Das erste Wanderlust Festival Europas macht vom 13. bis 15. September 2019 Station in Garmisch-Partenkirchen.
Wenn eine einzigartige Community aus Yogis, Meditationslehrern, Musikern, Coaches und Kreativen für mehrere Tage in einem atemberaubenden Naturresort zusammenkommt um den Wanderlust-Spirit zu feiern, steht das erste europäische Wanderlust Festival kurz bevor. Dich erwarten ein außergewöhnliches Setting, inspirierende Menschen und ein vielfältiges Programm, das dir dabei hilft, den Alltag für ein unvergessliches Wochenende hinter dir zu lassen und zurück zu deinem Inneren zu finden.
Wanderlust Festival in Garmisch-Partenkirchen
Gönn dir 3 Tage lang eine Auszeit vom Alltag und nimm am ersten Wanderlust Festival in Europa teil! Stelle aus 50+ Yoga-, Meditationsklassen & Workshops uvm. deine eigene Experience zusammen: Egal, ob du auf der Aussichtsplattform der Zugspitzbahn deinen Sonnengruß vor einem einzigartigen Bergpanorama machen oder dich lieber von einem Wanderlust Speakeasy Talk inspirieren möchtest. Bei über 10 Indoor- und Outdoor-Locations rund um den Michael-Ende-Kurpark im Zentrum von Garmisch-Partenkirchen (GaPa) hast du die pure Abwechslung.
Tolle Lehrer und Musiker warten auf dich
Mit dabei sind unter anderem: Patrick Broome + Annie Clark + Chris Chavez + Hie Kim + Eva Klein + Sinah Diepold + Sonia Taylor Bach + Jang-Ho Kim + Sarah Desai + Nora Kersten + Wanda Badwal + Roger Reckless u.v.m. Auf die Ohren gibt’s: Joy Denalane, Mighty Oaks, DJs, Kirtan, Soundbaths und und und …
Das TINT Open Air Yoga-Event Sun & Flow geht dieses Jahr in die zweite Runde. Das heißt: Inside Flow Yoga Einheiten in urbaner Atmosphäre und das alles für einen guten Zweck – denn es ist Zeit etwas zurück zu geben.
Das TINT Yoga Team organisiert für euch am Sonntag, den 11. August, das Charity, Sun & Flow Yoga Event und zwar im wunderschönen Sonnengarten des „Le Panther“ in Frankfurt.
Es wird zwei Inside Flow Workshops geben, die vom prominenten DJ Release begleitet werden. Steige auf Deine Matte für DJ-powered Yoga-Klassen mit den weltklasse Lehrern Ami Norton Yoga und Hie Kim Yoga – Lehrer des Inside Yoga und Ambassadors von TINT. Zwischen den Sessions und bei der After Party gibt es hausgemachte Limonaden von dem Barpersonal des „Le Panther“ und leckeres selbst gemachtes Eis und sättigende Snacking Drinks. (Nur solange der Vorrat reicht)
Community Classes für die TINT Online Plattform
TINT Yoga ist eine Online Plattform, die es sich zur Mission gemacht hat, die Inhalte und das Wissen der besten Yogalehrer weltweit in Form von Online Kursen und Workshops für alle Yogis verfügbar zu machen. Deshalb werden wir beide Yogaklassen an diesem Tag mitfilmen. Alle Teilnehmer werden im Nachgang diese Community Classes kostenfrei über unsere App zur Verfügung gestellt bekommen. Wir bitten lediglich um eine großzügige Spende an #YOGAHILFT.
Yoga für alle e.V. – Experten für soziales Yoga
Gespendet wird an #YOGAHILFT – Yoga für alle e.V., die Organisation finanziert soziale Yogastunden. So wird Yoga für Menschen in der Obhut staatlicher oder sozialer Einrichtungen ermöglicht. Der Verein hilft in vielen, ganz unterschiedlichen Fällen, und bietet zum Beispiel Yoga bei Essstörungen an. Aber auch Yoga nach Flucht, für Trauernde, im Strafvollzug, für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Yoga für Kinder in schwierigen Lebenssituationen. Yoga für Menschen, die Prostitution überlebt haben. Dabei arbeiten die Lehrer therapiebegleitend und in Kooperation mit Beratungsstellen, Kliniken, Wohlfahrtsverbänden.
Egal, ob Du zum ersten Mal oder zum 500. Mal auf der Matte bist, Du wirst Deinen Rhythmus finden. Die Plätze für dieses Event sind begrenzt, also greife schnell zu und sichere Dir Dein kostenfreies Ticket.
Yoga-Urlaub im Alpenhaus Gastein/ Foto: Michael Huber
Lust auf eine Auszeit vom Alltag? Einfach ein wenig zur Ruhe kommen, Yoga praktizieren und die Lehre der Druiden beim Waldbaden entdecken. All das umgeben von Bergen und herrlicher Natur. Im DAS ALPENHAUS GASTEINERTAL dürfen die Gäste einfach mal durchatmen.
Gastein und Yoga – eine Verbindung die funktioniert: Zwei Mal im Jahr schiebt sich der Kur- und Wintersportort im Nationalpark Hohe Tauern ins Blickfeld der Yogaszene. Denn bei den Yogatagen Gastein geben bekannte Yogalehrende ihr Wissen weiter. Sie praktizieren Yoga an verschiedenen Kraftorten, viele davon vor einer atemberaubenden Bergkulisse. Abschalten. Zur Ruhe kommen. Die Gedanken ziehen lassen. Diese kleinen Verschnaufpausen sind so wichtig für unser Seelenheil: ganz ohne Social Media, Berufsverkehr und Pflichten.
Selbstheilungskräfte aktivieren
Für Alle, die genau nach diesen kleinen Auszeiten suchen, bietet DAS ALPENHAUS GASTEINERTAL ganzjährig Yoga. Das Konzept aus unterschiedlichsten Asanas und Yogaflows und den sogenannten „Alpen.Kraft.Selfness Seminaren“ soll den Gästen bei einer aktiven Besinnung auf sich selbst helfen. Schönes Feature: Bei gutem Wetter startet der Tag schon mal mit Sonnengrüßen auf der Yogaplattform im Garten – immer die Berge im Blick. Yoga und Meditation im Freien wirken sich nicht nur positiv auf dein Stresslevel aus: die Luft, die Bäume der freie Blick, die spürbare Natur – all das aktiviert deine Selbstheilungskräfte.
Yogaplattform Alpenhaus Gastein /Foto: Michael Huber
Kraftorte: Waldbaden und Lithopunktion
Waldbaden und Lithopunktion – eine Kombination, die aktiv unser Stresslevel senkt und unseren Geist in der Natur zur Ruhe kommen lässt. Denn Lithopunktion ist eine Methode der ökologischen Heilung und Ausbalancierung. Dazu werden – kurz gesagt -Steinsäulen auf den Kraftbahnen und Kraftpunkten einer Landschaft platziert. Im Gasteinertal sind viele dieser besonderen Kraftorte zu finden und Alfred Silbergasser weiß genau wo. Der Naturmensch kennt jahrhundertealte Kraftplätze zum Energie tanken. Er lehrt schamanische Natur-Meditationen, begleitet auf Kräuterwanderungen und erzählt Naturgeschichten.
Alfred Silbergasser/ Foto: Michael Huber
Alles ist im Einklang
Der Energetiker, Naturgeschichtenerzähler, Wildnispädagoge und Wildkräuterexperte unternimmt mit seinen Wanderungen eine Reise zu den Wurzeln des Seins. Übrigens: Damit sich alle voll und ganz auf das Ritual einlassen, wird das Handy gleich zu Beginn gegen eine Hängematte getauscht. Wer will, führt gemeinsam mit Alfred Silbergasser WYDA-Übungen durch; die Mental- und Bewegungslehre der Druiden. Ein echtes Erlebnis, das in der Verbindung mit einem Yoga-Urlaub im DAS ALPENHAUS GASTEINERTAL Körper, Seele und Geist in Einklang bringt.
„Falls mich jemand sucht, ich bin im Kühlschrank.“ So heiß wie in den letzten Tagen ist es selten. Die Temperaturen in Deutschland steuern diesen Sommer immer öfter in Richtung der 40-Grad-Marke. Die einen sagen „endlich“, die anderen sehnen sich den Winter herbei. Erst vor ein paar Tagen haben wir euch erklärt, welche Atemübungen eine kühlende Wirkung haben. Passend dazu könnt ihr unsere neue Playlist für coole Köpfe anhören und ja vielleicht trotz Hitze die Yogamatte ausrollen.
Yoga-Mythen halten sich hartnäckig: Yogis, das sind doch diese gelenkigen, immer gut gelaunten Alltag-Hippies, die man auch draußen auf der Straße in ihren bunten Azteken-Leggins und mit Spinat-Bananen-Smoothie anstatt Cappuccino to Go antrifft. Mit hübschen Malas um den Hals und kleinen Buddha Kettchen an Hand- und Fußgelenken schlendern sie mit Yogamatte aus Naturkautschuk anstatt der Birken Bag aus Krokodilleder durch die Großstadtstraßen. Oder?
Die Yoga-Szene ist voller Klischees. Doch es heißt ja, an Vorurteilen ist immer ein Stückchen Wahrheit dran. Da wir aber der Meinung sind, Yoga ist für jeden was, räumen wir mal etwas auf mit den Yoga-Mythen. Was ist also dran am Yogi-Dasein, was sind Mythen und somit doch nur Ausreden
1. Für Yoga muss man gelenkig sein
Auch wenn viele Yoga-Posen anspruchsvoll aussehen, Gelenkigkeit ist keine Voraussetzung. Zugegeben, hat sich eine Art Yoga Inspirations-Battle auf Instagram etabliert – was schräge, sehr fortgeschrittene Hals-über-Kopf Asanas angeht. Diese Posen machen aber in Wirklichkeit nur einen kleinen Teil des Yoga aus und werden auch in keinen Anfängerkursen praktiziert. Beim Yoga geht es viel mehr darum, den Atem und die Bewegung in Einklang zu bringen, als irgendwelche Verrenkungen nachzuahmen. Gelenkigkeit ist eher das schöne Ergebnis einer regelmäßigen Yoga-Praxis.
2. Alle Yogis sind Vegan
Viele Yogis entscheiden sich für eine vegane Lebensweise. Dennoch ist die Formel Yoga = Vegan ein Mythos. Bewusst und achtsam zu leben ist definitiv ein essentielles Ziel im Yoga und vegane Ernährung somit für viele eine logische Konsequenz. Für viele aber auch nicht. Da darf und muss natürlich jeder seine individuelle Ernährung selbst finden. Eine Ernährung, die einem gut tut, Kraft und Energie spendet und hinter der man selbst stehen kann.
3. Wenn du nicht ernsthaft dabei bist, bist du kein richtiger Yogi
Schon mal was von Lachyoga gehört? Verbissen zu sein und engstirnig an seinen Prinzipien festzuhalten, ist wie in allen Bereichen des Lebens auch kein Ziel im Yoga. Wir wollen frei sein, uns öffnen. Wir wollen lachen, lieben, das Leben genießen. Und das auch als Yogi. Zwischen Authentizität und Ernsthaftigkeit bzw. Verbissenheit gibt es deutliche Unterschiede. Yoga sollte nicht zum Zwang werden. Man sollte stets auf seinen Körper und vor allem in sich hinein hören. Da kann es auch mal vorkommen, dass man sich eine Pause gönnt oder über sich selbst lacht, wenn was nicht klappt.
4. Alle Yogis sind Hippies
Zwar tragen die meisten Yoginis und Yogis wunderschön farbenfrohe Yogaleggins. Das heißt aber noch nicht, dass man dadurch zum Vollzeithippie mutiert. Die Yogis, die auf Shampoo, Deodorants verzichten und Konsum fast vollständig meiden, machen tatsächlich die Minderheit aus.
5. Spirituell sein gehört dazu
Viele meinen: JA. Dennoch gibt es einige, für die Yoga nur eine physische Praxis ist. Und das ist vollkommen OK. Manche fühlen sich einfach im Konflikt mit dem Wort Spiritualität, ob es nun die Unkenntnis ist oder sich einfach zu weit weg anhört. Letztendlich muss jeder für sich selbst erfahren, was Yoga für einen bedeutet. Das Schöne ist ja, dass die spirituelle Seite jederzeit zugänglich ist, zugleich aber genauso unsichtbar für diejenigen bleibt, die nicht aktiv danach suchen.
6. Yoga ist ein Frauending
Ist das Klischee schlechthin. Schon mal durch den Hashtag #yogadudes gescrollt oder den Instagram Star Patrick Beach gegoogelt. Spätestens dann wird klar, dass Yoga nicht nur uni-sex(y) ist, sondern, dass auch Männer von der Vielseitigkeit des Yoga, dem Kraftaufbau und der Flexibilität profitieren können. Yoga holt dich genau dort ab, wo du bist. Vorkenntnisse oder eine persönliche spirituelle Ausrichtung ist nicht vonnöten. Nur ein wenig Neugier und Offenheit für das Thema.
7. Yogis sind immer friedlich
Yogis sind auch nur Menschen. Keine Heiler, keine Gurus, keine Götter. Auch wenn sie für 20 Minuten friedlich und still dasitzen und meditieren, bedeutet es nicht, dass sie non-stopp von einem hellem Licht umgeben von Peace, Love & Happiness baden. Auch Yogis haben ganz normale Gefühle, die sie manchmal nicht im Zaum halten können. Stress, Sorgen, negative Emotionen – all diese Stimmungen gehören eben zum Leben dazu. Niemand ist perfekt, auch kein Yogi.
8. Yoga macht dich zu einem besseren Menschen
Erwarte nichts vom Yoga. Erwarte nicht, dass die Tatsache, das du dich nun in einem tollen Yogastudio angemeldet hast, dich irgendwie besser macht. Wichtig ist, dass du – wie bei allen Dingen im Leben – ohne Erwartungen oder Vorurteile an die Sache herangehst. Du solltest dich darauf einlassen, dich öffnen und die Dinge geschehen lassen. Yoga macht dich nicht plötzlich zu einem Gutmenschen. Allerdings kann Yoga ein wirksames Werkzeug sein, dich zu transformieren.
Für die meisten Menschen klingt das Wort auch heute noch geheimnisvoll: „Tantra“. Ist es tatsächlich ein Weg zu mystischer Ekstase – oder doch bloß esoterische Spielerei? Wie nähern wir uns diesem Geheimnis am besten? Ralf Sturm, Sexualtherapeut und systemischer Berater, hat für uns eine Einleitung und thematische Einweisung erstellt.
Falls du an dieser Stelle eine präzise Angabe erwartest, wo und wann der Begriff „Tantra“ entstanden ist und was er genau bedeutet, solltest du bereits an dieser Stelle umdenken, denn endgültige Antworten darauf gibt es nicht. Tantra ist und bleibt ein Mysterium. Wenn du dich darauf einlässt, kann Tantra jedoch zu einer faszinierenden Entdeckungsreise für dich werden, auf der es nicht um das schnelle Erreichen eines Ziels, sondern um die Entwicklung an sich geht.
Der Urspung des Tantra
Indologen wie der große Heinrich Zimmer sahen Tantra früher als Synthese der alten urindischen Mutterreligionen und der vedischen Philosophie, die arische Einwanderer mit nach Indien gebracht haben sollen. Heute ist diese Sichtweise mehr als umstritten. Man kann nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob es diese Einwanderung überhaupt gegeben hat. Und doch bleibt die Idee interessant, wenn wir das Geheimnis von Tantra erfahren wollen. Sie zeigt eine Verbindung vom dualistischen Denken der Urkulturen mit der „Alles-ist-Eins“-Philosophie der Brahmanen. Am Anfang der Entwicklung unseres Bewusstseins sahen die Menschen sich von einer nährenden göttlichen Kraft getrennt, die deshalb im Außen anzubeten war. Vedanta hingegen lehrt, dass alles, was wir wahrnehmen können, lediglich eine Illusion ist, und die materielle Welt nicht zur Erfahrung des reinen Bewusstseins führen kann. Tantra bringt beide Aspekte dadurch zusammen, dass wir uns über geistige Vorstellungen und körperliche Empfindungen selbst als „göttlich“ entdecken.
Shiva und Shakti: Reines Bewusstsein und universelle Kraft
Es mag verwirrend sein, aber die Philosophie hinter Tantra ist sowohl dualistisch als auch nicht-dualistisch. Im Tantra geht es allerdings auch gar nicht darum, etwas zu verstehen oder zu glauben: Es geht einzig und allein um die Erfahrung. Tantra – in welcher Form auch immer – ist stets ein praktischer Weg. Und ebenso einfach wie genial: Wenn das Absolute vom Relativen untrennbar ist, dann muss man das Göttliche im Weltlichen erfahren können. Im Tantra werden diese beiden Pole meist als Shiva und Shakti bezeichnet. Shiva repräsentiert das reine Bewusstsein, die einpünktige Konzentration. Shakti ist die universelle Kraft, die alle Namen und Formen annehmen kann, sich auf natürliche Weise überall verströmt, und ungebändigt ist. Sie sehnt sich nach der Sammlung durch den kraftvollen Fokus Shivas. Auf die gleiche Weise ist es sein Wunsch, sich in Shakti aufzulösen. Tantrische Praxis beginnt mit dem Erleben dieser Beziehung zwischen dem reinen Sein und der Ekstase der Lebendigkeit. Sie endet in ihrem Höhepunkt mit der Verschmelzung dieser beiden Pole – dort, wo die Erfahrung eins wird mit dem Erfahrenden.
Streng geheim: Über die Praxis schweigen
Das ist wahrhaftig kein bescheidenes Ziel. Schließlich sind sich die meisten spirituellen Schulen darin einig, dass es viele Leben lang dauert, bis man Erleuchtung erlangt. Die Praxis von Tantra gilt hingegen als „Highway“ zu diesem überbewussten Zustand. Gehören wir jedoch zu den Schülern, die körperlich, mental und emotional in der Lage sind, die geballte Kraft der oben beschriebenen Erfahrung auszuhalten? Vielleicht sollten wir diesbezüglich realistisch sein. Zudem scheint ein mitfühlender Lehrer, der nicht von eigenen Motivationen gelenkt wird, heute schwerer zu finden als je zuvor. Welche Chance haben wir dann, Tantra kennen zu lernen?In jedem guten tantrischen Text steht geschrieben, wie wichtig es ist, über die Praxis zu schweigen. Weshalb sind die Anleitungen über Jahrhunderte oft nur mündlich überliefert und Texte lange Zeit geheim gehalten worden?
Besserer Sex durch Tantra?
Es gibt viele Erklärungen. Die energetischen Praktiken, besonders die, welche den Bereich der Sexualität betreffen, sind umstritten und können – so wird oft gesagt – bei falscher Anwendung zu physischen und psychischen Schwierigkeiten führen. Das populärste Beispiel ist sicherlich das Zurückhalten der Ejakulation des Mannes bei der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau. In der Hatha Yoga Pradipika wird diese Technik als Vajroli beschrieben. Um „gute Liebhaber“ zu werden, haben sich seit Ende des zwanzigsten Jahrhunderts Tausende von Männern im Westen an dieser Praxis geübt. Meist sind sie langfristig gescheitert, manchmal tatsächlich mit gesundheitlichen Folgeproblemen. Aber ging es überhaupt darum? Ist Tantra ein Weg zu mehr „Leistung“ in der Sexualität? Was führt tatsächlich zu „höheren“ Erfahrungen?
Zwei Pfade die sich unterscheiden: Rechts oder Links?
Die indischen Schriften unterscheiden zwischen dem links- und rechtshändigen Pfad. Beiden Pfaden ist gemein, dass sie Vorgänge im physischen Körper und im Energiekörper sowie geistige Vorstellungen für sich nutzen. Alle physischen und psychischen Prozesse, die innerhalb des Mikrokosmos unseres Wesens ablaufen, werden als Abbildungen der Vorgänge im Makrokosmos des Universums gesehen.Vama Marga, der rechtshändige Pfad des Tantra, ist die „jugendfreie“ Version. Wir setzen beispielsweise die Schwingung von Mantras oder die Visualisierung von Mandalas und komplizierten dreidimensionalen Yantras ein, um unser Energiesystem für Erfahrungen jenseits des Alltagsbewusstseins vorzubereiten. Auch Asanas, Pranayama, Mudras und Bandhas dienen dazu, die Energien in unserem Körper zunächst bewusster wahrzunehmen und anschließend unseren Vorstellungen entsprechend zu lenken.
Grenzenlos sein: Fühle dich wie Gott
Die Praxis kann auch Rituale einschließen, in denen metaphysische Kräfte angerufen werden, um den Übenden zu unterstützen. Einer der Höhepunkte ist schließlich die Visualisierung der eigenen Person als Gottheit. Wolltest du dich schon immer einmal so fühlen, wie Shiva oder Shakti selbst? Tantraerlaubt dir wirklich, grenzenlos zu sein – und doch findet rechtshändiges Tantra immer in einem gewissen Rahmen statt: In der Visualisierung können wir zur Gottheit werden und deren Qualitäten erfahren, um uns – zurück im Alltag – an diese Eigenschaften zu erinnern, die wir als in uns innewohnend festgestellt haben. Das macht uns stärker für die Yogapraxis und für unsere täglichen Aufgaben. Wir können dabei auch so weit gehen, dass wir uns die Vereinigung mit der gegenpoligen Gottheit des anderen Geschlechts vorstellen. Das kann tatsächlich zu einer Erfahrung führen, die uns vollständiger macht. Im besten Fall werden wir durch solche Visualisierungen weniger abhängig von externen Beziehungen. Auf diesem Übungsweg werden keine sexuellen Praktiken benutzt.
Shiva und Shakti verschmelzen
Dies ist Dakshina Marga, dem linkshändigen Tantra vorbehalten. Hier sieht man maithuna, das Vereinigungsritual, als Weg, die Energien von Shiva und Shakti zu verschmelzen. Das, was als Ziel des Kundalini Yoga bekannt ist, kann den Schriften nach im Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau erreicht werden. Wenn wir zu dem Bild vom Makrokosmos des Universums im Mikrokosmos des Körpers zurückgehen, dann ist diese Idee nicht abwegig. Ebenso wie aus dem allumfassenden ruhenden Bewusstsein das ganze Universum entstand, ist auch der Liebesakt ein Ausdruck der höchsten schöpferischen Kraft – eine Handlung völliger Hingabe und vielleicht ein Moment reiner Liebe. Schon diese Erfahrung kann uns verändern. Tantra belässt es darüber hinaus nicht dabei, die gewaltige Energie, die in der sexuellen Vereinigung steckt, passiv zu erleben. Sie soll vielmehr aktiv in die höheren psychischen Energiezentren gelenkt werden. Entlang des Hauptenergiekanals, Sushumna, lassen wir die Energie in die höchsten Chakras fließen. Das kann tatsächlich durch die bereits beschriebene Praxis von Vajroli Mudra geschehen, was als „Hochziehen der Samenflüssigkeit“ erklärt wird.
Der eigene Körper als Spielwiese
Tantrische Techniken sind auch deshalb „geheim“ gehalten worden, weil sie nicht immer wörtlich gemeint waren. Wenn wir die Hatha Yoga Pradipika lesen, finden wir viele Bilder, die nicht unbedingt realistisch erscheinen. Als Anregung zu Assoziationen für die eigene Praxis sind sie jedoch ein reicher Schatz, den wir uns selbst durch achtsames Hinschauen erschließen können. Das ist möglich, wenn wir uns nicht auf der Suche nach Rekorden im Liebemachen durch die Tantras wühlen, sondern uns Zeit nehmen, kleine Versuche auf der Spielwiese unseres eigenen Körpers zu unternehmen. Oft werden wir dann überrascht, wie sich auf einmal der Horizont der möglichen Erfahrungen erweitert. Dazu muss nicht unbedingt immer gleich „die Erfahrung mit dem Erfahrenden verschmelzen“. Tantra kann auch ein Weg in kleinen Schritten sein. Ob mit oder ohne Partner: Wir können uns selbst besser kennen lernen, wenn wir uns bewusst den Energien zuwenden, deren Spielball wir sonst sind.
Atem und Achtsamkeit
Bleiben wir beim Bild der Energie des Mannes: Wird er wirklich dazu aufgefordert, das physische Wunder zu vollbringen, sich seinen Samen durch die Wirbelsäule ins Gehirn zu ziehen? Nein. Es geht um den Fluss der Achtsamkeit im eigenen Energiesystem. Und da kann ein Mann schnell eine überraschende Erfahrung machen, wenn er bewusst wird und lernt, seine Wahrnehmung mit Hilfe des Atems durch den ganzen Körper zu führen, anstatt sie nur an einer Stelle geballt zu lassen, bis er explodiert – in welcher Situation auch immer. Das gilt natürlich gleichermaßen für die Frau. Wenn wir die Energiezentren, die unsere innerpsychischen Vorgänge bestimmen, kennen und spüren lernen, haben wir einen viel größeren Raum, in dem wir uns selbst erleben können. Das erweitert auch unsere Möglichkeiten, auf das zu reagieren, was auf uns zukommt. Wir empfinden, wie oben erwähnt, den Makrokosmos des Universums im Mikrokosmos unseres Körpers. Bezogen auf die sexuelle Energie heißt das ganz praktisch: Wir können das, was uns antreibt, aus dem Schoß aufsteigen lassen, in unser Herz. Damit veredeln wir diese sehr ursprüngliche Empfindung zu etwas Hingebungsvollem. Und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
Mit der Erfahrung zurück in den Alltag
Tantra ist immer ein Weg der Achtsamkeit und egal, wie wir praktizieren, es darf sich gut anfühlen. Vielleicht erreichen wir nicht sofort die in den Schriften beschriebene vollständige Glückseligkeit, Ananda. Es spricht jedoch nichts dagegen, sich ihr in kleinen Schritten zu nähern. Dies kann geschehen, während wir mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen sind, oder aber, wenn wir alleine auf dem Meditationskissen sitzen. Je mehr Bewusstheit wir in die Liebe und in unseren Alltag bringen, desto mehr sind wir alle Tantriker. Wer Tantra übt, wendet sich nicht vom Leben ab, sondern nutzt es.
Mit Tantra zu neuem Selbst-Bewusstsein
Das Schönste am Tantra ist: Es hört nicht damit auf, dass wir einmal diesen höchsten Zustand erreicht haben. Die Tantriker nennen das den „Abstieg der Kundalini“. Vielleicht wird es daran deutlich, wie wir die Welt sehen, nachdem wir uns selbst – wenn auch nur kurz – einmal als allumfassend wahrgenommen haben. Wie oft betrachten wir uns sonst schon mit gegensätzlichen Augen? Was ist an unserem Körper nicht alles zu dick, zu dünn, zu groß oder zu klein? In der Regel gehen wir nicht sehr freundlich mit uns selbst und anderen ins Gericht. Tantra erlaubt einen neuen Blick: Wir sehen uns als Verkörperung unseres wirklichen Selbst, mit großem „S“. Wie gut könnte es tun, wenn wir das den ganzen Tag praktizierten? Wenn wir mit diesem Bewusstsein in ein Bewerbungsgespräch gingen, mit unserem Partner sprächen oder mit unseren Kindern spielten. Wenn wir uns selbst als Shiva oder Shakti visualisieren und empfinden lernen, haben wir ausreichend Kraft, für uns und andere präsent zu sein. Das hat nichts mit Größenwahn zu tun. Denn als Gott und Göttin sind wir auch mitfühlend. Das ist im Paket mit drin. Viel Vergnügen beim täglichen Üben.
Der Autor Ralf Sturm ist staatlich geprüfter Heilpraktiker für Psychotherapie. Ausbildung Systemische Sexualtherapie bei Ulrich Clement (IGST Heidelberg), Systemische Paartherapie bei Dr. Arnold Retzer (SID Heidelberg). Als Autor zum Thema Partnerschaft ist er u.a. inspiriert von David Deida (Sexuelle Polarität) und Dr. David Schnarch (Crucible Neurobiological Therapy). Seit 1998 langjährige eigene Meditations- und Achtsamkeitspraxis in Europa & Asien (u.a. mit H.H. Dalai Lama, Thich Nhat Hanh) und Leitung von Ausbildungen zum Meditationslehrer. Seit 2011 Arbeit als Paar- und Sexualtherapeut, seit 2015 Dozent für Systemische Beratung und Therapie.
Mutig sein – was heißt das überhaupt? Foto via unsplash
Was ist Mut?
Was bedeutet es für dich, mutig zu sein? Ist es die Kunst, nicht ängstlich zu sein? Oder ist es einfach die Fähigkeit, sich Situationen zu stellen, obwohl es dich mit deinen Ängsten konfrontiert? „Courage‘ ist das englische Wort für Mut. Es stammt vom lateinischen ‚cor‘, was Herz bedeutet. Und vielleicht ist es auch genau das – eine Herzenssache. Der Schritt aus unserer Komfortzone hinaus konfrontiert uns meist auch mit Unsicherheiten, Zweifeln oder Ängsten – und doch fühlt er sich richtig an.
Mut kommt von innen
Für die Autorin Brené Brown hat Mut auch mit Verletzlichkeit zu tun. Es bedeutet, die eigene Geschichte aus tiefstem Herzen zu erzählen und Verletzlichkeit zu zeigen. „Courage over comfort,“ lautet ihr Motto. Ohne Mut nehmen wir uns die Chance zu wachsen, uns zu entwickeln und neue Erfahrungen zu machen. Wenn es um Herzensangelegenheiten geht, sollte man der Angst öfter mal die Stirn bieten, das Risiko eingehen und es trotzdem machen – vielleicht sogar gerade wegen der Angst. Mit einem offenen Herzen loszugehen und darauf zu vertrauen, dass alles so kommt, wie es kommen soll. Mutig genug sein, dem Leben zu vertrauen und uns Herausforderungen zu stellen. Denn wir verlieren nicht – entweder wir lernen oder wir gewinnen.
Mutmuskeltraining
Daher stelle dich öfter deinen Ängsten und Unsicherheiten. Das können kleine Taten wie eine aufgeschobene Entschuldigung oder ein unangenehmer Anruf sein, es können aber auch größere Dinge wie ein Jobwechsel oder eine Reise alleine sein. An Mutanfällen wachsen wir und genau darum geht es im Leben.
Du kannst von positiven Affirmationen nicht genug bekommen? Hier findest du noch mehr Mantras.
Wie gehst du mit bitteren Zeiten im Leben um? - Foto via unsplash.com
Starte deine Woche mit einem Mantra
„Keine Zitrone kann so sauer sein, dass du daraus nicht sowas wie Limonade machen kannst. „
Zum Leben gehören nicht nur die schönen, unbeschwerlichen Momente. Traumatische Ereignisse und schmerzhafte Erfahrungen verschonen keinen und sind Teil der Achterbahnfahrt – ein ständiges Auf und Ab, das jeden Tag enden kann. Nicht jeder schafft es, selbst an dunklen Tagen den kleinen Lichtschimmer im Auge zu behalten. Manche geben sich auf und versuchen dem Schmerz zu entfliehen – durch Alkohol, Drogen oder in Form von Depressionen. Doch was du nicht verarbeitest, wird dich einholen. Daher ist es wichtig, traurige Erfahrungen zu machen und zu durchleben. Was dir im Leben widerfährt, kannst du nicht kontrollieren. Was du jedoch kontrollieren kannst, ist wie du darauf reagierst. Nimm die bitterste Zitrone, die dir das Leben bietet, und zaubere daraus so etwas wie Limonade.
Du kannst von positiven Affirmationen nicht genug bekommen? Hier findest du noch mehr Mantras.