Haltung des Weisen Marichi III – Marichyasana III

    Marichyasana III
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    Marichi = wörtlich: Lichtstrahl, Name des Sohnes von Schöpfergott Brahma; Asana = Haltung

    Der Namensgeber der Haltung des Weisen Marichi III ist eine geschichtsträchtige Person. Denn Marichi ist der hinduistischen Legende zufolge einer der sieben großen Rishis (Seher) und der Urgroßvater von Manu (Mensch), somit also der Urvater der Menschheit, der indische Adam.

    Schritt für Schritt in die Haltung des Weisen Marichi III

    1. Setze dich zuerst in die Stabhaltung, evtl. auf die Kante einer oder mehrerer gefalteter Decken, so dass du das Becken mühelos aufrichten kannst. Beuge das rechte Knie und setze die Ferse möglichst dicht vor dem rechten Sitzknochen auf. Das linke Bein bleibt dabei aktiv. Es ist leicht einwärts rotiert, die Kniescheibe zeigt nach oben und das obere Ende des Oberschenkelknochens verwurzelt sich nach unten. Zugleich schiebst du die linke Ferse und den linken großen Zeh vom Becken weg nach vorn. Drücke nun die Innenkante des angestellten rechten Fußes fest in die Matte, lockere dabei aber zugleich die rechte Leiste. Dieses aktive Verwurzeln von Oberschenkel des gestreckten Beins und Fuß des angestellten Beins hilft dir, die Wirbelsäule lang aufzurichten. Und darin liegt die wichtigste Voraussetzung für die nun folgende Drehung.
    2. Mit einer Ausatmung wendest du den Oberkörper nach rechts, legst den linken Arm um das rechte Bein und setzt die Fingerspitzen der rechten Hand hinter dem Körper auf dem Boden oder einem Block ab. Halte außerdem die Außenseite des rechten Oberschenkels mit der linken Hand und lass den rechten Sitzknochen bewusst nach unten sinken. Mit einer Einatmung drückst du die hintere Hand fester gegen die Unterlage und hebst den Rumpf.
    3. Halte die Verwurzelung von gestrecktem Bein und angestelltem Fuß aufrecht und lass die rechte Leiste tiefer ins Becken hinein sinken. Aus dieser Tiefe heraus streckst du den Bauch am angestellten Bein entlang nach oben in die Länge. Mit jeder Einatmung betonst du die Länge der Wirbelsäule, mit jeder Ausatmung vertiefst behutsam die Drehung. Das angestellte Bein ist zudem dicht an den Rumpf gezogen, die Schulterblätter schieben von hinten gegen den Rumpf und weiten die Brust in Richtung einer leichten Rückbeuge. Diese Bewegung fällt leichter, wenn du den linken Oberarm wie abgebildet an die Außenseite des rechten Oberschenkels legst. Ist dies in der Schulter unangenehm oder führt es zu einer zu intensiven Drehung, dann lass den Arm wie zuvor locker ums Bein gelegt. Zum Schluss drehst du den Kopf sanft nach rechts.
    4. Bleibe jetzt 30 Sekunden bis 1 Minute lang in der Haltung. Dann löst du die Drehung mit einer Einatmung auf, lockerst die Beine und wechselst die Seiten.

    Tipp für die Haltung des Weisen Marichi III

    Wenn du trotz erhöhtem Sitz auf gefalteten Decken Schwierigkeiten hast, den Rumpf aufzurichten, setze dich etwa 30 Zentimeter vor eine Wand. Nachdem du die Drehung eingeleitet hast, stützt du dich mit der hinteren Hand an der Mauer ab.

    Alternativ zur Drehung des Kopfes in dieselbe Richtung wie den Rumpf, kannst du damit experimentieren, ihn in die entgegengesetzte Richtung zu wenden. Allerdings sollte in beiden Fällen die Drehung der Halswirbelsäule äußerst sanft ausgeführt werden.

    Wirkungen der Haltung des Weisen Marichi III

    • massiert innere Organe, insb. Leber und Nieren
    • dehnt die Schultern
    • stimuliert den Geist
    • kann leichte Hüft- und Rückenschmerzen lindern
    • kräftigt den Rücken
    • dehnt die Wirbelsäule

    Gegenanzeigen

    • Wirbelsäulenverletzungen
    • Migräne und starke Kopfschmerzen
    • Schlafstörungen