Yogi in der Maschine

Eine Kernspintomographie zeigt die Kraft des Yoga.
Ich war gerade dabei, Gomukhasana (Kuhgesicht) zu unterrichten, da spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz in meiner linken Schulter. Da mein Arzt einen Riss in der Rotatorenmanschette befürchtete, schickte er mich umgehend zu einer Kernspintomographie. Obwohl die halbstündige Prozedur schmerzfrei ist, ist sie für niemanden einfach. Doch für Menschen, die an Platzangst leiden, kann die in einer dunklen Röhre durchgeführte Untersuchung zu einer klaustrophobischen Tortur werden.

Obwohl ich schon seit Jahren keine Panik­attacke mehr hatte, spürte ich – in Decken eingewickelt, den linken Arm festgebunden und Gehörschutz in den Ohren – alte Angstgefühle in mir aufsteigen, als ich auf einer Trage liegend mit dem Kopf voran in die enge Röhre geschoben wurde. Gerne hätte ich den Vorgang abgebrochen. Doch anstatt mich wie früher von Panik leiten zu lassen, hatte ich diesmal einen starken Verbündeten an meiner Seite: Yoga!

Ich begann das Dirga Pranayama (Drei-Teil-Atmung) zu praktizieren, schloss meine Augen und atmete tief in meinen unteren Bauch, die Brust und die Kehle, mit Konzentration auf langer Ausatmung. Als der ohrenbetäubende Lärm der Maschinen einsetzte, ließ ich mich vollständig auf seinen Rhythmus ein. Schon bald klang das Rattern des Apparates wie das Mantra Om. Intuitiv ließ ich jeden Taktwechsel kommen und passte mich ihm an: Ich wurde eins mit der Maschine. Wenn die Geräusche zwischenzeitlich stoppten, ruhte ich mich aus und nahm die ­Situation bewusst wahr.

Als ich nach einer halben Stunde aus der Maschine in den hell erleuchteten Raum gefahren wurde, fühlte ich mich so friedvoll und entspannt wie nach einer sitzenden Meditation oder Savasana. Zu meiner großen Erleichterung erfuhr ich außerdem, dass die Sehne zwar entzündet, aber nicht gerissen war. Dankbar war ich für die Erinnerung, dass Yoga ­immer da ist – sogar im Zentrum der Angst.

CD-Tipp: Nada Yoga Musik

Klangwellen
Im Nada Yoga geht man davon aus, dass das Universum und alles darin aus Klangwellen besteht. Musik spielt in diesem traditionellen metaphysischen System Indiens natürlich eine entsprechend große Rolle. Dass der Sampoorna-Meister Brahmadev Marcel Anders-Hoepgen sich insbesondere mit Nada Yoga beschäftigt, macht angesichts seiner Biografie mehr als Sinn: Von klein auf mit Yoga und Meditation vertraut, nutzte der studierte Gitarrist die Vorteile dieser Praxis, um mit seinem Lampenfieber zurechtzukommen. Auf seinen CDs „Gelassenheit“, „Eternal Om“ und „Runterkommen“, die er in Zusammenarbeit mit seinem Guru Shri Yogi Hari aufgenommen hat, finden sich dementsprechend nicht nur Meditationsanleitungen und simple Mantren, sondern eine interessante Mischung aus Anleitung und spiritueller Musik aus Ost – und West. Neben der zu erwartenden Bezugnahme auf die indische Tradition finden sich hier nämlich auch Einflüsse aus der christlichen Taizé-Musik, was bei einem ersten Hördurchgang durchaus überraschend wirkt. Damit stellt Anders-Hoepgen unter Beweis, dass es eben nicht das vermeintlich Exotische ist, was die meditative Wirkung erzeugt, sondern die Musik, der Klang an sich. Ganz so, wie man sich das im Nada Yoga vorstellt.

Fazit: Eine interessante ­Mischung aus Meditationsanleitungen, ­indischer Mantra-Musik und Taizé-Gesängen, die sich ­bestens als ­Konzentrationshilfe für ­Meditationsübungen eignet

„Gelassenheit“, „Eternal Om“ und „Runterkommen“ von Brahmadev Marcel Anders-Hoepgen und Shri Yogi Hari (Systemed, jeweils 12,99 Euro)

 

 

 

 

 

 

Mantra für guten Flow: N°22

Om Eim Saraswatyei Swaha

Saraswati („die Fließende“) erschafft als Brahmas weibliche Kraft (Shakti) durch ihre Sprach- und Singkraft das Universum. Ihr zentrales Attribut ist die Vina, die als das edelste indische Instrument gilt. Sie steht in enger Verbindung zu einem unterirdischen Fluss gleichen Namens, der bei Prayaga mit der Ganga und der Yamuna zusammenfließen soll. Somit ist sie ein Symbol für den unsichtbaren Strom der Weisheit, der sich durch alle Zeiten hindurch zieht und den Menschen den Weg zur Gotteserkenntnis weist. Sie ist es, die uns die Fähigkeit zur Erkenntnis gewährt. Ihr wird die Entstehung des Sanskrit und seiner Schrift „Devanagari“ zugeschrieben. Daher wird sie auch mit der Göttin Gayatri identifiziert. Wenn wir dieses Mantra rezitieren, können wir uns vorstellen, wie durch wachsende Vernunft alle schlechten Angewohnheiten wahrhaftiger Einsicht weichen. Durch die Keimsilbe „Eim“ (auch „Aim“) werden Musik, Kunst, Wissenschaft und Erziehung positiv beeinflusst. Diese Silbe bringt die Energie von Saraswati zum Ausdruck.
Wer dieses Mantra nutzt, kann seine musischen Fähigkeiten, sein Gedächtnis, seine Intelligenz und geistige Ausrichtung optimieren.


Der Münchner Musiker, Philipp Stegmüller, leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen. Mehr Infos unter www.mantra-singing-circle.de. 06 – 2013


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Yoga-Welle: Warum Yoga sich immer wieder erneuert

Yoga-Welle

In den 40 Jahren, in denen ich nun schon Yoga lehre, werde ich regelmäßig gefragt, was diese Yoga-Welle ist. Die Antwort ist ganz einfach: Es ist gar keine Welle! Die Natur einer Welle ist es, auf- und wieder abzuschwellen. Aber in all diesen Jahren habe ich tatsächlich noch kein wirkliches Abschwellen mitbekommen. Im Gegenteil: Ich würde behaupten, dass diese YogaWelle seit meiner Kindheit unablässig und stetig wächst. Damals ging meine Mutter Anfang der 60er Jahre an der Volkshochschule zum Yoga.

Als ich 1972 selbst intensiv mit der Yoga-Praxis begann, stieß ich auf großes Unverständnis. Viele dachten, Yoga sei eine Sekte. Deshalb würde ich nun Vegetarierin, dann Hindu und dann ganz bald nicht mehr ganz von dieser Welt sein. Tatsächlich konnten die Skeptiker*innen jedoch beobachten, dass ich langsam mein handfestes Schmerzsyndrom infolge eines Wirbelbruchs hinter mir ließ. Ich gewann in jeder Beziehung Boden unter den Füßen. Endlich ließ sich mein Leben so einrichten, dass ich zu der Person wurde, die ich heute bin.

Zu fremd für den Alltag?

Wie die meisten Menschen begann ich mit einer körperbezogenen Praxis, also Asana und Pranayama. Mir war klar, dass es mehr gab, nämlich Meditation und vor allem eine reich entwickelte Yoga-Philosophie. Aber die fand ich zu diesem Zeitpunkt noch sehr befremdlich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie mir in meinem Leben hier in Deutschland jemals von Nutzen sein könnte. 1974 bekam ich erstmals die Gelegenheit, Yoga zu unterrichten. Während meines Kurses an der Freien Universität Berlin wurde schnell deutlich, dass mir eben dieser Hintergrund fehlte. Um dem mehr Perspektive und Methode zu verleihen, interessierte ich mich zuerst für die Hintergründe der Anatomie. Anschließend für die Yoga-Philosophie. Ich begann das Studium des Yoga.

Etwa zur gleichen Zeit kam ich in Kontakt mit der Europäischen Yoga-Union. Und damit mit dem Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland, dem BDY. Damals veranstalte die Europäische Yoga-Union bereits zu dieser Zeit einen jährlichen Kongress im schweizerischen Zinal. Dort lernte ich die „High Society“ der Yoga-Welle kennen, sowie ihre Gründungsväter und –mütter. In den folgenden Jahren wurde ich dort Stammgast. So bekam ich hautnah mit, wie sich der Yoga von Jahr zu Jahr entwickelte. Die alten Traditionslinien passten sich in ihrer Übungspraxis den westlichen Bedürfnissen an. Die indische Philosophie wurde in Beziehung zur westlichen und islamischen Mystik gesetzt. Hinduist*innen, Yogi*nis, Zen-Buddhist*innen, Christ*innen, Jud*innen und Moslim*innen saßen am runden Tisch. Dabei entwickelten sie neue Modelle, wie Menschen zu sich finden, und reflektierten über die Natur unseres Seins.

Überschwappen der Yoga-Welle

Daneben begann man sich überaus ernsthaft Gedanken über die Qualitätssicherung von Yoga-Unterricht und Yoga-Lehrausbildungen zu machen. Dadurch legte man viele Grundsteine, auf denen die heutigen Ausbildungskonzepte basieren. Die nationalen Traditionslinien entdeckten sich gegenseitig, denn es stellte sich heraus, dass jedes Land bestimmte Yogaformen bevorzugte. So kamen unter anderem der Yoga der ­Energie, der Yoga in der Tradition Krishnamacharyas und der Bihar-Stil nach Deutschland.

In den frühen 90er Jahren begann die deutsche Yogaszene in Kontakt mit der „Rückenschule“ zu treten. Die Ausbilder und Ausbilderinnen des BDY konnten damals eine entsprechende Zusatzqualifikation erwerben, in der sie Grundlagen der Biomechanik lernten. Infolgedessen passten die meisten ihre Unterrichtskonzepte den Bedürfnissen der westlichen (Sitz)Kultur an.

Gleichzeitig fand eine weitere umwälzende Erneuerung statt: In Frankreich, Deutschland und Großbritannien etablierte sich durch die Vermittlung seines Sohnes T.K.V. Desikachar der Vini-Yoga in der Tradition von Krishnamacharya. Damit einher ging die Verbreitung des didaktischen Konzepts dieser Schule unter dem Namen „Vinyasa Krama„. Zusammengefasst ist dies eine Übungspraxis, die auf intelligente Weise den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Übenden angepasst ist. Man ging zunehmend dazu über, das Asana dem Menschen anzupassen und nicht mehr das Umgekehrte zu verlangen. Qualifizierter Einzelunterricht und persönliche Übungsprogramme erhielten neue Bedeutung. Aus dieser Strömung erwuchs der therapeutische Yoga. Dieser befreite das System endgültig vom Image der esoterischen Schwärmerei. Die Krankenkassen begannen, Yogakurse zu bezuschussen. So begann die Entwicklung des Yoga zum Massenphänomen.

Das „globale Yogadorf“

Seit einigen Jahren können wir von einem „globalen Yogadorf“ sprechen. Die großen Lehrenden Indiens, der USA und Europas reisen durch die Welt. Dabei unterrichten sie an den allerorts ­sprießenden Yogazentren und Yogakongressen eine ständig wachsende Teilnehmer*innenzahl. Augenblicklich entdeckt China den Yoga für sich, was ­sicher einen Yoga-Boom in den Städten auslösen dürfte. So wie es vorher schon in Russland zu beobachten war. Jede Kultur, in der sich die Yogalehre etablieren kann, bringt etwas von ihrer eigenen Sichtweise mit ein. Dadurch stellt sich diese alte Wissenschaft vom Menschen heute in unglaublicher Vielfältigkeit und Reichhaltigkeit dar.

Viele Yoga-Übende erfahren ihre tägliche Praxis als eine verlässliche Verbindung mit einem großen Erbe der Menschheit. Das erlaubt es ihnen, ihre Zukunft bewusster und verantwortlicher zu gestalten. Zur Zeit wird sich die globale Yogaszene zunehmend ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst. Dadurch erneuert sie die uralte Weisheitslehre gerade ein weiteres Mal. Und das wird nicht die letzte Erneuerung sein.

Lies weiter: Spiritueller Aktivismus


Anna_Trökes

Die Autorin der „Yoga-Welle“. Anna Trökes unterrichtet seit 1974 die ganze Bandbreite des Hatha Yoga und engagiert sich seit 1983 in der Yogalehrausbildung. Zehn Jahre lang leitete sie zusammen mit Boris Tatzky und Jutta Pinter-Neise die „Deutsche Akademie des Yoga der Energie“. Sie verfasste mehr als 15 Bücher über Themen des Hatha-Yoga und der Yoga-Meditation.

www.prana-yogaschule.de

Bücher: Spiritueller Umgang mit dem Tiere

Das Thema ist nicht neu, wohl aber die intensive öffentliche Auseinandersetzung damit: Das Leid der Tiere, ihr Schutz, ihre Rechte. Immer mehr Autoren und Autorinnen greifen die Thematik auf , schreiben Bücher dazu und regen zum Nachdenken an: Was kann die Gesellschaft, was können wir als Konsumenten tun, damit die Würde der Tiere künftig beachtet und vielleicht irgendwann auch geachtet wird? Dagmar Schult, Insa Janssen und Silke A. Eisenbeiß haben verschiedene Bücher dazu gelesen und fassen die Fakten für YOGA JOURNAL zusammen:

tiere_klagen_anTiere klagen an
Der Schweizer Rechtsanwalt Antoine F. Goetschel beleuchtet aus juristischer Perspektive zentrale Aspekte des Tierrechts und -schutzes. Das schafft er ganz ohne Polemik und sehr differenziert. Indem er konkrete Möglichkeiten aufzeigt, sich zu engagieren, lässt er uns mit der Frage nach der Würde und dem Schutz der Tiere nicht allein. Goetschel, der schon in der Vergangenheit als „Anwalt der Tiere“ bezeichnet wurde, ist seit 30 Jahren Aktivist und war wesentlich daran beteiligt, dass Tierrechte in der Schweiz Verfassungsstatus haben. Sein Fazit: Wer, wenn nicht wir, soll sich einsetzen für die, die keine Stimme haben – und wann, wenn nicht heute?
„Tiere klagen an“ von Antoine F. Goetschel, Scherz, ca. 20 Euro

streicheln-maesten-toetenStreicheln, mästen, töten
Aus einer vollkommen anderen Warte schreibt Anton Rotzetter. Der Autor ist Theologe und ­Kapuzinermönch und hat über Franz von Assisi (seinen Ordensgründer) promoviert. Er empfiehlt seiner Kirche einen anderen Lebensstil und einen anderen Umgang mit Tieren. Seine Interpretationen der Legende des Heiligen Franz von Assisi und der Bibel begründen einen „zeitgemäßen“ spirituellen Umgang mit Tieren. Rotzetter betont: Der Mensch steht nicht über dem Tier, sondern ist als Geschöpf unter Geschöpfen diesen eng verbunden.
„Streicheln, mästen, töten“ von Anton Rotzetter, Herder, ca. 15 Euro

Wir haben es satt
Die beiden bekannten Journalisten Ingrid Radisch („Zeit“) und Eberhard Rathgeb („FAZ“) legen eine Sammlung literarischer und philosophischer Texte aus zwei Jahrhunderten vor. Die Lektüre macht klar, dass das Wissen um das Leid der Tiere keine neuzeitliches Phänomen ist und schon gar nicht einer europäischen Wohlstandsperspektive bedarf. J.M. Coetzee, Mahatma Ghandi, Dostojewski, Ovid und Schopenhauer schwanken zwischen Mitgefühl, Anklage, Appell und Argumenten. Der Leser kann sich dem Eindruck dieses globalen und pluralistischen Panoramas nicht entziehen. Wer über das Leben der Tiere einmal so eindringlich gelesen hat, für den gibt es nur schwer einen Weg zurück in die Gleichgültigkeit.
„Wir haben es satt!“ von Ingrid Radisch und Eberhard Rathgeb, Residenz Verlag, ca. 20 Euro

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Einfache Detox-Tipps

Alle Jahre wieder sehnen sich viele Menschen im Anschluss an die Wintermonate oder das große Weihnachtsschlemmen nach mehr Leichtigkeit. Zu den typischen, schweren Mahlzeiten kommen oft Bewegungs- und Lichtmangel, zu viel Alkohol, Nikotin, Koffein und kein geregelter Schlaf. Aus diesem Grund verraten wir dir heute drei Top Detox-Tipps.

Ideal wäre es, wenn du dich während der Detox-Woche komplett ausklinken und den ganzen Alltagsstress außen vor lassen kannst. Nachdem das aber nicht immer möglich ist, hier ein paar unterstützende Tipps, die du selbst im stressigsten Alltag leicht umsetzen kann und die Körper und Geist optimal beim Entschlacken unterstützen:

  1. Leberwickel
    Ganz einfach und doch so wirkungsvoll: Bereite eine Wärmflasche mit heißem Wasser vor. Tauche ein kleineres Handtuch zur Hälfte in warmes (Salz-)Wasser. Lege die nasse Hälfte auf deinen rechten Oberbauch und die Wärmflasche darüber, schlage die trockene Seite des Handtuchs über die Wärmflasche und decke dich gut zu. Ruhe mindestens eine halbe Stunde – deine Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan und wird es dir danken.
  2. Bürstenmassagen und Detox-Öl
    Um den Kreislauf sanft anzuregen und der Haut beim Abtransport alter Schlacken zu helfen, empfiehlt es sich, den Körper am Morgen nach einer Wechseldusche (immer kalt abschließen!) sanft mit einer Naturbürste zu behandeln und anschließend mit einem wohlriechenden Detox-Öl zu massieren.
  3. Meersalz- oder Basenbad
    Basen- oder Meersalzbäder helfen beim Entsäuern und schenken am Abend wohlige Bettwärme.

Sonnen-Mantra: N°21

Sonne im Herzen: Wenn ich dieses Mantra rezitiere, sehe ich mich voller Kraft und Tatendrang auf die Dunkelheit zureiten. Wie die Sonne, die die Dunkelheit jeden Morgen aufs Neue vertreibt.

Aditya Hridayam Punyam
Sarva Shatru Vinashanam
Jayavaham Japam Nityam
Akshayam Paramam Shivam.

Dieses Sonnenmantra ist der vierte von 31 Versen aus der Aditya-Hridyam-Hymne im 107. Kapitel des Yuddha Kanda („Buch der Schlacht“). Es ist Teil des großen indischen Nationalepos Ramayana. Im 107. Kapitel schenkt der Weise Agasthya Muni dieses mächtige Mantra Rama, der im Kampf gegen den Dämonenkönig Ravana ermüdet ist. Nachdem er die Hymne dreimal wiederholt hat, siegt er. Der Vers ist als Essenz zu lesen und ermöglicht es uns nicht nur, während der dunklen Jahreszeit Sonne ins Herz zu zaubern, sondern auch alle negativen Kräfte zu bannen und jederzeit einen glänzenden Neustart zu wagen.

Die Übersetzung im Einzelnen: Aditya = Sonne, Hridayam = Herz, oder das, was besonders nährend und heilend ist für das Herz, Punyam = heilig, rein, gut, Glück bringend, Sarva = alle(s), Shatru = Feind, Avahana = Anrufung, Herbeirufung, Opferung, Akshara = unzerstörbar, parama(m) = höchster, Shiva = der Freundliche. Meine Interpretation des Mantras in einem Satz lautet: Die Meditation, die „Sonne im Herzen“ bringt uns das höchste Glück, zerstört alle Feinde; die Anrufung und Wiederholung beschert uns den Sieg, macht uns unzerstörbar und schenkt uns höchsten Segen.


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DVD-Tipp: May I be Frank

„May I be Frank?“ – ehrlich und unverblümt ist sie, die Geschichte von Frank, einem 54 Jahre alten, 131 Kilo schweren Italo-Amerikaner aus New York mit einer langen Drogenkarriere und Hepatitis C. Eigentlich ein lebenslustiger Typ, der die Frauen und das Essen liebt, steht Frank vor den Trümmern seines Lebens: Die Ehe geschieden, die Beziehung zur Tochter zerrüttet, die Gesundheit ruiniert. An diesem Punkt stolpert er in San Francisco zufällig in das „Café Gratitude“, wo alles öko, vegan und roh ist und die Mitarbeiter „vegane Engel“ sind. Der Film dokumentiert die Transformation von Frank Ferrante in einen nicht unbedingt schlanken, aber empfindsamen und liebevollen Menschen, der Verantwortung für sich und seine Taten übernimmt. Der Weg aus Depression und Wut zu echter Lebensfreude ist alles andere als leicht. Frank muss 42 Tage lang tun, was seine „Engel“ ihm auftragen: eine Rohkost-Diät, Besuche beim Heilpraktiker, ein Yoga-Retreat, wöchentliche Einläufe und die Arbeit mir positiven Affirmationen, die er auch noch ohne Ironie und Zynismus wiederholen muss. Das geht nicht ohne Höhen und Tiefen: Der Film lebt nicht zuletzt von Franks offener Art, seiner Schlagfertigkeit und seinem Mut, sich auch verletzlich zu zeigen. // Von Martin Bohn

Fazit: Der Zuschauer wird Zeuge einer inspirierenden Transformation – ein unterhaltsamer Film, der nie ­missionarisch wirkt.

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Der Film kann auf mayibefrankmovie.com für ca. drei Euro angesehen werden (engl.).