Annette ist ausgebildet in Anursara-Inspired Yoga, 500h Stunden Hatha Yogaausbildung und Fortbildungen in „beWEGEN“ Ausbildung nach Veronica Fischer sowie 22 Jahre Erfahrung als Yoga- & Meditationslehrerin.
„Über zwanzig Jahre erforsche ich nun schon Bewegung, studiere den Körper und Geist, leite in Yoga und Meditation an. Es hat diese Zeit gebraucht, bis ich zu einem Yoga gefunden habe, mit dem sich mein Körper wohlfühlt und ich aus diesem Wohlbefinden heraus weitergeben kann, was ich selbst übe und wovon ich überzeugt bin. Mit räkeln, pulsieren, dehnen, hüpfen, erforsche ich mit allen, die es wollen, die Ganzheitlichkeit des Körpers. Es ist meist nur eine Annäherung an eine Asana (Haltung) über ein diverses Bewegungsangebot. Es soll immer genug Zeit und Raum fürs Explorieren und Fühlen sein. Ich strebe durch Bewegung eine Stimulation des Flüssigen in uns an, ein Erlösen aus Starrheit und dem Festhalten zum Wohle des Weichen, Durchlässigen und Freien.“
Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Sein Körper und Geist haben eine individuelle Anatomie, genetisch bedingt und geformt durch die eigene Geschichte. Soulyoga berücksichtigt dies und ist deshalb kein System, das in ein Asana-Korsett zwängt, sondern exploratives Faszienyoga. Die Übungspraxis endet nicht zwangsläufig in einer gehaltenen Form. Es ist vielmehr ein sich annähern an eine Asana (Haltung) über ein diverses Bewegungsangebot. Dabei werden die inneren faszialen Zusammenhänge in Organen und langen Muskelzügen wahrgenommen. Du fühlst die eigenen Befindlichkeiten, bewegst dich damit und machst eine somatische Erfahrung, mit der du Selbstverantwortung für dich übernimmst.
Unsere Körper sind Tensegrity-Strukturen. Sie besitzen eine elastische Grundspannung durch ein fasziales Netzwerk, in dem alle Knochen, Muskeln und Organe zusammengehalten werden. In diesem Workshop geht nicht um das Vollenden einer Yogapose sondern vielmehr um die Bewegung zu, hin und von ihr weg – das kontinuierliche Explorieren im Körperraum. Du nutzt die Zug- und Druckkräfte der Faszien im Pulsieren, Bouncen und Strecken. Fokus ist dabei der Schultergürtel und Brustkorb, den du natürlich ausgerichtet fühlen und beleben wirst. Wenn du neugierig auf eine Weiterentwicklung der klassischen Yogapraxis bist, bist du hier genau richtig. Alle Levels willkommen.
Annette Münzinger auf der YogaWorld 2022 in München:
Rumliegen und mit Instrumenten beschallt werden? Unsere Mitarbeiterin Kerstin hat Soundhealing getestet und ist der Überzeugung, dass man das selbst ausprobiert haben muss. Sie berichtet über ihre Erfahrungenund warum sogar Tränen flossen …
Wie ist Soundhealing?
Soundhealing ist eine Meditationsform, die den Klang von verschiedenen Instrumenten zur Heilung des Körpers und des Geistes nutzt. Zu Beginn meiner ersten Stunde nahm die Lehrerin eine Klangschale und füllte sie mit Wasser. Als sie die Schale mit dem Klöppel anschlug und sie zu schwingen begann, sah ich, wie durch die Schwingungen ein Muster auf der Wasseroberfläche entstand. Auch unser Körper besteht zu ca. 70 Prozent aus Wasser. Und da Wasser auf Schwingungen reagiert, haben auch die Töne der Klangschale Einfluss auf unsere Körper. Soundhealing ist also das Ausgleichen der Schwingungen des Körpers durch Töne.
Was funktioniert Soundhealing?
Diese Töne erzeugt der Yogalehrer durch verschiedenste (heilige) Instrumente. Es werden vor allem Klangschalen verschiedener Töne und Schwingungshöhen verwendet. Hierzu zählen klassische tibetische Klangschalen, die meistens aus Messing handgefertigt werden. Oder auch industriell gefertigte, oder sogar welche aus Kristall. Aber auch Gong, Trommeln und Rasseln kommen zum Einsatz. Sogar die Stimme der LehrerInnen haben durch Summen oder das Rezitieren von Mantras Heilwirkungen.
Die Yogalehrerin betätigt diese Instrumente teilweise intuitiv. Aber hauptsächlich passend zum Thema der Stunde. Denn so wie ein Mantra bestimmte Heilung befördert, sind auch Klangschalen dem Chakrasystem zugeordnet. Deshalb fühlen sich verschiedene Menschen auch von verschiedenen Klangschalen besonders angezogen.
Foto von Magicbowls von Pexels
Soundhealing kann auch mit Yin-Yoga verbunden werden. Hierbei achtet die Lehrerin zuerst darauf, dass alle Schüler sich in der Asana einrichten. In den drei bis fünf Minuten der Yin-Pose findet das Soundhealing statt. Die Lehrerin sollte die Aufmerksamkeit sowohl auf den Instrumenten haben, als auch auf den Schülern und deren Bedürfnissen. Deshalb wird bei Yin Yoga mit Soundhealing auch teilweise die Klangheilung von einer separaten Person durchgeführt. Teilweise steht eine Klangschale auch auf dem Körper des Schülers oder wird nahe des Ohres betätigt, um die Wirkung zu intensivieren. So sind die Schwingungen nicht nur mit den Ohren erfahrbar, du kannst sie auch spüren. Darüber hinaus wird dabei das Savasana verlängert, wobei nur Soundhealing mit den verschiedensten Instrumenten stattfindet.
Mein persönliches Highlight
Am tiefsten ist für mich persönlich die folgende Erfahrung gewesen. Ich war in der gestützten Brücke, eine Variation der Schulterbrücke. Die Lehrerin hat eine Klangschale auf meinen geöffneten Herzraum gestellt. Als sie sie betätigte, löste sich aller angesammelter Herzschmerz mit einem Mal auf. Ich war so erleichtert, dass mir die Tränen kamen. Ich habe alles losgelassen. Emotionen werden nicht umsonst als Energie in Bewegung bezeichnet. Und Töne sindeine Schwingungsform, die das Potential hat, Energien zu lösen. Noch Stunden später fühlte es sich an, als wäre mein Herz geöffnet.
Als ich Soundhealing getestet habe, fühlte ich mich wie bei einer Reise durch Raum und Zeit. Nachdem ich durch die verschiedensten Klangwelten geschwebt bin, musste ich erst mal wieder in der Realität ankommen. Auch wenn ich vor der Stunde nicht wusste, was mich erwartet, war ich für das Erlebnis offen. Vielleicht war das sogar einer der Gründe dafür, dass ich das ganze Erlebnis im gegenwärtigen Moment erfahren konnte.
Für wen ist Soundhealing geeignet?
Ich würde Soundhealing jedem Yoga- und Meditationsbegeisterten wärmstens empfehlen. Man hat die Töne als klaren Fokus für seine Aufmerksamkeit. Deshalb eignet es sich auch für Meditationsanfänger. Alles über Yoga zu vergessen, ist für Yin-Soundhealing die beste Voraussetzung. Denn man muss sich darauf einlassen, passiv zu sein. Um all die Vorteile zu erleben, muss man die Schwingung arbeiten lassen. Personen sind unterschiedlich empfänglich für Soundhealing. Jedenfalls haben die unmittelbaren Töne dabei nichts mit der Musik zu tun, die man sonst beim Yoga über Lautsprecher hört.
Kerstin Thost hat für euch auch schonLu Jong und Aerial Yoga getestet. Hast du schon mal Soundhealing getestet? Welche Yogarichtung wolltest du schon immer mal ausprobieren? Kommentiere gerne!
Steven Barrett ist Heilpraktiker für Psychotherapie und Yogalehrer. Er erhielt seine erste Ausbildung 2003 in Indien und studierte am i-Yoga Institut in München. Er ist Teil des Lehrerteams und Mentor in der Patrick Broome Akademie. Regelmässige Reisen nach Indien vertiefen die Erfahrungen im Yoga und sind die Grundlage seines Unterrichts. Als ehemaliger Tänzer sind seine Stunden von einer weichen, fließenden Dynamik geprägt. Alignment für Körper, Atem, Geist und Seele.
Workshop „Yoga und Chanten“, Sonntag, 26.Juni 11.15-12.00 Uhr
Fotos: Grit Siwonia
Stevens Live-Stunde auf der YogaWorld fokussiert sich auf die herzöffnende Praxis des Chantens, Asanas im Vinyasa-Stil und einer wunderbaren Tiefenentspannung.
Titelbild: Grit Siwonia
Steven Barrett auf der YogaWorld 2022 in München:
Sonntag, 26. Juni // 11:15 – 12:00 Uhr // “Yoga und Chanten” // Vishnu Yogaspace
Jetzt Ticket für die YogaWorld 2022 in München sichern!
Jodie kommt aus Großbritannien und unterrichtet seit 5 Jahren Yoga. Davor verbrachte sie 10 Jahre damit verbracht, Tauchen zu unterrichten und Yoga bei Weltklasse-Lehrern in Thailand zu praktizieren, Australien und Bali, bevor sie sich 2017 verliebte und München zu ihrem Zuhause machte. Sie verbringt einen Großteil ihrer Freizeit damit, sich wieder mit der Natur zu verbinden; in den Bergen beim Wandern und Snowboarden oder im Meer beim Surfen und Tauchen.
Workshop „Flow with Jodie“, Samstag, 25. Juni 12.15-13.00 Uhr
Die Kombination aus dem Leben so nah an den Bergen und der lebenslangen Verbindung zum Meer ist die Grundlage für ihre Yogapraxis. Wir lernen, sanft und doch stark zu sein, spielerisch und auch ruhig zu sein und die Verbindung zu spüren. Vinyasa Krama Sequenzen integrieren Körper, Geist und Seele. Wir erden uns in der Erde und fühlen uns so frei wie der Ozean – Jodies größte Werte sind Freiheit, Verbindung und Dankbarkeit. Diese Werte spiegeln sich in ihrem Unterricht. Nicht nur einen Körper zu haben, sondern verkörpert zu sein. Sich so tief zu verbinden, dass der der Rest der Welt wegfällt. Verurteilung und Scham zu verbannen und Mitgefühl und Freundlichkeit zu kultivieren.
Jodie Roberts auf der YogaWorld 2022 in München:
Samstag, 25. Juni // 12:15 – 13:00 Uhr // Flow with Jodie // Vishnu Yogaspace
Special Workshop – Tickets für den Special Workshop müssen zusätzlich zum Messe-Tagesticket oder Wochenend-Ticket erworben werden. Tickets für den Special Workshop sind ab 10. Mai erhältlich / Preis 15 Euro
Special Workshop Samstag, 25. Juni // 16:30 – 18:00 Uhr // “Silent Yoga Disco” // Workshop Yogaspace
https://yogaworld.de/silent-yoga-disco-by-lyla/
Mehr zum Special Workshop mit LYLA Soul Yoga featuring Flow with Jodie…
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Unsicher? Quälen dich Selbstzweifel? Kennst du überhaupt deinen eigenen Wert? YOGA JOURNAL hat sich für dich damit beschäftigt, wie dein Leben von heute an Selbstbewusstsein gewinnen kann. Kurz und kompakt – mit unseren 10 einfachen Tipps…
Finde die Ursache deiner Unsicherheit. Temporär oder ständig Selbstzweifel und damit ein schwaches Selbstbewusstsein zu haben, ist meist das Resultat oder die Reaktion auf bestimmte Erlebnisse. Finde als ersten Schritt in ein selbstbewussteres Leben heraus, um welche einschneidenden Geschehnisse es sich bei dir handelt. Frage dich deshalb: Wie wurde ich in meiner Kindheit behandelt? Wie war die Beziehung zu meinen Eltern? Wie haben mich die Lehrer eingestuft? Was stand in meinem Zeugnis? Hat man an mich geglaubt? Betrachten Sie des Weiteren deine jüngere Vergangenheit: Bist du schon einmal verlassen worden? Aus welchen Gründen und wie hast du dich dabei gefühlt? Hast du einen geliebten Menschen verloren? Wurde dir unerwartet gekündigt? Stelle sicher, dass du dich zuerst mit diesen negativen Erlebnissen auseinandersetzt. Fühle in dich hinein und lass diese Emotionen zu. Wenn du deinen Gefühlen mit Selbst-Mitgefühl begegnest und die Gründe deines mangelnden Selbstbewusstseins kennst, fällt es leichter, ein stärkeres Selbstbewusstsein aufzubauen.
„Spieglein, Spieglein an der Wand…“ Auch von Märchen kann man etwas lernen. Schaue von jetzt an in den Spiegel und sage mindestens drei Mal laut (wichtig!) zu deinem Spiegelbild: „Du bist gut!“ oder „Heute siehst du besonders hübsch aus.“ oder „Du bist ein toller Mensch!“ Lächel dich dabei an und wiederhole diese Übung mehrmals täglich. Es mag dir am Anfang komisch vorkommen, aber nach drei oder vier Wiederholungen änderst du dein Selbstbild. Natürlich kannst du diese Übung auch während deiner Lieblings-Asana durchführen!
Sage „Bye, bye!“ Minimiere zudem den Kontakt zu Menschen, die dir schaden.
Nimm dir Zeit für dich selbst. Das klingt zunächst einfach oder banal, kann aber eine echte Herausforderung sein. Baue in der Zukunft regelmäßige Yogaeinheiten oder auch einmal einen Wellnesstag, Ausflüge, oder Sport ein. (Wenn du dich gut fühlst und kein schlechtes Gewissen hast, bist du selbstbewusster.)
Höre auf zu denken! Ja, richtig gelesen. Grübel nicht darüber nach, was andere Leute über dich denken könnten. Du verunsicherst dich dadurch nur selbst und ändern kannst du es trotzdem nicht. Und, wenn du dir Gedanken machst, wie du bei bestimmten Personen ankommst, liegst du sowieso meistens völlig falsch. Also, kein: „Ach, hätte ich doch anders reagiert!“ oder „Wieso nur habe ich dieses oder jenes gesagt?“
Erstelle eine Like-Liste. Erstelle jetzt eine Liste mit Eigenschaften und Dingen, die du an dir magst.
Bewahre eine „Wird schon“-Attitüde. Schaffe außerdem Platz für mehr Optimismus in deinem Leben und beseitige negative Gedanken. Falls dir eine Sache misslingt, sage das nächste Mal statt „Ich bin so schlecht. Ich bekomme nichts hin.“ einfach „Okay, das lief heute nicht so gut. Das nächste Mal mache ich es besser.“ oder „Morgen schaffe ich es.“ Du wirst dann sehen, dass dir die Dinge dann besser gelingen.
Always look on the bright side of life … Werde dir nun bewusst, was dich in deinem Leben glücklich macht, was dir ein Lächeln auf dein Gesicht zaubert. Erinnere dich in schwachen oder traurigen Momenten an die schönen, positiven Momente und Dinge in deinem Leben.
Jede Zahl ist eine Glückszahl… Mache dein Selbstbewusstsein niemals von einer Zahl – auf der Waage oder einer Jahreszahl – abhängig. Denn sie hat nicht zu entscheiden, wie du dich an diesem Tag fühlst.
Zelibriere deine Erfolge! Egal ob im Yoga, im Job oder in der Partnerschaft: Belohne dich, indem du deine Errungenschaften feierst – die kleinen und die großen. So baust du dein Selbstbewusstsein auf. Wie bereits Oscar Wilde so schön sagte: „Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze“.Wenn du einen dieser Schritte schon lange gehen wolltest, aber auf die Erlaubnis dafür gewartet hat, dann ist das hier deine Erlaubnis! Du kannst die neuen, positiven Gedanken auch mit dieser Yogapraxis für Zufriedenheit und Selbstbewusstsein in deinem Körper verankern.
In unserer Reihe rund um das Thema „Yoga für das Herz“ beschäftigen wir uns mit der Frage: Kann Yoga bestimmte Risikofaktoren für Herzerkrankungen positiv beeinflussen? Kurz gesagt: Ja! Wir erklären, warum Yoga gegen Stress und Bluthochdruck so gut ist.
Risikofaktor: Stress
Stress – oder vielmehr die mangelhafte Verarbeitung von Stress – gilt mittlerweile als Ursache für viele Krankheiten, darunter ganz besonders solche von Herz und Kreislauf. Der Hintergrund: Chronischer Stress versetzt das vegetative Nervensystem in eine Art dauer- hafte Alarmbereitschaft, die sogenannte Fight-or-Flight-Response. Von der Yogapraxis wissen wir, dass sie den genau entgegengesetzten Effekt hat: Sie aktiviert den parasympathischen Anteil des vegetativen Nervensystems und bewirkt eine Entspannungsreaktion, in der Stress abgebaut wird und der Organismus sich regeneriert.
Diese Stress reduzierende Wirkung konnte mittlerweile durch Studien auf verschiedenen Ebenen nachgewiesen werden. So zeigte sich beispielsweise bei zwei an den Kliniken Essen-Mitte mit Frauen durchgeführten Studien, dass sowohl das subjektive Stressempfinden als auch messbare Stresswerte wie der Kortisolspiegel nach den Yogastunden deutlich gesunken waren. Doch Yoga hat nicht nur unmittelbare Entspannungseffekte, es wirkt vor allem auch nachhaltig. Der Berliner Arzt Dr. Michael Jeitler, der im Team des damaligen Studienleiters Prof. Andreas Michalsen arbeitet, erklärt: „Die gesamte Regulationsfähigkeit des Organismus wird trainiert.“ Mit anderen Worten: Wir lernen durch Yoga, langfristig besser mit Stress umzugehen.
Dr. Michael Jeitler ist Studienarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel- Krankenhaus Berlin. Er praktiziert täglich Yoga.
naturheilkunde.immanuel.de
„Menschen mit chronischen Erkrankungen des Herz- Kreislauf-Systems stellen einen Großteil unserer Patienten. Die meisten ambulanten Kardiologen empfehlen eine Veränderung des Lebensstils, oft jedoch nur in einem Nebensatz. Ihnen bleibt einfach nicht so viel Zeit wie uns Integrativmedizinern. Yoga sehe ich als eine Art multimodale Therapieform: Es verbindet körperliche Bewegung mit Atem- und Meditationsübungen. Durch diese Kopplung können im Vergleich zu regulärem Sport ausgeprägtere positive Effekte erzielt werden. Die Asana-Praxis scheint dabei zu helfen, auf lange Sicht eine regelmäßige Praxis zu etablieren. Und Regelmäßigkeit ist entscheidend für die Wirksamkeit.“
Risikofaktor: Bluthochdruck
Jeder dritte Deutsche hat einen zu hohen Blutdruck – und setzt sich dadurch unter anderem der Gefahr eines Herzinfarkts aus. Dass Yoga den Blutdruck wirksam senken kann, ist schon länger bekannt. Eine im Dezember 2018 im Deutschen Ärzteblatt erschienene Studie von einem Team um Dr. Holger Cramer hat jetzt gezeigt, dass dabei zunächst einmal gar nicht so sehr die Yogahaltungen wirken, sondern vor allem die Atem-und Meditationsübungen: In einem 12-Wochen-Test mit zwei Gruppen konnte der Blutdruck senkende Effekt überhaupt nur in der Gruppe nachgewiesen werden, die intensiv und ausschließlich Atem und Meditation geübt hatte. Hier wurde der systolische 24-Stunden-Blutdruck kurzfristig, aber signifikant gesenkt.
„Wir lernen durch Yoga, langfristig besser mit Stress umzugehen – so beugen wir vielen Krankheiten vor.“
Heißt das, wir üben zukünftig nur noch Pranayama und meditieren? Nicht ganz: Um auch längerfristige positive Wirkung zu erzielen, sollte man laut Cramer nicht auf Asanas verzichten: Erstens erhöht das offenbar die Wahrscheinlichkeit, auch auf Dauer regelmäßig zu üben, und zweitens wirkt ein regelmäßiges Körpertraining mit der Zeit Blutdruck senkend. Gerade bei Risikogruppen ist das entscheidend. Hier soll vermehrte Bewegung die Gefahr eines Herzinfarkts laut Dr. Ronald Steiner um bis zu 30 Prozent senken – „ein enormer Effekt, den kaum ein Medikament aufweisen kann.“
Wenn sie mal wieder mit dröhnendem Herzen zum S-Bahn Gleis hetzt, fragt sich YOGA-JOURNAL-Redakteurin STEPHANIE SCHAUENBURG manchmal schon, ob sie nicht öfter mal joggen gehen sollte. Stattdessen legt sie aber lieber ein paar Extra-Runden Sonnengruß ein.
Für diesen Artikel hat sie auch auf Recherchen von Annett Böhme und Tanja Ziegert zurückgegriffen.
Wann dürfen Yogastudios wieder öffnen? Wenn es nach der Politik geht noch lange nicht. Zwei Yogalehrerinnen aus Hamburg haben jetzt genug und starten eine Petition zur bundesweiten Wiedereröffnung! Ihr Argument: Yogastudios sind systemrelevant.
Marion Schwarzat und Astrid Schoepplenberg (Foto oben/Credit: @grit siwonia) wollen nicht mehr nur ruhig zusehen, wie der Corona-Shut Down etliche Existenzen und Studios bedroht. Online Streaming mag eine tolle Alternative sein, aber es ersetzt auf Dauer nicht den persönlichen Kontakt, die Hilfestellung in den Studios. Deswegen haben die Yogalehrerinnen eine Petition gestartet. Warum Yoga systemrelevant ist und wie sie die Anforderungen an Abstand und Hygiene in des Studios sicher stellen wollen, hat Astrid uns im Interview erklärt.
Hallo Astrid, was hat Euch dazu veranlasst die Petition zu starten?
Die Idee mit der Petition bekam ich, weil ich durch die sozialen Netzwerke mitbekam wie es teilweise zu einer Spaltung in der Yogawelt kam. Da gab es die einen, so wie wir, die vom ersten Tag des Shut Downs mit den Kursen online gingen – und wir mussten uns dafür von etlichen Lehrern heftig kritisieren lassen. Dann gab es die anderen, die erst einmal yogisch abwarten wollten. Manche boten ihre Kurse auch kostenlos für ihre SchülerInnen an. Marion hat drei Studios, bietet jährlich zwei Yogalehrerausbildungen à 200h und eine 300h YL Ausbildung an, es waren diverse Workshops und Fortbildungen geplant und auch gebucht und von jetzt auf gleich brach all das zusammen.
Unsere YogalehrerInnen in allen drei Studios verloren genau so unerwartet und schnell all ihre Klassen. Sie unterrichten ja auch noch in anderen Studios. Die Welt von allen stand plötzlich Kopf und es kamen Ängste hoch, weil niemand mit dieser Situation gerechnet hatte und natürlich auch in keiner Weise darauf vorbereitet war. Durch den guten Zusammenhalt der SatyaLoka und Urban YogalehrerInnen untereinander, konnten wir uns immer wieder gegenseitig aufbauen. Als jedoch letzte Woche die ersten Stimmen laut wurden, dass die Yogastudios und Yogaschulen als nicht systemrelevante Einrichtungen zu den letzten gehören würden, die erst im Spätsommer oder Herbstanfang wieder öffnen sollten, dachten wir uns: „Das geht so nicht weiter, wir müssen uns bundesweit zusammen tun.„
Wir müssen für die Öffnung der Yogastudios und Yogaschulen aus zwei Gründen gemeinsam aufstehen:
Erstens: Weil Yoga aus gesundheitlichen Aspekten wichtig ist. Unsere YogaschülerInnen haben uns schon mehr als einmal während des Online Unterrichts mitgeteilt, dass die gemeinsame Yogapraxis ein Highlight in ihrem jetzigen Leben darstellt. Zum Yoga kommen ja nicht in erster Linie gesunde Menschen, sondern Menschen mit den verschiedensten gesundheitlichen Problemen und durch die regelmäßige Yogapraxis spüren diese Menschen eine Verbesserung ihrer gesundheitlichen Problematik.
Zweitens: Weil es für die Inhaber der Yogastudios-/schulen und auch für die freiberuflichen YogalehrerInnen um ihrer berufliche Existenz geht. Ich sehe wie sehr Marion versucht alles zusammenzuhalten und täglich mehr über sich hinauswächst. Ich sehe wie häufig sie in den letzten Wochen ihre eigene Komfortzone verlassen hat und wollte ihr mit meiner Idee helfen. Ich möchte nicht, dass sie ihren Lebenstraum aufgeben muss, deshalb habe ich Marion meine Idee vorgeschlagen und wir haben uns zusammengesetzt, natürlich mit dem entsprechenden Abstand (lacht), haben gemeinsam den Text der Petition geschrieben und alles online gestellt.
Können Studios denn die vorgeschriebenen Hygiene-Regeln einhalten?
Ja das können sie. Wir legen vorab fest wie die Yogapraxis für die YogasschülerInnen ablaufen wird. Teilnahme ist nur nach vorheriger Onlineanmeldung möglich. Im Studio gelten dann strenge Regeln:
1. Bereits umgezogen im Studio mit eigener Matte erscheinen, Umkleideräume sind nicht nutzbar. 2. Abstandsregel auch im Studio einhalten. 3. Mundschutz bis zum Beginn der Yogapraxis benutzen 4. 20-30 Sek. Händewaschen bevor es in den Yogaraum geht. 5. Eigene Matten auf die markierten Mattenplätze auslegen. 6. Kein Offline-Angebot von dynamischen Yogakursen. 7. Mundschutz nach Beendigung des Kurses wieder anlegen und dann mit der eigenen Matte wieder das Studio verlassen. 8. Die YogalehrerInnen verhalten sich entsprechend.
Das klingt machbar! Euer Hauptargument, neben der wirtschaftlichen Situation für YogalehrerInnen ist ja die Systemrelevanz. Warum ist ein Yogastudio systemrelevant?
Wie gesagt, zum Yoga kommen nicht nur gesunde Menschen, sondern Menschen mit den verschiedensten gesundheitlichen Problemen. Durch die Yogapraxis spüren diese Menschen eine Verbesserung ihrer gesundheitlichen Problematik. Wir helfen den TeilnehmerInnen durch das Erlernen verschiedener Atemtechniken und Meditationen, besser mit den unterschiedlichen Stresssituationen umzugehen. Für viele Yogis gehört das Praktizieren im Studio zu ihren wichtigen, wenn nicht wichtigsten sozialen Kontakten und Oasen inmitten all des Alltags- und jetzt aktuelle des Angst- Stresses, der gerade herrscht. Es ist allgemein bekannt, dass Angst und Stress krank machen und so ist die beruhigende, wertschätzende und ausgleichende Wirkung des Yoga gerade in einer Pandemie unerlässlich und wichtiger als je zuvor.
Petition: Bundesweite Wiedereröffnung der Yogastudios und Yogaschulen
Wenn auch du der Meinung bist, dass Yogastudios und Yogaschulen und bestimmten Vorraussetzungen – wie etwa strenge Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln – wieder öffnen sollten, dann kannst du die Petition von Astrid und Marion auf change.org unter diesem Link chng.it/MX8dYvQJ unterstützen.
Astrid Schoepplenberg ist AYA zertifizierte Vinyasa- sowie Kinder und Teens-Yogalehrerin. Sie leitet das Yogastudio SatyaLoka in Hamburg, betreut Yoga-Retreats innerhalb Europas und schreibt für verschiedene Blogs.
Maylin Hansch ist Gründerin von Mayoga Soulmeet und Besitzerin ihres eigenen Yogastudios in Mainz. Ihre Ausbildung absolvierte sie 2019 in Goa, Indien. Maylin liebt es, Menschen zu inspirieren. Ganz besonders hat sie sich auf die „Wild Women Retreats“ spezialisiert, um Frauen zu motivieren, sich selbst zu entdecken.
Gemeinsam bereichern wir unser Herz im Flow and Grow Yoga. Zum Einstieg schenkst du dir sanfte Yoga-Asanas, die dich währenddessen intensiver und kraftvoller werden lassen. Zum Ende darfst du deine Herzenskraft von innen nach außen bringen.
Maylin Hansch auf der YogaWorld 2024 in Stuttgart:
Samstag, 6. April // 11:45 – 12:30 Uhr // Vinyasa Flow and Grow // Ganesha Yogaspace