Die Redaktion testet: Yogaleggings zum Selbstdesignen bei owayo

Sie sind kaum aus unserer Yogapraxis wegzudenken. Wir atmen in ihnen, wir schwitzen in ihnen und wir fließen durch unsere Vinyasas in ihnen: unsere geliebten Yogaleggings. Sicherlich jede Yogini – und selbst mancher Yogi – besitzt mindestens ein Paar dieser Wohlfühlhosen. Doch wer kann schon von sich behaupten, die eigenen Leggings selbst designt zu haben? Der Regensburger Sportbekleidungshersteller owayo bietet nun genau diese Möglichkeit in seinem Online-Shop an. Ich durfte deren 3D-Konfigurator testen und mir zwei Yogahosen selbst designen. Meinen Erfahrungsbericht liest du hier… //anzeige

Wenn ich mal grob schätzen müsste, verbringe ich jetzt im Herbst wohl circa 80 Prozent meines Tages in Leggings. Dabei ist die Nacht nicht mitgerechnet. Das liegt vor allem daran, dass ich von zu Hause aus arbeite und mich nicht jeden Tag in schicke Business-Outfits zwängen muss (worüber ich übrigens sehr dankbar bin). Wenn dann die Arbeit getan ist, wird entweder Sport oder Yoga gemacht – wiederum in Leggings – oder ich gehe raus, um mich zu bewegen, Erledigungen zu machen oder Freunde zu treffen. Das sind dann die anderen 20 Prozent, bei denen ich Jeans trage. Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber vorher noch nie Gedanken gemacht. Ich lebe quasi in Yogaleggings.

Mehr Individualität mit owayo

Owayo Yoga Leggings

Bei der Gestaltung der Yogaleggings von owayo gibt es kaum Grenzen – so viele schöne Farben, Muster und Designs… Fotos: © Herr Holzner

Umso spannender finde ich es, wenn ich meine täglichen Begleiter sogar selbst gestalten darf. Wir kaufen ja immer nur Modelle, die jemand anderes designt hat und wenn die uns gut gefallen, kaufen wir sie. Im Gegensatz dazu kannst du bei owayo nun deine Leggings absolut individuell und ganz nach deinem eigenen Geschmack gestalten. Gerade die kreativen Köpfe unter euch werden da sicher hellhörig. Ich fand die Idee jedenfalls klasse und designte eifrig drauf los.

Die Leggings selbst gestalten – so funktioniert’s:

Das Tool, mit dem man bei owayo seine Leggings online gestalten kann, nennt sich 3D-Konfigurator und ist auf owayo.de einfach zu finden. Die Bedienung erfolgt sehr intuitiv, man kann eigentlich nichts falsch machen. Ganz oben kannst du zuerst dein gewünschtes Produkt auswählen. Es gibt bei den Yogaleggings zwei verschiedene Schnitte: Highwaist & volle Länge oder Midwaist & 7/8-Länge. Auf der Homepage von owayo kann man klar herauslesen, dass der Fokus bei den Leggings auf Komfort und leichten Stoffen liegt. Sie wurden von Frauen für Frauen und von Yoginis für Yoginis entwickelt. Es handelt sich bewusst nicht um Bodyshaping- oder Kompressionshosen.

Sobald der Schnitt ausgewählt ist, geht es los mit dem kreativen Teil. Links erscheint die Hose in 3D, die du nach Belieben drehen und von allen Seiten begutachten kannst. Rechts findest du die Toolbox, mit der du Design, Farben und Muster auswählen kannst. Man könnte hier auch einen Text oder ein Logo hinzufügen, was ich beides jedoch übersprungen habe. Bei den Logos gibt es eine Unterkategorie „Yoga“, wo kostenlose Logos (Mandalas, Lotusblumen, Om-Zeichen usw.) zur Verfügung stehen.

Owayo Yoga Leggings Konfigurator Screenshot

Jetzt heißt es: kreativ werden

Zuerst habe ich mir eines der 15 Grunddesigns ausgesucht. Von Basic über sportlich bis hin zu ausgefalleneren Designs wie „Nature“ oder „Tension“ ist da für jede*n etwas dabei. Ich habe mich bei meinem ersten Modell für das Design „Recreation“ entschieden. Ich fand es sportlich und trotzdem unkonventionell. Für dieses Design konnte ich im nächsten Schritt bis zu vier Farben festlegen. Bezüglich der Farbauswahl sind keine Grenzen gesetzt, denn es gibt eine riesige Palette von circa 150 Farben. Man kann die einzelnen Farben auch mit Mustern ersetzen und hierfür wiederum individuelle Farben festlegen. Ich finde es toll, dass es so eine große Auswahl gibt. Man kann sehr viel ausprobieren und mit Farben und Mustern herumspielen. Es fiel mir schon etwas schwer, mich festzulegen. Am Ende sind es dann doch meine Lieblingsfarben blau und lila geworden.

Übrigens: Falls deine Kreativität mal stockt, kannst du dir auf owayo.de auch „Ready Designs„, also vordesignte Yogaleggings, aussuchen. Diese sind eine tolle Inspiration und Designhilfe.

Alternativ probier’s mit dieser kurzen Meditation, die deine Kreativität zum Fließen bringt.

Da ich mit dünnen Stoffen anderer Anbieter die Erfahrung gemacht habe, dass sie am Po etwas durchsichtig wirken können (hallo, herabschauender Hund!), bin ich in dem Bereich lieber bei dunklen Farben geblieben. Dazu noch ein schickes Leoparden-Muster und fertig war die erste Hose. Ab in den Warenkorb damit.

Das Designen macht mir richtig Spaß

Für das zweite Modell habe ich das Grunddesign „Balance“ gewählt. Wieder haben mich die Mustervorlagen in den Bann gezogen und ich habe das ausgefallene Muster „Fiesta“ festgelegt. Dieses zeigt, angelehnt an den mexikanischen Día de los Muertos, ein paar fröhliche, floral verzierte Totenköpfe mit lustigen Hüten und Schnurrbärten. Das habe ich so noch nie auf einer Yogaleggings gesehen! Das ausgefallene Muster habe ich mit schlichtem schwarz und bordeauxrot kombiniert, bis es für mich am Ende rund gewirkt hat. Noch ein Tipp für die Muster: statt die Musterfarben selbst festzulegen, kannst du auch einen der Farbvorschläge auswählen und du kannst sogar die Größe des Musters mittels Regler festlegen.

Owayo Yoga Leggings Konfigurator Screenshot Design

Ich war schon richtig gespannt, wie meine beiden Designs am Ende aussehen werden, wenn ich sie bald in der Hand halte. Der Check-out im Online-Shop ist genau so einfach wie das Gestalten selbst. Im Warenkorb kann man über die Exemplarliste die Größe festlegen oder nochmal verändern. Es gibt auf der Seite von owayo auch eine übersichtliche Größentabelle, an der man sich mittels Taillenumfang orientieren kann. Da ich meine Leggings gerne eng anliegend trage, habe ich mich für eine etwas kleinere Größe entschieden und auch von owayo bekam ich den Tipp, ruhig eine Nummer kleiner zu nehmen, da die Stoffe sehr anschmiegsam und nachgiebig sind.

Das Ergebnis ist da!

Ein paar Tage später war es so weit. Das Päckchen von owayo kam an – juhu! Der erste Eindruck: Die Farben strahlen und die Designs sehen 1:1 so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe bzw. wie sie im 3D-Konfigurator dargestellt wurden. Dann wollte ich nicht mehr lange warten und probierte die Leggings gleich an. Beide Hosen sind super bequem und passen wunderbar. Der breite Bund liegt gut auf der Taille. Nichts rutscht, schnürt ein oder zwickt. Das ist mir sehr wichtig bei Yogaleggings. Ich kann mich frei von Asana zu Asana bewegen und dabei immer tief in den Bauch atmen. Ich fühle mich rundum wohl in beiden Hosen, denn der Stoff ist sehr anschmiegsam, weich und fühlt sich zart auf der Haut an. Ich bin rundum happy mit dem Endergebnis.

Owayo Yoga Leggings Daniela Klemmer

Meine beiden neuen Leggings von owayo im Einsatz. Fotos: Daniela Klemmer

In puncto Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit liegt mir, wie vielen anderen Yogi*nis, sehr am Herzen. Deswegen ist es mir an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass owayo alle Produkte in Deutschland produziert. Die Stoffe kommen aus Europa und unterliegen strengen Prüfungen. Es werden ausschließlich Stoffe mit dem Ökotex- oder Bluesign-Label verwendet. Es gibt keine Massenproduktion, sondern es wird nur das produziert, was auch in Auftrag gegeben wurde. Die Energie für die Produktion wird dabei ausschließlich aus erneuerbaren Energien gezogen. Abfälle beim Schnitt werden auf ein absolutes Minimum reduziert und die CO2-Emissionen aus unvermeidbaren Verpackungen werden stets ausgeglichen. Außerdem wird ein großes Augenmerk darauf gelegt, faire Bedingungen für alle Mitarbeitenden gelegt.

Also noch mehr Gründe, den Leggings-Konfigurator von owayo auszuprobieren! Übrigens: das individualisierbare Yoga-Sortiment wird immer weiter ausgebaut. So kannst du zum Beispiel jetzt auch Tank Tops, T-Shirts, Langarmshirts, Scrunchies, Stirnbänder und Taschen selbst designen.

Die große Vision von owayo ist es, ihre Liebe für individuelle und fair produzierte Sportbekleidung „on demand“ in die Welt zu tragen und alle Sporttreibenden mit nachhaltigen und bequemen Produkten auszustatten.


Mehr Infos unter www.owayo.de und auf Insta @owayoyoga.

Titelbild: © Herr Holzner


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Manchmal ist am Ende nicht alles gut – was trägt in Krisen?

Yoga verspricht Transformation und inneres Wachstum. Aber hält es dieses Versprechen auch dann, wenn das Leben mal nicht in ruhigen Bahnen verläuft, sondern eher einer stürmischen See gleicht? Kann die Praxis helfen, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern produktiv zu nutzen?

Text: Stephanie Schauenburg, Christina Raftery / Titelbild: Engin Akyurt via Pexel

Wenn die gewohnten Problemlösungsstrategien nicht mehr greifen, verengt sich die Wahrnehmung, man schwankt zwischen Panik, Wut und Hilflosigkeit. Man schläft schlecht, ist anfällig für Krankheiten und kann das Karussell beängstigender Gedanken kaum noch stoppen – geschweige denn umsichtig handeln. Plötzlich packen einen Emotionen, die man vorher nicht kannte oder niemals zugelassen hätte. Depression, Aggression, Selbsthass, Verzweiflung.

Auch wenn Krisen sehr verschiedene Gesichter haben, eines ist ihnen allen gemein: Sie gehen vorbei. Die griechische Wurzel des Wortes „Krisis“ bedeutet „Entscheidung“ und so definiert sich auch die Krise als eine entscheidende Wendung, als ein Höhe- oder Wendepunkt, an dem sich eine schwierige Lage auf die eine oder andere Weise auflöst. Am besten natürlich in einer Entwicklung zum Guten. So gesehen stimmt das berühmte Zitat von Max Frisch: „Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

Aber was kann man tun, damit eine Krise tatsächlich produktiv und transformierend ist und eben nicht in eine Katastrophe mündet? Ist Yoga eine Hilfe? Können Menschen, die Yoga praktizieren, besser durch Krisen manövrieren? Shivakami Bretz sagt: „Ja, davon bin ich überzeugt.“ Die Heilpraktikerin für Psychotherapie hat bei Yoga Vidya den Bereich Psychologische Yogatherapie aufgebaut und leitet dort seit vielen Jahren Ausbildungen und Workshops zu diesem Thema. In ihren Augen enthält eine ganzheitliche Yogapraxis aus Hatha (körperlichem Üben), Kundalini (Energiearbeit), Karma und Bhakti (spirituelle Dimension), Raja und Jnana Yoga (ethisch-geistigem Weg) alle wesentlichen Elemente, um Selbstliebe, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwicklen und einen Menschen innerlich frei zu machen.

Wenn ich mich unter befreundeten Yogi*nis umhöre, sind die Meinungen über die Wirksamkeit von Yoga eher geteilt. Nicole glaubt, dass sie es ohne Yoga niemals geschafft hätte, ihr Herz offen zu halten und sich ihren Problemen so zu stellen, dass wirkliches Wachstum möglich wurde. Erst seit sie auf ihrem Yogaweg ist, gelingt es ihr, einen freundlichen, mitfühlenden Blick auf ihre schwierige Familie zu werfen und ihren eigenen Weg zu finden. Steffi meint dagegen, dass ihr die regelmäßige Asana-Praxis während ihrer beruflichen Krise zwar Halt geboten hat, trotzdem war Yoga für sie keine Lösung: „Dieses große Aha-Erlebnis, von dem alle sprechen, habe ich nie erlebt. Für mich waren andere Dinge viel entscheidender als Yoga.“

Manchmal kann Yoga in Zeiten der Krise sogar problematisch sein. Dann nämlich, wenn die Idealvorstellung von tiefenentspannten, über den Dingen stehenden Yogi*nis im deutlichen Widerspruch zum eigenen Gefühlschaos steht. In diesem Spannungsfeld bringt Yoga nicht unbedingt Entlastung, es erzeugt eher zusätzlichen Druck. „Warum haut dich das jetzt so um“, wird man dann gefragt, „du machst doch Yoga, du müsstest doch gelassen damit umgehen können?“ Vor allem als Yogalehrer*in kann man seinen Schülern oft nur schwer vermitteln, dass man innerlich vielleicht nicht ganz so frei und geläutert ist, wie man es dem Klischee zufolge nach jahrelanger Praxis sein müsste. Dass es einem schlecht geht, dass man schlingert und hadert und womöglich nicht ohne Weiteres in der Lage ist, sein Problem ruckzuck in persönliches Wachstum umzumünzen.

Auch deshalb ist es so wichtig, Yoga immer wieder aus dem unseligen Kontext der Selbstoptimierung herauszulösen. Ja, es geht um Transformation, aber nicht um Perfektion. Wir üben im Yoga Akzeptanz, Geduld und Selbsterkenntnis. Dahinter steht jedoch gerade kein Zwang, gelassener, gesünder und glücklicher sein zu müssen. Auch für einen Yogi ist das Leben nicht immer leicht – und kann es auch nicht sein. Leid und Schmerz sind Tatsachen, unausweichliche Bestandteile des Lebens. Wir müssen damit umgehen. Dieses Umgehen mit dem Leben üben wir im Yoga auf vielfältige Weise. Dennoch „imprägniert“ uns auch eine ernsthafte, hingebungsvolle Praxis nicht zwangsläufig gegen kleine und großen Krisen. Je mutiger wir dieser Tatsache ins Auge sehen, desto besser wird es uns gelingen, im Spiegel unserer Krisen und Dramen zu erkennen, wer wir eigentlich sind. Auf diese Weise wachsen wir dem eigentlichen Ziel von Yoga entgegen: der Entfaltung von Bewusstsein.

Wie Yoga hilft

Auch wenn es falsch wäre, Yoga auf ein Instrument der Selbsthilfe zu reduzieren: Die Praxis kann helfen, sich besser für Krisen zu wappnen und geschmeidiger durch sie hindurch zu manövrieren. Dafür bietet die Praxis sehr konkrete Unterstützung – und das auf mehreren Ebenen:

1. Bewegung

Sportwissenschaftler und Psychologen sind sich seit langem einig: Körperliche Bewegung baut Stress ab und hellt die Stimmung auf. Neueren Studien zufolge wirkt Bewegung wie ein natürliches Antidepressivum. Für Yoga gilt das offenbar in noch höherem Maß als für sportliche Betätigung. Laut einer 2017 im Journal of Alternative and Complementary Medicine erschienenen Studie kann eine Kombination aus Asana und Pranayama die Beschwerden der Major-­Depression nicht nur lindern, sondern sogar fast zum Verschwinden bringen. Nach einem 12­-wöchigen Programm mit je drei 90­-minütigen Unterrichtseinheiten plus viermal wöchentlich 30 Minuten Home Practice sank der individuelle Index der Beschwerden im Schnitt von 24,6 Punkten auf 6 – und damit unter die Schwelle der Depression (8 Punkte).

Ähnliche Effekte sind sicher auch in Lebenskrisen denkbar. Die Wirkweisen, die dem zugrunde liegen, hat auch jeder gesunde Yogi schon am eigenen Leib erfahren. Etwa dass ein stabiler und flexibler Körper auch mental stabiler und anpassungsfähiger macht. Die inzwischen auch wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass Emotionen nicht nur im Gehirn, sondern im gesamten Körper „stattfinden“ und „gespeichert“ werden, ermöglicht es umgekehrt auch, über den Körper die Psyche anzusprechen. Wir spüren das, wenn wir uns in Stehhaltungen erden und stabilisieren, wenn Rückbeugen das Herz öffnen oder wenn wir in Vorwärtsbeugen Hingabe üben. Das in der Asana-­Praxis verfeinerte Gefühl für diese Verbindung von Körper und Geist hilft, sich auch in Alltagssituationen achtsamer zu bewegen und buchstäblich bewusster „durchs Leben zu gehen“.

2. Entspannung

Nicht umsonst zählen die deutschen Krankenkassen Yogakurse innerhalb ihrer Präventionsangebote zum Bereich „Entspannung“. Neben der Linderung von Rückenschmerzen ist Entspannung der bekannteste und am besten belegte Effekt der Praxis. Der große Vorteil von Yoga im Vergleich zu reinen Entspannungstechniken ist seine Ganzheitlichkeit: Muskeln, Faszien, Organe, Nerven, Atem und Geist – im Yoga lernen wir Entspannung auf allen Ebenen. Dabei spielt die Verbindung von Atemlenkung, Bewegung und Konzentration eine entscheidende Rolle. Der Yogalehrer Patrick Broome (siehe unten) sagt:

„Ein unruhiger Verstand ist immer von einem unruhigen Atem begleitet. Aus dieser Erkenntnis wächst die Idee, dass wir ruhiger werden, wenn wir ruhiger und weniger atmen. Im Yoga nutzen wir sorgfältig die Mechanismen der Anatomie, um den Atem zu bewegen und damit eine beruhigende und klärende Wirkung auf unseren Verstand auszuüben. Richtig angewendet können Atem, Bewegung und Bewusstheit Körper und Verstand in einen entspannten Zustand zurückversetzen.“

Dieser Zustand ist eine wichtige Voraussetzung, um auch in Krisen Klarheit und Halt zu finden und handlungsfähig zu bleiben.

3. Selbsterforschung

Selbsterforschung beginnt im Yoga schon damit, dass man dem Widerstand, den man einer bestimmten Asana gegenüber vielleicht empfindet, nicht einfach nachgibt, sondern sich für ihn interessiert: Warum sträubt sich alles in mir, minutenlang in Pashchimottanasana zu verharren? Umgekehrt beobachten wir auch unsere freudigen Reaktionen: Wie feuert mich das Lob meiner Lehrerin an? Was fördert meine Konzentration? Jede einzelne Übung – sei es nun Asana, Pranayama oder Meditation – bietet Gelegenheit, sich selbst zu begegnen. Dabei erkennt man mit der Zeit, wie sich gedankliche Bewertungen über die eigentliche Empfindung legen, wie bestimmte Denkmuster uns steuern und welche dieser Muster uns wie stark prägen. Im Raja Yoga, dem klassischen Yoga auf Grundlage von Patanjalis Yogasutra, spielt diese Selbsterforschung eine zentrale Rolle. Was erzeugt Leid? Wo verstricke ich mich? Wie kann ich mich aus festgefahrenen Verhaltensmustern befreien?

Podcast mit Dr. Eckard Wolz-Gottwald über Patanjalis Yogasutras

Auch die anderen großen Traditionen der Yogaphilosophie fordern uns auf verschiedene Weise auf, uns selbst besser kennenzulernen: Bhakti­ Yoga öffnet das Herz, fördert Hingabe und Urvertrauen. Karma­ Yoga lehrt, egoistische Begrenzungen fallen zu lassen und Erfüllung im selbstlosen Dienen zu finden. Und im Jnana ­Yoga nutzen wir den Intellekt, um den wichtigen Lebensfragen auf den Grund zu gehen. All diese Wege haben ein gemeinsames Ziel: Sie fördern über den Weg der Selbsterforschung Akzeptanz und Achtsamkeit, sie machen uns offener und durchlässiger und sie verhelfen uns zu mehr Selbstliebe und Bewusstsein – alles wichtige Elemente, um sich in Krisen nicht zu verschließen, sondern sich mit mutigem Herzen für Veränderung und Wachstum zu öffnen.

4. Sinngebung

„Warum ich?“ „Warum ausgerechnet jetzt?“ Häufig ist die Sinnfrage eines der quälendsten Elemente einer Krise. Umgekehrt gilt aber auch, dass Antworten auf diese Fragen entscheidend dazu beitragen, an einer Krise nicht zu zerbrechen, sondern zu wachsen. Auch Shivakami Bretz von Yoga Vidya ist überzeugt: „Die Sinnfrage ist ein wichtiger Aspekt. Wenn man versteht, dass man aus allem lernen kann, wenn man die größeren Zusammenhänge sieht und erkennt, dass man selbst sein Schicksal beeinflussen kann, anstatt ihm ausgeliefert zu sein, dann kann sich das in einer Krise sehr entlastend auswirken.“

Diese Grundhaltung des „Aus-­allem-­Lernens“ ist einer der Grundpfeiler der Yogapraxis: Nicht umsonst sind gerade diejenigen Yogastunden die kostbarsten, in denen wir das Gefühl haben, etwas gelernt oder erfahren zu haben – sei es nun ein kleines Detail oder eine tiefe Erkenntnis. Zu den elementarsten Erfahrungen gehört dabei das Gefühl des Verbunden-­ oder Angebundenseins, das Yoga ja schon im Namen trägt. Nicht selten erlebt man diese Verbundenheit mit etwas Größerem, zutiefst Sinnhaftem schon in einfachen Asanas, erst recht aber in den subtileren Praktiken wie Pranayama, Meditation, Mantra oder der energetischen Arbeit mit Chakras, Vayus und Koshas.

Ob man dieses Erleben nun religiös deutet, philosophisch oder psychologisch, ob man mit Dingen wie Karma und Reinkarnation etwas anfangen kann oder nicht, ob man von Gottvertrauen sprechen würde oder eher von Urvertrauen, ist nicht so entscheidend. Eine spirituelle, also geistige Ebene ist im Yoga auf die eine oder andere Art immer enthalten und in ihr liegt das Potenzial – und der Aufruf – zur Sinngebung.


„Manchmal wird am Ende nicht alles gut.“

Dr. Patrick Broome
Dr. Patrick Broome
Dr. Patrick Broome

Patrick Broome hat nie einen Hehl aus seinen persönlichen Krisen gemacht. Gerade weil er als prominenter Lehrer seit Jahren im Rampenlicht steht, ist es ihm wichtig, klarzumachen, dass Yoga kein Allheilmittel ist – aber eine kraftvolle Medizin.

„Seit nun fast 30 Jahren bewahrt mich Yoga davor, endgültig durchzudrehen. Es hat mir immer geholfen, mich durch die eine oder andere persönliche, gesundheitliche und beziehungstechnische Krise zu navigieren. Es hat mich dabei weder geheilt, noch heiliger werden lassen, aber zuverlässig immer wieder im richtigen Augenblick geerdet, beruhigt und mir Kraft gegeben, die Schritte zu machen, die nötig waren, um mich aus dem Schlamassel rauszuholen. Der Überlieferung nach ist Yoga gerade aus dem Umstand entsprungen, dass eben nicht immer alles gut ist oder am Ende immer gut wird. Yogis fanden Wege, den eigenen Verstand so zu fokussieren, dass sie ruhig und gelassen handeln konnten, fast unabhängig von äußeren Umständen, inneren Sorgen, persönlichen oder gesellschaftlichen Krisen. Tiefer, gleichmäßiger Atem hilft, den inneren Dialog zu verlangsamen. Das genügt erst mal, um den Raum zu schaffen, in dem wir wachsen können. Raum, um klare Gedanken zu fassen und achtsam und bewusst mit unserer Umwelt zu interagieren. Für uns moderne Menschen ist bewusste Atemkontrolle vielleicht das beste Instrument, um die Gedanken zu beruhigen, Stress zu reduzieren und zunehmende Klarheit und Stabilität im Denken zu erzielen. Falls wir in Krisen dennoch verzweifeln, lehrt uns der indische Mystiker Osho drei einfache Regeln: entspannt sein, wach sein und nicht urteilen. Um dort anzukommen, nutzen wir die Stufen des achtsamen Wandels: Problem erkennen, Problem annehmen, Problem erforschen und schließlich aufhören, uns über dieses Problem zu identifizieren. Nur wenn wir handlungsfähig bleiben, können wir aus der Krise schließlich hinauswachsen.“


Als Yogalehrer der deutschen Fußballnationalmannschaft ist PATRICK BROOME wohl einer der wenigen Yogis, die auch außerhalb der Yogawelt bekannt sind. Er betreibt in München seine Studios und bildet seit vielen Jahren Yogalehrer aus. patrickbroome.de


Podcast-Folge mit Dr. Patrick Broome

Dr. Patrick Broome über die Grundlagen von Yoga.

Prof. Michael Bordt und Yogalehrerin Patricia Thielemann über „Heilung“

Über das Thema „Krisenhelfer“ und was uns in Krisen trägt, sprechen Philosophieprofessor und Jesuit Prof. Michael Bordt und Yogalehrerin Patricia Thielemann im Yoga Journal 06/2022, Titelthema „Heilung“. Mehr zum Heft und den Themen findest du hier.

#25 Praxisreihe: Einführung in Pranayama

Gitta Kistenmacher führt durch eine sanfte, vorbereitende Atempraxis

„Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie“ lautet ein bekannter Ausspruch des großen Yogameisters Swami Sivananda.

Nur falls du dich gerade gefragt hast, was das hier soll mit der Praxisreihe… Eigentlich willst du dich gerade auf die Couch kuscheln und Susanne und ihrem Gast beim Quatschen zuhören. Netter Versuch, aber heute heißt es abyasa – Yogapraxis.

Also mach dich bereit und praktiziere jeden zweiten Sonntag im Monat mit ausgewählten Yogalehrenden. Es gibt Meditation, Pranayama, Asanas und vieles mehr! Gerne kannst du die Praxis auch mehrfach wiederholen. Dann ist sie besonders wirksam. Wir freuen uns, wenn du von deinen Erfahrungen erzählst. Schreib an Podcast@yogaworld.de oder kommentiere auf Instagram.

In dieser Folge führt Gitta Kistenmacher, erfahrene Yogalehrerin und Autorin des Buches „Pranayama“, durch vier vorbereitende Sequenzen:

1. Bauchatmung

2. Verdauungsatmung (Apanasana)

3. Reinigungsatmung mit Gähnen und Seufzen nach Nil Hahouthoff

4. Wechselatmung (Nadi shodana)

Dabei lässt sie immer wieder Hintergrundwissen zum tieferen Verständnis der Pranayama-Praxis einfließen.

Jetzt aber wünschen wir dir viel Spaß und inspirierende Erlebnisse!

Ayurvedisches Rezept: Pikante Bete-Törtchen

Ein physisch und mental gesundes und ausbalanciertes Leben verspricht eine hohe Lebensqualität. In der traditionellen indischen Gesundheitslehre Ayurveda ist dieser Grundsatz fest verankert. Claire Ragozzino verbindet in ihrem Buch Living Ayurveda uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag. Für Claire ist Ayurveda ein Lebensstil, der es über Ernährung und Yogapraxis ermöglicht, sich selbst genau kennenzulernen und sich für neue Wege zu öffnen.

In der Ayurveda-Lehre sind der Verlauf der Jahreszeiten und die damit verbundenen vorwiegenden Doshas von zentraler Bedeutung. Im Herbst und Frühwinter führt trockenes und kaltes Wetter zu vermehrtem Vata. Im Spätwinter verstärkt feuchtkaltes Wetter Kapha. Achte genau darauf, wie sich deine Umgebung verändert und wie diese dich beeinflusst. Neben wärmenden und reichhaltigen Lebensmitteln empfiehlt der Ayurveda im Frühwinter auch erdende Wurzelgemüse, um ausgeglichen zu bleiben. Da eignet sich die Rote Bete wunderbar.

Hier findest du noch mehr ayurvedische Rezepte mit Wurzelgemüse.

Die Bete – ein farblicher Hingucker

Claire: „Während der Feiertage im Winter wünscht du dir sicher manchmal ein Gericht, das Freunde und Familie in Erstaunen versetzt. Diese schönen Rübentörtchen sind eine Abwechslung zu den üblichen Rezepten mit Dal und Reis und eignen sich hervorragend für Abendessen oder besondere Anlässe.“

Für eine besonders bunte Präsentation kannst du goldene Bete oder gestreifte Chioggia-Bete verwenden. Wenn keine Bete mit Grün erhältlich ist, kannst du statt den Blättern auch Blattkohl oder Grünkohl als Belag verwenden. Rohes Blattgemüse kann schwer verdaulich sein, speziell im Winter und für Vata- und Kapha-Typen. Wenn du das Blattgemüse in einer heißen Pfanne mit Gewürzen dünstest – wie in diesem Rezept – kannst du seine Verdaulichkeit auf tolle Weise steigern und es geschmacklich verfeinern.

rote beete törtchen claire ragozzino
Die Rote-Bete-Törtchen: ein echter Hingucker. Foto: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje

Zutaten für 6 Bete-Tartelettes

Für den Mürbeteig:

  • 3 Tassen Naturreismehl
  • ½ TL Salz
  • ⅔ Tasse kaltes Ghee oder Kokosöl
  • 2 TL frischer Oregano, fein gehackt
  • ⅓ Tasse Eiswasser

Für die geschmorte Bete:

  • 5 kleine Beten mit Grün, geputzt, geviertelt und in kleine 6 mm-Scheiben geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • Frisch grob gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Für die Füllung:

  • 2 Tassen Macadamia-Nüsse, 1 Stunde eingeweicht
  • 1 ½ Tassen Wasser
  • 4 EL Nährhefe
  • 4 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 EL frische Thymianblätter

Für den Blattgemüse-Belag:

  • 1 EL Olivenöl
  • ½ großer Lauch, geputzt und in 5 cm lange Stifte geschnitten (etwa 1 Tasse)
  • Mehrere Prisen Salz, geteilt
  • 2 Tassen fein geschnittene
  • Rote-Bete-Blätter
  • 1 TL Zitronensaft

Zubereitung

Naturreismehl und Salz in einen Standmixer geben und in Intervallen miteinander vermischen. Das kalte Ghee oder Kokosöl hinzufügen und weitermixen, bis die Mischung wie Sand aussieht. Den klein geschnittenen Oregano hinzufügen. Während der Standmixer läuft, langsam das Eiswasser hineinträufeln, 1 EL auf einmal, bis sich der Teig zu einer großen Kugel formt (man braucht eventuell nicht das gesamte Wasser).

Den Teig aus dem Standmixer holen und gleichmäßig auf 6 kleine, mit Ghee oder Öl gefettete 10 cm große Tortenförmchen verteilen. Gleichmäßig auf den Boden und die Seiten jeder Form drücken, sodass eine 6 mm dünne Kruste entsteht. Mit einer Gabel einige Löcher in den Teigboden stechen. Im Kühlschrank 30 Minuten lang ruhen lassen.

Währenddessen die Bete vorbereiten und braten (Anleitung folgt). Den Ofen auf 190 °C eingeschaltet lassen, wenn die Bete fertig ist, und im nächsten Schritt die Mürbeteigböden backen. Die Tortenförmchen aus dem Kühlschrank holen und auf einem Backblech verteilen. 15 Minuten lang backen. Aus dem Ofen holen und vor dem Füllen abkühlen lassen. Den Ofen eingeschaltet lassen, um im letzten Schritt die gefüllten Törtchen zu backen.

Für die Bete:

Die Rübenscheiben in einer einzigen Schicht auf einem Backblech anordnen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer besprenkeln. Mit Backpapier abdecken und 20 Minuten backen oder bis sie weich und an den Rändern etwas knusprig sind. Aus dem Ofen holen und bis zur Verwendung beiseitestellen.

Für die Füllung:

Die eingeweichten Nüsse abgießen und gut waschen. Alle Zutaten in einer Hochgeschwindigkeits-Küchenmaschine vermischen. Pürieren, bis es cremig ist. Abschmecken und bei Bedarf nachwürzen. Bis zur Verwendung beiseitestellen.

Für den Belag:

Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne erwärmen und den Lauch hineingeben. Bei mittlerer Hitze dünsten, bis er weich ist. Mit einer Prise Salz bestreuen, auf kleine Flamme schalten und langsam weitere 5 Minuten kochen, bis er leicht karamellisiert ist. Aus der Pfanne holen und beiseitestellen. Die Rote-Bete-Blätter in die heiße Pfanne schütten und umwenden, bis sie zusammenfallen – etwa eine Minute. Mit einer Prise Salz bestreuen und mit Zitronensaft beträufeln.

Zubereitung der Törtchen:

Die Füllung in die gebackenen Tortenböden geben, dabei sollte jede Form etwa zu ¾ voll sein. Die Füllung dehnt sich beim Backen leicht aus und man braucht noch Platz, um die Bete und Blätter obendrauf zu legen. Stelle das Blech mit gefüllten Tortenformen zurück in den Ofen und backe sie für 12 bis 15 Minuten. Aus dem Ofen holen und 10 Minuten abkühlen lassen, ehe man die Törtchen vorsichtig aus den Formen löst. Die geschmorte Bete, Blätter und den Lauch auf jedes Törtchen schichten. Warm servieren.

Dosha-Hinweise:

Pitta: Mangold statt Rote-Bete-Blätter verwenden.
Kapha: Weiße Bohnen statt Macadamia-Nüsse benutzen.

Kennst du deinen Konstitutions-Typ? Mach den Test und finde es heraus…

Dauer:

Vorbereiten: 45 Minuten | Zubereiten: 1 Stunde


Über die Autorin: Claire Ragozzino

Claire Ragozzino
Foto: © Claire Ragozzino

Claire Ragozzino ist ausgebildete Yogalehrerin und Ayurveda-Beraterin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zusammenführung von Yoga, Ayurveda und einer ganzheitlichen und natürlichen Ernährung mit einem modernen Lebensstil. Sie ist Autorin der beliebten Website Vidya Living und schreibt und fotografiert für Online- und Printpublikationen zu Themen wie Essen, Kultur und unserem Verhältnis zur Natur. Mehr über ihre Arbeit erfährst du auf www.vidyaliving.com.

Living Ayurveda Claire Ragozzino

In ihrem Buch Living Ayurveda (Unimedica im Narayana Verlag) verbindet Claire uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag.

Mit Yoga, Atemübungen, Ritualen und Praktiken sowie über 80 vegetarischen Rezepten führt sie durch die verschiedenen Jahreszeiten. Eine harmonische Kombination aus Kochbuch und Lifestyle-Handbuch, dass unser körperliches und seelisches Wohlbefinden verbessert und Balance und Energie zurück in den oft hektischen Alltag bringt.

Titelbild: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje


Du möchtest mehr über Ayurveda erfahren? Dann empfehlen wir dir diese Podcast-Folge:

Oder klick dich durch unsere Auswahl an spannenden Artikeln zum Thema Ayurveda.

#24 Yogastile: Hormonyoga

Tina Beitinger verrät, wie du deinen Hormonhaushalt harmonisierst

In dieser Folge vom „YogaWorld Podcast“ interessiert sich Susanne für Hormonyoga. Ursprünglich wurde Hormonyoga dafür entwickelt, Frauen auf die Wechseljahre vorzubereiten und so Beschwerden dieser Zeit vorzubeugen. Mittlerweile haben aber auch jüngere Frauen Hormonyoga für sich entdeckt und üben es gegen hormonelle Dysbalancen. So soll es zum Beispiel gegen Zyklusstörungen oder PMS und sogar bei unerfülltem Kinderwunsch helfen können. Das klingt ziemlich vielversprechend. Aber was kann Hormonyoga wirklich? Das weiß Yogalehrerin Tina Beitinger, die sich auf Frauenthemen spezialisiert hat.

Tina erzählt von ihrem Yogaweg und wie ihre eigenen Wechseljahre sie zum Hormonyoga gebracht haben. Sie erklärt den Yogastil in seinen Grundzügen und enthüllt so einige Besonderheiten. Dann verrät Tina, wie die meisten Frauen von Hormonyoga profitieren können. Gleichzeitig sagt sie aber auch klar, wer es lieber nicht üben sollte. Willst du wissen, wie die tibetische Energielenkung im Hormonyoga zum Einsatz kommt?

Die Redaktion testet: Saubere Sache – Der neue Mattenreiniger von Yoga Cat

Yoga Cat Mattenreiniger

Wusstest du, dass Schweiß, Dreck und Wärme ein Paradies für Bakterien, Viren, Pilze und Keime sind? Wir waschen unsere Kleidung und unsere Hände, um sie genau von diesen lästigen Biestern zu befreien. Wieso machen wir das eigentlich nicht regelmäßig mit unserer Yogamatte? Unsere Kollegin Jenny hat für euch den neuen, innovativen Mattenreiniger von Yoga Cat getestet –  mit erstaunlichem Ergebnis! // anzeige

Verschiedene Studien zeigen, dass sich auf Yogamatten extrem viele Keime sammeln können: bis zu 100.000 pro Quadratzentimeter! Das ist mehr als auf der Toilette, dem Mülleimer und etwa vergleichbar mit der Anzahl an Keimen auf einem Spülschwamm. Wann hast du deine Matte das letzte mal so richtig gründlich gereinigt? Ich möchte ehrlich zu euch sein. Bevor ich Tristan, den Gründer und Erfinder von Yoga Cat kennengelernt habe, war ich – was das Thema Mattensäuberung anbelangt – etwas naiv unterwegs. Ganz nach dem Motto eines Dorfkinds: „Ein bisschen Dreck hat noch keinem geschadet.“ Doch nach unserem gemütlichen Teekränzchen in München wurde ich eines Besseren belehrt. 

Tristan ist Yogalehrer und Gründer von Yoga Cat. Er praktiziert seit 8 Jahren aktiv Yoga und nutzt seine Matte fast täglich. „Um meine Matte zu säubern, habe ich verschiedene Sprays ausprobiert. Anfang dieses Jahres hatte ich dann aber einen Hautausschlag bekommen, den meine Dermatologin sofort mit meiner Yogamatte in Verbindung brachte. Und das war der springende Punkt. Danach habe ich mich aktiv mit der Erfahrung beschäftigt und nachgeforscht“, sagt Tristan. Dass man sich an seiner eigenen Sportmatte infizieren kann, ist nämlich nichts Neues: 2006 berichtete die New York Times und später auch die Elle genau über dieses Thema.

Der Test: Yoga Cat auf drei verschiedenen Matten

Für den Test ging es bei all meinen drei Yogamatten ans Eingemachte. Nach einer wunderbaren Vinyasa Flow Yoga-Session war meine blaue, etwas dickere TPE (aus thermoplastischem, elastomeren Schaum) auf jeden Fall sowas von bereit für eine gründliche Reinigung. Zuerst habe ich die Matte unter fließendem Wasser abgebraust, gab dann ein paar Pumpstöße auf ein Mikrofasertuch und schrubbte sie von oben bis unten ab. Sehr angenehm stieg mir der Duft nach Sandelholz, Kardamom und Amber in die Nase, der mich ein wenig an das peruanische „Agua de Florida“ erinnert. Die gelartige Konsistenz des Reinigers ließ sich mit dem feuchten Tuch prima auf der Matte verteilen und ließ sich ganz fix unter der Dusche abwaschen. Nach ca. einer Minute hatte ich das Gefühl, meine Matte ordentlich gereinigt zu haben, porentief sozusagen.

Yoga Cat Mattenreiniger

Am nächsten Morgen – nach einer entspannten Yin Session – durfte dann meine schöne Korkmatte dran glauben. Die Oberfläche der Matte ist recht hart und trocken. Daher hatte ich zunächst Bedenken, dass die Substanz von der Matte wie ein Schwamm aufgesogen werden könnte, aber auch auf dem Korkuntergrund lässt sich Yoga Cat prima verteilen. Ein paar Tage später saß ich dann auf meiner dünnen, pastellfarbenen Lieblings-Yogamatte und begann, die Matte fein säuberlich zu reinigen. Auf dem weichen Mikrofaserstoff ließ sich das Gel super verteilen und das Beste daran; der himmlische Duft blieb hier erhalten! Für mich als olfaktorisch-affiner Mensch das Nonplusultra. 

Das steckt hinter dem Mattenreiniger

Die Hintergrundgeschichte zum Namen Yoga Cat ist übrigens spannend, denn Tristan hat zusammen mit der Künstlerin Egle Zvirblyte, die auch schon mit The New York Times, Google, Apple und Adidas zusammengearbeitet hat, die Idee gehabt, dass sich eine Katze namens Asben (Abkürzung für Asana Beneficial) auf die Reise macht, die wahre Essenz des Yoga zu ergründen. Dabei trifft sie auch auf andere Tiere, die sie unterstützen und ihr helfen, Yoga zu verstehen und den eigenen Weg zu gehen. Die ganze Reise gibt es in Form einer Sound Journey, die zum Start, der Crowdfunding Kampagne rauskommt. Tristan möchte damit zeigen, dass hinter Yoga Cat mehr als nur ein Reinigungsmittel steckt, sondern etwas das Sinn macht und von Herzen kommt. So der Gründer: „Ich habe in den letzten Monaten sehr viel Zeit damit verbracht, alle persönlich kennenzulernen und alle Produktionsschritte zu verstehen, weil mir die Menschen hinter dem Produkt sehr wichtig sind und ich sagen können möchte, dass ich zu 100% hinter Yoga Cat und dem was wir machen stehen. Yoga hat mir in meinem Leben sehr geholfen und mit Yoga Cat möchte ich einen kleinen Teil zurückgeben.“ 

Tristan und das Team von Yoga Cat haben das Reinigungsmittel im Labor mit einem Chemiker, einer Hygiene-Spezialistin und einer Dermatologin zusammen entwickelt. Zusätzlich wurde es nochmal von einem unabhängigen Labor auf verschiedensten Matten getestet. Für den Duft nahmen sie den renommierten Parfümeur Thorsten Biehl mit ins Boot.

Fazit: Wie gut ist Yoga Cat?

Seitdem ich weiß, wie viele Keime und Bakterien sich auf meinen Matten befinden, bin ich wirklich froh und dankbar, dass es Yoga Cat gibt. Besonders gut gefällt mir, neben dem tollen Duft, dass ich – unabhängig von der Struktur – jede Matte problemlos reinigen konnte. Zudem wird das Produkt in Deutschland hergestellt, ist hautneutral, biologisch abbaubar, frei von Chemikalien sowie vegan und tierversuchsfrei! Mit 15-20 Pumpstöße pro Wäsche kommt man mit der 500 ml Flasche auch über ein Jahr. Die 500 ml Flasche gibt es im Onlineshop yogacat.shop und kostet 29,90 €. . 

Mehr Info: yogacat.shop

Playlist „Heart.Beat.Flow.“ von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Unsere Playlist des Monats kommt im November von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer. Die beiden haben sich zusammen getan und ihren „Heart.Beat.Flow.“ kreiert, in dem sie Yoga mit Tanz kombinieren. Das kann man aus dieser schönen Playlist klar heraushören. Die Beats laden dazu ein, dich mit der Musik zu verbinden und so deinen persönlichen Flow zu finden.

Wie der Titel der Playlist schon aussagt, geht es in erster Linie um das Herz. Deine Praxis beginnt mit dem Song „Sacred Space“ von Young Marco. Schließ die Augen, verbinde dich mit deinem Herzen und spüre tief in dich hinein. Kannst du deinen Herzschlag fühlen? Komme immer mehr an, auf deiner Matte, in deinem Körper, in deinem „sacred space“.

Schon während des ersten Songs baut sich langsam ein Beat auf, der achtsam den Drang weckt, dich zu ihm zu bewegen. Danach folgt „Pure Space“ Sol Rising, der in der Vinyasa-Welt für seine elektronischen Flow-Untermalungen bereits gut bekannt ist. Das besondere an diesem Song ist, dass der Rhythmus einen Herzschlag imitiert. Eine perfekte Möglichkeit, in der Bewegung ganz bei dir und deinem Herzschlag zu bleiben.

Es geht ruhig weiter. Die Musik lädt ein, dich bewusst und langsam zu bewegen. Lass dich von der Musik sanft durch die Vinyasa-Praxis tragen. Erst mit „Love Me“ von DJ Taz Rashid baut sich Tempo auf. Der Flow wird dynamischer, doch die Magie bleibt. Denn es geht im Anschluss direkt mit Taz Rashid und seinem Song „Inspiration Drive“ weiter. Dieser Titel wird uns auch später im Flow nochmal begegnen. Das besondere daran: Der Song erinnert dich daran, durchgehend die Verbindung zu deinem Atem aufrecht zu erhalten. Wie er das schafft – höre selbst! Daher ist es absolut stimmig, dass der Song gleich zweimal in der Playlist auftaucht.

„Anmutig, berührend, intensiv – das ist Heart.Beat.Flow. Diese Playlist lädt dich dazu ein, in die Magie der Musik einzutauchen, um in deinen persönlichen Flow zu finden. Gemeinsam mit deinem Atem und der fließenden Vinyasa-Praxis gibst du dich deiner Gefühlswelt hin. Lass dich vom Beat der Musik leiten, um dich tief mit dir selbst zu verbinden.“

Daniela und Julia

Nach einem weiteren längeren Ausflug gemeinsam mit Sol Rising durch die Tiefen deines Flows und deiner Gefühlswelt, nimmt das Tempo der Musik langsam wieder ab. Hier erinnert dich der Interpret Haux erneut mit seinen Worten: „Listen to the heart beat.“ Wir lieben, wie perfekt die einzelnen Songs auf die Essenz dieser 60-minütigen Praxis abgestimmt sind.

Die beiden letzten Titel läuten Shavasana ein. Es wird ruhig. Nun ist es Zeit nachzuspüren, was diese tiefe Praxis mit dir gemacht hat.


Über Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Daniela Mühlbauer Julia Meyer
Ein Dreamteam: Daniela (links) und Julia (rechts)

Gemeinsam mit Julia und Daniela kannst du auf Workshops, Retreats und Events Heart.Beat.Flow.-Yoga erleben und deine Yogapraxis auf allen Ebenen vertiefen. Du wirst durch dynamische und choreographische Sequenzen geleitet, um auf allen Ebenen Raum zu schaffen. Durch den Flow und Elemente aus der Energiearbeit kannst du auf physischer sowie energetischer Ebene unter die Oberfläche schauen und so Stück für Stück mit dir selbst tiefer in Verbindung kommen. 

Folge @daniela.muehlbauer und @julia_flowandgrow auf Instagram, um keine kommenden Events von den beiden zu verpassen.

Daniela Mühlbauer

Daniela Mühlbauer ist Tanzvermittlerin, Choreographin und Yogalehrerin und kommt aus München. Während ihrer Tanzausbildung kam sie mit Yoga in Kontakt und war fasziniert von der Achtsamkeit, die der Praxis zugrunde liegt. In ihren Tanz- und Yogastunden möchte sie einen sicheren Raum schaffen, in dem die eigenen Grenzen und Fähigkeiten erforscht werden. Mehr über Daniela unter www.danielamuehlbauer.de.

Julia Meyer

Julia Meyer ist Yogalehrerin, Personal Trainerin und ehemalige Profi-Tänzerin. Sie möchte Menschen dabei unterstützen, in ihren ganz persönlichen (Lebens-)Flow einzutauchen und auf allen Ebenen zu wachsen. Dabei lehrt sie Techniken des Vinyasa Flow und der Energiearbeit, um eine ganzheitliche Metamorphose in Gang zu setzen. Mehr über Julia unter www.flow-and-grow.com.


Das war unsere Playlist des Monats Oktober:

#23 Minimalismus als Lebenskonzept

Rena Münch spricht über die heilende Wirkung des Wenigen

In dieser Folge von „YogaWorld“ dreht sich alles um Minimalismus. Im Podcast geht‘s ja immer wieder darum, wie wir Aspekte der Yogaethik in unseren Alltag integrieren können. Natürlich können oder wollen wir uns nicht alle in Höhlen, im Himalaya oder in den Wald zurückziehen und als Asketen den ganzen Tag meditieren. Aber auf die eine oder andere Weise kann man doch Verzicht üben. Das tun zum Beispiel Minimalisten und Frugalisten. So auch Rena Münch, die „Schatzmeisterin“, die ihr gesamtes Leben – privat und auch beruflich – minimalistisch gestaltet.

Rena erzählt davon, wie sie als Mentorin Menschen auf dem Weg in einen minimalistischen Lifestyle begleitet. Sie erklärt den Zusammenhang von Minimalismus und Frugalismus und erläutert die vielen Vorteile, die diese Konzepte mitbringen. Außerdem gibt sie zahlreiche Ausmiste- und Spartipps und spricht über die immense Bedeutung des Loslassens. Denn wenn wir materielle Dinge leichter loslassen können, wirkt sich das wiederum auf unseren Geist aus. Und das ist nicht der einzige Grund, warum ein minimalistisches Leben gut zu einer yogischen Lebenseinstellung passt.