Manchmal ist am Ende nicht alles gut – was trägt in Krisen?

Yoga verspricht Transformation und inneres Wachstum. Aber hält es dieses Versprechen auch dann, wenn das Leben mal nicht in ruhigen Bahnen verläuft, sondern eher einer stürmischen See gleicht? Kann die Praxis helfen, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern produktiv zu nutzen?

Text: Stephanie Schauenburg, Christina Raftery / Titelbild: Engin Akyurt via Pexel

Wenn die gewohnten Problemlösungsstrategien nicht mehr greifen, verengt sich die Wahrnehmung, man schwankt zwischen Panik, Wut und Hilflosigkeit. Man schläft schlecht, ist anfällig für Krankheiten und kann das Karussell beängstigender Gedanken kaum noch stoppen – geschweige denn umsichtig handeln. Plötzlich packen einen Emotionen, die man vorher nicht kannte oder niemals zugelassen hätte. Depression, Aggression, Selbsthass, Verzweiflung.

Auch wenn Krisen sehr verschiedene Gesichter haben, eines ist ihnen allen gemein: Sie gehen vorbei. Die griechische Wurzel des Wortes „Krisis“ bedeutet „Entscheidung“ und so definiert sich auch die Krise als eine entscheidende Wendung, als ein Höhe- oder Wendepunkt, an dem sich eine schwierige Lage auf die eine oder andere Weise auflöst. Am besten natürlich in einer Entwicklung zum Guten. So gesehen stimmt das berühmte Zitat von Max Frisch: „Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

Aber was kann man tun, damit eine Krise tatsächlich produktiv und transformierend ist und eben nicht in eine Katastrophe mündet? Ist Yoga eine Hilfe? Können Menschen, die Yoga praktizieren, besser durch Krisen manövrieren? Shivakami Bretz sagt: „Ja, davon bin ich überzeugt.“ Die Heilpraktikerin für Psychotherapie hat bei Yoga Vidya den Bereich Psychologische Yogatherapie aufgebaut und leitet dort seit vielen Jahren Ausbildungen und Workshops zu diesem Thema. In ihren Augen enthält eine ganzheitliche Yogapraxis aus Hatha (körperlichem Üben), Kundalini (Energiearbeit), Karma und Bhakti (spirituelle Dimension), Raja und Jnana Yoga (ethisch-geistigem Weg) alle wesentlichen Elemente, um Selbstliebe, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwicklen und einen Menschen innerlich frei zu machen.

Wenn ich mich unter befreundeten Yogi*nis umhöre, sind die Meinungen über die Wirksamkeit von Yoga eher geteilt. Nicole glaubt, dass sie es ohne Yoga niemals geschafft hätte, ihr Herz offen zu halten und sich ihren Problemen so zu stellen, dass wirkliches Wachstum möglich wurde. Erst seit sie auf ihrem Yogaweg ist, gelingt es ihr, einen freundlichen, mitfühlenden Blick auf ihre schwierige Familie zu werfen und ihren eigenen Weg zu finden. Steffi meint dagegen, dass ihr die regelmäßige Asana-Praxis während ihrer beruflichen Krise zwar Halt geboten hat, trotzdem war Yoga für sie keine Lösung: „Dieses große Aha-Erlebnis, von dem alle sprechen, habe ich nie erlebt. Für mich waren andere Dinge viel entscheidender als Yoga.“

Manchmal kann Yoga in Zeiten der Krise sogar problematisch sein. Dann nämlich, wenn die Idealvorstellung von tiefenentspannten, über den Dingen stehenden Yogi*nis im deutlichen Widerspruch zum eigenen Gefühlschaos steht. In diesem Spannungsfeld bringt Yoga nicht unbedingt Entlastung, es erzeugt eher zusätzlichen Druck. „Warum haut dich das jetzt so um“, wird man dann gefragt, „du machst doch Yoga, du müsstest doch gelassen damit umgehen können?“ Vor allem als Yogalehrer*in kann man seinen Schülern oft nur schwer vermitteln, dass man innerlich vielleicht nicht ganz so frei und geläutert ist, wie man es dem Klischee zufolge nach jahrelanger Praxis sein müsste. Dass es einem schlecht geht, dass man schlingert und hadert und womöglich nicht ohne Weiteres in der Lage ist, sein Problem ruckzuck in persönliches Wachstum umzumünzen.

Auch deshalb ist es so wichtig, Yoga immer wieder aus dem unseligen Kontext der Selbstoptimierung herauszulösen. Ja, es geht um Transformation, aber nicht um Perfektion. Wir üben im Yoga Akzeptanz, Geduld und Selbsterkenntnis. Dahinter steht jedoch gerade kein Zwang, gelassener, gesünder und glücklicher sein zu müssen. Auch für einen Yogi ist das Leben nicht immer leicht – und kann es auch nicht sein. Leid und Schmerz sind Tatsachen, unausweichliche Bestandteile des Lebens. Wir müssen damit umgehen. Dieses Umgehen mit dem Leben üben wir im Yoga auf vielfältige Weise. Dennoch „imprägniert“ uns auch eine ernsthafte, hingebungsvolle Praxis nicht zwangsläufig gegen kleine und großen Krisen. Je mutiger wir dieser Tatsache ins Auge sehen, desto besser wird es uns gelingen, im Spiegel unserer Krisen und Dramen zu erkennen, wer wir eigentlich sind. Auf diese Weise wachsen wir dem eigentlichen Ziel von Yoga entgegen: der Entfaltung von Bewusstsein.

Wie Yoga hilft

Auch wenn es falsch wäre, Yoga auf ein Instrument der Selbsthilfe zu reduzieren: Die Praxis kann helfen, sich besser für Krisen zu wappnen und geschmeidiger durch sie hindurch zu manövrieren. Dafür bietet die Praxis sehr konkrete Unterstützung – und das auf mehreren Ebenen:

1. Bewegung

Sportwissenschaftler und Psychologen sind sich seit langem einig: Körperliche Bewegung baut Stress ab und hellt die Stimmung auf. Neueren Studien zufolge wirkt Bewegung wie ein natürliches Antidepressivum. Für Yoga gilt das offenbar in noch höherem Maß als für sportliche Betätigung. Laut einer 2017 im Journal of Alternative and Complementary Medicine erschienenen Studie kann eine Kombination aus Asana und Pranayama die Beschwerden der Major-­Depression nicht nur lindern, sondern sogar fast zum Verschwinden bringen. Nach einem 12­-wöchigen Programm mit je drei 90­-minütigen Unterrichtseinheiten plus viermal wöchentlich 30 Minuten Home Practice sank der individuelle Index der Beschwerden im Schnitt von 24,6 Punkten auf 6 – und damit unter die Schwelle der Depression (8 Punkte).

Ähnliche Effekte sind sicher auch in Lebenskrisen denkbar. Die Wirkweisen, die dem zugrunde liegen, hat auch jeder gesunde Yogi schon am eigenen Leib erfahren. Etwa dass ein stabiler und flexibler Körper auch mental stabiler und anpassungsfähiger macht. Die inzwischen auch wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass Emotionen nicht nur im Gehirn, sondern im gesamten Körper „stattfinden“ und „gespeichert“ werden, ermöglicht es umgekehrt auch, über den Körper die Psyche anzusprechen. Wir spüren das, wenn wir uns in Stehhaltungen erden und stabilisieren, wenn Rückbeugen das Herz öffnen oder wenn wir in Vorwärtsbeugen Hingabe üben. Das in der Asana-­Praxis verfeinerte Gefühl für diese Verbindung von Körper und Geist hilft, sich auch in Alltagssituationen achtsamer zu bewegen und buchstäblich bewusster „durchs Leben zu gehen“.

2. Entspannung

Nicht umsonst zählen die deutschen Krankenkassen Yogakurse innerhalb ihrer Präventionsangebote zum Bereich „Entspannung“. Neben der Linderung von Rückenschmerzen ist Entspannung der bekannteste und am besten belegte Effekt der Praxis. Der große Vorteil von Yoga im Vergleich zu reinen Entspannungstechniken ist seine Ganzheitlichkeit: Muskeln, Faszien, Organe, Nerven, Atem und Geist – im Yoga lernen wir Entspannung auf allen Ebenen. Dabei spielt die Verbindung von Atemlenkung, Bewegung und Konzentration eine entscheidende Rolle. Der Yogalehrer Patrick Broome (siehe unten) sagt:

„Ein unruhiger Verstand ist immer von einem unruhigen Atem begleitet. Aus dieser Erkenntnis wächst die Idee, dass wir ruhiger werden, wenn wir ruhiger und weniger atmen. Im Yoga nutzen wir sorgfältig die Mechanismen der Anatomie, um den Atem zu bewegen und damit eine beruhigende und klärende Wirkung auf unseren Verstand auszuüben. Richtig angewendet können Atem, Bewegung und Bewusstheit Körper und Verstand in einen entspannten Zustand zurückversetzen.“

Dieser Zustand ist eine wichtige Voraussetzung, um auch in Krisen Klarheit und Halt zu finden und handlungsfähig zu bleiben.

3. Selbsterforschung

Selbsterforschung beginnt im Yoga schon damit, dass man dem Widerstand, den man einer bestimmten Asana gegenüber vielleicht empfindet, nicht einfach nachgibt, sondern sich für ihn interessiert: Warum sträubt sich alles in mir, minutenlang in Pashchimottanasana zu verharren? Umgekehrt beobachten wir auch unsere freudigen Reaktionen: Wie feuert mich das Lob meiner Lehrerin an? Was fördert meine Konzentration? Jede einzelne Übung – sei es nun Asana, Pranayama oder Meditation – bietet Gelegenheit, sich selbst zu begegnen. Dabei erkennt man mit der Zeit, wie sich gedankliche Bewertungen über die eigentliche Empfindung legen, wie bestimmte Denkmuster uns steuern und welche dieser Muster uns wie stark prägen. Im Raja Yoga, dem klassischen Yoga auf Grundlage von Patanjalis Yogasutra, spielt diese Selbsterforschung eine zentrale Rolle. Was erzeugt Leid? Wo verstricke ich mich? Wie kann ich mich aus festgefahrenen Verhaltensmustern befreien?

Podcast mit Dr. Eckard Wolz-Gottwald über Patanjalis Yogasutras

Auch die anderen großen Traditionen der Yogaphilosophie fordern uns auf verschiedene Weise auf, uns selbst besser kennenzulernen: Bhakti­ Yoga öffnet das Herz, fördert Hingabe und Urvertrauen. Karma­ Yoga lehrt, egoistische Begrenzungen fallen zu lassen und Erfüllung im selbstlosen Dienen zu finden. Und im Jnana ­Yoga nutzen wir den Intellekt, um den wichtigen Lebensfragen auf den Grund zu gehen. All diese Wege haben ein gemeinsames Ziel: Sie fördern über den Weg der Selbsterforschung Akzeptanz und Achtsamkeit, sie machen uns offener und durchlässiger und sie verhelfen uns zu mehr Selbstliebe und Bewusstsein – alles wichtige Elemente, um sich in Krisen nicht zu verschließen, sondern sich mit mutigem Herzen für Veränderung und Wachstum zu öffnen.

4. Sinngebung

„Warum ich?“ „Warum ausgerechnet jetzt?“ Häufig ist die Sinnfrage eines der quälendsten Elemente einer Krise. Umgekehrt gilt aber auch, dass Antworten auf diese Fragen entscheidend dazu beitragen, an einer Krise nicht zu zerbrechen, sondern zu wachsen. Auch Shivakami Bretz von Yoga Vidya ist überzeugt: „Die Sinnfrage ist ein wichtiger Aspekt. Wenn man versteht, dass man aus allem lernen kann, wenn man die größeren Zusammenhänge sieht und erkennt, dass man selbst sein Schicksal beeinflussen kann, anstatt ihm ausgeliefert zu sein, dann kann sich das in einer Krise sehr entlastend auswirken.“

Diese Grundhaltung des „Aus-­allem-­Lernens“ ist einer der Grundpfeiler der Yogapraxis: Nicht umsonst sind gerade diejenigen Yogastunden die kostbarsten, in denen wir das Gefühl haben, etwas gelernt oder erfahren zu haben – sei es nun ein kleines Detail oder eine tiefe Erkenntnis. Zu den elementarsten Erfahrungen gehört dabei das Gefühl des Verbunden-­ oder Angebundenseins, das Yoga ja schon im Namen trägt. Nicht selten erlebt man diese Verbundenheit mit etwas Größerem, zutiefst Sinnhaftem schon in einfachen Asanas, erst recht aber in den subtileren Praktiken wie Pranayama, Meditation, Mantra oder der energetischen Arbeit mit Chakras, Vayus und Koshas.

Ob man dieses Erleben nun religiös deutet, philosophisch oder psychologisch, ob man mit Dingen wie Karma und Reinkarnation etwas anfangen kann oder nicht, ob man von Gottvertrauen sprechen würde oder eher von Urvertrauen, ist nicht so entscheidend. Eine spirituelle, also geistige Ebene ist im Yoga auf die eine oder andere Art immer enthalten und in ihr liegt das Potenzial – und der Aufruf – zur Sinngebung.


„Manchmal wird am Ende nicht alles gut.“

Dr. Patrick Broome
Dr. Patrick Broome
Dr. Patrick Broome

Patrick Broome hat nie einen Hehl aus seinen persönlichen Krisen gemacht. Gerade weil er als prominenter Lehrer seit Jahren im Rampenlicht steht, ist es ihm wichtig, klarzumachen, dass Yoga kein Allheilmittel ist – aber eine kraftvolle Medizin.

„Seit nun fast 30 Jahren bewahrt mich Yoga davor, endgültig durchzudrehen. Es hat mir immer geholfen, mich durch die eine oder andere persönliche, gesundheitliche und beziehungstechnische Krise zu navigieren. Es hat mich dabei weder geheilt, noch heiliger werden lassen, aber zuverlässig immer wieder im richtigen Augenblick geerdet, beruhigt und mir Kraft gegeben, die Schritte zu machen, die nötig waren, um mich aus dem Schlamassel rauszuholen. Der Überlieferung nach ist Yoga gerade aus dem Umstand entsprungen, dass eben nicht immer alles gut ist oder am Ende immer gut wird. Yogis fanden Wege, den eigenen Verstand so zu fokussieren, dass sie ruhig und gelassen handeln konnten, fast unabhängig von äußeren Umständen, inneren Sorgen, persönlichen oder gesellschaftlichen Krisen. Tiefer, gleichmäßiger Atem hilft, den inneren Dialog zu verlangsamen. Das genügt erst mal, um den Raum zu schaffen, in dem wir wachsen können. Raum, um klare Gedanken zu fassen und achtsam und bewusst mit unserer Umwelt zu interagieren. Für uns moderne Menschen ist bewusste Atemkontrolle vielleicht das beste Instrument, um die Gedanken zu beruhigen, Stress zu reduzieren und zunehmende Klarheit und Stabilität im Denken zu erzielen. Falls wir in Krisen dennoch verzweifeln, lehrt uns der indische Mystiker Osho drei einfache Regeln: entspannt sein, wach sein und nicht urteilen. Um dort anzukommen, nutzen wir die Stufen des achtsamen Wandels: Problem erkennen, Problem annehmen, Problem erforschen und schließlich aufhören, uns über dieses Problem zu identifizieren. Nur wenn wir handlungsfähig bleiben, können wir aus der Krise schließlich hinauswachsen.“


Als Yogalehrer der deutschen Fußballnationalmannschaft ist PATRICK BROOME wohl einer der wenigen Yogis, die auch außerhalb der Yogawelt bekannt sind. Er betreibt in München seine Studios und bildet seit vielen Jahren Yogalehrer aus. patrickbroome.de


Podcast-Folge mit Dr. Patrick Broome

Dr. Patrick Broome über die Grundlagen von Yoga.

Prof. Michael Bordt und Yogalehrerin Patricia Thielemann über „Heilung“

Über das Thema „Krisenhelfer“ und was uns in Krisen trägt, sprechen Philosophieprofessor und Jesuit Prof. Michael Bordt und Yogalehrerin Patricia Thielemann im Yoga Journal 06/2022, Titelthema „Heilung“. Mehr zum Heft und den Themen findest du hier.

#25 Praxisreihe: Einführung in Pranayama

Gitta Kistenmacher führt durch eine sanfte, vorbereitende Atempraxis

„Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie“ lautet ein bekannter Ausspruch des großen Yogameisters Swami Sivananda.

Nur falls du dich gerade gefragt hast, was das hier soll mit der Praxisreihe… Eigentlich willst du dich gerade auf die Couch kuscheln und Susanne und ihrem Gast beim Quatschen zuhören. Netter Versuch, aber heute heißt es abyasa – Yogapraxis.

Also mach dich bereit und praktiziere jeden zweiten Sonntag im Monat mit ausgewählten Yogalehrenden. Es gibt Meditation, Pranayama, Asanas und vieles mehr! Gerne kannst du die Praxis auch mehrfach wiederholen. Dann ist sie besonders wirksam. Wir freuen uns, wenn du von deinen Erfahrungen erzählst. Schreib an Podcast@yogaworld.de oder kommentiere auf Instagram.

In dieser Folge führt Gitta Kistenmacher, erfahrene Yogalehrerin und Autorin des Buches „Pranayama“, durch vier vorbereitende Sequenzen:

1. Bauchatmung

2. Verdauungsatmung (Apanasana)

3. Reinigungsatmung mit Gähnen und Seufzen nach Nil Hahouthoff

4. Wechselatmung (Nadi shodana)

Dabei lässt sie immer wieder Hintergrundwissen zum tieferen Verständnis der Pranayama-Praxis einfließen.

Jetzt aber wünschen wir dir viel Spaß und inspirierende Erlebnisse!

Ayurvedisches Rezept: Pikante Bete-Törtchen

Ein physisch und mental gesundes und ausbalanciertes Leben verspricht eine hohe Lebensqualität. In der traditionellen indischen Gesundheitslehre Ayurveda ist dieser Grundsatz fest verankert. Claire Ragozzino verbindet in ihrem Buch Living Ayurveda uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag. Für Claire ist Ayurveda ein Lebensstil, der es über Ernährung und Yogapraxis ermöglicht, sich selbst genau kennenzulernen und sich für neue Wege zu öffnen.

In der Ayurveda-Lehre sind der Verlauf der Jahreszeiten und die damit verbundenen vorwiegenden Doshas von zentraler Bedeutung. Im Herbst und Frühwinter führt trockenes und kaltes Wetter zu vermehrtem Vata. Im Spätwinter verstärkt feuchtkaltes Wetter Kapha. Achte genau darauf, wie sich deine Umgebung verändert und wie diese dich beeinflusst. Neben wärmenden und reichhaltigen Lebensmitteln empfiehlt der Ayurveda im Frühwinter auch erdende Wurzelgemüse, um ausgeglichen zu bleiben. Da eignet sich die Rote Bete wunderbar.

Hier findest du noch mehr ayurvedische Rezepte mit Wurzelgemüse.

Die Bete – ein farblicher Hingucker

Claire: „Während der Feiertage im Winter wünscht du dir sicher manchmal ein Gericht, das Freunde und Familie in Erstaunen versetzt. Diese schönen Rübentörtchen sind eine Abwechslung zu den üblichen Rezepten mit Dal und Reis und eignen sich hervorragend für Abendessen oder besondere Anlässe.“

Für eine besonders bunte Präsentation kannst du goldene Bete oder gestreifte Chioggia-Bete verwenden. Wenn keine Bete mit Grün erhältlich ist, kannst du statt den Blättern auch Blattkohl oder Grünkohl als Belag verwenden. Rohes Blattgemüse kann schwer verdaulich sein, speziell im Winter und für Vata- und Kapha-Typen. Wenn du das Blattgemüse in einer heißen Pfanne mit Gewürzen dünstest – wie in diesem Rezept – kannst du seine Verdaulichkeit auf tolle Weise steigern und es geschmacklich verfeinern.

rote beete törtchen claire ragozzino
Die Rote-Bete-Törtchen: ein echter Hingucker. Foto: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje

Zutaten für 6 Bete-Tartelettes

Für den Mürbeteig:

  • 3 Tassen Naturreismehl
  • ½ TL Salz
  • ⅔ Tasse kaltes Ghee oder Kokosöl
  • 2 TL frischer Oregano, fein gehackt
  • ⅓ Tasse Eiswasser

Für die geschmorte Bete:

  • 5 kleine Beten mit Grün, geputzt, geviertelt und in kleine 6 mm-Scheiben geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • Frisch grob gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Für die Füllung:

  • 2 Tassen Macadamia-Nüsse, 1 Stunde eingeweicht
  • 1 ½ Tassen Wasser
  • 4 EL Nährhefe
  • 4 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 EL frische Thymianblätter

Für den Blattgemüse-Belag:

  • 1 EL Olivenöl
  • ½ großer Lauch, geputzt und in 5 cm lange Stifte geschnitten (etwa 1 Tasse)
  • Mehrere Prisen Salz, geteilt
  • 2 Tassen fein geschnittene
  • Rote-Bete-Blätter
  • 1 TL Zitronensaft

Zubereitung

Naturreismehl und Salz in einen Standmixer geben und in Intervallen miteinander vermischen. Das kalte Ghee oder Kokosöl hinzufügen und weitermixen, bis die Mischung wie Sand aussieht. Den klein geschnittenen Oregano hinzufügen. Während der Standmixer läuft, langsam das Eiswasser hineinträufeln, 1 EL auf einmal, bis sich der Teig zu einer großen Kugel formt (man braucht eventuell nicht das gesamte Wasser).

Den Teig aus dem Standmixer holen und gleichmäßig auf 6 kleine, mit Ghee oder Öl gefettete 10 cm große Tortenförmchen verteilen. Gleichmäßig auf den Boden und die Seiten jeder Form drücken, sodass eine 6 mm dünne Kruste entsteht. Mit einer Gabel einige Löcher in den Teigboden stechen. Im Kühlschrank 30 Minuten lang ruhen lassen.

Währenddessen die Bete vorbereiten und braten (Anleitung folgt). Den Ofen auf 190 °C eingeschaltet lassen, wenn die Bete fertig ist, und im nächsten Schritt die Mürbeteigböden backen. Die Tortenförmchen aus dem Kühlschrank holen und auf einem Backblech verteilen. 15 Minuten lang backen. Aus dem Ofen holen und vor dem Füllen abkühlen lassen. Den Ofen eingeschaltet lassen, um im letzten Schritt die gefüllten Törtchen zu backen.

Für die Bete:

Die Rübenscheiben in einer einzigen Schicht auf einem Backblech anordnen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer besprenkeln. Mit Backpapier abdecken und 20 Minuten backen oder bis sie weich und an den Rändern etwas knusprig sind. Aus dem Ofen holen und bis zur Verwendung beiseitestellen.

Für die Füllung:

Die eingeweichten Nüsse abgießen und gut waschen. Alle Zutaten in einer Hochgeschwindigkeits-Küchenmaschine vermischen. Pürieren, bis es cremig ist. Abschmecken und bei Bedarf nachwürzen. Bis zur Verwendung beiseitestellen.

Für den Belag:

Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne erwärmen und den Lauch hineingeben. Bei mittlerer Hitze dünsten, bis er weich ist. Mit einer Prise Salz bestreuen, auf kleine Flamme schalten und langsam weitere 5 Minuten kochen, bis er leicht karamellisiert ist. Aus der Pfanne holen und beiseitestellen. Die Rote-Bete-Blätter in die heiße Pfanne schütten und umwenden, bis sie zusammenfallen – etwa eine Minute. Mit einer Prise Salz bestreuen und mit Zitronensaft beträufeln.

Zubereitung der Törtchen:

Die Füllung in die gebackenen Tortenböden geben, dabei sollte jede Form etwa zu ¾ voll sein. Die Füllung dehnt sich beim Backen leicht aus und man braucht noch Platz, um die Bete und Blätter obendrauf zu legen. Stelle das Blech mit gefüllten Tortenformen zurück in den Ofen und backe sie für 12 bis 15 Minuten. Aus dem Ofen holen und 10 Minuten abkühlen lassen, ehe man die Törtchen vorsichtig aus den Formen löst. Die geschmorte Bete, Blätter und den Lauch auf jedes Törtchen schichten. Warm servieren.

Dosha-Hinweise:

Pitta: Mangold statt Rote-Bete-Blätter verwenden.
Kapha: Weiße Bohnen statt Macadamia-Nüsse benutzen.

Kennst du deinen Konstitutions-Typ? Mach den Test und finde es heraus…

Dauer:

Vorbereiten: 45 Minuten | Zubereiten: 1 Stunde


Über die Autorin: Claire Ragozzino

Claire Ragozzino
Foto: © Claire Ragozzino

Claire Ragozzino ist ausgebildete Yogalehrerin und Ayurveda-Beraterin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zusammenführung von Yoga, Ayurveda und einer ganzheitlichen und natürlichen Ernährung mit einem modernen Lebensstil. Sie ist Autorin der beliebten Website Vidya Living und schreibt und fotografiert für Online- und Printpublikationen zu Themen wie Essen, Kultur und unserem Verhältnis zur Natur. Mehr über ihre Arbeit erfährst du auf www.vidyaliving.com.

Living Ayurveda Claire Ragozzino

In ihrem Buch Living Ayurveda (Unimedica im Narayana Verlag) verbindet Claire uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag.

Mit Yoga, Atemübungen, Ritualen und Praktiken sowie über 80 vegetarischen Rezepten führt sie durch die verschiedenen Jahreszeiten. Eine harmonische Kombination aus Kochbuch und Lifestyle-Handbuch, dass unser körperliches und seelisches Wohlbefinden verbessert und Balance und Energie zurück in den oft hektischen Alltag bringt.

Titelbild: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje


Du möchtest mehr über Ayurveda erfahren? Dann empfehlen wir dir diese Podcast-Folge:

Oder klick dich durch unsere Auswahl an spannenden Artikeln zum Thema Ayurveda.

#24 Yogastile: Hormonyoga

Tina Beitinger verrät, wie du deinen Hormonhaushalt harmonisierst

In dieser Folge vom „YogaWorld Podcast“ interessiert sich Susanne für Hormonyoga. Ursprünglich wurde Hormonyoga dafür entwickelt, Frauen auf die Wechseljahre vorzubereiten und so Beschwerden dieser Zeit vorzubeugen. Mittlerweile haben aber auch jüngere Frauen Hormonyoga für sich entdeckt und üben es gegen hormonelle Dysbalancen. So soll es zum Beispiel gegen Zyklusstörungen oder PMS und sogar bei unerfülltem Kinderwunsch helfen können. Das klingt ziemlich vielversprechend. Aber was kann Hormonyoga wirklich? Das weiß Yogalehrerin Tina Beitinger, die sich auf Frauenthemen spezialisiert hat.

Tina erzählt von ihrem Yogaweg und wie ihre eigenen Wechseljahre sie zum Hormonyoga gebracht haben. Sie erklärt den Yogastil in seinen Grundzügen und enthüllt so einige Besonderheiten. Dann verrät Tina, wie die meisten Frauen von Hormonyoga profitieren können. Gleichzeitig sagt sie aber auch klar, wer es lieber nicht üben sollte. Willst du wissen, wie die tibetische Energielenkung im Hormonyoga zum Einsatz kommt?

Die Redaktion testet: Saubere Sache – Der neue Mattenreiniger von Yoga Cat

Yoga Cat Mattenreiniger

Wusstest du, dass Schweiß, Dreck und Wärme ein Paradies für Bakterien, Viren, Pilze und Keime sind? Wir waschen unsere Kleidung und unsere Hände, um sie genau von diesen lästigen Biestern zu befreien. Wieso machen wir das eigentlich nicht regelmäßig mit unserer Yogamatte? Unsere Kollegin Jenny hat für euch den neuen, innovativen Mattenreiniger von Yoga Cat getestet –  mit erstaunlichem Ergebnis! // anzeige

Verschiedene Studien zeigen, dass sich auf Yogamatten extrem viele Keime sammeln können: bis zu 100.000 pro Quadratzentimeter! Das ist mehr als auf der Toilette, dem Mülleimer und etwa vergleichbar mit der Anzahl an Keimen auf einem Spülschwamm. Wann hast du deine Matte das letzte mal so richtig gründlich gereinigt? Ich möchte ehrlich zu euch sein. Bevor ich Tristan, den Gründer und Erfinder von Yoga Cat kennengelernt habe, war ich – was das Thema Mattensäuberung anbelangt – etwas naiv unterwegs. Ganz nach dem Motto eines Dorfkinds: „Ein bisschen Dreck hat noch keinem geschadet.“ Doch nach unserem gemütlichen Teekränzchen in München wurde ich eines Besseren belehrt. 

Tristan ist Yogalehrer und Gründer von Yoga Cat. Er praktiziert seit 8 Jahren aktiv Yoga und nutzt seine Matte fast täglich. „Um meine Matte zu säubern, habe ich verschiedene Sprays ausprobiert. Anfang dieses Jahres hatte ich dann aber einen Hautausschlag bekommen, den meine Dermatologin sofort mit meiner Yogamatte in Verbindung brachte. Und das war der springende Punkt. Danach habe ich mich aktiv mit der Erfahrung beschäftigt und nachgeforscht“, sagt Tristan. Dass man sich an seiner eigenen Sportmatte infizieren kann, ist nämlich nichts Neues: 2006 berichtete die New York Times und später auch die Elle genau über dieses Thema.

Der Test: Yoga Cat auf drei verschiedenen Matten

Für den Test ging es bei all meinen drei Yogamatten ans Eingemachte. Nach einer wunderbaren Vinyasa Flow Yoga-Session war meine blaue, etwas dickere TPE (aus thermoplastischem, elastomeren Schaum) auf jeden Fall sowas von bereit für eine gründliche Reinigung. Zuerst habe ich die Matte unter fließendem Wasser abgebraust, gab dann ein paar Pumpstöße auf ein Mikrofasertuch und schrubbte sie von oben bis unten ab. Sehr angenehm stieg mir der Duft nach Sandelholz, Kardamom und Amber in die Nase, der mich ein wenig an das peruanische „Agua de Florida“ erinnert. Die gelartige Konsistenz des Reinigers ließ sich mit dem feuchten Tuch prima auf der Matte verteilen und ließ sich ganz fix unter der Dusche abwaschen. Nach ca. einer Minute hatte ich das Gefühl, meine Matte ordentlich gereinigt zu haben, porentief sozusagen.

Yoga Cat Mattenreiniger

Am nächsten Morgen – nach einer entspannten Yin Session – durfte dann meine schöne Korkmatte dran glauben. Die Oberfläche der Matte ist recht hart und trocken. Daher hatte ich zunächst Bedenken, dass die Substanz von der Matte wie ein Schwamm aufgesogen werden könnte, aber auch auf dem Korkuntergrund lässt sich Yoga Cat prima verteilen. Ein paar Tage später saß ich dann auf meiner dünnen, pastellfarbenen Lieblings-Yogamatte und begann, die Matte fein säuberlich zu reinigen. Auf dem weichen Mikrofaserstoff ließ sich das Gel super verteilen und das Beste daran; der himmlische Duft blieb hier erhalten! Für mich als olfaktorisch-affiner Mensch das Nonplusultra. 

Das steckt hinter dem Mattenreiniger

Die Hintergrundgeschichte zum Namen Yoga Cat ist übrigens spannend, denn Tristan hat zusammen mit der Künstlerin Egle Zvirblyte, die auch schon mit The New York Times, Google, Apple und Adidas zusammengearbeitet hat, die Idee gehabt, dass sich eine Katze namens Asben (Abkürzung für Asana Beneficial) auf die Reise macht, die wahre Essenz des Yoga zu ergründen. Dabei trifft sie auch auf andere Tiere, die sie unterstützen und ihr helfen, Yoga zu verstehen und den eigenen Weg zu gehen. Die ganze Reise gibt es in Form einer Sound Journey, die zum Start, der Crowdfunding Kampagne rauskommt. Tristan möchte damit zeigen, dass hinter Yoga Cat mehr als nur ein Reinigungsmittel steckt, sondern etwas das Sinn macht und von Herzen kommt. So der Gründer: „Ich habe in den letzten Monaten sehr viel Zeit damit verbracht, alle persönlich kennenzulernen und alle Produktionsschritte zu verstehen, weil mir die Menschen hinter dem Produkt sehr wichtig sind und ich sagen können möchte, dass ich zu 100% hinter Yoga Cat und dem was wir machen stehen. Yoga hat mir in meinem Leben sehr geholfen und mit Yoga Cat möchte ich einen kleinen Teil zurückgeben.“ 

Tristan und das Team von Yoga Cat haben das Reinigungsmittel im Labor mit einem Chemiker, einer Hygiene-Spezialistin und einer Dermatologin zusammen entwickelt. Zusätzlich wurde es nochmal von einem unabhängigen Labor auf verschiedensten Matten getestet. Für den Duft nahmen sie den renommierten Parfümeur Thorsten Biehl mit ins Boot.

Fazit: Wie gut ist Yoga Cat?

Seitdem ich weiß, wie viele Keime und Bakterien sich auf meinen Matten befinden, bin ich wirklich froh und dankbar, dass es Yoga Cat gibt. Besonders gut gefällt mir, neben dem tollen Duft, dass ich – unabhängig von der Struktur – jede Matte problemlos reinigen konnte. Zudem wird das Produkt in Deutschland hergestellt, ist hautneutral, biologisch abbaubar, frei von Chemikalien sowie vegan und tierversuchsfrei! Mit 15-20 Pumpstöße pro Wäsche kommt man mit der 500 ml Flasche auch über ein Jahr. Die 500 ml Flasche gibt es im Onlineshop yogacat.shop und kostet 29,90 €. . 

Mehr Info: yogacat.shop

Playlist „Heart.Beat.Flow.“ von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Unsere Playlist des Monats kommt im November von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer. Die beiden haben sich zusammen getan und ihren „Heart.Beat.Flow.“ kreiert, in dem sie Yoga mit Tanz kombinieren. Das kann man aus dieser schönen Playlist klar heraushören. Die Beats laden dazu ein, dich mit der Musik zu verbinden und so deinen persönlichen Flow zu finden.

Wie der Titel der Playlist schon aussagt, geht es in erster Linie um das Herz. Deine Praxis beginnt mit dem Song „Sacred Space“ von Young Marco. Schließ die Augen, verbinde dich mit deinem Herzen und spüre tief in dich hinein. Kannst du deinen Herzschlag fühlen? Komme immer mehr an, auf deiner Matte, in deinem Körper, in deinem „sacred space“.

Schon während des ersten Songs baut sich langsam ein Beat auf, der achtsam den Drang weckt, dich zu ihm zu bewegen. Danach folgt „Pure Space“ Sol Rising, der in der Vinyasa-Welt für seine elektronischen Flow-Untermalungen bereits gut bekannt ist. Das besondere an diesem Song ist, dass der Rhythmus einen Herzschlag imitiert. Eine perfekte Möglichkeit, in der Bewegung ganz bei dir und deinem Herzschlag zu bleiben.

Es geht ruhig weiter. Die Musik lädt ein, dich bewusst und langsam zu bewegen. Lass dich von der Musik sanft durch die Vinyasa-Praxis tragen. Erst mit „Love Me“ von DJ Taz Rashid baut sich Tempo auf. Der Flow wird dynamischer, doch die Magie bleibt. Denn es geht im Anschluss direkt mit Taz Rashid und seinem Song „Inspiration Drive“ weiter. Dieser Titel wird uns auch später im Flow nochmal begegnen. Das besondere daran: Der Song erinnert dich daran, durchgehend die Verbindung zu deinem Atem aufrecht zu erhalten. Wie er das schafft – höre selbst! Daher ist es absolut stimmig, dass der Song gleich zweimal in der Playlist auftaucht.

„Anmutig, berührend, intensiv – das ist Heart.Beat.Flow. Diese Playlist lädt dich dazu ein, in die Magie der Musik einzutauchen, um in deinen persönlichen Flow zu finden. Gemeinsam mit deinem Atem und der fließenden Vinyasa-Praxis gibst du dich deiner Gefühlswelt hin. Lass dich vom Beat der Musik leiten, um dich tief mit dir selbst zu verbinden.“

Daniela und Julia

Nach einem weiteren längeren Ausflug gemeinsam mit Sol Rising durch die Tiefen deines Flows und deiner Gefühlswelt, nimmt das Tempo der Musik langsam wieder ab. Hier erinnert dich der Interpret Haux erneut mit seinen Worten: „Listen to the heart beat.“ Wir lieben, wie perfekt die einzelnen Songs auf die Essenz dieser 60-minütigen Praxis abgestimmt sind.

Die beiden letzten Titel läuten Shavasana ein. Es wird ruhig. Nun ist es Zeit nachzuspüren, was diese tiefe Praxis mit dir gemacht hat.


Über Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Daniela Mühlbauer Julia Meyer
Ein Dreamteam: Daniela (links) und Julia (rechts)

Gemeinsam mit Julia und Daniela kannst du auf Workshops, Retreats und Events Heart.Beat.Flow.-Yoga erleben und deine Yogapraxis auf allen Ebenen vertiefen. Du wirst durch dynamische und choreographische Sequenzen geleitet, um auf allen Ebenen Raum zu schaffen. Durch den Flow und Elemente aus der Energiearbeit kannst du auf physischer sowie energetischer Ebene unter die Oberfläche schauen und so Stück für Stück mit dir selbst tiefer in Verbindung kommen. 

Folge @daniela.muehlbauer und @julia_flowandgrow auf Instagram, um keine kommenden Events von den beiden zu verpassen.

Daniela Mühlbauer

Daniela Mühlbauer ist Tanzvermittlerin, Choreographin und Yogalehrerin und kommt aus München. Während ihrer Tanzausbildung kam sie mit Yoga in Kontakt und war fasziniert von der Achtsamkeit, die der Praxis zugrunde liegt. In ihren Tanz- und Yogastunden möchte sie einen sicheren Raum schaffen, in dem die eigenen Grenzen und Fähigkeiten erforscht werden. Mehr über Daniela unter www.danielamuehlbauer.de.

Julia Meyer

Julia Meyer ist Yogalehrerin, Personal Trainerin und ehemalige Profi-Tänzerin. Sie möchte Menschen dabei unterstützen, in ihren ganz persönlichen (Lebens-)Flow einzutauchen und auf allen Ebenen zu wachsen. Dabei lehrt sie Techniken des Vinyasa Flow und der Energiearbeit, um eine ganzheitliche Metamorphose in Gang zu setzen. Mehr über Julia unter www.flow-and-grow.com.


Das war unsere Playlist des Monats Oktober:

#23 Minimalismus als Lebenskonzept

Rena Münch spricht über die heilende Wirkung des Wenigen

In dieser Folge von „YogaWorld“ dreht sich alles um Minimalismus. Im Podcast geht‘s ja immer wieder darum, wie wir Aspekte der Yogaethik in unseren Alltag integrieren können. Natürlich können oder wollen wir uns nicht alle in Höhlen, im Himalaya oder in den Wald zurückziehen und als Asketen den ganzen Tag meditieren. Aber auf die eine oder andere Weise kann man doch Verzicht üben. Das tun zum Beispiel Minimalisten und Frugalisten. So auch Rena Münch, die „Schatzmeisterin“, die ihr gesamtes Leben – privat und auch beruflich – minimalistisch gestaltet.

Rena erzählt davon, wie sie als Mentorin Menschen auf dem Weg in einen minimalistischen Lifestyle begleitet. Sie erklärt den Zusammenhang von Minimalismus und Frugalismus und erläutert die vielen Vorteile, die diese Konzepte mitbringen. Außerdem gibt sie zahlreiche Ausmiste- und Spartipps und spricht über die immense Bedeutung des Loslassens. Denn wenn wir materielle Dinge leichter loslassen können, wirkt sich das wiederum auf unseren Geist aus. Und das ist nicht der einzige Grund, warum ein minimalistisches Leben gut zu einer yogischen Lebenseinstellung passt.

Yogapraxis mit Beinprothese

Steven Medeiros setzt sich für soziale Themen wie die Gefängnisreform, Frauen- und LGBTQ-Rechte in Amerika ein. Obwohl es noch nicht lange her ist, dass er eher als schlechter Einfluss galt, ist Medeiros heute zu einem Vorbild für diejenigen geworden, die am Rande der Gesellschaft stehen. Als er mit 25 Jahren sein Bein verlor, veränderte sich sein Leben komplett. Und ja – Yoga ist eine seiner starken Stützen in schwierigen Zeiten. In diesem Artikel erfährst du, wie Steven zum Yoga fand. Dazu findest du eine Übungsreihe, die Steven Medeiros für Menschen mit Beinprothese entwickelt hat. Diese Yogasequenz ist stärkend, hüftbetont und hilft, Raum im unteren Rücken, in den Schultern und im Brustkorb zu schaffen.

Text und Sequenz: Steven Medeiros / Bilder: Winni Wintermeyer/Robert Sturmann

„Die Leute sagen mir immer: ‚Du bist der ausgeglichenste Mensch, den ich kenne'“, so Medeiros. „Und ich sage dann: ‚Heilige Scheiße! Das ist so weit von der Wahrheit entfernt!'“ Aber die Yoga- und Meditationspraktiken, die er in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, helfen ihm, in schwierigen Zeiten ausgeglichen und geerdet zu bleiben. „Im Moment gibt es in unserem Land so viele Rückschritte und all die Errungenschaften, für die wir gekämpft haben – für Menschen, die es am meisten brauchen: Farbige, Frauen, LGBTQ-Menschen – gehen verloren“, sagt er. Er weiß, dass es nicht leicht sein wird, Veränderungen herbeizuführen. Wenn die Überforderung ihn zu bremsen droht, helfen ihm seine Heilpraktiken, weiterzumachen. „Gleichmut, mein Lieblingswort, bedeutet Gelassenheit, während die Dinge um einen herum chaotisch und wild sind“, so Steven.

Wie ich zum Yoga kam

Zwischen 18 und 22 war ich wirklich am Boden. Ich hatte schon oft versucht, mein Leben umzukrempeln, aber ich habe immer nur die Symptome meiner Probleme bekämpft, nicht deren Wurzel. Ich hörte auf, mit fragwürdigen Leuten herumzuhängen, konnte endlich einen Job finden und auch behalten, hörte auf zu trinken und zu feiern. Aber ich war immer noch wütend und verletzt. Ich hatte das Trauma meiner Kindheit nicht aufgearbeitet. Da ich ein begeisterter Leser bin, ging ich häufig in Buchhandlungen und stieß dort auf ein Yogabuch. Ich hatte noch nie etwas von Yoga gehört, aber was ich las, faszinierte mich sehr. Ich begann, mich zu Hause selbst zu unterrichten. Es war herausfordernd und das gefiel mir. Ich bin ein sehr körperlicher Mensch. Ich habe Leistungssport betrieben und Karate geübt, also war Yoga eine weitere Challenge für mich. Ich hatte mich die meiste Zeit wie betäubt gefühlt – ich fühlte mich nicht lebendig. Aber jedes Mal, wenn ich Yoga mache, fühle ich mich körperlich besser. Dinge, mit denen ich mich auseinandersetze, vor allem mit den aktuellen Ereignissen, manifestieren sich oft körperlich – in meinem Unterkörper, meinem Kiefer und meinen Schultern. Diese Praxis hat mir geholfen, mich davon zu befreien, und ich weiß, dass sie immer funktionieren wird. 

Was Vergebung damit zu tun hat

Der Tod meiner Mutter hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf mein Leben. Ich begann, meinen Selbstwert in Frage zu stellen. War ich dazu bestimmt, so zu enden wie meine Eltern? Als Teenager hatte ich noch nicht begriffen, dass ich die Wahl hatte und welche Rolle sie in meinem Leben spielen würde. Nach dem Tod meiner Mutter geriet ich völlig außer Kontrolle. Ich verlor jegliches Interesse an Schule und Sport. Ich fing an, mit Drogen und Alkohol zu experimentieren und schloss mich den örtlichen Gangs an. Mein Leben sah düster aus. Mit 22 war ich erschöpft und suchte verzweifelt nach einer Veränderung und ich begann, nach Lösungen zu suchen. Da erhielt ich die Botschaft, dass ich meinen Eltern vergeben musste. 

Einfach so vergab ich ihnen von ganzem Herzen und ich fühlte mich sofort anders – wie ein neuer Mensch. Ich habe nie zurückgeblickt. Ich vergab nicht nur meinen Eltern die Dinge, die sie getan oder nicht getan hatten, sondern auch anderen, die mir ein Trauma zugefügt hatten, einschließlich der Menschen, die meine Mutter getötet hatten. Ich hatte so viel Wut in mir aufgestaut und diese als Treibstoff für einige meiner Verhaltensweisen benutzt. Aber als ich beschloss, zu vergeben, fühlte ich mich völlig befreit und das ermöglichte es mir, mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich stürzte mich wieder auf Bücher und begann diesen Weg der Selbsthilfe, der tiefen Selbstbeobachtung und der Selbsterkenntnis zu gehen. Ich beschloss, alles beiseite zu legen, von dem ich dachte, dass es mich von meiner Entwicklung als Mensch und Vater ablenken könnte. Ich nahm die Beziehung zu meiner richtigen Familie wieder auf, denn in meiner Jugend war meine „Familie“ die Straße geworden. Und wenn man dort ist, denkt man, dass diese Leute deine „Ride-or-Die“-Freunde sind, aber das sind sie nicht wirklich. 

Heute spreche ich mit Jugendlichen und sage ihnen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Fehler. Wegen der Taten der Vergangenheit glauben wir, dass wir angesichts der bestehenden Systeme keine Zukunft haben. Aber ich habe beschlossen, mich davon nicht abhalten zu lassen – dass ich es trotz meiner Fehler wert bin, ein gutes Leben in Liebe zu führen. Also musste ich auch mir selbst vergeben, was es mir ermöglichte, frei in der Gegenwart zu leben, mit einem neuen Bewusstsein für mich selbst und andere.

Vergebung ist eine der wichtigsten Tugenden unserer Zeit. Lies hier mehr zu dem Thema.

Als ich mein Bein verlor

Urdhva Dhanurasana Steven Medeiros Robert Sturmann
Foto: Robert Sturmann

Ich hätte nie gedacht, dass ich es bis zu meinem 18. Lebensjahr schaffen würde. Und dann passierte mein Unfall, als ich gerade gut im Leben stand. Gerade als ich das Gefühl hatte, dass ich es geschafft hatte. Ich war sehr traurig und hatte Angst, dass ich meine Tochter nicht mehr sehen würde, weil ich nicht sicher war, ob ich überhaupt überleben würde. Als ich nach ein paar Operationen wusste, dass ich auf ein Überleben hoffen konnte, begann ich, darüber nachzudenken, wie mein Leben aussehen würde. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mir extra im Fernsehen eine Sendung über die Biomechanik des Gehens angesehen habe, weil ich wusste, dass ich das Gehen wieder lernen müssen würde. Ich hatte all diese normalen menschlichen Gefühle und Fragen: Werde ich jetzt jemanden finden, der mich um meiner selbst willen liebt? Wie wird der Sex sein? Wie wird es sein, sich fortzubewegen und alltägliche Dinge zu tun? Werde ich in der Lage sein, aufs College zu gehen? Das College erfolgreich abzuschließen? Aber ich wusste, dass ich großes Glück hatte, am Leben zu sein, und ich wusste, dass ich immer noch in der Lage sein würde, Dinge zu tun ich hatte keinen Hirnschaden. Ich war jung. 

Ich hatte eine neue Sichtweise auf das Leben gewonnen. Ich hatte diese Freude, die von mir ausging. Ich spürte eine Art Heiligenschein um mich herum, wie ein Leuchten. Es war spürbar. Die Leute bemerkten es; ich musste es ihnen nicht einmal sagen. Sie wurden von mir angezogen wie von einem Magneten. Überall wo ich hinkam, war ich tief berührt von den Menschen, die ich traf, und sie sagten etwas Nettes: „Du bist wunderschön.“ „Ich würde dich sofort heiraten.“ Zufällige Dinge. Ich lächelte immer von einem Ohr zum anderen, nur weil ich noch atmete. 

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Verlust meines Beins begann ich mit dem Studium. Ich war schon vorher ein guter Schüler, aber danach war ich ein noch besserer. Dadurch habe ich meine Prioritäten ein wenig besser gesehen und verstanden, dass das Leben einfach so vorbei sein kann. In einem Sekundenbruchteil können sich die Dinge ändern. Also habe ich mir überlegt, wie ich meine Zeit verbringe.

Wie ich meine Yogapraxis angepasst habe

Ushtrasana Steven Medeiros Robert Sturmann
Foto: Robert Sturmann

Nach dem Verlust meines Beins hatte ich Bedenken, jemals wieder Yoga machen zu können. Natürlich war meine Praxis nie mehr dieselbe, aber sie wandelte sich. Ich interessierte mich sehr für Restorative-Yoga. Am Anfang meiner Praxis dachte ich, alles müsse perfekt sein. Darum geht es aber überhaupt nicht. Heute sehen wir die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten Yoga praktizieren – und meine Praxis sieht vielleicht nicht so anmutig aus wie eure oder auch nur im Entferntesten so wie eure, aber das ist trotzdem okay. Meine Praxis ist meine Praxis. 

So verstehe ich Körperbewusstsein

Mein Unfall liegt 17 Jahre zurück und, abgesehen von den letzten Jahren, hatte ich in dieser ganzen Zeit keine Shorts getragen. Ich war sehr verunsichert, weil ich meine Prothese nicht zeigen wollte. Ich machte mir Sorgen, die Leute würden mich anstarren – was würden sie sagen, was würden sie denken? Immer wenn ich nach Hawaii fuhr, war es in Ordnung. Ich konnte kurze Hosen tragen, ohne diese Unsicherheiten zu spüren. Aber hier in der Bay Area war es ein Kampf. Ich wollte diese Unsicherheit endlich überwinden und wusste nicht so recht, wie ich es anstellen sollte. Ich hatte jahrelang mit Menschen, die mir nahe standen, darüber gesprochen und mir diese Geschichten über die Unsicherheit selbst durch den Kopf gehen lassen. Und eines Tages machte ich hier in der Bay Area eine Wanderung in kurzen Hosen. Niemand war auf dem Weg. Danach gingen wir zum Mittagessen in die Innenstadt von Berkeley. Anstatt meine Jogginghose wieder anzuziehen, um im Restaurant zu essen, entschied ich mich, meine Shorts anzubehalten. Und ja, die Leute haben geguckt und die Kinder haben Kommentare abgegeben, aber das ist normal. Letztendlich war es keine große Sache. Das war nur in meinem Kopf. Es ging nicht von heute auf morgen, aber danach trug ich hier und da kurze Hosen und es wurde immer leichter und leichter. Heute bin ich sogar an dem Punkt, an dem ich es jetzt sogar lieber mag. Das, was mich früher entmachtet hat, macht mich jetzt stark.


Powered Practice – Energetisierende Praxis

Diese stärkende, hüftbetonte Sequenz hilft, Raum im unteren Rücken, in den Schultern und im Brustkorb zu schaffen. Sie wurde von Steven Medeiros entwickelt, um dich zu befähigen, trotz der Herausforderungen des Lebens voranzukommen.

1. PASHCHIMOTTANASANA (sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Pashchimottanasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Beginne bequem auf deinen Sitzknochen. Halte mit beiden Händen einen Gurt und beuge dich dann mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorn. Du solltest eine angenehme Dehnung in den Beinrückseiten und im unteren Rücken spüren.

Hier erklärt dir Dr. Ronald Steiner das richtige Alignment von Pashchimottanasana.

2. UPAVISHTHA KONASANA, VARIATION (weitwinklige sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Strecke die Beine weit aus und drücke die Handflächen zusammen. Beuge dich aus der Hüfte nach vorne und halte den Rücken gerade. Wenn dein Rücken rund ist, setze dich auf einen Yogablock oder eine gefaltete Decke.

3. UPAVISHTHA KONASANA, VARIATION (weitwinklige sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Weite die Dehnung aus, indem du die Arme bis zu den Knöcheln streckst. Wenn du die Knöchel nicht mit geradem Rücken erreichst, lehne dich nach vorne und greife nach den Schienbeinen oder irgendwo anders näher am Körper.

4. PARSHVA UPAVISHTHA KONASANA (seitliche sitzende Weitwinkelstellung)

Yoga mit Beinprothese Parshva Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Sitze aufrecht und beuge dich dann aus der Taille, strecke den rechten Arm nach oben und zum linken Fuß hin. Konzentriere deinen Atem auf die rechte Seite deines Körpers, wo du die Dehnung spürst. Wiederhole dies auf der anderen Seite.

5. BHEKASANA (Frosch)

Yoga mit Beinprothese Bhekasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Bringe aus dem Vierfüßlerstand deine Ellenbogen zum Boden. Bewege von hier deine Knie langsam und weit auseinander für eine bequeme, angenehme Dehnung. Lass dabei deine Hüfte direkt über oder ein Stück hinter deinen Knien.

6. USHTRASANA (Kamel)

Yoga mit Beinprothese Ushtrasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lehne dich im Knien zurück und greife die Ferse oder die Fußsohle. Verwende einen Block, falls du zusätzliche Stabilität brauchst. Wiederhole dies auf der anderen Seite.

7. UTTANA SHISHOSANA (Welpenhaltung)

Yoga mit Beinprothese Anahatasana  Steven Medeiros Uttana Shishosana
Foto: Winni Wintermeyer

Gehe aus dem Vierfüßlerstand mit den Händen nach vorne und lasse die Brust zum Boden hin schmelzen, während du die Stirn auf die Matte legst. Spreize deine Finger weit und drücke sie in die Matte – oder beuge die Ellenbogen, um deine Hände hinter den Kopf zu heben.

8. ARDHA BHUJANGASANA (Sphinx)

Yoga mit Beinprothese Ardha Bhujangasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Stütze dich auf die Ellenbogen und strecke die Beine hinter dich. Probiere aus, was sich besser anfühlt – die Beine zusammen oder auseinander. Atme in den Bereich, in dem du die Dehnung am meisten spürst und visualisiere, wie sich die Muskeln und Faszien entspannen.

9. SUPTA MATSYENDRASANA (Wirbelsäulendrehung in Rückenlage)

Yoga mit Beinprothese Supta Matsyendrasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege dich flach auf den Rücken und bringe die Knie Richtung Brust, mit Beinen und Füßen zusammen. Lass die Beine nach links fallen, beide Arme strecken zur Seite und der Kopf zeigt in die entgegengesetzte Richtung der Beine. Bleibe so lange, wie es angenehm ist, dann wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

10. MATSYASANA (Fisch)

Yoga mit Beinprothese Matsyasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege zwei Yogablöcke waagrecht auf den oberen Teil deiner Matte, einen zur Unterstützung der Schultern und einen für den Kopf. Lege dich zurück, so dass die Schultern zuerst auf ihrem Block landen und dann der Kopf. Richte dich so ein, bis es bequem ist.

11. APANASANA (Knie-zur-Brust-Haltung)

Yoga mit Beinprothese Apanasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege dich flach auf den Rücken und ziehe die Knie zur Brust. Das hilft, den unteren Rücken zu dehnen. Falls es nicht mit beiden Beinen gleichzeitig klappt, versuche es mit jeweils einem Bein, wobei du das gestreckte Bein flach auf dem Boden hältst.

12. SUPTA BADDHA KONASANA (gebundene Winkelstellung im Liegen)

Yoga mit Beinprothese Supta Baddha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Mit dem Rücken flach auf dem Boden, bringe Knie nach oben und stelle die Füße auf. Lege die Fußsohlen zusammen, öffne die Beine weit und überlasse der Schwerkraft die Arbeit. Versuche, einen Klotz zwischen die Füße zu legen, falls das bequemer ist.


Titelbild: Robert Sturmann


Dieser Artikel ist ein Auszug der US Ausgabe des Yoga Journals September/Oktober 2020. In unserem aktuellen Heft Yoga Journal 06/2022 lautet das Titelthema „Heilung“.

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-84-06-22-print-ausgabe/