Hatha Yoga Styleguide: Der Unterschied zu Hatha Flow

Was ist eigentlich Hatha Yoga? Wodurch zeichnet sich diese spezielle Yogapraxis konkret aus? Und was ist der Unterschied zu Hatha Flow? Hier erfährst du kurz und knapp alles, was du schon mal über Hatha Yoga wissen wolltest.

Die Geschichte hinter Hatha Yoga

Hatha Yoga gilt als als der älteste Yogastil und das nicht ohne Grund. Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Yoga“ die sitzende Meditation. Erst später kamen die körperlichen Übungen (Asanas) dazu. Das Ziel ist den Körper auf das lange Meditieren vorzubereiten. Alles Asana-Yoga wird seitdem Hatha Yoga genannt. Bis heute gilt traditionelles Hatha deshalb als Mutter aller anderen körperlichen Yogaformen. Davon spalteten sich mit der Zeit aktive Stile wie Ashtanga und statischere Stile wie Yin Yoga ab. Allerdings hat auch Hatha sich selbst weiter entwickelt und gilt mittlerweile als eigenständiger Stil.

Was bedeutet Hatha?

Die Sanskrit-Silben „Ha“ und „Tha“ bezeichnen Sonne und Mond. Diese stehen symbolisch für die beiden gegensätzlichen Kräfte, die in uns allen wohnen. Mond Yoga ist die eher passive, entspannende Form. Der Sonne wird aktives, dynamische Yoga zugeschrieben. Andere Worte dafür sind „männliche“ und „weibliche“ Energie, Yin und Yang oder Shiva und Shakti. Hatha will diese beiden Energien ausgleichen. Modernes Hatha Yoga arbeitet deshalb mit der Aktivierung dieser beiden Kräfte.

Das Besondere an Hatha Yoga

Hatha arbeitet mit allen Asanafamilien, besonders aber mit Standhaltungen. Generell ist ein Merkmal von Hatha, dass die Asanas länger gehalten werden. Beispielsweise der herabschauende Hund meistens fünf Atemzüge lang. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Übungen anatomisch Schritt für Schritt aufgebaut und dann während des Haltens präzisiert und verbessert werden.

Durch diese präzise Ausrichtung und Dauer der Übungen bleibt die Anzahl der Asanas meistens geringer. Dafür kann eine Stunde auch perfekt auf ein Peak-Asana hinleiten. Hatha hat eine ganz eigene Form der Anstrengung, es erfordert Ausdauer in den Übungen. Dadurch hinterlässt es gut gedehnte und angenehm beanspruchte Muskeln, aber zumindest bei mir keinen Muskelkater.

Für wen ist Hatha geeignet?

Hatha Yoga, die Mutter aller Yogastile, sollte jeder Yogi einmal gemacht haben. Durch die lange Arbeit an einer Asana kann ein Yogalehrender ganz individuell auf den Körper und die Bedürfnisse eingehen. Deshalb ist Hatha auch für ältere und körperlich beeinträchtigte Menschen geeignet. Wichtig ist, dass du deine Situation dem Lehrer gut erklärst.

Als Vinyasa Yogalehrerin wünsche ich mir manchmal, dass Yoga-Anfänger beim Hatha oder beim Beginner–Vinyasa ihren Körper auf die korrekte Ausführung trainieren. Dann fallen auch Flow-Yogastile wie Hatha Flow oder Vinyasa Flow viel leichter. Zudem wird durch die Gewöhnung des Körpers an die Anatomie das Verletzungsgefahr minimiert.

Text: Kerstin Thost | Foto von Cliff Booth von Pexels

YogaWorld Journal 5/26
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