Montags-Mantra: Nur wer loslässt, hat die Hände frei

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“Lass es los, das bringt doch nichts.” Ein gut gemeinter Ratschlag von Freunden, wenn wir uns mal wieder verzweifelt an etwas festklammern, was uns nicht gut tut. Oft wissen wir, dass unser Gegenüber Recht hat – und doch setzen wir lieber unzählige Kommas als einmal einen Punkt.

Wie oft halten wir an Menschen, Situationen oder Gedanken fest, weil wir kleine Kämpfer sind und nicht aufgeben möchten? Dabei bedeutet loslassen nicht, dass wir flüchten, Schwäche zeigen oder die Kontrolle abgeben. Vielmehr fordert es eine ganze Portion Mut und beweist innere Stärke, sich von negativen Aspekten im Leben zu lösen und einzusehen, wenn etwas sinnlos ist. Um im Fluss des Lebens voranzukommen, kann man sich nicht an jeden kleinen Ast in der Strömung klammern. Loslassen gehört zum Leben dazu. Wieso nicht darauf vertrauen, dass bei uns bleiben wird, was auch dahin gehört?

Alan W. Watts war der Auffassung, dass wir das Leben und seine Geheimnisse nicht verstehen können, solange wir uns darauf versteifen, sie zu greifen und festzuhalten. Versucht man fließendes Wasser eines Flusses in einen Eimer einzufangen, wird man immer enttäuscht sein, weil es darin still steht – man nimmt ihm die besondere Eigenschaft. Um den Strom des Gewässers zu bewundern, muss man es lassen wie es ist, es loslassen.

Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark. Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.

– Hermann Hesse

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