrückte – bewacht, drangsaliert und geprügelt von korrupten Wärtern. Du schläfst auf dem nackten Boden. Die Gefangenen liegen dabei so eng gepackt, dass du nur auf einer Seite liegen und dich nicht drehen kannst. Eine leere Colaflasche war in den ersten Monaten mein Kopfkissen. Keinerlei Privatsphäre. Ein Plumpsklo mitten im Raum. Als ich in der ersten Nacht aufs Klo ging, war danach mein Schlafplatz weg und ich musste stehen.

Da dreht man doch durch.
Ja. Überall Milben, Läuse, Moskitos. Die Bisse peinigten mich und hielten mich nachts wach. Ratten krochen aus der Kanalisation. Es gab regelmäßig Massenschlägereien. Meist beim Waschen, wenn ein paar Hundert Mann versuchten, sich an einem einzigen Becken zu waschen. Jeder ist gestresst und bis aufs Blut gereizt.

Wie steht man das durch?
Das frage ich mich auch. Ich sah andere sterben und wollte überleben. Ich habe schnell angefangen, Thai zu lernen und viel Sport zu machen. Im Freigelände machte ich Liegestütze, Kniebeugen und Situps. Zum einen um nicht durchzudrehen, aber auch als Schutz, denn wer kräftig aussieht, wird in Ruhe gelassen. Als ich dann von Phuket nach Bangkok verlegt wurde, war ich bereits sehr athletisch und wurde für mein konsequentes Training respektiert. Zudem konnte ich jetzt Thai sprechen. Aber mental war es trotzdem noch die Hölle.

Wie kamst du zu Yoga und Meditation?
Neben mir lag nachts ein Nepalese. Mir fiel auf, dass er frühmorgens, als wir alle noch schliefen, regungslos dasaß. Ich dachte, er würde beten. Doch er erzählte mir, dass er meditiert. Es war auffällig, wie viel gelassener er war als die anderen Häftlinge. Also bat ich ihn, mir das beizubringen.

„Der Knast wurde ein fast heiliger Ort für mich.“

Was genau war das?
Da gab es kein Geheimnis. Es ging schlichtweg um bewusstes Atmen. Er sagte: „Spüre deine Nasenflügel beim Ein- und Ausatmen. Kommen störende Gedanken, dann nehme sie zwar wahr, doch kehre wieder zum Atem zurück!“ Anfangs fiel es mir wahnsinnig schwer, auch nur 5 Minuten still zu sitzen und zu atmen, doch ich habe gleich gemerkt, dass da etwas mit mir passiert. Mit der Zeit gelang es mir immer besser: Das Gedankenkarussell drehte sich tatsächlich langsamer. Diese Datenautobahn in meinem Kopf wurde über die Jahre zu einer 30er-Zone.

Im Gefängnis eine große Hilfe.
Und wie! Zuvor haben mich meine Gedanken zermartert. Alles in mir wehrte sich gegen das Gefängnis. Mir schien, dass alles von meinem Geist vernebelt war. Durch Meditation spürte ich mich anders. Ich konnte mich mit der Situation, mit meinem Schicksal arrangieren. Ich wurde selbstsicherer, freier, konnte mich selbst annehmen mit meinen Stärken und Schwächen.

Wie sah deine Praxis konkret aus?
Morgens um 4.30 Uhr, als die anderen noch schliefen, machte ich zuerst Atemübungen, später meditierte ich und versuchte, meine Gedanken zu verlangsamen. Ich wurde regelrecht süchtig danach. Und Yoga? Bisher hatte ich Krafttraining gemacht und Muay Thai, also Thai-Boxen geübt. Doch dann bekam ich eine zerfledderte Zeitschrift in die Finger. Irgendjemand hatte einen Wärter bestochen und alte Magazine eingehandelt. Darunter war eine ältere Ausgabe des amerikanischen YOGA JOURNAL. Es fehlten zwar etliche Seiten, aber ich fand 8 bis 10 Asanas, die ich gleich ausprobierte.

Dieses Heft war es, das Maksim im Gefängnis zufällig in die Hände bekam – darin ein paar Übungsanleitungen, die ihm eine neue Welt eröffneten.

Was hat dir daran so gefallen?
Die Dehnung. Das Hineinspüren in den Körper. Wenn du dich dehnst, konzentrierst du dich auf deinen Körper und die Gedanken hören auf. Ich habe ein Jahr lang immer nur dieselben Asanas gemacht – eben die aus dem YOGA JOURNAL, kombiniert mit achtsamer Atmung.

Wie haben die anderen Häftlinge reagiert?
Sie haben gespürt, wie ich mich veränderte – und das hat sie neugierig gemacht. Irgendwann kam der erste und wollte angeleitet werden. Dafür habe ich dann improvisiert. Zum Beispiel war im YOGA JOURNAL vom Sonnengruß die Rede, aber es gab keine Anleitung. Also habe ich meinen eigenen Bewegungsablauf entwickelt, denn auch ich wollte die Sonne grüßen können.

Wie sah dein Sonnengruß aus?
Ganz simpel: Du sitzt auf den Fersen und richtest dich dann auf in den Kniestand, hebst die Arme zur Seite der Sonne entgegen und setzt dich wieder zurück auf die Fersen.

Du hast also dein eigenes Yoga erfunden.
Ja, es blieb mir ja nichts anderes übrig. Und das hat Spaß gemacht. Ich habe so auch das Nachspüren für mich entdeckt. Je tiefer ich in die Dehnung ging, desto intensiver fühlte es sich an. Also versuchte ich, die starke Dehnung zu halten. Mein Yoga ist ein sehr langsames, tiefes Yoga. Atmen, Dehnen, Nachspüren – das war die 3er-Kombination, die mir gefiel. Später kam das achtsame Hören dazu. Das konnte auch beim Laufen passieren. Und das achtsame Essen.

Achtsames Essen?
Ich bekam alle zwei Wochen von einer ehrenamtlichen Gefangenen-Betreuerin der deutschen Botschaft Äpfel geschenkt. So einen Apfel aß ich dann ganz bewusst. Das war ein meditatives Erlebnis. Meditatives Äpfelessen im thailändischen Knast. Verrückt, ich weiß. Doch in den letzten Jahren wurde aus dem Knast ein fast heiliger Ort für mich. Yoga und Meditation haben mich verändert. Das konnten auch die anderen Häftlinge sehen – und so haben wir irgendwann eine richtige Yogaklasse gegründet, die ich zweimal die Woche angeleitet habe. Wir übten auf aufgeschnittenen Papp-Kartons, das waren unsere Yogamatten. Als ich zurück nach Deutschland kam, habe ich gemerkt, dass es auch den Leuten hier guttut, wie ich auf ganz simple Art Yoga und Meditation glaubwürdig mache. Für ein neues, achtsames Leben. Deswegen habe ich diesen Sommer auch die Ausbildung zum Yogalehrer gemacht.

„Die Datenautobahn in einem Kopf wurde zu einer 30er-Zone.“ Auch nach seiner Rückkehr an den Rhein meditiert Maksim Klasanovic täglich.

Konntest du da noch was lernen?
Eine ganze Menge, von dem ich keine Ahnung hatte! Alleine die Anatomie, die Faszien und so weiter, das ist super spannend. Doch durch Meditation an einen Punkt zu kommen, wo alles schwerelos wird – das schaffst du nur durch viel Übung. Das kann dir niemand beibringen, du musst es selbst erfahren. Sobald du nicht mehr vom Geist beeinflusst bist, verändert sich deine Gesundheit, deine Ausstrahlung, dein Familienleben, dein Liebesleben. Du wirst in allen Ebenen deines Lebens Veränderungen spüren.

Klingt, als seist du auf einer Mission?
Hättest du mir vor zehn Jahren gesagt, dass ich mal eine Yogalehrer-Ausbildung machen würde, hätte ich laut aufgelacht. Aber jetzt will ich Menschen die Techniken beibringen, die mich im Gefängnis gerettet haben. Menschen, die bisher denken, dass Yoga nichts für sie sei.

Wie war es, nach über 8 Jahren wieder nach Deutschland zu kommen?
Als ich zurückkam, haben mich alle angestrahlt. Ich konnte es nicht fassen, schließlich hatte ich mit 19 Jahren Deutschland verlassen, weil hier alle so mürrisch waren. Und jetzt strahlte jeder. Dann merkte ich erst, dass ich es war, der strahlte. Denn das Gefängnis war in den letzten Jahren ein heiliger Ort für mich, so krass sich das jetzt anhört. Das Leid, die Toten, die Verrückten, das schlechte Essen, das Ungeziefer – entweder du zerbrichst daran oder du findest Kraft und kommst gestärkt raus. Für mich war es rückblickend ein Glück, all das erfahren zu haben.

Ich wäre an einem solchen Schicksal zerbrochen – die besten Jahre meines Lebens hinter Gittern.
Vielen ist das so gegangen. Wenn die Psyche einknickt, zerbricht auch die Gesundheit. Viele sind krank geworden und gestorben oder sie haben sich umgebracht. Für mich war das keine Option. Das konnte ich meiner kleinen Tochter nicht antun, meiner Schwester nicht und auch meiner Mutter nicht. Ich wollte nicht einer dieser Toten sein, die in Lumpen gewickelt aus der Zelle geschleppt werden. Häftlinge sind in meinen Armen gestorben, manche lagen tagelang tot in unserer Zelle. Ich habe dort eine andere Beziehung zum Tod bekommen.

Hast du nicht das Gefühl, um die besten Jahre deines Lebens betrogen worden zu sein?
Nein. Ich habe sogar das Gefühl, beschenkt worden zu sein. Woanders hätte ich nie erfahren, was ich erfahren habe. Ich war früher arrogant, ein Angeber, dachte, ich sei was Besseres. Party, fette Autos, fette Uhren, Alkohol – das hatte etwas Selbstzerstörerisches und sehr Oberflächliches. Das ist jetzt alles anders. Aber es war ein langer Weg. Acht Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Ich habe über acht Jahre keine Orange gegessen. Jetzt esse ich eine Orange mit Hingabe und bin wirklich dankbar dafür.


Der Münchner Journalist DIMITRI LEHNER startet jeden Tag mit einem Mix aus Yoga und koreanischen Übungen nach Meister Seo.

Soulfood vegan von Katharina Küllmer: Spinat-Crêpes

Schon beim Anblick der Rezeptbilder im Buch „Soulfood vegan“ läuft und das Wasser im Mund zusammen. Kein Wunder, denn die Rezeptentwicklerin und Autorin Katharina Küllmer ist auch noch Food-Stylistin. Herzhafte Crêpes, die köstlich nach Spinat und Kreuzkümmel schmecken, sind so lecker, dass die Autorin sie auch pur essen könnte. Doch gefüllt mit weißem Bohnenpüree, Zwiebeln, Pilzen, Kräutern und Kresse sind sie einfach unschlagbar. Cashewcreme und Dukkah runden mit ihrem nussig-würzigen Geschmack die gesunden Crêpes ab. Der Tipp zu diesem wunderbaren Rezept kam übrigens von unseren lieben Kollegen bei Vegan World.

Rezept Spinat-Crêpes mit Bohnenpüree, Pilzen, Zwiebeln und Kresse für 4 Personen

Für die Spinat-Crêpes:

640 ml Mandeldrink
220 g Buchweizenmehl
180 g Kichererbsenmehl
100 g Baby-Spinat
6 EL Sonnenblumenöl
4 EL Chiasamen
2 TL gemahlener Kreuzkümmel
2 TL Meersalz

Für das Bohnenpüree:

270 g weiße Bohnen (Dose)
40 ml Olivenöl
½ TL Meersalz

Für die Füllung:

350 g braune Champignons
2 rote Zwiebeln
¼ Bund Kerbel
1 Handvoll Baby-Mangold
4 EL Kresse
10 TL Mandeldrink
4 TL Cashewmus
2 TL Kokosöl
2 TL Sojasauce Dukkah (s.u.)

Für die Dukkah-Gewürzmischung:

200 g gemischte Nüsse und Kerne (z.B. Haselnüsse, Mandeln, Pistazien)
60 g weißer Sesam
60 g schwarzer Sesam
40 g gemahlener Koriander
40 g gemahlener Kreuzkümmel
1 Bio-Zitrone, Abrieb
2 TL Meersalz
1 TL gemahlener Ceylon-Zimt
1 TL schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Vorab: Für die DukkahGewürzmischung alle Zutaten bis auf den Sesam in einen Mixer geben und kurz mixen, bis die Kerne mittelfein sind.

Den Sesam hinzufügen und vermischen. Für die Spinat-Crêpes den Spinat waschen, trocken schleudern und hacken. Mit dem Mandeldrink pürieren. Chiasamen mit etwas Wasser 10 Minuten quellen lassen. In einer Schüssel Buchweizenmehl, Kichererbsenmehl, Kreuzkümmel und Meersalz mischen. Die Spinatmilch dazugeben und verrühren. Die Chia-„Eier“ unterrühren, 4 EL Sonnenblumenöl hinzugeben und alles gut vermischen. Aus dem Teig in einer Pfanne nacheinander 8 Crêpes 1–2 Minuten von beiden Seiten ausbacken. Die fertigen Crêpes im Ofen warm halten.

Währenddessen für das Bohnenpüree die weißen Bohnen mit Olivenöl, Meersalz und 20 ml Wasser zu einer glatten Creme mixen. Für die Füllung die Zwiebeln schälen und vierteln. Die Champignons putzen, je nach Größe vierteln oder sechsteln. In einer Pfanne 1 TL Kokosöl erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten, herausnehmen und warm halten. Das restliche Kokosöl (1 TL) erhitzen und die Champignons darin kurz anbraten, dann mit der Sojasauce ablöschen und karamellisieren. Baby-Mangold und Kerbel waschen und trocken schütteln, die Kerbelblättchen abzupfen. Die Kresse kurz abspülen. Das Cashewmus mit dem Mandeldrink zu einer glatten Creme rühren.

Die Spinat-Crêpes auf Teller geben und mit Bohnenpüree, Zwiebeln, Pilzen, Baby-Mangold, Kerbel, Kresse und Dukkah füllen. Mit der Cashewcreme beträufeln und genießen.


Kochbuchautorin Katharina Küllmer

Katharina Küllmer

Sie kocht, komponiert, fotografiert und schreibt voller Leidenschaft und Hingabe. Die Food-Fotografin, Rezeptentwicklerin und Food-Stylistin arbeitet für viele auflagenstarke Food- Zeitschriften und setzt für Unternehmen spannende Fotoprojekte rund um Essen und Genuss um. Für Katharina ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Liebe zu gutem Essen weiterzugeben und Mut zu machen, mit Gewürzen und Zutaten zu spielen.


Soulfood goes Vegan! Perfekt für alle Genussmenschen, die vegane Küche lieben

Diese Soulfood-Rezepte bieten Entspannung pur und bringen gleichzeitig Abwechslung in Ihre vegane Küche. Katharina Küllmer teilt ihre 120 besten veganen Rezepte, gestützt von Grundlagenwissen zu den verwendeten Lebensmitteln und Anregungen für die besten Kombinationen der Speisen untereinander. Von Snacks, Basics, Frühstück und Hauptgerichten bis hin zu Gebäck, Getränken und Desserts. Das Kochbuch ist nicht zuletzt auch aufgrund der besonderen Foodfotografien ein ideales Geschenk für alle Fans der veganen Küche.

Atemmeditation zur Hormonbalance

Den Satz haben wir alle schon gehört oder gelesen: Stress schadet unserer Gesundheit. In unserer heutigen Kolumne „Atem und Meditation“ erklärt Tina Beitinger, Yogalehrerin und Atemtherapeutin, wie Stress auch unsere Hormone beeinflusst und gibt euch eine Audio-Anleitung zur Entspannung aus dem Hormonyoga an die Hand.

Hoher Blutdruck, Herz-Kreislaufprobleme oder Verdauungsstörungen sind oft die ersten Auswirkungen von Dauerstress an die wir denken. Aber: auch unser Hormonsystem leidet erheblich unter Stress und gerät aus dem Gleichgewicht.

Unser Körper ist eigentlich gut auf Stresssituationen vorbereitet. Sei es bei einem Streit, den wir mit dem Partner oder der Partnerin haben oder in einem anstrengenden Meeting in der Arbeit: Unser Gehirn schüttet Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Diese Hormone steigern unser Energielevel, unseren Herzschlag und unser Reaktionsvermögen. Dafür zahlen wir jedoch einen hohen Preis. Die Produktion anderer wichtiger Hormone im Körper, wie Östrogen, Melatonin oder Thyroxin, wird mit dem erhöhten Level der Stresshormone gestört.

Lies auch „5 Vorteile von Yoga“ – warum es Körper und Geist fit hält.

Unser Körper würde mit einem kurzzeitigen hormonellen Ungleichgewicht gut zurecht kommen und sich von selbst wieder ausbalancieren können. Da wir aber oft von der einen stressigen Situation in die nächste schlittern, hat das Hormonsystem meist nicht genug Zeit, sich selbst zu regulieren. Was hormonelle Dysbalancen auslösen kann, ist ein weites Feld: Zum Beispiel Schlafstörungen, Migräne oder verfrühte Menopause.

Wir müssen also raus aus der Stressschleife, schon unseren Hormonen zuliebe. Mit Hormonyoga aktivieren wir nicht nur unsere wichtigsten Hormondrüsen, sondern senken mit den speziellen Endentspannungen auch unser Stresslevel und beeinflussen so unseren Hormonhaushalt positiv.

Audio-Anleitung: Entspannung im Hormonyoga

Tina Beitinger legt ihre Hände auf den Bereich der Eierstöcke, um sanft mehr Aufmerksamkeit auf diesen Bereich zu lenken.

Ich habe für euch eine Endentspannung aus dem Hormonyoga eingesprochen: Die sogenannte „Energetische Harmonisierung der Eierstöcke, der Schilddrüse und der Hypophyse“. Viel Spaß und relax!

Hormonyoga geführte Anleitung zur Endentspannung

Tina Beitinger ist Yogalehrerin, spezialisiert auf Hormonyoga und ausgebildet in progressiver Muskelentspannung nach Jacobson und autogenem Training. Sie war jahrelange beim Radio Moderatorin (M94,5, Rockantenne) – inzwischen arbeitet sie als Entspannungstherapeutin und unterrichtet Yoga in München. Mehr Infos zu Tina findet ihr unter www.entspannungundyoga.de


Von „Fischflossenflipflops“ bis „Frozen“: Andrea Heltens Kinderyoga-Playlist

Andrea Helten Kinderyoga Playlist

Yogalehrerin Andrea Helten hält nicht nur die Kinderyogastunde für unsere „Aktion Kleine Helden“, die Berlinerin hat uns auch zwei Yoga-Playlists zusammengestellt. Ihre Playlist für Kinderyoga sorgt für jede Menge Spaß und gute Laune.

Andreas Playlists bilden die Grundlage für eine lebendige Kinderyoga-Einheit. Was der Berlinerin besonders wichtig ist: dass Yoga mit Kindern jenseits von Klischees und Dogmen erlebt wird. Denn Kinderyoga muss nicht betulich sein, sondern darf gern auch „rocken“ und wild sein. Diese Herangehensweise voller Kreativität, Lebendigkeit und auf Augenhöhe spiegelt auch diese Playlist wieder. So werden Spannungen abgebaut, erste Yoga-Haltungen spielerisch erlebt und die Voraussetzung für eine achtsame Körperwahrnehmung geschaffen.

Hör dir auch mal die Playlist für Teen-Yoga an.

Bewegung und gute Laune

Die Playlist für Kinder umfasst hauptsächlich Songs für Kinder zwischen 5 bis 10 Jahren. Vorrangig wird dem Bewegungsdrang der Kids entsprochen, zum Beispiel mit freiem Tanzen. Andererseits liegt der Fokus hier auf dem Kreieren von guter Laune für ein sonniges, glückliches Gefühl. Erste, einfache Sonnengrüße finden ihre musikalische Entsprechung. Mit Willy Astors „Fischflossenflipflops“ darf es auch einmal albern (und kreativ!) werden. Bekannte Klassiker aus dem „Dschungelbuch“ oder „Frozen“ haben Wiedererkennungswert und fordern die Kids dazu auf, sich in Yoga-Haltungen (Bär, Sonne, Prinzessin auf dem Eis, Elsa oder Olaf) zu üben.

Kinderyoga Playlist


YogaWorld Podcast mit Andrea Helten

Hier geht’s zum Podcast zum Thema Kinderyoga mit Andrea Helten

Andrea bei der Aktion Kleine Helden

Übrigens steht Andrea auch bei der Yoga Charity „Aktion Kleine Helden“ auf der Matte. Gemeinsam mit dir und Top-Yogalehrer*innen sammeln Yoga for Cancer, Yoga Journal und Yogaworld Spenden zugunsten krebskranker Kinder. Such dir eine Stunde aus und tue dir und anderen etwas Gutes.

Die Kids erwartet eine freudvolle, wilde, achtsame und vor allem lebendige Stunde mit vielen Übungen und Inspirationen. Und weil Andrea eigentlich mal Musikjournalistin war, schwingt bei ihr auch immer eine Prise Rock’n’Roll mit.

Die Eltern-Kind-Yogastunde der „Aktion Kleine Helden“ ist umsonst für alle Kinder und eignet sich für alle Yogi*nis ab sechs Jahren. Eltern sind natürlich herzlich eingeladen, mitzumachen. Die Aktion Kleine Helden findet am 11./ und 12. Februar 2023 statt, die Stunde von Andrea am Sonntag um 16 Uhr.

Mehr Infos und Anmeldung auf yogaforcancer.de/aktionkleinehelden2023.


Andrea Helten ist Gründerin von Kinderyoga Berlin, Kinderyoga-Lehrerin, Autorin von „Yoga für dich und dein Kind“ und „Yoga mit der Maus“ (erscheint im April), Produzentin umfangreicher Online-Weiterbildungen und Chefredakteurin von PLUS.Kinderyoga.de. Sie hat sich auf Eltern-Kind-Yoga, kreativen Kinderyoga und Teen-Yoga spezialisiert und liebt es, ihr umfangreiches Wissen an so viele Menschen wie möglich weiterzugeben. Über 10 Jahre arbeitete Andrea als MTV-Redakteurin. Insofern ist ihre große Leidenschaft für Musik natürlich auch in ihrem Yoga-Unterricht zu spüren. Mehr zu Andrea findest du auf Kinderyoga Berlin und @kinderyogaberlin // Titelbild: Andrea im Baum mit Marisol – Foto: Harry Schnitger für RIVA aus „Yoga für dich und dein Kind“

Soulfood vegan von Katharina Küllmer – Socca-Pizza mit Mandel-Rucola-Pesto

Schon beim Anblick der Rezeptbilder im Buch „Soulfood vegan“ läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Kein Wunder, denn die Rezeptentwicklerin und Autorin Katharina Küllmer ist auch noch Food-Stylistin. Ihre Message lautet: Tu dir Gutes, mach es dir gemütlich und lass deine Seele mit „Komfortfood“ baumeln. Na dann – gesagt, getan. Wir starten mit diesem wunderbaren Rezept. Der Tipp kam übrigens von unseren lieben Kollegen bei Vegan World.

Rezept Socca-Pizza mit Mandel-Rucola-Pesto, Zucchini, Oliven und Kapern für 4 Personen

Für die Socca-Pizza:

300 g Kichererbsenmehl
2 EL Olivenöl, plus etwas
Sonnenblumenöl für die
Pfanne
1 TL Meersalz
1 TL gemahlener
Kreuzkümmel

Für das Pesto:

160 g Mandeln
140 g Rucola
140 ml Olivenöl
2 Bio-Zitronen, Abrieb
4 TL Ahornsirup
1 TL Meersalz

Für den Belag:

200 g Zucchini
50 g Rucola
Socca-Pizza mit Mandel-Rucola-Pesto, Zucchini, Oliven und Kapern
2 Bio-Zitronen, Zesten
8 EL Sprossen
4 EL Kapern
1 TL Sonnenblumenöl
¼ TL Salz
Kerbel und Kresse

Außerdem: Pizzablech oder feuerfeste Pfanne (Ø 24 cm)

Zubereitung

Den Ofen auf 220 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Für den Pizzateig alle Zutaten mit 580 ml Wasser mischen, verrühren und etwa 20 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit das Pesto zubereiten. Dafür die Mandeln kurz in einer Pfanne ohne Fett rösten und dann mit Rucola, Zitronenschale, Olivenöl, Ahornsirup und Meersalz mit dem Stabmixer zu einem Pesto mixen.

Für den Belag die Zucchini waschen, in dünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit Sonnenblumenöl anbraten. Mit etwas Salz würzen. Ein Pizzablech oder eine feuerfeste Pfanne kurz im Ofen vorheizen. Herausnehmen, etwas Sonnenblumenöl daraufgeben, schwenken und ¼ des Teigs daraufgeben. Etwa 10 Minuten im oberen Ofendrittel garen, bis die Socca goldgelb und knusprig ist.

Herausnehmen und mit dem restlichen Teig ebenso verfahren, bis vier Soccas gebacken sind. Die Soccas mit Pesto bestreichen, mit Zucchini und Rucola belegen und mit Sprossen, Kapern, Zitronenzesten, Kerbel und Kresse bestreuen.


Kochbuchautorin Katharina Küllmer

Katharina Küllmer

Sie kocht, komponiert, fotografiert und schreibt voller Leidenschaft und Hingabe. Die Food-Fotografin, Rezeptentwicklerin und Food-Stylistin arbeitet für viele auflagenstarke Food- Zeitschriften und setzt für Unternehmen spannende Fotoprojekte rund um Essen und Genuss um. Für Katharina ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Liebe zu gutem Essen weiterzugeben und Mut zu machen, mit Gewürzen und Zutaten zu spielen.


Soulfood goes Vegan! Perfekt für alle Genussmenschen, die vegane Küche lieben

Diese Soulfood-Rezepte bieten Entspannung pur und bringen gleichzeitig Abwechslung in Ihre vegane Küche. Katharina Küllmer teilt ihre 120 besten veganen Rezepte, gestützt von Grundlagenwissen zu den verwendeten Lebensmitteln und Anregungen für die besten Kombinationen der Speisen untereinander. Von Snacks, Basics, Frühstück und Hauptgerichten bis hin zu Gebäck, Getränken und Desserts. Das Kochbuch ist nicht zuletzt auch aufgrund der besonderen Foodfotografien ein ideales Geschenk für alle Fans der veganen Küche.

Numerologie & Yoga: Die Zahl Vier

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier gibt euch Einblicke in die Verbindung zwischen der Numerologie und Yoga – diesmal geht es um die Zahl Vier…

Auf Sanskrit heißt die Vier „Chatur“ und löst bei euch sicher gleich einen AHA-Moment aus! Mit Chaturanga Dandasana, dem yogischen Liegestütz, der soviel bedeutet wie „Vier-Glieder-Stab-Haltung“, sind unsere Hände und Füße gemeint, die uns in der Bretthaltung stützen. 

Weitere Asanas finden sich in Chatur Konasana, einer Variante des Dreieckes, bei dem die Füße parallel zueinander stehen oder Chatuspadasana, einer Variante der Schulterbrücke, wo ihr eure Knöchel greift. 

Vier in mystischen Traditionen und in der Numerologie

Die Vier steht für Gewissenhaftigkeit und Verantwortung, dabei liegt der Fokus auf dem Aufbau einer sicheren Grundlage für die Zukunft. Wir kennen vier Jahreszeiten, vier Elemente und in der Mathematik ist die Vier die erste Nicht-Primzahl. 

Diejenigen, die unter der Nummer 4 geboren wurden, sind bodenständig und lieben die Natur. Sie sind eher zurückhaltend und planen ihre Ziele realistisch. Durchhaltevermögen, Fleiß und Sorgfalt zeichnen euch aus. Als Fels in der Brandung steht ihr für andere ein und könnt auch Fehler zugeben. Allerdings reagieren Menschen unter dieser Zahl eher unflexibel und zum Teil störrisch auf Veränderungen. 

Vier in der Astrologie

Die Zahl 4 steht für die Sonne. Menschen, die am 4., 13., 22. oder 31. eines jeden Monats geboren sind, werden der Sonne zugeordnet. Ihr steht zu eurem Wort und schaut immer nach vorne. Unter der Nummer 4 Geborenen gelten als glücklich. Allerdings zieht ihr euch zurück, wenn ihr verletzt werdet oder tendiert zu eher konservativen Meinungen.  

Vier im Buddhismus

Im Buddhismus gibt es gleich mehrere wichtige Bedeutungen. Zum einen die vier edlen Wahrheiten die das Leiden beenden. Dabei können die sog. „4 Brahma Viharas“ unterstützen: liebevollen Güte, Mitgefühl, mitfühlenden Freude und Gleichmut sind zentrale meditative Praktiken, um zuerst sich selbst, dann die eigene Familie, die lokale Gemeinschaft und schließlich alle Wesen im Universums zu befreien.

Vier im Hinduismus

Die Vier ist die symbolische Darstellung von Santana Dharma, dem traditionellen Namen für den Hinduismus. Deshalb gibt es vier Hauptziele (Purusharthas) im Leben: 

  • Artha ist der Wohlstand und Reichtum in den weltlichen Werten eines Menschen
  • Kama (nicht zu verwechseln mit Karma) ist die Suche nach emotionalen, sinnlichen Freuden
  • Dharma ist die Verantwortung auf moralisch-religiöser Grundlage, der Sinn des Lebens 
  • Moksha ist das allerhöchste Ziel, nämlich den Kreislauf der Reinkarnationen zu verlassen

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier ist Pilates und Yogalehrerin in München.

Denise findet ihr unter www.deniseklier.com und auf Instagram unter @diebienenkönigin. Dort teilt sie ihr tägliches Leben, Reisen, Yoga, Tipps und Tricks für deine Praxis und vieles mehr!


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