Sicher kennst du Elena Lustig schon aus unserer Academy. Wir freuen uns sehr, dass sie dieses Jahr auf der YogaWorld-Messe mit dabei ist!
Titelbild: Nela König
Nach vielen Jahren im Film-Business hat sich Elena Lustig noch einmal neu erfunden: Sie ist Gründerin von ProAgeYoga® und beschäftigt sich den Herausforderungen und den Benefits des Älterwerdens auf allen Ebenen.
Ihre Yoga-Sessions sind ein echter Jungbrunnen für alle, die gesund bleiben, gut aussehen, erfüllt leben und sich wohlfühlen wollen. Was Elena im westlichen Yoga schwierig findet, ist das Leistungsdenken, das viele nicht abstreifen können: höher, weiter, tiefer, mehr… Für ihren Unterricht gibt es vor allem eine Überschrift: „AHIMSA“ – Gewaltfreiheit – in der körperlichen Yogapraxis und vor allem als innere Haltung. Sanftes Yoga, annehmen was ist, loslassen, sich öffnen, trotzdem einen starken Körper und einen wachen Geist entwickeln und sich selbst dabei nicht zu ernst nehmen – so unterrichtet Elena Yoga auf und jenseits der Matte.
Elena ist außerdem Autorin und hat inzwischen mehrere Bücher zum Thema Yoga und Älterwerden veröffentlicht. Sie arbeitet als Coach, ist Speakerin und bildet Yogalehrer*innen aus. In ihren Podcast FCK NTI AGE lädt sie regelmäßig interessante Gesprächspartner*innen ein, um gerne auch kontrovers über das Älterwerden zu diskutieren.
Ihre Bücher sind: „Innen.Aussen“ 2016 „ProAgeYoga“ 2019 „ProAgeLife“ 2022
In dieser ProAgeYoga®‑Session feiern wir das Älterwerden als etwas Natürliches, Kraftvolles und Schönes. Auf der Matte erfahren wir, wie beweglich, lebendig und selbstbewusst jede Lebensphase sein kann. Keine Perfektion. Kein Leistungsdruck. Nur echte Präsenz und die Freude, den eigenen Körper mit neuen Augen zu sehen. ProAgeYoga® lädt dich ein, dich nicht gegen das Älterwerden zu stemmen – sondern mit ihm zu wachsen. Mit jeder Haltung, jedem Atemzug und jedem Moment, in dem du dich selbst neu entdeckst.
Elena Lustig auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart:
Sonntag, 12. April // 10:30 – 11:15 Uhr // ProAgeYoga®: Ab wann wirst Du älter? // Vishnu Yogaspace
Vielleicht kennst du Tobias bereits aus unserer YogaWorld Academy? Wir freuen uns sehr, dass er dieses Jahr mit Thai Yoga bei der YogaWorld-Messe in Stuttgart dabei ist!
Tobias Frank ist Bodyworker, Buchautor und Seminarleiter seit über 15 Jahren. Nach zwölf Jahren Thai Yoga Ausbildung umfasst seine Community derzeit über 1.000 Ausbildungsteilnehmende. Thai Yoga hat sein Leben auf vielfache Weise bereichert: Er hat gelernt, dass er der Welt umso mehr zu geben hat, je mehr er sich die Erlaubnis gibt, Pause zu machen, für sich zu sorgen und seine eigene Energie hoch zu halten. Er möchte in einer Welt leben, in denen Menschen nicht nur ihre Smartphones berühren, sondern sich selbst gegenseitig. Und zwar achtsam und liebevoll!
Thai Yoga ist eine ganzheitliche Form der Körperarbeit, die man auch als passives Yoga bezeichnen könnte. Es nutzt Techniken und die Körpermechanik der klassischen Thai Massage, was es ermöglicht, ohne Anstrengung zu geben und zu empfangen.Der Fokus liegt dabei auf der Qualität der Berührung: Wichtiger als das „Was“ ist das „Wie“. Durch Präsenz und Achtsamkeit schaffen wir einen geschützten Raum, in dem Loslassen, Heilung und Transformation möglich werden. Berührung kann so nicht nur den Körper, sondern auch die Seele berühren. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel:
Auf der YogaWorld 2026 wird Tobias zwei verschiedene Thai Yoga Workshops unterrichten:
Workshop am Freitag: Body as a Temple – Touch, Trust & Letting Go (90 Min.)
Ein Raum, in dem dein Nervensystem aufhören darf, in Alarm zu sein. Thai Yoga als sichere, getragene Erfahrung von Loslassen, Erdung und innerem Vertrauen. Du liegst, wirst bewegt, nichts wird von dir erwartet.
Workshop am Samstag: „Sacred Energy Practice“
Eine ruhige Praxis zwischen Bewegung und Meditation, die dein System ordnet und dich zentriert. Inspiriert von Thai Yoga und Qigong.
Tobias Frank auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart:
Freitag, 10. April // 16:30 – 18:00 Uhr // Body as a Temple – Touch, Trust & Letting Go (90 Min.) // Vishnu Yogaspace
Samstag, 11. April // 10:30 – 11:15 Uhr // Sacred Energy Practice // Vishnu Yogaspace
Die folgenden Techniken können dich dabei unterstützen, deinen eigenen Weg im Umgang mit Rückenschmerzen zu finden. Alle sind in deinem persönlichen Werkzeugkasten für Schmerzmomente gleichermaßen wertvoll und relevant – und du kannst sie noch in viele Richtungen erweitern.Hier geht’s zum ersten Teil des Artikels, in dem Gül Ruijter dir erklärt, worum es sich bei sogenannten „unspezifischen“ Rückenschmerzen handelt und welche ganzheitlichen yogatherapeutischen Techniken in so einem Fall sinnvoll sind.
Text & Übungen: Gül Ruijter / Fotos: Viola Halfar
A: Aktivierung der tief liegenden Muskulatur
1. Alternativer Sonnengruß
Diese abgewandelte Form schont und kräftigt den Rücken gleichermaßen: Beginne in einem mittelbreiten Stand, hebe die Arme einatmend und senke dann Becken und Arme mit nach vorn gestreckten Armen.
Von dort aus gehst du in den Vierfüßlerstand. Aktiviere deine Mitte und strecke einen Arm und ein Bein diagonal aus.
Wechsle zur gegenüberliegenden Seite. Komme anschließend in einen herabschauenden Hund mit gebeugten Beinen.
Von dort bringst du die Füße mit einem breiten Sprung oder kleinen Schritten wieder nach vorn hinter die Hände. Richte dich zunächst auf in die aktive Kniebeuge, dann strecke die Beine und komme in den Stand.
2. Tiefe Bauchmuskeln
Bringe in Rückenlage die Beine in die 90/90-Position. Schiebe das Kreuzbein sanft Richtung Boden, um das Becken zu stabilisieren, und spüre, wie deine tiefliegende Muskulatur aktiv wird. Dann tippst du abwechselnd mit den Zehenspitzen Richtung Boden.
(je 5 Wiederholungen)
3. Quere Bauchmuskeln
Lege dich auf die Seite und entspanne deine Bauchdecke. Mit der Ausatmung aktivierst du die tiefe Bauchmuskulatur nach innen und oben. Spüre, wie sich die Bauchdecke etwas nach oben anhebt. Lasse dann in 3 Schritten mit jeder Ausatmung etwas mehr los, bis du wieder am Anfang bist.
(3 Wiederholungen auf jeder Seite)
4. Tiefe Nackenmuskulatur I
Stelle in Rückenlage die Füße auf und hebe die Unterarme. Dann hebst du den Kopf etwa 5 Zentimeter vom Boden ab und ziehst das Kinn etwas Richtung Kehlkopf, um den Nacken lang zu halten. Bleibe 15–30 Sekunden in der Haltung und achte darauf, den Kopf nicht zu weit zu heben.
(3 Wiederholungen)
5. Tiefe Nackenmuskulatur II
Lege dich auf den Bauch und hebe nur den Kopf etwas an. Ziehe auch hier das Kinn sanft Richtung Kehlkopf, um den Nacken lang zu halten und bleibe wieder 15–30 Sekunden in der Haltung, wobei du wieder darauf achtest, den Kopf nicht zu weit zu heben.
(3 Wiederholungen)
6. Aktive Twists
Richte dir mithilfe von Kissen oder Hocker eine Sitzhaltung ein, in der du dich mühelos aufrichten kannst. Hebe die Arme rechtwinklig in die Kaktus-Position, aktiviere deine Mitte und drehe dich dann langsam und kontrolliert zur rechten Seite. Spüre, wie die wirbelsäulennahe Muskulatur aktiv wird. Kehre zurück zur Mitte und drehe von dort langsam nach links.
(3 Wiederholungen)
B: Mobilisation und Faszienarbeit
1. Katze und Kuh klassisch
Runde im Vierfüßler die Wirbelsäule abwechselnd nach oben und nach unten und versuche dabei, die gesamte Wirbelsäule gleichmäßig einzubeziehen. Bewege dich langsam und bewusst und gerne auch im Atemrhythmus.
2. Katze und Kuh mit Seitneigung
Versetze die Hände etwas nach rechts und fließe in dieser Haltung erneut durch die Katze-Kuh-Bewegung. Nach etwa 5 Wiederholungen versetzt du die Hände nach links und rundest auch hier die Wirbelsäule abwechselnd nach oben und unten.
3. Katze und Kuh mit nahen Knien
Um noch mehr Mobilität in die Brustwirbelsäule zu bringen, kannst du als dritte Alternative die Knie näher zu den Händen stellen.
Die hintere Faszienkette erstreckt sich von den Füßen über Beine und Rücken bis zum Hinterkopf. Mit Übung 4 und 5 kannst du sie an ihren beiden Enden stimulieren.
4. Kopfkante ausrollen
Lege deinen Block mit einer Kante auf ein kleines, zusammengerolltes Handtuch. Platziere dann in Rückenlage den unteren Rand deiner Schädelknochen auf der Kante des Blocks und lasse zunächst einfach los. Beginne dann, in kleinen Bewegungen den Ansatz der Faszie sanft auszurollen.
5. Fersengang
Gehe 30–60 Sekunden lang kraftvoll auf den Fersen, ohne den Vorderfuß abzulegen.
C: Energetische Arbeit
Die traditionelle chinesische Medizin betont, dass Schmerzen auch durch Stagnation entstehen. Lang anhaltendes Sitzen ist ein Beispiel dafür – und auch laut westlicher Medizin liegt hier ein möglicher Grund für unspezifische Rückenschmerzen. Neben der Asana-Praxis können wir auch durch andere energetische Übungen wieder ins Fließen kommen, zum Beispiel:
Schütteln im Stand
sanftes Klopfen mit den Fingerspitzen (besonders unter den Schlüsselbeinen, auf dem Kopf und am unteren Rücken)
Mantren singen
Tönen
D: Atmung
1. Tiefe Bauchatmung zur Entspannung
Richte dir eine der beiden gezeigten Haltungen so gemütlich ein, wie möglich. Schließe die Augen und beginne, den Atem bewusst in den Bauchraum fließen zu lassen. Atme dabei sanft und gleichmäßig. Mit jeder Ausatmung erlaubst du dir, noch ein bisschen gründlicher loszulassen und all dein Gewicht an den Boden abzugeben. Spüre deinen Bauch unter den Händen oder am Boden. Wenn sich dabei die Ausatmung auf natürliche Weise verlängert, geht dein Nervensystem in den Ruhe- und Heilungsmodus über.
2. Gleichmäßige Atmung bei akuten Schmerzen
Geführtes Pranayama beeinflusst direkt das Nervensystem und kann wirksam bei der Schmerz-Regulierung helfen. Wenn du damit noch nicht vertraut bist, beginnst du in der von dir gewählten Haltung damit, in der Einatmung entspannt auf 4 zu zählen und in der Ausatmung ebenfalls auf 4. Wenn dir das leicht fällt und du entspannt dabei bist, kannst du die Ausatmung auch bewusst verlängern, zum Beispiel im Verhältnis 4 zu 7 Zähler.
E: Meditation
Da die Meditation in einer der klassischen freien Sitzhaltungen bei Rückenschmerzen ungünstig ist, solltest du lieber angelehnt auf dem Stuhl, dem Sofa, an der Wand oder sogar im Liegen üben. So kannst du den Rücken entspannen und dich auf das Wesentliche konzentrieren: nämlich Geist und Gefühl vom Schmerz weg in die Ruhe zu lenken. Dafür wählst du in der Meditation einen Fokus, der dir angenehm ist. Das kann zum Beispiel deine Atmung sein, der Punkt zwischen den Augenbrauen, ein Mantra oder eine Affirmation, die du ruhig in deinem Geist wiederholst, etwa „Mein Körper ist stark, ich fühle mich gut„.
Gül Ruijter ist Physiotherapeutin, Yogalehrerin und Ausbilderin. Ihre Mission ist ein gesundheitsorientiertes Yoga für alle – angepasst, alltagsnah und machbar. Mehr dazu erfährst du auf ihrer Website: vondermatteinsleben.de, auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast „Von der Matte ins Leben“.
Schon entdeckt?In dieser Reihe zeigt dir Gül Ruijter einfache Übungen zur Mobilisation der wichtigsten Nervenbahnen:
61 Prozent der Deutschen kennen sie: regelmäßig auftretende Rückenschmerzen. In rund 85 Prozent der Fälle steckt dahinter keine akute Verletzung oder Erkrankung: Die Schmerzen sind „unspezifisch“. Was das bedeutet und welche ganzheitlichen yogatherapeutischen Techniken in so einem Fall sinnvoll sind, erfährst du hier.
Text: Gül Ruijter / Titelbild: Nuttawana Jayawan von Getty Images via Canva
Schmerz ist eine der frühesten und häufigsten Erfahrungen, die wir kennen.Auch wenn er unangenehm ist: Grundsätzlich ist Schmerz lebenswichtig. Er signalisiert uns, dass dem Körper Gefahren drohen, Gewebe beschädigt wurde oder beschädigt werden könnte. Was viele nicht wissen: Das eigentliche Schmerzempfinden bildet sich nicht an der betroffenen Stelle, sondern im Gehirn. Hier werden die von den Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) aufgenommenen Reize verarbeitet, bewertet und anschließend über das Nervensystem wieder dorthin geleitet, wo etwas nicht stimmt – und wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken sollen.
Bei einem Bandscheibenvorfall, einer Zerrung oder gar einem Tumor ist der Fall klar: Hier ist Gewebe beschädigt. In den meisten Fällen sind Rückenschmerzen aber nicht die Folge einer Verletzung oder Erkrankung. Sie haben unklare, oft vielschichtige Ursachen. Solche „unspezifischen“ Rückenschmerzen können mit ungünstigen Haltungs- und Bewegungsmustern zusammenhängen, mit Stress, mit Bewegungsmangel, mit außergewöhnlichen psychischen oder körperlichen Belastungen – oder mit einer Mischung aus ganz vielen Faktoren. Dennoch sind sie eine wichtige Warnung des Körpers: Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten.
Belastung und Belastbarkeit im Ungleichgewicht
Ein alltägliches Beispiel: Du ziehst in eine neue Wohnung. Obwohl du normalerweise 8 Stunden am Tag im Büro sitzt und deine Einkäufe mit dem Rad transportierst, schleppst du an deinem Umzugstag 5 Stunden lang schwere Kisten. Abends meldet sich dein Körper: Aua, Rückenschmerzen! Ziemlich wahrscheinlich hast du dich nicht verletzt, dein Körper möchte dir nur das Signal geben, dass Belastung und Belastbarkeit aus der Balance gekommen sind. Für den weiteren Verlauf ist jetzt entscheidend, wie du mit dieser Information umgehst: Wie reagierst du auf den Schmerz?
Szenario 1: Im vergangenen Jahr hattest du einen üblen Hexenschuss und der Gedanke daran macht dir jetzt Angst. Du fürchtest, wochenlang außer Gefecht gesetzt zu werden. Deswegen kauerst du dich drei Tage lang auf dem Sofa zusammen, erzählst jedem von deinen Schmerzen und machst dir Sorgen.
Szenario 2: Du verstehst, dass der Umzug zu viel war und du beantwortest das Signal deines Körpers, indem du dich in deinem neuen Wohnzimmer auf den Boden legst, die Beine hoch lagerst, ruhig in Bauch und Rücken hinein atmest und dich bei deinem Körper für diese harte Arbeit bedankst. Bevor du schlafen gehst, entspannst du ihn mit einer sanften Yogapraxis im Vierfüßlerstand, machst ausgleichende Atemübungen und erlaubst ihm, sanft herunterzufahren und zu regenerieren.
Wie reagierst du auf Schmerz?
Vielleicht ahnst du, worauf ich hinaus will: Deine emotionale und mentale Reaktion und dein daraus folgendes Verhalten können Schmerzen verstärken und sogar dazu führen, dass die vom Gehirn gesteuerte Schmerzübertragung und -wahrnehmung auch über die eigentliche Ursache hinaus weiter andauert. Im ungünstigsten Fall werden sie sogar chronisch. Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass wir selbst schuld an Schmerzen sind, dass wir sie uns nur einbilden oder sogar ignorieren sollen. Erinnere dich: Schmerz ist erst mal ein wichtiges Signal, aber Schmerzübertragung und -wahrnehmung sind sehr komplexe Vorgänge, sie werden im Gehirn gesteuert und sind höchst individuell – jeder Mensch empfindet Schmerz anders.
Dazu kommt: Schmerzrezeptoren sind so konstruiert, dass sie sich nicht an die auslösenden Reize gewöhnen. Im Gegenteil: Mit jeder wiederholten Schmerzempfindung werden sie sogar empfindlicher. Auch die vom Gehirn ausgehende Schmerzübertragung über das Rückenmark bis zum Zielort – zum Beispiel zum unteren Rücken – kann sich mit der Zeit verändern. Zu Beginn ist der Weg wie eine kleine Landstraße. Je häufiger ein bestimmtes Signal aber auf diesem Weg gesendet wird, umso durchlässiger wird er. Beides begünstigt die Entstehung chronischer Schmerzen. Wenn diese über Jahre anhalten, fahren die Schmerzsignale irgendwann bildlich gesprochen auf einer sechsspurigen Autobahn. Sie haben einen so schnellen und effizienten Weg entwickelt, dass es sehr viel mühsamer ist, sie wieder loszuwerden.
Damit es soweit erst gar nicht kommt, ist es wichtig, möglichst früh das bereits erwähnte Modell von Belastung und Belastbarkeit zu verstehen: Findest du in deinem Alltag nämlich eine gute Balance zwischen dem, was du leisten kannst, und dem, was du leisten musst, dann kannst du das Risiko für Schmerzen erheblich verringern. Am Beispiel des Umzugs wird das deutlich: Wenn du als Umzugshelferin arbeitest, dann gibt es ziemlich wahrscheinlich kein Ungleichgewicht – dein System hat sich peu à peu an die Belastung angepasst. Ganz anders, wenn du nur an deinem Umzugstag Kisten schleppst: Dein System kennt die Belastung nicht und deine Belastbarkeit ist geringer als das, was du deinem Körper zumutest.
Dieses einfache Beispiel kann man auf viele Bewegungs- und Haltungsmuster, aber auch auf psychische Belastungen übertragen: Vieles davon kann dazu führen, dass sich deine Rückenmuskulatur schmerzhaft verspannt. Wenn dein Rücken schmerzt, dann schau dir daher deine Belastung und deine Belastbarkeit näher an. So kannst du an beiden Hebeln ansetzen: Körper und Psyche gezielt kräftiger und belastbarer machen, zugleich aber auch Belastungsgrenzen erkennen und Schmerzen vorbeugen, indem du deine Grenze nicht überschreitest, sondern im Gegenteil für Entspannung sorgst.
Ein ganzheitlicher Blick
Foto: Christina Taranovici /calatorescu via Canva
Wir wissen also: Muskeln, Gelenke und Bänder spielen zweifellos eine bedeutende Rolle beim Thema Rückenschmerzen, dennoch greift die rein mechanische Perspektive zu kurz: Auch Stress und psychische Belastungen sind bei der Entstehung von Schmerzen wichtige Faktoren. Will man die Entstehung chronischer Schmerzen vermeiden, oder ihnen begegnen, kommt aber noch mehr dazu. Du erinnerst dich: Das zentrale Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Schmerzwahrnehmung und -intensität, und die Frage, wie wir mit Schmerzen umgehen, entscheidet darüber, wie intensiv und wie dauerhaft wir unter ihnen leiden. Das bio-psycho-soziale Schmerzmodell schaut deswegen ganz genau hin und fragt: Was denken wir über die Schmerzen? Wie fühlen wir uns durch die Schmerzen? Und wie verhalten wir uns, wenn es schmerzt?
Nicht nur unsere eigenen Gedanken und Gefühle, Verhaltensweisen und Einstellung sind dabei relevant, auch unser soziales Umfeld spielt eine Rolle, vor allem Arbeit, Lebensstil, Familie und Freunde. Und ebenso vielschichtig und ganzheitlich, wie der Schmerz entsteht und sich chronifiziert, sollten wir ihm auch begegnen. In der Yogatherapie wird genau das versucht: Sie arbeitet nicht nur mit Asanas und Atem, sondern mit einer Vielzahl von Techniken, die auf ganzheitliche Weise wirken. Angelehnt an das bio-psycho-soziale Modell kann sie daher auch chronische unspezifische Rückenschmerzen wirksam begleiten.
Weitere Tipps
Schreiben: Beginne eine tägliche Schreibpraxis, um dich mit dir zu selbst verbinden. Schreibe frei oder beschäftige dich mit diesen Fragen: • Was würdest du tun, wenn du schmerzfrei wärst? • Kannst du dich von deinem Schmerz distanzieren? • Kannst du deine Bedürfnisse erkennen und ihnen nachgehen? • Sind Belastung und Belastbarkeit bei dir im Gleichgewicht? • Sorgst du für genügend Ruhezeiten und unverplante Zeit in deinem Leben?
Restoratives Yoga: Restoratives Yoga bietet bei Schmerzen eine ideale Alternative, auch zu Yin Yoga oder anderen ruhigen Yogastilen. Konzentriere dich primär auf Gemütlichkeit und Entspannung. Halte jede Asana etwa 5 Minuten lang und konzentriere dich dabei nur auf deine Atmung.
Musik: Unterstützend kann klassische Musik das Nervensystem beruhigen.
In dieser Übungsstrecke zeigt dir Gül Ruijter einige Techniken aus der Yogatherapie:
Gül Ruijter ist Physiotherapeutin, Yogalehrerin und Ausbilderin. Ihre Mission ist ein gesundheitsorientiertes Yoga für alle – angepasst, alltagsnah und machbar. Mehr dazu erfährst du auf ihrer Website vondermatteinsleben.de und auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast „Von der Matte ins Leben“.
Gül war auch im YogaWorld Podcast zu Gast und hat über chronische Schmerzen gesprochen. Hör doch mal rein:
Heute möchten wir dir Stefanie Weyrauch vorstellen, eine inspirierende Yogalehrerin, die Frauen durch die wunderbare und herausfordernde Phase der Schwangerschaft und Mutterschaft begleitet. Sie bietet eine umfassende 100h Pränatal- und Postnatal Yoga Weiterbildung an, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
Stefanie Weyrauch – Eine Frau mit Herz und Seele für Yoga
Die Yogalehrerin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im schönen Wiesbaden, wo sie die „Yogastern-Akademie“ mitten in der Innenstadt betreibt. Als Yogalehrerin (E-RYT 500h/AYA), Autorin und Coachin bringt sie eine beeindruckende Erfahrung und Leidenschaft für Yoga mit. Seit über 20 Jahren widmet sie sich Yoga, Spiritualität und Meditation und folgt dabei ihrem ganz persönlichen Yogaweg.
Deine Ausbildung bei einer anerkannten Expertin
Stefanie ist nicht nur eine leidenschaftliche Yogalehrerin, sondern auch eine von der internationalen Yoga Alliance (AYA) anerkannte YACEP-Ausbilderin (Yoga Alliance Continuing Education Provider). Ihre Mission ist es, Frauen von der Schwangerschaft über die Rückbildung bis hin zum Familienyoga zu begleiten. Seit 2015 bildet sie deutschlandweit in den Bereichen Pränatal- und Postnatal Yoga sowie Kinderyoga und Teenyoga aus.
Warum Pränatal- und Postnatal Yoga so wichtig ist
Ihre Reise begann vor 15 Jahren während ihrer ersten Schwangerschaft, als sie die transformative Kraft von Yoga entdeckte. Die Bedeutung von Atmung und Entspannung zur Geburtsvorbereitung faszinierte sie besonders. Nach ihren beiden Geburten suchte sie nach effektiven Yogaübungen, um ihren Beckenboden zu stärken und die Körpermitte zu stabilisieren. Dies führte sie dazu, eine praxisnahe Weiterbildung zu entwickeln, die dir ermöglicht, Yogakurse für Schwangere und frischgebackene Mütter anzubieten.
Was dich in der 100h Pränatal und Postnatal Yoga Weiterbildung erwartet
In dieser Weiterbildung lernst du, mit viel Freude und Sicherheit Yogakurse für Schwangere und frischgebackene Mamas (mit oder ohne Baby) sowie Baby Yoga & Massage anzubieten. Stefanie hat bereits über 1000 Frauen unterrichtet und liebt es, Frauen in dieser besonderen Zeit zu unterstützen. Du wirst lernen, wie du Frauen hilfst, sich selbstbestimmt und mit ihrer weiblichen Urkraft verbunden zu fühlen, sich besser zu entspannen und fit zu halten, ihrer Intuition zu vertrauen und sich mit Freude auf die Geburt vorzubereiten.
Teilnehmerstimmen
Lass dich von den Erfahrungen anderer Teilnehmerinnen inspirieren:
„Stefanies Ausbildungen sind klasse und ich kann sie jedem von ganzem Herzen empfehlen. Tolle Handouts, tolles Material, wo man 2 Jahre darauf zurückgreifen kann. Man kann sofort losstarten. Sehr kompetent.“ Sandra Bachmann
„Die beiden Online-Weiterbildungen, Post- und Pränatalyoga, sind liebevoll durchdacht und durchgeführt worden. Man merkt, wie sehr Stefanie für diese Themen lebt und wie viel Herzblut dahinter steckt. Die Kurse hatten eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. Zudem bekommt man sehr viel Material und Informationen, um sich weiterzubilden. Auf dem E-Learning gibt es unzählige Videos und Unterlagen, was ich sehr schätze. Vielen Dank für diese zwei tollen Kursblöcke. Ich kann Yogastern wärmstens weiterempfehlen.“ Mirella Schaufelberger
„Stefanie gibt so viel Liebe in ihre Arbeit und genau das vermittelt sie auch in ihren Weiterbildungen. Ich habe sowohl Online- als auch Präsenzfortbildungen bei ihr besucht und bei beiden achtet sie auf eine hohe Qualität! Es wird viel Input gegeben, der aber auch in den Skripten und vielen anderen Unterlagen nach den Fortbildungen nachlesbar ist. Trotz alledem findet alles auf einer Ebene statt und jede*r wird gehört, wahrgenommen und respektiert.“ Sina Nolting
Werde Teil der YogaWorld Academy
Bist du bereit, von Stefanie Weyrauch zu lernen und dich in Pränatal- und Postnatal Yoga weiterzubilden? Erfahre mehr und melde dich jetzt auf yogaworld.de/academy an oder vereinbare deinen kostenlosen Infocall. Lass dich von Stefanies positiver Art, ihrem Lächeln und ihrer Expertise begeistern und bereite dich darauf vor, selbst Frauen in ihrer besonderen Zeit zu unterstützen.
Wir freuen uns darauf, dich bei der YogaWorld Academy willkommen zu heißen!
Angstzustände und Panikattacken sind ein riesiges Thema unserer Zeit. Immer mehr Ärzt*innen empfehlen Yoga gegen Ängste, denn eine ganzheitliche Praxis hilft nachweislich bei akutem Auftreten und unterstützt langfristig die Heilung. Yogalehrerin Anna Kramer coacht Menschen mit einer Kombination aus Yoga und der Mind-Walking-Methode und erklärt anhand ihrer langjährigen Erfahrung mit Angstpatient*innen, wie genau Yoga auf Ängste wirkt.
Text: Anna Kramer / Titelbild: Cottonbro via pexels
Dienstagnachmittag im Home Office. Bisher war es eigentlich ein normaler, sogar produktiver Tag. Aber seit einigen Minuten fühlt sich der Bauch irgendwie flau an, leises Unwohlsein und Nervosität. Dann hängt der Server beim Einwählen. Erstes Händezittern, flacherer Atem. Zweimal neu versucht, es klappt. An sich ist nichts Schlimmes passiert, aber alles stresst, fühlt sich eng an, kreist mich ein. Zittrig das Dokument zum Hochladen anklicken, die Enter-Taste drücken. Es lädt. Der dunkle Balken wandert langsam von links nach rechts. Dann stoppt er, pulsiert, verschwindet. „Server-Verbindung unterbrochen“. Mir wird schwarz vor Augen, das Herz rast. Das wird jetzt ewig dauern. Keiner da, den ich um Hilfe fragen kann. Schweißausbruch. Der Tagesplan im Verzug, die Kollegen genervt, der Chef sauer. Schwarze Sterne flimmern vor meinen Augen. Wie soll ich das schaffen? Das Versagen, die Schuld, die Unausweichlichkeit … Alles verschwimmt.
So funktionieren Angst und Panik
Angst kann uns förmlich erstarren lassen und von einem Augenblick zum anderen handlungsunfähig machen. Der sonst so verlässliche Verstand, jegliche Lebensfreude oder Zuversicht sind dann in Sekundenschnelle wie weggewischt. Der Auslöser solcher Angst- und Panikattacken ist meistens real und wirkt logisch, doch die emotionalen und körperlichen Reaktionen darauf fallen unproportional heftig aus. So können selbst kleine, sogar nichtige Reize ausweglose Gedankenspiralen heraufbeschwören.
Natürlich ist eine Internet-Verbindungspanne nervig, aber sie ist kein echter Grund zur Panik. Gelassen weiter atmen und alles ist wieder gut! Leider ist das in so einem Moment leichter gesagt als getan. Und das Gemeine ist: Gerade weil diese Attacken einem den Atem rauben und den Geist vernebeln, wirkt es so, als würde die grauenvollst mögliche Zukunft bestimmt eintreten. Mit anderen Worten: Angst lügt uns an, Panik lockt uns in die Falle. Und als Betroffene sind wir in solchen Momenten oft hilflos.
Wir erinnern uns an die Corona-Pandemie: Inmitten von exponentiellen Ansteckungsraten, schrecklichen Nachrichten aus den besonders vom Virus betroffenen Gebieten und drastischen Gegenmaßnahmen entstand eine Grundstimmung der Verunsicherung, und das mitunter auch bei Menschen, die sonst kaum mit Ängsten zu kämpfen hatten. Plötzlich war da etwas sehr Konkretes, tatsächlich Furchteinflößendes und alles veränderte sich rasend schnell, ohne dass wir daran etwas ändern konnten. Die Angst, die das erzeugte, war mindestens so ansteckend wie das Virus selbst: Wir schnappten sie auf aus unserer unmittelbaren Umgebung, aus den Nachrichten und den sozialen Medien.
Aber bei allen Ängsten kommt es darauf an, wie wir auf sie reagieren. Wird das Thema lebensbeherrschend, weil es so groß ist – oder gelingt es uns, Akzeptanz und Gelassenheit zu finden?
Das Prinzip der Resonanz: Der Knallfrosch in der Blechdose
Dabei spielt das Prinzip der Resonanz eine wichtige Rolle. Stelle dir vor, dein Wahrnehmungsraum ist so groß wie eine Blechdose und jemand steckt einen Knallfrosch hinein. Bääämm! Der Knallfrosch fetzt und deine Gelassenheit ist entsprechend seiner Größe gering: Du gehst voll in Resonanz, dein ganzes Denken dreht sich um den Knall und deine Emotionen – und das bringt dich an die Grenze. Ist dein Wahrnehmungsraum so groß wie ein Fass, macht es immer noch ordentlich Bummm und du erschreckst dich. Du kannst den Knall zwar schon leichter abtun, musst dich aber dennoch mit ihm auseinandersetzen. Im dritten Beispiel hast du einen Wahrnehmungsraum so groß wie eine Kathedrale. Nanu, denkst du jetzt, warum hopst da ein Knallfrosch? Jetzt bestimmst du voll über deinen Raum, deine Emotion und Reaktion. Du bist ein selbstbestimmt mitschwingendes System.
Genau darum geht es bei der Bewältigung von Angst: den Raum zu erweitern und selbstbestimmt mitzuschwingen, statt in ungebremster Resonanz vom Geschehen mitgerissen zu werden. Denn der Punkt ist: Du kannst einen Auslöser wie eine Pandemie nicht vollständig vermeiden, selbst wenn du dich einrollst und keine Nachrichten mehr hörst. Auch Gedanken und Stimmungen sind Knallfrösche und das Leben ist voll von ihnen.
Yoga gegen Ängste: Erweitere den Raum deiner Akzeptanz
Um im physikalischen Bild von Resonanz zu bleiben, könnte man sagen: Um so weit und groß zu werden wie eine Kathedrale, musst du deine Frequenz, deine Schwingung erhöhen. So kannst du fühlen und mitfühlen, wirst dabei aber nicht an deine Grenze gebracht, sondern kannst gelassen bleiben. Darauf will auch Yoga hinaus: Anstatt wie ein Beruhigungsmittel die Dämpfung zu erhöhen, sich gegen alle Auslöser zu panzern und möglichst gefühllos zu machen, kann die Praxis deinen Akzeptanz-Raum erweitern. Wenn du nur wenig mit Ängsten zu tun hast, macht dich das gelassener in deinem Alltag und resilienter in Krisensituationen wie dieser. Bist du dagegen stärker davon betroffen, dann kann Yoga ein wertvoller Baustein der Bewältigung und Heilung sein.
„Furchtlosigkeit“: Das Titelthema im YogaWorld Journal 01/2025
Ängste sind ein weit verbreitetes Phänomen: Rund 15 Prozent der Deutschen gehen im Verlauf eines Jahres wegen einer Angststörung zum Arzt. Dazu kommen all jene, die sich damit abfinden, nun mal ein Angsthase zu sein, oder die hoffen, es ginge von alleine weg, wenn sie sich nur gut genug zusammenreißen. Damit ist die Angststörung die häufigste psychische Erkrankung, häufiger als Depression oder Burn-out. Glücklicherweise sind beide Phänomene inzwischen besser erforscht als noch vor wenigen Jahren. Die meisten Ärzte schicken einen nicht mehr mit einem Rezept für ein Beruhigungsmittel nach Hause, sondern empfehlen auch ganzheitliche Behandlungsmethoden – und immer häufiger heißt es: Übe Yoga gegen Ängste.
Yoga gegen Angst: Positiv und nebenwirkungsfrei
Eine Reihe von Studien hat in den letzten Jahren gezeigt, dass die Kombination aus geschulter Atmung und Körperhaltung gemeinsam mit der Geistesschulung durch Meditation sowohl kurz- als auch langfristig die psychisch-körperliche Gesundheit von Angstpatient*innen verbessert – und teilweise sogar vollständige Heilung bringt. Murali Doraiswamy, Professor für Psychiatrie und Verhaltensforschung an der US-amerikanischen Duke University sagte dazu in einem Interview: „Wenn es einen pharmazeutischen Wirkstoff gäbe, der ähnlich positiv und nebenwirkungsfrei wirkte wie Yoga, wäre das ein weltweiter Beststeller.“
Keine Vorkenntnisse – nur unseren Herzschlag und den Atem
Um mit Yoga emotionale Balance zu gewinnen, müssen wir nicht flexibel oder stark sein, auch nicht jung, fröhlich, energiegeladen oder bei guter Gesundheit. Wir müssen keinen Handstand oder Lotossitz beherrschen. Wir brauchen auch überhaupt keine Vorkenntnisse – nur unseren Herzschlag und den Atem. Diese beiden Werkzeuge entspannen und verankern uns im gegenwärtigen Moment. Wir steigern unsere Achtsamkeit und unser Körperbewusstsein. Schon 15 bis 30 Minuten Praxis zwei- oder dreimal pro Woche, ohne körperliche Verausgabung und besondere Vorbereitung, können ausreichen, um emotional ausgeglichener zu werden. Für anhaltendere oder intensivere Ergebnisse dürfen wir natürlich mehr üben.
So wirkt Yoga gegen Ängste
Dabei ist klar: Ein paar Asanas alleine bewirken nicht allzu viel, wirklicher Wandel geschieht erst, wenn wir den vollen klassischen Yogaweg ausschöpfen. Dabei spielen neben Pranayama und Meditation vor allem auch Gedankenlenkung und Selbsterkenntnis eine wichtige Rolle. In dieser Kombination setzt die Praxis einen Entwicklungsprozess in Gang, der einen von den erlernten negativen Glaubenssätzen über sich selbst und von eingefahrenen Verhaltensmustern befreien kann.
Yoga gegen Ängste: So wirken die einzelnen Teile der Yogapraxis
Asana
Wenn wir Angst haben, verändern sich Körperhaltung, Mimik und Gestik. Unsere Stimme klingt schrill und wir bewegen uns anders, oft verkrampfter, manchmal aber auch kraftlos. Asanas entspannen einen erhöhten Muskeltonus und stimulieren einen herabgesetztem Tonus. Die intensiven Dehnungen bauen zudem fasziale Spannungen ab und steigern die Durchblutung der Gewebe. Das alles führt zu einem Gefühl innerer Ausgeglichenheit und Stabilität. Man kann aber auch noch gezielter arbeiten: Bestimmte Rückbeugen oder Hüftöffner zum Beispiel lösen Schon- und Fehlhaltungen auf, die entstehen, wenn der Körper sich durch Panik und Angst zusammenzieht und auf Flucht einstellt.
Das längere Halten einer Asana beruhigt den Sympathikus, jenen Nervensystemteil, der die Angst aufrechterhält, und es aktiviert den Parasympathikus, der sie lindert. Deswegen solltest du im Zusammenhang mit Ängsten und Verunsicherung jede Haltung mindestens 30 Sekunden lang einnehmen, besser noch länger. Bleiben wir nämlich mehrere Minuten lang in einer Haltung – selbst wenn sie unbequem ist –, dann lernen wir, auch unangenehme Gefühle besser auszuhalten und das gibt uns die Kontrolle über unsere Emotionen zurück.
Pranayama
Mit Pranayama lernen wir, die Lebenskraft bewusst wahrzunehmen und zu kanalisieren. Geist und Atem sind dabei untrennbar miteinander verbunden: Ist der Atem unruhig, so ist es auch unser Geist – und umgekehrt. Beruhigen wir also gezielt den Atem, so beruhigen wir zugleich auch immer den Geist. Man kann das sogar messen: Die konzentrierte Beobachtung und Kultivierung eines ruhigen, gleichförmigen Atems senkt Cortisolwerte und erhöht dabei die Serotonin-, Dopamin und Endorphinkonzentration. Zusätzlich bauen wir durch positive Ergebnisse unseren Selbstwert auf: Ich kann langsam durchatmen, wann immer ich es möchte – und es wirkt sofort. Ich habe es in der Hand!
Übung: Bei der sogenannten Quadratischen Atmung rhythmisierst und vertiefst du den Atem, indem du mit dem Puls mitzählst: Einatmen-zwei-drei-vier, Halten-zwei-drei-vier, Ausatmen-zwei-drei-vier, Halten-zwei-drei-vier. Wenn das stressig ist oder du kurzatmig bist, nimm statt dessen drei Pulsschläge, man kann sich aber auch auf sechs oder zehn Zähler steigern – ganz individuell. Auch die Dauer richtet sich nach deinem Gefühl, es können 2 Minuten sein, aber auch 4 oder 10. Eine weitere Übung, wie Yoga gegen Ängste helfen kann, ist die 4-7-8 Atmung – sie hilft übrigens auch gegen Schlafstörungen.
Körperlich gestärkt und beruhigt durch Asana und Pranayama kann nun Dharana weiterhelfen, die yogische Gedankenlenkung. Hier geht es darum, nicht länger grässliche Zukunftsbilder aufzubauen, sondern positive Impulse zu setzen. Angenommen, du machst eine Diät, sitzt vor einer Torte, starrst sie an und wiederholst: „Ich will keine Torte, ich will nicht dick sein, ich will nicht schwach sein.“ Indem du dich dem Anblick aussetzt, aber nicht nachgeben möchtest, vergeudest du wertvolle Kraft. Gehe stattdessen raus und beschäftige dich mit etwas anderem, dann vergisst du die Torte einfach und willst sie auch nicht. So ist es auch mit der Angst: Wenn wir lernen, unsere Wahrnehmung in eine bestimmte Richtung umzulenken, bleiben wir trotz aufkeimender Angst handlungsfähig und aktiv.
Dabei ganz wichtig: Das Unterbewusstsein versteht kein „nicht“. Statt sich also vorzunehmen, jetzt besser keine Angst zu haben, oder sich angsterfüllte Zukunftsbilder auszumalen, um sie sofort wieder abzulehnen, müssen wir unseren Geist und unsere Konzentration auf etwas Positives ausrichten. Es kommt auf die Perspektive an: Statt „gegen die Angst“ (Torte) sagst du „für die Freiheit“ (Spaziergang). Dafür bieten sich verschiedene Methoden an, etwa Traumreisen, Autosuggestion, Mantras, Affirmationen oder Positive Thinking.
Übung: Was ist ein wiederkehrendes Angstbild für dich? Vielleicht: „Ich bin zu dick, ich sehe mich aufgequollen und unglücklich in einem schlecht sitzenden Kleid“? Oder: „Ich drehe durch, wenn ich wegen des Virus wochen- oder gar monatelang Ausgangssperre habe“? Wenn wir diese Erwartung ständig vor dem geistigen Auge haben, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es genau so kommt: Es ist bewusst oder unbewusst das Ziel, auf das wir zusteuern. Wie aber würde diese Szene aussehen, wenn alles gut wäre? „Ich trage ein schönes Kleid, das mir schmeichelt, und ich fühle mich gut.“ Oder: „Ich komme in dieser Zeit zur Ruhe. Ich sehe mich beim Spazierengehen: Mein Gang ist kraftvoll, ich lächle und wirke zufrieden.“
Stelle dir dieses Bild möglichst detailliert vor. Konzentriere dich darauf, bis du es im Hier und Jetzt genauso plastisch erlebst, wie du auch die Angst plastisch erlebst. Dafür brauchst du vielleicht etwas Zeit und Geduld. Trauer, Tränen und Ängste können aufkeimen, weil es so unrealistisch erscheint. Bleibe dennoch beharrlich. Deine vorgestellte Szene ist nicht jenseits der Welt, sie ist möglich. Und wenn du sie genau gesehen und die positiven Aspekte daran erkannt hast, sind das neue Ziele und du kannst sie erreichen.
Die Mainzer Yogalehrerin ANNA KRAMER coacht Menschen mit einer Kombination aus Yoga und der Mind-Walking-Methode. Aus ihrer langjährigen Erfahrung mit Angstpatient*innen hat sie gemeinsam mit der Yogalehrerin Karo Wagner ein Buch gemacht: „Yoga bei Angst und Panikattacken. Selbsthilfe und Heilung“ (Via Nova, 2019). Mehr über die beiden und Yoga gegen Ängste findest du auf mindwalking.de und haeppyday.com.
Bedeutet Hingabe ans Leben, dass wir unseren Verpflichtungen nachkommen, alle Bälle in der Luft halten und vollen Einsatz bringen sollten? Unsere Expertin für Yogaphilosophie im Alltag hält das für ein grobes Missverständnis. Sie ermutigt zu täglichen kleinen Hingabe-Übungen, die vor allem eins bewirken: Erholung im Hier und Jetzt.
Text: Rina Deshpande / Titelbild: Elena Nikonova von Getty Images via Canva
In „surrender„, dem gebräuchlichsten englischen Wort für das, was wir im deutschen Yoga mit „Hingabe“ beschreiben, schwang für mich lange Zeit eine Geste der Unterwerfung mit: die Schlachten sind gekämpft und nach großen Anstrengungen, Schmerzen und Verlusten bleibt nur noch eines: loslassen und sich ergeben. Auch die deutschen Begriffe „Ergebung“ und „Hingabe“ wurden historisch oft mit Niederlage oder Unterordnung gleichgesetzt. Diese westliche Prägung verfälscht die Bedeutung dessen, was wir im Yoga unter Hingabe verstehen, erheblich. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich das Konzept „Hingabe“ in meinem eigenen Leben und Üben eher in Form häufigerer, rhythmisch wiederkehrender Praktiken erforscht habe.
Im Hamsterrad
Engagierte, inspirierte Menschen sind es gewohnt, nach vorn zu schauen, immer neue Projekte anzustoßen und voranzutreiben, soziale Meilensteine zu setzen und sich Lob und Auszeichnungen zu erwerben. Körper und Geist entwickeln sich dabei weiter und gewinnen an Kraft, aber wenn wir uns nicht genügend Raum lassen, entstehen bei dieser Art von persönlicher Entwicklung oft auch Spannungen.
Ich habe das selbst so erlebt: Seit ich 18 Jahre alt war, habe ich selbst für meinen Lebensunterhalt gesorgt. Zwischen 9 Uhr abends und 1 Uhr früh arbeitete ich in einem Studenten-Zentrum, während ich tagsüber an der Uni Leistung bringen musste, um mein Stipendium nicht zu verlieren. Nach meinem Abschluss habe ich mich sogar noch mehr reingehängt. Ich bereue all das nicht, ich habe dabei viele sinnvolle Dinge gelernt und getan, aber es gab auch immer wieder Phasen,wo der Stress sehr ungute Formen annahm. Und obwohl ich willentlich nicht loslassen und mich ergeben wollte: Mein Körper forderte es ein und erzwang eine Art von Hingabe, mit der ich alles andere als einverstanden war – ich wurde immer wieder krank.
Foto: pixelshot via Canva
Warum läuft das so? Warum machen wir nicht ganz einfach öfter mal Pause? Soziale Normen, Erziehung und die moderne Technologie sind einige der Gründe dafür. Als Kind und Jugendliche habe ich in meinem Elternhaus und in der Schule gelernt, dass ich das Leben erst genießen darf, nachdem ich meine Hausaufgaben und andere Pflichten erledigt hatte. Das hat natürlich einen gewissen Wert, ich habe mir zum Beispiel nie angewöhnt zu prokrastinieren und dann in Last-Minute-Arbeiten zu versinken.
„Wenn wir uns hingeben, verlieren wir nicht die Kontrolle. Vielmehr geben wir die Illusion auf, das Leben kontrollieren zu können.“
Zugleich hat sich aber die Vorstellung bei mir eingebrannt, dass Ruhe und Entspannung nur dann stattfinden dürfen, wenn wirklich alle Arbeit getan ist. Das mag für kleinere Kinder, deren Pflichten in der Regel überschaubar sind, noch sinnvoll sein, aber schon als junge Erwachsene hatten sich bei mir eine Menge Verantwortungen angesammelt: Studium, Nebenjob, meine Wohnung mitsamt der zu bezahlenden Rechnungen und dem Haushalt … Die Momente, wo alle Pflichten erledigt sind, wurden schlicht immer seltener.
Ein weiterer Faktor ist die moderne Kommunikationstechnologie, die auf verschiedenen Ebenen Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und -Performance einfordert. Sogar Freizeit und Urlaub sollen auf eine gewisse Art in den sozialen Medien „vorzeigbar“ sein – und entwickeln sich dann häufig zum genauen Gegenteil von Rückzug und Erholung. Bei mir führte dieser Mix aus Erziehung und digitaler Vernetzung dazu, dass ich ständig am Rotieren war und meine gesamte Energie aufwenden musste, um in diesem Hamsterrad zu bestehen. Irgendwann wurde mir klar, dass das eine ziemlich verquere Form von Hingabe ist. Und je mehr ich unterrichte und forsche, desto deutlicher sehe ich diese erschöpfenden Muster auch bei meinen Mitmenschen.
Leben heißt: Rhythmus
Ein weiterer Grund, warum wir die Zügel des Lebens oft nicht loslassen können und uns dem, was ist, hingeben, liegt in der Furcht vor Kontrollverlust, vor allem dann, wenn wir so motiviert und engagiert sind, wie ich es beschrieben habe. Wenn wir täglich mit so vielen Bällen jonglieren – die Familie unterstützen, im Job vorankommen, die Rechnungen zahlen, ein Essen auf den Tisch bringen –was passiert dann, wenn wir auf einmal loslassen? Fallen uns all die Jonglierbälle dann nicht auf den Kopf? Genau aus diesem Grund empfehle ich, Hingabe weder als vollen Einsatz noch als Praxis des Loslassens zu sehen, sondern als eine fortwährende, rhythmische Praxis, die wir jeden Tag in vielen kleinen Momenten üben.
Foto: undefined undefined / Getty Images via Canva
Genau das gibt uns nämlich schon unser Herzrhythmus vor: Das Herz von Menschen und Tieren ist, einer wunderbaren, universellen Intelligenz folgend, so programmiert, dass es nach jeder Systole (Kontraktion und Pumpbewegung) eine Diastole (Entspannung und Rückfluss) erlaubt. Diese Begriffe aus der Herzmedizin beschreiben etwas, das in jedem von uns ein Leben lang, Tag und Nacht abläuft: Die Herzkammern müssen ebenso sehr erschlaffen und sich mit Blut anfüllen, wie sie sich zusammenziehen und das Blut weiterpumpen müssen. Folgen sie diesem Muster nicht, wird es schnell lebensbedrohlich. Eigentlich ist es überall so: Auch der Mond nimmt unaufhörlich zu und dann wieder ab, auf Flut folgt Ebbe, wir atmen ein und aus, wir treiben Dinge voran und lassen sie auch wieder los – es ist ganz einfach der Rhythmus der universellen Lebenskraft.
Und damit kommen wir zum Yoga. Ich habe es mir zu Aufgabe gemacht, eine Brücke zu bauen zwischen den alten Lehren des Yoga, mit denen ich als indischstämmige US-Amerikanerin aufgewachsen bin, und der modernen westlichen Kultur und Wissenschaft. Daher weiß ich: Es ist zwar schwierig, alte Gewohnheiten abzulegen und neue einzuüben, aber die modernen Erkenntnisse der Neuroplastizität beweisen, dass es alles andere als unmöglich ist: Wir können immer umlernen. Lasst uns also neu definieren, was es bedeutet, sich dem Leben hinzugeben, lasst uns erforschen, was wir dabei entdecken und gewinnen können, wenn wir Hingabe nicht als „vollen Einsatz“ verstehen, sondern in kleinen, rhythmischen Übungen praktizieren, die uns durch unseren Alltag begleiten.
Hingabe-Übungen für den Alltag
1. Bestandsaufnahme: Beobachte dich während des Tages: Wann machst du wirklich Pause und machst Platz für Ruhe und Erholung? Damit meine ich nicht, dass du nach der Arbeit die Kinder von der Schule abholst, ein Video über Selbstverwirklichung auf Youtube anschaust oder lieben Menschen WhatsApp-Nachrichten schreibst, denn all das bedeutet, dass du geistig und körperlich weiter auf hohen Touren läufst. Allein diese ehrliche Bestandsaufnahme könnte dazu führen, dass du Mitgefühl für deinen hart arbeitenden Geist und Körper entwickelst und dich dafür zu interessieren beginnst, wie und wo du im Alltag loslassen und dich dem Moment hingeben könntest. Schau auf dich selbst wie auf ein kleines Kind oder ein Haustier, das – genau wie du – Zeiten der Ruhe und Entspannung braucht, um gesund zu sein und sich gut zu entwickeln.
2. Mini-Hingabe-Moment jetzt gleich: Übe gleich jetzt mit mir. Leg das Heft oder das Gerät, auf dem du liest, beiseite, lass deine Handflächen entspannt auf deinen Oberschenkel ruhen und atme mindestens drei Mal bewusst ein und aus, bevor du weiterliest.
3. Hingabe im Gespräch: In politisch aufgeheizten Zeiten gleiten Gespräche nicht selten in belehrende Vorträge ab, anstatt gemeinsame, verbindende Erfahrungen zu sein. Mach dir bewusst, ob du auch etwas erfahren willst, oder dir in Wirklichkeit nur wünschst, dass dein Gegenüber deine Überzeugungen bestätigt? Was könntest du lernen, wenn du dir vornimmst, einfach mal aufmerksam und vorbehaltlos zuzuhören?
4. Hingabe in der Stellung des Kindes: Kinder sind unglaublich leicht zu beeindrucken und sie wachsen unaufhörlich – ganz egal ob sie gerade spielen oder sich ausruhen. Balasana, die Stellung des Kindes, erinnert uns mit ihrer physischen Form des Loslassens und der Hingabe daran, dass all das, was wir lernen und tun, auch in unser System integriert werden muss.
5. Hingabe-Geste: Namaskara, die leichte Verneigung mit aneinander gelegten Händen, ist eine hinduistische Geste, mit der wir unsere Demut gegenüber göttlichen Mächten zum Ausdruck bringen. Vor dieser allwissenden, das Universum seit Jahrtausenden belebenden Kraft sind wir selbst als erwachsene Menschen wie Kinder.
Yogische Hingabe
Foto: Elina Fairytale via Canva
In der Philosophie des Yoga bedeutet Hingabe eine alte, sehr nützliche Praxis von Loslassen, Akzeptanz und Ruhe. Das kann zum Beispiel die Form eines Ruhens in friedlicher Präsenz annehmen, wie sie die Bhagavad Gita beschreibt:
„Gib dich Ihm mit deinem ganzen Sein hin, Arjuna, Sohn des Bharat. Dank Seiner Gnade wirst du reinen, ewigen Frieden erlangen.„
(Bhagavad Gita, Kapitel 18 Vers 62, 62, übersetzt nach der englischen Übersetzung auf: holy-bhagavad-gita.org)
Nach hinduistischem Verständnis ist Yoga eine spirituelle Praxis. Das bedeutet: Wenn wir uns hingeben, verlieren wir nicht die Kontrolle. Vielmehr geben wir die Illusion auf, das Leben überhaupt kontrollieren zu können. Stattdessen üben wir uns darin, in Gott oder anders gesagt in eine universelle, höhere Kraft zu vertrauen. So wie das Herz darauf vertraut, dass auf jede Kontraktion eine Entspannung folgt, die es wieder mit frischem Blut füllen wird. Aufs Leben übertragen bedeutet das, dass wir uns zwar ernsthaft bemühen und unser Bestes geben, uns zugleich aber immer wieder daran erinnern, dass da noch eine viel größere Macht am Werk ist. Mit anderen Worten: Hingabe zu üben bedeutet, Bescheidenheit zu üben.
In dieser Zweiheit von Anstrengung und Loslassen liegen auch große Vorzüge für Körper und Geist. Denn auch wenn wir es uns oft nicht eingestehen wollen: Wir brauchen Phasen der Ruhe, des Loslassens und Abwartens. In Phasen des Stillhaltens können wir – zum Beispiel nach einem Knochenbruch – regenerieren und heilen. Nur so werden wir die Stabilität finden, die wir brauchen, um uns für neue Erfahrungen zu öffnen. Während ich diese letzten Sätze schreibe, wird mir klar, dass ich schon eine ziemlich lange Zeit an meinem Schreibtisch sitze und konzentriert arbeite. Bevor ich mir meinen Text noch einmal durchlese und an ihm feile, werde ich also meinen eigenen Ratschlägen folgen: Ich lasse erst mal wieder los, gebe mich ganz der Gegenwart hin und bin präsent. Nach dieser Pause geht es mit neuer Frische weiter …
Rina Deshpande lehrt, erforscht und schreibt seit über 15 Jahren über Yoga und Achtsamkeit. Ihre Artikel erschienen bei uns, Huffington Post, Self Magazine und vielen anderen. Außerdem hat sie 2022 ein Kinderbuch verfasst und selbst illustriert: „Yoga Nidra Lullaby„. Erfahre mehr über Rina und besuche sie auf ihrer Website oder ihrem Instagram-Account @rinathepoet
In diesem Artikel von Rina Deshpande erfährst du, warum es auch gut ist, ab und an seine Sinne zurückzuziehen:
Miriam Wessels verbindet als Yogalehrerin, Osteopathin und FASZIO®-Entwicklerin wissenschaftliche Expertise mit spiritueller Tiefe. Sie ist Autorin zahlreicher Cupping-, Yoga-, Faszien-Bücher.
Workshop: „Yoga meets Cupping – wenn Bewegung auf Faszienarbeit trifft“
45 Min. Workshop mit Vortrag
Stell dir vor, deine Yogapraxis könnte noch tiefer gehen – nicht nur durch Asanas, sondern durch gezielte Faszienarbeit, die genau dort ansetzt, wo Verklebungen deine Bewegungsfreiheit einschränken. Genau hier verbindet sich die jahrtausendealte Kunst des Cupping mit modernem Yoga zu einer kraftvollen Synergie.
Während Yoga deine Faszien durch Dehnung und Bewegung anspricht, löst dynamisches Cupping Verklebungen gezielt dort, wo sie entstanden sind – im Bindegewebe. Diese Kombination schafft, was keine Methode allein erreichen kann: nachhaltige Geschmeidigkeit, tiefe Entspannung und neue Bewegungsfreiheit.
In diesem Workshop erfährst du, wie du Cupping vor, während oder nach deiner Yogapraxis einsetzen kannst, um Blockaden zu lösen – ob im verspannten Nacken vor dem Schulterstand, in verhärteten Hüften vor der Taube oder im unteren Rücken für tiefere Vorwärtsbeugen. Du lernst, wie die sanfte Saugwirkung das Gewebe öffnet, Durchblutung fördert und deine Asanas auf ein neues Level hebt.
Doch Cupping und Yoga wirken nicht nur körperlich: Beide Methoden beruhigen das Nervensystem, fördern innere Balance und lassen dich von innen strahlen. Gesichtsschröpfen kombiniert mit Atemtechniken aus dem Yoga unterstützt natürliche Verjüngung, während Körper-Cupping nach der Praxis Regeneration beschleunigt und Stress abbaut.
Das erwartet dich:
Faszien verstehen: Warum Yoga und Cupping perfekt zusammenpassen
Praktische Integration: Cupping-Techniken für typische Yoga-Problemzonen (Schultern, Hüften, Rücken)
Bewegung meets Behandlung: Wie du Cupping mit aktiven Dehnungen verbindest
Beauty & Resilienz: Gesichtsschröpfen für natürliche Ausstrahlung und Nervensystem-Balance
Selbstanwendung: Einfache Techniken für deine tägliche Praxis
Für wen?
Yogalehrer*innen, Yogis mit Neugier für Faszienarbeit, Therapeut*innen und alle, die ihre Praxis ganzheitlich erweitern möchten.
Erlebe, wie Cupping deine Yogapraxis transformiert – körperlich, emotional und spirituell.
Miriam Wessels auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart:
Freitag, 10. April // 11:15 – 12:00 Uhr // Yoga meets Cupping – wenn Bewegung auf Faszienarbeit trifft // Ganesha Yogaspace
Samstag, 11. April // 17:15 – 18:00 Uhr // Yoga meets Cupping – wenn Bewegung auf Faszienarbeit trifft // Ganesha Yogaspace