Alkohol und Yoga: Schenk’ nochmal ein?!

In Sachen Yoga bin ich Anfänger. Was das Party machen angeht, habe ich mehr Übung. Aber Yoga und Alkohol – geht das überhaupt zusammen? Oder ruiniere ich mit einem Glas Wein sämtliche Benefits die Asanas und Meditation in mein Leben bringen?

Yoga tut mir gut. Punkt. Mein Körper knackt und ziept nicht mehr ständig. Die berufsbedingten Schulter- und Nackenschmerzen haben sich deutlich verbessert. Meine Fersen berühren beim herabschauenden Hund zwar noch immer nicht den Mattenboden, aber sie befinden sich (gefühlt) mindestens einen halben Meter weiter unten, als zu Beginn meiner Praxis. Ich bin von Haus aus recht beweglich, was aufgrund meines vorherigen Couchpotato-Daseins zwar verwunderlich, aber beim Yoga durchaus von Vorteil ist. Ich komme bei vielen Asanas ziemlich ins Schwitzen, mit der Balance im Krieger habe ich ab und an noch Schwierigkeiten. Trotzdem: Nach ein paar Sonnengrüßen fühle ich mich energetisiert und rundum glücklich – dem tut auch der regelmäßige Bauchplatscher beim Chaturanga keinen Abbruch. Ich hab die Liebe zum Yoga entdeckt.

Wein und Yoga – ein No Go?

Aber ich liebe auch ein Glas Wein am Abend. Und das trinke ich immer noch auf der Couch. Sozusagen als Reminiszenz an meinen alten inneren Schweinehund. Er hatte ja nicht nur schlechte Seiten. Für mich ist dieses Glas ein wunderbares Ritual: Der Tag ist geschafft. Job, zwei Kinder, Kita, Schule und Hausaufgaben, die Einkäufe, die Wäsche, Essen kochen, Brote schmieren, Sport, Vorlesen und das offenen Ohr für den Gatten – all das liegt hinter mir. Mal mehr oder weniger erfolgreich. Egal wie müde ich bin, der erste Schluck und alle Anspannung weicht. Zumindest tat sie das bis jetzt. Denn wie ich vielen Stimmen aus dem Netz und auch aus meinem privaten Umfeld entnehme, sind Alkohol und Yoga nicht kombinierbar. Sie schließen sich quasi aus. Mist.

Muss ich verzichten um ein guter Yogi zu sein?

Nun ist mir schon klar, dass ich es mit dem streng yogischen Lifestyle nicht so genau nehme. Ich esse manchmal Fleisch, ich übe nicht genug und wenn ich ganz ehrlich bin, gesellt sich ab und an zum Feierabend-Merlot noch eine Zigarette dazu. Gar nicht gut für Körper und Geist. Gar nicht yogisch. Ich weiß das. Bei Atemübungen habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen. Wenn ich meinen Körper erst mittels Yoga reinige und energetisiere, nur um ihn dann später mit Wein zu betäuben und mit einer Zigarette zu vergiften, verstehe ich wie kontraproduktiv das ist. Andererseits kenne ich viele Yogis, die gerne mal einen Schluck trinken und es mit dem Verzicht nicht so genau nehmen. Allesamt Menschen, die sich tief mit der Yogalehre verbunden fühlen. Macht sie ein Glas Wein also zum schlechteren Yogi?

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Alkohol und Yoga findet ihr übrigens auch im Yoga Journal Nr.67.

Yoga und Alkohol: Ein Thema, so viele Meinungen

Natürlich gibt es auch diejenigen, die für Yoga komplett auf Alkohol verzichten. Ich respektiere das absolut, bewundere es sogar. Für mich käme es aber nicht in Frage. Und für mich schließt sich Beides auch nicht aus. Was ich aber gemerkt habe: Yoga macht mich bewusster im Umgang mit meinem Körper. Ich verkneife mir immer öfter das zweite Glas, weil ich keine Lust habe morgens nicht fit zu sein – und weil der herabschauende Hund mit Kater im Kopf einfach gar keinen Spaß macht. Ich lerne besser auf die Bedürfnisse meines Körpers zu hören und ihn sorgfältiger zu behandeln. Wie ich schon sagte. Yoga tut mir gut. Aber ein Glas Wein eben auch. 

Wie gehen Yoga, Party und Gönnen zusammen? Einen spannenden Podcast zum Thema “Dürfen Yogis noch feiern gehen” gibt es übrigens auf fuckluckygohappy.de.

Sagt uns die Meinung!

Und wie sieht es bei euch aus? Gehen Yoga und Alkohol zusammen oder nicht? Wir sind gespannt auf eure vielen Meinungen. Bitte lasst uns in einem Kommentar wissen, wie ihr das Thema in eurem Alltag lebt und warum.


1 Kommentar

  1. Hallo Andrea, ich mach derzeit kein Yoga allerdings viel Sport wie Klettern, Bergsteigen und Skitouren.
    Ich lebe mit meinem Mann und meinen vier Söhnen zw. 29 und 13 in einem eigenen Haus. Das ist auch mein Hauptjob und sonst bin ich beim Alpenverein tätig.
    Ich hab mir angewöhnt abends ein Glas Bier oder Rotwein zu genießen. Dann bin ich aber von meiner TCM Beraterin aufmerksam gemacht worden, dass es meinem Körper gar nicht gut tut und ich es zur eigenen Beruhigung mache. Ich habe also begonnen damit aufzuhören und war erstaunt wie schwer es mir fiel. Jetzt nach einem Monat läuft es sehr gut. Der Alkohol bleibt für Feiern und besondere Anlässe vorbehalten und schmeckt mir immer weniger. 😉
    Alles Liebe
    Michaela

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