Yoga gegen Stress und Depression

In schwierigen Lebensphasen kann Yoga eine besonders große Hilfe sein. Das hat auch Sandra erfahren, die durch jahrelangen Stress im Beruf komplett aus der Balance geriet. Achtsame Bewegungen, Atemübungen und Meditation halfen ihr aus der Krise – und ließen sie einen neuen Weg finden. Ihre Geschichte erzählt Sandra in einem Video des Bayerischen Rundfunks.

Im BR-Video erzählt Unternehmerin Sandra, wie sie auch mit Hilfe von Yoga ihre Depression in den Griff bekommen hat.

Wie lässt sich erklären, was Sandra erlebt hat? Warum hat Yoga eine heilsame Wirkung?

Die beiden Ärzte Imogen Dalmann und Martin Soder, Gründer des Berliner Yoga Zentrum, haben sich jahrzehntelang mit dem therapeutischen Nutzen von Yoga beschäftigt. Sie kennen die Forschung und die Praxis. Sie weisen darauf hin, dass unser Ich-Gefühl stark von unserem Körperempfinden getragen und beeinflusst wird. „Es wird sehr stark geprägt von bewussten und unbewussten Botschaften aus dem Bewegungssystem.“ Das bedeutet: Wer sich bewegt, erlebt sich. Spürt sich. Wird sich seiner selbst bewusst. Das gilt natürlich besonders für die achtsamen Bewegungen des Yoga: Wer Yoga macht, spürt seinen Körper und damit sich selbst. Das gibt Sicherheit.

Der Atem bringt dich zu dir

Pranayama, das Atmen, ist bei diesem Sichspüren von großer Bedeutung. Auf den Atem zu achten, ihn rhythmisch mit den Bewegungen zu verbinden, bringt den Übenden oder die Übende nah zu sich selbst. „Durch das Ausblenden der Umgebung und das Wahrnehmen der eigenen Atmung ist man mehr bei sich“, schreiben der Neurowissenschaftler Ulrich Ott und die Psychotherapeutin Janika Epe in ihrem Buch „Gesund durch Atmen„. Man nimmt dann deutlicher wahr, wie es einem geht, wie man sich fühlt. „Der Atem eröffnet den Zugang zu den Gefühlen in Ihnen“, erklären Ott und Epe.

Im Video zum Mitmachen: Atemtechniken für Fokus und Klarheit

Yoga gegen einseitige Beanspruchung

Dazu kommt die Wirkung der Übungen auf unseren Bewegungsapparat, dem das viele Sitzen und dauernde Nach-vorn-gebeugt-Sein nicht guttut. Die Asanas und ihre fließenden Verbindungen wirken einer einseitigen Beanspruchung unserer Muskeln entgegen. „Asanas verändern Bewegungsmuster, Körperhaltung, Beweglichkeit und muskuläre Leistungsfähigkeit. Sie helfen, die Gelenke zu bewegen, Muskeln und Bänder zu dehnen und den Stoffwechsel der Muskulatur zu aktivieren.“ (Imogen Dalmann und Martin Soder in „Heilkunst Yoga„) Und schließlich: Yoga lindert Stress. Auch das hat mit dem Atmen zu tun. Wenn die Atmung verlangsamt wird oder wenn die Ausatmung deutlich länger ist als die Einatmung, dann wirkt das beruhigend auf unser Nervensystem. Stress und Anspannung werden reduziert.

YogaWorld Journal 5/26
YogaWorld Journal 5/26

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