Lotossitz

    Padmasana
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    Padma = Lotos; Asana = Haltung

    Hinweis: Padmasana ist die klassische Sitzhaltung der Yogis – aber sie ist bei Weitem nicht für alle Menschen geeignet. Lassen Sie sich keinesfalls von Ihrem Ehrgeiz leiten, ernsthafte Verletzungen könnten die Folge sein. Voraussetzung für das Üben des Lotossitzes sind nicht nur ausreichende Erfahrung und Beweglichkeit, sondern auch eine bestimmte anatomische Disposition. Möglicherweise sind Sie mit Sitzhaltungen wie Ardha Padmasana (siehe Schritt 2), Sukhasana (einfache Sitzhaltung), Siddhasana (Sitzhaltung der Weisen), Baddha Konasana (gebundene Winkelhaltung, Schmetterling) oder Virasana (Heldensitz), evtl. auf einem Hocker oder Kissen sitzend, besser beraten.

    Schritt für Schritt

    1. Setzen Sie sich mit nach vorn ausgestreckten Beinen auf die Matte. Beugen Sie das rechte Bein und legen Sie es in eine aus beiden Armen geformte Wiege: Die Außenkante des Fußes ist in die linke Armbeuge geschmiegt, das Knie liegt in der rechten Armbeuge, die Hände sind, wenn möglich, an der Außenseite des Unterschenkels verschränkt. Schieben Sie die Innenkante des rechten Fußes vor, damit der Fuß nicht abknickt. Heben Sie die Oberkörpervorderseite und strecken Sie die Wirbelsäule. Dann wiegen Sie das Bein einige Minuten lang, um die volle Beweglichkeit im Hüftgelenk zu erforschen.
    2. Stellen Sie das linke Bein an und lassen Sie das Knie locker nach außen sinken. Führen Sie das rechte Bein ganz nach rechts und blockieren Sie das Kniegelenk, indem Sie die Wade fest gegen die Oberschenkelrückseite drücken. Dann führen Sie das Bein in dieser geschlossenen Haltung aus dem Hüftgelenk heraus nach links. Legen Sie den rechten Fuß in die linke Leistenbeuge und das Knie so weit links als möglich am Boden ab. Drücken Sie die rechte Ferse gegen den Unterleib und drehen Sie die Fußsohle so, dass Außen- und Innenbänder nahezu gleichmäßig gedehnt werden. Wenn Sie nun das linke Bein unter das rechte ziehen, haben Sie Ardha Padmasana (halber Lotossitz) eingenommen. Schwebt das obere Knie dabei in der Luft, dann sollten Sie es mit einer gefalteten Decke abstützen.
    3. Um in die volle Haltung zu kommen, lehnen Sie sich leicht zurück, lösen das rechte Bein dabei etwas vom Boden und greifen nach dem linken Bein. Halten Sie den Unterschenkel mit beiden Händen, führen Sie das Bein vor das rechte und ziehen sie es behutsam darüber. Schmiegen Sie die Außenkante des linken Fußes tief in die rechte Leistenbeuge. Auch diese Bewegung geht vom Hüftgelenk aus, wieder drückt die Ferse gegen den Bauch und die Fußsohle wird ausgeglichen ausgerichtet. Ziehen Sie die Knie möglichst dicht zueinander und nutzen Sie den Druck der Füße, um die Leisten nach unten zu fixieren und das Brustbein zu heben. Wenn Sie mögen, legen Sie die Hände im Jnana Mudra auf die Oberschenkel.
    4. Bleiben Sie zu Beginn nur wenige Sekunden in der Haltung – und das auch nur dann, wenn Sie keinerlei Spannung in den Kniegelenken wahrnehmen und die Knie vollständig oder nahezu am Boden abgelegen können. Anschließend lösen Sie Padmasana behutsam wieder auf und wechseln die Seiten. Üben Sie beide Seiten immer gleich lang und intensiv und steigern Sie die Dauer langsam und allmählich.

    Tipp

    Achten Sie nicht nur beim Üben auf eine ausgeglichene Intensität der beiden Seiten. Gerade wenn Sie den Lotossitz regelmäßig als Meditationshaltung nutzen, sollten Sie die Beine nicht immer gleich überkreuzen, sondern täglich abwechseln, sonst riskieren Sie auf die Dauer eine Fehlstellung des Beckens.

    Wirkungen

    • wirkt beruhigend
    • stimuliert Becken, Wirbelsäule und Blase
    • dehnt Fuß- und Kniegelenke
    • kann Menstruationsbeschwerden lindern
    • soll traditionellen Texten zufolge die Kundalini erwecken

    Gegenanzeigen

    • Knieverletzungen
    • Verletzungen der Fußgelenke
    • nur mit ausreichender Erfahrung und Beweglichkeit üben
    • Kann sich auch für geübte Yogis als anatomisch ungünstig oder unmöglich erweisen.