10 Asanas gegen Kopfschmerzen

10 Asanas gegen Kopfschmerzen

Wenn im Arbeitsalltag der Kopf brummt, gilt das Motto: Loslassen und Abkühlen. Mit diesen ausgewählten Asanas, von ­denen sich einige auch leicht am Arbeitsplatz durchführen lassen, kannst du schon in einer halben Stunde gute Erfolge ­erzielen. Viel Spaß beim Entspannen und beim Ausprobieren dieser 10 Asanas gegen Kopfschmerzen.

Das Ziel ist, dich zu erden und die Selbstwahrnehmung zu intensivieren. Wenn die Verspannungen in den Muskelketten entlang des Körpers zu allen Seiten aufgelöst werden und die Betonung auf der Ausatmung liegt, verlieren wir die Fixierung auf den Kopf und belastende Gedanken. Die Stärkung der Schulter- und Rückenmuskulatur hilft, um die unvermeidlichen Schwierigkeiten des Alltags besser „tragen“ zu können.

1. Tiefe Bauchatmung im Fersensitz

Heldensitz - Virasana

Nimm eine aufrechte und bequeme Sitzhaltung ein. Atme aus. Lasse dein Gefühl in den Bauch und ins Becken sinken. Du kannst ruhig im natürlichen Rhythmus aus- und einatmen und fühlen, wie sich die Bauchdecke sanft bewegt. Wenn du möchtest, ziehst du die Beckenbodenmuskulatur dabei sanft an. Das fördert das Gefühl der Erdung.

2. Müheloses Bhastrika

Lotussitz - Padmasana

Setze dich in den Lotussitz, wenn du das möchtest. Atme im Sitzen durch den Mund ein und aus. Das wirkt erfrischend und kühlend und fördert die innere Balance. Du kannst den Atem auch mit einem Mantra verbinden. Einatmen leise mit „So“, ausatmen mit „Ham“. Das heißt: „Ich bin“ und stärkt die Selbstwahrnehmung. Nimm dir ausreichend Zeit, ganz entspannt zu atmen.

3. Parvatasana – Der Berg

URDHVA HASTASANA

Bringe die Handflächen vor der Brust zusammen und dann die Arme langsam nach oben. Halte für einige tiefe Atemzüge die Arme oben, dann verschränkst du die Finger ineinander und stülpst die Handteller nach oben. Halte die Arme weiter ausgestreckt und atme tief. Beuge schließlich die Ellbogen und ziehe die Schulterblätter fest zusammen. Wenn du möchtest, führe die Arme anschließend noch einmal nach oben. Einige Male wiederholen. Diese Übung beruhigt Nerven und Gemüt, tonisiert die Lungen und entkrampft die Schulter- und Nackenmuskulatur.

4. Adho Mukha Shvanasana – Nach unten schauender Hund

Herabschauender Hund - Adho Mukha Svanasana

Komme im Fersensitz innerlich zur Ruhe. Dann hebst du aus dem Vierfüßlerstand das Gesäß und streckst die Beine. Atme tief und ruhig in den Bauch. Der Kopf wird jetzt besonders gut durchblutet, was zur besseren Harmonisierung von Blutdruckschwankungen in Stress-Situationen hilft. Halte die Stellung für einige Atemzüge, um die Muskulatur in Schultern und Rücken zu stärken. Dies unterstützt eine gute aufrechte Haltung im Alltag.

5. Dynamische Wirbelsäulen-Drehung

Setze dich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden. Nimm die Beine auseinander, richte die Zehen zur Decke und bringe nacheinander die ausgestreckten Arme an die Außenseite des gegenüberlegenden Fußes. Die Dehnung entspannt den ganzen Rücken. Die Vorwärtsbeuge massiert die Bauchorgane und belebt die Verdauung sowie den Abtransport von Schlacken aus dem Körper.

6. Purvottanasana – Schiefe Ebene

Nach oben zeigendes Brett - Purvottanasana

Strecke die Beine gerade aus. Gib die Hände hinter dem Körper auf den Boden. Hebe die Hüften so weit hoch, bis der Körper gerade ist. Dann senkst du ich langsam und bewusst wieder ab. Diese Gegenbewegung zu 5. entspannt weiter die Muskulatur, diesmal vor allem im unteren Rücken. Auch die Schultern werden weiter gelockert.

7. Sahaj Ushtrasana – Gestütztes Kamel

Kamel - Ushtrasana

Nimm aus dem Kniestand die Hände an die Hüfte oder im Lendenwirbelbereich an den Rücken. Spanne das Gesäß an und neige dich ausatmend langsam nach hinten. Übe sanft. Die Übung wirkt gegen den gefürchteten „Schreibtisch-Rücken“ und stärkt die gesamte Rumpfmuskulatur. Komme langsam wieder nach vorne und zurück in den Fersensitz.

8. Balasana – Stellung des Kindes

Stellung des Kindes - Balasana

Lasse den Oberkörper nach vorne sinken, bis die Stirn den Boden berührt. Lege eventuell ein Kissen unter die Stirn. Lege Arme und Hände neben den Füßen ab. Lasse deinen Rücken lang und sinke entspannt in das Gefühl von Geborgenheit hinein. Werde dir klar: Wie fühlst du dich?

9. Ardha Matsyendrasana – Drehsitz aus dem Fersensitz heraus

Ardha Matsyendrasana

Die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen: Verschränke die Hände hinter dem Nacken und drehe dich zur Seite. Halte die Stellung für einige tiefe Atemzüge und komme dann langsam zur anderen Seite. Als Variation kannst du auch in den halben Drehsitz (siehe Bild) gehen die Stellung für einige Minuten halten. Der Drehsitz dehnt und kräftigt nicht nur die Rückenmuskulatur, er sorgt auch auf geistiger Ebene für Klarheit.

10. Savasana – Entspannungslage

Totenstellung - Savasana

Die wichtigste Übung. Lege dich in Rückenlage auf den Boden und öffne die Beine hüftbreit. Die Zehen fallen locker nach außen, die Arme sind etwas abseits vom Körper. Selbst die Kiefer und Zunge sind entspannt. Atme aus, schließe die Augen und lass los. Lass dich in die Stille hinein sinken. Schenke dir täglich auf diese Weise einige Minuten Heilung.

Medu Wada Linsen-Kringel

Der gelernte Koch Nicky Sitaram Sabnis nimmt uns in seinem Buch „Happy India“ mit auf eine kulinarische Reise durch sein Heimatland Indien. Sinnlich präsentiert, gespickt mit herrlichen Anekdoten und viel Information über die indische Küche und ihre Zutaten. Eine köstliche Liebeserklärung an Land und Leute. Dieses Rezept ist besonders in Südindien und allen Großstädten Indiens beliebt.

ZUTATEN

150 g Urad Dal (geschälte schwarze Linsen) oder Mung Dal

2 TL frischer Ingwer, fein gehackt

2 frische rote Chilischoten, gewaschen und fein geschnitten

12 frische Curryblätter, grob geschnitten

½ TL gemahlener Ajwain

1 Prise Asafoetida

Salz

500 ml Sonnenblumenöl

© Horst Jahreiß/Irisiana Verlag

Zubereitung

Die Linsen waschen und in einer Schüssel mit 500 ml lauwarmem Wasser übergießen und 1 Stunde einweichen. Anschließend das Wasser abgießen und die Linsen mit frischem, aber wenig lauwarmem Wasser in einem Mixer pürieren. Nach Bedarf noch etwas Wasser zufügen, bis ein fester Teig entsteht. In eine Schüssel umfüllen.

Anschließend die restlichen Zutaten bis auf das Öl untermengen, die Masse abschmecken und über Nacht an einem warmen Ort fermentieren lassen. (Für eine schnellere Variante ½ TL Backpulver unterrühren und die Masse für 1 Stunde zur Seite stellen.)

Das Öl in einem Topf auf mittlerer bis starker Hitze erhitzen. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen etwa golfballgroße Kugeln formen. Diese auf die Handfläche legen und mit einem Finger oder einem kleinen Löffel wie bei einem Donut ein Loch in die Mitte machen. Die Kringel im heißen Öl von beiden Seiten frittieren, bis sie goldbraun und knusprig sind. Herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Tipp: Das Öl zum Frittieren der Kringel sollte nicht zu heiß sein, damit die Medu Wada außen knusprig und braun werden, aber innen vollständig durchgaren können.

Sambhar oder ein Chutney deiner Wahl dazu reichen.


Die besten Originalrezepte aus ganz Indien

Happy India – Mehr als 150 authentische Gerichte, Südwest Verlag

Auf 240 Seiten präsentiert Nicky Sitaram Sabnis heißgeliebte Familienrezepte und Gerichte, die er während seiner Reisen und seiner Ausbildung kennengelernt hat. Nordindische Currys sind ebenso vertreten wie südindische Reisgerichte, cremige Dals und unzählige Auberginen-Variationen. Auch Streetfood, Getränke und zuckersüße, aromatische Desserts dürfen nicht fehlen. Insgesamt kommen so mehr als 150 authentische Rezepte zusammen, die sich mit frischen Zutaten auch bei uns problemlos zubereiten lassen.


Titelbild: © Horst Jahreiß/Irisiana Verlag

Dr. Ronald Steiner: Yoga gegen Rückenschmerzen

Yoga wenn der Rücken schmerzt? Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen und sogar für Rentenanträge in Deutschland. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen auch zu den häufigsten Gründen zählen, mit Yoga zu beginnen. 

Die gute Nachricht: Yoga kann tatsächlich effektiv helfen, denn 90 Prozent der Schmerzen im Rücken basieren auf einer Fehlfunk­tion bzw. neuronalen Fehlsteuerung der Muskulatur. An den tiefen Rückenmuskeln, oft auch Rotatoren genannt, anzusetzen, das ist der entscheidende „Dreh“ in der Yogatherapie.

In einer Studie aus dem Jahr 2003 zeigten die Wissenschaftler Hungerford, Gilleard und Hodges eindrücklich, dass muskuläre Fehlfunktion bzw. Fehlsteuerung eine Ursache für Rückenschmerzen ist: Probanden sollten einem Signal fol­gend eine Bewegung ausführen. Dabei wurde mit Elektroden die Zeit bis zum Ansprechen verschiedener Muskeln gemessen. Während die Armmuskulatur bei allen Studienprobanden etwa gleichzeitig reagierte, zeigte sich in der Gruppe mit chronischen tiefen Rücken­schmerzen (in diesem Fall ausgelöst durch das Iliosakralgelenk) eine Verzögerung der tiefsten Rückenmuskeln (Musculi Multifidi). Diese wurden erst nach der Anspannung der Armmuskulatur aktiv.

Die tiefen Rotatoren des Rückens

Die Mm. Multifidi gehören, zusammen mit den Mm. rotatores brevi und longi, zu den tiefsten und kürzesten Rückenmuskeln. Die Mm. rotatores brevi verbinden den Querfortsatz eines Wirbels mit dem Dornfortsatz des darüber liegenden Wirbels. Die Mm. rotatores longi überspringen hingegen einen Wirbel, die Mm. Multifidi sogar mehrere in ihrer Verbindung zu einem oberhalb gelegenen Dorn­fortsatz. Aus dem Verlauf ergibt sich die Funktion: Spannt ein einzelner dieser Muskeln an, so rotieren die beiden durch ihn verbundenen Wirbel gegeneinander. Bei den Mm. rotatores longi und Mm. Multifidi kommt eine leichte Seit­- und Rück­neigung hinzu.

Veränderte Statik führt zu Schmerzen im Körper

In der Praxis sind diese Muskeln jedoch weniger für tatsächliche Bewegungen der Wirbelsäule verantwortlich, sondern vielmehr für die Stabilisierung der Wirbel gegeneinander. Wie die Ergebnisse von Hungerford und seinen Kollegen zeigen, wird bei einem gesunden Bewegungsablauf zuerst der Rücken über eben diese tief liegende Muskulatur stabilisiert, dann erst folgt die äußere Bewegung. Bei einem gestörten und damit schmerzhaften Bewegungsablauf hinge­gen wird zuerst die äußere Muskulatur aktiv. Diese Bewegung führt dann zu einer veränderten Statik im Körper, verbunden mit einer unkoordinierten Verdrehung oder Verkippung in der Wirbelsäule. Erst der entstehende Schmerz führt in diesem Fall zur Aktivierung der tiefen Rückenmuskulatur.

Apropos Schmerzen. Wenn dir der Kopf brummt, helfen diese 10 Asanas gegen Kopfschmerzen

Einschießender Schmerz: Wirbelblockade

Typisch ist der schnell einschießende Schmerz nach einer für uns ungewohnten Bewegung – meist eine Kombination aus Vorbeuge, Seitneigung und -rotation. Im Volksmund wird dies oft als „Hexen­schuss“ bezeichnet oder mit der Vorstellung verbunden, ein Wirbel sei „herausgesprungen“. Die tiefsten Rückenmuskeln sollen im Verlauf der Bewegung die Wirbel in einer gesunden Balance zueinander stabilisieren. Ganz offen­sichtlich ist dies eine Herausforderung! Es kann passieren, dass sie dieser Aufgabe bei der relativ komplexen Bewegung nicht gewach­sen sind. Stattdessen drehen die Wirbel unkoordiniert gegeneinander und die falsch angesteuerte tiefe Rückenmuskulatur verkrampft. Die Wirbel sind nun über die Mm. rotatores brevi und longi, sowie die Mm. Multifidi in einer schmerzhaften Verdrehung und Verkippung gegeneinander verspannt.

So geht’s: Yogatherapie gegen den Muskelkrampf

Die Lösung ist einfach – zumindest in der Theorie. Was es braucht, ist ein Lösen des Muskelkrampfes, indem die neuronale Ansteue­rung der Muskeln zurückgesetzt wird. Wenn der Muskel auf diese Weise entspannt, können die Wirbel wieder in ihre Neutralposition zurückgleiten: Der Schmerz verschwindet genauso schnell, wie er gekommen ist.

1 Lege dich mit dem Rücken auf die Yogamatte. Nimm ein paar tiefe Atemzüge und gib mit jeder Ausatmung das Körpergewicht ganz bewusst an den Boden ab. Beobachte, wie dadurch dein gesamter Bewegungsapparat mit jedem Atemzug mehr entspannen kann, und die Muskulatur weicher wird.

2 Ziehe nun mit einer Ausatmung die Beine zu dir heran, so dass in Hüften, Knien und Knöcheln jeweils ein rechter Winkel entsteht. Breite dabei die Arme gestreckt zur Seite aus.

3 Hebe mit der Einatmung das Becken etwas vom Boden ab und ver­setze es eine Handbreit nach rechts. Lasse ausatmend die Knie langsam einige Zentimeter zur Gegenseite, also nach links, sinken. Kom­me einatmend wieder mit den Beinen nach oben und wiederhole die Bewegungen zur anderen Seite. Vergleiche die beiden Körperseiten einige Male miteinander – sollte tatsächlich eine Wirbelblockade vorliegen, wird dir die Rotation in eine Richtung Mühe oder gar Schmerzen bereiten.

4 Wähle schließlich die angenehmere Seite und lasse die Knie so weit wie möglich Richtung Boden sinken. Dabei kann sich die Schul­ter der Gegenseite leicht abheben. Wichtig ist, eine völlig entspannte und angenehme Rotation mit lang gestreckter Wirbelsäule zu erreichen. Um die Drehung zu intensivieren, kannst du deine Hand auf den Knien ablegen. Beobachte, wie die Wirbelsäule sanft in die Drehung hineinschmilzt. Vielleicht kannst du sogar wahrnehmen, wie sich die Wirbel wieder aus ihrer Blockade lösen und in ihre harmonische Balance zurückgleiten.

Drehsitz gegen Rückenschmerzen

Es empfiehlt sich, diese Übung nur zu einer Seite, nämlich der an­genehmen, auszuführen. Nur so ist es möglich, die fehlgesteuerten Reflexbögen der Rückenmuskeln effektiv zurückzusetzen. Handelt es sich um die oben beschriebene Ursache, löst sich der Schmerz entwe­der sofort oder in den folgenden Tagen. Alternativ kann, je nach Lage der Wirbelblockade, auch eine andere Drehhaltung wie der Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) helfen.

Mit Yoga die Muskelfunktionen verbessern

Doch mit dem Zurücksetzen der Ansteuerung ist es nicht genug – schon eine nächste unachtsame Bewegung kann eine erneute Wirbel­blockade herausfordern. Schließlich können aus der Muskelfehlfunk­tion, wie uns die oben vorgestellte Studie zeigt, chronische Rücken­schmerzen entstehen. Der einzig langfristig wirksame Weg der Therapie ist folglich, die Funktion bzw. die neuronale Ansteuerung der tiefsitzenden Rücken­muskeln zu verbessern. So stabilisieren die Wirbel, relativ zueinander, in jeder erdenklichen Körperhaltung und im Verlauf von komplexen Be­wegungsabläufen in einer harmonischen Balance.

Dehnen verschlechtert die Situation

Überraschend häufig leiden gerade sehr flexible Yoginis und Yogis un­ter chronischen Rückenschmerzen. Weiteres Dehnen verschlechtert die Situation nur. Denn je flexibler der Rücken, desto größer ist die Anforderung an die tiefe Muskulatur, eine gesunde Stabilität zu be­wahren. Übungen zur Funktionsverbesserung der tiefen Rückenmus­kulatur sollten daher in keiner Yogapraxis fehlen.

Yogatherapie: tiefe Rückenmuskeln

Zur Funktionsverbesserung der tiefen Rückenmuskeln sind Übungen hilfreich, in denen die Mm. rotatores brevi, longi und Multifidi gezielt koordinativ angesprochen werden – also rückenkräftigende Übungen mit einer rotierenden Komponente oder einem diagonal verlaufendem Kraftvektor.

1 Komme in den Vierfüßlerstand. Achte darauf, dass sich deine Hände etwa unter den Schultern und deine Knie etwa unter den Hüftgelenken befinden.

2 Ziehe beim Ausatmen den rechten Ellenbogen, das linke Knie und die Nasenspitze zueinander.

3 Strecke beim Einatmen die rechte Hand und das linke Bein in die Länge. Richte bei der Bewegung deine Daumen nach oben, um den Oberarmkopf vom Schulterdach fernzuhalten. Achte darauf, deinen Nacken lang zu lassen, so dass keine unnötigen Verkrampfungen entstehen.

Wiederhole diese Bewegung einige Male in deinem eigenen Atemrhythmus. Be­obachte, wie die beschriebene tief sitzende Rückenmuskulatur im Verlauf der Bewegung die Wirbel gegeneinander stabilisiert – die Gleichgewichts­- und Koordina­tionskomponente macht die Übung so effektiv. Bleibe in jedem Fall achtsam und bewusst bei einer langsamen Bewegung, anstatt schnelle Wiederholungen zu zählen. Solltest du die Erschöpfung in deiner Rückenmusklatur wahrnehmen, wechsle zur anderen Seite.

Egal ob Rückenschmerzen, Nacken, Schultern, BeineDr. Ronald Steiner erklärt auf yogaworld.de, wie du Schmerzen mit Hilfe von Yogatherapie vorbeugen kannst.


Dr. Ronald Steiner: Yogatherapie gegen Rückenschmerzen

Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Die von ihm begründete AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info


Podcast-Folge mit Dr. Ronald Steiner anhören…

Yoga-Weisheiten für einen gelungenen Lebenswandel

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und du stehst gerade am Anfang von großen oder kleinen Veränderungen, die du in dein Leben einladen möchtest. Vielleicht hast du auch gerade erst mit einer regelmäßigen Yoga- und Meditations-Praxis begonnen. Wo du auch auf deinem Yogaweg bist, wenn du dir einen Lebenswandel wünscht oder vor einer großen Entscheidung stehst, helfen diese Yoga-Weisheiten.

Wie Yoga von innen nach außen kommt

Übst du regelmäßig Yoga, wirst du nach einer Weile bemerken, dass sich innere Verschiebungen auch Außen zeigen. Sie regen zum Nachdenken darüber an, wie du bestimmte Dinge in deinem Leben angehst. Vielleicht motivieren sie dich, dein Leben künftig anders zu gestalten. Regelmäßiges Yoga beschleunigt tendenziell die Art und Weise, wie sich deine Beziehungen und dein Lebensplan entwickeln. Anstatt also zehn Jahre lang in einem unbefriedigenden Job oder einer unglücklichen Beziehung festzuhängen, kann es sein, dass du das ganze Szenario nun innerhalb von zwei Jahren hinter dich bringst. Früher oder später stehen wir vor Entscheidungen stehen, die im Inneren ausgelöst werden und die unser Leben radikal umkrempeln können. Hast du dir eine regelmäßige Praxis geschaffen, lernst du an diesem Punkt, Yoga über den Matten-Rand hinweg und mitten ins Leben zu bringen. Die Lehre unterstützt dich dabei, diese Veränderungen zu nutzen um dein wahres Selbst zu enthüllen. Zudem hilft sie, die Angst und Verwirrung durchzustehen, die ein Lebenswandel meist mit sich bringt.

Mein treuer Freund, die Angst

Große Lebensveränderungen sind angsteinflößend. Besonders, wenn auch das Leben anderer Personen betroffen ist. Oder, wenn man nicht weiß, was einen hinterher erwartet. Allein wenn wir über eine Scheidung, einen Berufswechsel oder einen Umzug an das andere Ende des Landes nachdenken, können Existenzängste aufkommen. Diese zeigen sich oft ganz verschieden: als gesundheitliche Probleme, Albträume, Fluchtreaktionen, in übermäßigem Essen, anhaltender Unentschlossenheit oder in fluchthaften, unüberlegtem Handeln. Tatsächlich tauchen diese Ängste auch dann auf, wenn der Lebenswandel positiv ist. Studien zum Thema Stress zeigen: lebensbejahende Ereignisse wie Heirat, ein neuer Job oder eine langersehnte Chance sind ebenso stressig wie negative Veränderungen. Denk nur mal an eine Braut, die kurz vor der Zeremonie in Tränen aufgelöst zusammenbricht. Oder an einen jungen Mann, der ein vielversprechendes Stipendium in einer anderen Stadt sausen lässt, weil er seine Freunde zu Hause vermisst. Ob positive oder negative Veränderungen – sie sind mit Ängsten verbunden: Was, wenn ich andere Menschen damit verletze? Was, wenn ich die Entscheidung bereue? Diese Fragen schränken ein und lassen uns an schmerzhaften Situationen festhalten. So lange bis eine Kraft im Außen die Entscheidung für uns trifft. Yoga schenkt uns die Stärke und Einsicht, die wir bei einem entscheidenden Lebenswandel brauchen.

Ebenso wichtig wie die Yoga-Praxis sind hierfür einige yogische Grundsätze:

Das Wissen, dass wir die äußere Welt durch unsere innere Einstellung beeinflussen, dass hinter der Vielfalt des Lebens eine fundamentale Einheit liegt, dass große Kraft aus der Stille entspringt, und dass unser wahres Selbst nicht diese wandelbare, ängstliche, egobezogene Person ist, die wir manchmal zu sein scheinen.

Wende dich nach innen

An diesem Punkt wird deine Yoga-Praxis auf die Probe gestellt. Jetzt zeigt sich, wie sie dir in Zeiten des Lebenswandels dienen kann. Nicht falsch verstehen.. Die Yoga-Lehre wird dich nicht davor bewahren, dass du dich ängstlich, überfordert oder verwirrt fühlst. Aber du kannst sie nach Innen einladen, sie wie einen weisen Freund willkommen heißen, der dich durch diese Gefühle hindurch begleitet. So verlierst du dich nicht in ihnen. Vielleicht helfen dir die Weisheiten auch dabei, dass du dir mit Entscheidungen nicht so schwer tust. Im Laufe der Jahre habe ich die Angewohnheit entwickelt, mich in Zeiten des Umschwungs und der Verwirrung nach innen zu wenden und um Hilfe zu bitten. Meistens kommen dabei folgende Weisheiten ans Licht.


1. Wandel ist unvermeidbar

Die buddhistische Lehre der Vergänglichkeit, Anicca, vermittelt uns, dass alles im Wandel ist. Ständig. Wenn du das verinnerlichst, bewahrt dich das davor, in die Opferrolle zu schlüpen. Das, was die Buddhisten als Vergänglichkeit bezeichnen, ist bei den tantrischen Yogis die sich immer verändernden Natur von Shakti. Shakti ist die dynamische Kraft und weibliche Energie. Sie manifestiert Dinge, bewahrt sie für eine Weile auf und löst sie schließlich wieder auf. Alles um uns herum ist Teil dieses natürlichen Flusses von der Entstehung über die Erhaltung bis hin zur Auflösung. Dieser Fluss findet auf makrokosmischer Ebene statt: als Wechsel zwischen den Jahreszeiten, zwischen Ebbe und Flut oder den Tageszeiten. Ebenso gibt es ihn aber auch auf mikrokosmischer Ebene: als Veränderungen in unserem körperlichen Befinden, als gute und schlechte Zeiten in unserem Leben und als wechselnde Gedanken und Emotionen. Sobald du den Lebenswandel als selbstverständlich erkennst, wird es dir leichter fallen, der Veränderung zu begegnen, vielleicht sogar mit ihr zusammenzuarbeiten.

2. Sehe die Veränderung als Prozess der Initiierung

Früher war es Tradition, jede Lebensphase als Initiierung zu verstehen. Oft wurde das mit einer Zeremonie besiegelt. Es war sozusagen der Schritt ins Unbekannte. Auch heute gibt es noch Initiierungs-Erlebnisse. Vielleicht sogar noch häufiger, als damals: der Berufs-Wechsel, der Umzug in eine neue Stadt oder die Entscheidung, nochmal zu studieren. Sie fordern uns auf, alte Gewohnheiten aufzugeben, die eigenen Fähigkeiten zu prüfen und uns für einige Zeit ins Ungewisse zu begeben. Begleitet wirst du dabei von der Veränderung. Schreitest du von einer Situation in die nächste, wirst du danach nicht mehr dieselbe Person sein. Erlebe den Übergang bewusst und sehe ihn als Chance zu wachsen. Somit schaffst du eine tiefere Beziehung zu dir selbst und zu der Welt. Dass das alles andere als leicht ist, weiß ich. Und doch birgst es die Möglichkeit, dass du dich von einem überholten Selbstbild befreien kannst und einen neuen Weg findest, du selbst zu sein. Also: Sei offen für den Lebenswandel und erlaube ihm, deinen Horizont zu erweitern. Lerne mehr über dich selbst und verschiebe deine Grenzen. Je mehr du die Veränderung als Initiierungs-Prozess akzeptierst, desto eher erkennst du darin verborgene Geschenke.

3. Meditation hilft bei Ungewissheit

Die Ungewissheit ist wohl der erschreckendste Aspekt des Wandels. Veränderung können auch Überraschungen, Rückschläge, Fehlstarts und Einbahnstraßen mit sich bringen. Das wiederum führt zu Angst, Ärger, Reizbarkeit oder Trauer. Und oft gesellt sich hier noch Ungewissheit dazu. Der Bauch verkrampft sich. Der Geist verfängt sich in einer Opfer-Rolle und malt dir schon das Worst-Case-Szenario aus. Vielleicht befürchtest du, für etwas nicht gewachsen zu sein. Was folgt ist oft die Flucht aus der Situation: Handy raus, Fernseher an, die beste Freundin anrufen und jammern. Dabei führst der wahre Weg gegen die unangenehme Ungewissheit mittendurch. Lasse das Gefühl zu und akzeptiere das Unbehagen zunächst. Kein Widerstand. Keine Erwartungen. Je länger du in der Ungewissheit verweilst, desto natürlicher und effektiver lässt du den Wandel geschehen. Meditation kommt dir hier zur Hilfe. Du hast dir schon eine regelmäßige Praxis geschaffen? Super! Denn diese führt dich zu deiner inneren Mitte. Welche Meditations-Technik du übst, entscheidest du. Das kann auch eine Atem–Übung sein oder ein Mantra, das du mehrmals wiederholst. Wichtig ist nur, dass sie dir hilft, im Moment zu bleiben.

4. Finde deine tiefsten Sehnsüchte

Die Erforschung des Selbst, Atma Vichara, ist das Kernstück im yogischen Umgang mit Veränderungen. Dabei stellst du dir Fragen wie: „Was wünsche ich mir von dieser Situation?“ Oder: „Welches Ergebnis wäre für alle Beteiligten am besten?“ Immer, wenn dir eine Antwort kommt, schreibe sie auf. Sitze anschließend eine Weile, meditiere und beobachte deinen Atem. Lausche dem Lehrer in deinem Inneren. Welchen Rat gibt er dir? Vertraue darauf, dass er dir mitteilt was du tun sollst. Komme zu deinen Fragen zurück und schreibe auch diese Antwort auf – selbst wenn sie dir seltsam vorkommen. Lese dir dann alle Antworten durch und versuche, einen roten Faden zu erkennen. Findest du deine tiefste Sehnsucht, ist es einfacher, den ersten Schritt Richtung Lebenswandel zu gehen.

5. Setze starke Intentionen

Der nächste Schritt im Lebenswandel ist, sich ein Sankalpa zu überlegen. Das ist eine klar formulierte Aussage darüber, wie du handeln willst. Wenn du ein klares Sankalpa formulierst, sprichst du die Kraft hinter deinem eigenen Willen an und richtest deinen persönlichen Willen mit dem universellen aus. Hast du ein Gefühl dafür bekommen, wie du auf deine tiefste Sehnsucht zugreifst? Dann kannst du auch ein Sankalpa finden, das im Einklang mit deinen wahren Wünschen steht. Je mehr du damit auf deinen Herzenswunsch eingehst, desto wahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Veränderung. Zu bedenken gilt: Das Sankalpa wird sich mit der Zeit und deinen verschiedenen Lebensphasen verändern. Egal zu welchen Zeitpunkt, deine Sankalpas sollten immer in der Gegenwartsform formuliert werden. Das klare Artikulieren deiner Aussage bringt das Ziel direkt in den gegenwärtigen Augenblick. Das verleiht dem Sankalpa die überzeugende Macht, dass dein erwünschtes Ergebnis nicht erst eintreffen muss, sondern bereits existiert.

6. Gehe jeden Schritt zu seiner Zeit aber bleib nicht stehen

Das Herz der Yoga-Praxis ist Abhyasa – das Bemühen, das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast. Du bist entschlossen, etwas in deinem Leben zu verändern? Dann überlege dir, welche einzelnen Schritte du dafür gehen musst. Wende hier nochmal die Technik zur „Ergründung des Selbst“ an. Schmiede einen Plan. Denke nochmal alle Aspekte durch und finde mögliche Alternativen. Das nimmt dir die Ängste. Und nun kommen wir zum Handeln. Effektives Abhyasa im Lebenswandel bedeutet, einen Schritt nach dem anderen zu machen, um sich nicht überwältigt zu fühlen. Schnell wirst du merken, dass die ersten kleinen Schritte unweigerlich zu den nächsten führen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten. Wichtig ist nur, nie stehen zu bleiben.

7. Übe das Loslassen

Eine positive Nebenerscheinungen an einer Veränderung ist aus yogischer Sicht die Möglichkeit, Vairagya zu praktizieren – das Loslassen. Loslassen der Vergangenheit. Das Aufgeben der Gewohnheiten. Es geht darum, Ängste, Schmerz, eine Beziehung oder einen Job loszulassen. Das heißt nicht, dass du Dinge auf eine brutale Weise aufgeben musst nur um den Wandel zu erzwingen. Erlaube dir, den Schmerz zu erleben oder die Angst zu fühlen. Atmen dann aus und stelle dir vor, dass du das, an dem du bisher festgehalten hast, zusammen mit dem Atem gehen lässt. Oder schicke es mit einem Mantra hinaus ins Universum. Mache das zu einem kleinen Ritual, bis du das Gefühl von Befreiung spürst. Denn genau das bringt Vairagya mit sich. Meiner Erfahrung nach kann alleine die Erinnerung daran loszulassen – Augenblick für Augenblick – der Schlüssel zu einem positiven und tiefen Wandel sein.


Titelbild: Elijah Hiett via Unsplash

Detox-Twist: Wie diese Drehhaltung beim Entgiften hilft

Drehhaltung Detox Jelena Lieberberg

Hier kommt ein spielerisch-tänzerischer Detox-Twist unserer „Yoga Journal“-Asana-Kolumnistin Jelena, die es sich wie immer nicht nehmen lässt, gewohnten Yogahaltungen einen neuen Dreh zu verleihen. Mit dieser Drehhaltung hilfst du deinem Körper beim Entgiften.

Entgiftung ist schon lange ein Trend-Thema. Dabei entgiftet der Körper ja eigentlich ganz von selbst, wenn man ihn denn lässt (anstatt ihn immer weiter mit Giftstoffen zu füttern). Dazu leisten Leber, Darm, Nieren und die Bauchspeicheldrüse den größten Beitrag. Dennoch kann man sich durch Drehhaltungen gut bei der Verdauung, Ausscheidung und damit beim Entgiften unterstützen. Und wie heißt es so schön: „Du bist so alt wie deine Wirbelsäule!“ Das klingt vielleicht provokant, aber es entspricht der Wahrheit. Wer jung und agil bleiben will, sollte Drehhaltungen üben. Sie reinigen nämlich nicht nur die die inneren Organe, sie verzögern auch das Altern, indem sie die Wirbelsäule geschmeidig halten.

Vorrausetzung für die Drehhaltung

Dafür gibt es Twists in allen Schwierigkeitsgraden: komplexe in Kombination mit Balance wie beim gedrehten stehenden Mond oder ganz einfache Drehsitze wie Ardha Matsyendra, was auch die Basis dieser Variante ist. Der sogenannte „Bind“, das Verbinden der Hände hinter dem Rücken macht diesen einfachen Twist zu einem Stretch für die Schultern. Wird dann zusätzlich noch das Bein gestreckt wie bei einer grazilen Ballerina, dann kommt noch eine Dehnung der Beinrückseiten hinzu. Nimm dir aber Zeit für die einzelnen Schritte und erzwinge nichts, sonst wird aus der feinen Bilderbuch-Ballerina eher ein wenig eleganter Elefant.

Ballerina Twist: Muss ich das können?

Nein. Voraussetzung ist, dass du im Drehsitz mit oder ohne Hilfe eines Gurtes deine Hände hinter dem Körper verbinden kannst. Aber wie immer gilt: Wer Spaß an kleinen, feinen, aber nicht minder spannenden Details hat, wird seine Freude an Spielereien wie dem Ballerina-Twist haben. Wichtig: Lächeln nicht vergessen!

Wie bereite ich mich auf die Drehhaltung vor?

Zum Aufwärmen wirken Sonnengrüße wahre Wunder, vor allem was die Beweglichkeit der rückseitigen Faszienkette angeht. Einfachere Drehungen bereiten die Wirbelsäule auf diesen intensiveren Twist vor, dazu eignen sich zum Beispiel Drehungen im Ausfallschritt, aus Krieger 1 oder auch der einfache Drehsitz mit einem am Boden ausgestreckten Bein.

Step by Step Anleitung

Drehhaltung Detox Jelena Lieberberg
Foto: Bella Lieberberg
  • Beginne im Sitzen mit aufgestellten Füßen und angewinkelten Beinen. Auf dem Foto siehst du den Twist nach links, aber zur Unterstützung der Verdauung beginnst du am besten seitenverkehrt mit der Drehung nach rechts. Dafür ziehst du den linken Fuß zur rechten Gesäßhälfte und legst Knie und Unterschenkel am Boden ab.
  • Als nächstes setzt du deinen rechten Fuß an der Außenseite des linken Oberschenkels auf den Boden. In dieser Haltung erdest du beide Sitzknochen und lässt die Wirbelsäule Richtung Himmel wachsen.
  • Greife dein rechtes Knie mit der linken Hand. Atme ein und strecke dabei den rechten Arm zur Decke. Mit der Ausatmung stellst du die rechte Hand dann rechts hinter sich auf Fingerspitzen oder der Handfläche auf.
  • Verweile 2-3 Atemzüge in diesem Twist, bevor du zur gebundenen Variante übergehst. Dafür schiebst du die linke Schulter so weit es geht vor das rechte Knie, um hinter dem Rücken mit der rechten Hand zur linken greifen zu können. Falls das nicht auf Anhieb gelingt, verbindest du die Hände mithilfe eines Gurtes oder einer Socke. Betone weiter mit jeder Einatmung die Länge der Wirbelsäule und vermeide es, den Rücken zu runden.
  • Sobald sich diese Version stabil und gut anfühlt, versuche langsam das rechte Bein zu strecken. Nach 2-5 Atemzüge wechselst du dann behutsam die Seite.

FRAGEN ODER ANREGUNGEN? Du findest mich auf instagram.com/kickassyogakickassyoga.net oder im Buch „KickAssAsanas“.

Karpaltunnel-Syndrom mit Yogatherapie behandeln

Karpaltunnel Syndrom Yoga-Therapie

Wenn es unangenehm in der Hand kribbelt, ist häufig ein Nerv eingeklemmt, meistens im sogenannten Karpaltunnel. Es gibt aber auch noch andere Engstellen in Handgelenk und Unterarm. Therapeutische Yogaübungen können helfen, solche Druckstellen wieder frei zu bekommen – und dir nicht selten eine OP ersparen.

Sicher kennst du das: Man berührt aus Versehen die heiße Herdplatte und zuckt instinktiv zurück, weil einem der Schmerz förmlich durch den Arm schießt. Doch was genau passiert da im Körper? Sinnesrezeptoren nehmen den äußeren Reiz auf und wandeln ihn in einen elektrischen Impuls um. Der fließt über eine lange Nervenfaser zum Rückenmark. Dort wird er auf einen weiteren Nerv übertragen und zum Gehirn geleitet. Durch die Verarbeitung im Gehirn können wir die Empfindung dem Ursprungsort zuordnen. Damit wir nun aber auch entsprechend reagieren können, funktioniert der gleiche Prozess auch in umgekehrter Richtung: Das Gehirn sendet elektrische Impulse zum Muskel, der sie in eine Kontraktion umwandelt. So steuert das Gehirn die Aktivität unserer Muskulatur – und damit Körperspannung, Gelenkstellung und Bewegung.

Druck als Nervenreiz

Im Idealfall funktioniert dieser Vorgang in beide Richtungen reibungslos. Wenn jedoch die lange Nervenbahn zwischen Sinnesrezeptor und Rückenmark an irgendeiner Stelle gestört ist, wird ein verfälschter Impuls weitergeleitet. Genau das passiert, wenn es in der Hand kribbelt: Eine Engstelle im Bereich von Unterarm und Handgelenk erzeugt Druck. Dieser Druck wird übertragen in einen elektrischen Impuls, und das Gehirn deutet das ankommende Signal so, als käme er von einem äußeren Reiz. Die Folge: Die Hand fühlt sich an, als würde sie von Ameisen gezwickt. Hält der Druck über längere Zeit an, dann läuft die verfälschte Reizübertragung oft nicht nur von der Hand zum Gehirn, sondern auch wieder zurück. Die Folge sind schmerzhaft Lähmungserscheinungen in den Muskeln der Hand.

Beim ersten Kribbeln zum Arzt

So weit solltest du es nicht kommen lassen. Suche am besten schon bei kribbelnden Gefühlen in der Hand den Arzt auf. Wird der Nerv nämlich stark zusammengedrückt, ist bald eine Operation erforderlich. In den meisten Fällen wird der Arzt jedoch damit einverstanden sein, dass du erst einmal mit Übungen aus der Yogatherapie arbeitest und auf diese Weise versuchst, die Engstelle wieder zu lösen. Ob du damit erfolgreich bist, kann der Arzt leicht kontrollieren.

Die typischen Engstellen

Die Handwurzel wird durch ein quer verlaufendes Band (Retinaculum Flexorum) in eine leichte Wölbung gezogen. Gleichzeitig hält dieses Band die zu den Fingern führenden Sehnen an ihrem Platz. Auch ein Nerv (Nervus Medianus) zieht unter diesem Band hindurch. Diese Engstelle heißt Karpaltunnel. Schwellen hier die Beugesehnen der Hand beziehungsweise der Finger an, dann kann der darunterliegende Nerv komprimiert werden. Auch ein Aufweiten der Wölbung der Handwurzel oder das Ansammeln von Flüssigkeit unter dem Band können Druck auf den Nerv erzeugen. Weil der Nervus Medianus die ersten drei Finger (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger) innerviert, kribbeln diese bei Druck auf den Nerv. Eine weitere Engstelle für die zur Hand führenden Nerven ist eine Vertiefung an der Elle (Sulcus Ulnaris). Durch sie verläuft der gleichnamige Nerv (Nervus Ulnaris). Er leitet Empfindungen aus Ring- und Kleinfinger zum Gehirn.

Sicher kennst du den in die Kleinfingerseite der Hand schießenden Schmerz bei Stößen gegen den Ellenbogen: Man jault nicht selten laut auf, weswegen man diese Stelle auch „Musikantenknochen“ nennt. So ein gelegentlicher Stoß ist für den Nerv nicht weiter problematisch. In manchen Situationen ist der Kanal im Knochen aber verengt oder umliegendes Gewebe ist geschwollen. Dann erfährt der Nerv einen konstanten Druck und es kribbelt permanent in diesem Bereich der Hand.

Weil alle zur Hand führenden Nerven durch die Muskulatur des Unterarms führen, können auch Verspannungen dieser Muskulatur die Nerven irritieren. Sogar der sehr sensible auf Stress reagierende kleine Brustmuskel (M. Pectoralis Minor) ist nicht selten die Ursache: Ist er chronisch verkrampft, dann zieht er das Schulterblatt nach vorn und der Raum für die Nervenbahn zwischen Muskel, Schulterblatt und Rippen wird enger.

Ein Effekt, zweifache Ursache

Welche dieser Engstellen nun für dein kribbelndes Gefühl hauptverantwortlich ist, muss der Arzt bestimmen, wenn eine Operation geplant ist. Für die Yogatherapie befreien wir erst einmal die beiden wesentlichen zur Hand führenden Nervenbahnen: den Nervus Medianus im Karpaltunnel und den Nervus Ulnaris im Sulcus Ulnaris. Beide können auch durch Verspannungen der Unterarmmuskulatur irritiert sein – und oft ist eine Kombination von verschiedenen Faktoren die Ursache. So kann es sein, dass die verhärtete Unterarmmuskulatur den Nerv bereits irritiert und die Enge im Karpaltunnel oder Sulcus Ulnaris tut dann ein Übriges.

All diese Bereiche sprechen wir mit diesen vier Übungen für eingeklemmte Handnerven an an. Zusätzlich lohnt es sich, noch etwas intensiver am Schulter- und Nackenbereich zu arbeiten.


Dr Ronald Steiner

Dr. Ronald Steiner ist Sportmediziner, Wissenschaftler und einer der bekanntesten Ashtanga-Yogis. Die von ihm begründete AYI-Methode steht für traditionelles Ashtanga-Yoga und innovative Yogatherapie. Sein Ziel: Körper und Geist zueinander in eine harmonische Balance führen. Mehr unter: AshtangaYoga.info

Vegane Schokobrötchen von Bianca Zapatka

Mit den Büchern “Vegan Foodporn” und “Vegan Soulfood” kochte sich die Autorin und leidenschaftliche Foodbloggerin Bianca Zapatka bereits in unsere Herzen. Ihr Geheimrezept: köstliche vegane Wohlfühlgerichte, die einem schon beim Ansehen den größten Appetit machen. In ihrem Buch “Vegan Cakeporn” findet sich auch das Rezept für diese Schokobrötchen.

Für 9 Stück / Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten / Vorbereitungszeit: ca. 15 Minuten / Ruhezeit: ca. 1 Std. 15 Minuten

Zutaten:

500 g Weizen- oder Dinkelmehl
160 g Sojajoghurt oder mehr Sojadrink (zimmerwarm)
120 ml Sojadrink
100 g vegane Schokodrops oder andere backfeste Schokolade
70 g brauner Zucker
50 g vegane Butter (in kleine Stücke geschnitten; zimmerwarm)
1 Päckchen Trockenhefe oder ½ Würfel frische Hefe
1 TL Salz Sojasahne zum Bestreichen

Zubereitung:

Den Sojadrink auf ca. 40 °C erwärmen und in eine kleine Schüssel gießen. Dann 2 EL Zucker und die Hefe darin auflösen. Anschließend ca. 3 Minuten beiseite stellen, bis die Mischung beginnt zu schäumen (so weiß man, dass die Hefe arbeitet). In einer großen Schüssel Mehl, Salz und den restlichen Zucker vermischen.

In die Mitte eine Mulde formen und die Hefemischung hineingießen. Sojajoghurt und Butterstücke dazugeben und von außen mit einem Holzlöffel einarbeiten, bis sich alles verbunden hat. Den Teig auf eine Arbeitsfläche geben und mit den Händen ca. 5-8 Minuten kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht (oder eine Küchenmaschine mit Knethaken verwenden). Anschließend den Teig in eine geölte Schüssel legen, mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und ca. 45-60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Alternativ kann man ihn auch über Nacht in den Kühlschrank stellen, wo er langsam aufgeht.

Nach der Ruhezeit die Schokodrops vorsichtig in den Teig einarbeiten. Dann zu 9 Brötchen formen (je 110 g) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech (oder in eine Auflaufform/Backform) setzen, dabei ca. 1 cm Abstand lassen. Mit einem Geschirrtuch abdecken und nochmals für 20-30 Minuten gehen lassen.

Nach ca. 15 Minuten Gehzeit den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Schokobrötchen mit Sojasahne bestreichen (damit sie später schön glänzen) und ca. 25-30 Minuten backen.

Tipps:

• Bitte das Mindesthaltbarkeitsdatum der Hefe prüfen, denn die Verwendung »alter« Hefe kann dazu führen, dass der Teig nicht aufgeht.

• Für fluffige Brötchen helles Weizenoder Dinkelmehl. Wenn man ein schwereres Mehl wie Vollkornmehl verwendet, werden die Brötchen weniger aufgehen und härter werden. Eine Mischung aus hellem Mehl und Vollkornmehl wäre dann besser geeignet.

• Man kann auch Kokosblütenzucker oder jeden anderen Zucker oder Zuckerersatz nach Wahl verwenden.

• Sojadrink und Sojajoghurt eignen sich am besten für veganes Backen. Man kann aber stattdessen auch andere pflanzliche Milch- oder Joghurtsorten verwenden.

• Empfehlung: backfeste Schokodrops, damit sie nicht schmelzen, wenn sie in den Teig eingearbeitet werden.

• Das Kneten des Hefeteigs ist sehr wichtig, damit die Brötchen weich und fluffig werden.


Bianca Zapatka “Vegan Cakeporn“, Riva Verlag, 24,99 Euro. Auf ihrem Foodblog könnt ihr noch mehr Rezepte von Bianca Zapatka finden, oder folgt ihr auf Instagram.

Numerologie & Yoga: Die Zahl Drei

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier gibt euch Einblicke in die Verbindung zwischen der Numerologie und Yoga – diesmal geht es um die Zahl Drei…

Auf Sanskrit heißt die Drei „Tri“ und stellt eine Grundzahl dar. Sie steht für das Göttliche und spiegelt sich z.B. in der Trimurti, der Dreifaltigkeit von Brahman, Vishnu und Shiva

Dieser Zahl widmet sich sogar ein ganzer Yoga-Stil, nämlich TriYoga: Asanas, Pranayama und Mudras sind bei diesem Stil die drei tragenden Säulen. 

Auch in Asanas ist die Drei weit verbreitet. Am bekanntesten wird euch Uttitha Trikonasa (Dreieck) sein, oder Tri Pada Adho Mukha Svanasana (dreibeiniger Hund) sowie Haltungen, in denen wir ein Dreieck bilden. Janu Shirshasana (Kopf-Knie-Stellung) oder Baddha Konasana (Schmetterling) werden der Drei zugeordnet. 

Janu Shirshasana – die Kopf-Knie-Haltung

Drei in mystischen Traditionen und in der Numerologie

Sie ist und bleibt die Zahl des Glücks und des Erfolgs. So sind aller guten Dinge drei, wir klopfen drei mal auf Holz, spucken drei mal über unsere Schulter und sagen toi toi toi. Im christlichen Glauben kennen wir die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. 

Diejenigen, die unter der Zahl 3 geboren wurden, werden gerne als Problemlöser bezeichnet. Ihr seid innovativ und findet schnell Lösungen, weil ihr über den Tellerrand hinaus denkt und einzigartig alltägliche Probleme meistert. Ihr seid optimistisch und habt eure kindliche Seite behalten.

Drei in der Astrologie

Die Zahl 3 steht für Jupiter. Menschen, die am 3., 12., 21. oder 30. eines jeden Monats geboren sind, werden dem Jupiter zugeordnet. Ihr seid ehrgeizig, diszipliniert, seid offen und euch eurer Handlungen jederzeit bewusst. Eure größte Schwäche ist, dass ihr ungern versagen wollt und dazu neigt, selbst kleine Misserfolge zu hart zu bewerten.

Drei im Buddhismus

Buddhisten glauben, dass es drei Eigenschaften gibt, die allen im Leben gemeinsam sind. Sie sind als die drei Zeichen der Existenz bekannt und heißen Dukkha (Leid), Anatta (Unpersöhnlichkeit) und Anicca (Unbeständigkeit). 

Diese drei Zeichen der Existenz sind wichtig, da ihre Überwindung Buddhisten hilft, Nibbana, das Ende des Leids, zu erlangen bzw. Leiden zu beenden.

Drei im Hinduismus

Die Trimurti oder Trideva ist die dreifache Gottheit der höchsten Göttlichkeit im Hinduismus. In ihr sind die kosmischen Funktionen der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung als Triade enthalten, personifiziert von Brahman (dem Schöpfer), Vishnu (dem Bewahrer) und Shiva (dem Zerstörer). Interessanterweise ist im Hinduismus die Zahl drei keine Glückszahl.


Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier ist Pilates und Yogalehrerin in München.

Denise findet ihr unter www.deniseklier.com und auf Instagram unter @diebienenkönigin. Dort teilt sie ihr tägliches Leben, Reisen, Yoga, Tipps und Tricks für deine Praxis und vieles mehr!