Eckard Wolz-Gottwald erklärt, wie du deinen inneren Meister findest
In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ nimmt Susanne die Yogasutras von Patanjali unter die Lupe. Sie gelten als eine der wichtigsten alten Schriften für Yogis. Mit dabei ist Philosoph und Religionswissenschaftler Dr. Eckard Wolz-Gottwald, der neben seiner Tätigkeit als Dozent schon zahlreiche Bücher zur spirituellen Philosophie geschrieben hat, wie auch das Buch „Die Yoga-Sutras im Alltag leben“.
Demnach gibt Eckard zum einen natürlich viele hilfreiche Tipps, wie du die Weisheiten aus den Sutras direkt in deinem Alltag umsetzen kannst. Andererseits umreißt er treffend und kurzweilig den Inhalt dieser ursprünglich mündlich überlieferten Stichwort Sammlung. Dabei bietet er mögliche Interpretationen an und ordnet sie in den modernen Kontext ein. Natürlich erklärt Eckard auch den berühmten Achtgliedrigen Pfad und verrät, wo er in seinem Leben schon von Patanjalis Weisheit profitiert hat. Laut Patanjali kannst du durch Yoga sogar übernatürliche Kräfte entwickeln. Und was hat das mit dem berühmten Ego zu tun?
Indem du Durga, die weibliche Urkraft des Universums, anrufst, kannst du Erstaunliches bewirken. Und wie Sally Kempton erklärt immer mehr zu deiner eigenen Superheldin werden.
Vor einigen Jahren eröffnete Lynda im Zentrum einer großen Stadt in der USA ein Yogastudio. Lynda, früher Alkoholikerin, sah ihr Studio als einen Dienst an der Allgemeinheit, als einen Weg, junge Frauen zu erreichen, die sonst auf Abwege geraten wären. Sie zahlte ihre Miete mit Hilfe von Spenden und mit Honoraren von Privatkunden. Dafür bot sie Gratis-Yogastunden für Schülerinnen an. Langsam füllten sich ihre Klassen. Oft mit Mädchen, die nachmittags nach der Schule nicht wussten, wo sie sonst hingehen sollten. Diese verletzlichen, verwundeten und skeptischen jungen Frauen zu unterrichten war eine große Herauforderung für Lynda.
Einmal träumte sie von einer wunderschönen Frau auf einem riesigen, brüllenden Löwen. Ihr wurde klar, dass dieses Bild sie an Durga erinnerte, die indische Kriegsgöttin. An diesem Tag unterrichtete sie eine unruhige Gruppe von Mädchen, und während der Kriegersequenz begann sie, ihnen von Durga zu erzählen. Die Mädchen waren fasziniert. Eine Schülerin bat Lynda, ein Bild von Durga für sie herunterzuladen. „Ich möchte ein T-Shirt bedrucken lassen“, sagte sie. „Diese Frau ist meine Heldin.“ Lynda erzählte mir: „Da wurde mir klar, dass das auch für mich galt. Das Bild von Durga taucht schon immer in meinen Träumen auf. Sie trage ich in mir, wenn ich Probleme mit meinem Vermieter klären oder mich mit einer störenden Schülerin auseinandersetzen muss. Durga ist ein Symbol der Kraft für mich geworden, die ich für die Yogaschule brauche.“
Wie Lynda identifizieren sich viele Yoginis mit Durga. Das Bild der Göttin auf dem Löwen und in ihren acht Armen Waffen und Blumen hält, kann man als Inkarnation von Macht und Schutz betrachten, besonders für Frauen. Frauen, die Familie, Job und Yoga unter einen Hut bringen, die sich für die Umwelt einsetzen oder die in zerstörte Städte reisen, um beim Häuserbau für obdachlos gewordene Familien zu helfen, leben eine moderne Version der Durga-Legende. Eine Meditation an Durga kann Männern und Frauen gleichermaßen kriegerische Kraft verleihen und die Leidenschaft, sich für andere einzusetzen. Wenn sie Teil unserer inneren Welt wird, stärkt sie unsere Sehnsüchte und leitet uns durch Konflikte, die das Leben für uns bereithält. Durga verkörpert die innere Kraft, uns selbst zu verändern und Hindernisse zu überwinden. Uns von Süchten, Illusionen und Ängsten zu lösen, die uns zurückhalten.
Göttliche Kraft
Lade die göttliche Energie in dein Leben ein – Bild: Ezekixl Akinnewu via Pexels
Vielleicht fragen sich moderne Yogis, warum sie überhaupt mythische Gestalten in ihre Meditationspraxis einbinden sollten. Diese archetypischen Energien sind Beschleuniger. Zu Gottheiten wie Durga, Hanuman, Shiva oder Lakshmi zu meditieren kann besondere Kräfte und Eigenschaften in uns wecken. Diese göttlichen Kräfte erreichen uns jenseits unseres begrenzten Egos und können uns helfen, Herausforderungen anzunehmen, unser Herz zu öffnen und über das Alltägliche hinauszusehen. Seit Jahrhunderten lehren die tantrischen Traditionen Meditationen und Mantras, um die Energie der Gottheiten an Körper und Geist weiterzugeben. Göttinnen sind besonders stark, da sie Shakti verkörpern, die feinstoffliche weibliche Kraft, die der Welt Leben einhaucht und die als die Kraft hinter jedem spirituellen Wachstum gilt.
Wenn wir also diese heiligen Figuren in unsere Praxis einbinden, können wir deren Energien buchstäblich in unser Leben einladen. Die Bilder dieser Göttinnen dienen als Schlüssel für eigenes inneres Potenzial. Denn obwohl die Göttinnen mythische Figuren sind, sind sie nicht nur Fantasie. Die Göttinnen verkörpern echte Kräfte, die im Universum wirken. Ihre Form ist höchst subtil. Durch die Geschichten, Meditationen und Mantras, die von ihnen erzählen, können wir ihre Gegenwart zu spüren. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden, desto greifbarer werden ihre inneren Geschenke und Segnungen für uns.
Durga ist die spirituelle Kraft in dir
Genau wie wir Lakshmi als Shakti um Fülle bitten, ist Durga die Shakti Kraft die Schutz und Wandel schenken soll. Sie wurde in Rajastan verehrt, die sich von ihr Hilfe im Kampf erhofften. Doch Durga ist viel mehr als eine Kriegsgöttin. Sie ist auch die Kraft hinter dem geistigen Erwachen, der inneren Macht, die die spirituelle Kraft im menschlichen Körper in Form von Kundalini freisetzt. Und sie ist eine Beschützerin. Wunderschön, königlich und mütterlich. Durga trägt einen Speer, eine Keule, einen Diskus, einen Bogen und ein Schwert. Und dazu eine Muschel, die für den kreativen Klang steht, eine Lotusblüte als Symbol für Fruchtbarkeit und einen Rosenkranz als Sinnbild für das Gebet.
In einer Variante des Mythos ist sie aus den vereinten Kräften der männlichen Götter hervorgegangen, die den Büffeldämon Mahisha bekämpft. Die vereinigten Götter, rasend vor Wut, weil sie machtlos gegen diesen Dämon waren, schleuderten ihren Ärger als Licht und Kraft von sich. Diese Energie verschmolz zu einer wunderschönen jungen Frau, deren Licht in alle Richtungen strahlte. Ihr Gesicht entstand aus dem Licht Shivas, ihr Haar kam von Yama, dem Totengott, und Vishnu, der Bewahrer, verlieh ihr Arme. Shiva gab ihr seinen Dreizack, Vishnu seinen Diskus und Vayu, der Gott des Windes, Pfeil und Bogen. Himalaja, der Gott der Berge, gab ihr einen Löwen als Reittier.
Durga zieht in den Kampf gegen den Dämon, um die Welt zu retten. Seit jeher war Durga die Gottheit, an die sich Menschen in Schwierigkeiten wandten. Diese Geschichte wird im Liederzyklus „Devi Mahatmyam“ (Triumph der Göttin) erzählt, der immernoch in Indien vorgetragen wird. Darin verspricht sie, dass sie immer erscheinen wird, wenn wir sie brauchen, um unsere Welt zu beschützen. Sie lädt uns ein, uns in Not an sie zu wenden und verspricht, uns vor jeder Form des Bösen zu bewahren. Auch vor dem Bösen, das wir selbst schaffen!
Der innere Kampf: Geschichte der zwei Dämonen
Tatsächlich kämpft Durga in den Erzählungen nicht nur gegen äußere Bedrohungen. Die Gegner stehen auch für innere hemmende Kräfte, denen wir auf unserer Reise zur Erleuchtung und Selbstverwirklichung begegnen. Wenn wir also ihre Geschichte lesen, sollten wir sie nicht als bloße Superhelden-Sage betrachten, sondern als Parabel über den Prozess innerer Arbeit. Sie zeigt uns, wie wir negative Energien wie Angst, Gier und Wut auflösen, damit wir die Kraft und Schönheit, die in uns wohnt, zur Entfaltung bringen. Unser innerer Kampf ist vielleicht nicht so dramatisch wie dieser. Aber führen müssen wir ihn trotzdem!
Shumbha und Nishumbha sind geniale Dämonenbrüder mit Superkräften. Sie haben viel getan, um die Gunst und Hilfe ihres kosmischen Großvaters Brahma zu verdienen. Dessen Gabe macht sie unbezwingbar durch Menschen und Götter. Aber Brahma hat seinen Segen mit einem Schlupfloch formuliert. Er sagt nichts über Göttinnen. Die Dämonenbrüder sind bald die Herrscher des Universums. Sie vertreiben die Götter aus den himmlischen Gefilden und versklaven alle Erdenbürger. Die Götter sind gezwungen, sich in Höhlen zu verstecken und Rachepläne auszuhecken. Aber schließlich verrät ihnen ein Weiser, dass die Dämonen eine Schwäche haben. Auch wenn Shumbha und Nishumbha von keinem männlichen Wesen besiegt werden können, sind sie durch eine weibliche Kriegerin verwundbar.
So reisen die Götter zu dem Berg von Durgas Versteck, und bitten sie um Hilfe. Als sie sie mit Gebeten und Lobeshymnen rufen, erscheint Durga aus den Wolken, gekleidet in bunte Gewänder, und die Schönheit ihres Körpers entblößen und wieder verbergen. Sie ist von einem erotischen Duft umgeben und reitet auf einem Löwen. Mit einer Stimme, die wie sanfter Donner in den Bergen hallt, erklärt sie sich bereit, einzugreifen und die Machtbalance wieder herzustellen. Kaum hat sie gesprochen, begibt sie sich in den Garten der Dämonenkönige. Blumen tropfen von ihren Fingern, aus ihrem Haar steigen Wolken und lösen sich wieder auf. Sie ist die Schönheit in Person. Innerhalb weniger Augenblicke sind die Dämonenkönige ans Fenster gekommen, um sie anzusehen. Sie wollen sie sie in ihren Harem aufnehmen. Aber als ein Palastdiener Durga den Vorschlag der Dämonen überbringt, lächelt sie.
„Es gibt da nur eine Schwierigkeit“, erklärt sie. „Ich habe den albernen Eid abgelegt, dass ich nur einen Mann heiraten würde, der mich im Kampf zu besiegt. Du weißt, wie Mädchen sind. Voller Fantasie und romantischer Vorstellungen. Aber ein Eid ist ein Eid. Wenn deine Meister mich wirklich wollen, müssen sie gegen mich kämpfen.“ „Du bist entweder verrückt oder lebensmüde“, antwortet der Diener. „Noch niemand hat jemals meine Meister besiegt.“ „Trotzdem ist das meine Bedingung“, sagt Durga und wirft ihm einen verführerischen Blick zu. „Und wenn deine Meister Angst vor einem Kampf haben, trete ich auch gern gegen ihre Armee an.“ Und das tut sie.
In einem heftigen Kampf besiegt die Göttin alle. Weitere Göttinnen steigen aus ihrem Körper hervor, darunter die furchterregende Kali. Zusammen zerstören die Göttinnen die gesamte Armee, bis nur noch die Brüder übrig sind. „Du sagtest, dass du allein gegen meine Armee kämpfen würdest“, ruft Shumbha mit einer Stimme, die so laut ist, dass die umliegenden Berge zu Staub zerfallen. „Aber du hattest Helferinnen. Du hast versagt.“ „Nein“, donnert die Göttin so laut, dass der Himmel vor Donner hallt. „Diese Göttinnen sind Teile von mir.“ Die anderen Göttinnen verschmelzen mit ihr, bis nur noch die strahlende Durga übrig ist.
Die achtarmige Göttin schwillt an, bis sie den Himmel ausfüllt. Sie schwingt ihr riesiges Schwert wie einen Stock in einer Hand und ihre Äxte, Keulen, Speere und Armbrust in den anderen. So fliegt sie durch die Luft und tötet die Dämonenkönige. „Ma“, haucht Shumbha mit seinem letzten Atemzug. Dann erscheint ein Lächeln auf seinem Gesicht, als die Verzückung der Göttin sein Wesen erfüllt. In diesem Moment werden beide Dämonen verwandelt, lösen sich in Durgas Körper auf und verschwinden in ihrer weiblichen Mystik. Wenn das Ego sich auflöst, kehrt sogar die dämonischste Seele zurück nach Hause, ins Herz der Mutter. Durga kehrt in ihre Bergheimat zurück und verspricht, zurückzukommen, wenn ihre Hilfe gebraucht wird.
Die Überwindung des Ego
Wie die Dämonenkönige hat unser Ego ganz eigene Pläne, wenn wir mit einer spirituellen Praxis beginnen. – Foto: NEOSiAM 2020 via Pexels
Diese Geschichte ist auf mehreren Ebenen lehrreich. Es ist es eine Geschichte über die unaufhaltsame Kraft der Natur. Andererseits verspricht sie uns, dass uns höhere Mächte beschützen, wenn wir sie um Hilfe bitten. Aber auf der spirituellen Ebene erzählt die Geschichte von der Überwindung des Ego. Der mächtige Kampf zwischen der Göttin und den Dämonen ist der innere Kampf, der bei einer Praxis stattfindet, die uns wirklich verändert. Wie die Dämonenkönige hat unser Ego ganz eigene Pläne, wenn wir mit einer spirituellen Praxis beginnen.
Das Ego will Kontrolle über die Umstände, über den Körper und über die Menschen um uns herum. Macht und Herrschaft sind die Antriebskräfte des Egos. Deshalb widersetzt es sich, anstatt auf irgendeiner Ebene Kontrolle abzugeben. Shakti hat andere Pläne. Sie löst uns von unserem egozentrischen Bewusstsein und lehrt uns, die grundlegende Einheit miteinander und mit dem Kosmos zu erkennen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie einen Anschlag auf das Ego starten und es letztendlich auflösen. Das Ego aber wird sich bis zum letzten Lebenshauch dagegen wehren. Die Dämonen verkörpern die unnachgiebigen Kräfte des Egos. Sie sind die Teile von uns, die unverfroren die Macht über andere anstreben.
Der dämonische Teil des Selbst sieht alles, auch die höheren Mächte des Universums, als Werkzeuge um den eigenen Absichten des Egos zu dienen. Die Götter repräsentieren ebenfalls Aspekte unseres Selbst. Aber sie stehen für das authentische Selbst, die einzigartigen Eigenschaften, die uns ausmachen. Die Devas verkörpern unsere Liebe, unsere Hingabe, unsere guten Absichten, die Vergebung und das Mitgefühl, das wir an den Tag legen, wenn wir mit unserem höheren Selbst verbunden sind. Durga kommt in unsere innere Welt, um diese höheren Eigenschaften zu stärken, entweder, damit wir Gutes in der Welt tun, oder damit wir auf dem spirituellen Pfad vorangehen.
Als postmoderne Menschen nehmen wir in unserer Praxis normalerweise eine sanftere Haltung unserer dunklen Seite gegenüber ein. Die meisten von uns haben sich von autoritären Religionen mit ihren Lehren von der Sünde und der Notwendigkeit, die dunklen Mächte in uns selbst zu besiegen, schon lange verabschiedet. Wenn wir Übende auf einem Pfad sind, der die in uns wohnende Güte hervorhebt, ignorieren wir vielleicht lieber die negativen Eigenschaften unseres Selbst. Nach dem Motto: Wenn wir unser Ego bekämpfen, stärken wir es bloß. Wenn wir psychodynamisch denken, wollen wir vielleicht unsere „dunklen“ Eigenschaften ans Licht bringen, damit wir die Kraft, die in Wut oder Stolz gebunden ist, integrieren können. Wenn wir einen nondualen Weg verfolgen, haben wir vielleicht den Eindruck, dass wir jeden Kampf aufgeben müssen. Weil sowieso alles letztendlich eins ist.
All diese Ansätze sind sinnvoll, einige auf der Ebene der Persönlichkeit, andere als Teil einer Praxis, die nach Erleuchtung strebt. Aber es gibt Momente, in denen wir unseren Narzissmus nur mit dem Schwert in seine Schranken weisen können. Dem Schwert der Weisheit, das ein kompromissloser Krieger schwingt. Das ist die Rolle Durgas, wenn sie in der äußeren oder inneren Welt wirkt. In meinem Leben zeigt sich die Kriegsgöttin, um mich daran zu erinnern, mein ehrgeiziges leistungsorientiertes Ego zu überwinden, damit sich die tiefer liegenden Kräfte in meinem Leben entfalten können.
Durga steht für mich für die unaufhaltsame Energie des spirituellen Wachstums. Wenn ich mich dagegen wehre, erlebe ich häufig unerwartete Rückschläge. Sie zeigt ihre Macht durch eine Art kosmisches „Nein!“ gegen meine persönlichen Pläne. Und manifestiert sich als das tiefere Erwachen, das folgt, wenn ich loslasse. Über die Jahre habe ich diesen Kreislauf oft erlebt. Manchmal wuchs das Egos an und dominierte meine Welt. An diesem Punkt hörte ich fast immer das Brüllen von Durgas Löwen in meinen Träumen. Ich habe mehr und mehr gelernt, mich in diesen Momenten ihrer Macht zu beugen, um mir den Schmerz des Widerstandes gegen ihre Pläne zu ersparen. Wenn dein Wille von Hindernissen blockiert scheint, denke daran, dass das ein Signal sein könnte. Meditiere und versuche dich selbst in die Gegenwart Durgas zu versetzen.
Die eigene ungebändigte Kraft entdecken
Frauenpower ist ansteckend: Entdecke und genieße deine ungebändigte Kraft. – Foto: Radomir Jordanovic from Pexels
Eine der wirksamsten Übungen, um sich mit der Göttin zu verbinden, ist diese. Stelle dich vor, dass du mit jeder Einatmung Durgas liebende, schützende und mächtige Energie einatmest und mit jeder Ausatmung ihre Energie in deinen Körper fließen lässt. Wie so oft in der Yogapraxis ist der Atem die Brücke zwischen unserem physischen Selbst und den feinstofflichen Energien der unsichtbaren Welten. Wenn wir Durga heraufbeschwören, kann es sein, dass wir sie als erhöhte Energie wahrnehmen.
Sich mit Durga zu verbinden, kann zu einem Gefühl des Beschütztwerdens in schweren Zeiten führen. Oder als strategischer Instinkt, der uns bei unseren Kämpfen hilft. Das kann so subtil geschehen, dass wir erst im Nachhinein merken, dass die Göttin uns beigestanden hat. Und es kann auf überraschende Art passieren. Wenn du die Durga-Kraft in sich aktivieren und die Weisheit der Göttin heraufbeschwörst, entdeckst du, dass in dir eine Löwenmutter schlummert. Wenn wir mit unserer inneren Durga in Kontakt treten, schützen wir uns und unsere Nächsten.
Sich für das Gute einsetzen
Eine Methode, ein Gefühl für die Durga-Shakti zu bekommen, ist diese. Erinnere dich an einen Moment, an dem du gespürt hast, dass etwas falsch war, dass sich etwas ändern musste. Wenn wir durch Durga-Shakti erkennen, geht das über reine Frustration hinaus. Wenn dieses Bedürfnis stark genug ist, werden Taten folgen. Du wirst deinen Körper und deine Worte einsetzen, um diese Situation zu verändern, egal, ob es sich um einen äußeren oder inneren Zustand handelt.
Eine meine Durga-Freundinnen bemerkte, dass sich das Asthma ihres Sohnes verschlechterte, wenn die Felder der Umgebung aus dem Flugzeug mit Pestiziden besprüht wurden. Sie stellte eine Gruppe auf die Beine, die sich gegen die Schädlingsbekämpfung engagierten. Nach einigen Jahren erreichte die Gruppe nicht nur, dass diese Methode verboten wurde, sondern sogar, dass das Pestizid komplett vom Markt verschwand. Jetzt leitet sie neben ihrem Beruf eine Umweltgruppe. Dieselbe Kraft zielgerichteten Handelns können wir heraufbeschwören, wenn wir eine verwurzelte Gewohnheit oder Abhängigkeit verändern wollen, wenn wir uns Zeit für unsere spirituelle Praxis schaffen oder einer inneren Berufung folgen wollen.
Die Durga Shakti verleiht uns die Kraft, uns mit den Teilen unseres Selbst auseinanderzusetzen, die unserer Entwicklung im Weg stehen. Aber sie zeigt uns auch, wie wir für uns selbst einstehen, wenn wir eine Gehaltserhöhung fordern, vor einer Herausforderung stehen oder eine schwerwiegende Verantwortung übernehmen. Wenn wir uns für etwas einsetzen wollen. Je mehr wir Durga in unser Leben einladen, desto mehr werden wir unsere innere Kriegerin spüren. Deine Kräfte unterstützen unsere stärksten Hoffnungen und Erwartungen und sie verspricht, uns niemals im Stich zu lassen.
Susanne Oeben ist zertifizierte Buteyko-Atemtrainerin und Yogalehrerin. Auf ihrem Yogaweg hat sie vor einiger Zeit begonnen, sich intensiv mit dem Thema Atmung und der Buteyko-Methode zu beschäftigen.
Je mehr sie sich darauf einließ, desto bewusster wurde ihr, dass ihr körperliches, emotionales und mentales Wohlbefinden unmittelbar mit ihrer Atmung zusammenhängt.
Das vielfältige Wissen rund um die Atmung und der Einfluss, den die Atmung auf alle unsere körperlichen Systeme hat, gibt sie gerne weiter.
Buteyko-Atemtraining und individuelle Atempraxis für gesundes Atmen: In diesem Vortrag lernst du die die Grundlagen der Buteyko-Methode sowie die 5 Prinzipien einer natürlichen Atmung kennen.
Du erfährst, warum zu viel atmen zahlreiche gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, und wie du deine Atemgesundheit messen kannst.
Dieses Wissen schafft ein neues Bewusstsein für den grundlegendsten autonomen Körperprozess überhaupt – das Atmen.
Susanne Oeben auf der YogaWorld 2023 in München:
Samstag, 14. Oktober // 13:30 – 14:15 Uhr // Die Rückkehr zur natürlichen Atmung // Yamuna Vortragsraum
Eveline Nayan gründete gemeinsam mit ihrem Mann Dr. David Nayan die außergewöhnliche Aromatherapie-Wellness Marke Nayure.
Nayure wurde mit der Intention gegründet, Menschen die Möglichkeit zu geben, sich wieder mit der Natur zu verbinden und ihr Leben in ein größeres Gleichgewicht zu bringen. Dabei verfolgen Eveline und David einen holistischen Ansatz, wenden ayurvedische Prinzipien an und achten bei der Entwicklung der Produkte genau darauf, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.
Neben Evelines und Davids Vortrag wird Nayure auf der YogaWorld 2024 in Stuttgart einen Stand (2B10) haben.
Vortrag: Ätherische Öle, Yoga & Ayurveda – die Alchemie des Wohlbefindens
Tritt in diesem Vortrag ein in die Welt des ganzheitlichen Wohlbefindens und entdecke die alten Geheimnisse der Harmonie und inneren Balance mit dem Thema „Ätherische Öle, Yoga und Ayurveda: Die Alchemie des Wohlbefindens“.
Tauche mit uns in das Herz des Yoga ein und überwinde seinen physischen Aspekt, um seine wahre Essenz zu enthüllen – eine Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Eveline nimmt dich mit auf eine Reise durch die Weisheit des Ayurveda, dem alten indischen Medizinsystem, und zeigt dir, dass Yoga nicht nur ein Sport, sondern ein tiefgreifender Weg zur spirituellen Einheit ist.
Lerne die Kunst des Dosha-Ausgleichs kennen, bei der ätherische Öle zu alchemistischen Katalysatoren werden. Entdecke, wie diese wirksamen Extrakte aus der Apotheke der Natur die Harmonie deiner einzigartigen Konstitution wiederherstellen können, sei es Vata, Pitta oder Kapha. Entdecke die subtile und dennoch tiefgreifende Art und Weise, wie ätherische Öle dein ganzheitliches Wohlbefinden unterstützen, den Körper beleben, den Geist beruhigen, und die Seele nähren können.
Aber das ist nicht alles … Tauche in das spirituelle Reich der ätherischen Öle ein, in dem Düfte über die physischen Sinne hinausgehen und deine Seele berühren. Entdecke die transformative Kraft der Düfte, während sie dich auf einer spirituellen Reise begleiten, dein inneres Selbst erwecken und dich mit der Leichtigkeit und dem Flow des Lebens verbinden.
In diesem Vortrag kommen ätherische Öle, Yoga und Ayurveda zusammen, um dir ganz reale Werkzeuge an die Hand zu geben, die in ihrer Symphonie ein ganzheitliches Wohlbefinden erschaffen. Begleite uns und entdecke die Geheimnisse eines harmonischen Lebens.
Eveline Nayan & Dr. David Nayan von Nayure auf der YogaWorld 2024 in Stuttgart:
Freitag, 5. April // 14:00 – 14:30 Uhr // Ätherische Öle, Yoga & Ayurveda – die Alchemie des Wohlbefindens//Yamuna Vortragsraum
Die Erkrankung Endometriose hat viele Betroffene, aber wenig Bekanntheit.Der „Welt-Endometriose-Tag“ am 29. September ist eine weltweite Kampagne, die das Bewusstsein für Endometriose und Adenomyose wecken möchte. Immerhin sind auf der ganzen Welt rund 200 Millionen Frauen betroffen. Unsere Redakteurin Nicoletta Wagenstetter ist Yogalehrerin und hat selbst Endometriose. Sie stellt drei komplementärmedizinische Ansätze vor und zeigt euch Yogaübungen, die bei Endometriose helfen…
Was ist Endometriose?
Endometriose tritt auf, wenn sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter befindet. Dieses Gewebe kann sich an den Eierstöcken, der Vagina, der Blase, dem Rektum, dem Darm, dem Zwerchfell, der Lunge und an anderen Stellen festsetzen. Die Folgen können Entzündungen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Narbengewebe, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Unterleibs- und Hüftschmerzen, Harnwegsstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im unteren Rückenbereich und vieles mehr sein.
In meinem Fall hat sich das Gewebe um den Darm geschlungen, so dass es zum Darmverschluss kam. Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) hat mir damals das Leben gerettet. Der konnte inzwischen auch wieder zurückverlegt werden.
Endometriose ist also weit mehr als „nur“ Regelschmerzen. Narbengewebe bildet Verbindungen zwischen den Organen und diese Verklebungen verringern deren Gleitfähigkeit. Die eingeschränkte Beweglichkeit der Nerven, Muskeln, Eingeweide und des umgebenden Bindegewebes kann zu Blockaden und Schmerzen führen.
Yogaübungen für Endometriose
Inzwischen gibt es internationale Studien, die belegen, dass Yoga für Frauen mit Endometriose wirksam ist. Teilnehmer der Studie berichten, dass Yoga bei der Kontrolle von Beckenschmerzen hilfreich war. Die Integration von Körper und Psyche während der Yogapraxis greift besonders bei der Schmerzbewältigung. Der Fokus auf Atemtechniken (Pranayama) und die Verbesserung der Fähigkeit zur Introspektion sind dabei wichtige Faktoren.
Die Botschaft, die mir die Endometriose vermittelt hat, ist, meine Grenzen anzuerkennen. Das klingt so simpel – but simple is not easy. Ich habe vor 20 Jahren mit Ashtanga Yoga begonnen, war dabei sehr leistungsorientiert und bin oft an meine Grenzen gegangen. Mein Ziel: immer weiter! Ich will endlich die zweite Serie anfangen, ich will den Handstand können, ich will besser werden! Dann kam ein echtes Erwachen: Ich muss definitiv genau das Gegenteil tun – weicher werden, mehr sein statt machen.
Vor allem entspannende Yin-Haltungen und Übungen an der Wand sind mir in schwierigen Zeiten eine echte Stütze.
„Treffpunkt-der-3-Yin-Meridiane“ in Baddha Konasana massieren
„Treffpunkt-der-3-Yin-Meridiane“ in Malasana Variation halten
Volle yogische Atmung mit Yoni Mudra – das Mutterschoß Mudra – in Sukhasana
„Chong Mai“ – Herz-Uterus-Meridian der TCM berühren. Hand aufs Herz und den Unterbauch und tief in den Bauch atmen
Balasana – Haltung des Kindes entspannt den Beckenboden und unteren Rücken
Viparita Karani an der Wand entlastet den unteren Rücken
Nadel-Öhr-Haltung an der Wand. Dabei Gesicht und Unterkiefer entspannen
Viparita Karani mit gegrätschten Beinen dehnt die Adduktoren und Lebermeridian
Baddha Konasana an der Wand. Bewusst Unterkiefer locker und Zunge im unteren Gaumen ablegen
Supta Baddha Konasana öffnet die Herz-Uterus-Verbindung und beruhigt den Geist
In dieser Folge erzählt Nicoletta von ihrem Weg mit der Endometriose…
Komplementärmedizinische Ansätze
Zu den Behandlungsmöglichkeiten für Endometriose gehören Schmerztherapie, Hormonbehandlung und letzten Endes eine Operation, die bis heute als der effektivste Weg gilt, um Endometriose-Gewebe zu entfernen. Denn bisher ist nur mit einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) eine definitive Diagnose möglich.
„Was ist darf sein – was sein darf, kann sich verändern.“
Werner Bock
Dieses Zitat von Werner Bock schreibt sich hier so einfach. Das heißt nicht, dass ich innerlich „Juhuu“ rufe, wenn ich Schmerzen habe. Aber ich denke nicht mehr die ganze Zeit „Ich will das nicht“, sondern bin aufmerksamer und höre meinem Körper zu. Ich möchte euch ein paar komplementärmedizinische Ansätze vorstellen, die mir bei der Begleitung der Endometriose sehr geholfen haben.
Osteopathie bei Endometriose
Manuelle Physiotherapie für die Beckenbodenmuskulatur, den Unterleib und die Eingeweide kann helfen, das eingeschränkte Endometriose-Gewebe zu befreien und sekundäre Muskelverspannungen zu verringern. Bei der Osteopathie scheiden sich die Geister. Ich habe von Frauen gehört, die das Gefühl hatten, dass sich durch die starken manuellen Handgriffe der Osteopathen ihre Endometriose verschlimmert hat. Mein Tipp: Ich habe gleich bei der ersten Behandlung mit meiner Osteopathin gesprochen und klar gesagt, dass ich keine Schmerzen mehr empfinden möchte.
Meine Therapeutin war sehr einfühlsam. Sie hat sofort verstanden, was ich bereits durchgemacht habe und konnte mich und mein Bedürfnis schmerzfrei zu arbeiten, annehmen. Während der Behandlung hat sie immer wieder gefragt, ob ich diesen oder jenen Handgriff als angenehm empfinde. Also, unbedingt vor der Behandlung mit eurem Osteopathen klare Grenzen besprechen. Die gesamte Krankheit dreht sich um Grenzüberschreitung – die Endometriose-Herde wachsen an Stellen, an die sie nicht hingehören. Ich habe lernen müssen, mich immer wieder zu fragen, wo meine Grenze liegt und diese gelassen und klar zu äußern.
Shiatsu kommt aus Japan und hat sich aus der tradtionellen Tuina Massage der TCM entwickelt. Die Shiatsu Massage berührt und unterstützt die Anbindung an den Lebensstrom Ki (was Yogis unter Prana verstehen und in der TCM als Chi bezeichnet wird) und nutzt dabei die Aktivierung von Meridianen und Akupunkturpunkten zur Lösung von muskulären Verspannungen und Gelenk-Blockaden.
Die Behandlung findet bekleidet statt – was für mich etwas von „klare Grenzen ziehen“ hat. Nach den vielen gynäkologischen Untersuchungen, die nun einmal notwendig sind, hat mich das beim Shiatsu ganz besonders berührt. Das entspannte Gefühl nach der Behandlung hat mich immer leichter aufatmen lassen.
Drei Fingerbreit oberhalb des Knöchels auf der Bein-innenseite liegt der „Treffpunkt der drei Yin Meridiane.“
Praxis-Tipp: „Treffpunkt der drei Yin-Meridiane“
Vor und während der Periode den Akupunktur-Punkt „Treffpunkt der drei Yin-Meridiane“ massieren. An der Bein-Innenseite, drei fingerbreit oberhalb vom Fußgelenk treffen sich Nieren-, Milz- und Lebermeridian. Drei essentielle Energie-Leitbahnen für alle Frauenthemen. Achtung: Nicht bei Schwangerschaft drücken. Während der Schwangerschaft ist dieser Punkt kontra-indikativ.
Hakomi – Körperorientierte Psychotherapie
Da ich bereits eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis habe, war das die bisher effektivste Methode, um mit meinem Körper in einen positiven Kontakt zu kommen. Das Wort „Hakomi“ stammt aus der Sprache der Hopi-Indianer und bedeutet „Der, der du bist“ oder in der Frageform „Wer bist du?“ Und das ist der Fokus der Hakomi-Methode: die Erforschung der Selbstorganisation.
Das Prinzip der Selbstorganisation (Organizität) geht davon aus, dass jedem lebenden System die Fähigkeit zur Selbstheilung innewohnt. Die Untrennbarkeit von Körper und Geist ist dabei die Grundlage. In der Arbeit mit meiner Hakomi-Therapeutin habe ich die Endometriose als Botschaft meines Körpers erleben können, anstatt nur Symptome zu erfahren, die mir einfach zustoßen.
Ich konnte mit Anteilen in mir in Kontakt treten, die mir Kraft geben und starke Ressourcen aktivieren. Neben meiner eigenen Yogapraxis, ist die Begleitung durch meine Hakomi-Therapeutin die bisher wichtigste Stütze für mich gewesen.
Ruhe ist Medizin
Das verheerende an der Endometriose ist, dass die Diagnose erst nach Jahren der Schmerzen und des Leidens gestellt wird. Die Zeit ist von Unruhe geprägt. Ich war schon Tage vor meiner Regel sehr angespannt, checkte die Schmerzmittel Vorräte und deponierte sie in jeder Jacken- und Hosentasche.
Neben der Schulmedizin, Yoga und den drei oben genannten Heilmethoden gibt es noch zahlreiche andere Ansätze. Auch mit der Ernährung nehmt ihr Einfluss auf den Verlauf der Endometriose. Da bei mir der Darm betroffen ist, esse ich keine Zwiebeln oder Knoblauch. Und keine Soja-Produkte, denn die darin enthaltenen Phytoestrogene beeinflussen über den Hormonspiegel das Wachstum der Endometriose-Herde im Körper. Wichtig: die Leichtigkeit nicht vergessen. Das heißt, wenn ich bei Freunden eingeladen bin und es sind Zwiebeln und Knoblauch im Essen, mache ich kein großes Ding daraus.
Ruhe ist zu meiner Medizin geworden: Nicht aus der Ruhe kommen, meinen Körper in Ruhe lassen und Ausruhen, sind die wichtigsten Eckpfeiler meines Heilungsprozesses. Mein Ziel ist es, die Leichtigkeit zu leben, auch mit der Endometriose.
Schon beim Anblick der Rezeptbilder im Buch „Soulfood vegan“ läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Kein Wunder, denn die Rezeptentwicklerin und Autorin Katharina Küllmer ist auch noch Food-Stylistin. Diese köstlich scharfe Suppe, die durch die Kokosmilch schön cremig wird, bekommt den besonderen Kick mit Spicy Tofu. Der Tipp zu diesem wunderbaren Rezept kam übrigens von unseren lieben Kollegen bei Vegan World.
Rezept Thai-Erdnuss-Kokos-Suppe mit Spicy Tofu, Minze und Koriander für ca. 4 Personen
Den Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Den Tofu mit den Händen zerbröseln und in einer Schüssel mit Kokosöl, 2 EL Sojasauce, Cayennepfeffer, Currypulver und Paprikapulver mischen. Den Tofu auf das Backblech geben, gut verteilen und im Ofen etwa 35 Minuten knusprig rösten. Zwischendurch immer wieder umrühren. Den fertigen Tofu mit der restlichen Sojasauce (1 EL) vermengen.
Für die Suppe die Schalotten schälen und fein würfeln. Den Ingwer schälen und fein hacken. Das Kokosöl in einem großen Topf erhitzen, Schalotten und Ingwer darin anschwitzen. Die gelbe Currypaste hinzufügen und kurz mitrösten, dann mit Kokosmilch und Gemüsebrühe ablöschen. Alles 5 Minuten köcheln lassen, dann das Erdnussmus hinzugeben.
Für die Garnitur die Minze und den Koriander waschen. Die Minzblätter und den Koriander grob hacken. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in dünne Ringe schneiden.
Die Thai-Erdnuss-Kokos-Suppe auf Schalen aufteilen und den Spicy Tofu, Minze, Koriander, Frühlingszwiebeln und Erdnüsse dazugeben.
Kochbuchautorin Katharina Küllmer
Katharina Küllmer
Sie kocht, komponiert, fotografiert und schreibt voller Leidenschaft und Hingabe. Die Food-Fotografin, Rezeptentwicklerin und Food-Stylistin arbeitet für viele auflagenstarke Food- Zeitschriften und setzt für Unternehmen spannende Fotoprojekte rund um Essen und Genuss um. Für Katharina ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Liebe zu gutem Essen weiterzugeben und Mut zu machen, mit Gewürzen und Zutaten zu spielen.
Soulfood goes Vegan! Perfekt für alle Genussmenschen, die vegane Küche lieben
Diese Soulfood-Rezepte bieten Entspannung pur und bringen gleichzeitig Abwechslung in Ihre vegane Küche. Katharina Küllmer teilt ihre 120 besten veganen Rezepte, gestützt von Grundlagenwissen zu den verwendeten Lebensmitteln und Anregungen für die besten Kombinationen der Speisen untereinander. Von Snacks, Basics, Frühstück und Hauptgerichten bis hin zu Gebäck, Getränken und Desserts. Das Kochbuch ist nicht zuletzt auch aufgrund der besonderen Foodfotografien ein ideales Geschenk für alle Fans der veganen Küche.
Die Beine sind gestreckt und die Füße gebeugt, wenn du nun beginnst, dich vom Kopf her über die Faust einzurollen. Ziel der Übung ist es, den Rücken von oben beginnend sukzessive zu runden. Blicke nach innen, unten. Lenke die Einatmung bewusst in den Rücken. Ausatmend ziehst du den Oberbauch nach innen. Spüren, wie sich mit jedem Atemzug die Dehnung über den gesamten dorsalen Faszienzug bis in den Nacken hinein intensiviert. Am Ursprung der ischiocruralen Muskulatur, den Sitzhöckern, sollte die Dehnung nur sanft spürbar sein. Die Dehnung erfolgt harmonisch über den gesamten dorsalen Faszienzug. So wird die punktuelle Dehnung am Ansatz der Hamstrings reduziert und Entzündungen vorgebeugt. Auch wenn es der gängigen Anleitung widerspricht, hilft es bei Entzündungen der Beinrückseiten, Vorwärtsbeugen zunächst auf diese Weise auszuführen.
Stechender Schmerz an der Beinrückseite, meist dicht am Sitzknochen – ein Phänomen, das viele Yogis kennen. Oft ist Dehnung hier nicht die Lösung, sondern die Ursache des Problems. Mit diesen 7 Übungen von Dr. Ronald Steiner bekommst du das Problem in den Griff.
Die Übungsstrecke in der Galerie verbindet drei Elemente: Faszienpflege, Kräftigung der Beinrückseite und eine harmonische Dehnung über den gesamten dorsalen Faszienzug. Die wichtigste Zutat für die Heilung gestresster Hamstrings ist jedoch Geduld: Selbst bei optimaler Praxis solltest du mit einer Besserung erst nach etwa drei Monaten rechnen. Unser Model Claudia Bahl ist Yin-Yogalehrerin und kennt sich mit dem Zusammenspiel von Muskeln und Faszien bestens aus. Sie weiß: Harmonische Dehnung geschieht in der Balance.
Hinweis: Wenn du keine Beschwerden hast, beugst du mit diesen Übungen Erkrankungen vor und verbesserst deine Yogapraxis. Bei bestehenden Symptomen kann die Sequenz therapeutisch wirken. Du solltest aber vorher mit deinem Arzt klären, welche Übungen für dich geeignet sind.
Übungen für eine gesunde Beinrückseite
Längsfriktion: Streiche im aufrechten Sitz mit den Fingerkuppen beider Hände die Faszien entlang der Rückseite des angewinkelten Beins aus, vom Sitzhöcker bis zur Kniekehle. Nach jeder Bahn versetzt du die Finger etwas, bis du die gesamte Beinrückseite ausgestrichen hast. Das richtet die Faszien in ihrem natürlichen Verlauf aus. Diese Übung empfiehlt sich vor allem nach Verletzungen (etwa Muskelfaserrissen), bei denen auch das Fasziengewebe in Mitleidenschaft gezogen wird.
Faszienlift
Faszienlift: Greife eine Hautfalte direkt über dem Sitzhöcker und lasse sie Richtung Kniekehle rollen oder fasse die Hautfalte immer wieder neu und ziehe sie von der Oberschenkelrückseite weg. So förderst du die Flüssigkeitszirkulation zwischen den Faszienschichten. Entzündungen heilen schneller ab und die einzelnen Schichten gleiten besser übereinander.
Muskelsplit: Stelle den Fuß des um etwa 90 Grad gebeugten Beins mit der Ferse am Boden ab. Ziehe die Zehenspitzen leicht Richtung Schienbein. Greife dicht an der Kniekehle in den Spalt zwischen den tastbaren Muskelsträngen. Dann rotierst du den Unterschenkel hin und her. Mit den Händen unterstützt du das Aneinandervorbei-Gleiten der Muskelstränge. Setze die Scheibenwischer-Bewegung des Fußes fort, wenn du nun die Hände Stück für Stück Richtung Po versetzt und weiter versuchst, die beiden Muskelstränge getrennt zu fassen und gleiten zu lassen. Eine gesunde Muskulatur lässt sich bis etwa zur Hälfte der Oberschenkelrückseite splitten. Der Muskelsplit verbessert das Gleiten der Muskulatur und verleiht Geschmeidigkeit. Hilfreich, wenn sich der sogenannte Kohäsionspunkt durch Narben im Gewebe schon Richtung Knie verlagert hat.
Bein-Lifts: Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Die Handgelenke sind unter den Schultern und die Knie unter den Hüften ausgerichtet. Einatmend hebst du ein Bein seitlich im 90-Grad-Winkel, mit der Ausatmung senkst du es langsam wieder. Das Knie soll dabei weder nach vorne noch nach hinten ausweichen, sondern exakt auf einer Linie mit der Hüfte bleiben. Wiederhole die Bewegung, bis du die Aktivierung im Gesäßmuskel spürst. Die Kräftigung des Gluteus Maximus verbessert die Durchblutung am Ansatz der ischiocruralen Muskulatur. Bei Entzündungen, wird der Heilungsprozess gefördert.
Bein-Klimmzüge
Bein-Klimmzüge: Setze dich auf den Boden und stütze dich mit beiden Händen ab. Die Finger zeigen Richtung Körper. Stelle die Beine etwa rechtwinklig auf, schiebe die Fersen nach unten. Ziehe die Zehenspitzen nach oben und löse den Po vom Boden.
Tischhaltung
Jetzt hebst du einatmend mit der Kraft der Beinrückseite das Becken in die Tischhaltung. Ausatmend lässt du das Becken wieder in die vorherige Position sinken. Wiederhole die Übung so lange im Atemrhythmus, bis du die Kräftigung der Beinrückseiten spürst. So aktivierst du die Muskulatur der Beinrückseiten und förderst deren Durchblutung, was die Heilung unterstützt.
Lunges
Lunges: Ausgangsposition ist ein lockerer Ausfallschritt. Das vordere Knie liegt über dem Sprunggelenk und zeigt in Richtung der zweiten Zehe.
Ausatmend beugst du beide Beine, bis das hintere Knie fast den Boden berührt. Der Oberkörper bleibt aufgerichtet. Einatmend streckst du dich in die Ausgangsposition. Nutze die Muskulatur an der Rückseite des vorderen Beines. Wiederhole die Übung im Atemrhythmus, bis du die Wärme der Muskulatur spürst. Hier kräftigst du deine Beine. Neben der ischiocruralen Muskulatur ist auch der Gluteus beteiligt. Die Durchblutung am Ansatz der ischiocruralen Gruppe wir gefördert.
Bein-Curls
Bein-Curls: Aus der Bauchlage mit geschlossenen Beinen und lang neben dem Körper abgelegten Armen hebst du einatmend Kopf, Schultern, Arme und Beine.
Ausatmend beugst du Knie und Füße. Achte darauf, die Beine auf ihrer ursprünglichen Höhe zu halten. Die Knie sollten nicht zu weit auseinanderdriften. Der Oberkörper bewegt sich nicht. Wiederhole die Übung im Atemrhythmus, bis sich eine leichte Erschöpfung einstellt. So kräftigst du Beinrückseite und Rücken. Zudem förderst du die Durchblutung der gesamten im dorsalen Faszienzug eingelagerten Muskulatur.
Farnblatt
Farnblatt: Lege im Langsitz eine Faust auf den Unterbauch und aktiviere die tiefe Bauchmuskulatur. Mit der anderen Hand ziehst du den Nacken lang nach oben.
Dehnung
Die Beine sind gestreckt und die Füße gebeugt, wenn du nun beginnst, dich vom Kopf her über die Faust einzurollen. Ziel der Übung ist es, den Rücken von oben beginnend sukzessive zu runden. Blicke nach innen, unten. Lenke die Einatmung bewusst in den Rücken. Ausatmend ziehst du den Oberbauch nach innen. Spüren, wie sich mit jedem Atemzug die Dehnung über den gesamten dorsalen Faszienzug bis in den Nacken hinein intensiviert. Am Ursprung der ischiocruralen Muskulatur, den Sitzhöckern, sollte die Dehnung nur sanft spürbar sein. Die Dehnung erfolgt harmonisch über den gesamten dorsalen Faszienzug. So wird die punktuelle Dehnung am Ansatz der Hamstrings reduziert und Entzündungen vorgebeugt. Auch wenn es der gängigen Anleitung widerspricht, hilft es bei Entzündungen der Beinrückseiten, Vorwärtsbeugen zunächst auf diese Weise auszuführen.
Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Die von ihm begründete AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info
Nicoletta Wagenstetter erklärt, wie Yoga die Beschwerden lindern kann
Am Donnerstag ist Welt-Endometriose-Tag und da geht es passenderweise in dieser Folge vom „YogaWorld Podcast“ um Yoga bei Endometriose. Endometriose bekommt bislang viel zu wenig Beachtung in unserer Gesellschaft, obwohl es eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen ist. Tatsächlich ist etwa jede zehnte Frau davon betroffen. Weltweit sind es rund 200 Millionen Frauen! Bei einer Endometriose wuchert Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Das kann den umliegenden Organen schaden und ist häufig mit enormen Schmerzen verbunden.
Unsere Redakteurin Nicoletta Wagenstetter ist von einer schweren Form von Endometriose betroffen. Offen und ehrlich redet sie über ihren Leidensweg und erzählt, wie sehr Yoga ihr bei der Begleitung der Endometriose geholfen hat. Sie gibt konkrete Tipps für direkt Betroffene, aber erklärt auch, wie wichtig eine Sensibilisierung des Umfeldes sein kann. Außerdem geht Nicoletta auf die psychische Komponente einer solchen Erkrankung ein und verrät, wie sie gelernt hat, „die Endometriose als Botschaft ihres Körpers zu verstehen“.