Sound Medizin – Wenn Klänge heilen helfen

Sound Meditation Lisa Soundbyalizz

Sound Healing, Sound Medicine oder Sound MeditationDie Ärztin Lisa Schuster hat am eigenen Leib erfahren, wie heilsam Klänge sind. Uns verrät die studierte Medizinerin, wie Sounds unser Gehirn und unser Nervensystem messbar beeinflussen und wie Töne und Schwingungen uns auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilung unterstützen. // anzeige

Liebe Lisa, „Sound Healing“ ist gerade in aller Munde – dabei weiß ich, dass du gar kein großer Verfechter dieses Begriffes bist, richtig?

Richtig. Ganz einfach, weil „Sound Healing“ impliziert, dass die Sounds heilen könnten – aber ganz so ist es nicht. Der Sound funktioniert nicht wie eine Pille, die du nimmst und du bist geheilt. Es ist eher so, dass die Heilung im Inneren stattfindet. Die Sounds sind dabei nur das Medium. Sie bilden den Raum für die Heilung. Deswegen tendiere ich eher zu Begriffen wie Sound Therapy, Sound Medicine, Sound Bath oder Sound Meditation – mein persönlicher Lieblingsbegriff. Man kann aber auch einfach Klangschalen-Therapie sagen.

Die Klangschalen-Therapie oder Klangschalen-Massage umfasst aber noch mehr als „nur“ den Sound, richtig?

Ja, es gibt noch die Klangschalenmassage, mit tibetischen Klangschalen, wo die Instrumente wirklich auf den Körper aufgelegt werden. Hier spielt der physische Aspekt eine große Rolle, da die Vibration direkt über den Körper eindringt. Das ist dann aber auch schon der einzige Unterschied.

Wie bist du zur Sound-Arbeit gekommen?

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Ärztin Lisa Schuster mitten in einer abendlichen Sound Bath Meditation.

Das war ein langer Weg. Während meines Medizinstudiums hatte ich sehr viele Probleme: Ich war immer kurz vorm Burnout, hatte viele Emotionen in mir, die ich nie kontrollieren und mit denen ich nichts anfangen konnte. Ich wusste nicht wohin mit mir und war sehr leistungsorientiert. Zusätzlich habe ich noch professionell Bodybuilding gemacht, war auf der Bühne und das hat meinem Körper den Rest gegeben. All das hat sich dann akkumuliert. Ich war ausgebrannt, mein Körper hat wehgetan. Ich konnte mich kaum bewegen.

Was sagten die Ärzte?

Tja, meine Blutwerte waren super und die konventionelle Medizin hatte keine Antworten für mich. Ich machte mich auf die Suche und wollte wissen, was mit mir los ist. Ich begann mich in das Thema Yoga zu vertiefen und der Essenz davon auf den Grund zu gehen. Ich machte eine yogatherapeutische Ausbildung und war wirklich erstaunt, wie viele Dinge da plötzlich in mir hochkamen. Wieviel sich da bei mir bewegt und geöffnet hat, war unglaublich. Und ich habe mich gefragt, warum mir das niemand im Medizinstudium erzählt hat.

Also hast du deine eigenen Antworten gefunden …

Richtig. Ich bin immer mehr in die östliche Medizin mit Ayurveda abgetaucht, denn die yogatherapeutische Ausbildung bestand auch aus vielen Ayurveda-Komponenten. Was mich sehr fasziniert hat, war diese komplett andere Herangehensweise an den Menschen und an Gesundheit. Alles ist auf Prävention ausgelegt. Der Mensch wird nicht erst behandelt, wenn er krank ist, sondern bereits davor. Durch all diese Erfahrungen und den neuen Zugang zu mir, merkte ich plötzlich was mir fehlte: Die Musik.

Das heißt, sie war davor ein fester Bestandteil deines Lebens?

Ich habe mit 6 Jahren das Klavierspielen angefangen, war E-Bassistin in einer Band. Während meines Studiums ließ ich dafür aber keinen Raum. Nachdem ich durch Yoga und Meditation wieder Zugang zu mir hatte, spürte ich: „Du musst wieder mit Musik arbeiten.“ Also habe ich von einem Tag auf den anderen beschlossen, dass ich DJane werden möchte und ja, das habe ich dann wirklich auch nach 2 Wochen angefangen.

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Auch auf der Bühne, wir hier auf einem Yoga-Festival, sind die Bowls mit dabei.

War das der erste Step auf deinem Weg zur Sound-Arbeit?

Erstmal war es nur ein Spaß. Ich wollte herumexperimentieren, habe mir aber ein Business damit aufgebaut. Ich habe die Welt bereist und nebenbei weiter Medizin studiert.  Also kam die Frage auf: Wie kann ich Medizin mit Yoga, Achtsamkeit, Prävention und Musik verbinden? Denn ich hatte selbst gesehen, wie stark und lebendig mich die Musik gemacht hat. Ich wollte wissen, was dahintersteckt – die Wissenschaft dazu ergründen. In Amerika lernte ich dann Klangschalen und Sound Bath Meditation kennen. Ich war komplett fasziniert von dem Gefühl, dass ich im Anschluss hatte – diese Resonanz in mir und mit allem um mich herum. Ich spürte eine tiefe Verbundenheit, war komplett im Einklang, da war kein Widerstand mehr. So etwas kannte ich vorher nicht – diesen Zustand des Urvertrauens. Ich begann den Sound in meine Arbeit als Yogatherapeutin zu implementieren. Heute bin ich Gründer und Leiterin des Sound Medicine Institut Germany und habe meine eigene Klangschalen-Marke die Akasha Bowls. Ich gebe Kurse, bilde Leute weltweit aus und arbeite für verschiedene Firme, im Bereich Achtsamkeit durch Sound, damit alle die Benefits spüren können. 

Neugierig geworden? Dann taucht mit Lisa in diese Sound Bath Meditation ein.

Was genau sind das für Benefits – oder anders gefragt: Warum beeinflusst uns Musik so sehr?

Unser ganzer Organismus ist darauf ausgelegt, auf Sound zu antworten. Beim Musikhören spürt man das sofort: Auf physiologischer und auf neurochemischer Ebene ändert sich etwas. Sound ist für uns nur in bestimmten Frequenzen hörbar, nämlich zwischen 20 – 20.000 Hz. Aber darunter und darüber gibt es natürlich auch Frequenzen. Selbst unsere Gedanken haben eine bestimmte Frequenz, eine Vibration. Das, was wir zum Beispiel tagtäglich in Gedanken zu uns sagen, das bestimmt unsere ganze Neurochemie, unsere Physiologie. Alles hängt miteinander zusammen.

Kannst du mir ein Beispiel geben?

Wenn unser Partner sagt: „Hey mein Schatz, ich freue mich so, dass du da bist, ich habe dich vermisst“ – dann spüren wir sofort eine Antwort in unserem Körper.  Genauso macht es etwas mit uns, wenn wir angemeckert werden. Sound hat einen extremen Einfluss auf uns – auch in Sachen Lautstärke … Wenn da immer mehr Sounds zusammenkommen, die vielleicht stören, setzen wir unseren Körper unbewusstem Stress aus. Da müssen wir lernen, ein wenig achtsamer zu sein, unsere Umgebung zu analysieren. Jede Zelle hat eine Vibration und ganz kleine Härchen, die auf unserer Zellmembran angeordnet sind. Diese Härchen können durch Sound physisch beeinflusst werden und dadurch ganze Reaktionskaskaden in Gang bringen. Sobald diese feinen Härchen in Bewegung gebracht werden, verändert sich auch die chemische Struktur. Das sind sehr interessante Prozesse, die man messen kann.

Wie reagiert unser Gehirn?

Da passieren viele Dinge, die bis jetzt noch gar nicht zu hundert Prozent erforscht sind. Aber wir wissen heutzutage: Wenn wir Musik und Sound hören oder auch selbst Musik praktizieren, sind so viele Gehirnareale gleichzeitig aktiviert, wie bei keiner anderen Tätigkeit. Zusätzlich ist Sound mit unseren Emotionen gekoppelt. Denn warum wir bei Musik glücklich oder traurig sind und bestimmte Songs mit bestimmten Situationen und Lebensabschnitten in Verbindung bringen, hängt mit dem limbischen System und vor allem der Amygdala zusammen. Diese Strukturen im Gehirn sind für die Emotionen zuständig sind – und da spielt Sound sehr viel mit rein. Welchen Einfluss Klänge hier genau haben, ist aber noch nicht ganz erforscht – da ist noch viel Raum.

Sicher ist aber: Sound-Meditation & Co. wirken auf unseren Körper UND unseren Geist …

Absolut. Die Gehirnwellen werden während einer Sound-Meditation runtergebracht. Normalerweise befindet sich unser Gehirn in einem Beta-Wellen Zustand. Die Frequenz ist relativ hoch, bei etwa 30 Herz. Die Klangschalen bewirken eine sogenannte „Frequency Following Response“. Das bedeutet, dass sich das Gehirn auf die Signale einstellen wird, die man ihm in Form von Sound immer wieder vorspielt. So können wir dann Gehirnwellen runterbringen, auch „Brainwaves Shift“ genannt. Die Gehirnwellen verändern sich von beta zu alpha und auch teta – das ist der Gehirnwellen-Bereich, in dem wir uns befinden, wenn wir eine Sound Bath-Meditation machen – der Zustand zwischen wach sein und Schlaf.

Eignet sich die Sound Bath-Meditation denn auch für Einsteiger?

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Eine Sound Bath Meditation ist perfekt für Anfänger, da die Klänge wie ein Anker funktionieren.

Es ist perfekt für Einsteiger oder Menschen, die sich schwertun mit Meditationen. Die Klänge sind wie ein Anker, zu dem man in der Meditation immer wieder zurückkommen kann. Wenn die Gedanken abschweifen, kann der Fokus immer wieder auf die Töne und Frequenzen gesetzt werden.

Wirken die verschiedenen Tonlagen denn unterschiedlich auf uns?

Ja definitiv und genau damit arbeitet man in der Sound-Meditation. Es gibt – grob gesagt – Dissonanzen und harmonische Klänge. Harmonische Klänge sollen vor allem zu Beginn den Körper in die Entspannung und die Erdung bringen. Dann gibt es die dissonanten Töne, wobei dissonant nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Es bedeutet nur, dass es für unser Ohr ungewöhnlich klingt. Dissonanzen eignen sich für Menschen, die keine Energie haben, sich nicht aufraffen können. Sie brauchen mehr Stimulation. Dissonante Klänge fachen die Energie an. Dann arbeitet man auch mit verschiedenen Intervallen, also zum Beispiel passen die Töne C und G sehr schön zusammen, das ist dann sehr harmonisch. Nach solchen „Regeln“ stelle ich die Klangschalen-Sets für meine Kunden zusammen.

Du arbeitest mit besonderen Schalen aus Kristall …

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Sphärische Klänge: Lisas Akasha Bowls aus fast 100 Prozent Quarzglas.

Meine Schalen, die Akasha Bowls, sind aus fast 100 Prozent reinem Quarzglas. Diese Schalen haben eine andere Energie und einen ganz anderen Klangcharakter als die tibetischen. Die Metall-Klangschalen haben einen urigen, erdenden Charakter, der ein warmes wohliges Gefühl auslöst, was ich vor allem am Beginn einer Sound Bath-Session sehr mag. Die Kristall-Klangschalen benutze ich dann später, wenn es darum geht, dass meine Kunden tiefer in die Meditation einsteigen. Das sind dann eher sphärische Klänge, die nach oben öffnen sollen. Sie helfen dabei, die Verbindung zum Higher Self, zur Intuition, zur inneren Weisheit zu schaffen.

Was sagst du als studierte Medizinerin zu Menschen, denen Sound Therapie „zu spirituell“ ist?

Ich sage immer, dass Heilung auf verschiedenen Ebenen stattfindet und eben nicht nur auf der physischen. Heilung ist für mich ein konstanter Prozess. Und die Wirkung von Sound ist wirklich fundiert, allein beim Thema Gehirnwellen oder dem autonomen Nervensystem: Die meisten Menschen sind zu sehr im Sympathikus – sprich im Stress – und viel zu selten im Parasympathikus. Genau diesen Teil des Nervensystems, können wir mit Schwingungen und Frequenzen aktivieren. Der größte Nerv im parasympathischen System ist der Vagus Nerv. Er zieht sich vom Hirnstamm über die Brust komplett bis zur linken Colon Flexur – also fast über den kompletten Bauch. Alle Organe werden dadurch mit Energie versorgt. Sounds oder auch 10- bis 15-minütiges Summen haben extreme Effekte auf den Vagus Nerv. Er wird dadurch angeregt und angekurbelt – und das ist auf physischer Ebene messbar.

Aber bedeutet autonomes Nervensystem nicht, dass wir darauf keinen Einfluss haben?

Viele Studien haben gezeigt, dass dem nicht so ist und dass wir durch meditative Arbeit, durch Sound, Sound-Therapie, Yoga oder Atemtechnik sehr wohl das autonome Nervensystem unter Kontrolle bringen können. Genau das ist Teil meiner Arbeit. Ich möchte, dass die Menschen wieder mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Dafür möchte ich ihnen Werkzeuge an die Hand geben: Das reicht von Coaching, Sound-Arbeit, Meditationen, über Visualisierungen, Akupressur bis zu EFT. Aber da ist natürlich auch mein schulmedizinisches Wissen, dass ich als Background überall mit reinnehme.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

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Lisas Wunsch: Jedem soll es möglich sein, sein volles Potential zu leben.

Mein Wunsch wäre, dass mehr Selbstbestimmung eintritt und jeder sieht, was für ein immenses Potential er hat und dieses Potential lebt. Deswegen ist die Arbeit an uns selbst so wichtig! Je mehr wir uns selbst heilen und lieben lernen, desto mehr wird auch unsere Umwelt davon profitieren. Wir können andere anstecken und ermutigen das Gleiche zu tun.


Neugierig geworden? In Lisas Sound Medicine Institut Germany kannst du online oder vor Ort spannende Kurse besuchen. Besonderes Geschenk vor Weihnachten: Die viertägige kostenlose Transformations-Challenge, die vom 14-17.12.21 stattfindet. Mehr Info auf @soundbyalizz.

Playlist Yoga im Bett

Gina Weber Yoga im Bett

Unsere Yoga-Playlist für den Winter kommt von Yogalehrerin Gina Weber von Pop Up Yoga München – passend zu ihrer Fotostrecke „Yoga im Bett“ in unserem neuen YOGA JOURNAL Heft, das am 16. Dezember erscheint.

Gina ist bekannt als Co-Gründerin von POP UP YOGA München sowie der MünchenYogaConference. Sie findet, Yoga sollte man immer und überall machen können.

grow your glow | Coaching & Photography | Daniele Niedermayer

Und natürlich auch im Bett. Dafür hat Gina „Yoga im Bett“ Flows kreiert, bei denen ihr keine Matte, sondern nur euer Bett braucht. Mit diesen Flows könnt ihr eure Gedanken für den Tag beenden und dürft einfach loslassen. 

Lasst euch in die entspannenden Klänge fallen, gebt für einen Moment alle Verantwortung, Aufgaben und Verpflichtungen ab und verbindet euch mit eurem Bauchgefühl, euren Wünschen, euren Träumen, um dann in einen erholsamen Schlaf zu sinken.

Mehr Infos zu Gina findet ihr unter www.popupyogamuc.com, auf Instagram und Facebook.

Übrigens: Vielleicht willst du uns auch mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich unter redaktion@yogajournal.de, auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.


Numerologie & Yoga: Die Zahl Zwei

Denise Klier - Halbmond

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier gibt euch Einblicke in die Verbindung zwischen der Numerologie und Yoga – diesmal geht es um die Zahl Zwei…

Auf Sanskrit heißt die Zwei „Dvi“ und symbolisiert die Ergänzung und Gegensätzlichkeit. Sie steht für den Mond und alle Körperteile, die doppelt vorkommen. Auch aus diesem Grund üben wir im Yoga jede Seite gleich intensiv. 

Zwei in der Numerologie

Sie symbolisiert die Dualität. Sie ist hell und dunkel, Licht und Schatten, Gegensatz und Gemeinsamkeit. Die Zwei bedeutet Dinge reifen zu lassen, Wissen zu entfalten, Vernunft walten zu lassen und diplomatisch zu verhandeln.

Steht ihr unter dem Einfluss einer Zwei haltet ihr euch gerne auch mal im Hintergrund. Ihr seid warmherzig, sensitiv und emotional. Euch sind Freundschaften und Partnerschaften wichtig und ihr gebt viel, um sie am Laufen zu halten und habt die Gabe zwischen mehreren Parteien zu vermitteln.

Ardha Chandrasana – der Halbmond – für Denise eine Übung, die sie immer wieder daran erinnert beide Seiten des Körpers und sich dem Leben zu öffnen.

Zwei im Hinduismus

Die Zahl 2 ist die symbolische Darstellung des Zustands der Dualität, den wir objektiv durch unseren Verstand und unsere Sinne erfahren. Der erste ist Purusha (Gott) und der zweite ist Prakriti (Natur). Zusammen manifestieren sie den Rest der Schöpfung.

Brahman und Atman fungieren hier als Gegensätze: Subjekt und Objekt, Selbst und Nicht-Selbst, das Bhutatman (Ego or physisches Selbst) und das Antaratman (das wahre Selbst), Shiva und Shakti, Erde und Himmel, Tag und Nacht, gut und böse, leben und sterben, usw. 

Unser Leiden und unsere Gebundenheit an Unwissenheit und Sterblichkeit werden in der biblischen Geschichte der Genesis symbolisch als Adam und Eva dargestellt – vom Himmel verstoßen. Die Erschaffung von zwei aus einem war der Wunsch des Selbst, weil es nicht allein sein wollte. Aus diesem einzigen Gedanken ging die gesamte Schöpfung hervor. 

Die Entstehung von zwei aus einem ist die Ursache unserer Existenz und auch unserer Probleme der Sterblichkeit. Es ist ein Rätsel, das wir lösen müssen, indem wir entweder die Eins (Selbstverwirklichung) oder die Null (Nirvana) erreichen.

Zwei im Buddhismus

Die Nummer 2 repräsentiert unser weltliches Verständnis der Realität, wie es sich in unserem Fokus der Dualität widerspiegelt. 

Hier existieren auch zwei Wahrheiten: die relative und die absolute Wahrheit. Erstere bezieht sich auf die weltliche Realität und letztere auf die transzendentale Realität. 


Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier ist Pilates und Yogalehrerin in München.

Denise findet ihr unter www.deniseklier.com und auf Instagram unter @diebienenkönigin. Dort teilt sie ihr tägliches Leben, Reisen, Yoga, Tipps und Tricks für deine Praxis und vieles mehr!


30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können

Selbstreflexion und Lebensfragen

Selbstreflexion: Erkenne dich selbst – das ist eine der großen Aufgaben des spirituellen Lebens. Swami Sivananda sagte, „Frag wer bin ich? Erkenne dein Selbst und sei frei.“ Auf dem Weg, um diese essentielle Frage zu beantworten, ist es gut, sich mit der Person vertraut zu machen, welche die Frage stellt – mit dir selbst. Hier sind 30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können.

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Aber ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen. Die besten Fragen führen zu einer neuen Perspektive und erinnern uns daran, wer wir sind und wer wir sein wollen. Es sind Fragen, die zur inneren Stimmen der Weisheit werden und uns durch die turbulente Reise des Lebens führen. Die Antworten sind nicht so wichtig. Wichtig ist, der Prozess, den du in dir in Gang setzt. Du kennst das bereit aus deinem Alltag: Man lernt jemanden besser kennen, wenn man der Person die richtigen Fragen stellt. Genauso lernt man auch sich selbst besser kennen, wenn man sich selbst die richtigen Fragen stellt.

Yoga und Lebensfragen

Das Nichtwissen ist der Beginn eines bewussten spirituellen Weges. In der Bhagavad Gita erkennt Arjuna, dass er sich immer wieder im Kreis dreht und keine Antwort findet. Erst nachdem er immer wieder dieselben Fehler gemacht hat, kann er loslassen und sich von seinem göttlichen Bewusstsein (Krishna) leiten lassen. Arjunas Hingabe stellt eine Offenheit für seine eigene Intuition und sein spirituelles Wachstum dar.

Arjunas große Fragen führen ihn zu der Erkenntnis, dass er die Natur der Wirklichkeit nicht versteht. Er ist verwirrt und braucht Hilfe. Nachdem Arjuna zusammengebrochen ist, lächelt Krishna und beginnt, ihn über Yoga zu unterrichten – die Praxis, auf friedliche Weise in der Welt zu leben. In der Tat ist dieses Gefühl der Verwirrung etwas, das ich in meiner eigenen Praxis zu schätzen gelernt habe.

Manchmal versuche ich zu meditieren und breche in Tränen aus oder kann nicht aufhören an eine bestimmte Sache zu denken. Früher dachte ich, dass ich zu unruhig bin, zu zappelig, zu verkopft – aber jetzt sehe ich, dass mit dem zu Sein was ist, die wahrhaftigste Art der Praxis ist. Ich schätze diese Momente, in denen ich meinen eigenen inneren Krishna um Hilfe bitten kann. Ich weiß, dass meine Fragen die Tür zu den Antworten sind, die in meinem eigenen Herzen ruhen.

Selbstreflexion: Wer bin ich?

Viele dieser Fragen sind sehr allgemein gehalten. Zum Beispiel „Wie verhalte ich mich?“ Da kommt bestimmt gleich die Gegenfrage: „Ja, aber in welcher Situation?“ Vielleicht kommen dir Erinnerungen hoch, von bestimmten Situationen oder Gesprächen, die du mit Freunden geführt hast? Du musst dein Verhalten ja nicht gleich ändern – aber es ist gut, sich selbst richtig einschätzen zu können. Du merkst schon – so eine simple Frage, ist gar nicht so einfach. Die Fragen sind oft deshalb so allgemein, da sie zum Nachdenken anregen sollen und nur du sie wirklich beantworten kannst.

Titelbild: Alexander Shustov via Unsplash

vervola: Yoga Fashion aus der Schweiz

vervola Yogamode Schweiz

Klein aber sehr fein. Das ist vervola. Das Schweizer Yoga-Kleider-Label vereint nachhaltige und natürliche Materialien in zarten Farben mit  raffinierten Schnitten. vervola-Gründerin Susanne Lamberts entwirft jedes Teil und stellt hohe Ansprüche an sich selbst: Jedes Kleidungsstück soll zum Lieblingsteil werden.

Advertorial

Und damit genau das gelingt, ist bei vervola von Anfang bis Ende alles durchdacht: Die Stoffe stammen aus zertifizierter Produktion und tragen Label wie EcoVeroTM oder TencelTM. Selbst die Verpackung besteht aus Stoff-Taschen, die wiederverwendet werden können. Susanne Lamberts lässt ihre Stoffe in einer kleinen Manufaktur in West Java Indonesien herstellen und mit natürlichen Farben färben. Sie kann ihre Kleidung bis auf die Faser zurückverfolgen. Produziert wird sie in einer kleinen Familienschneiderei in Bali.

vervola: Funktion trifft Style

So sorgfältig wie die Auswahl der Materialien und Farben ist auch die Ausarbeitung des Designs. Susannes T-Shirts, Bustiers, Leggings, Tights und Haremshosen sind zeitlos und erfüllen eine hohe Funktionalität, indem sie nicht nur in jeder Asana perfekt sitzen, sondern einen auch in der Freizeit super aussehen lassen. Die Damen-Shirts „Sleevy“ und „Favourite“ sowie auch das rückenfreie „Freestyle“ schmiegen sich perfekt an die Hüfte an und schmeicheln jeder Silhouette. Selbst das Männer-Shirt Classic Tight rutscht nicht, wenn man sich im Handstand befindet.

Der Style kommt trotzdem nicht zu kurz. Ein Highlight sind die handgefertigten Banana-Prints. Mit den Yoga- und Lounge-Klamotten macht man definitiv nicht nur auf der Yogamatte eine tolle Figur. vervola T-Shirts, Jumpsuits oder Bustiers sehen auch auf dem Fahrrad, beim Einkaufen oder einfach zu Hause auf dem Sofa cool aus. Welches wird dein Lieblingsteil?


Mehr Info zu vervola auf vervola.com und @vervola_com.

Fünf Sprachen der Liebe

5 Sprachen der Liebe - Victoria Roman

Wie kommunizierst du mit deinem Partner? Wie drückst du deine Zuneigung und Liebe aus? Autor und Seelsorger Gary Chapman hat die Theorie aufgestellt, dass jeder Mensch eine primäre Sprache der Liebe hat, die er in Beziehungen lebt. Wir stellen euch die fünf Liebessprachen vor.

Ist es euch schonmal aufgefallen, dass Menschen ihre Liebe auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen ausdrücken? Manche Menschen lieben es zu schenken und beschenkt zu werden. Andere sind ganz schlecht darin eine gute Geschenkidee für ihre Liebsten zu finden – das hat oft großes Konfliktpotential. Unter „Sprache der Liebe“ versteht Gary Chapman, Autor des Buches „The Five Love Languages“ (Die fünf Sprachen der Liebe), die Art und Weise, wie wir Liebe und Wertschätzung in Beziehungen ausdrücken. Chapman vergleicht dabei die persönliche Liebessprache mit einer Muttersprache. Wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache aufeinandertreffen, ist es schwierig, sich zu verstehen.

Das heißt, um eine gute Beziehung zu führen, muss ich die Liebessprache meines Partners wie eine Fremdsprache lernen. Und ganz wichtig: Beide Partner müssen die Muttersprache des Anderen lernen. Kennst du deine Liebessprache? Wie drückst du deine Zuneigung aus? Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du hier den Fünf-Sprachen-der-Liebe-Test machen und herausfinden, welche Liebessprache du „sprichst“.

Wie wir unserer Liebe Ausdruck verleihen

Lob und Anerkennung

Für Menschen mit dieser Beziehungssprache ist es absolut selbstverständlich, dass sie nicht nur Erfolge loben, sondern selbst kleinste Aufmerksamkeiten und Gesten wertschätzen und dies auch zum Ausdruck bringen. Sie haben wirklich eine Gabe mit ehrlichen Komplimenten, den Menschen, die sie lieben Anerkennung und Dank zu zeigen. Ihre ehrliche Wertschätzung, ihre Liebe und ihre Dankbarkeit kommt von Herzen. Oft ist es diesen Menschen gar nicht bewusst, dass sie das tun, da es einfach ihrer Natur entspricht.

Zweisamkeit: Quality Time mit dem Partner

Menschen dieser Sprache bringen ihre Liebe und Wertschätzung durch bewusst gelebte Zweisamkeit zum Ausdruck. Sie nehmen sich wirklich Zeit für den Anderen. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit schätzen sie in besonders hohem Maße. Das kann ein gemeinsames Abendessen sein, lange Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und vieles mehr. Wichtig dabei ist, dass die gemeinsame Zeit bewusst und aufmerksam miteinander verbracht wird, ohne Störungen von Außen oder Dritter.

Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten

Es muss nicht Weihnachten oder ein Geburtstag anstehen, um Liebe mit einem Geschenk auszudrücken. Auch der materielle Wert ist zweitranging. Viel mehr zählt der Gedanke, die Kreativität oder das Überraschungsmoment. Für den „Geschenk-Typ“ ist es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn sich jemand schon bei der Auswahl des Geschenkes Gedanken über die Wünsche und Bedürfnissen des Beschenkten macht. Das kann auch die Lieblingsschokolade des Partners sein, die beim Einkauf mitgebracht wird.

Hilfsbereitschaft – Gesten der Unterstützung

Der Grundsatz lautet „Was kann ich dir Gutes tun?“ Menschen dieses Liebestyps helfen aus Leidenschaft. Helfen ist für sie eine Selbstverständlichkeit und ein Liebesdienst. Dabei geht es nicht um die Größe der Geste. In einer Beziehung können das die scheinbar unwichtigsten Dinge sein, daher liegt darin auch viel Konfliktpotential. Wenn zum Beispiel Einer immer den Müll rausbringt, weil er das als Zeichen der Liebe sieht, der andere Partner diesen Liebesdienst aber als selbstverständlich sieht, fehlt die Wertschätzung. Das kann auf Dauer die Beziehung ausbrennen lassen.

Zärtlichkeit – körperliche Nähe

Wir denken hier vielleicht gleich an Sex, aber körperlicher Kontakt kann vieles sein: Küssen, Händchenhalten, Kuscheln und vieles mehr. Bei diesem Typ findet Kommunikation auf der non-verbalen Ebenen statt. Menschen, die ihre Liebe über diese Sprache kommunizieren, fühlen sich geliebt, wenn sie umarmt, geküsst oder gestreichelt werden. Jede Berührungen wird als Liebesbeweis empfunden und ein zärtlicher Körperkontakt wiegt mehr als die Worte „Ich liebe dich“.


Titelbild: Victoria Roman via Unsplash

Playlist des Monats Dezember

Lina Frederike - Playlist des Monats

Unsere Yoga-Playlist des Monats kommt von Yogalehrerin Lina Frederike aus LeverkusenSie ist die Gründerin von Liebensfreu.de und ihre Playlist für den Dezember hat es uns besonders angetan – Vinyasa Flow meets Yin Yoga.

Ihr Lieblingsyogastil ist Vinyasa Yoga mit Elementen aus dem Yin Yoga und dem Klangyoga. Zu ihrer Playlist sagt sie: „Ich mag diese Auswahl und Abfolge an Liedern, weil sie eine perfekte Mischung von Yin & Yang in mir aktiviert. Ich kann auf diese Playlist sowohl super ankommen und dann im Verlauf der Yogastunde von der Musik in meinem Yang getragen und unterstützt werden, um Kraft und innere Wärme zu aktivieren.“

„Gerade am Ende tauche ich in die Tiefe des Yin Yogas ein. Die Playlist ist perfekt, um zu unterrichten, da ich auf meine Yogi*nis und deren Tageslevel spontan die Stunde anpassen und meiner Intuition beim Unterrichten folgen kann.“

Lina unterrichtet online bei Sunny Mind Yoga (in Leverkusen) und bei Lord Vishnus Couch vertretungsweise immer mal wieder online oder im Studio in Köln. Mehr erfahrt ihr auf ihrer website unter www.liebensfreu.de oder folgt ihr auf Instagram.

Übrigens: Vielleicht willst du – so wie Lina – uns auch mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.

Tipps vom Yogadude: Bloß kein Stress – Zeitmanagement gegen Yoga-Burnout

Burnout Yogalehrer

Der „Yogadude“ Thomas Meinhof schreibt bei uns über das Thema Yoga & Business. Heute: Bloß keinen Stress – mit Zeitmanagement gegen Yoga-Burnout

Arbeitszeit ist nicht gleich Lebenszeit

Yogastudios bezahlen ihre Lehrer*innen normalerweise für ihre Zeit. Man erhält vielleicht 50 Euro für eine 90-Minuten-Yogaklasse. Kein schlechter Stundenlohn, oder? Okay, du musst eine halbe Stunde vorher da sein und danach nochmal 15 Minuten aufräumen und warten, bis alle Schüler*innen gegangen sind. Und natürlich fährst du von zuhause eine halbe Stunde ins Studio und wieder zurück. Oh, ganz vergessen: Irgendwann bereitest du deine Yogaklasse auch vor – dafür benötigst du anteilig ebenfalls mindestens 30 Minuten.

Und deine Instagram-Stories als Werbung für deinen Unterricht und das Lesen von Fachlektüre zur Fortbildung? Fordern ebenfalls Zeit. Für den Fall, dass du aufgehört hast, mitzuzählen: Für deine 50 Euro (die du ja außerdem noch versteuern musst) hast du mittlerweile vier Stunden Lebenszeit verkauft. Fast ein halber Arbeitstag, gemessen an einer 40-Stunden-Woche.

90 Minuten Yoga-Unterricht

+ 30 Minuten vorher im Studio

+ 15 Minuten danach im Studio

+ 60 Minuten An- und Abfahrt

+ 30 Minuten Vorbereitung der Klasse

+ 15 Minuten Instagram & Co. (Werbung)

Ergibt in der Summe = 240 Minuten (vier Stunden!) Arbeitszeit

Burnout Yogalehrer

Und jetzt wird nachgerechnet

Es gibt einen Grund, warum die meisten Menschen maximal 40 Stunden pro Woche arbeiten. Der Grund heißt „Burnout.“ Es wäre besonders ironisch, wenn ausgerechnet Yogalehrer*innen wegen Überarbeitung krank würden. Bevor du dich also Hals über Kopf ins Yogalehrer*innen-Dasein stürzt (oder wenn du das bereits getan hast), solltest du dein Zeitmanagement prüfen.

Trage in einen Stundenplan, wie du ihn aus der Schulzeit kennst, deine (geplanten) Arbeitszeiten inklusive Anfahrt, Vorbereitung, Buchhaltung und mindestens einer Yogaklasse, an der du selbst teilnimmst, ein (letzteres ist wirklich wichtig und gehört zu deiner Arbeitszeit!). Zähle dann nach, wie viele Arbeitsstunden deine Woche umfasst. Wenn du auf mehr als 40 Arbeitsstunden wöchentlich kommst, solltest du dir Gedanken über eine Work-Life-Balance machen. Und damit beginnen, dir deine Zeit sinnvoll einzuteilen. Damit du noch möglichst lange Freude an deinem Beruf als Yogalehrer*in hast.


Yogadude Kolumne

Thomas Meinhof, auch bekannt als „Yogadude“, ist studierter Betriebswirt, ausgebildeter Yogalehrer und betreibt in München sein eigenes Yoga-Studio SHIVA SHIVA YOGA. Seit 2016 schreibt er regelmäßig auf seinem Blog „Yogadude“ über alle Themen rund ums Yoga, seit 2020 kann man ihn auch in seinem eigenen Nicht noch ein Yoga-Podcast hören. Im September 2021 erscheint sein Buch Selbstständig mit Yoga – von Businessplan bis Steuererklärung.


Titelbild: KoolShooters via Pexels