Referentin Eila Büche erklärt, wie Yoga und ätherische Öle zusammen wirken.
Aromatherapie wirkt wie Yoga auf den ganzen Menschen: Körper, Geist und reines Bewusstsein oder Seele. Düfte wecken Instinkte, Emotionen und Erinnerungen. Yoga webt das neuromuskuläre Gedächtnis in unsere Zellen ein. Wenn wir beides kombinieren, können wir uns darauf vorbereiten, die tiefe, beruhigende Entspannung und heilsame Wirkung des Yoga zu vertiefen und auch außerhalb der Matte zu spüren, indem wir einfach den Duft riechen, der unsere Asanas begleitet. Lerne die wichtigsten ätherische Öle mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten kennen.
Eila Büche auf der YogaWorld 2023 München:
Sonntag, 15.Oktober // 15.30 -16.15 Uhr // Yoga mit ätherischen Ölen // Yamuna Vortragsraum
Jetzt Ticket für die YogaWorld 2023 in München sichern!
Jelena Lieberberg stellt dir diesmal in ihrer Dies.Das.Asanas-Kolumne die strahlende Göttin vor. Gut geerdet, ausdauernd und verbunden mit der Kraft des Beckens – all das ist die Wirkung der „Goddess Pose“. Aber auch Männer können – und sollten – dieser Göttin einiges abgewinnen.
Göttinnen-Haltung, Goddess Pose oder auch Utkata Konasana: Der Name macht schon ziemlich deutlich, dass wir es hier mit einer ganz besonderen Yogahaltung zu tun haben. Vielleicht kennst du sie aus dem Schwangerenyoga, wo sie häufig eingesetzt wird, um die Gebärmutter zu erweitern und sich auf die Geburt vorzubereiten. Dabei kann sie sehr viel mehr: Sie kräftigt die Beine und die mentale Ausdauer und fördert dabei ein Gefühl von Halt und Erdung.Die Idee ist, dass du mit der Kraft dieser Göttin Zugang zur mehr innerer Stärke und dem übergeordneten weiblichen Prinzip findest.
Das ist nicht nur für Frauen wichtig: Wir alle werden allzu oft dazu verleitet, den „männlichen“ Prinzipien von Ego, Wettkampfgeist, Rigidität und Stress zu folgen und sehr viel Energie im Kopf zu bündeln. Umso wichtiger ist es, immer wieder auch bewusst dahin zurückzukehren, wo sich die Basis unserer Energiezentren (den Chakras) befindet, nämlich in unserem Becken. Die Göttin verschafft uns einen stabilen Stand, mobilisiert die Hüften und erzeugt Präsenz und Bewusstsein im Becken, während zugleich der Uro-Genital-Trakt, das Herz-Kreislaufsystem und unsere Atmung gestärkt werden.
Jelena zeigt dir ihre liebste Variante der Göttin. Foto: Sofia Gomez Fonzo
Macht das Spaß?
Auf jeden Fall – und das gilt nicht nur für Frauen! Jeder Mensch kann ein bisschen Bewegungsspielraum in den Hüften und Kraft im Becken gebrauchen. Wer zudem auch Lust auf gut trainierte Beine hat, wird im längeren Halten dieser Position seine Freude (oder seine Endgegnerin) finden.
Muss ich das können?
Der Risikofaktor für Verletzungen ist bei dieser Asana äußerst gering, sie ist daher auch für Anfänger*innen und ältere Yogis und Yoginis zugänglich.
Was muss ich dafür tun?
Ein paar Sonnengrüße bringen deinen Kreislauf in Schwung und wärmen deine Beinmuskeln auf. Übe im Stehen (Tadasana), die Fersen anzuheben, ohne dabei umzufallen, das kräftigt deine Wadenmuskeln. Die tiefe Hocke der Froschposition oder auch der halbe Frosch in Bauchlage helfen dir, die Hüften zu mobilisieren, um die Göttin vorzubereiten.
Step by step in die strahlende Göttin
Beginne quer auf deiner Matte stehend und verbreitere deinen Stand zu einer weiten Grätsche, dabei drehen die Zehen leicht nach außen, die Fersen bleiben anfangs noch auf der Matte.
Konzentriere dich zunächst auf das Beugen der Knie und die Kraft in Becken und Hüften. Erlaube deinen Knien nicht, nach vorne zu fallen, sondern schiebe sie konstant nach außen.
Bleibe im Oberkörper so aufrecht wie möglich und kippe dein Becken sanft nach hinten, sodass die Lendenwirbelsäule lang bleibt und du nicht ins Hohlkreuz kommst.
Lege die Handflächen vor dem Herzen aneinander oder lass deine Hände auf den Beinen ruhen, wenn du nun die Fersen hebst und mit der Balance auf den Zehenspitzen spielst.
Sobald du stabil stehst, nimmst du die Arme über den Kopf und versuchst, ein paar Atemzüge lang so aufrecht wie möglich auf den Zehen zu balancieren und deine innere und äußere Göttin strahlen zu lassen.
Mudras, die traditionellen indischen Handhaltungen, sind nicht nur mit Symbolik aufgeladen – sie können auch ein Schlüssel dazu sein, sich tiefer mit der Asana-Praxis zu verbinden.
Text: Linda Sparrowe, Übungen: Nubia Teixeira, Fotos: Andrea Boston
Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, wie die Götter und Göttinnen bei indischen Skulpturen und Gemälden ihre Hände halten. Dieselben Haltungen sieht man auch im traditionellen indischen Tanz. Was das mit Yoga zu tun hat? Mehr als du vielleicht denkst. Mudra bedeutet wörtlich übersetzt „Siegel“ oder „Zeichen“. Hasta ist die Hand. Hasta Mudras sind also Zeichen, die wir mit den Händen machen. Damit sind aber nicht irgendwelche alltäglichen Gesten gemeint, sondern jahrtausendealte, „heilige“ Handbewegungen. Im klassischen indischen Tanz verdeutlichen sie den Zuschauern, wie die dargestellten Gestalten fühlen. Im Yoga hat jedes Hand-Mudra einen bestimmten Zweck, denn man geht davon aus, dass sie subtile Veränderungen auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene erzeugen können. Wenn du beispielsweise während der Meditation unruhig oder ängstlich bist, dann kann es helfen, wenn du deine Handflächen auf die Oberschenkel legst: Diese Haltung beruhigt und erdet deine Energien. Fühlst du dich dagegen schlapp und müde, dann solltest du ein Mudra mit nach oben gewendeten Handflächen wählen, das dich erfrischt und belebt.
Die Hände als Fortsetzung des Herzens
Für die Yogini und Tänzerin Nubia Teixeira, die du in den folgenden Übungen kennenlernen wirst, sind die Hände eine Fortsetzung des Herzens: „Mit den Händen stellen wir Kontakt her, wir helfen, heilen, drücken uns aus, kochen, schreiben und berühren uns gegenseitig“. So gesehen ist es nur logisch, dass Hasta Mudras uns helfen können, diese Kräfte des Herzens auch bewusst über die Hände anzusprechen und zu lenken.
Mudras und die fünf Elemente des Ayurveda
Den Lehren des Ayurveda zufolge steht jeder Finger mit einem der 5 Elemente (Tattvas) in Verbindung. Berühren sich die Finger im Mudra, dann erzeugt das energetische Kreisläufe. So können wir die angesprochenen Elemente stimulieren und in die Balance zueinander bringen. Der Daumen steht für Feuer und die Wärme des Atems. Berührt er den mit der Luft verbundenen Zeigefinger, dann verbessert das nach ayurvedischer Vorstellung den Atemfluss im gesamten Körper. Ganz ähnlich funktioniert die Verbindung beim Mittelfinger, der das Element Äther in sich trägt: Im Kontakt mit dem Daumen entsteht mehr Raum und Weite. Beim Ringfinger verstärkt der feurige Daumen dessen Element, die Erde, das schenkt uns mehr Stabilität. Und beim kleinen Finger, der in Beziehung zum Wasserelement steht, verbessert die Berührung des Daumens die verschiedenen Kreisläufe des Körpers.
Beobachte anhand der folgenden 6 Übungen, wie das Mudra deine Erfahrung der Asana verändert. Vielleicht wirst du feststellen, dass mehr Energie fließt oder du tiefer in das bewusste Erleben der Haltung eintauchst. Du hast es in der Hand …
1. Ardha Padmasana mit Alapadma Mudra
Eine vollständig geöffnete Lotosblüte als Opfergabe – dieses Mudra steht für Fülle, Reinheit und Schönheit:
Asana: Setze dich auf den Boden oder erhöht auf ein Kissen. Wenn möglich lege den linken Fuß auf den rechten Oberschenkel und den rechten Fuß unter das linke Knie in den halben Lotos. Am nächsten Tag übst du die Haltung dann seitenverkehrt.
Mudra: Öffne für das Alapadma Mudra deine rechte Hand nach oben und spreize die Finger etwas. Während der Zeigefinger lang nach vorn gestreckt ist, ziehst du die übrigen fächerförmig zum Arm. Halte die linke Hand gestreckt und ebenfalls nach oben geöffnet darunter.
Gebet: „Mit Dankbarkeit nehme ich Zuflucht bei dir, große Mutter. Ich bitte dich, erlaube mir zu erkennen, was ich in meiner Praxis manifestieren soll“.
2. Saraswati Bijasana (im Stand) mit Kapittha und Suchi Mudra
Diese Haltung stellt Saraswati dar, die Göttin der Weisheit, der Musik und der Künste. Sie schenkt uns Inspiration und eine zarte, frohe Stimmung:
Mudra: Zu Beginn bilden beide Hände eine lockere Faust. Lege nun für Kapittha Mudra bei der linken Hand die Zeigefingerspitze auf die Daumenspitze, dabei weist der Zeigefinger zum Gesicht – auf diese Weise hält Saraswati ihr himmlisches Instrument, die Veena. Strecke dann für Suchi Mudra den Zeigefinger der rechten Hand zum Körper hin und lege die Daumenspitze auf den eingeklappten Mittelfinger – Saraswati greift in die Saiten der Veena.
Asana: Beuge im Stand leicht deine Knie und drehe die Füße etwas auswärts. Verlagere das Gewicht auf den linken Fuß und kreuze das rechte Bein so hinter das linke, dass die Knie dicht hintereinander sind und der rechte Fuß gestreckt nach oben zeigt. Blicke über die linke Schulter und schiebe auch das Becken etwas nach links. Hebe als letztes die Arme auf Schulterhöhe und bewege die linke Hand auf Höhe der Stirn, während die rechte am ausgestreckten Arm zum Körper zeigt. Wiederhole anschließend das Ganze andersherum.
Gebet: „Om Aim Saraswatyai Namah. Mögest du mich in den Fluss deiner Inspiration aufnehmen und mir Weisheit schenken“.
3. Saraswati Bijasana (im Sitzen) mit Simhamukha und Sukachanchu Mudra
In dieser Variante hält Saraswati ihr Instrument etwas anders, sie soll tröstend und beruhigend wirken:
Mudra: Die linke Hand formt Simhamukha Mudra: Daumen und kleiner Finger zeigen nach oben, die anderen Finger liegen gestreckt aneinander und weisen zum Gesicht. Die Finger der rechten Hand bilden für Sukachanchu Mudra einen Kreis, bei dem sich die Kuppe von Mittelfinger und Daumen sanft berühren.
Asana: Kreuze aus dem Stand den rechten Fuß so vor den linken, dass etwa 30 Zentimeter dazwischen liegen. Versuche die Mudras zu halten, während du nun die Knie beugst, dich auf die linke Ferse setzt und das linke Knie am Boden ablegst. Wiederhole auch diese Haltung anschließend seitenverkehrt.
Brahmari Devi ist die Göttin der Bienen. Mit dieser Haltung rufst du deine Kraft und Lebendigkeit an:
Mudra: Lege für Brahmara Mudra den Nagel des Zeigefingers an den Ursprung des Daumens, zugleich berühren sich die Fingerkuppen von Mittelfinger und Daumen, Ringfinger und kleiner Finger sind abgewinkelt und gestreckt. Über den Kopf gehalten soll dieses Bienen-Mudra mit seiner hohen energetischen Schwingung sich mit dem Kronen-Chakra verbinden.
Asana: Hebe aus dem Stand das rechte Bein, halte deinen Fuß oder dein Bein mit der rechten Hand (oder einem Gurt) und strecke es zur Seite. Versuche, das Becken möglichst gerade zu halten. Forme mit der linken Hand Brahmara Mudra, hebe die Hand locker bis über den Kopf und wende deinen Blick zur Hand. Wiederhole anschließend die Haltung seitenverkehrt.
Gebet: „Brahmari Devi, ich höre deinen feinen Flügelschlag über meinem Kopf und spüre, wie er meinen Geist klärt. Möge ich mein Kronen-Chakra öffnen und mit höheren Mächten verbinden können“.
Diese Haltung symbolisiert deine Fähigkeit, Differenzen und Distanzen zu überbrücken:
Mudra: Öffne deine Hand und strecke die Finger. Beuge dann für das Ardha Pataka Mudra den Ringfinger und kleinen Finger nach innen. Ardha Pataka bedeutet „halbe Fahne“, sie symbolisiert das Flussufer, auf das wir unsere Brücke bauen.
Asana: Stelle aus dem Kniestand den rechten Fuß seitlich auf einer Linie zum linken Knie auf. Dabei zeigen die Zehen nach rechts. Forme mit beiden Händen Ardha Pataka Mudra. Stütze den rechten Ellenbogen auf den rechten Oberschenkel und führe die Hand auf Herzhöhe vor den Körper. Den linken Arm ziehst du mit nach unten zeigender Handfläche lang nach oben und rechts in eine Seitbeuge. Der Blick geht gerade nach vorn oder in einer leichten Drehung zur gehobenen Hand. Wiederhole das Ganze spiegelverkehrt.
Gebet: „Möge ich eine Brücke sein und anderen Menschen mit meinen Worten und Handlungen Trost und Frieden stiften.“
6. Anjaneyasana mit Pushpaputa Mudra
Diese Haltung fängt symbolisch vom Himmel kommendes reinigendes Wasser auf und klärt damit Augen und Geist:
Mudra: Lege die nach oben geöffneten Hände aneinander und beuge die Finger etwas, so dass sie eine Schale bilden. Pushpaputa Mudra ist zugleich die Geste des Empfangens und des Gebens. Ihr Name bedeutet wörtlich „eine Handvoll Blüten“. Stelle dir vor, dass du durch die so geformten Hände mit jeder Einatmung Licht in dein Herz lenkst und es ausatmend in die Welt hinaus sendest.
Asana: Die Sanskrit-Bezeichnung für den tiefen Ausfallschritt geht auf Anjani zurück, die Mutter des Gottes Hanuman, eine schöne Himmelstänzerin (Apsara). Ihre Anmut wollen wir nachempfinden, wenn wir aus dem Kniestand zunächst den linken Fuß nach vorne setzen und das Knie über dem Fuß ausrichten. Das Becken darf sinken, während wir beide Hände in Pushpaputa Mudra heben. Die Ellenbogen sind leicht gebeugt, Blick und Herz gehoben.
Gebet: „Einatmend empfange ich Fülle. Ausatmend gebe ich großzügig“.
Nubia Teixeira ist Yogini und Odissi-Tänzerin – einer der sieben klassischen indischen Tänze. Dieser Artikel basiert auf ihrem Buch Yoga and the Art of Mudras (mandala Publishing 2019). Mehr über Nubia findest du auf www.nubiayoga.com.
Unsere Playlist des Monats kommt im Oktober von Yogalehrerin Julia Baumgartner (Going Om Yoga). Sie hat darin ihre absoluten Lieblinge für dich zusammengestellt. Diese Songs sollen dir während deiner Asana-Praxis einen Raum schaffen, in dem du deine Kraft leben und dein Selbstbewusstsein spüren darfst.
Die Playlist startet mit Yaremis spanischer Version des „So Ham„-Mantras. Dieser schöne Song eignet sich wunderbar, um erst einmal anzukommen. Dieses Ankommen als Vorstufe darauf, sich anschließend zu verbinden, ist Julia besonders wichtig:
„So viel passiert über den Tag hinweg. Wir sind unendlich vielen Reizen ausgesetzt – bewusst und unbewusst. Sich zunächst etwas zu lösen von all dem, was an diesem Tag bereits geschehen oder nicht geschehen ist, ist für mich essentiell. So ist der Kopf mit all den Gedanken direkt etwas freier“.
Julia möchte dich spüren lassen, dass du genau richtig bist mit all deinen Aspekten, jetzt und hier in diesem Moment. Allein das gibt dir schon Kraft und steigert dein Selbstbewusstsein – zunächst durch Ruhe, dann durch freie, intuitive Bewegungen. Dafür ist der „Oneness Chant“ von Lauren Monroe wie gemacht. Er passt zu einer dynamischen Praxis, inmitten der wir uns mit dem Song „IO“ schon befinden. Eine solche vom Atem geführte, experimentelle und herausfordernde Asana-Praxis, die voller Überraschungen steckt, unterrichtet Julia am liebsten. Immer wieder begegnen uns dabei schöne Gesänge in Spanisch – eine Sprache, die genau so fließt wie deine Bewegungen in diesem Flow.
Ab dem Song „Light“ von Hazy verlangsamt sich deine Praxis schließlich wieder. Song für Song wirst du Richtung Shavasana getragen, bis du dich schließlich hinlegst für deine abschließende Entspannung. Was hier passiert, hätte man nicht schöner beschreiben können als Julia:
„Wir legen uns hinein in die Arme der Schwerkraft, um dem Körper Raum zu geben. Raum und Ruhe, damit er seine Magie in uns entfalten kann. Tief verbunden. Zurück zu unserer natürlichen Ordnung. Zurück zu deiner einzigartigen Symphonie“.
Die Playlist sowie deine Praxis findet ihr Ende mit dem Mantra „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ – gesungen von Clare Uchima und Hinako Omori. Das Mantra dient gleichzeitig als wunderbare Intention, mit der du wieder in deinen Tag übergehen kannst.
Über Julia Baumgartner
Julia Baumgartner ist seit 2016 leidenschaftliche Yogalehrerin. In ihren Stunden verbindet sie herausfordernd intensive und dynamisch fließende Bewegungen mit entspanntem Loslassen und Zur-Ruhe-kommen. Es geht ihr um die Erfahrung, die du in dir machst. Um die Verbindung, die wir spüren, wenn wir Atem und Bewegung verbinden und eins werden mit uns und mit allem was ist.
„Oft schaffen wir Separation, indem wir benennen und bewerten, was wir tun. Dabei vergessen wir häufig, worum es tatsächlich geht. Um Integration. Um Verbindung. Um Balance. Yoga hat mich gelehrt, dass alles schon gut ist, so wie es ist. In jedem Moment. Nichts ist ein Fehler. Alles eine Erfahrung. Ich glaube, dass unsere Lebensgeschichte so für uns gemacht ist, dass wir die höchste Lehre, Erfahrung und Weisheit daraus ziehen können. Ein einzigartig geniales Werk, voller Überraschungen. Das Leben ist eine Reise. Eine Reise durch die Schichten unserer menschlichen Erfahrung, um uns von unserer Konditionierung frei zu machen. Schicht für Schicht. Spielerisch, diszipliniert & mit ganz viel Liebe. Dabei hilft uns der Yoga.“
Noch mehr über Julia findest du auf ihrer Homepage www.goingom.yoga oder auf ihrem Instagram-Kanal @juliiyoga.
Eckard Wolz-Gottwald erklärt, wie du deinen inneren Meister findest
In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ nimmt Susanne die Yogasutras von Patanjali unter die Lupe. Sie gelten als eine der wichtigsten alten Schriften für Yogis. Mit dabei ist Philosoph und Religionswissenschaftler Dr. Eckard Wolz-Gottwald, der neben seiner Tätigkeit als Dozent schon zahlreiche Bücher zur spirituellen Philosophie geschrieben hat, wie auch das Buch „Die Yoga-Sutras im Alltag leben“.
Demnach gibt Eckard zum einen natürlich viele hilfreiche Tipps, wie du die Weisheiten aus den Sutras direkt in deinem Alltag umsetzen kannst. Andererseits umreißt er treffend und kurzweilig den Inhalt dieser ursprünglich mündlich überlieferten Stichwort Sammlung. Dabei bietet er mögliche Interpretationen an und ordnet sie in den modernen Kontext ein. Natürlich erklärt Eckard auch den berühmten Achtgliedrigen Pfad und verrät, wo er in seinem Leben schon von Patanjalis Weisheit profitiert hat. Laut Patanjali kannst du durch Yoga sogar übernatürliche Kräfte entwickeln. Und was hat das mit dem berühmten Ego zu tun?
Indem du Durga, die weibliche Urkraft des Universums, anrufst, kannst du Erstaunliches bewirken. Und wie Sally Kempton erklärt immer mehr zu deiner eigenen Superheldin werden.
Vor einigen Jahren eröffnete Lynda im Zentrum einer großen Stadt in der USA ein Yogastudio. Lynda, früher Alkoholikerin, sah ihr Studio als einen Dienst an der Allgemeinheit, als einen Weg, junge Frauen zu erreichen, die sonst auf Abwege geraten wären. Sie zahlte ihre Miete mit Hilfe von Spenden und mit Honoraren von Privatkunden. Dafür bot sie Gratis-Yogastunden für Schülerinnen an. Langsam füllten sich ihre Klassen. Oft mit Mädchen, die nachmittags nach der Schule nicht wussten, wo sie sonst hingehen sollten. Diese verletzlichen, verwundeten und skeptischen jungen Frauen zu unterrichten war eine große Herauforderung für Lynda.
Einmal träumte sie von einer wunderschönen Frau auf einem riesigen, brüllenden Löwen. Ihr wurde klar, dass dieses Bild sie an Durga erinnerte, die indische Kriegsgöttin. An diesem Tag unterrichtete sie eine unruhige Gruppe von Mädchen, und während der Kriegersequenz begann sie, ihnen von Durga zu erzählen. Die Mädchen waren fasziniert. Eine Schülerin bat Lynda, ein Bild von Durga für sie herunterzuladen. „Ich möchte ein T-Shirt bedrucken lassen“, sagte sie. „Diese Frau ist meine Heldin.“ Lynda erzählte mir: „Da wurde mir klar, dass das auch für mich galt. Das Bild von Durga taucht schon immer in meinen Träumen auf. Sie trage ich in mir, wenn ich Probleme mit meinem Vermieter klären oder mich mit einer störenden Schülerin auseinandersetzen muss. Durga ist ein Symbol der Kraft für mich geworden, die ich für die Yogaschule brauche.“
Wie Lynda identifizieren sich viele Yoginis mit Durga. Das Bild der Göttin auf dem Löwen und in ihren acht Armen Waffen und Blumen hält, kann man als Inkarnation von Macht und Schutz betrachten, besonders für Frauen. Frauen, die Familie, Job und Yoga unter einen Hut bringen, die sich für die Umwelt einsetzen oder die in zerstörte Städte reisen, um beim Häuserbau für obdachlos gewordene Familien zu helfen, leben eine moderne Version der Durga-Legende. Eine Meditation an Durga kann Männern und Frauen gleichermaßen kriegerische Kraft verleihen und die Leidenschaft, sich für andere einzusetzen. Wenn sie Teil unserer inneren Welt wird, stärkt sie unsere Sehnsüchte und leitet uns durch Konflikte, die das Leben für uns bereithält. Durga verkörpert die innere Kraft, uns selbst zu verändern und Hindernisse zu überwinden. Uns von Süchten, Illusionen und Ängsten zu lösen, die uns zurückhalten.
Göttliche Kraft
Lade die göttliche Energie in dein Leben ein – Bild: Ezekixl Akinnewu via Pexels
Vielleicht fragen sich moderne Yogis, warum sie überhaupt mythische Gestalten in ihre Meditationspraxis einbinden sollten. Diese archetypischen Energien sind Beschleuniger. Zu Gottheiten wie Durga, Hanuman, Shiva oder Lakshmi zu meditieren kann besondere Kräfte und Eigenschaften in uns wecken. Diese göttlichen Kräfte erreichen uns jenseits unseres begrenzten Egos und können uns helfen, Herausforderungen anzunehmen, unser Herz zu öffnen und über das Alltägliche hinauszusehen. Seit Jahrhunderten lehren die tantrischen Traditionen Meditationen und Mantras, um die Energie der Gottheiten an Körper und Geist weiterzugeben. Göttinnen sind besonders stark, da sie Shakti verkörpern, die feinstoffliche weibliche Kraft, die der Welt Leben einhaucht und die als die Kraft hinter jedem spirituellen Wachstum gilt.
Wenn wir also diese heiligen Figuren in unsere Praxis einbinden, können wir deren Energien buchstäblich in unser Leben einladen. Die Bilder dieser Göttinnen dienen als Schlüssel für eigenes inneres Potenzial. Denn obwohl die Göttinnen mythische Figuren sind, sind sie nicht nur Fantasie. Die Göttinnen verkörpern echte Kräfte, die im Universum wirken. Ihre Form ist höchst subtil. Durch die Geschichten, Meditationen und Mantras, die von ihnen erzählen, können wir ihre Gegenwart zu spüren. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden, desto greifbarer werden ihre inneren Geschenke und Segnungen für uns.
Durga ist die spirituelle Kraft in dir
Genau wie wir Lakshmi als Shakti um Fülle bitten, ist Durga die Shakti Kraft die Schutz und Wandel schenken soll. Sie wurde in Rajastan verehrt, die sich von ihr Hilfe im Kampf erhofften. Doch Durga ist viel mehr als eine Kriegsgöttin. Sie ist auch die Kraft hinter dem geistigen Erwachen, der inneren Macht, die die spirituelle Kraft im menschlichen Körper in Form von Kundalini freisetzt. Und sie ist eine Beschützerin. Wunderschön, königlich und mütterlich. Durga trägt einen Speer, eine Keule, einen Diskus, einen Bogen und ein Schwert. Und dazu eine Muschel, die für den kreativen Klang steht, eine Lotusblüte als Symbol für Fruchtbarkeit und einen Rosenkranz als Sinnbild für das Gebet.
In einer Variante des Mythos ist sie aus den vereinten Kräften der männlichen Götter hervorgegangen, die den Büffeldämon Mahisha bekämpft. Die vereinigten Götter, rasend vor Wut, weil sie machtlos gegen diesen Dämon waren, schleuderten ihren Ärger als Licht und Kraft von sich. Diese Energie verschmolz zu einer wunderschönen jungen Frau, deren Licht in alle Richtungen strahlte. Ihr Gesicht entstand aus dem Licht Shivas, ihr Haar kam von Yama, dem Totengott, und Vishnu, der Bewahrer, verlieh ihr Arme. Shiva gab ihr seinen Dreizack, Vishnu seinen Diskus und Vayu, der Gott des Windes, Pfeil und Bogen. Himalaja, der Gott der Berge, gab ihr einen Löwen als Reittier.
Durga zieht in den Kampf gegen den Dämon, um die Welt zu retten. Seit jeher war Durga die Gottheit, an die sich Menschen in Schwierigkeiten wandten. Diese Geschichte wird im Liederzyklus „Devi Mahatmyam“ (Triumph der Göttin) erzählt, der immernoch in Indien vorgetragen wird. Darin verspricht sie, dass sie immer erscheinen wird, wenn wir sie brauchen, um unsere Welt zu beschützen. Sie lädt uns ein, uns in Not an sie zu wenden und verspricht, uns vor jeder Form des Bösen zu bewahren. Auch vor dem Bösen, das wir selbst schaffen!
Der innere Kampf: Geschichte der zwei Dämonen
Tatsächlich kämpft Durga in den Erzählungen nicht nur gegen äußere Bedrohungen. Die Gegner stehen auch für innere hemmende Kräfte, denen wir auf unserer Reise zur Erleuchtung und Selbstverwirklichung begegnen. Wenn wir also ihre Geschichte lesen, sollten wir sie nicht als bloße Superhelden-Sage betrachten, sondern als Parabel über den Prozess innerer Arbeit. Sie zeigt uns, wie wir negative Energien wie Angst, Gier und Wut auflösen, damit wir die Kraft und Schönheit, die in uns wohnt, zur Entfaltung bringen. Unser innerer Kampf ist vielleicht nicht so dramatisch wie dieser. Aber führen müssen wir ihn trotzdem!
Shumbha und Nishumbha sind geniale Dämonenbrüder mit Superkräften. Sie haben viel getan, um die Gunst und Hilfe ihres kosmischen Großvaters Brahma zu verdienen. Dessen Gabe macht sie unbezwingbar durch Menschen und Götter. Aber Brahma hat seinen Segen mit einem Schlupfloch formuliert. Er sagt nichts über Göttinnen. Die Dämonenbrüder sind bald die Herrscher des Universums. Sie vertreiben die Götter aus den himmlischen Gefilden und versklaven alle Erdenbürger. Die Götter sind gezwungen, sich in Höhlen zu verstecken und Rachepläne auszuhecken. Aber schließlich verrät ihnen ein Weiser, dass die Dämonen eine Schwäche haben. Auch wenn Shumbha und Nishumbha von keinem männlichen Wesen besiegt werden können, sind sie durch eine weibliche Kriegerin verwundbar.
So reisen die Götter zu dem Berg von Durgas Versteck, und bitten sie um Hilfe. Als sie sie mit Gebeten und Lobeshymnen rufen, erscheint Durga aus den Wolken, gekleidet in bunte Gewänder, und die Schönheit ihres Körpers entblößen und wieder verbergen. Sie ist von einem erotischen Duft umgeben und reitet auf einem Löwen. Mit einer Stimme, die wie sanfter Donner in den Bergen hallt, erklärt sie sich bereit, einzugreifen und die Machtbalance wieder herzustellen. Kaum hat sie gesprochen, begibt sie sich in den Garten der Dämonenkönige. Blumen tropfen von ihren Fingern, aus ihrem Haar steigen Wolken und lösen sich wieder auf. Sie ist die Schönheit in Person. Innerhalb weniger Augenblicke sind die Dämonenkönige ans Fenster gekommen, um sie anzusehen. Sie wollen sie sie in ihren Harem aufnehmen. Aber als ein Palastdiener Durga den Vorschlag der Dämonen überbringt, lächelt sie.
„Es gibt da nur eine Schwierigkeit“, erklärt sie. „Ich habe den albernen Eid abgelegt, dass ich nur einen Mann heiraten würde, der mich im Kampf zu besiegt. Du weißt, wie Mädchen sind. Voller Fantasie und romantischer Vorstellungen. Aber ein Eid ist ein Eid. Wenn deine Meister mich wirklich wollen, müssen sie gegen mich kämpfen.“ „Du bist entweder verrückt oder lebensmüde“, antwortet der Diener. „Noch niemand hat jemals meine Meister besiegt.“ „Trotzdem ist das meine Bedingung“, sagt Durga und wirft ihm einen verführerischen Blick zu. „Und wenn deine Meister Angst vor einem Kampf haben, trete ich auch gern gegen ihre Armee an.“ Und das tut sie.
In einem heftigen Kampf besiegt die Göttin alle. Weitere Göttinnen steigen aus ihrem Körper hervor, darunter die furchterregende Kali. Zusammen zerstören die Göttinnen die gesamte Armee, bis nur noch die Brüder übrig sind. „Du sagtest, dass du allein gegen meine Armee kämpfen würdest“, ruft Shumbha mit einer Stimme, die so laut ist, dass die umliegenden Berge zu Staub zerfallen. „Aber du hattest Helferinnen. Du hast versagt.“ „Nein“, donnert die Göttin so laut, dass der Himmel vor Donner hallt. „Diese Göttinnen sind Teile von mir.“ Die anderen Göttinnen verschmelzen mit ihr, bis nur noch die strahlende Durga übrig ist.
Die achtarmige Göttin schwillt an, bis sie den Himmel ausfüllt. Sie schwingt ihr riesiges Schwert wie einen Stock in einer Hand und ihre Äxte, Keulen, Speere und Armbrust in den anderen. So fliegt sie durch die Luft und tötet die Dämonenkönige. „Ma“, haucht Shumbha mit seinem letzten Atemzug. Dann erscheint ein Lächeln auf seinem Gesicht, als die Verzückung der Göttin sein Wesen erfüllt. In diesem Moment werden beide Dämonen verwandelt, lösen sich in Durgas Körper auf und verschwinden in ihrer weiblichen Mystik. Wenn das Ego sich auflöst, kehrt sogar die dämonischste Seele zurück nach Hause, ins Herz der Mutter. Durga kehrt in ihre Bergheimat zurück und verspricht, zurückzukommen, wenn ihre Hilfe gebraucht wird.
Die Überwindung des Ego
Wie die Dämonenkönige hat unser Ego ganz eigene Pläne, wenn wir mit einer spirituellen Praxis beginnen. – Foto: NEOSiAM 2020 via Pexels
Diese Geschichte ist auf mehreren Ebenen lehrreich. Es ist es eine Geschichte über die unaufhaltsame Kraft der Natur. Andererseits verspricht sie uns, dass uns höhere Mächte beschützen, wenn wir sie um Hilfe bitten. Aber auf der spirituellen Ebene erzählt die Geschichte von der Überwindung des Ego. Der mächtige Kampf zwischen der Göttin und den Dämonen ist der innere Kampf, der bei einer Praxis stattfindet, die uns wirklich verändert. Wie die Dämonenkönige hat unser Ego ganz eigene Pläne, wenn wir mit einer spirituellen Praxis beginnen.
Das Ego will Kontrolle über die Umstände, über den Körper und über die Menschen um uns herum. Macht und Herrschaft sind die Antriebskräfte des Egos. Deshalb widersetzt es sich, anstatt auf irgendeiner Ebene Kontrolle abzugeben. Shakti hat andere Pläne. Sie löst uns von unserem egozentrischen Bewusstsein und lehrt uns, die grundlegende Einheit miteinander und mit dem Kosmos zu erkennen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie einen Anschlag auf das Ego starten und es letztendlich auflösen. Das Ego aber wird sich bis zum letzten Lebenshauch dagegen wehren. Die Dämonen verkörpern die unnachgiebigen Kräfte des Egos. Sie sind die Teile von uns, die unverfroren die Macht über andere anstreben.
Der dämonische Teil des Selbst sieht alles, auch die höheren Mächte des Universums, als Werkzeuge um den eigenen Absichten des Egos zu dienen. Die Götter repräsentieren ebenfalls Aspekte unseres Selbst. Aber sie stehen für das authentische Selbst, die einzigartigen Eigenschaften, die uns ausmachen. Die Devas verkörpern unsere Liebe, unsere Hingabe, unsere guten Absichten, die Vergebung und das Mitgefühl, das wir an den Tag legen, wenn wir mit unserem höheren Selbst verbunden sind. Durga kommt in unsere innere Welt, um diese höheren Eigenschaften zu stärken, entweder, damit wir Gutes in der Welt tun, oder damit wir auf dem spirituellen Pfad vorangehen.
Als postmoderne Menschen nehmen wir in unserer Praxis normalerweise eine sanftere Haltung unserer dunklen Seite gegenüber ein. Die meisten von uns haben sich von autoritären Religionen mit ihren Lehren von der Sünde und der Notwendigkeit, die dunklen Mächte in uns selbst zu besiegen, schon lange verabschiedet. Wenn wir Übende auf einem Pfad sind, der die in uns wohnende Güte hervorhebt, ignorieren wir vielleicht lieber die negativen Eigenschaften unseres Selbst. Nach dem Motto: Wenn wir unser Ego bekämpfen, stärken wir es bloß. Wenn wir psychodynamisch denken, wollen wir vielleicht unsere „dunklen“ Eigenschaften ans Licht bringen, damit wir die Kraft, die in Wut oder Stolz gebunden ist, integrieren können. Wenn wir einen nondualen Weg verfolgen, haben wir vielleicht den Eindruck, dass wir jeden Kampf aufgeben müssen. Weil sowieso alles letztendlich eins ist.
All diese Ansätze sind sinnvoll, einige auf der Ebene der Persönlichkeit, andere als Teil einer Praxis, die nach Erleuchtung strebt. Aber es gibt Momente, in denen wir unseren Narzissmus nur mit dem Schwert in seine Schranken weisen können. Dem Schwert der Weisheit, das ein kompromissloser Krieger schwingt. Das ist die Rolle Durgas, wenn sie in der äußeren oder inneren Welt wirkt. In meinem Leben zeigt sich die Kriegsgöttin, um mich daran zu erinnern, mein ehrgeiziges leistungsorientiertes Ego zu überwinden, damit sich die tiefer liegenden Kräfte in meinem Leben entfalten können.
Durga steht für mich für die unaufhaltsame Energie des spirituellen Wachstums. Wenn ich mich dagegen wehre, erlebe ich häufig unerwartete Rückschläge. Sie zeigt ihre Macht durch eine Art kosmisches „Nein!“ gegen meine persönlichen Pläne. Und manifestiert sich als das tiefere Erwachen, das folgt, wenn ich loslasse. Über die Jahre habe ich diesen Kreislauf oft erlebt. Manchmal wuchs das Egos an und dominierte meine Welt. An diesem Punkt hörte ich fast immer das Brüllen von Durgas Löwen in meinen Träumen. Ich habe mehr und mehr gelernt, mich in diesen Momenten ihrer Macht zu beugen, um mir den Schmerz des Widerstandes gegen ihre Pläne zu ersparen. Wenn dein Wille von Hindernissen blockiert scheint, denke daran, dass das ein Signal sein könnte. Meditiere und versuche dich selbst in die Gegenwart Durgas zu versetzen.
Die eigene ungebändigte Kraft entdecken
Frauenpower ist ansteckend: Entdecke und genieße deine ungebändigte Kraft. – Foto: Radomir Jordanovic from Pexels
Eine der wirksamsten Übungen, um sich mit der Göttin zu verbinden, ist diese. Stelle dich vor, dass du mit jeder Einatmung Durgas liebende, schützende und mächtige Energie einatmest und mit jeder Ausatmung ihre Energie in deinen Körper fließen lässt. Wie so oft in der Yogapraxis ist der Atem die Brücke zwischen unserem physischen Selbst und den feinstofflichen Energien der unsichtbaren Welten. Wenn wir Durga heraufbeschwören, kann es sein, dass wir sie als erhöhte Energie wahrnehmen.
Sich mit Durga zu verbinden, kann zu einem Gefühl des Beschütztwerdens in schweren Zeiten führen. Oder als strategischer Instinkt, der uns bei unseren Kämpfen hilft. Das kann so subtil geschehen, dass wir erst im Nachhinein merken, dass die Göttin uns beigestanden hat. Und es kann auf überraschende Art passieren. Wenn du die Durga-Kraft in sich aktivieren und die Weisheit der Göttin heraufbeschwörst, entdeckst du, dass in dir eine Löwenmutter schlummert. Wenn wir mit unserer inneren Durga in Kontakt treten, schützen wir uns und unsere Nächsten.
Sich für das Gute einsetzen
Eine Methode, ein Gefühl für die Durga-Shakti zu bekommen, ist diese. Erinnere dich an einen Moment, an dem du gespürt hast, dass etwas falsch war, dass sich etwas ändern musste. Wenn wir durch Durga-Shakti erkennen, geht das über reine Frustration hinaus. Wenn dieses Bedürfnis stark genug ist, werden Taten folgen. Du wirst deinen Körper und deine Worte einsetzen, um diese Situation zu verändern, egal, ob es sich um einen äußeren oder inneren Zustand handelt.
Eine meine Durga-Freundinnen bemerkte, dass sich das Asthma ihres Sohnes verschlechterte, wenn die Felder der Umgebung aus dem Flugzeug mit Pestiziden besprüht wurden. Sie stellte eine Gruppe auf die Beine, die sich gegen die Schädlingsbekämpfung engagierten. Nach einigen Jahren erreichte die Gruppe nicht nur, dass diese Methode verboten wurde, sondern sogar, dass das Pestizid komplett vom Markt verschwand. Jetzt leitet sie neben ihrem Beruf eine Umweltgruppe. Dieselbe Kraft zielgerichteten Handelns können wir heraufbeschwören, wenn wir eine verwurzelte Gewohnheit oder Abhängigkeit verändern wollen, wenn wir uns Zeit für unsere spirituelle Praxis schaffen oder einer inneren Berufung folgen wollen.
Die Durga Shakti verleiht uns die Kraft, uns mit den Teilen unseres Selbst auseinanderzusetzen, die unserer Entwicklung im Weg stehen. Aber sie zeigt uns auch, wie wir für uns selbst einstehen, wenn wir eine Gehaltserhöhung fordern, vor einer Herausforderung stehen oder eine schwerwiegende Verantwortung übernehmen. Wenn wir uns für etwas einsetzen wollen. Je mehr wir Durga in unser Leben einladen, desto mehr werden wir unsere innere Kriegerin spüren. Deine Kräfte unterstützen unsere stärksten Hoffnungen und Erwartungen und sie verspricht, uns niemals im Stich zu lassen.
Julia „July“ Flemmer ist Illustratorin und Yogalehrerin, gebürtig aus Köln und inzwischen fest verwurzelt in München. Die Inspiration und die Leidenschaft für Yoga begleiten July schon lange. Nach ihrer 500h-Yoga-Ausbildung bei Patrick Broome und ihrer Yin-Ausbildung bei Ranja Weis unterrichtet July seit einigen Jahren leidenschaftlich fließende Yogaklassen.
„Den Blick des Alltags einmal wieder nach innen richten, sich spüren und Energie fließen lassen, eins werden mit der Atmung und ganz bei sich ankommen, das bedeutet Yoga für mich“ – July
In der Live-Klasse fließen wir gemeinsam durch eine dynamisch-sanfte Yogasequenz die den Fokus auf das Herz und sanfte Rückbeugen legt. Sich bewegen, spüren und am Ende die Tiefenentspannung genießen.
July Flemmer auf der YogaWorld 2023 in München:
Sonntag, 15. Oktober // 15:45 – 16:30 Uhr // Yoga für alle // Ganesha Yogaspace
Jetzt Ticket für die YogaWorld 2023 in München sichern!
Kesari ist Meditationslehrerin, Spiritueller Coach und Heilerin. Ihre außergewöhnlich umfangreiche Ausbildung zur Meditationslehrerin ging über 14 Jahre.
Kesari strahlt eine große, innere Ruhe aus, die sich unmittelbar auf die Teilnehmer*innen überträgt. Ihr Talent ist es, Schüler*innen aller Levels in ihren Kursen zu vereinen. Mit ihrer offenen und sympathischen Art begleitet sie kompetent alle Prozesse: So fällt es den Teilnehmer*innen leicht, das Land der Stille zu betreten.
Kesari gibt weltweit Workshops und Personal Retreats, hält Vorträge und hat Artikel über Meditation und Heilung in internationalen Zeitschriften veröffentlicht.
2016 hat sie das idyllische Meditationsrefugium „The Bavarian Temple“ in der Nähe des Ammersees gegründet.
Beim offenen Workshop auf der YogaWorld 2023 in München zeigt dir Kesari, wie du die Stille in dir entdeckst, unabhängig vom Lärm im Außen.
WORKSHOP: MEDITATION – ENTDECKE DIE STILLE IN DIR!
Wusstest du, dass es NICHT nötig ist, dass es um dich herum mucksmäuschenstill wird, um die Stille in dir zu entdecken? Stille ist immer da, unabhängig vom Lärm im Außen. Im Trubel der Messe zeigt dir Kesari den Weg nach innen, den Ort in dir, wo du befreit von Gedankenkarussell und Stress bist: LEICHT & FREI.
Kesari Reber auf der YogaWorld 2023 in München:
Samstag, 14. Oktober // 11:45 – 12:30 Uhr // Meditation – Entdecke die Stille in dir! // Ganesha Yogaspace
Jetzt Ticket für die YogaWorld 2023 in München sichern!