Von Trikonasana zur „Brezel“: DIES.DAS.ASANAS

trikonasana
Trikonasana neu interpertiert - Foto: Sofia Gomez Fonzo

Fest am Boden verwurzelt, mit sich selbst verbunden und zugleich der Sonne zugewandt – so könnte man diese neue Variante des Dreiecks (Trikonasana) vielleicht am besten beschreiben. Das Gute ist: Die Haltung ist viel weniger kompliziert, als sie aussieht.

Auf der Suche nach Antworten auf meine Frage „Wie viele Asanas gibt es eigentlich?“ bin ich – wen wundert’s – auf viele verschiedene Ergebnisse gestoßen. Angeblich konnte Shiva 8.400.000 Asanas, aber als Gott ist man ja zu allem in der Lage. Davon hat er lediglich 32 für uns Menschen empfohlen. An anderer Stelle, in der Hatha Yoga Pradipika, wird von 84 Asanas gesprochen. Und dann wäre da noch das große Schwarz-Weiß-Poster von Dharma Mittra mit seinen erstaunlichen 908 Asanas.

Für manche Yogis fühlt es sich richtig an, sich an ein paar wichtige Asanas und ihre Modifikationen zu halten. Ich persönlich liebe den schillernden Fächer an Möglichkeiten: unendlich viele Haltungen und noch mehr Variationen dazu. Wie zum Beispiel dieses verbrezelte Dreieck.

Die Welt der Asanas – unendliche viele Möglichkeiten

Dass es in der bunten Welt der Asanas neben der einfachen Variante oftmals auch eine gedrehte gibt, kennst du ja. Der Twist für diese Ausgabe wird allerdings nicht aus dem wohlbekannten gedrehten Dreieck ausgeführt sondern aus dem einfachen. Dabei nutzt man Arme und Beine als Hebel, um zusätzlich zu den Beininnen- und -rückseiten auch die Flanken noch intensiver als gewohnt zu dehnen. Das Schöne dabei ist, dass man sich ganz viel Zeit lassen kann, um sich nach und nach in den vollständigen Ausdruck dieser Dreiecksvariante zu verschrauben.

Macht das Spaß? 
Ja! Da es aber etwas wacklig zugehen kann, darf mit dem Rücken zur Wand geübt werden.

Muss ich das können?
Nein. Wer keine Lust auf allzu wilde Abenteuer hat, stellt sich erst mal vor, wie er/sie sich mit Leichtigkeit und Finesse in diese Position verbiegt. Wenn es vor deinem inneren Auge leicht erscheint und du Lust bekommst, es zu probieren, dann steht einem Versuch nichts im Wege.

Was muss ich dafür tun?
Für diese Variante des Trikonasana wärmst du Beine und Flanken gründlich auf und übst das klassische gestreckte Dreieck (Parivritta Trikonasana). Zu Beginn gerne mit Hilfe von Klötzen. Außerdem empfiehlt es sich, die Schultergelenke und die Wirbelsäule zu mobilisieren, zum Beispiel mit dem Drehsitz Ardha Matsyendrasana und der Armhaltung zum Kuhkopf (Gomukhasana).

Step by Step Anleitung

  1. Beginne in einer nicht allzu weiten Schrittstellung mit dem rechten Bein vorne. Das Becken zeigt zur langen Mattenseite, die Arme sind auf Schulterhöhe gehoben. Um von hier in das klassische gestreckte Dreieck zu kommen, schiebe zunächst die rechte Hand lang nach vorn und dehne die rechte Flanke. Dann kippe den Rumpf in eine Seitbeuge nach rechts und setze die rechte Hand ans Bein, auf den Boden oder einen Block. Den linken Arm breitest du senkrecht nach oben aus.
  2. Aus dem gestreckten Dreieck mit dem rechten Bein vorn beugst du nun das linke Knie leicht und greifst mit der rechten Hand nach dem linken Unterschenkel. Wenn es dir Mühe macht, das Bein mit der Hand zu erreichen, verwende einen Gurt.
  3. Strecke den linken Arm erst über den Kopf Richtung vorderes Mattenende. Dann beuge ihn und greife mit der Hand zum rechten Fußgelenk. Auch hier kannst du einen Gurt zu Hilfe nehmen.
  4. Drehe nun ganz langsam und behutsam deinen Rumpf Richtung Himmel auf. Gleichzeitig streckst du das linke Bein wieder. Nach 3-5 Atemzügen löst du die Drehung achtsam wieder auf, bevor du zur zweiten Seite wechselst.

Lust auf noch mehr verdrehte, verrückte und neu interpretierte Asanas von Jelena? Unter dem Stichwort „Kickassyoga“ findest du ihre Kolumne.


FRAGEN ODER ANREGUNGEN?
Du findest mich auf instagram.com/kickassyoga, kickassyoga.com oder im Buch „KickAssAsanas“.

Montags-Mantra: Genieße alles zu seiner Zeit

Genieße den Moment
Genieße den Moment

Schätze und genieße was du hast

Die meisten von uns sehnen sich danach, sich unbeschwert und glücklich zu fühlen. Einen Weg, diesen Zustand zu erreichen, sehen wir darin, nach immer mehr zu streben.. Immer mehr, immer größer, immer besser. Doch das führt schnell zu Rastlosigkeit. Hast du eine vermeintliche Lücke gefüllt, tut sich bereits die nächste auf und schon befindest du dich im Hamsterrad. Wieviel Zeit, Energie oder Geld verschwendest du an Dingen, die dich nicht erfüllen, anstatt dich auf das zu konzentrieren, was dir Freude bereitet oder was du bereits hast?

Herzensangelegenheiten

Nach mehr zu streben ist dann sinnvoll, wenn es um Herzenswünsche geht. Richte dein Leben auf das aus, was dich glücklich macht und warte damit nicht auf einen Zeitpunkt in der Zukunft. Es wird dir nie gelingen die Zukunft zu erreichen denn wenn du dort ankommst, wird sie zur Gegenwart.

Wenn du jung bist, hast du Zeit und Energie, aber kein Geld.
Wenn du berufstätig bist, hast du Geld und Energie, aber keine Zeit.
Wenn du alt bist, hast du Zeit und Geld, aber keine Energie.

Genieße deshalb, was du zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben besitzt – alles auf einmal bekommst du selten. Richte dich auf das aus, was dir Freude macht, was dich erfüllt und was du gerne tust und tue es heute. Denn irgendwann ist irgendwann zu spät. Mehr Montags-Mantras findest du hier.

TMX meets Yoga (Journal) – Hüfte

TMX Yoga
TMX Yoga

Schmerzen in der Hüfte gehören zu den häufigsten Gelenksproblemen. In diesem Teil unserer Serie TMX meets Yoga (Journal) gehen wir genauer auf diese Beschwerden ein. Dazu hat sich TMX mit dem YOGA JOURNAL und der Yogalehrerin Shida Pourhosseini zusammengetan und eine Praxis-Strecke entwickelt, die dir jeden Sonntag zeigt, wie du Krankheits- und Schmerzsyndrome von Fuß bis Schulter lindern kannst. Wenn du jetzt erst in die Serie einsteigst, erfährst du hier was ein TMX Trigger ist und was er mit Yoga zu tun hat.

Spannungen wegtriggern

Um Leistenbeschwerden, Gesäßschmerzen, Schmerzen im hinterer Oberschenkel und Hüftbeschwerden zu lindern, empfiehlt TMX die 3er Methode. Dabei triggerst du deine myofasziale Kette von deinem hinteren Oberschenkel über das Gesäß bis zur Lendenwirbelsäule kontinuierlich ab. Wie genau das funktioniert und welche Asanas unterstützend wirken zeigen wir im Video.

TMX Yoga

Doch auch wenn bei Verspannungen in den Knien oder Waden kannst du den TMX Trigger anwenden. Yoga oder Probleme im unteren Rücken? Dann darfst du auf den nächsten Teil gespannt sein. Da werden wir auf Probleme in der Lendenwirbelsäule eingehen und dir zeigen, wie du Schmerzen in den Griff bekommen kannst.

Grapefruit-Gurken-Smoothie: Amy Ippolitis Lieblingsrezept

Granpefruit-Gurken_Smoothie

Amy Ippoliti unterrichtet nicht nur weltweit Yoga-Workshops, sie hat mit 90 Monkeys auch ein Trainings- und Fortbildungsprogramm für Yogalehrer gegründet. Uns hat Amy ihr lecker-frisches und allerliebstes Smoothierezept verraten: Grapefruit-Gurken-Smoothie.

Amy Ippolity Grapefruit-Gurken-Smoothie„Dieser frische Zitrus-Smoothie ist meine morgendliche Energiespritze auf dem Weg zum Yoga: schnell zubereitet, leicht verdaulich und voller wertvoller Nährstoffe. Weil er mich so zuverlässig munter macht, mixe ich ihn mir auch oft, wenn ich mich schlapp fühle. Und ganz besonders wenn ich von einer weiten Reise zurückkomme, denn da bin ich oft dehydriert und habe das Gefühl, viel zu lange nichts Gesundes gegessen zu haben.“ (Amy Ippoliti)

Zutaten für Grapefruit-Gurken-Smoothie

Ergibt 2 Portionen:
1 Grapefruit, Fruchtfleisch ausgelöst
1⁄2 Salatgurke
1 Tasse Mangold– oder Spinatblätter
1⁄2 Avocado, Fruchtfleisch ausgelöst

Und so bereitest du Amy Ippolitis Lieblingsrezept zu

Püriereeinfach alle Zutaten im Mixer mit 3 Eiswürfeln und 1⁄2 Tasse Wasser zu einem sämigen Smoothie. In ein Glas umfüllen und einfach nur noch genießen …

Würdest du gerne wissen, was berühmte Yogalehrer wie Kathryn Budig gerne essen? Kein Problem, unter „Lieblingsrezepte“ haben wir ein paar Genussideen bekannter Teacher für dich zusammengestellt ….

Übrigens: Viele leckere vegane Rezpete findest du auf veganworld.de.


NÄHRSTOFFE PRO PORTION:
88 Kalorien + 3 g Fett (davon 0 g gesättigt) + 16 g Kohlenhydrate + 4 g Ballaststoffe + 2 g Eiweiß + 40 mg Natrium

Die Yoga Journal Story: Alles begann in San Francisco

Yoga Journal

„Yoga, das Herz und der Atem“: Die Entwicklung des Yoga Journal erzählt eine amerikanisches Erfolgsgeschichte über Gemeinschaft, kreatives Unternehmertum und die moderne Faszination einer uralten Lehre.

Im Epizentrum der Hippie-Bewegung manifestierte sich 1975 eine Vision: Während einer Vorstandssitzung der California Yoga Teachers Association im Wohnzimmer der Iyengar-Lehrerin Judith Lasater und ihres Ehemanns Ike entstand eine Idee: der allmählich wachsenden Yoga-Community in San Francisco etwas zu lesen zu geben. Das Resultat waren zehn kopierte, puristisch gestaltete Schreibmaschinen-Seiten zum fairen Preis von 75 Cent. Die erste Ausgabe des Yoga Journal. Die Finanzierung erfolgte über den privaten 500 Dollar-Kreditrahmen eines Redaktionsmitglieds.

„Die Leute fragten, ob wir über Nägel gehen könnten“

„Unsere Absicht ist es, die Essenz des klassischen Yoga mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kombinieren“, schrieb die vierköpfige Redaktion im ersten Editorial. Themen wie „Yoga, das Herz und der Atem“ waren essentiell, der Ton nüchtern. Spannende Dinge ereigneten sich vor allem im Vertrieb: So konnte „Business and Advertising Director“ Ike Lasater in der gesamten San Francisco Bay Area nur einen einzigen Vertrieb für die Auslieferung der 300 Exemplare gewinnen. Dieser war auf „Special Interest“-Produkte spezialisiert, darunter homosexuellen Porno. Als ähnlich weird galt vielerorts auch die Yoga Community. „Die Leute fragten immer, ob wir über Nägel gehen könnten“, erinnert sich Judith Lasater, Yoga Journal-Gründungsmitglied. Sie ist noch heute eine international gefragte Lehrerin. „Wir waren Teil der alternativen Bewegung und vertraten merkwürdige Dinge wie vegetarische Ernährung. Um den Vorurteilen entgegen zu wirken, wählten wir im Yoga Journal Themen wie „Yoga gegen Rückenschmerzen.““

Finanzierung aus dem Spendenhut

Die 70er und 80er Jahre bezeichnet Lasater als „Zeit der Unschuld“: „Weil jeder jeden kannte und weil der Yoga-Lebensstil abseits des gesellschaftlichen Konsens stattfand, war das Netzwerk eng und die Unterstützung immens.“ Ein eindrucksvolles Beispiel lieferte 1984 die erste International Iyengar Yoga Convention in San Francisco. Das Yoga Journal steckte in ernsthaften finanziellen Engpässen. Als kurzfristig ein Redner ausfiel, nahm Judith Lasater ihren ganzen Mut zusammen. Sie stieg auf die Konferenzbühne und schilderte der Iyengar-Gemeinschaft die Situation. Spontan zog ein Spendenhut seine Kreise: Tausende von Dollar wurden eingenommen und die nächsten Yoga Journal-Ausgaben sichergestellt.

Abkehr vom Bäume-Umarmer- und Müsli-Fan-Image

Die Zeiten, Yoga und das Yoga Journal haben sich geändert. Im Jahr 2006 eröffneten in den USA neue Yoga Studios in ähnlicher Dichte wie Starbucks-Filialen. „Längst lesen nicht mehr nur Bäume-Umarmer und Müsli-Fans das Yoga Journal“, schreibt 2008 der US-Branchendienst Mediapost. „In den 60er und 70er Jahren war Yoga hippie-dippie. Heute erreicht man damit jeden, der gesund, aktiv und beweglich sein will.“ Belegt von einer Prominenten-Armada mit Yogamatten unter dem Arm ist streckenweise die Rede von einer „Yoga-Revolution“. Die traditionell exklusiv zwischen Yogaehrer und Schüler vermittelte Lehre hat sich von der Alternative zur Lebenseinstellung entwickelt. Sie sit vor allem in den Großstädten zum Mainstream geworden.

Vom Nischen-Blättchen zum Topseller

In ähnlicher Weise verläuft der Kontakt zwischen Yoga und der Community. Das geht nicht mehr ausschließlich direkt, sondern in einem global funktionierenden (Medien)geflecht. 1990 hatte das Yoga Journal eine Auflage von 55.000, 1995 bereits 66.000. Im Jahr 1998 erwarb der frühere Investment-Banker und Iyengar-Yogi John Abbott das Magazin. Er gestaltete es zu der maßgeblichen Medienplattform, die es heute ist. Im Januar 2000 war der Relaunch perfekt. Heute hat das US Yoga Journal eine Auflage von mehreren hunderttausend Heften. Dazu kommen über eine Million Leser, Konferenzen, DVDs, Bücher und eine innovative Website. Die Zielgruppe sind laut der vom Yoga Journal initiierten Studie „Yoga in America“ rund 16 Millionen praktizierende Amerikaner, die jährlich sechs Millionen Dollar für Unterricht, Bekleidung, Accessoires und Retreats ausgeben. Und auch der Rest der Welt: Erfolgreiche Yoga Journal-Lizenzen gibt es mittlerweile in Russland, Japan, Brasilien, Italien, Thailand und Hong Kong – und in Deutschland.

Die Erfüllung einer Vision

„Wir produzieren kein Nischenprodukt, sondern ein Forum für ernsthafte Leidenschaft“, so  John Abbott. Die Zielgruppe ist nach wie vor passioniert. Allerdings unter anderen Bedingungen als 1975: „Heute ist Yoga vollkommen akzeptiert und es ist wunderbar einfach, weltweit im Kontakt zu sein“, so Gründungsmitglied Judith Lasater. „Die Konsequenz sind aber auch Lehrer, die noch nie etwas von den Yoga-Sutren gehört haben.“ Kein Workout, sondern ein radikaler Weg zur persönlichen Veränderung: An dieser Überzeugung hält die Expertin für „Restorative Yoga“ bis heute fest. Und für die Yoga Journal-Pioniere aus San Francisco hat sich die Vision aus dem Editorial vom Mai 1975 erfüllt: „Mit einem breit angelegten Yoga Journal wollen wir unseren Kreis und hoffentlich unser Bewusstsein erweitern.

Was ist AcroYoga?

Acro Yoga
Photo by Form via unsplash

Der Yogastil AcroYoga bringt Asanas vom Boden in die Luft. Dabei können Yogis auf neue Weise erfahren, was Verbindung bedeutet: Geübt wird nicht alleine auf der Matte, sondern zu zweit, zu dritt oder in der gesamten Gruppe.

Die Erfahrung des Fliegens lässt sich eigentlich nicht mit Worten beschreiben. Ich selber hatte das Glück, diesen transformierenden Moment des Getragenseins zu erleben – gemeinsam mit AcroYoga-Begründer Jason Nemer. Was ich spürte, war ein tiefes Gefühl von Vertrauen und Verbindung mit dem Leben. In mir entstand der Wunsch, diese Erfahrung an andere Menschen weiterzugeben, den ich mir mit der Lehrerausbildung auf Hawaii erfüllte. AcroYoga hat mein Leben seitdem auf unendlich vielen Ebenen bereichert. Das vielleicht größte Geschenk ist die Erkenntnis, dass viele der Grenzen, die wir für real halten, nur in unserem Kopf existieren. Mit der Erfahrung, physische Grenzen zu verschieben – beispielsweise beim Handstand – begann ich, wilde und freie Entscheidungen in meinem Leben zu treffen. Beispielsweise meine Karriere als Journalist beim Fernsehen gegen das Lehrerdasein einzutauschen. Ein Entschluss, den ich niemals bereut habe!

AcroYoga: Praxis mit dem Partner 

Während man andere Yogastile in erster Linie alleine auf der Matte übt, steht bei AcroYoga die Arbeit mit einem Partner im Vordergrund. Diese Form des Partneryoga verbindet das Wissen des Yoga mit dem liebenden Mitgefühl der Thai-Yogamassage und der dynamischen Kraft der Akrobatik. Im Mittelpunkt stehen Vertrauen, Verbindung und Spielfreude. Neben dem bereits erwähnten Fliegen umfasst AcroYoga auch andere Elemente wie Umkehrhaltungen und Hilfestellungen, Asanas, Kreiszeremonie, Partnerstretches, Thai Massage und Partnerakrobatik. Ziel der Praxis ist es, die Einheit mit dem Göttlichen zu erkennen, zu feiern und mit anderen zu teilen.

Körperliche Verbindung neu erleben

Das kann zum Teil wilde und akrobatische Formen annehmen. Genau wie bei „klassischen“ Yogaformen steht jedoch die innere Erfahrung und nicht die äußere Form im Vordergrund. Man muss weder besonders gelenkig noch erfahren sein, um AcroYoga üben zu können. In diesem Sinne ist die Praxis für jeden geeignet, der bereit ist, zu berühren und sich berühren zu lassen. Für Paare kann AcroYoga eine bereichernde Erfahrung sein, um auf körperlicher Ebene Verbindung und Vertrauen neu zu erleben. Genauso wertvoll kann es aber sein, AcroYoga mit jemandem zu praktizieren, den man noch nicht kennt und dadurch zu lernen, einer fremden Person zu vertrauen.

Video mit Mady Morrison: Acro Partner Yoga für Anfänger 

Wie so eine AcroYoga Sequenz aussehen kann, zeigt dir Mady Morrison auf ihrem Youtube-Kanal: So kannst du gemeinsam mit deinem Partner die Übungen Frontbird und Freebird ganz einfach lernen.

Vertrauen in sich selbst und andere stärken

Sich auf jemanden einzulassen, erfordert Vertrauen – insbesondere wenn die andere Person die „Basis“ ist und man selbst der „Flieger“, der über die Füße eines anderen nach unten hängt. Durch eine zusätzliche Person, die Hilfestellung gibt, wird ein sicherer Raum zum Üben geschaffen. In diesem sicheren Raum können körperliche Grenzen neu erfahren werden und wir können Dinge tun, die wir uns alleine nicht getraut hätten. Das kann für viele Menschen eine sehr befreiende Erfahrung sein. Sie stellen plötzlich fest, dass manche Glaubenssätze, die sie bislang über sich selbst oder ihre Fähigkeiten hatten, falsch sind. Beispielsweise kann eine Frau von sich glauben, sie sei zu schwach, um jemand auf ihren Füßen zu tragen. Oder wir glauben, dass wir niemals im Handstand stehen könnten, weil wir dazu körperlich nicht in der Lage seien. Durch die Unterstützung eines anderen Menschen können wir diese oder andere Glaubenssätze widerlegen und trauen uns dadurch vielleicht grundsätzlich mehr zu.

Die Geschichte von AcroYoga

AcroYoga wurde von den Amerikanern Jason Nemer und Jenny Sauer‑Klein begründet, die sich 2003 auf einer Party in San Francisco trafen. Jason war seit seiner Kindheit Profiakrobat und trat mit 16 Jahren sogar bei der Weltmeisterschaft in China an. Jenny beschäftigte sich seit vielen Jahren mit Körperarbeit, Massage und brachte Erfahrungen aus dem Zirkus mit. Bei diesem Fest brachten sie sich gegenseitig in die Luft, spielten mit Partnerakrobatik und dem sogenannten Therapeutischen Fliegen, der fliegenden Massage. Aus dem Feuer der Begeisterung entstand AcroYoga. 

AcroYoga Flight Manual

Ihre erste Klasse war ein voller Erfolg. Gemeinsam mit ihrer ersten Schülerin Carolyn Cohen, erstellten die beiden ein Übungshandbuch, das „AcroYoga Flight Manual“ und begannen 2006 damit, die ersten Lehrer auszubilden. Ihre Vision, AcroYoga mit der ganzen Welt zu teilen, bescherte ihnen ein globales Nomadenleben. Workshops in den USA, Europa, Asien und Südamerika und Auftritte bei Yogakonferenzen brachten sie an die Grenze ihrer eigenen Belastbarkeit. Auch heute noch sind ihre Terminkalender gut gefüllt, doch ihren Anspruch die ganze Welt zu bereisen, haben die beiden aufgegeben. Heute geben sie mehr Verantwortung an ihre Schüler ab – um die Freude am Unterrichten zu bewahren und ihr eigenes Wohlbefinden nicht zu vernachlässigen. 


Autor Tobias Frank, ist zertifizierter AcroYoga-Lehrer in Deutschland, hat mit „Flying Bodywork“ seinen eigenen Stil entwickelt, den man im Rahmen von Workshops und Ausbildungen auch von ihm erlernen kann. Auf seiner Seite thaiyoga.de erfährst du mehr über seinen Stil.

TMX meets Yoga (Journal) – Knie

Für unserer Serie TMX meets Yoga (Journal) hat sich TMX mit dem YOGA JOURNAL und der Yogalehrerin Shida Pourhosseini zusammengetan. Wie jeden Sonntag zeigen wir euch auch heute , wie du mit einer Kombination aus TMX Trigger und Yoga Verspannungen im Muskel lösen und bestimmte Krankheits- und Schmerzsyndrome von Fuß bis Schulter lindern kannst. Wenn du die Einleitung verpasst hast und dich nun fragst, was ein TMX Trigger ist und was er mit Yoga zu tun hat, kannst du dir das erste Video hier anschauen. Während wir letzte Woche verstärkt auf Wadenprobleme eingegangen sind, liegt der Fokus heute auf den Knien.

Kniebeschwerden

Von den Waden geht es nun etwas weiter nach oben zu den Knien. Um deine überschüssige myofasziale Spannung zu minimieren und deine Bewegung endlich wieder ausschöpfen, bietet sich die 3er-Methode an: Triggern – Mobilisieren während triggern – Mobilisationsübung aus dem Yoga. Dazu triggerst du deine myofasziale Kette von der Wade bis zum hinteren, seitlichen Oberschenkel kontinuierlich ab. Das verbessert deine Bewegungsfreiheit, die du dann mit stabilisierenden Yoga-Übungen festigen kannst. Die Asanas gehen nun gezielt auf Kniekehlenschmerzen, Läuferknie, Schmerzen unterhalb der Kniescheibe, sowie Beschwerden im medialen und seitlichen Oberschenkel ein.

Schon gespannt auf nächste Woche? Da werden wir auf Beschwerden in der Hüfte eingehen und dir zeigen, wie du Leisten-, Hüft- und Gesäßschmerzen, sowie Beschwerden die vom hinteren Oberschenkel ausgehen in den Griff bekommen kannst.

Lieblingsrezept Kia Miller: Schnelle grüne Suppe

Kia Miller grüne Suppe

Kia Miller verbindet in ihrem Radiant Body Yoga die transformierende Kraft von Kundalini-Yoga nach Yogi Bhajan mit der technischen Präzision von Ashtanga- und Iyengar-Yoga. Uns hat die Yoga-Lehrerin ihr Lieblingsrezept verraten, das gleichzeitig basisch, frisch und kühlend wirkt: schnelle grüne Suppe.

Grüne Suppe Kia Miller„Mit einer basischen Ernährung fühle ich mich leichter und heller. Deshalb meide ich Zutaten, die säuernd wirken, besonders Getreide, Zucker, Milchprodukte und jede Art von industriell bearbeiteten Lebensmitteln. Obst, Gemüse und Saaten dagegen wirken basisch, sie unterstützen die Verdauung und spülen Giftstoffe aus dem Körper. Diese frische, kühlende Suppe aus lauter rohen Zutaten ist genau das Richtige für einen leichten Lunch im Frühling oder Sommer!“ (Yoga-Lehrerin Kia Miller)

Zutaten für die grüne Suppe

5 Tassen frischer, geputzter Blattspinat
2 Salatgurken, geschält
1 Avocado, Fruchtfleisch ausgelöst
1 Bund gehackte Petersilie
1 Zitrone, geschält
1 Prise Salz
2 EL Olivenöl

Und so bereitest du das Lieblingsrezept von Kia Miller zu

Püriere alle Zutaten mit 2 Tassen Wasser im Mixer. Nach etwa 1 Minute sollte das Ganze eine sämige, aber noch leicht stückige Konsistenz haben. Schmecke die Suppe ab, verteile sie auf drei Schalen und genieße sie möglichst frisch, damit die Vitamine (und Prana!) erhalten bleiben.

Übrigens: Noch mehr leckere vegane Rezpete findest du auf veganworld.de.


NÄHRSTOFFE PRO PORTION:
206 Kalorien + 17 g Fett (davon 2 g gesättigt) + 15 g Kohlenhydrate + 6 g Ballaststoffe + 4 g Eiweiß + 247 mg Natrium