6 Übungen für gute Augen

Übungen für Augen

Jetzt darfst du ruhig die Augen verdrehen. Denn wenn du mit den Augen rollst, tust du damit automatisch etwas für deinen emotionalen Ausgleich. Wir sehen nicht nur mit ihnen, sondern beeinflussen auch unser ganzes Nervensystem. Leg los mit diesen einfachen Übungen für die Augen. 

Titelbild: Angela Roma via Pexels

Die Augen als Spiegel der Seele

Unsere Augen geben Auskunft über unsere Stimmungslage. Umgekehrt können wir über sie aber auch unser Empfinden beeinflussen. Die Augen haben ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung und leben durch die Abwechslung verschiedener Eindrücke auf. Beim Arbeiten am Computer wird die Belastung jedoch einseitig, zudem produziert das Auge weniger Tränenflüssigkeit. Als Abwehrreaktion spannt sich die Muskulatur an. Schultern und Nacken verhärten sich, und es kann zu Kopfschmerzen kommen

Übrigens: Dr. Ronald Steiner erklärt hier, wie du mit Yogatherapie Verspannungen im Nacken lösen kannst.

Augenübungen aus dem Yoga können auf der körperlichen Ebene nicht nur helfen, die Sehkraft zu erhalten und zu verbessern – sie helfen auch, weitere Verspannungen zu lösen. Durch die Augenbewegungen wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, das Erholungsprogramm des Körpers wird eingeschaltet. Der Kreislauf fährt herunter, die Muskeln entspannen, der Puls wird langsamer. Bewegt man die Augen hin und her, erlebt man eine deutliche Entlastung von Ängsten und depressiven Gedanken. Das abwechselnde Aktivieren von linker und rechter Gehirnhälfte beschleunigt die natürliche Verarbeitung von Stress.

Mit anderen Augen sehen

Wir benötigen etwa 25 Prozent unserer Gesamtenergie allein für das Sehen. Mit müden Augen sind wir also auf der ganzen Linie weniger leistungsfähig. Entspannung der Augen bedeutet also, gut mit unseren Kräften umzugehen. Wenn wir uns im stressigen Alltag zwischendurch kurz Zeit nehmen, die Augen für einen Moment zu schließen, verändert sich automatisch der Blickwinkel der Augen. Dadurch wird der Entspannungsreflex auch für den ganzen Körper ausgelöst. Anschließend können wir die Welt dann wieder aktiv „mit anderen Augen“ sehen.

Die Welt aus einer anderen Perspektive sehen – dazu braucht es also nicht unbedingt den Kopfstand. Wir fangen mit diesen einfachen Übungen an und führen anschließend eine Übung aus dem Hatha Yoga Pradipika durch.

How to: Einfache Übungen für die Augen

Finde einen entspannten Sitz mit aufrechter Wirbelsäule und schließe die Augen. Decke sie mit deinen Handflächen ab. Spüre die Wärme, atme vielleicht sogar bewusst in die Augen, so dass sich ermüdete Augen und die Nerven beruhigen können. Schließe jede der folgenden Übungen mit dieser gezielten Atmung in die geschlossenen Augen ab.

Übung 1: Bewegung nach rechts und links

Augen öffnen. Nach rechts schauen. Dann nach links schauen, etwa vier bis acht Mal auf jeder Seite.

Übung 2: Bewegung nach oben und unten

Augen öffnen. Etwa vier bis acht Mal nach oben und unten schauen.

Übung 3: Aktivierung der Augenwinkel

Schau nach rechts oben, dann nach links unten, anschließend auf umgekehrte Weise. Wiederhole auch diese Übung vier bis acht Mal.

Übung 4: Augenkreisen

Nach oben schauen. Mit den Augen einen weiten Kreis nach rechts und nach unten drehen. Anschließend nach links und nach oben wiederholen, vier bis fünf Mal in jede Richtung.

Übung 5: Augenkreisen in Richtung einer liegenden 8

Rechts oben, rechts unten, Mitte, links oben, links unten, Mitte. Dann in die umgekehrte Richtung, alles vier bis fünf Mal. Anschließend reibst du deine Hände, bedeckst deine Augen damit und entspannst für einige Atemzüge.

Übung 6: Trataka – Die Lichtmeditation

Hierzu braucht es etwas mehr Zeit und einen ruhigen Ort. Stelle im Abstand von 1-2 Metern eine Kerze vor dir auf. Sitze entspannt und atme ruhig. Dann schaust du für eine Minute mit geöffneten Augen in die Flamme. Versuche während dieser Zeit nicht zu blinzeln. Dann schließt du die Augen und siehst das innere Bild des Lichts vor deinem inneren Auge. Diese Übung hilft auch, dich zu sammeln und die Konzentration zu stärken.

Besonders in der dunklen Jahreszeit solltest du auf die Gesundheit deines Sehorgans achten. Führe die einfachen Übungen für Augen regelmäßig durch.

Von Taylor Swift bis Rammstein: Andrea Heltens Teen Yoga-Playlist

Andrea Helten Teen Yoga Playlist

Yogalehrerin Andrea Helten hält nicht nur die Kinderyogastunde für unsere „Aktion Kleine Helden“, die Berlinerin hat uns auch zwei Yoga-Playlists zusammengestellt. Heute: Playlist für Teen Yoga.

Andreas Playlists bilden die Grundlage für eine lebendige Kinderyoga-Einheit. Was der Berlinerin besonders wichtig ist: dass Yoga mit Kindern und Teens jenseits von Klischees und Dogmen erlebt wird. Denn Kinderyoga und Yoga mit Teens muss nicht betulich sein, sondern darf gern auch „rocken“ und wild sein. Diese Herangehensweise voller Kreativität, Lebendigkeit und auf Augenhöhe spiegelt auch diese Playlist wieder. So werden Spannungen abgebaut, erste Yoga-Haltungen spielerisch erlebt und die Voraussetzung für eine achtsame Körperwahrnehmung geschaffen.

Kopf aus, Gefühle an

Die Teen Yoga-Playlist beinhaltet sowohl Songs zum „Ausflippen“ und Abschütteln des stressigen Schulalltags („Shake it off“ oder „Let’s Dance“ von den Ramones) als auch flowige Sounds von Massive Attack oder Air. So lassen sich sehr gut Flows erstellen, die die Teens (entweder zuhause allein oder gemeinsam in der Gruppe) dazu einladen, intuitiv ihrem Körper zu folgen. „Engel“ von Rammstein ist die perfekte Untermalung für einen Krieger-Flow, mit dem die eigene Stärke spürbar gemacht wird. Aber auch sanftere Klänge sind auf der Teen Yoga-Playlist zu finden, mit denen die jungen Yoga-Fans aus dem Kopf in ihren Körper finden und ihm mit Liebe, Selbstfürsorge und Achtsamkeit begegnen lernen. Bob Marleys Klassiker „One Love“ zum Abschluss ist eine Ode an die Kraft der Gemeinschaft, die ebenfalls beim Teen Yoga im Vordergrund steht.

Teen Yoga-Playlist von Andrea Helten


YogaWorld Podcast mit Andrea Helten

Hier geht’s zum Podcast zum Thema Kinderyoga mit Andrea Helten

Andrea bei der Aktion Kleine Helden

Übrigens steht Andrea auch bei der Yoga Charity „Aktion Kleine Helden“ auf der Matte. Gemeinsam mit dir und Top-Yogalehrer*innen sammeln Yoga for Cancer, Yoga Journal und Yogaworld Spenden zugunsten krebskranker Kinder. Such dir eine Stunde aus und tue dir und anderen etwas Gutes.

Frei nach dem Motto „Alle Gefühle willkommen„, will Andrea gemeinsam mit deinem Kind mehr über seine Emotionen und Yoga herausfinden: Welche Gefühle kennen wir? Wie können wir sie herauslassen? Was hat Yoga damit zu tun? Die Kids erwartet eine freudvolle, wilde, achtsame und vor allem lebendige Stunde mit vielen Übungen und Inspirationen. Und weil Andrea eigentlich mal Musikjournalistin war, schwingt bei ihr auch immer eine Prise Rock’n’Roll mit.

https://vimeo.com/671057750

Die Kinderyogastunde der „Aktion Kleine Helden“ ist für alle Yogi*nis ab sechs Jahren. Eltern sind natürlich herzlich eingeladen, mitzumachen. Die Aktion Kleine Helden findet am 11./ und 12. Februar 2023 statt.

Mehr Info auf yogaforcancer.de.


Andrea Helten ist Gründerin von Kinderyoga Berlin, Kinderyoga-Lehrerin, Autorin von „Yoga für dich und dein Kind“ und „Yoga mit der Maus“ (erscheint im April), Produzentin umfangreicher Online-Weiterbildungen und Chefredakteurin von PLUS.Kinderyoga.de. Sie hat sich auf Eltern-Kind-Yoga, kreativen Kinderyoga und Teen-Yoga spezialisiert und liebt es, ihr umfangreiches Wissen an so viele Menschen wie möglich weiterzugeben.  Über 10 Jahre arbeitete Andrea als MTV-Redakteurin. Insofern ist ihre große Leidenschaft für Musik natürlich auch in ihrem Yoga-Unterricht zu spüren. Mehr zu Andrea findest du auf Kinderyoga Berlin und @kinderyogaberlin // Titelbild: Nora Tabel

onlineyoga.ch: Dein Schweizer Online Yoga Studio

Online Yoga Studio Schweiz

Online Yoga auf schwyzerdütsch? Ein junges Yoga-Team aus Bern hat die Marktlücke erkannt und mit onlineyoga.ch eine richtig gute und bunte Online Yoga Plattform geschaffen. Ihr Ziel: ortsunabhängig Yoga und Ayurveda zu praktizieren und zu leben. Wir haben uns das Online Yoga Studio mal etwas genauer angesehen. //anzeige

Eine wichtige Frage, die sich uns gleich zu Beginn stellte: Muss ich schwyzerdütsch sprechen, um das Angebot nutzen zu können? Wir finden: Nicht unbedingt… Die Anleitungen sind auch für Nicht-Schweizer absolut verständlich – nach ein paar Videos, haben wir uns fast ein wenig ins Schwyzerdütsch verliebt. Und das Beste: Dank der 14-tägigen Testphase, kannst du vollkommen kosten- und risikolos durch das gesamte Angebot stöbern. Erst danach entscheidest du dich für ein fixes Abo, oder darfst auch dankend ablehnen.

Community-Gedanke wird groß geschrieben

Das Ziel der Gründer*innen ist es, eine zu 100% zufriedene Community zu haben und eine zeit- und ortsunabhängige Alternative zum Yoga Studio zu bieten. Deshalb ist den Gründer*innen der enge Kontakt und Austausch mit der Community sehr wichtig. Sie legen großen Wert auf jedes einzelne Feedback. Mit der Kommentarfunktion und dem Wunsch-Yoga Formular, kann man sich als Teil der Community einbringen und Vorschläge machen, in welche Richtung die künftigen Videos gehen sollen. Das folgende Einführungsvideo gibt dir schon mal einen Überblick:

Unser persönlicher Wow-Faktor

Was uns sehr gut gefällt, sind die vielen Filter, nach denen wir uns unsere persönliche Yoga-Einheit aussuchen können. Yoga-Stil, Yogalehrerin, Dauer, Tageszeit, Fokus, Beschwerden, Intensität und Schwierigkeit. Das ist schon mal eine ganze Menge. So muss man nicht erst lange suchen, bis genau die Videos angezeigt werden, die gerade zur persönlichen Yoga-Stimmung passen. Lust auf eine Mini-Sequenz im Homeoffice oder im Büro auf dem Stuhl? Kein Thema. Dir steht der Kopf gerade eher nach einem 45 Minuten Flow für ein geschmeidiges Becken? Auch das ist dabei. Wer nicht so genau weiß, wie die eigene Yoga Praxis gerade aussehen soll, kann sich hier wunderbar inspirieren lassen.

Auch in Sachen Yoga-Stil ist die Auswahl breit gefächert. Das Angebot umfasst:

  • Hatha Yoga
  • Vinyasa Flow
  • Yin Yoga
  • Restorative Yoga
  • Yoga Nidra
  • Ayurvedic Yoga
  • Yoga für die kleine Pause
  • Pranayama
  • Meditation
  • Asana Anleitung
  • Yoga für Frauen
  • Yoga für Schwangere
  • Kinderyoga
  • Myofascial Release

Da ist definitiv für Jede*n etwas dabei – egal ob für Anfänger oder echte Yoga-Profis, für Mamis, Schwangere, Kinder, für ruhige Stunden oder für schweißtreibende Flows. Mit mittlerweile über 150 Videos (und mehr kommen stetig dazu) kann sich das Angebot echt sehen lassen. Die Handhabe ist dabei recht unkompliziert. Nach der Anmeldung kannst du die Videos über jeden Webbrowser, egal ob am Laptop, Tablet oder Smartphone abspielen. Und für Alle, die es lieber auf einem großem Bildschirm mögen: Mit Apple TV und AirPlay, sowie Google Chromecast hat man die Möglichkeit, die Videos auf dem Fernseher abzuspielen.

Wer steht eigentlich hinter onlineyoga.ch?

onlineyoga.ch ist ein Angebot der ayurveda room GmbH mit Sitz in Bern, ein junges und hauptsächlich von Frauen geführtes Unternehmen. Neben dem Online Yoga Studio, führen sie den ayurveda room, eine ganzheitliche Ayurveda Praxis in Bern und bieten Yoga in ihren zwei Studios in Bern und Thun an.

Was kostet das Online Yoga Studio?

Unlimitiertes Online Yoga bekommst du nach der 14-tägigen kostenlosen Testphase für

MonatsaboCHF   29.- / Monat
JahresaboCHF 297.- / Jahr

Spezielle Kurse, wie zum Beispiel ein Ayurveda-Kochkurs oder eine Ayurveda-Detoxwoche sind zwar nicht im Abo-Preis enthalten, sind aber relativ günstig buchbar. Mehr über die Preise und was genau in den jeweiligen Abos enthalten ist, findest du hier.

Fazit: Was kann onlineyoga.ch?

Der Newcomer unter den Online Yoga Studios punktet mit einem durchdachtem Konzept, einem gut strukturierten Angebot, einer großen Vielfalt an Stilen und Möglichkeiten, einem ausgeprägten Community-Gedanken und sehr viel Charme. Besonders gut gefällt uns die Filterfunktion, die auf nahezu jedes Yogabedürfnis eingeht. Mit der 14-tägigen kostenlosen Testphase geht man null Risiko ein und kann sich das Angebot in Ruhe ansehen. onlineyoga.ch definitiv eine Empfehlung wert!


Mehr Info auf onlineyoga.ch

10 Asanas gegen Kopfschmerzen

10 Asanas gegen Kopfschmerzen

Wenn im Arbeitsalltag der Kopf brummt, gilt das Motto: Loslassen und Abkühlen. Mit diesen ausgewählten Asanas, von ­denen sich einige auch leicht am Arbeitsplatz durchführen lassen, kannst du schon in einer halben Stunde gute Erfolge ­erzielen. Viel Spaß beim Entspannen und beim Ausprobieren dieser 10 Asanas gegen Kopfschmerzen.

Das Ziel ist, dich zu erden und die Selbstwahrnehmung zu intensivieren. Wenn die Verspannungen in den Muskelketten entlang des Körpers zu allen Seiten aufgelöst werden und die Betonung auf der Ausatmung liegt, verlieren wir die Fixierung auf den Kopf und belastende Gedanken. Die Stärkung der Schulter- und Rückenmuskulatur hilft, um die unvermeidlichen Schwierigkeiten des Alltags besser „tragen“ zu können.

1. Tiefe Bauchatmung im Fersensitz

Heldensitz - Virasana

Nimm eine aufrechte und bequeme Sitzhaltung ein. Atme aus. Lasse dein Gefühl in den Bauch und ins Becken sinken. Du kannst ruhig im natürlichen Rhythmus aus- und einatmen und fühlen, wie sich die Bauchdecke sanft bewegt. Wenn du möchtest, ziehst du die Beckenbodenmuskulatur dabei sanft an. Das fördert das Gefühl der Erdung.

2. Müheloses Bhastrika

Lotussitz - Padmasana

Setze dich in den Lotussitz, wenn du das möchtest. Atme im Sitzen durch den Mund ein und aus. Das wirkt erfrischend und kühlend und fördert die innere Balance. Du kannst den Atem auch mit einem Mantra verbinden. Einatmen leise mit „So“, ausatmen mit „Ham“. Das heißt: „Ich bin“ und stärkt die Selbstwahrnehmung. Nimm dir ausreichend Zeit, ganz entspannt zu atmen.

3. Parvatasana – Der Berg

URDHVA HASTASANA

Bringe die Handflächen vor der Brust zusammen und dann die Arme langsam nach oben. Halte für einige tiefe Atemzüge die Arme oben, dann verschränkst du die Finger ineinander und stülpst die Handteller nach oben. Halte die Arme weiter ausgestreckt und atme tief. Beuge schließlich die Ellbogen und ziehe die Schulterblätter fest zusammen. Wenn du möchtest, führe die Arme anschließend noch einmal nach oben. Einige Male wiederholen. Diese Übung beruhigt Nerven und Gemüt, tonisiert die Lungen und entkrampft die Schulter- und Nackenmuskulatur.

4. Adho Mukha Shvanasana – Nach unten schauender Hund

Herabschauender Hund - Adho Mukha Svanasana

Komme im Fersensitz innerlich zur Ruhe. Dann hebst du aus dem Vierfüßlerstand das Gesäß und streckst die Beine. Atme tief und ruhig in den Bauch. Der Kopf wird jetzt besonders gut durchblutet, was zur besseren Harmonisierung von Blutdruckschwankungen in Stress-Situationen hilft. Halte die Stellung für einige Atemzüge, um die Muskulatur in Schultern und Rücken zu stärken. Dies unterstützt eine gute aufrechte Haltung im Alltag.

5. Dynamische Wirbelsäulen-Drehung

Setze dich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden. Nimm die Beine auseinander, richte die Zehen zur Decke und bringe nacheinander die ausgestreckten Arme an die Außenseite des gegenüberlegenden Fußes. Die Dehnung entspannt den ganzen Rücken. Die Vorwärtsbeuge massiert die Bauchorgane und belebt die Verdauung sowie den Abtransport von Schlacken aus dem Körper.

6. Purvottanasana – Schiefe Ebene

Nach oben zeigendes Brett - Purvottanasana

Strecke die Beine gerade aus. Gib die Hände hinter dem Körper auf den Boden. Hebe die Hüften so weit hoch, bis der Körper gerade ist. Dann senkst du ich langsam und bewusst wieder ab. Diese Gegenbewegung zu 5. entspannt weiter die Muskulatur, diesmal vor allem im unteren Rücken. Auch die Schultern werden weiter gelockert.

7. Sahaj Ushtrasana – Gestütztes Kamel

Kamel - Ushtrasana

Nimm aus dem Kniestand die Hände an die Hüfte oder im Lendenwirbelbereich an den Rücken. Spanne das Gesäß an und neige dich ausatmend langsam nach hinten. Übe sanft. Die Übung wirkt gegen den gefürchteten „Schreibtisch-Rücken“ und stärkt die gesamte Rumpfmuskulatur. Komme langsam wieder nach vorne und zurück in den Fersensitz.

8. Balasana – Stellung des Kindes

Stellung des Kindes - Balasana

Lasse den Oberkörper nach vorne sinken, bis die Stirn den Boden berührt. Lege eventuell ein Kissen unter die Stirn. Lege Arme und Hände neben den Füßen ab. Lasse deinen Rücken lang und sinke entspannt in das Gefühl von Geborgenheit hinein. Werde dir klar: Wie fühlst du dich?

9. Ardha Matsyendrasana – Drehsitz aus dem Fersensitz heraus

Ardha Matsyendrasana

Die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen: Verschränke die Hände hinter dem Nacken und drehe dich zur Seite. Halte die Stellung für einige tiefe Atemzüge und komme dann langsam zur anderen Seite. Als Variation kannst du auch in den halben Drehsitz (siehe Bild) gehen die Stellung für einige Minuten halten. Der Drehsitz dehnt und kräftigt nicht nur die Rückenmuskulatur, er sorgt auch auf geistiger Ebene für Klarheit.

10. Savasana – Entspannungslage

Totenstellung - Savasana

Die wichtigste Übung. Lege dich in Rückenlage auf den Boden und öffne die Beine hüftbreit. Die Zehen fallen locker nach außen, die Arme sind etwas abseits vom Körper. Selbst die Kiefer und Zunge sind entspannt. Atme aus, schließe die Augen und lass los. Lass dich in die Stille hinein sinken. Schenke dir täglich auf diese Weise einige Minuten Heilung.

Medu Wada Linsen-Kringel

Der gelernte Koch Nicky Sitaram Sabnis nimmt uns in seinem Buch „Happy India“ mit auf eine kulinarische Reise durch sein Heimatland Indien. Sinnlich präsentiert, gespickt mit herrlichen Anekdoten und viel Information über die indische Küche und ihre Zutaten. Eine köstliche Liebeserklärung an Land und Leute. Dieses Rezept ist besonders in Südindien und allen Großstädten Indiens beliebt.

ZUTATEN

150 g Urad Dal (geschälte schwarze Linsen) oder Mung Dal

2 TL frischer Ingwer, fein gehackt

2 frische rote Chilischoten, gewaschen und fein geschnitten

12 frische Curryblätter, grob geschnitten

½ TL gemahlener Ajwain

1 Prise Asafoetida

Salz

500 ml Sonnenblumenöl

© Horst Jahreiß/Irisiana Verlag

Zubereitung

Die Linsen waschen und in einer Schüssel mit 500 ml lauwarmem Wasser übergießen und 1 Stunde einweichen. Anschließend das Wasser abgießen und die Linsen mit frischem, aber wenig lauwarmem Wasser in einem Mixer pürieren. Nach Bedarf noch etwas Wasser zufügen, bis ein fester Teig entsteht. In eine Schüssel umfüllen.

Anschließend die restlichen Zutaten bis auf das Öl untermengen, die Masse abschmecken und über Nacht an einem warmen Ort fermentieren lassen. (Für eine schnellere Variante ½ TL Backpulver unterrühren und die Masse für 1 Stunde zur Seite stellen.)

Das Öl in einem Topf auf mittlerer bis starker Hitze erhitzen. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen etwa golfballgroße Kugeln formen. Diese auf die Handfläche legen und mit einem Finger oder einem kleinen Löffel wie bei einem Donut ein Loch in die Mitte machen. Die Kringel im heißen Öl von beiden Seiten frittieren, bis sie goldbraun und knusprig sind. Herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Tipp: Das Öl zum Frittieren der Kringel sollte nicht zu heiß sein, damit die Medu Wada außen knusprig und braun werden, aber innen vollständig durchgaren können.

Sambhar oder ein Chutney deiner Wahl dazu reichen.


Die besten Originalrezepte aus ganz Indien

Happy India – Mehr als 150 authentische Gerichte, Südwest Verlag

Auf 240 Seiten präsentiert Nicky Sitaram Sabnis heißgeliebte Familienrezepte und Gerichte, die er während seiner Reisen und seiner Ausbildung kennengelernt hat. Nordindische Currys sind ebenso vertreten wie südindische Reisgerichte, cremige Dals und unzählige Auberginen-Variationen. Auch Streetfood, Getränke und zuckersüße, aromatische Desserts dürfen nicht fehlen. Insgesamt kommen so mehr als 150 authentische Rezepte zusammen, die sich mit frischen Zutaten auch bei uns problemlos zubereiten lassen.


Titelbild: © Horst Jahreiß/Irisiana Verlag

Dr. Ronald Steiner: Yoga gegen Rückenschmerzen

Yoga wenn der Rücken schmerzt? Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen und sogar für Rentenanträge in Deutschland. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen auch zu den häufigsten Gründen zählen, mit Yoga zu beginnen. 

Die gute Nachricht: Yoga kann tatsächlich effektiv helfen, denn 90 Prozent der Schmerzen im Rücken basieren auf einer Fehlfunk­tion bzw. neuronalen Fehlsteuerung der Muskulatur. An den tiefen Rückenmuskeln, oft auch Rotatoren genannt, anzusetzen, das ist der entscheidende „Dreh“ in der Yogatherapie.

In einer Studie aus dem Jahr 2003 zeigten die Wissenschaftler Hungerford, Gilleard und Hodges eindrücklich, dass muskuläre Fehlfunktion bzw. Fehlsteuerung eine Ursache für Rückenschmerzen ist: Probanden sollten einem Signal fol­gend eine Bewegung ausführen. Dabei wurde mit Elektroden die Zeit bis zum Ansprechen verschiedener Muskeln gemessen. Während die Armmuskulatur bei allen Studienprobanden etwa gleichzeitig reagierte, zeigte sich in der Gruppe mit chronischen tiefen Rücken­schmerzen (in diesem Fall ausgelöst durch das Iliosakralgelenk) eine Verzögerung der tiefsten Rückenmuskeln (Musculi Multifidi). Diese wurden erst nach der Anspannung der Armmuskulatur aktiv.

Die tiefen Rotatoren des Rückens

Die Mm. Multifidi gehören, zusammen mit den Mm. rotatores brevi und longi, zu den tiefsten und kürzesten Rückenmuskeln. Die Mm. rotatores brevi verbinden den Querfortsatz eines Wirbels mit dem Dornfortsatz des darüber liegenden Wirbels. Die Mm. rotatores longi überspringen hingegen einen Wirbel, die Mm. Multifidi sogar mehrere in ihrer Verbindung zu einem oberhalb gelegenen Dorn­fortsatz. Aus dem Verlauf ergibt sich die Funktion: Spannt ein einzelner dieser Muskeln an, so rotieren die beiden durch ihn verbundenen Wirbel gegeneinander. Bei den Mm. rotatores longi und Mm. Multifidi kommt eine leichte Seit­- und Rück­neigung hinzu.

Veränderte Statik führt zu Schmerzen im Körper

In der Praxis sind diese Muskeln jedoch weniger für tatsächliche Bewegungen der Wirbelsäule verantwortlich, sondern vielmehr für die Stabilisierung der Wirbel gegeneinander. Wie die Ergebnisse von Hungerford und seinen Kollegen zeigen, wird bei einem gesunden Bewegungsablauf zuerst der Rücken über eben diese tief liegende Muskulatur stabilisiert, dann erst folgt die äußere Bewegung. Bei einem gestörten und damit schmerzhaften Bewegungsablauf hinge­gen wird zuerst die äußere Muskulatur aktiv. Diese Bewegung führt dann zu einer veränderten Statik im Körper, verbunden mit einer unkoordinierten Verdrehung oder Verkippung in der Wirbelsäule. Erst der entstehende Schmerz führt in diesem Fall zur Aktivierung der tiefen Rückenmuskulatur.

Apropos Schmerzen. Wenn dir der Kopf brummt, helfen diese 10 Asanas gegen Kopfschmerzen

Einschießender Schmerz: Wirbelblockade

Typisch ist der schnell einschießende Schmerz nach einer für uns ungewohnten Bewegung – meist eine Kombination aus Vorbeuge, Seitneigung und -rotation. Im Volksmund wird dies oft als „Hexen­schuss“ bezeichnet oder mit der Vorstellung verbunden, ein Wirbel sei „herausgesprungen“. Die tiefsten Rückenmuskeln sollen im Verlauf der Bewegung die Wirbel in einer gesunden Balance zueinander stabilisieren. Ganz offen­sichtlich ist dies eine Herausforderung! Es kann passieren, dass sie dieser Aufgabe bei der relativ komplexen Bewegung nicht gewach­sen sind. Stattdessen drehen die Wirbel unkoordiniert gegeneinander und die falsch angesteuerte tiefe Rückenmuskulatur verkrampft. Die Wirbel sind nun über die Mm. rotatores brevi und longi, sowie die Mm. Multifidi in einer schmerzhaften Verdrehung und Verkippung gegeneinander verspannt.

So geht’s: Yogatherapie gegen den Muskelkrampf

Die Lösung ist einfach – zumindest in der Theorie. Was es braucht, ist ein Lösen des Muskelkrampfes, indem die neuronale Ansteue­rung der Muskeln zurückgesetzt wird. Wenn der Muskel auf diese Weise entspannt, können die Wirbel wieder in ihre Neutralposition zurückgleiten: Der Schmerz verschwindet genauso schnell, wie er gekommen ist.

1 Lege dich mit dem Rücken auf die Yogamatte. Nimm ein paar tiefe Atemzüge und gib mit jeder Ausatmung das Körpergewicht ganz bewusst an den Boden ab. Beobachte, wie dadurch dein gesamter Bewegungsapparat mit jedem Atemzug mehr entspannen kann, und die Muskulatur weicher wird.

2 Ziehe nun mit einer Ausatmung die Beine zu dir heran, so dass in Hüften, Knien und Knöcheln jeweils ein rechter Winkel entsteht. Breite dabei die Arme gestreckt zur Seite aus.

3 Hebe mit der Einatmung das Becken etwas vom Boden ab und ver­setze es eine Handbreit nach rechts. Lasse ausatmend die Knie langsam einige Zentimeter zur Gegenseite, also nach links, sinken. Kom­me einatmend wieder mit den Beinen nach oben und wiederhole die Bewegungen zur anderen Seite. Vergleiche die beiden Körperseiten einige Male miteinander – sollte tatsächlich eine Wirbelblockade vorliegen, wird dir die Rotation in eine Richtung Mühe oder gar Schmerzen bereiten.

4 Wähle schließlich die angenehmere Seite und lasse die Knie so weit wie möglich Richtung Boden sinken. Dabei kann sich die Schul­ter der Gegenseite leicht abheben. Wichtig ist, eine völlig entspannte und angenehme Rotation mit lang gestreckter Wirbelsäule zu erreichen. Um die Drehung zu intensivieren, kannst du deine Hand auf den Knien ablegen. Beobachte, wie die Wirbelsäule sanft in die Drehung hineinschmilzt. Vielleicht kannst du sogar wahrnehmen, wie sich die Wirbel wieder aus ihrer Blockade lösen und in ihre harmonische Balance zurückgleiten.

Drehsitz gegen Rückenschmerzen

Es empfiehlt sich, diese Übung nur zu einer Seite, nämlich der an­genehmen, auszuführen. Nur so ist es möglich, die fehlgesteuerten Reflexbögen der Rückenmuskeln effektiv zurückzusetzen. Handelt es sich um die oben beschriebene Ursache, löst sich der Schmerz entwe­der sofort oder in den folgenden Tagen. Alternativ kann, je nach Lage der Wirbelblockade, auch eine andere Drehhaltung wie der Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) helfen.

Mit Yoga die Muskelfunktionen verbessern

Doch mit dem Zurücksetzen der Ansteuerung ist es nicht genug – schon eine nächste unachtsame Bewegung kann eine erneute Wirbel­blockade herausfordern. Schließlich können aus der Muskelfehlfunk­tion, wie uns die oben vorgestellte Studie zeigt, chronische Rücken­schmerzen entstehen. Der einzig langfristig wirksame Weg der Therapie ist folglich, die Funktion bzw. die neuronale Ansteuerung der tiefsitzenden Rücken­muskeln zu verbessern. So stabilisieren die Wirbel, relativ zueinander, in jeder erdenklichen Körperhaltung und im Verlauf von komplexen Be­wegungsabläufen in einer harmonischen Balance.

Dehnen verschlechtert die Situation

Überraschend häufig leiden gerade sehr flexible Yoginis und Yogis un­ter chronischen Rückenschmerzen. Weiteres Dehnen verschlechtert die Situation nur. Denn je flexibler der Rücken, desto größer ist die Anforderung an die tiefe Muskulatur, eine gesunde Stabilität zu be­wahren. Übungen zur Funktionsverbesserung der tiefen Rückenmus­kulatur sollten daher in keiner Yogapraxis fehlen.

Yogatherapie: tiefe Rückenmuskeln

Zur Funktionsverbesserung der tiefen Rückenmuskeln sind Übungen hilfreich, in denen die Mm. rotatores brevi, longi und Multifidi gezielt koordinativ angesprochen werden – also rückenkräftigende Übungen mit einer rotierenden Komponente oder einem diagonal verlaufendem Kraftvektor.

1 Komme in den Vierfüßlerstand. Achte darauf, dass sich deine Hände etwa unter den Schultern und deine Knie etwa unter den Hüftgelenken befinden.

2 Ziehe beim Ausatmen den rechten Ellenbogen, das linke Knie und die Nasenspitze zueinander.

3 Strecke beim Einatmen die rechte Hand und das linke Bein in die Länge. Richte bei der Bewegung deine Daumen nach oben, um den Oberarmkopf vom Schulterdach fernzuhalten. Achte darauf, deinen Nacken lang zu lassen, so dass keine unnötigen Verkrampfungen entstehen.

Wiederhole diese Bewegung einige Male in deinem eigenen Atemrhythmus. Be­obachte, wie die beschriebene tief sitzende Rückenmuskulatur im Verlauf der Bewegung die Wirbel gegeneinander stabilisiert – die Gleichgewichts­- und Koordina­tionskomponente macht die Übung so effektiv. Bleibe in jedem Fall achtsam und bewusst bei einer langsamen Bewegung, anstatt schnelle Wiederholungen zu zählen. Solltest du die Erschöpfung in deiner Rückenmusklatur wahrnehmen, wechsle zur anderen Seite.

Egal ob Rückenschmerzen, Nacken, Schultern, BeineDr. Ronald Steiner erklärt auf yogaworld.de, wie du Schmerzen mit Hilfe von Yogatherapie vorbeugen kannst.


Dr. Ronald Steiner: Yogatherapie gegen Rückenschmerzen

Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Die von ihm begründete AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info


Podcast-Folge mit Dr. Ronald Steiner anhören…

Yoga-Weisheiten für einen gelungenen Lebenswandel

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und du stehst gerade am Anfang von großen oder kleinen Veränderungen, die du in dein Leben einladen möchtest. Vielleicht hast du auch gerade erst mit einer regelmäßigen Yoga- und Meditations-Praxis begonnen. Wo du auch auf deinem Yogaweg bist, wenn du dir einen Lebenswandel wünscht oder vor einer großen Entscheidung stehst, helfen diese Yoga-Weisheiten.

Wie Yoga von innen nach außen kommt

Übst du regelmäßig Yoga, wirst du nach einer Weile bemerken, dass sich innere Verschiebungen auch Außen zeigen. Sie regen zum Nachdenken darüber an, wie du bestimmte Dinge in deinem Leben angehst. Vielleicht motivieren sie dich, dein Leben künftig anders zu gestalten. Regelmäßiges Yoga beschleunigt tendenziell die Art und Weise, wie sich deine Beziehungen und dein Lebensplan entwickeln. Anstatt also zehn Jahre lang in einem unbefriedigenden Job oder einer unglücklichen Beziehung festzuhängen, kann es sein, dass du das ganze Szenario nun innerhalb von zwei Jahren hinter dich bringst. Früher oder später stehen wir vor Entscheidungen stehen, die im Inneren ausgelöst werden und die unser Leben radikal umkrempeln können. Hast du dir eine regelmäßige Praxis geschaffen, lernst du an diesem Punkt, Yoga über den Matten-Rand hinweg und mitten ins Leben zu bringen. Die Lehre unterstützt dich dabei, diese Veränderungen zu nutzen um dein wahres Selbst zu enthüllen. Zudem hilft sie, die Angst und Verwirrung durchzustehen, die ein Lebenswandel meist mit sich bringt.

Mein treuer Freund, die Angst

Große Lebensveränderungen sind angsteinflößend. Besonders, wenn auch das Leben anderer Personen betroffen ist. Oder, wenn man nicht weiß, was einen hinterher erwartet. Allein wenn wir über eine Scheidung, einen Berufswechsel oder einen Umzug an das andere Ende des Landes nachdenken, können Existenzängste aufkommen. Diese zeigen sich oft ganz verschieden: als gesundheitliche Probleme, Albträume, Fluchtreaktionen, in übermäßigem Essen, anhaltender Unentschlossenheit oder in fluchthaften, unüberlegtem Handeln. Tatsächlich tauchen diese Ängste auch dann auf, wenn der Lebenswandel positiv ist. Studien zum Thema Stress zeigen: lebensbejahende Ereignisse wie Heirat, ein neuer Job oder eine langersehnte Chance sind ebenso stressig wie negative Veränderungen. Denk nur mal an eine Braut, die kurz vor der Zeremonie in Tränen aufgelöst zusammenbricht. Oder an einen jungen Mann, der ein vielversprechendes Stipendium in einer anderen Stadt sausen lässt, weil er seine Freunde zu Hause vermisst. Ob positive oder negative Veränderungen – sie sind mit Ängsten verbunden: Was, wenn ich andere Menschen damit verletze? Was, wenn ich die Entscheidung bereue? Diese Fragen schränken ein und lassen uns an schmerzhaften Situationen festhalten. So lange bis eine Kraft im Außen die Entscheidung für uns trifft. Yoga schenkt uns die Stärke und Einsicht, die wir bei einem entscheidenden Lebenswandel brauchen.

Ebenso wichtig wie die Yoga-Praxis sind hierfür einige yogische Grundsätze:

Das Wissen, dass wir die äußere Welt durch unsere innere Einstellung beeinflussen, dass hinter der Vielfalt des Lebens eine fundamentale Einheit liegt, dass große Kraft aus der Stille entspringt, und dass unser wahres Selbst nicht diese wandelbare, ängstliche, egobezogene Person ist, die wir manchmal zu sein scheinen.

Wende dich nach innen

An diesem Punkt wird deine Yoga-Praxis auf die Probe gestellt. Jetzt zeigt sich, wie sie dir in Zeiten des Lebenswandels dienen kann. Nicht falsch verstehen.. Die Yoga-Lehre wird dich nicht davor bewahren, dass du dich ängstlich, überfordert oder verwirrt fühlst. Aber du kannst sie nach Innen einladen, sie wie einen weisen Freund willkommen heißen, der dich durch diese Gefühle hindurch begleitet. So verlierst du dich nicht in ihnen. Vielleicht helfen dir die Weisheiten auch dabei, dass du dir mit Entscheidungen nicht so schwer tust. Im Laufe der Jahre habe ich die Angewohnheit entwickelt, mich in Zeiten des Umschwungs und der Verwirrung nach innen zu wenden und um Hilfe zu bitten. Meistens kommen dabei folgende Weisheiten ans Licht.


1. Wandel ist unvermeidbar

Die buddhistische Lehre der Vergänglichkeit, Anicca, vermittelt uns, dass alles im Wandel ist. Ständig. Wenn du das verinnerlichst, bewahrt dich das davor, in die Opferrolle zu schlüpen. Das, was die Buddhisten als Vergänglichkeit bezeichnen, ist bei den tantrischen Yogis die sich immer verändernden Natur von Shakti. Shakti ist die dynamische Kraft und weibliche Energie. Sie manifestiert Dinge, bewahrt sie für eine Weile auf und löst sie schließlich wieder auf. Alles um uns herum ist Teil dieses natürlichen Flusses von der Entstehung über die Erhaltung bis hin zur Auflösung. Dieser Fluss findet auf makrokosmischer Ebene statt: als Wechsel zwischen den Jahreszeiten, zwischen Ebbe und Flut oder den Tageszeiten. Ebenso gibt es ihn aber auch auf mikrokosmischer Ebene: als Veränderungen in unserem körperlichen Befinden, als gute und schlechte Zeiten in unserem Leben und als wechselnde Gedanken und Emotionen. Sobald du den Lebenswandel als selbstverständlich erkennst, wird es dir leichter fallen, der Veränderung zu begegnen, vielleicht sogar mit ihr zusammenzuarbeiten.

2. Sehe die Veränderung als Prozess der Initiierung

Früher war es Tradition, jede Lebensphase als Initiierung zu verstehen. Oft wurde das mit einer Zeremonie besiegelt. Es war sozusagen der Schritt ins Unbekannte. Auch heute gibt es noch Initiierungs-Erlebnisse. Vielleicht sogar noch häufiger, als damals: der Berufs-Wechsel, der Umzug in eine neue Stadt oder die Entscheidung, nochmal zu studieren. Sie fordern uns auf, alte Gewohnheiten aufzugeben, die eigenen Fähigkeiten zu prüfen und uns für einige Zeit ins Ungewisse zu begeben. Begleitet wirst du dabei von der Veränderung. Schreitest du von einer Situation in die nächste, wirst du danach nicht mehr dieselbe Person sein. Erlebe den Übergang bewusst und sehe ihn als Chance zu wachsen. Somit schaffst du eine tiefere Beziehung zu dir selbst und zu der Welt. Dass das alles andere als leicht ist, weiß ich. Und doch birgst es die Möglichkeit, dass du dich von einem überholten Selbstbild befreien kannst und einen neuen Weg findest, du selbst zu sein. Also: Sei offen für den Lebenswandel und erlaube ihm, deinen Horizont zu erweitern. Lerne mehr über dich selbst und verschiebe deine Grenzen. Je mehr du die Veränderung als Initiierungs-Prozess akzeptierst, desto eher erkennst du darin verborgene Geschenke.

3. Meditation hilft bei Ungewissheit

Die Ungewissheit ist wohl der erschreckendste Aspekt des Wandels. Veränderung können auch Überraschungen, Rückschläge, Fehlstarts und Einbahnstraßen mit sich bringen. Das wiederum führt zu Angst, Ärger, Reizbarkeit oder Trauer. Und oft gesellt sich hier noch Ungewissheit dazu. Der Bauch verkrampft sich. Der Geist verfängt sich in einer Opfer-Rolle und malt dir schon das Worst-Case-Szenario aus. Vielleicht befürchtest du, für etwas nicht gewachsen zu sein. Was folgt ist oft die Flucht aus der Situation: Handy raus, Fernseher an, die beste Freundin anrufen und jammern. Dabei führst der wahre Weg gegen die unangenehme Ungewissheit mittendurch. Lasse das Gefühl zu und akzeptiere das Unbehagen zunächst. Kein Widerstand. Keine Erwartungen. Je länger du in der Ungewissheit verweilst, desto natürlicher und effektiver lässt du den Wandel geschehen. Meditation kommt dir hier zur Hilfe. Du hast dir schon eine regelmäßige Praxis geschaffen? Super! Denn diese führt dich zu deiner inneren Mitte. Welche Meditations-Technik du übst, entscheidest du. Das kann auch eine Atem–Übung sein oder ein Mantra, das du mehrmals wiederholst. Wichtig ist nur, dass sie dir hilft, im Moment zu bleiben.

4. Finde deine tiefsten Sehnsüchte

Die Erforschung des Selbst, Atma Vichara, ist das Kernstück im yogischen Umgang mit Veränderungen. Dabei stellst du dir Fragen wie: „Was wünsche ich mir von dieser Situation?“ Oder: „Welches Ergebnis wäre für alle Beteiligten am besten?“ Immer, wenn dir eine Antwort kommt, schreibe sie auf. Sitze anschließend eine Weile, meditiere und beobachte deinen Atem. Lausche dem Lehrer in deinem Inneren. Welchen Rat gibt er dir? Vertraue darauf, dass er dir mitteilt was du tun sollst. Komme zu deinen Fragen zurück und schreibe auch diese Antwort auf – selbst wenn sie dir seltsam vorkommen. Lese dir dann alle Antworten durch und versuche, einen roten Faden zu erkennen. Findest du deine tiefste Sehnsucht, ist es einfacher, den ersten Schritt Richtung Lebenswandel zu gehen.

5. Setze starke Intentionen

Der nächste Schritt im Lebenswandel ist, sich ein Sankalpa zu überlegen. Das ist eine klar formulierte Aussage darüber, wie du handeln willst. Wenn du ein klares Sankalpa formulierst, sprichst du die Kraft hinter deinem eigenen Willen an und richtest deinen persönlichen Willen mit dem universellen aus. Hast du ein Gefühl dafür bekommen, wie du auf deine tiefste Sehnsucht zugreifst? Dann kannst du auch ein Sankalpa finden, das im Einklang mit deinen wahren Wünschen steht. Je mehr du damit auf deinen Herzenswunsch eingehst, desto wahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Veränderung. Zu bedenken gilt: Das Sankalpa wird sich mit der Zeit und deinen verschiedenen Lebensphasen verändern. Egal zu welchen Zeitpunkt, deine Sankalpas sollten immer in der Gegenwartsform formuliert werden. Das klare Artikulieren deiner Aussage bringt das Ziel direkt in den gegenwärtigen Augenblick. Das verleiht dem Sankalpa die überzeugende Macht, dass dein erwünschtes Ergebnis nicht erst eintreffen muss, sondern bereits existiert.

6. Gehe jeden Schritt zu seiner Zeit aber bleib nicht stehen

Das Herz der Yoga-Praxis ist Abhyasa – das Bemühen, das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast. Du bist entschlossen, etwas in deinem Leben zu verändern? Dann überlege dir, welche einzelnen Schritte du dafür gehen musst. Wende hier nochmal die Technik zur „Ergründung des Selbst“ an. Schmiede einen Plan. Denke nochmal alle Aspekte durch und finde mögliche Alternativen. Das nimmt dir die Ängste. Und nun kommen wir zum Handeln. Effektives Abhyasa im Lebenswandel bedeutet, einen Schritt nach dem anderen zu machen, um sich nicht überwältigt zu fühlen. Schnell wirst du merken, dass die ersten kleinen Schritte unweigerlich zu den nächsten führen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten. Wichtig ist nur, nie stehen zu bleiben.

7. Übe das Loslassen

Eine positive Nebenerscheinungen an einer Veränderung ist aus yogischer Sicht die Möglichkeit, Vairagya zu praktizieren – das Loslassen. Loslassen der Vergangenheit. Das Aufgeben der Gewohnheiten. Es geht darum, Ängste, Schmerz, eine Beziehung oder einen Job loszulassen. Das heißt nicht, dass du Dinge auf eine brutale Weise aufgeben musst nur um den Wandel zu erzwingen. Erlaube dir, den Schmerz zu erleben oder die Angst zu fühlen. Atmen dann aus und stelle dir vor, dass du das, an dem du bisher festgehalten hast, zusammen mit dem Atem gehen lässt. Oder schicke es mit einem Mantra hinaus ins Universum. Mache das zu einem kleinen Ritual, bis du das Gefühl von Befreiung spürst. Denn genau das bringt Vairagya mit sich. Meiner Erfahrung nach kann alleine die Erinnerung daran loszulassen – Augenblick für Augenblick – der Schlüssel zu einem positiven und tiefen Wandel sein.


Titelbild: Elijah Hiett via Unsplash

Detox-Twist: Wie diese Drehhaltung beim Entgiften hilft

Drehhaltung Detox Jelena Lieberberg

Hier kommt ein spielerisch-tänzerischer Detox-Twist unserer „Yoga Journal“-Asana-Kolumnistin Jelena, die es sich wie immer nicht nehmen lässt, gewohnten Yogahaltungen einen neuen Dreh zu verleihen. Mit dieser Drehhaltung hilfst du deinem Körper beim Entgiften.

Entgiftung ist schon lange ein Trend-Thema. Dabei entgiftet der Körper ja eigentlich ganz von selbst, wenn man ihn denn lässt (anstatt ihn immer weiter mit Giftstoffen zu füttern). Dazu leisten Leber, Darm, Nieren und die Bauchspeicheldrüse den größten Beitrag. Dennoch kann man sich durch Drehhaltungen gut bei der Verdauung, Ausscheidung und damit beim Entgiften unterstützen. Und wie heißt es so schön: „Du bist so alt wie deine Wirbelsäule!“ Das klingt vielleicht provokant, aber es entspricht der Wahrheit. Wer jung und agil bleiben will, sollte Drehhaltungen üben. Sie reinigen nämlich nicht nur die die inneren Organe, sie verzögern auch das Altern, indem sie die Wirbelsäule geschmeidig halten.

Vorrausetzung für die Drehhaltung

Dafür gibt es Twists in allen Schwierigkeitsgraden: komplexe in Kombination mit Balance wie beim gedrehten stehenden Mond oder ganz einfache Drehsitze wie Ardha Matsyendra, was auch die Basis dieser Variante ist. Der sogenannte „Bind“, das Verbinden der Hände hinter dem Rücken macht diesen einfachen Twist zu einem Stretch für die Schultern. Wird dann zusätzlich noch das Bein gestreckt wie bei einer grazilen Ballerina, dann kommt noch eine Dehnung der Beinrückseiten hinzu. Nimm dir aber Zeit für die einzelnen Schritte und erzwinge nichts, sonst wird aus der feinen Bilderbuch-Ballerina eher ein wenig eleganter Elefant.

Ballerina Twist: Muss ich das können?

Nein. Voraussetzung ist, dass du im Drehsitz mit oder ohne Hilfe eines Gurtes deine Hände hinter dem Körper verbinden kannst. Aber wie immer gilt: Wer Spaß an kleinen, feinen, aber nicht minder spannenden Details hat, wird seine Freude an Spielereien wie dem Ballerina-Twist haben. Wichtig: Lächeln nicht vergessen!

Wie bereite ich mich auf die Drehhaltung vor?

Zum Aufwärmen wirken Sonnengrüße wahre Wunder, vor allem was die Beweglichkeit der rückseitigen Faszienkette angeht. Einfachere Drehungen bereiten die Wirbelsäule auf diesen intensiveren Twist vor, dazu eignen sich zum Beispiel Drehungen im Ausfallschritt, aus Krieger 1 oder auch der einfache Drehsitz mit einem am Boden ausgestreckten Bein.

Step by Step Anleitung

Drehhaltung Detox Jelena Lieberberg
Foto: Bella Lieberberg
  • Beginne im Sitzen mit aufgestellten Füßen und angewinkelten Beinen. Auf dem Foto siehst du den Twist nach links, aber zur Unterstützung der Verdauung beginnst du am besten seitenverkehrt mit der Drehung nach rechts. Dafür ziehst du den linken Fuß zur rechten Gesäßhälfte und legst Knie und Unterschenkel am Boden ab.
  • Als nächstes setzt du deinen rechten Fuß an der Außenseite des linken Oberschenkels auf den Boden. In dieser Haltung erdest du beide Sitzknochen und lässt die Wirbelsäule Richtung Himmel wachsen.
  • Greife dein rechtes Knie mit der linken Hand. Atme ein und strecke dabei den rechten Arm zur Decke. Mit der Ausatmung stellst du die rechte Hand dann rechts hinter sich auf Fingerspitzen oder der Handfläche auf.
  • Verweile 2-3 Atemzüge in diesem Twist, bevor du zur gebundenen Variante übergehst. Dafür schiebst du die linke Schulter so weit es geht vor das rechte Knie, um hinter dem Rücken mit der rechten Hand zur linken greifen zu können. Falls das nicht auf Anhieb gelingt, verbindest du die Hände mithilfe eines Gurtes oder einer Socke. Betone weiter mit jeder Einatmung die Länge der Wirbelsäule und vermeide es, den Rücken zu runden.
  • Sobald sich diese Version stabil und gut anfühlt, versuche langsam das rechte Bein zu strecken. Nach 2-5 Atemzüge wechselst du dann behutsam die Seite.

FRAGEN ODER ANREGUNGEN? Du findest mich auf instagram.com/kickassyogakickassyoga.net oder im Buch „KickAssAsanas“.