4 Übungen für stabile Sprunggelenke

Übungen stabile Sprunggelenke

Autsch! Kurz umgeknickt und schon ist es passiert: Die Außenbänder am Sprunggelenk sind überdehnt oder sogar gezerrt. Was zurückbleibt, ist oft ein instabiles Fußgelenk, aus dem irgendwann eine dauerhafte Schädigung werden kann. Doch so weit muss es nicht kommen: Ein paar einfache Übungen schützen vor dem Umknicken und fördern die Stabilität.

Der Knöchel setzt sich eigentlich aus zwei Gelenken zusammen: Während sich das obere Sprunggelenk direkt unter dem seitlich sichtbar vorstehenden Knochen befindet, liegt das untere Sprunggelenk etwas tiefer Richtung Fuß. Das obere Gelenk verbindet das Schienbein (Tibia) mit dem Sprungbein (Talus). Als reines Scharniergelenk ermöglicht es nur ein Beugen (Plantar-Flexion) und Strecken (Dorsal-Extension), das ist insbesondere für das Abrollen des Fußes verantwortlich. Damit dieses Gelenk in seiner Scharnierbahn gut geführt ist, wird es von innen mit dem Delta-Band und von außen mit dem vorderen, mittleren und hinteren Außenband stabilisiert.

Das untere Sprunggelenk ist komplexer aufgebaut: Hier bildet das Sprungbein (Talus) eine Brücke zwischen dem Fersenbein (Calcaneus) und dem Kahnbein (Os Naviculare). Das daraus resultierende zusammengesetzte Gelenk ist annähernd ebenfalls ein Scharniergelenk, jedoch um etwa 90 Grad gedreht. Seine seitlichen Bewegungen ermöglichen dem Fuß die Anpassung ans Gelände. So kann das Sprungbein (Talus) auch bei schrägem oder unebenem Untergrund immer senkrecht gestellt werden, was wiederum dem oberen Sprunggelenk erst die Abrollbewegung ermöglicht.

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Muskeln als Stütze für das Gelenk

Wenn wir das Bein beim Gehen heben, hängt der Fuß bei vielen Menschen in leicht gesichelter Stellung herab: Die Fußaußenkante steht tiefer als die Fußinnenkante. Schuld daran ist die Tatsache, dass die Muskulatur an der Außenseite der Schienbeine oft durch fehlende Herausforderung zu schwach ist. Setzt man den Fuß dann zum Schritt auf, landet er auf seiner Außenkante und kippt in der Abrollbewegung nach innen auf die Fußsohle. Wenn zudem auch die Muskulatur im Fußgewölbe nicht ausreichend trainiert ist, kann das Sprungbein (Talus) nicht in der senkrechten Stellung gestoppt werden und der Fuß knickt nach innen weg. Dieses Phänomen nennen wir Knickfuß oder im Kontext des Gehens und Laufens Hyperpronation. Die hier vorgestellten yogatherapeutischen Übungen stabilisieren den Knöchel so, dass der gehobene Fuß nicht so weit in die Schieflage kommt und beim Aufsetzen nicht nach innen einknickt – eine natürliche Pronationsstütze.

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Treffen wir beim Auftreten auf eine unerwartete Bodenveränderung, dann kann der Fuß auch zu weit auf der Fußaußenkante landen. Nun kippt er nicht nach innen auf die Sohle, sondern knickt nach außen um. Das erzeugt einen abrupten Zug auf die Bänder, die das obere Sprunggelenk in seiner Scharnierbahn halten. Zerrungen oder Risse können die Folge sein. Um beide Effekte zu verhindern und den Fuß dauerhaft gesund zu halten, brauchen wir eine gesunde Balance der Muskeln an der Innen- und Außenseite des Schienbeins. Im Team halten sie den Fuß wie in einem Steigbügel seitlich stabil. So geschieht das Aufsetzen des Fußes balancierter und ein Umknicken wird weniger wahrscheinlich.

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Neuromuskuläres Zusammenspiel

In die Bänder des oberen Sprunggelenks strahlen Muskelfasern ein. Mithilfe dieser „dynamischen Bandfasern“ können die Bänder, je nach Belastung, nachgestrafft werden. Über die Bänder hinweggezogene Muskeln stabilisieren das Gelenk zusätzlich und federn Belastungsspitzen von den Bändern ab. Die feine Sensorik dieser Strukturen wird durch Zerrungen oder Risse am Außenband empfindlich gestört. Die Folge: Das Sprunggelenk kann nicht mehr so genau durch die Muskeln geführt werden. Daher knicken Menschen, die einmal umgeknickt sind, oft mehrmals um, obwohl die eigentliche Verletzung schon geheilt ist.

Zusätzlich bleibt nach einer Verletzung am Außenband oft eine gewisse Instabilität im oberen Sprunggelenk zurück. Es rutscht dann bei jedem Schritt ein wenig hin und her – eine Bewegung auf die es nicht ausgelegt ist. Mit der Zeit kann es sich abnutzen und eine Arthrose ausbilden. Auch diese Aspekte können wir mit den therapeutischen Übungen auf den kommenden Seiten angehen: Wir fördern das feine Zusammenspiel von Nerven und Muskeln. So lernt die Muskulatur, das Sprunggelenk in jeder erdenklichen Position wieder blitzschnell zu stabilisieren.

Ein letzter Aspekt sind die Bänder selbst, beziehungsweise die Faszienzüge über und durch das Außen- und Innenband. Nach einer Zerrung oder gar einem Riss entstehen hier kleine Narben. Einzelne Fasern verlieren Kontakt und heilen teilweise versetzt, also nicht in Belastungsrichtung, wieder an. So sind sie bei einem erneuten Umknicken weniger stabil. Daher ist es empfehlenswert, den Knöchel auch nach einem scheinbar ganz harmlosen Umknicken mit therapeutischen Übungen zu stabilisieren. Die bindegewebigen Fasern der verletzten Bänder richten sich so besser aus können eine höhere Belastung meistern.

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4 Übungen für stabile Sprunggelenke

Unsere Übungsreihe bezieht alle wichtigen therapeutischen Zusammenhänge mit ein: die Gesundheit der Faszien- und Bandfasern, die Kraft der Fußmuskeln und schließlich die neuromuskuläre Interaktion – auf dass du sicherer auftreten kannst und nie mehr umknickst!

Pflege des Fasziensystems

A Längsfriktion: Streiche in einem bequemen Sitz mit den Daumen­ kuppen kraftvoll von der Mitte des Unterschenkels beginnend längs an der Außenseite entlang bis über den Knö­chel. Dabei folgst du ganz natürlich dem Faszienverlauf am Außenknöchel. Jede Verletzung hinterlässt in den Faszien feine Narben. Beim acht­samen Ausstreichen kannst du diese als kleine Knötchen zwischen den Fasern ertasten. Diese Technik richtet die Fasern in Belastungsrichtung aus und fördert so ihre Stabilität.

Übungen für stabile Sprunggelenke von Dr. Ronald Steiner

B Faszienlift: Hebe mit zwei bis drei Fingern die Haut an der Außensei­te des Unterschenkels an. Bewege die so entstandene Hautfalte mit krab­belnden Fingern nach unten über den Außenknöchel. Alternative: Wenn sich die Hautfalte nicht gut fassen und rol­len lässt, kannst du die oberflächliche Schicht mit einer Art „Zwicken“ immer wieder versetzt abheben. Das Anheben der Oberhaut von der darunterliegenden Faszie fördert den Durchstrom von Gewebeflüssigkeit. Frische Nährstoffe gelangen zum Gewe­be, Stoffwechsel­ und Entzündungspro­dukte werden schneller abtransportiert.

Wiederhole die gleiche Abfolge aus A und B auf der Innenseite des Beines und anschließend am zweiten Bein. Beide Übungen dürfen sich ein wenig unangenehm anfühlen. Du kannst schon relativ kurz nach einer Verletzung mit ihnen beginnen. So förderst du die Heilung. Aber auch präventiv sind die Übungen gut: Starke, elastische Faszien minimieren das Verletzungsrisiko.

Schmerzen auf der Beinrückseite? Diese Übungen helfen.

Kreisen für starke Muskeln

A Hebe in Rückenlage bei­de Beine senkrecht in die Luft und be­ginne, langsam mit den Füßen zu kreisen. Schon nach wenigen Runden in wechselnder Richtung wirst  du die Muskelbeanspruchung spüren. Fahre fort, bis sich ein leichtes Brennen in den Waden und Schienbeinen einstellt. Gleichzeitig kannst du auch deine Handgelenke mit kräftigen, indem du die Arme in die Luft streckst  und die Hände kreisen lässt.

Übungen für stabile Sprunggelenke von Dr. Ronald Steiner

B Noch viel effektiver ist diese Übung, wenn du die Füße in einer mit Reis ge­füllten Kiste kreisen lässt. Dafür steckst du die Füße auf einem Stuhl sitzend bis etwa zum Knöchel in die Körner. Wer häufig mit dem Knöchel um­ knickt, schädigt langfristig sein Sprungge­lenk. Das Gelenk wird immer instabiler und der Knorpel nutzt sich schließlich arthro­tisch ab. Mit dieser Übung kräftigst du die Muskeln, die dein oberes Sprunggelenk und dein Fußgewölbe stabilisieren. Du wirst feststellen: Es ist einfach ein tolles Gefühl, mit wirklich starken Füßen und Gelenken zu gehen oder zu laufen.

Holzhackender Shiva

Drehe im aufrechten Stand deine Beine aus dem Hüft­gelenk soweit nach außen, wie angenehm möglich. Beuge deine Knie etwas und achte darauf, dass die Ober­schenkelknochen in die selbe Richtung weisen, wie die Füße. Verlagere nun dein Gewicht aufs linke Bein und halte deinen rechten Fuß dicht über dem linken Knie in der Luft.

A Arme nach vorn: Strecke deine Arme horizontal nach vor­ne und beginne, die Handkanten mit möglichst schnellen, wechselseitigen Hackbewegungen auf und ab zu bewegen. Dabei versuchst du, auf dem Standbein möglichst stabil dein Gleichgewicht zu halten.

Übungen für stabile Sprunggelenke von Dr. Ronald Steiner

B Arme zu den Seiten: Anschließend breitest du deine Arme zu den Seiten aus. Dieses Mal führst du die wechselseitigen Hackbewegungen vor und zurück. Wieder stabilisierst du dein Standbein trotz der unruhigen Armbewegungen. Sobald du eine Ermüdung im Standbein und Fuß spürst, wiederhole die Übung auf der anderen Seite. Noch anspruchsvoller wird die Übung auf einer weichen, wackeligen Unterlage, zum Beispiel einer mehrfach gefalteten Yogamatte oder Schulterstandplatte.

Diese Übung fördert das Zusammenspiel der Nerven und Muskeln, die neuromuskuläre Interaktion. So lernen deine Muskeln, die Sprunggelenke auch bei unvorhersehbaren Erschütterungen oder unebenem Boden zu stabilisieren – der beste Schutz vor Umknicken und Verletzung.

Asterix

Stelle die Füße im aufrechten Stand parallel und etwa hüftbreit und hebe die Fersen. Bei dieser rollen­den Bewegung auf die Fußballen stabilisiere aktiv deine Außenknöchel. Anstatt also nach außen zu knicken, halte das Gewicht hauptsächlich auf dem Großzehballen. Fußspann und Schienbein bilden sowohl seitlich als auch frontal gesehen eine gerade Linie.

A Arme nach vorn: Hebe die Arme nach vorne und be­ginne wieder mit möglichst schnellen, wechselseitigen Hackbewegungen der Handkanten auf und ab. Dabei achte weiter auf die Stabilität der Sprunggelenke und die gerade Ausrichtung von Schienbein und Fußspann.

Übungen für stabile Sprunggelenke von Dr. Ronald Steiner

B Arme seitlich: Breite die Arme zu den Seiten aus und führe die wechselseitigen Hackbewegungen nach vorn und zurück. Sobald du eine Ermüdung im Standbein und Fuß spürst, wiederhole die Übung auf der anderen Seite. Auch diese Übung wird noch anspruchsvoller auf einer wackeligen oder weichen Unterlage.

Wie bei Übung 3 förderst du auch hier das Zusam­menspiel der Nerven und Muskeln. Die gehobenen Fersen erzeugen dabei eine neue Herausforderung. Das ist wichtig, da das Sprunggelenk auch im Alltag unter verschiedenen Win­keln Stabilität bekommen soll.


Autor Dr. Ronald Steiner ist Sport­mediziner, Wissenschaftler und einer der bekanntesten Ashtanga­ Yogis. Die von ihm begründete AYI­Methode steht für traditionelles Ashtanga­ Yoga und innovative Yogatherapie. Sein Ziel: Körper und Geist zueinander in eine harmonische Balance führen. Mehr Info: AshtangaYoga.info // Fotos: Philipp Wulk , Titelbild: Daniel Reche via Pexels

Hie Kim über das erste Yunion Yogafestival in Gastein

Hie Kim Yoga Gastein Yunion Yoga Festival

Yogalehrer, Ausbilder des Inside Yoga und Travelling Teacher Hie Kim startete 2018 mit der Veranstaltung „Hie Kim & Friends“ eine Yogaeventreihe, bei der nicht nur er, sondern auch seine Freunde unterrichteten. Das Event ist mittlerweile zu einem richtigen Yogafestival herangereift und bietet ein Line Up, welches sich vor niemandem verstecken muss. //anzeige

Vom 29. August bis zum 4. September ist Hie Kim und viele mehr wieder mit dem Yunion Yogafestival zu Gast in der alpinen Gesundheitsregion Gastein. Im Interview erzählt er über seinen Yogaweg, das Yunion Yogafestival und die Region Gastein im Salzburger Land.

Lieber Hie, wann hat dein Yogaweg begonnen?

Mit der ersten Yogalehrerausbildung im Inside Yoga in Frankfurt 2009. Mein Lehrerweg
begann jedoch schon viel früher. Das hat mit Nachhilfe und Hausaufgaben-Betreuungen
angefangen und sich als Taekwondo Meister schon mit 16 Jahren richtig fest manifestiert. Als Teenager zu sehen, wie kleine Kinder meine Techniken und Präferenzen im Kampfsport übernehmen, war für mich eine ganz simple, jedoch demütigende Erleuchtung. Ich realisierte, was für ein Privileg es ist, sein Wissen anderen mitzugeben. Lehrer in der Schule zu werden, war für mich aber nie eine Option. Da ich bei meinen Eltern mit koreanischen (strengen) Höflichkeitsregeln aufgewachsen bin, empfand ich meine Mitschüler in der Schule damals als recht respektlos. Nach einer kleinen Sinnkrise mit 22 kam mit einem Anruf meines heutigen Mentoren Young Ho Kim ein so großer Stein ins Rollen, dass ich ganz deutlich meinen zukünftigen Weg als Yogalehrer sehen konnte. Er wusste damals, dass ich ein Taekwondo Meister war, dass mich mein gesamtes Leben auf die Rolle des Yogalehrers vorbereitet hat, wussten weder er noch ich.

Wie kam die Idee zur Yogaveranstaltung „Hie Kim & friends“?

Nach 9 Jahren als Yogalehrer, Ausbilder und Travelling Teacher war es 2017 an der Zeit für ein neues Projekt. Da ich meinen Studio-Gastgebern unendlich dankbar bin und gleichzeitig schon viele Eventwochen, Retreats und Yoga Konferenzen hinter mir oder organisiert hatte, gab es für mich eine logische Schlussfolgerung: Ich stelle selbst ein Yogaevent auf die Beine, bei dem ich der Gastgeber für meine Freunde bin. Und dann habe ich endlich die Möglichkeit mich bei meinen Freunden für all die tollen gemeinsamen Jahre zu bedanken. 2018 realisierte sich dieser Wunsch in Form des ersten „Hie Kim & Friends“ Retreats.

Wie ging es weiter?

Die ersten Sommer-Retreats waren ein voller Erfolg, sodass schnell ein zusätzliches
Neujahrs-Retreat zum Jahresbeginn hinzukam. Wir wechselten mit der Zeit mehrmals die Location und verbrachten unvergessliche Yoga-Wochen(enden) gemeinsam.

Yogalehrer Hie Kim: „Es ist ein Privileg, sein Wissen anderen mitzugeben.“

Was bedeutet der Markenname Yunion?

Yunion ist eine Zusammensetzung aus Yoga und Union. Yoga bedeutet Verbindung und
Union bedeutet Vereinigung. Yunion soll das Event sein, bei dem wir alle zum Yoga
zusammenkommen.
Im weiteren Sinne bedeutet Yunion für mich auch, dass jeder Yogastil und jeder Mensch toleriert wird und willkommen ist. Als Praktizierende und Lehrer streben wir oft nach Exzellenz und dabei vergessen wir häufig Qualitäten wie Mitgefühl, aber auch Toleranz. Wenn mir ein Mensch gegenübersteht, dann gebe ich gerade als Lehrer mein Möglichstes, diese Person zu verstehen. Aber vom Grundprinzip her muss ich nicht einmal jemanden verstehen, um das Licht in dieser Person zu sehen, oder? Es ist vollkommen egal, wer du bist, der Mensch an sich reicht mir als gemeinsamer Nenner vollkommen aus, um dich willkommen zu heißen.

Wie kamst du dann auf das Yunion Yogafestival?

Yogaunterricht ist etwas sehr Flüchtiges. Nach einer Yogastunde bleibt nur noch die
Erinnerung, vielleicht ein Gefühl. Deshalb sehnte ich mich nach etwas Feststofflicherem als einer intangiblen Yogastunde. Mit dem Tourismusverband Bad Hofgastein als starken Partner an meiner Seite stand für mich recht schnell fest, dass der Name „Hie Kim & Friends“ im schlimmsten Fall eine vom Ego gestellte Falle sein kann, die dem Potenzial des Events im Weg steht.

Warum hast du die Region Gastein gewählt?

Die Geschichte begann im Sommer 2020. In der Corona-Pandemie hatte ich meinen
emotionalen Tiefpunkt erreicht. Es gab nichts zu tun und trotzdem so viel auszuhalten. Ich habe mich gefühlt, als würde ich auf offenem Meer treiben, und es weht kein einziger Wind, der mich an eine Küste tragen könnte. In dieser Zeit kam der Wunsch nach einem Yoga-Event auf und ich fing einfach an zu träumen. Als ich dann das Gasteinertal entdeckt habe und dort genau im Frühherbst 2020 ein Retreat in Bad Gastein veranstalten konnte (soweit die Sicherheitsmaßnahmen es zuließen) stand für mich fest: Hier will ich öfter hinreisen.

Warum bietet sich Gastein für ein Yogaretreat an?

Yoga und alle positiven Aspekte, die man damit verbindet, sind in Gastein allgegenwärtig. Ich habe zwei Vermutungen, warum das so ist. Das Gasteinertal ist mit dem, was es zu bieten hat, sehr breit aufgestellt. Man kann Ski fahren im Winter, wandern im Sommer und das ganze Jahr hinweg die Thermalbäder genießen. Der gemeinsame Nenner bleibt das bewusste und achtsame Erleben, deshalb passt Yoga so gut hierher. Der zweite Grund sind die Yogaveranstaltungen Yogafrühling und -herbst, die jährlich in Gastein stattfinden. Diese regelmäßigen Yoga-Events wirken wie ein Superdünger auf die Yogaszene, die hier fröhlich wächst und gedeiht. Die meisten Hotels im Gasteinertal haben eigene Yogaräumlichkeiten und sind für die speziellen Bedürfnisse von Yogis bestens ausgestattet.

Wie sieht das Programm zum Yunion Yogafestival in Gastein aus? Was erwartet die Teilnehmer*innen dort?

Wir haben allen Mut zusammengenommen und uns früh entschlossen das Yunion Yogafestival stattfinden zu lassen. Deshalb wird es das erste große Live-Yogafestival seit März 2019 sein. Die Stimmung und Wiedersehensfreude werden nach so langer Zeit einmalig sein. Mir ist es wichtig, dass jeder einzelne Teilnehmer auf demselben Event eine ganz einzigartige Reise erlebt. Mit Patrick Broome und Youngho Kim erwarten die Teilnehmer zwei absolute Stars der deutschen Yogaszene, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gleichzeitig ist das Festivalprogramm sehr vielfältig, ob Inside Flow, Coaching Workshops, sanftem Yin Yoga, Massagen oder Workshops für Yogalehrende. So findet jeder Teilnehmer – vom Yoganeuling bis Yogaprofi – in dieser Woche das richtige Maß an körperlicher und kognitiver Herausforderung, die uns wachsen lässt und Glücksgefühle weckt. Außerdem gibt es die Möglichkeit Einzelcoachings, Fotoshootings oder Massagen zu buchen. Mit der freien Hotelwahl, die vom Tourismusverband Bad Hofgastein unterstützt wird, wird wirklich jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, seine einzigartige Woche zu erleben.

Welchen Lieblingsyogaplatz hast du in Gastein?

Liebste Foto-Location von Hie Kim: der Wasserfall in Bad Gastein.

Ich bin mir jetzt schon sicher, dass die Welcome Session im Kursaal von Bad Hofgastein ein absolutes Highlight für mich wird, wenn ich mit meinem guten Freund und
Yogalehrerkollegen Alexey Gaevskij und meinem Mentor Youngho Kim gemeinsam unterrichte. Wir haben vor, denselben Inside Flow, also dieselbe Vinyasa Flow Choreografie zu dritt zu unterrichten. Mein Touri-Highlight und liebste Foto-Location ist natürlich der Wasserfall in Bad Gastein.

Planst du noch weitere Festivals und Workshops in der Nationalparkregion?

Auf jeden Fall! Ich bin ein großer Fan vom Aufbau langfristiger Beziehungen, da es sich für mich dann schnell wie Freundschaft und nicht nach Arbeit anfühlt. Dementsprechend plane ich regelmäßig ein Neujahrs-Retreat und das Yunion Yogafestival in Bad Hofgastein. Kleine Wochenend-Retreats, die von meinen engsten Schülern und Partnern oder auch von mir durchgeführt werden, sind schon in Planung.


Lust bekommen? Neben dem Yunion Yogafestival finden jährlich der Yogafrühling und der Yogaherbst in Gastein statt. Der nächste Yogaherbst ist von 13. bis 23. Oktober 2022 an den schönsten Plätzen im Gasteinertal. Das Interview führte Theresa Sommerbichler. Mehr Info: https://yunion.de

Diese Kombi rockt: Yogasequenz für Kletterer

Klettern und Yoga haben vieles gemeinsam: zum Beispiel die enge Verbindung von Körper und Geist, das Spiel zwischen Kraft und Beweglichkeit oder das Spannungsverhältnis zwischen stabilem Halt und dem Mut zu neuen Perspektiven. Wir finden: Diese Kombination rockt!

Text: Andrew Tower / Sequenz: Lydia Zamorano / Fotos: Cory Richards

Wer öfter in die Kletterhalle geht, hat es vielleicht schon bemerkt: Immer häufiger blitzen aus den Taschen zwischen Seilen, Gurten und Magnesium-Beuteln auch Yogamatten hervor. Sogar spezielle Yogabücher und Kursangebote für Kletterer gibt es bereits. Kein Wunder: Wie kaum eine andere Ausgleichssportart (wenn man Yoga denn darauf reduzieren mag) verleiht Yoga dem Kletterern genau die Fähigkeiten, auf die es in der Vertikalen ankommt: Gleichgewichtsgefühl, Beweglichkeit und kraftvolle Rumpfmuskeln.

Lydia Zamorano, selbst Yogalehrerin und passionierte Kletterin, sieht auch den umgekehrten Effekt: „Yoga lehrt dich, deine Kraft effizient und entspannt einzusetzen. Dein zentrales Nervensystem bleibt im Ruhemodus. Dadurch kannst du intelligenter reagieren. Beim Klettern kann ich das anwenden und vertiefen, denn es ist ein ständiges Lösen von Problemen. Wie kann ich den nächsten Griff erreichen? Wie kann ich möglichst effizient und möglichst wenig anstrengend eine neue körperliche Aufgabe bewältigen?“

Gemeinsamkeiten zwischen Yoga und Klettern

Kennst du das Gefühl, wenn sich eine Haltung mühelos anfühlt, dass du dich darin fast ausruhst? Oder wenn man das Vinyasa als Erholung wahrnimmt, nachdem man neue, komplexe Bewegungsabläufe geübt hat? Nach diesem Prinzip gelingt es ebenso Kletterern, sich geschmeidig und kräfteschonend zu bewegen. Sie richten ihre Körperteile intelligent zueinander aus und probieren Neues. Dadurch schaffen sie sich inmitten von längeren Routen Ruhe-Inseln und optimieren so die Übergänge zwischen einzelnen Bewegungen.

Yoga hilft Klettern und umgekehrt

Auch Zamorano weiß: „Yoga hilft mir enorm, mich effizient zu bewegen. Denn dabei lerne ich, den ganzen Körper einzusetzen, anstatt einseitig bestimmte Muskelgruppen zu benutzen. Yoga gibt mir das Gefühl, ein Körper, ein großer Muskel zu sein.“

Yogaübungen wie der Krieger II mobilisieren die Hüften und hilft Kletterern so, ihren Körper dichter an die Wand zu bringen. Asanas wie nach oben schauender Hund dehnen Rücken und Schultern und die Brust. Das ist entscheidend, wenn man sich aus der Kraft der Arme und Schultern heraus nach oben zieht. Überhaupt ist Yoga das beste Mittel gegen muskuläre Dysbalancen: Es kräftigt den gesamten Rumpf, von der stützenden Muskulatur der Wirbelsäule über die queren Bauchmuskeln bis hin zum Beckenboden.

Yogis sind durch ihre Asana-Praxis also körperlich prädestiniert zum Klettern. Noch wichtiger als Kraft, Balance und Beweglichkeit sind aber zwei andere Qualitäten: Konzentration und die beruhigende Kraft des Atems. Sportkletterei ist nicht ungefährlich, schon ein Moment der Unachtsamkeit oder Hilflosigkeit gegen Angst kann schlimme Folgen haben. Man muss lernen, wie ein echter Yogi die Ruhe zu bewahren und ganz bei der Sache zu sein.

Yoga für Kletterer vom Profi in beiden Disziplinen

Kein Wunder, dass sich für Lydia Zamorano der Schwerpunkt verschoben hat: „Ich habe mit Yoga begonnen, um besser zu klettern. Jetzt klettere ich, um meine Yogapraxis zu unterstützen. Das Draußensein in den Bergen ist eine wunderbare Ergänzung zu den innerlichen Erfahrungen auf der Yogamatte. Außerdem fordert mich das Klettern dazu auf, meine Komfortzone zu verlassen, eine unkontrollierbare Umgebung aufzusuchen und in der Verbindung mit der Natur auch riskante Neuanfänge auszuprobieren.“

Im Folgenden stellt sie einen Yoga Flow vor, der das Klettern optimal unterstützt. Die Übungen kräftigen die rückseitige Oberschenkelmuskulatur, mobilisieren die Hüftgelenke, gleichen Dysbalancen im Schultergürtel aus und fördern innere Ruhe.

Zur Vorbereitung praktiziere zwei bis fünf Runden Sonnengruß.

Yoga-Sequenz für Kletterer

1. Bretthaltung

wirkt rumpfkräftigend

yoga klettern plank pose

Du beginnst in Adho Mukha Shvanasana (nach unten schauender Hund). Verlagere dein Gewicht nach vorn, bis die Schultern über den Händen stehen und bilde mit deinem Körper von den Fersen bis zum Scheitel eine Linie. Beobachte, ob das Becken nach vorn oder hinten kippt. Nachdem du stabil und mittig ausgerichtet bist, streckst du die Wirbelsäule gerade in die Länge. Außerdem schmiege die Beckenkämme zueinander hin. Das aktiviert die Bauchdecke und stützt die Lendenwirbelsäule. Anschließend nach fünf tiefen Atemzügen kehre zurück in den Hund.

2. Seitliches Brett, Vasishthasana

kräftigt Arme und Schultern

yoga klettern side plank

Aus dem Hund versetzt du deine rechte Hand etwas nach links unter die Mittelachse des Körpers. Rolle auf die Außenkante des rechten Fußes und lege den linken Fuß auf den rechten. Drehe das Becken nach links, ohne es nach unten sacken zu lassen. Löse die linke Hand vom Boden und drehe den Rumpf zur Seite auf. Dabei liegt die linke Hand am Kreuzbein oder wird senkrecht nach oben gestreckt. Stell dir eine magnetische Kraft vor, die die Beine zueinander zieht. Diese Aktivität stützt die Wirbelsäule. Um die äußeren queren Bauchmuskeln und den Serratus (Sägezahnmuskel) zwischen Brust und Schulter anzusprechen, ziehe die rechten Rippen zum linken Beckenkamm und umgekehrt. Schultern und Schlüsselbeine bleiben möglichst weit. Nach fünf Atemzügen kehre zurück in den Hund und wechsle die Seite.

3. Vorwärtsbeuge aus der Grätsche, Prasarita Padottanasana

dehnt Arme, Schultern und Körperrückseite

lettern prasarita padottanasana

Stelle dich in eine Grätsche, bei der Oberschenkel und Zehen leicht nach innen gedreht sind. Verschränke die Finger hinter dem Rücken, dabei lässt du etwas Abstand zwischen den Handgelenken. Verwurzle die vier Ecken der Füße gleichmäßig am Boden, bevor du dich aus den Hüftgelenken nach vorne beugst. Dabei hältst du den Rumpf lang und die Arme ziehen nach oben und sinken dann nach vorne. Experimentiere damit, die Handflächen zum Rücken oder nach außen zu wenden. Diese Übung schenkt beim Klettern stark beanspruchten Muskeln Entlastung. Nach fünf Atemzügen rollst du dich behutsam zum Stehen auf.

4. Baum, Vrikshasana

fördert das Gleichgewicht und stärkt die Mitte

yoga klettern baum

Du beginnst im Stehen und verlagerst das Gewicht auf das linke Bein. Dann hebst du den rechten Fuß vom Boden. Bewege dich langsam und möglichst locker und setze die rechte Fußsohle auf einer für dich angemessenen Höhe an die Innenseite des Standbeins. Drehe das rechte Knie nach außen, ohne das Becken zu verdrehen, und schmiege Standbein und gehobenen Fuß zueinander hin. Konzentriere dich auf deine Mittelachse – eine gerade Linie über dem stabilen, gut geerdeten Standbein. Genau wie beim Klettern schiebst du nach unten, um dich nach oben abzudrücken. Wenn du mit zu viel Kraft und Anspannung arbeitest, ermüdest du schnell. Nach fünf Atemzügen löst du die Haltung und wechselst die Seite.

5. Einbeinige Taube, Eka Pada Rajakapotasana

mobilisiert die Hüftgelenke und dehnt die Oberschenkel

yoga klattern taube

Du beginnst im herabschauenden Hund. Hebe das linke Bein, beuge das Knie und ziehe es zur linken Hand. Schiebe das rechte Bein nach hinten, bis der linke Oberschenkel am Boden (oder auf einem Kissen) ankommt. Damit das Becken nicht nach links kippt, kannst du die Zehen des hinteren Fußes einwärts und seine Ferse auswärts drehen. Senke den Oberkörper lang nach vorne und stütze dich auf den Unterarmen auf. Bei entsprechender Beweglichkeit kannst du auch die Arme lang ausstrecken und die Stirn ablegen. Entspanne mindestens eine Minute lang bewusst die linke Hüfte und das rechte Bein. Nach maximal fünf Minuten wechsle über den Hund für die einbeinige Taube auf die andere Seite.

6. Donnerkeil, Vajrasana

dehnt die Füße

yoga klettern toe squat

Beim Klettern verspannen sich die Füße leicht. Nicht nur wegen dem enormen Krafteinsatz, sondern auch wegen der engen Kletterschuhe. Dieser Haltung schaffst du Abhilfe, indem du die Faszien der Fußsohle und Muskeln und Bänder rings um die Waden massierst. Deshalb stelle im Kniestand die Zehen auf (auch den widerspenstigen kleinen Zeh) und setze dich zurück auf die Fersen. Bleibe fünf Atemzüge lang in der Haltung und lass nach und nach mehr Körpergewicht auf die Zehen sinken. Wenn das zu intensiv ist, lehne dich nach vorn und stütze dich mit den Händen auf dem Boden ab. Mit der Zeit kannst du hier die Zeit auf bis zu drei Minuten steigern.

Tipps: Darauf kommt es beim Yoga für Kletterer an

  • Atme voll und tief aus der Kraft des Zwerchfells. Das fördert mentale Klarheit und körperliche Kraft.
  • Lenke den Atem an die Rückseite des Rumpfes und lass daraus ein neues Atemmuster werden.
  • Bewege dich mit Effizienz und entspannter Kraft.
  • Übe diese Yogasequenz für Kletterer mindestens drei Mal pro Woche.
  • Klammere dich nicht krampfhaft fest.
  • Setze dein Körpergewicht in der Bewegung ein, anstatt sich der Schwerkraft zu widersetzen.

Dieser Artikel stammt aus dem YOGA JOURNAL 04/2016.


Andrew Tower war lange Zeit Redakteur bei dem amerikanischen Klettermagazin „Urban Climber“. Er lebt (und klettert) in San Francisco.

Lydia Zamorano, aus Ontario stammend, und ihr Mann üben regelmäßig Yoga und Klettern. Auf ihrem Instagram-Account @practicewithlydia kann man die Abenteuer in den Bergen und auf der Yogamatte von den beiden und ihren gemeinsamen Kindern miterleben.

Die besten Yogamatten für verschiedene Bedürfnisse

Die besten Yogamatte für alle Bedürfnisse
Sie soll Ausrutscher verhindern und gleichzeitig zum Experimentieren einladen.
Natürlich soll sie auch gut aussehen, haltbar und praktisch sein – aber bitte möglichst umweltschonend. Matte Typen? Ganz und gar nicht! Wir zeigen euch eine Auswahl der besten Yogamatten für verschiedene Bedürfnisse. //anzeige

Die schlanke Yogamatte: „Voyager“ von Jadeyoga

Die beste Yogamatte
Extradünn und extraleicht: Voyager von Jadeyoga

Ein Hauch von Unterlage – und in Zeiten beschränkten Reisens ein Sehnsuchtsort: Die Jade Voyager Matte ist perfekt für Yogi*nis, die viel unterwegs sind oder einfach den direkten Kontakt zum Boden mögen. Erwarte keine Dämpfung von der „Voyager“, aber sie ist die beste Matte, wenn du wenig Platz zum Verstauen hast oder sie auf einer anderen Studiomatte verwenden möchtest. Die Matte ist extradünn und extraleicht, dazu noch faltbar auf die Größe eines Yoga Blocks. Und für jede verkaufte Matte pflanzt Jade einen Baum – bislang über zwei Millionen!

Maße: 173 x 68 x 0,16 cm | Gewicht: 0,68 kg | Material: Naturkautschuk | Preis: 40 Euro | Info: jadeyoga.eu

Lies auch: So pflegst du deine Yogamatte

Die blumige Yogamatte: „Blume des Lebens“ von Bodhi

Die beste Yogamatte
Antibakteriell, schmutz- und geruchsabweisend: Die Korkmatte von Bodhi

Diese Kork-Yogamatte mit schönem „Blume des Lebens“-Print, der gleichzeitig als Ausrichtungshilfe dient, bekommt erst durch Feuchtigkeit den richtigen Grip und eignet sich daher besonders gut für eine intensivere Yogapraxis. Die Oberseite besteht aus natürlichem, weichem Kork, der sich nicht nur angenehm anfühlt, sondern auch antibakterielle, schmutz- und geruchsabweisende Eigenschaften hat. Die Unterseite ist aus rutschfestem Naturkautschuk. Dazu ist sie pflegeleicht: Korkzellen sind in sich geschlossen, sodass Staub, Schweiß und Schmutz nicht eindringen können.

Maße: 185 x 66 x 0,4 cm | Gewicht: 2,2 kg | Material: Kork (Oberseite) Naturkautschuk (Unterseite) | Design: „Blume des Lebens2 mit Alignment-Hilfe | Preis: 60 Euro | Info: bodynova.de

Die sonnige Yogamatte: „Yogimat Sun“ von Yogistar

Die besten Yogamatten
Extralang, extrabreit und extradick: „Yogimat Sun“ von Yogistar

Auf dieser gut gedämpften Matte lässt es sich wunderbar in den Tag starten, und das sogar in Überlänge. Dazu punktet die „Yogimat Sun“ mit ihrem ganz speziellen Naturkautschuk und ist im gesamten Herstellungsprozess ökologisch einwandfrei. Auch in fordernden Yogastilen begeistert diese natürliche Yogamatte mit ihrer Rutschfestigkeit und Polsterung. Neben dem ultrarutschsicheren Material und den ausdrucksstarken Farben (wir empfehlen passend zur Saison ein smoothieweiches „spring green“), ist diese Matte also extralang, extrabreit und extradick!

Maße: 200 x 65 x 0,6 cm | Gewicht: 2,6 kg | Material: Naturkautschuk | Preis: 69 Euro
| Info: yogistar.com

Lies auch: Ökologische Yogamatte – Das musst du wissen

Die handliche Yogamatte: „Cover Mat“ von OBOVE

Die besten Yogamatten
Waschbar und mit handgemalten Designs: Cover Mat von OBOVE

Die „Cover Mat“ vom Münchner Startup OBOVE ist nicht nur faltbar, sondern auch in der Waschmaschine waschbar. So fühlt man sich bei der eigenen Yoga-Routine immer wohl – egal ob daheim oder unterwegs. Dabei sorgen die angenehme, saugfähige Mikrofaser-Oberfläche für sicheren Halt und die Unterseite aus langlebigem Naturkautschuk für die entsprechende Dämpfung. Nicht zuletzt überraschen die einzigartigen Designs – von der Gründerin handgemalt.

Maße: 180 x 66 x 0,13 cm | Gewicht: 1,2 kg | Material: Naturkautschuk und Mikrofaser | Preis: 70 Euro | Info: obovemats.com

Auch spannend: Hilfsmittel im Yoga – Was können Block, Gurt & Co.

Vitalisierend: Mandel-Bliss-Bites mit Aprikosenmus

Rezept für Mandel Bites mit Aprikosenmus

Dieses Rezept für Mandel-Bliss-Bites mit Aprikosenmus vereint mit Mandeln, Datteln, Aprikosen und Honig gleich vier Lebensmittel und dazu noch etliche Gewürze, denen im Ayurveda eine verjüngende und vitalisierende Wirkung auf Frauen zugesprochen wird.

Zutaten: Mandel-Bliss-Bites

80 g Kichererbsenmehl
150 g Mandeln
150 g Datteln (ca. 18 Stück)
60 g Sesamsamen
2 EL Mandelmus
2 EL Kokosfett
1 Msp. Muskat
1 TL Kardamom
2 Nelken
1 Prise Salz

Für das Aprikosen-Mus:

100 g getrocknete Aprikosen
1 Msp. Vanille
ca. 50 ml Wasser
1–2 EL Honig (optional)

So bereitest du die leckeren Bliss-Bites zu

Weiche die getrockneten Aprikosen 2–4 Stunden in Wasser ein. Je länger, desto cremiger wird das Mus. Röste das Kichererbsenmehl ohne Fett in einer Pfanne auf mittlerer Stufe 5–10 Minuten lang leicht an. Bewege es dabei, damit es nicht anbrennt. In der Zwischenzeit hacke die Hälfte der Mandeln grob und stellen sie beiseite. Verarbeite die restlichen Zutaten für die Bites mit dem angedünsteten Mehl im Mixer zu einer klebrigen
Masse. Probiere mit den Fingern, ob sich die Masse zu einer Kugel formen lässt. Falls sie zu trocken ist gib 2–3 EL Wasser hinzu.

Anschließend mische die gehackten Mandeln unter die Masse und streiche sie in eine große Auflaufform. Stelle die Form mindestens 30 Minuten lang in den Kühlschrank, da mit sich die Masse festigen kann. Püriere die eingeweichten Aprikosen (ohne das Einweichwasser) mit dem Honig und der Vanille im Mixer auf höchster Stufe. Gib nach und nach etwas Wasser hinzu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Zum Servieren schneide die Masse in viereckige Kanten und träufele etwas Mandelmus darüber. Dazu reichst du das Aprikosenmus. Guten Appetit!

Lust auf noch mehr leckerer Rezepte? Dann stöbere doch mal in unserer großen Rezepte-Sammlung.


Dieses Rezept stammt von Stefanie Blösch. Sie ist Yoga- und Ayurveda-Coach für Frauengesundheit. feelgoodlife.ch

Selbstfürsorge: Jenseits des Badeschaums

Was bedeutet Selbstfürsorge

Selbstfürsorge als politischer Akt? Im duftigen Selfcare-MeTime-Wohlfühl-Kosmos geht gerne mal unter, dass wir es mit einer Grundlage menschlichen Miteinanders zu tun haben. Warum es wichtig ist, sich um sich selbst zu kümmern, um gut handeln zu können.

Text: Carmen Schnitzer

Pastellfarbene Teetassen-Idylle, listenweise Tipps, Blumen, Schaumbäder und immer wieder entspannt lächelnde Menschen im Schneidersitz, die Hände zur Jnana-Mudra geformt: Wer das englische Pendant zur „Selbstfürsorge“, „selfcare“, in die Internet-Suchmaschine seines Vertrauens eingibt, den kann die Flut an Ergebnissen überwältigen. Gut 3 Milliarden Treffer spuckt etwa Google aus, bei Ecosia sind es 13,7 Millionen, weit über 34 Millionen Mal findet sich der Hashtag #selfcare auf Instagram. Derzeit gehört das Wort laut „Google-Trends“ zu den weltweit am häufigsten gesuchten Begriffen, und klar: Auf so einen Zug springen Produktmanager*in gerne auf, sie nennen Badeschaum „Zeit für mich“ und Kräutertees „Happy Mind“, während die Verlage uns mit Wohlfühl-Zeitschriften in Mandala- und Wolken-Optik beglücken.

All das ist offenbar Zeitgeist. Dabei haben wir es hier nur scheinbar mit einer Neuzeit-Erfindung zu tun. Die Philosophie hinter dem vermeintlichen Modewort „Selbstfürsorge“ ist schon Jahrtausende alt, und zwar nicht nur im indischen Yoga. Auch hier in Europa widmeten sich Denker bereits in der Antike dem Thema. Zentrale Begriffe sind dabei das griechische epimeleiaheautou bzw. das römische cura sui, die sich beide mit „Sorge um sich selbst“ übersetzen lassen. Der Philosoph Michel Foucault hat ihnen 1982 in mehreren Vorlesungen am Collège de France neue Aufmerksamkeit verschafft. Er wies unter anderem darauf hin, von welch zentraler Bedeutung für die Polis, also den Staat beziehungsweise die Gemeinschaft, es war, dass der Philosoph Sokrates (469–399 v. Chr.) die Bürger zur Selbst(für)sorge mahnte.

Es gibt ein fiktives Gespräch zwischen Sokrates und dem späteren Staatsmann Alkibiades, einem jungen, attraktiven Draufgänger, den es in die Politik zog. Nach und nach zeigt Sokrates ihm darin auf, dass es ihm dafür noch an Kompetenz, Bildung und klaren Grundsätzen mangele. Er rät ihm, zunächst einmal zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern, was wiederum Selbsterkenntnis voraussetze. Erst wer für sich selbst sorgen könne, könne auch ethisch gut handeln und sei einer Führungsrolle würdig.

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„Ich zuerst“ ist der falsche Weg

Damit wären wir bei einem bis heute weit verbreitetem Missverständnis, demzufolge das Kümmern um sich selbst gleichzusetzen ist mit Egoismus oder einem bloßem Kreisen um die eigenen Befindlichkeiten – einer Art „Achtsamskeitsspirale“, die sich auch in Yogakreisen durchaus mal beobachten lässt. Vielleicht kennst auch du jemanden, der vor lauter „Spiritualität“ und Innenschau die Welt um sich herum kaum noch wahrnimmt, oder dessen Interaktion mit anderen Menschen dir problematisch erscheint? Diese Gefahr sieht auch Dr. Tatjana Reichhart, die in ihrem Buch „Das Prinzip Selbstfürsorge“ unter anderem von dem Druck schreibt, den der derzeitige „Ich muss mich finden beziehungsweise optimieren“-Trend auslöst. „Wenn die Achtsamkeit instrumentalisiert wird im Sinne von alles ganz toll und gut zu machen – dann landen wir nicht bei dem, was mit Selbstfürsorge gemeint ist“, erklärt sie. Selbstfürsorge beziehe immer andere Menschen mit ein, bedeute nicht „Ich zuerst“, sondern auch Reflexion über die eigene Rolle in der Gesellschaft.

Das klingt kompliziert und tatsächlich gibt es kein schlichtes Rezept, dem man mal einfach folgen kann, um im besten Sinne selbstfürsorglich zu sein. Denn Zeiten ändern sich ebenso wie Menschen und Umstände, und so gilt es, das eigene, sich wandelnde Innere immer wieder neu auszuleuchten und in den Kontext zur sich ebenfalls wandelnden Außenwelt zu setzen. Und ja, das bedeutet auch: Arbeit an sich selbst. Nicht im Sinne eines ehrgeizigen Höher-schneller-weiter-Denkens, nicht, um immer „besser“ zu werden, sondern um im Einklang mit sich und der Umwelt zu bleiben beziehungsweise sich neu auszubalancieren.

Nur wer sich selbst hilft, kann anderen helfen

Warum ist  Selbstfürsorge so wichtig?
Selbstfürsorge bedeutet auch, sich Regenerationsphasen zu gönnen. Nur wenn dein Akku voll ist, kannst du dich auch gut um andere kümmern.

Wem das alles zu abstrakt klingt, dem hilft vielleicht ein konkretes Bild: Wenn im Flugzeug vor dem Start die Sicherheitshinweise gezeigt werden und davon die Rede ist, dass bei einem Druckabfall Sauerstoffmasken aus den Fächern über den Sitzen fallen, dann heißt es immer: „Setzen Sie sich erst selbst die Maske auf, bevor Sie Kindern und anderen hilfsbedürftigen Menschen helfen!“ Denn wenn du nicht mehr atmen kannst, ist auch dem Kind neben dir nicht geholfen. Im übertragenen Sinne heißt das: Wenn du nicht auf deine Energiereserven achten, wenn du dich nur für andere Menschen und Pflichten verausgabst oder Erfolgen nachjagst, ohne dir Regenerationsphasen zu gönnen, wird früher oder später der Punkt kommen, an dem du weder zur Hilfe noch zur Pflichterfüllung mehr fähig bist.

Etwas anders ist das in der Yogaphilosophie. Patanjali stellt im Yogasutra die Yamas, also die Grundregeln ethischen Verhaltens, die sich mit dem Außen beschäftigen (verkürzt: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkei, Nicht-Stehlen, Maßhalten, Begierdelosigkeit) vor die Niyamas, die sich auf das Selbst beziehen (Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Hingabe). Er geht also, wenn man so will, im Vergleich zu Sokrates einen umgekehrten Weg. Aber wie ist es denn nun „richtig“? Nun, dazu könnten wir uns darauf besinnen, dass es die harte Trennung von Innen und Außen, von Ich und Umwelt, von Zuerst und Danach im Grunde nicht gibt, dass Yoga Einheit bedeutet, Harmonie und Verbindung. Im konkreten Fall – etwa bei den Sauerstoffmasken im Flugzeug – ist es zwar wichtig, sich zuerst um sich zu kümmern, aber nicht im Sinne einer Hierarchie, sondern mit Blick auf das große Ganze.

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Philosophie und Alltag

Worte wie „zuerst“ oder „wichtig(er)“ sind demnach als Wortkrücken zu verstehen, die der einfacheren Kommunikation dienen, aber den tieferen Sinn einer Handlung nur bedingt erfassen. Doch weg von der Philosophie und hin zum Alltag: Was bedeutet Selbstfürsorge in einer Zeit, in der das kollektive Stresslevel hoch ist? Schon vor Corona, 2019, erreichte die Zahl psychisch bedingter Krankschreibungen einen neuen Höchststand: 260 Fehltage kamen laut des DAK-Psychoreports 2020 auf 100 Versicherte, das bedeutet seit 2000 einen Anstieg von 137 Prozent.

Woher kommt diese offensichtliche Überforderung mit dem Leben, der Welt? Warum fühlen wir uns so oft gehetzt, ruhelos, wo wir doch im Vergleich zu unseren Vorfahren so viele Möglichkeiten haben, Zeit zu „sparen„: Fürs Wäschewaschen haben wir Maschinen, mit der U-Bahn legen wir in wenigen Minuten mehrere Kilometer zurück, Nachrichten verschicken wir per Mausklick. Und doch fühlen sich viele überfordert, denn wir bekommen zwar einerseits Zeit „geschenkt“, haben aber andererseits zigmal mehr Möglichkeiten, sie einzusetzen, als wir tatsächlich können. Und diese Wahlmöglichkeit, die gleichzeitig ja auch eine Wahlpflicht ist, stresst.

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Stress ist nicht gleich Stress

Dabei ist Stress nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Stressforscher*innen unterscheiden zwischen positivem (Eustress) und negativem (Distress) Stress. Während ersterer zum Beispiel als Lampenfieber oder Aufregung vor einem Wettkampf zum Tragen kommt und uns kurzzeitig wacher und leistungsfähiger macht, belastet uns der Distress, wir fühlen uns überfordert, weil wir Dinge nicht zu unserer Zufriedenheit erledigen können, brennen aus oder plagen uns mit Ängsten herum. Jetzt zu Corona-Zeiten sahen und sehen sich leider viele diesem negativen Stress ausgesetzt, sei es wegen der Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Arbeit, wegen Existenzsorgen oder aufgrund von heftigen Differenzen mit Freund*innen, die zum Thema eine andere Haltung haben als man selbst.

Um diesem krank machenden Stress etwas entgegenzusetzen, ist Selbstfürsorge in diesen Tagen vielleicht wichtiger denn je. Denn um Herausforderungen und Rückschlägen standzuhalten, brauchen wir Resilienz (von lat. resilire: zurückspringen, abprallen). Zwillingsstudien legen nahe, dass diese psychische Widerstandsfähigkeit zu 30–50 Prozent genetisch bedingt ist. Frustrierend? Konzentrieren wir uns lieber auf die gute Nachricht: 50–70 können wir trainieren. Dazu gilt es, das eigene Denken und Handeln zu reflektieren, sich der eigenen Bedürfnisse klar zu werden, Glaubenssätze zu erkennen und gegebenenfalls zu modifizieren. Solche oft bereits in der Kindheit erlernte Glaubenssätze können zum Beispiel sein: „Ich werde geliebt, wenn ich Leistung bringe“, „Ich darf nicht schwach sein“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Das Erkennen solcher inneren Muster ist der erste Schritt hin zu einem selbstfürsorglicheren Verhalten.

Hilfreich: Meditation für ein heilendes Herz

Die nächsten Schritte führen uns dann durchaus mal raus aus der Komfortzone, wobei du dich nicht überfordern solltest. Das Prinzip kennst du im Grunde schon vom Yoga: Es geht darum, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren – was nicht bedeutet, es sich innerhalb dieser Grenzen gemütlich zu machen, sondern sie immer wieder auszutesten, etwas darüber hinauszugehen, aber auf keinen Fall zu viel.

Nachhaltige Freundlichkeit

Auf den Alltag bezogen kann das zum Beispiel heißen, dass du mal nicht so „nett“ reagierst, wie man es von dir gewohnt ist – weil du zum Beispiel eine Bitte abschlägst, die du sonst automatisch, aber vielleicht innerlich grummelnd erfüllt hättest (bis es irgendwann womöglich zum großen Knall gekommen wäre). Danach gilt es, die (kurzzeitige) Enttäuschung oder Verwunderung deines Gegenübers auszuhalten. Doch du wirst merken, dass das Leben weitergeht, du weiterhin respektiert und geliebt wirst – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als vorher. Denn die Freundlichkeit, die du entwickelst, wenn du selbstfürsorglich handelst, wird eine echte, nachhaltige und (selbst-)sichere sein, die sowohl dich als auch dein Gegenüber bereichert. Und auf diese Erkenntnis können wir nun gerne mit einer pastellfarbenen Tasse „Happy Mind“-Tee anstoßen!


Zu Beginn ihrer Recherchen hatte Autorin Carmen Schnitzer beim Thema „Selbstfürsorge“ viele Plattitüden im Kopf und Sorge, dass es zu wenig Substanzielles zu sagen gäbe. Am Ende sah sie sich gezwungen, ihren Text ordentlich zu kürzen …

Free Flow Playlist mit Hippie Vibes

Yoga Playlist Selen
Die Free Flow Yoga Playlist von unserem Covermodel Selen

Chillige Klänge, sanfte Rhytmen, Sonne im Herzen: Mit dieser Free Flow Playlist kannst du die Sommertage und deine Yoga-Praxis ganz wunderbar verbinden.

Sie sei ein „Hippie im Herzen“ sagt Selen Erman von sich selber: voller Wanderlust und Leidenschaft – zum Beispiel für Musik, Bewegung und ein Leben jenseits der Dogmen. Diese Kombination ihrer Leidenschaften hat sie uns in eine Playlist gepackt. In 90 Minuten kommst du den Velvet Hippie Vibes näher und wirst von den Liedern durch einen Bewegungsfluss getragen. Diese entschleunigen und bringen dich aus dem Kopf zurück ins Fühlen. Wenn du passend zur Free Flow Playlist nach einer Praxis-Strecke suchst, kommst du hier zu einer Mini-Practice für fließende Energie.

Free Flow Playlist

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Über Selen

Hippie Vibes mit Selen – Photo: Phil Pham (@philphamphoto)
Hippie Vibes mit Selen – Photo: Phil Pham (@philphamphoto)

Die Münchnerin mit türkischen und norddeutschen Wurzeln unterrichtet Vinyasa Yoga bei Patrick Broome und zierte bereits das Yoga Journal Cover. Viel mehr als einem bestimmten Stil folgen ihre Stunden dem Fluss des Atems, den Klängen von Musik und der Intuition. Ihr Ziel: „Vom Kopf ins Spüren kommen und erkennen, dass unsere wahre Natur pure Liebe ist.“ Om Shanti!

Übrigens: Vielleicht willst du uns aber auch selbst mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich unter redaktion@yogajournal.de, auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.

Faszien-Taube für die Innenseiten der Arme

Faszien-Taube für die Arminnenseiten - Foto: Susanne Schramke
Seine Flügel ausbreiten und so friedlich durchs Leben fliegen wie eine Taube – in turbulenten Zeiten wie diesen eine besonders schöne Vorstellung. Damit du auch Veränderungen und neue Wege mit offenen Armen empfangen kannst, empfiehlt Amiena Zylla dir diese Faszien-Taube für die Arminnenseiten.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich waren die letzten Monate sicher die herausforderndsten, die ich mir vorstellen kann. Wer hätte gedacht, dass ein Virus die Welt so zum Stoppen bringen würde? Für mich persönlich war die Lockdown-Zeit gefühlt
einmal Hölle und zurück. Ich wollte mit aller Kräften mein Yogastudio am Leben erhalten und trotz 24/7 Arbeit versuchen, eine gute Mutter für meine kleine Tochter zu sein. Aber trotz der ganzen Hektik und dem Gefühl, manchmal alles hinschmeißen zu wollen, spürte ich auch einen gewissen inneren Frieden: Mehr denn je habe ich mir bewusst Gedanken darüber gemacht, was mein Wohl und das meines Kindes bzw. meiner Familie eigentlich ausmacht.

Der Stresslevel war zum Teil so hoch, dass ich genau in dieser Situation alles viel deutlicher vor Augen hatte: Was ist gut für uns und was nicht. Meine Entscheidungen fielen da ganz klar und ohne Zweifel. Dafür nehme ich mir zwar Zeit, aber es gelingt mir auch wieder ganz gut, auf mein „Bauchgehirn“ zu hören. Mir persönlich helfen dabei die öffnenden Übungen für die verschiedenen Faszienbahnen. Eine sehr entscheidende Bahn möchte ich dir hier vorstellen: die vordere Armlinie. Das Üben mit ihr wird uns dabei unterstützen, neue Wege mit offenen Armen zu empfangen.

Verlauf der frontalen Armlinien und Wirkung

Sie beginnen bei den Fingern, ziehen über die komplette Innenseite der Arme, weiter geht es über die vordere Seite der Schulter zur Brust, wo sie am Brustbein endet. Diese Übung stabilisiert und hält die Handgelenke flexibel, lindert das Karpaltunnel-Syndrom (Verengung der Nerven im Handgelenkstunnel), verbessert die Atmung und verschafft ihr mehr Raum.

Gleich mitmachen: 60 Minuten Faszienyoga mit Amiena Zylla im Video

Step by Step Anleitung

Faszien-Taube für die Arminnenseiten – Foto: Susanne Schramke
  1. Setze dich in den Fersensitz. Aus dieser Position lehne dich leicht nach vorne, hebe dein Gesäß etwas an und stütze dich mit den Händen am Boden ab.
  2. Strecke dein rechtes Bein nach hinten aus und schiebe deine linke Hand etwas weiter nach vorne. Dann drehe deinen rechten Arm im Schultergelenk nach außen, sodass die Fingerspitzen deiner rechten Hand nach hinten zum ausgestreckten Bein zeigen.
  3. Rotiere deine rechte Beckenhälfte leicht nach innen und senke sie in Richtung Boden ab. Dein Oberkörper ist dadurch minimal nach links gedreht.
  4. Bleibe etwa eine halbe Minute lang in der Haltung und beobachte die Dehnung an der Arminnenseite. Anschließend wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Tipp: Wie immer im Faszienyoga bist du eingeladen, mit der Haltung zu spielen: Bewege die rechte Schultern sachte nach innen und außen, drehe deinen Oberkörper mal mehr, mal weniger nach links, heben und senke dein Becken – alles ganz langsam und klein, so dass die Bewegungen von außen kaum sichtbar sind. Dennoch wirst du deutlich die verschiedenen Nuancen in der Wirkung spüren.

Lies auch: Faszienyoga gegen Kopfschmerzen


Fragen oder Anregungen? Dann findest du Amiena Zylla hier: amienazylla.com & instagram.com/amienazylla