Mungdal Pakoras – Frittierte Linsen-Nocken

Der gelernte Koch Nicky Sitaram Sabnis nimmt uns in seinem Buch „Happy India“ mit auf eine kulinarische Reise durch sein Heimatland Indien. Sinnlich präsentiert, gespickt mit herrlichen Anekdoten und viel Information über die indische Küche und ihre Zutaten. Eine köstliche Liebeserklärung an Land und Leute. Dieses Rezept kommt aus Rajasthan.

ZUTATEN

100 g Mung Dal (halbe geschälte Mungobohnen)

¼ TL Asafoetida

je ½ TL gemahlener Ajwain, Amchur und Kurkuma

1 frische rote Chilischote, gewaschen

1 TL frischer Ingwer, fein gehackt

½ TL Backpulver

¼ TL Salz

2 EL frische Korianderblätter, fein geschnitten

1 EL Kichererbsenmehl

500 ml Sonnenblumenöl zum Frittieren

© Dirk Przibylla/Südwest Verlag

Zubereitung

Das Mung Dal waschen und in einer Schüssel mit 500 ml lauwarmem Wasser übergießen und 1 Stunde einweichen. Anschließend das Wasser abgießen und nochmals kurz abwaschen.

Die Gewürze, die Chili, den Ingwer, das Backpulver und das Salz untermischen und alles im Mixer grob pürieren. Anschließend Korianderblätter und Kichererbsenmehl gut unterrühren. Nach Bedarf etwas lauwarmes Wasser zugeben, sodass eine sehr feste, aber etwas körnige Paste entsteht.

Das Öl in einem Stieltopf stark erhitzen, dann die Hitze reduzieren. Aus der Masse mit zwei angefeuchteten Teelöffeln Nocken formen. Diese auf mittlerer Hitze im heißen Öl 3–4 Minuten frittieren, dabei hin und wieder mit einem Schaumlöffel wenden, bis die Pakoras beginnen zu bräunen. Herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Mit Minz-Chutney oder Koriander-Chutney servieren.


Die besten Originalrezepte aus ganz Indien

Happy India – Mehr als 150 authentische Gerichte, Südwest Verlag

Auf 240 Seiten präsentiert Nicky Sitaram Sabnis heißgeliebte Familienrezepte und Gerichte, die er während seiner Reisen und seiner Ausbildung kennengelernt hat. Nordindische Currys sind ebenso vertreten wie südindische Reisgerichte, cremige Dals und unzählige Auberginen-Variationen. Auch Streetfood, Getränke und zuckersüße, aromatische Desserts dürfen nicht fehlen. Insgesamt kommen so mehr als 150 authentische Rezepte zusammen, die sich mit frischen Zutaten auch bei uns problemlos zubereiten lassen.


Titelbild: © Dirk Przibylla/Südwest Verlag

Ayurveda – glücklich mit der eigenen Konstitution

Bist du zufrieden mit deinem Aussehen? Mit deinem Leben? Oder hast du (wie die meisten von uns) einiges an dir auszusetzen? Unsere Ayurveda-Expertin ist überzeugt: Der Schlüssel zu innerem Gleichgewicht und Glück liegt im Wissen um die eigenen Konstitution.

TEXT: KERSTIN ROSENBERG

Ayurveda, die traditionelle Heilkunde Indiens, betrachtet jeden Menschen als ein einzigartiges Individuum: Entsprechend des eigenen Konstitutionstyps sind Körperbau, Stoffwechsel und Verhaltensweisen jeweils auf ganz besondere Weise geprägt. Kennen wir diese Konstitution, so wissen wir nicht nur, wo unsere Schwachstellen liegen, sondern auch, welches Potenzial in uns steckt und wie wir mit uns selbst umgehen müssen, um innere Zufriedenheit, Erfolg und Gesundheit zu erlangen. Statt Selbstoptimierung ist also Selbstakzeptanz gefragt! Nur eine liebevolle und wertschätzende Einstellung zu dir selbst ermöglicht es dir, im Einklang mit der eigenen Konstitution ein balanciertes Leben zu gestalten. Verhalten wir uns nämlich entgegen unseren typischen Bedürfnissen, so wird das nach ayurvedischer Überzeugung körperliche und psychische Beschwerden hervorrufen.

Deine Konstitution – dein Schicksal

Warum bin ich, wie ich bin? Oftmals fragen wir uns, wieso uns das Schicksal aus- gerechnet mit dieser besonderen Konstitution „bestraft“ hat. Dabei unterscheiden wir im Ayurveda drei Grundtypen, die so genannten Doshas:

  • Bei von Vata geprägten Konstitutionstypen sind das Energie- und Immunsystem von Natur aus schwächer. Sie erschöpfen leichter, sind eher untergewichtig, werden schneller krank und leiden häufig unter einem Mangel an Kraft, Durchhaltevermögen und innerer Stabilität.
  • Von Pitta geprägte Konstitutionstypen haben es oft mit einer empfindsamen Haut zu tun, sie neigen zu Entzündungen sowie zu aufbrausendem Temperament und überaktivem Magen-Darm-Trakt.
  • Der Stoffwechsel der von Kapha geprägten Konstitutionstypen fördert von Kindesalter an Übergewicht und Antriebslosigkeit und im späteren Alter auch Gewebe- und Wasseransammlungen.

Diese Doshas treten nie in Reinform auf, sondern sind bei jedem Menschen auf jeweils individuelle Weise vermischt: seiner Konstitution. Zu verdanken haben wir diese Prägungen laut Ayurveda vor- und nachgeburtlichen Einflüssen wie dem Erbgut der Eltern, der Ernährungs- und Lebensweise der Mutter während der Schwangerschaft sowie klimatischen und emotionalen Einflüssen der ersten Lebensmonate.

Glück und Schönheit typgerecht

Die wenigsten Menschen empfinden sich heute als schön und liebenswert, viele sind unzufrieden, unglücklich und unerfüllt. Aus ayurvedischer Sicht ist das vollkommen unverständlich. Statt auf die vermeintlichen Defizite schaut man hier vor allem auf die einzigartigen und wunderbaren Qualitäten, mit denen jeder Mensch in seiner Konstitution ausgestattet ist. Ein Potenzial, auf das wir immer bauen können und das unser Leben reich, genussvoll und erfolgreich machen kann:

  • Vata-Typen zeichnen sich durch Feinfühligkeit, Kreativität und Stilbewusstsein aus. Sie sind Künstler*innen, Ästhet*innen, Visionär*innen und Heilerinnen, die mit neuen Impulsen die Welt inspirieren. Ihre äußere Erscheinung ist von einem schlanken Körperbau, feinporiger Haut und einer durchdringenden Ausstrahlung geprägt.
  • Pitta-Typen sind charismatisch, intelligent und geschickt. Sie haben ausgeprägte Führungsqualitäten, sind ehrgeizig und können andere gut überzeugen – die typischen Business-Menschen. Auch körperlich beeindrucken sie durch einen athletischen Körperbau, Sportlichkeit und feurige Ausstrahlung.
  • Kapha-Typen gelingt es, um sich herum eine Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen, in der es gemütlich, entspannt und lecker zugeht. Als Genussmenschen verwöhnen sie sich selbst und andere. Sie sind treu, ausdauernd und belastungsfähig. Gerade mit ihrem fülligeren Körperbau bezaubern viele Kapha-Menschen durch ihre wohlproportionierten Kurven und ihre positive Ausstrahlung.

Verleihe deinem prägende Dosha Ausdruck

  • Vata: Lebe deine Kreativität, deine Gestaltungsfreude und dein Kommunikationsbedürfnis, in- dem du deine Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse durch Bilder, Musik und Gespräche mitteilst.
  • Pitta: Lebe deine Produktivität und Tatkraft, indem du dir immer wieder neue Ziele und Projekte suchst, die du auf positive Weise realisierst – und dann (ganz wichtig!) genieße deinen Erfolg.
  • Kapha: Lebe deine entspannte Gelassenheit und erfreue dich an den schönen Dingen des Lebens, indem du auf deine persönliche Balance von Bewegung und Ruhe sowie Geselligkeit und Rückzug achtest.

KERSTIN ROSENBERG ist eine international bekannte Ayurveda- Spezialistin, Seminarleiterin und Buchautorin. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie die renommierte Europäische Akademie für Ayurveda mit großem Online-Angebot und angeschlossenem Ayurveda- Kompetenz- und -Kurzentrum in Birstein. Unter blog-ayurveda.de findest du regelmäßig ihre neuen Beiträge rund um Ayurveda, Gesundheit und Genuss.

Titelbild: Priscilla Du Preez via Unsplash


Dieser Artikel ist aus der Yoga Journal Print Ausgabe Nr. 77 05/21

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-76-04-21-print/

Playlist des Monats Januar von Andrea Widmer

Andrea Widmer

Unsere Yoga-Playlist des Monats kommt von Yogalehrerin Andrea Widmer aus der SchweizAndrea ist Yogalehrerin (Jivamukti 800h), diplomierte Bewegungs- und Tanzpädagogin SBTG sowie Thai-Yogamassagetherapeutin. Ihre Playlist für den Übergang wird dich auf sanfte und inspirierende Weise auf dem Weg in den Jahresbeginn begleiten.

Musik als Seelenwärmer

Was für ein wunderbarer Musik-Mix, um dem alten Jahr noch nachzuspüren und sich auf den Weg ins neue Jahr zu machen. Sanfte Musik von East Forest featering Ram Dass, Verträumtes von Musikinstrumentalist Ólafur Arnalds, Soulmusik von Nina Simone, Up-Beat-Percussion und Gute-Laune-Sound von Meister Lampe, der euch beschwingt ins Jahr begleitet und so viel mehr. Lasst die Playlist einfach durchlaufen – auch ohne Yoga zu üben – tief durchatmen und die Musik im Körper spüren.

Yogalehrerin Andrea Widmer

Andrea hat in München Jivamukti Yoga unterrichtet, bis sie vor einigen Jahren wieder in ihre Heimat, die Schweiz, zurückgekehrt ist. Sie legt in ihrer Arbeit grossen Wert auf eine heilsame, vertrauensvolle Atmosphäre, in der Menschen jeden Alters ihr Potenzial entfalten können.

Sie ist fasziniert von der transformativen Kraft des Yoga, die es uns erlaubt, unsere Wahrnehmung zu verändern und die Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist zu erkunden. Die so freigesetzten Energien können wir nutzen, um einen liebevolleren Umgang zu uns selbst zu finden. Mehr Info auf andrea-widmer.com

 Mehr Playlists findest du hier.

Meditation zum Jahreswechsel

Jetzt liegt es hinter uns, das Jahr 2021. Für viele war es ein Jahr mit unvorhersehbaren Herausforderungen. Ein Jahr, das oft so turbulent verlief, dass wenig Zeit blieb, um Erlebtes zu verarbeiten und hinter sich lassen zu können. Unsere Kolumnistin Tina Beitinger hat für euch eine geführte Meditation mit Affirmationen zum Jahreswechsel aufgenommen, um euch auf eurem Weg ins neue Jahr zu begleiten.

Man mag ein Fan von Silvester mit all seinen Ritualen zum Jahreswechsel sein oder nicht. Aber ein guter Zeitpunkt, um einen gedanklichen Schlussstrich unter das vergangene Jahr mit all seinen Ereignissen zu ziehen und sich zu öffnen für alles, was das neue Jahr mit sich bringt, ist es allemal.

Hier kann der Atem helfen. Mit der Einatmung nehmen wir auf, öffnen und weiten den Brustkorb und tanken Energie. Mit der Ausatmung lassen wir los, geben ab und machen Platz. Der Kreislauf des Atems hat mit der Einatmung und mit der Ausatmung einen Anfang und ein Ende, bevor er wieder von vorne beginnt. Genau wie das Ende eines alten Jahres und der Beginn eines Neuen.

Atmen wir bewusst und verbinden die Ein- und Ausatmung mit bestimmten affirmativen Sätzen, können wir ganz bewusst das Alte und Vergangene los lassen und voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Die folgende Meditation kann dir dabei helfen.

Audio-Anleitung: Affirmation zum Jahreswechsel


Tina Beitinger ist Yogalehrerin, spezialisiert auf Hormonyoga und ausgebildet in progressiver Muskelentspannung nach Jacobson und autogenem Training. Sie war jahrelange beim Radio Moderatorin (M94,5, Rockantenne) – inzwischen arbeitet sie als Entspannungstherapeutin und unterrichtet Yoga in München. Mehr Infos zu Tina findet ihr unter www.entspannungundyoga.de


Titelbild: Daniel Mingook Kim via Unsplah

Vegane Buchteln mit Apfel-Zimt-Füllung von Bianca Zapatka

Mit den Büchern “Vegan Foodporn” und “Vegan Soulfood” kochte sich die Autorin und leidenschaftliche Foodbloggerin Bianca Zapatka bereits in unsere Herzen. Ihr Geheimrezept: köstliche vegane Wohlfühlgerichte, die einem schon beim Ansehen den größten Appetit machen. In ihrem Buch “Vegan Cakeporn” findet sich auch das Rezept für diese Buchteln mit Apfel-Zimt-Füllung.

Rezept für 10-12 Buchteln / Zubereitungszeit: ca. 35 Minuten / Vorbereitungszeit: ca. 40 Minuten / Ruhezeit: ca. 1 Std. 10 Min.

Für den Hefeteig:

500 g Weizen- oder Dinkelmehl
160 g Sojajoghurt oder mehr Pflanzendrink (zimmerwarm)
120 ml Sojadrink
75 g vegane Butter oder Margarine (in Stücke geschnitten; zimmerwarm)
75 g brauner Zucker
1 Päckchen Trockenhefe oder ½ Würfel frische Hefe
1 Prise Salz

Für die Apfel-Zimt-Füllung:

180 ml Apfelsaft oder Wasser
50 g Zucker
3 Äpfel (ca. 350 g; klein gewürfelt)
3 EL Mais-, Speisestärke oder Vanille-Puddingpulver (ca. 24 g)
1 TL Zimt
1 TL Vanilleextrakt (optional)
1 Spritzer Zitronensaft (optional)

Zubereitung

Für den Hefeteig das Mehl in eine große Schüssel sieben. Salz hinzugeben und mit dem Schneebesen vermischen. Zur Seite stellen. Den Sojadrink auf 40 °C erwärmen. Zucker und Hefe einrühren, bis sie sich aufgelöst haben. Dann für etwa 3 Minuten beiseitestellen, bis die Mischung zu schäumen beginnt (um sicherzustellen, dass die Hefe arbeitet).

Die Hefemischung in die Mehlmischung gießen. Sojajoghurt und vegane Butterstücke dazugeben und alles mit einem Holzlöffel vermengen, bis sich der Teig verbunden hat. Dann auf eine Arbeitsfläche geben und mit den Händen ca. 5-8 Minuten kneten, bis ein glatter Teig entsteht (oder eine Küchenmaschine mit Knethaken verwenden).

Zum Schluss den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel legen. Mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 45-60 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Alternativ den Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen, wo er langsam aufgeht.

In der Zwischenzeit die Apfel-Zimt-Füllung zubereiten. Den Apfelsaft in einen Topf gießen. Maisstärke, Zucker, Zimt und Vanilleextrakt hinzufügen und verrühren, bis sich die Maisstärke aufgelöst hat. Dann die Mischung zum Kochen bringen, bis sie eindickt.

Äpfel und Zitronensaft hinzufügen, umrühren und 1 Minute weiterköcheln lassen. Anschließend vom Herd nehmen und die Mischung zum Abkühlen in eine Schüssel geben.

Nach der Ruhezeit den Hefeteig zu einem breiten Stamm ausrollen. In 10–12 Scheiben schneiden und jede Scheibe zu einem flachen Kreis formen, wobei die Außenseiten dicker als die Mitte sein sollen. Etwa 2 EL der Apfel-Zimt-Füllung in die Mitte geben und die Teigränder über die Füllung zur Mitte hin falten. Die Ränder zusammendrücken, um die Buchteln zu versiegeln, dann mit der Faltseite nach unten in eine leicht gefettete Backform legen.

Mit den restlichen Teigstücken und der Füllung ebenso fortfahren. Darauf achten, dass der Teig abgedeckt bleibt, damit er nicht austrocknet. Zum Schluss die Backform mit einem Geschirrtuch abdecken und weitere 15-20 Minuten gehen lassen.

Den Backofen auf 200 °C Ober-/ Unterhitze vorheizen. Sobald er heiß ist, die Buchteln hineinschieben und 30-35 Minuten backen, bis die Oberseite gebräunt ist. Anschließend aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben und mit einer Kugel Vanilleeis und veganer Karamellsauce oder einfach ohne Beilagen servieren.

Tipps:

• Für das beste und fluffigste Ergebnis empfiehlt Bianca Zapatka die Verwendung von hellem Weizen- oder Dinkelmehl. Wenn man ein schwereres Mehl verwendet, z.B. Vollkornmehl, werden die Buchteln etwas kompakter. Eine Mischung aus hellem Mehl und Vollkornmehl wäre dann besser geeignet.

• Man kann auch Kokosblütenzucker oder jeden anderen Zucker oder Zuckerersatz nach Wahl verwenden.

• Sojadrink und Sojajoghurt eignen sich am besten für veganes Backen.Wer jedoch eine Soja-Allergie hat, kann stattdessen andere (pflanzliche) Milch- oder Joghurtsorten nehmen.

• Der Teig sollte mindestens 5 Minuten lang geknetet werden, sonst werden die Buchteln wahrscheinlich flach und zäh.

Das detaillierte Rezept gibt es auf auch Bianca Zapatkas Blog!


Bianca Zapatka “Vegan Cakeporn“, Riva Verlag, 24,99 Euro. Auf ihrem Foodblog könnt ihr noch mehr Rezepte von Bianca Zapatka finden, oder folgt ihr auf Instagram.


Urdhva Dhanurasana – Brückenbau mit Wand

Jelena Lieberberg

Brücke, Bogen oder Rad sind die deutschen Namen einer ziemlich fordernden Rückbeuge: Urdhva Dhanurasana. Hier zeigen wir eine spielerische Variante an der Wand. Aber Vorsicht: Auch dieser Brückenbau erfordert erst mal eine gute Vorbereitung – und viel Stabilität.

Unsere häufigste Alltagsposition ist das stundenlange immobile Sitzen – im Auto, bei der Arbeit am Schreibtisch, beim Essen und dann auch noch gemütlich auf dem Sofa. Dass das dem Rücken nicht guttut, dürfte mittlerweile bekannt sein. Um so wichtiger wird die aktive Gegenbewegung zu diesem ständigen Krümmen und Kauern nach vorn: Rückbeugen.

Sie dehnen nicht nur die gesamte Vorderseite des Körpers und halten die Wirbelsäule geschmeidig, sondern wirken auch unglaublich belebend und kräftigend. Eine regelmäßige, ausgewogene Rück- beugen-Praxis baut die unterstützende Skelettmuskulatur auf und vitalisiert dich durch und durch. Gleichzeitig ist aber Vorsicht geboten: Starke Knochen und lange Muskeln geben uns zwar die Möglichkeit, uns in alle Richtungen zu bewegen, aber nur in der richtigen Kombination aus Kraft und Beweglichkeit bleiben dabei sensible Wirbelkörper und Nerven geschützt.

Urdhva Dhanurasana (nach oben zeigender Bogen oder Brücke), manchmal auch Chakrasana (Rad) genannt, ist unter den Rückbeugen sicher eine der forderndsten. Wer noch nicht so beweglich ist, sich nicht ausreichend aufwärmt oder seine Beweglichkeit nicht mit entsprechend viel Kraft und Stabilität unterstützt, der kann sich hier ziemlich blöd verletzen. Erst recht, wenn man die Brücke nicht aus der Rückenlage nach oben baut, sondern sich in der fortgeschritteneren Variante aus dem Stand nach hinten sinken lässt. Wenn man es erst mal kann, ist diese Version gefühlt sogar einfacher, aber sie kostet auch mehr Überwindung. Mein Vorschlag: Bau dir selbst eine Brücke und übe an der Wand. So kannst du dich im wahrsten Sinn des Wortes an die Brücke herantasten und deine individuell angemessene Form finden.

Foto: Sofia Gomez Fonzo

Macht das Spaß?

Na klar. Aber nur, wenn du vorsichtig beginnst und nicht zu schnell zu viel erreichen willst. Also lieber tief stapeln. Es ist ja auch noch kein Yogameister vom Himmel gefallen.

Muss ich das können?

Nein. Wie immer ist der Weg das Ziel. Du kannst auch ziemlich aufrecht und dicht vor der Wand stehend die Erfahrung von Kraft, Mut und Weite machen. Oder nach und nach immer weiter an der Wand entlang Richtung Boden wandern.

Was muss ich dafür tun?

Ganz entscheidend ist das gründliche Aufwärmen. Dabei nimmst du vor allem die gesamte Körpervorderseite und die Brustwirbelsäule in den Fokus: Sonnengrüße gehören dazu, Herzöffner wie Krieger 1, Kobra, heraufschauender Hund und Heuschrecke, dazu Dehnungen der Oberschenkel und Leisten wie beim Ausfallschritt, aber auch Schulterübungen wie Kuhkopf oder Katze.

Step by step Anleitung

  1. Stell dich aufrecht und zunächst relativ dicht mit dem Rücken vor die Wand. Verwurzle deine Füße am Boden, aktiviere die Beine und den Beckenboden und richte dich kraftvoll nach oben auf. Lege beide Hände vor der Brust aneinander, strecke dich lang und hebe die Brust.
  2. Aus dieser stabilen Basis hebst du mit einer Einatmung zunächst einen Arm über vorne nach oben und nach hinten, bis du mit den Fingerspitzen an der Wand angekommen bist. Geht das gut? Eventuell musst du deinen Abstand zur Wand verändern und noch einmal neu ansetzen. Wenn alles passt, hebst du auch den zweiten Arm. Halte die Fersen fest am Boden und arbeite kraftvoll mit deinen Oberschenkeln, dem Beckenboden (Mula Bandha) und dem Bauch.
  3. Wenn du weiterhin frei atmen kannst und das Gefühl hast, stabil und friedlich tiefer gehen zu können, beginnst du jetzt, mit den Händen langsam etwas nach unten und mit den Füßen ein wenig von der Wand weg nach vorne zu wandern. Konzentriere dich darauf, die Arme lang zu strecken und dich mit dem Herzen in Richtung Decke zu schieben. Gleichzeitig schiebst du das Becken nach vorn und versuchst, über die Kraft des Pos so viel Länge in den unteren Rücken zu ziehen, wie möglich. Stell dir dabei vor dass du dich aktiv von der Wand wegdrückst und aus der Kraft des oberen und mittleren Rückens in die Rückbeuge gehst.
  4. Bleibe 5-10 Atemzüge. Um die Position sicher wieder zu verlassen, wanderst du mit den Händen wieder stückweise nach oben und setzt die Füße rückwärts näher zur Wand. Versuche das Ganze gerne noch 2 bis 3 Mal. Dazwischen entspannst du den unteren Rücken in einer lockeren Vorwärtsbeuge mit deutlich gebeugten Beinen.

Fragen oder Anregungen? Du findest Jelena Lieberberg auf instagram.com/kickassyogakickassyoga.net oder im Buch „KickAssAsanas“.

Titelbild: Sofia Gomez Fonzo

Neujahrsrituale für Yogi*nis

Ein Ritual muss nicht lang oder kompliziert sein, um zu wirken. Jedes dieser sechs Rituale kannst du auch miteinander kombinieren. Denn mit traditionellen Yoga Praktiken integrierst du Silvester in deine Yogapraxis und rutscht bewusst ins neue Jahr.

1. Meditation

Neujahrsrituale für Yogis: Meditation

Eine einfache aber wirkungsvolle Methode ein Jahr zu beenden und das nächste zu beginnen, ist eine Meditation. Wähle die Meditation, die dich in einen tiefen Zustand des Friedens und der Ruhe bringt. Wie lange du meditierst entscheidest du selbst. Zünde Kerzen und Räucherstäbchen an und nimm dir vor, die Meditation um oder nach Mitternacht zu beenden.

2. Feuer Puja

Neujahrsrituale für Yogis: Feuer Puja

Eine Puja ist ein hingebungsvolles Ritual, um das Göttliche in deinem Haus willkommen zu heißen. Eine besondere Form ist die Feuer Puja, die auch das Element der Befreiung von negativen Energien beinhaltet. Eine Feuer Puja ist eine kraftvolle Art, Dinge loszulassen, die dir nicht mehr dienen, und Platz für Neujahrsvorsätze zu schaffen. Für dein Feuer-Puja-Ritual kannst du Zettel verwenden, um Gedanken aufzuschreiben, die du loslassen möchtest und diese dann im Kamin oder in einem Lagerfeuer verbrennen.

3. Kirtan

Neujahrsrituale für Yogis: Kirtan

Kirtan ist eine der grundlegenden Praktiken des Bhakti Yoga – dem Yoga der Gnade, Liebe und Hingabe. Wenn du keinen Silvester-Kirtan in deiner Nähe findest, kannst du auch online Stücke von Kirtan-Künstlern wie Snatam Kaur anhören. Plane den Kirtan gegen Mitternacht ein, damit du singend ins neue Jahr starten kannst.

4. Sharing Circle

Neujahrsrituale für Yogis: Sharing Circle

Eine wunderbare Möglichkeit das neue Jahr zu feiern, ist, sich mit Freunden zu einem Gesprächskreis zu treffen. Sich zusammenzusetzen, um sich über die Herausforderungen und Erfolge des vergangenen Jahres auszutauschen und darüber nachzudenken, was man sich für das neue Jahr wünscht, kann sehr therapeutisch und ermutigend sein. Um das Eis zu brechen, kann es helfen mit einem inspirierendes Zitat oder Gedicht zu beginnen.

5. Sankalpa

Neujahrsrituale für Yogis: Sankalpa

Neujahrsvorsätze können manchmal nach hinten losgehen, wenn wir uns zu sehr unter Druck setzen oder uns nur auf die Dinge konzentrieren, die wir an uns ändern wollen. Ein positiverer Ansatz ist es, sich ein Sankalpa oder eine Absicht für das Jahr zu setzen. Dein Sankalpa kann jede positive Eigenschaft sein, die du in deinem Leben kultivieren möchtest.

6. Karma Yoga

Neujahrsrituale für Yogis: Karma Yoga

Karma-Yoga ist die Praxis, Selbstlosigkeit, Güte und Mitgefühl zu praktizieren, indem man einen Dienst verrichtet, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Freiwilligenarbeit für eine örtliche gemeinnützige Organisation in der Silvesternacht ist eine gute Möglichkeit, Karma Yoga zu praktizieren und dich auf deine Werte und Ziele zu konzentrieren.

Wie auch immer du dein Silvester feierst, wir wünschen dir schon mal ein gutes neues Jahr! Namasté


Titelbild Pavel Danilyuk via pexel.com

Der Power-Planet wirkt noch bis März 2023…

Jahresrückblick: Die meistgelesenen Artikel 2021

Liebe Yogis und liebe Yoginis, zum Jahresende haben wir uns gefragt: Was hat euch im vergangenen Jahr am ALLERMEISTEN interessiert? Ihr wolltet wissen, was genau hinter Namasté, hinter Om Shanti oder den Yogasymbolen steckt. Und auch das vergangene Jahr hat in Sachen Corona Spuren hinterlassen: Die 4-7-8 Atmung gegen Ängste und Stress stand hoch im Kurs. Genauso wie die Frage: Was tun gegen eingeklemmte Handnerven? Wir haben für euch die meistgelesenen (und immer noch topaktuellen) Artikel der letzten 12 Monate zusammengestellt. Viel Spaß beim Nachlesen …

„Namasté“: Was bedeutet das eigentlich?

Die Geste Namasté ist weltbekannt und täglicher Begleiter praktizierender Yogis und Yoginis. Aber was genau steckt eigentlich dahinter, wenn wir unsere Handflächen vor dem Herz zusammenführen, die Augen schließen und uns in Demut vor und selbst und unserem Gegenüber verneigen? Das wollte ihr und noch viele andere ganz genau wissen. Deswegen steht dieser Artikel unangefochten auf Platz 1 unserer „Meistgelesen“-Charts. Habt ihr schon nachgeforscht?

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Das bedeutet das Mantra des Friedens

bedeutung von Om Shanti

Auch das Mantra Om Shanti Shanti Shanti singen wir in der Yogastunde ganz oft. Die vielschichtige Bedeutung dagegen, kennen nur Wenige. Viele von euch haben sich das wichtige und bekannte Mantra mal genauer angesehen und nach der Geschichte hinter dem Mantra gesucht.

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Die beliebtesten Yoga Symbole, ihre Bedeutung und wie du sie in die Praxis einbindest

Nicht nur Yogi*nis kennen die gängigen Yoga Symbole. Viele davon finden wir als Deko-Symbole auf Yoga-Kleidung oder Schmuckstücken und Tattoos. Und ja, die Hand auf unserem YogaWorld Logo zählt da auch dazu. Wir verbinden diese Zeichen irgendwie mit Yoga, wissen oft aber gar nicht wieso. Kein Wunder also, dass sich viele von euch einen Überblick zur Bedeutung und der Geschichte der beliebtesten Yoga Symbole verschaffen wollten und diesen Artikel damit zu einem DER Highlights in 2021 gemacht haben.

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Dr. Ronald Steiner: 4 Übungen für eingeklemmte Handnerven

Klar, angespannt ist jeder Mal. Aber in Zeiten von Corona stehen wir noch mehr als sonst körperlichen Problemen gegenüber. Wenig Bewegung, das viele Sitzen – da leiden Gelenke, Nervenbahnen und Co. Diese yogatherapeutische Übungsreihe von Dr. Ronald Steiner verhilft einem eingeklemmten Handnerv in seiner Bahn zu einem leichten Schlittern. Das löst den punktuellen Druck und der beeinträchtigte Bereich kann sich wieder regenerieren. Ein Thema, das offenbar viele von euch betraf …

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Die 4-7-8 Atmung gegen Ängste und Schlafprobleme

Magie der Meditation
Magie der Meditation. Foto: Jeff Nelson

Das nicht nur körperliche, sondern auch psychische Probleme im vergangenen Jahr gehäuft auftraten – davon können wir wohl alle unser eigenes Lied singen. Eigentlich logisch, dass dieser Artikel über die „4-7-8 Atmung“ auf so viel Interesse gestoßen ist. Diese tiefe rhythmische Atemtechnik, gilt als natürliches Beruhigungsmittel für das Nervensystem und hat eine entspannende Wirkung auf den Körper hat. Sie soll bei Bluthochdruck, Ängsten und Schlafstörungen helfen. Zeit, sich die Übung mal genauer anzuschauen.

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Titelbild via Canva