Umgang mit Emotionen – Shivas Tanz

Umgang mit Emotionen

Der befreite Tanz des Großen Yogi Shiva hilft bei unserem geschickten Umgang mit Emotionen. Hier wendest du Yogaphilosophie auf deinen Alltag an.

Text: Amrit Stein, Titelbild: David Garrison via Pexels

Die Ikone des Nataraja zeigt Shiva als König des Tanzes. Sie ist in ihrer archetypischen Aussagekraft zu einem der bekanntesten Symbole des Hinduismus. Die aus Bronze gegossenen Nataraja-Statuen wurden vor allem im tamilischen Südindien während des Chola-Reichs (9. bis 13. Jahrhundert) verehrt. Der Legende nach führte Shiva seinen „Ananda Tandava“, seinen glückseligen Tanz, im Zentrum des Universums auf. Dieser mystische Ort in Tamil Tillai ist die südindische Tempelanlage Chidambaram. Es heißt, sogar Patanjali, der Urheber des Yoga, habe hier dem Tanz Shivas beigewohnt. Bis heute ist der Kult des Nataraja in Chidambaram lebendig. Dort huldigen Priester die Gottheit und Gläubige in tanzender Andacht.

Der Schöpfungstanz

Der kosmische Tanz des Nataraja ist ausdrucksstark, unbändig und wild. Dieser vollendete Yogi tanzt den Schöpfungstanz. Einen Reigen aus Entstehen, Bleiben, Vergehen, Illusion und Erlösung. Seine Schritte verkörpern die sich wandelnde Urbewegung des Universums. Von einer Aureole lodernder Flammen umgeben, formt sich die grobe Materie zum pulsierenden Rhythmus seiner Handtrommel, der Damaru. Die verfilzten Locken des Urasketen, Zeichen eines Yogin, wehen im Wirbel seines Tanzes. Seine Haarpracht zieren die Leben spendende Flussgöttin Ganga und die gefährliche Kobra, Symbol seiner Macht über die Kundalini-Energie.

Mit einem Repertoire schier endloser Schritte und Gesten schmückt der göttliche Tänzer die letztendliche Daseins-Sphäre. Sein ekstatischer Tanz ist Ausdruck spontanen Gewahrseins. Gleich flüchtigen Wolkenformationen am Himmel lösen sich die Gebärden des tanzenden Gottes in die unendliche Weite des Raumes auf. Dessen schöpferische Grundnatur bringt sogleich neue Formen hervor. Jede Pose seines energischen Tanzes ist ein kurzes Aufleuchten in ewigen Galaxien. Shiva tanzt mit vollendeter Grazie und alles durchdringender Kraft. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter seiner grenzenlosen Freiheit?

Shivas Geheimnis

Der Schlüssel liegt in der symbolischen Gestensprache des vierarmigen Nataraja. Seine obere rechte Hand hält Agni, das zerstörende und transformierende Feuer. Die obere linke Hand hält die sanduhrförmige Damaru-Trommel, zu deren Pulsieren die Welt immer neue Gestalt annimmt. Die Segens- und Schutzgeste des Urasketen bringt seine vom Handgelenk senkrecht nach oben angewinkelte rechte Hand zum Ausdruck. Währenddessen zeigt die linke, vom geraden Arm nach unten angewinkelte Hand zum Boden und verweist damit auf den Pfad der Befreiung.

Foto: Sabine van Erp via Pixabay

Dort hält Shiva mit seinem energisch aufstampfenden Fuß den Urdämonen Apasmara in Schach. Dieser ist die Verkörperung von Unwissenheit und solch negativen Eigenschaften wie Wut, Begehren, Gier, Eitelkeit und Eifersucht. Nur deshalb kann er sein linkes, leicht angewinkeltes Bein mit unvergleichlicher Grazie und Leichtigkeit zur rechten Seite hin anheben. Diese raumgreifende und perfekt ausbalancierte Geste ist das Hauptmerkmal der klassischen Nataraj-Pose. Sie umspannt der glückselige Tänzer und Yogin den gesamten Lebensraum der Menschheit und wird zum Sinnbild für vollendete Bewegungsfreiheit.

Umgang mit Emotionen – ein Tanz

Die Bedeutung Shivas als Weltentänzer auf der kosmischen Bühne ist nicht die einzige Bedeutung seines vieldimensionalen Tanzes. Shiva tanzt nicht nur in der Weite unendlich ferner Galaxien oder in der heiligen Tempelstätte Chidambaram. Shiva tanzt auch in unseren Herzen. Hier lenkt sein subtiler, innerer Tanz unsere psychophysischen Energien und bestimmt den Zustand unseres feinstofflichen Prana, des Atems und Bewusstseins.

Sind wir im Umgang mit Emotionen geschickt? So können wir unsere psychophysischen Energien lenken! Dann leben wir mitten in unserer Kraft. So fühlen wir uns lebendig und sind in Kontakt mit unserem Körper. Unser Geist ist wach und klar und wir erfreuen uns seelischer Gesundheit. Wir sind in der Lage, mit unseren Gefühlen umzugehen, auch wenn wir sie als einengend, schmerzlich oder sogar destruktiv wahrnehmen, denn wir haben den ständig lauernden Dämon der Unwissenheit unter Kontrolle gebracht. Neben allen Facetten des Lebens besitzen wir auch die Fähigkeit des Wandels. Wir bewegen uns und auch etwas in der Welt. Wir können alte Gewohnheitsmuster und vergangene Erlebnisse loslassen.

Tanzen wir unseren Lebenstanz aber auf einer illusionären Bühne aus Selbstbezogenheit, die Scheinwerfer unentwegt auf unser Ego gerichtet? Dann sind wir einem ausweglosen Kreislauf aus Hoffnung und Furcht unterworfen. Dann tanzt der dunkle Dämon der Unwissenheit mit uns. Wir gestalten unser Leben nicht wirklich selbst. Unausgeglichenheit, Steifheit, Verspannungen, Krankheit und Schwankungen in der Psyche sind nur einige der Folgen unseres unbewussten Verhaltens.

Der Weg des Yoga

Als Praktizierende des Hatha-Yoga sollten wir nicht nur nach mehr Beweglichkeit und Präzision in den Asanas streben. Sondern lernen, unseren Atem und unseren Geist zu meistern. Die präzise Beobachtungsgabe ist unerlässlich für die Analyse einer körperlichen Empfindung. Aber sie kann auch zu einem wichtigen Werkzeug für den bewussten Umgang mit unserer Psyche werden. Denn wenn wir aufmerksam betrachten und tief in uns hinein spüren, sind wir auf Tuchfühlung mit unseren Emotionen. Das ist der erste Schritt zu unserem befreiten Umgang mit Emotionen. Wenn unsere Emotionen zu schmerzhaft sind, wollen wir ihre Intensität nicht spüren. Wir kennen unendlich viele Tricks, um unseren störenden Emotionen nicht zu begegnen. Vielleicht unterdrücken wir unsere Wut oder Leidenschaft und leugnen, dass wir solche Gefühle haben.

Oder wir rechtfertigen unsere Gefühle. Dazu klammern wir uns an eine subjektive Wirklichkeit. „Ich habe das Recht, wütend zu sein“. „Es ist in dieser Situation vollkommen richtig, eifersüchtig zu reagieren“. Oder „Heute habe ich genügend Grund, schlecht gelaunt zu sein“. Aber ganz gleich welche Taktik wir anwenden, wir müssen der störenden Emotion zuerst begegnen, damit wir sie auflösen können. Damit wir aber tief in unsere Hoffnungen und Ängste blicken können, brauchen wir eine liebevolle Einstellung. Uns selbst anzunehmen, ermöglicht erst, den inneren Kampf zu beenden und Transformation zuzulassen. Ahimsa als oberstes Prinzip der Yogalehre, schließt dieses seelische Nicht-Verletzen mit ein.

Die Rolle des Atems

Um Körper und Geist in Einklang zu bringen, bedarf es einer Methode. Abgesehen von einer positiven Einstellung spielt das Atembewusstsein für unseren emotionalen und geistigen Zustand eine Schlüsselrolle. Es ist die Atemenergie, der Körper und Geist belebt und miteinander verbindet. Damit der Atem ungehindert fließt, ist eine harmonische Grundausrichtung des Körpers unerlässlich. Asanas sind hier von unschätzbarem Wert. Sie verhelfen zu einer ausgewogenen Koordination von Füßen, Beinen, Becken, Oberkörper, Schultergürtel und Kopf. Zudem erhöhen sie die Qualität des Atems.

Denn wenn der Atem tief und rhythmisch durch die Nadis fließt, erleben wir uns als harmonischer und befreiter. Das Stress-Level sinkt und gewohnheitsbedingte Verhaltensmuster lösen sich auf. Sind wir erst einmal mit unserer natürlichen Atembewegung vertraut, können wir dieses Bewusstsein auch im Umgang mit Emotionen der negativen Sorte nutzen. Das ist keineswegs einfach, wird aber mit fortwährender Übung möglich. Taucht eine starke Emotion auf, sollten wir unsere Aufmerksamkeit nicht im Affekt nach außen und auf das vermeintliche Objekt unserer Emotion richten. Stattdessen sollten wir tief nach innen schauen. Direkt in das Gefühl hinein. In das Feuer der Wut, in die Tränen der Enttäuschung oder in die Ruhe der Gleichgültigkeit.

Haben wir erst einmal diesen Zugang zum Gefühl geschaffen, können wir direkt in das Gefühl atmen. Dabei lassen wir unseren Atem anschließend lang ausfließen. Was vermag dieses Innehalten und die Rückbesinnung auf den Atem? Dann entsteht in einem Bruchteil von Sekunden die Freiheit, zu entscheiden, ob wir einem starken Gefühl Ausdruck verleihen. Das bewahrt uns davor, Gefühle blind auszuleben. Wir vermeiden törichtes Handeln, finden zu innerem Abstand und können unsere Situation gegebenenfalls in aller Ruhe und ohne Reue überdenken. Das verleiht unseren Entscheidungen Klarheit und Glaubwürdigkeit und erlaubt uns auch, ohne Furcht mit starken Emotionen umzugehen.

Hilfreiche Asanas

Im Hinblick auf eine Asanapraxis, deren Übungssequenz das bewusste Lösen von Emotionen thematisiert, können Drehhaltungen und Rückbeugen besonders effektiv sein. Erstere entspannen das Zwerchfell. Letztere bringen die Emotionen an die Oberfläche und haben dadurch eine befreiende Wirkung. Ganz allgemein ausgedrückt sind die „Ich-Kräfte“ oder das Ego im Bereich des Zwerchfells und des Nabels angesiedelt. Wenn wir an einem allzu starren Selbstbild festhalten, kann dies zu starken Verspannungen im Zwerchfell führen. Das verhindert eine tiefe Atmung.

Lies mehr über das Solarplexus-Chakra.

Übe dafür Drehhaltungen wie Marichyasana III auf einer gut erhöhten Sitzunterlage oder Pasasana-Variationen. (Pasasana kann man auch modifizieren, z.B. auf einem Stuhl sitzend, oder in der Hocke mit Hilfe einer Wand). Diese haben eine besonders entkrampfende Wirkung auf das Zwerchfell. Vorausgesetzt die Drehbewegung geht von der unteren Bauchdecke aus und die Lendenwirbelsäule bleibt während der Drehung lang. Auch der in allen Yogarichtungen gängige Hund, Adho Mukha Shvanasana, lockert das Zwerchfell und bereitet die Drehübungen gut vor. Rückbeugen, in Verbindung mit einer die Rückbeugen ausgleichenden, abgerundeten Übungssequenz, wirken sich positiv auf das Loslassen von Emotionen aus. Durch die starke Öffnung des Brustkorbs geben wir unseren Gefühlen genügend Raum, sich auszudrücken. Indem Gefühle an die Oberfläche unserer Wahrnehmung gelangen, kommen wir mit deren Kraft in Berührung. Wir fühlen uns befreit, selbstbewusst und voller Tatendrang.


Portrait Amrit 01 klein

Die Autorin von „Umgang mit Emotionen“

Amrit Stein absolvierte eine klassische Tanzausbildung in Indien. Dort begegnete sie ihrem Yogameister B. K. S. Iyengar. Heute ist Amrit Co-Direktorin des Iyengar-Yoga-Instituts München. Ihre Mantra-CDs und das Hörbuch „Yoga & Gesang“ sind bei Windpferd erschienen.

www.yoga-amritstein.de

Nervenmobilisation mit Gül Ruijter – Teil 3: Nerven-Flossing für den Nacken

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„Flossing“ kennen die meisten vermutlich nur von der Zahnpflege. Mit diesen Übungen „putzt“ du stattdessen deine Nervenbahnen, du bringst sie zum Gleiten und sorgst dabei nicht nur für mehr Entspannung und Beweglichkeit im gesamten Körper, sondern kannst auch gezielt Nackenschmerzen entgegenwirken.

Text & Sequenz: Gül Ruijter, Fotos: Hanna Witte, Outfit: Kismet Yogastyle

Nerven-Flossing wird auch „Nerven-Gleiten“ oder „neuronales Gleiten“ genannt. Für mich ist es so etwas wie das nächste Level des Dehnens, denn diese kleinen Bewegungen können unglaublich viele positive Effekte mit sich bringen. Das Ziel ist es, die Nerven von Kopf bis Fuß durchzubewegen. Neben der Beweglichkeit verbessert das Flossing auch die Kraft, denn Muskeln können nur gut arbeiten, wenn die Nerven ihnen den richtigen Impuls dazu geben. Außerdem sorgen die mobilisierenden Bewegungen dafür, dass die Nerven besser durch das umgebende Gewebe gleiten können. Das mindert Verspannungen und Schmerzen im umliegenden Bereich.

Im letzten Teil der Reihe zum Thema Nerven lernst du dazu zwei Übungen kennen, die dir vor allem mehr Freiheit im Bereich von Hals und Nacken schenken. An der Halswirbelsäule treten viele Nervenbahnen aus, die vom Kopf aus durch das sogenannte Halsdreieck in die Peripherie des Körpers führen. Hier kommt es häufig zu einem tückischen Teufelskreis: Die Muskulatur im Halsdreieck ist durch langes Sitzen und das statische Halten von Kopf und Armen in einer Position verspannt. Das führt dazu, dass die Nerven gestresst werden und sich das umliegende Gewebe noch mehr verspannt.

gül ruijter nerven mobilisation nacken

Neben den klassischen Asanas kann die regelmäßige Mobilisation der Nerven diesen Kreislauf durchbrechen und zu einem nachhaltig entspannten Nacken führen. Die einfachen Übungen auf den kommenden Seiten kannst du auch zwischendurch im Büro ausführen. Dabei bewegst du nacheinander im Sitzen die Beine nach vorn und zurück und arbeitest zugleich mit den Füßen.

Was das mit dem Halsdreieck zu tun hat? Ganz einfach: Der Nerv, der bis zum Fuß zieht, beginnt seine Reise im Gehirn. Stell dir vor, du ziehst ein Handtuch durch ein Rohr. Auf der einen Seite schaut ein Stück des Handtuchs heraus und auf der anderen Seite nur ein Faden. Irgendwo in der Mitte des Rohres hängt das Handtuch fest. Was tust du, um das Handtuch wieder frei beweglich zu machen? Du hältst an beiden Seiten fest und ziehst im Wechsel daran. Ungefähr so funktioniert auch das Nerven-Flossing. Wir ziehen quasi an beiden Enden des Nervensystems – am Kopf und am Fuß – um eine allgemeine gute Gleitfähigkeit und somit auch eine Entspannung und gute Beweglichkeit im Hals-Bereich zu schaffen.

HINWEIS: Allgemein gilt für Nervenmobilisationen, dass du sehr achtsam üben solltest. Wenn wir Nerven gezielt bewegen, kann es durchaus leicht kribbeln oder ziepen. In einem schmerzfreien Ausmaß ist das unproblematisch. Wenn du jedoch merkst, dass die Übung sehr unangenehm wird oder ein Taubheitsgefühl auftritt, dann gehst du besser wieder raus aus der Bewegung. Die Übungen dienen zur Vorbeugung, können aber auch therapeutisch eingesetzt werden. Frage bei einer bestehenden Problematik aber besser deinen Arzt, deine Ärztin oder Physiotherapeut*in. Sie können einschätzen, ob die Übungen für dich hilfreich sind oder du den Nerv im Moment besser in Ruhe lassen solltest.

Los geht’s mit einem Test:

Setze dich auf den Boden, stelle die Füße auf und umfasse deine Knie. Mache deinen Rücken lang und dann bewege den Kopf vor und zurück: Kinn Richtung Brust und dann Richtung Decke. Beobachte genau, wie sich diese Bewegung anfühlt.

gül ruijter nerven mobilisation nacken
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Nerven-Flossing – Variante 1

Setze dich ans Ende deiner Matte und stelle die Füße so auf, dass sie nicht auf der Matte stehen. (Du kannst natürlich auch direkt auf dem Fußboden üben, wichtig ist nur, dass die Fersen leicht über die Unterlage gleiten können, was bei grippigen Yogamatten oft schwierig ist.) Setze die Hände hinter dir auf und lehne dich leicht zurück. Schiebe den einen Fuß nach vorn, bis das Bein gestreckt ist. Strecke die Zehen lang nach vorne und „greife“ dann, als würdest du einen Stift mit ihnen halten wollen.

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Anschließend löst du den „Griff“, beugst das Knie und ziehst deine Zehen nach oben, während du die Ferse wieder Richtung Sitzfläche gleiten lässt.

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Wiederhole diese Bewegungen achtsam und langsam 10 Mal. Es kann gut sein, dass du ein paar Runden brauchst, um das Ganze gut koordinieren zu können. Anschließend wiederholst du die Übung mit dem anderen Bein.

Nerven-Flossing – Variante 2

Die Beinbewegung ist hier genau dieselbe wie in der ersten Variante, nur führst du zugleich den Kopf nach vorn und zurück: Während du den Fuß nach vorne schiebst, senkst du den Kopf und bewegst das Kinn Richtung Brust.

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Dann ziehst du den Fuß wieder wie beschrieben heran und führst den Kopf dabei sanft nach hinten: Das Kinn hebt sich, der Hinterkopf sinkt Richtung Nacken.

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Wiederhole auch diese Bewegungen 10 Mal, bevor du zur anderen Seite wechselst. Diese Variante mobilisiert noch deutlicher das gesamte Nervensystem, da du, wie in der Einleitung beschrieben, an beiden Enden des Nervensystems gleichzeitig „ziehst“ und nicht nur am unteren Ende.

Abschluss

Wiederhole den Test: Setze dich auf den Boden, stelle die Füße auf und umfasse deine Knie. Mache deinen Rücken lang und dann bewege den Kopf vor und zurück. Spüre genau hin: Wie fühlt sich diese Bewegung jetzt an? Kannst du einen Unterschied wahrnehmen?

Doppelter Effekt

Du hast mittlerweile gelernt, dass die Nervenmobilisation sich positiv auf Verspannungen, Beweglichkeit und Schmerzen auswirken kann. Doch da ist noch mehr! Unser Nervensystem spiegelt sich in unserer Haltung wieder: Stell dir einen ängstlichen Menschen vor – gebeugte Haltung, angespannte Schultern und Kiefer und so weiter. Man sieht Menschen den Status des Nervensystems oftmals eindeutig an. Andersherum wirkt es ähnlich: Wenn deine Körperhaltung aufgrund nicht mobiler Nerven angespannt ist und du dich eher klein machst, kann das auf Dauer auch zu einer Anpassung deiner Emotionen führen. Denn das Nervensystem funktioniert immer in beide Richtungen. Es ist also sowohl für deinen Körper als auch für deinen Geist eine Wohltat, die Nerven regelmäßig gezielt zu mobilisieren.


Hast du die ersten beiden Teile dieser Reihe schon gelesen?

Hier geht’s zu Teil 1:

Und hier geht’s zu Teil 2:


Gül Ruijter kennt sich aus mit Verspannungen und Schmerzen: Als Physiotherapeutin weiß sie genau, wie hier was zusammenhängt. Als Yogalehrerin kann sie dem klassischen Repertoire der „Krankengymnastik“ allerdings noch viele ganzheitliche Bewegungen hinzuzufügen. Erfahre mehr über Gül und ihre Arbeit unter vondermatteinsleben.de, auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast „Von der Matte ins Leben“.

Jin Shin Jyutsu: aus eigener Kraft in die Selbstheilung

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„Erkenne dich selbst!“ lautet die zentrale Botschaft von Jin Shin Jyutsu. Zu den führenden deutschen Vertreter*innen dieser japanischen Selbstheilungskunst gehört Bettina Roschewitz. Mit uns sprach die Hamburgerin über die Vorzüge dieser hierzulande immer noch viel zu wenig bekannten ganzheitlichen Heilmethode. //anzeige

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Bettina Roschewitz an ihre erste Begegnung mit Jin Shin Jyutsu. In einer schlimmen Lebenskrise hatte ihr eine befreundete Ärztin von einer Frau erzählt, die „so japanisches Heilströmen macht“. Da solle sie doch mal hingehen. Gesagt, getan – und siehe da: Ihr Leben begann, sich von Grund auf zu ändern. Die Gebärmutter, die ihr damals mit 28 eigentlich entfernt werden sollte, habe sie auch dreieinhalb Jahrzehnte später noch, erzählt sie im Videochat, und auch auf seelischer Ebene gesundete sie immer mehr.

Ihre massiven Angststörungen lösten sich auf, sie kam zurück in ihre Kraft. Endlich, spürte die gelernte Krankenschwester, hatte sie das Werkzeug gefunden, mit dem sie Menschen wirklich helfen konnte. Ein Wunsch, den sie von klein auf in sich wahrgenommen hatte, für dessen Umsetzung sie in ihrem Beruf allerdings zu wenig Raum bekam. Dass es sich bei der Jahrtausende alten Selbstheilungsmethode Jin Shin Jyutsu um einen inneren Prozess handelt, der in erster Linie eigene Arbeit – mit professioneller Begleitung – erfordert, ist Bettina wichtig zu betonen: „Das ist kein Kippschalter, den du einmal umlegst, und schon bist du geheilt!“

Verantwortung für den eigenen Körper

Jin Shin Jyutsu mit Bettina Roschewitz
Bettina Roschewitz: „Wenn du lernst, dich dir wieder liebevoll zuzuwenden, sind oft sehr schnell erste deutliche Verbesserungen spürbar!“ – Bild von Katrin Schöning

Wer erwartet, dass sie ihn „gesund mache“, ist bei ihr an der falschen Adresse: „Es geht darum, Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen.“ Aber wie funktioniert diese Heilmethode eigentlich? „Unser Körper ist durchzogen von großen und kleinen Kanälen, durch die nicht nur Blut, Nerven und Lymphe fließen, sondern auch Energie. Man kennt das zum Beispiel aus der Akupunktur oder Akupressur. Diese Energie hat eine gewisse Ordnung, auf die wir mit unseren Händen Einfluss nehmen, die wir regulieren können. Am besten erlebt man das, wenn man erste kleine Übungseinheiten einfach mal ausprobiert und auf die Auswirkungen achtet.“

Für Jin Shin Jyutsu braucht man Interesse an sich selbst

Besonders wichtig ist es auch, Geduld zu haben: Jin-Shin-Jyutsu-Bücher, die schnelle Heilung auf Knopfdruck versprechen, sind ihr ein Dorn im Auge. „Wichtig ist auf jeden Fall, dir Zeit zu nehmen. Auf unserer Website findest zu zwar einige zweistündige Workshops zu bestimmten Themen, geführte Meditationen und mehr, aber unser Hauptfokus liegt auf der einjährigen Begleitung ‚Jin Shin Jyutsu lernen‚. Darin lernst du im Kreis einer Community, deine Symptome und deren Ursachen besser zu verstehen, zu steuern und deine Energieströme zu harmonisieren. Erst kommt die energetische Versorgung, dann folgen Psyche und Körper. Das ist letztlich alles eins. Wenn du viele Jahre nicht wirklich selbstfürsorglich warst, dann kannst du keine Wunderheilung in zwei Wochen erwarten. Aber wenn du lernst, dich dir wieder liebevoll zuzuwenden, sind oft sehr schnell erste deutliche Verbesserungen spürbar!“ Man spürt, wie sehr Bettina für das Thema brennt.

Der „Liebe auf den ersten Blick“ folgten viele internationale Aus- und Fortbildungen und schließlich die Eröffnung einer eigenen Praxis sowie später eines Heilzentrums in Hamburg, das sie mit ihrem Mann Pascal Schaffner nach über 30 Jahren vor Ort mittlerweile online mit dem Fokus auf Hilfe zur Selbsthilfe und Ausbildung betreibt: „Eine neue Herausforderung aber auch ein neues Glück.“ Denn so könne sie viel mehr Menschen erreichen und die Botschaft von Jin Shin Jyutsu in die Welt tragen. Das virtuelle Lernen ermöglicht den Teilnehmenden vollen Fokus auf die eigene Symptomatik, weniger Ablenkung und vor allem das Lernen im eigenen Tempo.

Möchtest du dich kennenlernen und dich und andere wieder zutiefst berühren? Dann empfehle ich dir den Besuch von Kursen bei Bettina und Pascal im Jin Shin Jyutsu Zentrum Hamburg online zu machen. Du gehst mit liebevoller Begleitung von beiden in die Selbstverantwortung – Schritt für Schritt in deinem eigenen Tempo – und dein Heilungsweg darf beginnen. Besonders empfehle ich das JSJ Lernen Jahresprogramm, denn hier machst du wertvolle Erfahrungen beim Strömen und lernst alle Energieschlösser in der Theorie und in der Strömpraxis ein ganzes Jahr lang kennen! Bist du es dir wert? Dann mach dich auf den Weg zu dir!

Anke Capelle, Kursteilnehmerin im JSJ-Jahresprogramm

Was ist Jin Shin Jyutsu eigentlich?

Heilströmen? Was ist das eigentlich? Was genau steckt hinter Jin Shin Jyutsu, wie funktioniert es und was hat es mit den Energieschlössern auf sich? All das erklärt dir die sympatische Laura Roschewitz, die Tochter von Bettina und selbst im Jin Shin Jyutsu Zentrum tätig, in diesem Video.

Mit Jin Shin Jyutsu den ganzen Menschen sehen

Von Beginn an sind die Menschen zu ihr geströmt und haben sich in den unterschiedlichsten Situationen von ihr begleiten lassen. Sie hat Schwangere in den Kreißsaal begleitet, Menschen mit ADHS, chronischen Schmerzen, psychischen Störungen oder onkologischen Beschwerden unterstützt oder sie auf Operationen vorbereitet … Jin Shin Jyutsu unterscheidet nicht grundlegend zwischen psychischen oder körperlichen Erkrankungen. Bettina und ihr Team gucken immer den ganzen Menschen an und finden gemeinsam mit diesem den roten Faden der Krankheitsgeschichte, ohne den keine ganzheitliche Verbesserung der Lebenssituation möglich ist.

Funktioniert Jin Shin Jyutsu denn auch vorbeugend? „Auf jeden Fall! Das merke ich immer, wenn jüngere Leute – meistens sind es Frauen – zu uns kommen. Bei denen ist, ich sag’s jetzt mal so salopp, der Karren meist noch nicht so in den Dreck gefahren wie bei uns Älteren, aber die sind immer ganz begeistert, wie viel Energie und Selbstvertrauen sie aus Jin Shin Jyutsu ziehen können.

Entscheidender Bewusstseinswandel hin zur Selbstheilung

Die vielen positiven Rückmeldungen, die Bettina bekommt, berühren sie sehr. Da gibt es zum Beispiel Menschen, deren heftige Migräneattacken enorm zurückgegangen und sehr viel milder geworden sind, solche, die statt starken Angstzuständen nur noch mit „normalen“ Anspannungen leben müssen, oder solche, deren Allergien und Unverträglichkeiten stark zurückgegangen sind. Ganz entscheidend sei der Bewusstseinswandel: raus aus dem Gefühl der Ohnmacht und Abhängigkeit, rein in das Wissen: Mit Jin Shin Jyutsu kann und werde ich selbst zu meiner Heilung beitragen.

Jin Shin Jyutsu Lernen das Jahresprogramm

Jin Shin Jyutsu Jahresprogramm von Bettina Roschewitz und ihrem Mann Pascal
Bettina Roschewitz und ihr Mann Pascal Schaffner

Du bist neugierig geworden und willst Jin Shin Jyutsu selbst kennen- und anwenden lernen? Dann ist das Jin Shin Jyutsu Jahresprogramm von Bettina Roschewitz und ihrem Mann Pascal Schaffner vielleicht das Richtige für dich! Hier lernst du wieder Mut zu fassen, dich selbst zur Priorität zu machen, deine Gesundheit wieder ernst und dir Zeit für dich zu nehmen, eine liebevolle Routine ohne Druck aufzubauen. Entdecke die jahrhundertealte japanische Selbstheilungsmethode. Du brauchst nichts mehr als deine Hände, Neugierde und etwas Zeit. Mach‘ dich unabhängig von Dritten und komme von der Erkenntnis ins Verständnis und in die Umsetzung. Das Beste: Du kannst von überall daran teilnehmen, denn der Kurs findet online statt. In 12 Modulen lernst du das Jin Shin Jyutsu von Grund auf kennen und anzuwenden.


Impuls-Woche vom 22. – 28. April 2024 mit Aktiv-Workshop & Überraschung

Möchtest du dich selbst davon überzeugen?

Möchtest du lernen, wie du deine so oft erwähnten „Selbstheilungskräfte“ wirklich aktiv ansteuern kannst? Bist du neugierig, wie du dein Selbstheilungs-Programm mit deinen eigenen Händen aktivieren kannst? Hast du keine Lust mehr, dich von Dritten oder Wundermittelchen abhängig zu machen? Sehnst du dich danach, selbst deine Gesundheit und dein Wohlbefinden steuern zu können?

Dann melde dich für die kostenlose Impuls-Woche vom 22. – 28. April an und erfahre von Bettina Roschewitz persönlich, wie du Jin Shin Jyutsu jetzt lernen kannst, um dein eigenes Heilungs-Programm sofort zu aktivieren.

Übrigens: Aktuell läuft ein mega Gewinnspiel auf Instagram @yogaworld108. Dort kannst du das Jahresprogramm im Wert von 2.400 Euro gewinnen. Klick dich gleich mal rüber, wir drücken die Daumen.


Mehr Info zu Bettina Roschewitz und ihrem Angebot: jsj-zentrum.online und Instagram oder Youtube

#99 Praxisreihe: Traditionelle Shavayatra-Meditation – mit Nina Heitmann

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Entspannung pur für Körper und Geist: Entdecke die Kraft der Marmapunkte

Die Shavayatra-Meditation ist eine althergebrachte Praxis der Himalaya-Tradition und auch bekannt als „61-Punkte-Tiefenentspannung“ oder „61-Punkte Body Scan“. Wörtlich bedeutet Shavayatra so viel wie „Reise durch den Körper“. Dabei liegst du in Shavasana und lässt deine Aufmerksamkeit in einer bestimmten Reihenfolge durch einige der 108 sogenannten Marmapunkte wandern. Das sind Stellen im Körper, an denen Muskeln, Knochen, Nerven, Arterien und Energiebahnen (Nadis) zusammenlaufen.

In dieser Folge der „YogaWorld Podcast“-Praxisreihe führt dich Nina Heitmann durch drei Runden dieser wohltuenden Meditationsform. Shavayatra hat sowohl unmittelbar als auch langfristig eine tief entspannende Wirkung auf die Muskeln, das Nervensystem und das mentale Gleichgewicht. Durch regelmäßiges Üben fördert dieser besondere Body Scan deine Konzentrationsfähigkeit und führt insgesamt zu einem gesteigerten Gewahrsein und größerer Gelassenheit. Eingebettet in deinen Alltag kannst du damit Stress abbauen, dein Gedankenkarussell beruhigen, die Energiereserven wieder aufladen oder dich am Abend auf einen erholsamen Schlaf vorbereiten.

Wir wünschen dir viel Freude beim Üben und tiefe Entspannung!

Was deine Dosha-Konstitution über deine Liebesbeziehungen sagt

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Die ayurvedische Lehre der Konstitutionstypen (Doshas) hilft dir, nicht nur dich selbst besser zu verstehen, sondern auch den Menschen, den du liebst.

Text: Sahara Rose, Titelbild: Andrea Piacquadio via Pexels

Romanze mit deinem Dosha

Bei Schwierigkeiten in der Liebe findet sich Rat an jeder Ecke: Freunde, Familie, Podcasts und Ratgeber-Literatur, selbst die einschlägigen Instagram-Weisen, alle haben eine sehr genaue Vorstellung davon, was du denken, fühlen und tun solltest. Es hilft nur meist nicht viel, solange man sein Gegenüber – und vor allem sich selbst – nicht versteht. Als eine der ältesten Gesundheitslehren sieht Ayurveda den Menschen immer in seiner Ganzheit aus Körper, Geist und Emotion. Beziehungsfragen sind deswegen ganz selbstverständlich auch ein Teil der ayurvedischen Arbeit.

https://yogaworld.de/yoga-liebe-und-beziehungen
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Wie immer steht dabei die Lehre von den Doshas im Mittelpunkt, also den drei energetischen Archetypen: Jeder Mensch wird geboren mit einer jeweils spezifischen Kombination von Vata (Luft und Äther), Pitta (Feuer und Wasser) und Kapha (Erde und Wasser). Meistens ist dabei ein Dosha dominant. Es beeinflusst nicht nur deine Gesundheit, sondern auch all deine Entscheidungen und Interaktionen mit anderen Menschen – samt deiner Reaktion darauf, wenn es in Beziehungen schwierig wird. Indem du diesen Zusammenhang erkennst und würdigst – sowohl bei dir selbst als auch bei deinem Partner oder deiner Partnerin, kannst du mehr Mitgefühl entwickeln und mehr Balance in die Beziehung bringen. So wird nicht nur dein Alltag harmonischer, es hilft euch auch, als Paar zu wachsen. Denn eine längere Beziehung braucht immer alle drei Qualitäten: die Kreativität und Spontaneität von Vata, die Leidenschaft und Sinnhaftigkeit von Pitta und die Stabilität und Bequemlichkeit von Kapha.

Welche Dosha-Konstitution bin ich?

Kennst du deine Dosha-Konstitution und die deines Lieblingsmenschen? Dann lies gleich weiter bei den entsprechenden Doshas. Du bist dir noch nicht sicher? Dann klick auf den Link und mach den Online-Test, der dir schnell weiterhilft.

Klick auf den Link und mach den Online-Test

„Mit Blick auf die Dosha-Konstitution kannst du Mitgefühl entwickeln und mehr Balance in die Beziehung bringen.“

Sahara Rose Ketabi

Wenn dein vorherrschendes Dosha Vata ist

Was du in die Beziehung einbringst

Vata-Menschen sind luftig und begeisterungsfähig, sie lieben Aufregung, Abenteuer und Neubeginn. Wenn du ein Vata-Typ bist, dann bist es vermutlich du, der in der Beziehung mit immer neuen Plänen und Ideen aufwartet und vorschlägt, was man gemeinsam entdecken und erleben könnte. Als Vata liebst du es, wenn man dir Liebe auch äußerlich zeigt: Eine überraschende Textnachricht, eine spontane Umarmung, ein zarter Kuss auf den Nacken, all diese kleinen Gesten der Zuneigung lassen dich richtig aufblühen. Umgekehrt erfindest auch du immer neue, originelle Arten, deinem oder deiner Liebsten zu zeigen, wie begeistert du von eurer Beziehung bist – sei es eine Botschaft in der Jackentasche, ein Picknick im Park oder eine liebevolle Brotzeit fürs Büro.

Was dir gut tut

Vatas profitieren sowohl von der erdenden Natur häuslicher Kaphas als auch von der zielgerichteten Tatkraft der Pitta-Typen – beides Qualitäten, die dazu beitragen, dass sich eine Beziehung weiterentwickelt und mit der Zeit ernsthafter und fester wird. Die Verbindung mit diesen erdenden Doshas schaffen ein Gleichgewicht und ein Fundament, auf dem du als Vata-Typ eine Partnerschaft auch langfristig aufbauen kannst. Wenn deine Partner*in genau wie du Vata-dominant ist, dann könnt ihr beide in der Beziehung Vertrauen und Verlässlichkeit üben und lernen, Kompromisse einzugehen.

Worauf du achten musst

So sehr du den Neubeginn liebst: Wenn du merkst, dass es ernst wird – und damit auch vorhersehbar und manchmal anstrengend – hast du die Tendenz, das Weite zu suchen. Sobald du das bemerkst, solltest du in dich gehen und dich fragen: Höre ich hier auf meine Intuition und es ist wirklich nicht das Richtige, oder habe ich vor allem Schwierigkeiten mich einzulassen, sei es nun aus Angst oder aus beginnender Langeweile.


„Jede Beziehung ist eine Gelegenheit, voneinander zu lernen: Sei es, indem ein bei dir nicht vorherrschendes Dosha mehr Gleichgewicht in dein Leben bringt, oder indem der andere dir einen Spiegel vorhält.“

Sahara Rose Ketabi

Wenn dein vorherrschendes Dosha Pitta ist

Was du in die Beziehung einbringst

Du bist wahrscheinlich entschlussfreudig und gut organisiert und weißt, was du dir von einer Beziehung erwartest. Weil du ein gutes Gefühl dafür hast, in welche Richtung es gehen sollte, kannst du das nicht nur gut kommunizieren, du erwartest dir diese Klarheit auch von deinem Gegenüber: Sobald du weißt, was er oder sie sich von dir wünscht – eine langfristige Beziehung oder ein Abenteuer – kannst du dich in seiner oder ihrer Gegenwart entspannen und entfalten.

Was dir gut tut

Vata-Typen helfen dir, Spontaneität zu erleben, wilde Dinge zu tun und deinen Perfektionsdrang loszulassen. Eine erdende Kapha-Persönlichkeit kann dir dagegen vermitteln, dass du nichts leisten und erreichen muss, dass es genügt, ganz einfach Zeit miteinander zu verbringen und die Gegenwart des Gegenübers zu genießen. In der Beziehung mit einem ebenfalls Pitta-dominanten Menschen kannst du lernen, zuzuhören und Meinungen zu respektieren, selbst wenn du sie nicht teilst. Gemeinsam werdet ihr üben zu erkennen, wann es Zeit ist eine Meinungsverschiedenheit fallen zu lassen.

Worauf du achten musst

Deine feurige Natur kann es dir schwer machen einzusehen, dass du im Unrecht bist. Kompromisse und das Abgeben von Kontrolle sind für dich eine Herausforderung. Da ist es wichtig, dich immer wieder daran zu erinnern: Du kannst nicht alles haben und es läuft nicht immer so, wie du es dir vorstellst. Alle Aktivitäten ohne vorherige Planungen sind gut für dich, so übst du dich darin, dich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen und schaffst mehr Gleichgewicht in deiner Beziehung – sei es nun, indem du dich auf einen Last-Minute-Kinobesuch einlässt, einen Wochenend-Trip oder einen freien Tag für spontane Aktionen.

Mehr zum Pitta-Dosha plus Yogapraxis im Link

Wenn dein vorherrschende Dosha Kapha ist

Was du in die Beziehung einbringst

Kapha-Typen sind geborene Schmusekatzen, sie haben es gerne, zuhause zu bleiben und ihren Partner oder ihre Partnerin liebevoll zu verwöhnen – so wie auch sie sich im Gegenzug lieben und verwöhnen lassen wollen. Ihre erdende Natur erinnert auch ihr Gegenüber daran, zur Ruhe zu kommen, die einfachen Dinge zu genießen und die alltäglichen Schönheiten zu würdigen, die so häufig übersehen werden. Weil du als Kapha von Natur aus liebevoll und nährend bist, kannst du andere genau so annehmen, wie sie sind, und du hast einen guten Blick für ihre Bedürfnisse.

Was dir gut tut

Ein Vata-dominantes Gegenüber hilft dir, dich auch mal aus deiner Komfortzone hinaus zu bewegen und zu erleben, was die Welt alles zu bieten hat. Auf ganz ähnliche Weise kann ein Pitta-Typ dich ermutigen, etwas zu finden, was deine Leidenschaft entfacht und mehr Antrieb und Zielgerichtetheit in dein Leben bringt. Lass dich nur nicht zu sehr antreiben: Es gibt Zeiten, da tut es dir gut, mal ein neues Abenteuer zu wagen, aber ein anderes Mal darfst du auch zuhause bleiben und deinen Partner oder deine Partnerin ermutigen, sich alleine zu amüsieren. Mit einem ebenfalls Kapha-dominanten Menschen hast du es leicht: Ihr werdet es euch schön machen und euch rundum genießen.

Worauf du achten musst

Du willst in einer Beziehung wahrgenommen und wertgeschätzt werden – und wer will das schließlich nicht? Du musst das aber auch klar kommunizieren, sonst kann es leicht passieren, dass du dich ungeliebt fühlst und ausbrennst. Dein nährendes Naturell kann dazu führen, dass du dich auch in der Liebe eher wie eine Mutter oder ein Vater verhältst und viel gibst, aber nicht bekommst, was du selber brauchst. Es ist wichtig, dass du dich zu Wort meldest und für dich einstehst, nur so kann eine Partnerschaft auf Augenhöhe funktionieren.


Sahara Rose Ketabi schreibt nicht nur seit Jahren sehr erfolgreich über Ayurveda und Yoga, ihr Lieblingsprojekt sind inzwischen Frauenkreise und Göttinnen-Workshops.

Noch mehr zu den einzelnen Ayurveda-Typen und ihren Eigenarten im Link

Was ist Ayurveda?

Du willst mehr über Ayurveda erfahren, denn er gilt als „Schwester-Wissenschaft“ des Yoga. Häufig wird der Begriff irgendwo in der Wellnessecke verortet. Aber: Ayurveda ist viel mehr als nur Wellness und gehört zu den ältesten Gesundheitssystemen der Welt, weiß  Dr. Annette Müller-Leisgang vom Ayurveda Institut München.

In der Podcast-Folge 006 gibt Dr. Annette Müller-Leisgang spannende Einblicke in die Geschichte der traditionellen indischen Heilkunst und erklärt das Grundprinzip der drei Doshas. Natürlich hat Annette auch nützliche Tipps auf Lager, wie du schon mit ganz wenig Aufwand ein bisschen Ayurveda in deinen Alltag integrieren kannst. Außerdem erzählt sie von einem Schlüsselerlebnis, dass sie restlos von der Wirkung des Ayurveda überzeugt hat. Klick auf den Link und hör dir den Podcast mit Dr. Annette Müller-Leisgang an.

Frauen der Weisheit

Wir sind ein internationaler Kreis der begabtesten Frauen aus 5 Kontinenten, die in 10 verschiedenen Sprachen kommunizieren und jeden Tag Yoga, Gesang und Tanz praktizieren. 

Wir kommen mit der hohen Mission die Erde zu retten, indem wir Frauen in ihre eigene Kraft begleiten, um ein glückliches, gesundes und selbstbestimmtes Leben führen und ihre eigene hohe Mission verwirklichen zu können.

Dies geschieht durch die Weitergabe von altem Wissen anhand von Yoga, Tanz und anderen Praktiken, Seminaren, Büchern, Amuletten, animierten Kurzfilmen, Transformationsmusik und individuellen Beratungen.

Mehr Info zu „Frauen der Weisheit“ unter meditationsoul.org

Workshop: „Mantrakonzert und sakrales Yoga für Frauen“


Die Frauen der Weisheit auf der YogaWorld 2025 in Stuttgart:

Freitag, 25. April // 11:30 – 12:15 Uhr // Mantrakonzert und sakrales Yoga für Frauen // Vishnu Yogaspace

Samstag, 26. April // 11:30 – 12:15 Uhr // Mantrakonzert und sakrales Yoga für Frauen // Vishnu Yogaspace

Nervenmobilisation mit Gül Ruijter – Teil 2: Ischiasnerv

Autsch: Nervenschmerzen sind wirklich unangenehm. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere wichtigsten Körpernerven kennen und ihnen ab und zu eine Extraportion Liebe schenken. Im zweiten Teil unserer kleinen Reihe dazu geht es um die sogenannte „untere Extremität“ – die Beine. Unsere Gast-Autorin Gül Ruijter zeigt dir hier, wie du insbesondere deinen Ischiasnerv mobilisieren kannst.

Text & Sequenz: Gül Ruijter, Fotos: Hanna Witte, Outfit: Kismet Yogastyle

Wenn du ihn nicht selbst kennst, dann bestimmt jemand aus deinem Umfeld: Beim sogenannten „Ischias“ plagen einen stechende oder kribbelnde Schmerzen vom unteren Rücken bis in ein Bein. Sie strahlen ins umliegende Gewebe und bis in die Füße aus und können auch Taubheitsgefühle oder sogar Lähmungserscheinungen mit sich bringen.

Der korrekte medizinische Begriff dafür ist „Ischialgie“, denn der „Ischias“ bezeichnet eigentlich den Nerv, der diese Beschwerden auslöst, weil er eingeklemmt, verletzt oder entzündet ist: Nervus ischiadicus. Er entspringt beidseits aus der unteren Wirbelsäule, verläuft von dort durch den Po in jeweils ein Bein und teilt sich am Knie in zwei Äste, die bis in die Füße führen. Damit ist der Ischiasnerv der dickste und längste Nerv im menschlichen Körper. Er versorgt die Beinmuskeln und meldet umgekehrt auch Empfindungen aus den unteren Extremitäten ans zentrale Nervensystem:

Das Nervensystem: zentral und peripher

Unser Nervensystem unterteilt sich in das zentrale und das periphere Nervensystem. Das zentrale Nervensystem befindet sich im Gehirn und ist über die peripheren Nerven mit dem Rest des Körpers verbunden. Alle peripheren Nerven entspringen im Gehirn und verlaufen durch die Wirbelsäule bis zu ihrer jeweiligen Abzweigung, von wo aus sie dann je nach ihrer Funktion in Arme, Rumpf und Beine führen. Dabei können die peripheren Nerven sowohl Informationen vom Gehirn in die Peripherie tragen (zum Beispiel das Signal an einen Muskel, dass er anspannen oder loslassen soll) als auch Informationen aus der Peripherie an das Gehirn übermitteln (zum Beispiel Berührungsreize). Im Yoga arbeiten wir mit beiden dieser Systeme. Zum Beispiel wollen wir die Gedankenströme des zentralen Nervensystems mithilfe von Meditation beeinflussen. Außerdem kommunizieren wir über die Asana-Praxis mit den peripheren Nerven und können so auf das gesamte Körpersystem Einfluss nehmen.

Mobilisation des Ischiasnervs

Gül Ruijter Mobilisation des Ischiasnervs

Damit wir uns geschmeidig durch Asanas – aber natürlich auch ganz generell durch unseren Alltag – bewegen können, ist es hilfreich, den Nervus ischiadicus regelmäßig zu mobilisieren. In der ersten Folge dieser kleinen Reihe zur Nervenmobilisation hast du vielleicht schon gelesen, wie Verspannungen häufig damit zusammenhängen, dass eine Nervenbahn sich nicht frei bewegen kann oder nicht gut durch das umliegende Gewebe gleitet. Das trifft ganz besonders auf die sogenannten unteren Extremitäten zu, also Hüften, Beine und Füße.

In der Yogapraxis begegnet uns der Ischiasnerv besonders in Vorwärtsbeugen, denn hier wird er gedehnt. Unten zeige ich dir zusätzlich zwei spezielle Übungen zur Mobilisation des Nervs. Die erste ist super für den Alltag geeignet, da sie im Sitzen ausgeführt wird. Du kannst sie also einfach zwischendurch mal am Schreib- oder Esstisch machen. Die zweite Übung in der Rückenlage würde ich zu Beginn deiner Yogaeinheit einplanen. Aber natürlich kannst du sie auch unabhängig vom Yoga üben.

HINWEIS: Allgemein gilt für Nervenmobilisationen, dass du sehr achtsam üben solltest. Wenn wir Nerven gezielt bewegen, kann es durchaus leicht kribbeln oder ziepen. In einem schmerzfreien Ausmaß ist das unproblematisch. Wenn du jedoch merkst, dass die Übung sehr unangenehm wird oder ein Taubheitsgefühl auftritt, dann gehst du besser wieder raus aus der Bewegung. Die Übungen dienen zur Vorbeugung, können aber auch therapeutisch eingesetzt werden. Frage bei einer bestehenden Ischialgie aber besser deinen Arzt, deine Ärztin oder Physiotherapeut*in. Sie können einschätzen, ob die Übungen für dich hilfreich sind oder du den Nerv im Moment besser in Ruhe lässt.

1A. Mobilisation im Sitzen

Sitze aufrecht auf einem Hocker und lasse die Arme neben dir hängen. Strecke dann dein rechtes Bein nach vorne aus und ziehe die Zehen sanft nach oben. Lasse den Rücken dabei aufrecht und hebe den Kopf etwas.

Gül Ruijter Mobilisation des Ischiasnervs

Dann stellst du den Fuß wieder auf und lässt gleichzeitig deinen Kopf nach vorne sinken.

Gül Ruijter Mobilisation des Ischiasnervs

Richte den Kopf wieder auf, strecke erneut das Bein nach vorne und ziehe die Zehen ran. Wiederhole diese Bewegung mindestens 10 Mal im Wechsel. Mache dann das Gleiche mit dem linken Bein. Es kann sein, dass du ein leichtes Ziehen im Po oder Bein spürst. Denke daran, dich immer sanft und achtsam zu bewegen.

1B. Variante mit rundem Rücken

Dasselbe wiederholst du anschließend mit rundem Rücken. Diese Variante kann noch mal einen anderen Impuls geben, da unter anderem die Beinrückseiten nicht so auf Spannung sind und die Rundung der Wirbelsäule das Gleiten des Nervs verändert. Wieder lässt du die Arme hängen, streckst ein Bein nach vorne aus, hebst den Kopf und ziehst die Zehen sanft nach oben. Lasse den Rücken dabei gerundet. Stelle den Fuß dann wieder auf und lasse gleichzeitig deinen Kopf sanft nach unten sinken. Wieder wiederholst du diese Bewegung mindestens 10-mal im Wechsel, bevor du zur anderen Seite wechselst.

2. Mobilisation im Liegen

Lege dich auf den Rücken und strecke die Beine so gut es geht Richtung Decke.

Gül Ruijter Mobilisation des Ischiasnervs

Beuge dann beide Beine und hebe gleichzeitig den Kopf vom Boden an. Dabei kannst du mit den Händen die Beinrückseiten greifen oder sie, wie auf dem Foto gezeigt, hinter dem Kopf verschränken.

Gül Ruijter Mobilisation des Ischiasnervs

Lasse die Hände aber in ihrer Position, wenn du diese beiden Bewegungen 10-mal geschmeidig im Wechsel wiederholst: Beine strecken und Kopf absenken, Knie anziehen und Kopf heben. Dabei wird der Ischiasnerv von Kopf bis Fuß durchbewegt. Auch hier kann es sein, dass du ein leichtes Ziehen im Po oder Bein spürst. Bewege dich immer sanft und achtsam.

Stay tuned … wir setzen diese Reihe in Kürze fort mit einer Nerven-Flossing-Sequenz für Hals und Nacken. Hier geht’s zu Teil 1:


Gül Ruijter kennt sich aus mit Verspannungen und Schmerzen: Als Physiotherapeutin weiß sie genau, wie hier was zusammenhängt. Als Yogalehrerin kann sie dem klassischen Repertoire der „Krankengymnastik“ allerdings noch viele ganzheitliche Bewegungen hinzuzufügen. Erfahre mehr über Gül und ihre Arbeit unter vondermatteinsleben.de, auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast „Von der Matte ins Leben“.

Omkar

Omkar kommt aus der Ukraine, ist ein Schüler von Swami Vishnudevananda Giri, einem erleuchteten Meister der praktischen Advayta-Tradition. Omkar ist seit 2014 aktiver Yoga-Praktizierender. Er ist Yogalehrer für Hatha-, Kundalini-Yoga, Pranayama und Meditation.

Erfahre mehr unter https://de.advayta.org, auf Facebook oder Instagram @swami_vishnudevananda_giri_de

Workshop: „Basics of Kundalini Yoga“

In der Übungsstunde werden grundlegende Übungen zur Reinigung unseres Energiekörpers vorgestellt – dies sind einleitende Yoga-Atemübungen (Pranayama) und das Anhalten des Atems, um unsere verborgene innere Energie Kundalini zu aktivieren. Die Methoden reinigen und harmonisieren auch den physischen Körper, verjüngen ihn, füllen ihn mit Energie und Gesundheit und bringen so unsere Lebensqualität auf ein deutlich höheres Niveau.

Die Stunde wird auf English durchgeführt.


Omkar auf der YogaWorld 2025 in Stuttgart:

Sonntag, 27. April // 16:15 – 17:00 Uhr // Basics of Kundalini Yoga // Ganesha Yogaspace