Elementar Reisen: Brauchst du eine Auszeit?

Der Reiseveranstalter Elementar Reisen weiß, worauf es bei deiner Auszeit ankommt: inspirierende Atmosphäre, offene Bewegungs- und Kreativangebote, Raum für Rückzug, paradiesische Natur… Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es zum Glück nicht. //anzeige

Irgendwie haben meine Freundinnen und ich gerade alle das gleiche Problem: Wir stecken im Alltag fest, von überall her kommen nur negative News und uns geht ein wenig die Kraft aus. Zumindest meine Mädels und ich sind außer Puste und zwar ganz egal ob mit Familie, Kindern, Job und Schule oder ohne. Wir brauchen eine Auszeit. Und zwar nicht mit Kind und Kegel am vollen Strand, sondern ganz für uns. Denn nur wenn unsere Akkus aufgeladen sind, können wir auch für andere da sein – für den Beruf, für die Kleinen, für unsere Partner oder auch einfach nur für uns. Was ich mir vorstelle? Eine Reise, auf der ich zur Ruhe komme, Zeit für mich habe, Neues entdecke, Gleichgesinnte treffe (wenn ich gerade Lust darauf habe) und – ja das gehört für mich unbedingt dazu – mich fühle wie im Paradies.

Persönliche Beratung für deine individuelle Reise

Genau hier knüpft Petra Summer, die Inhaberin von Elementar Reisen, mit ihrem Angebot an. Sie ist Touristikfachwirtin, Yogalehrerin, Entspannungskursleiterin und Qigong-Lehrerin. Ihr Ziel: Reisende sollen ihre ganze Energie für schöne Dinge nutzen und nicht für organisatorische Nebensächlichkeiten. Der Erholungseffekt steht klar im Vordergrund, genau wie die persönliche Beratung. Die Reisespezialistin kennt alle ihre Häuser und Partner persönlich und geht ganz gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Kund*innen ein: Soll es zum Beispiel aktiver sein oder eher entspannt? Will man kreative Angebote nutzen? Wichtig ist ihr auch, dass die jeweilige Destination, das Haus und das Angebot ihre Kundschaft spontan aus dem Bauch heraus ansprechen. Dabei sind alle ihre Angebote so ausgerichtet, dass sie problemlos allein bereist werden können. Frei nach dem Motto „Alleine reisen, aber nicht alleine sein“, finden Reisende genau so viel Anschluss, wie sie gerade möchten.

Yogareisen und Ayurvedareisen

Für unsere Redaktion besonders spannend: das Angebot in Sachen Yoga und Ayurveda. Wir wollen eine unbeschwerte Zeit verbringen und gleichzeitig Körper und Geist etwas Gutes tun. Mit täglichen Yogaklassen, Qigong, Pranayama und Meditation – wenn uns dabei noch eine sanfte Meeresbrise um die Nase weht, ist es umso besser. Das finden wir zum Beispiel in der Lykia Lodge mit weitem Blick auf die Bucht von Adrasan in der Türkei. Je nach Reisepaket heißt es: Wandern in Kombination mit täglichen Yogaeinheiten, Meditation und Yoga Nidra. Dazu vegetarisch/vegane Küche und eine Terrasse mit großem Quellwasserpool. Wann geht’s los? Neben den klassischen Yogareisen kannst du mit Intensivseminaren noch tiefer gehen: das heißt, eine Woche lang ausgiebig Yoga, Qigong, Meditationen oder geführte Wanderungen.

Ayurveda pur erlebst du zum Beispiel im Bethsaida Hermitage, einem authentischen Ayurveda Resort, wo die Reinigungs- und Verjüngungskur in der Tradition der überlieferten ayurvedischen Heillehre durchgeführt wird. Alle Behandlungen werden nach ärztlicher Verordnung kompetent und von jeweils bis zu zwei Therapeut*innen durchgeführt. 

Frauenreisen und mehr

Die Reisen, die Petra Summer anbietet, richten sich nach ganz speziellen Bedürfnissen: So gibt es zum Beispiel Frauenreisen, auf denen man – oder eher „frau“ – die Zeit mit schönen und anregenden Gesprächen unter Gleichgesinnten verbringt oder die Seele in paradiesischen Gärten etwa an der türkischen Küste lässt. Yoginis tanken bei speziellen Yogareisen neue Kraft – unter freiem Himmel, zwischen Olivenbäumen, am Strand und bei offenen Bewegungs- und Kreativangeboten.

Reiseziele bei Elementarreisen:

Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Indien, Italien, Madeira, Marokko, Neuseeland, Österreich, Polen, Portugal, Spanien und Thailand.


Petra Summer ist Reiseverkehrskauffrau und Touristikfachwirtin, Yogalehrerin, Entspannungskursleiterin und Qigong-Lehrerin und Inhaberin von Elementar Reisen.

„Bei Reisen fällt mir oft auf, dass wir unsere Kraft und Energie für organisatorische Dinge verwenden, anstatt sie für die Dinge zu nutzen, die uns am Herzen liegen. Aus diesem Wissen heraus möchte ich dir helfen, deine Ressourcen ganz für deine eigene Ausrichtung und für dein Wohlbefinden zu nutzen und die richtigen Plätze mit gleichgesinnten Menschen zu finden.“

Bilder: Lykia Lodge

Mehr Infos auf elementar-reisen.de

Die Kraft des Tantra erleben – Yoga-Praxis von Rod Stryker

Laut Tantra gibt es keine Energie in der Welt, die nicht auch in deinem Körper vorhanden ist – und umgekehrt keine Energie in deinem Körper, die nicht auch in der Welt ist. In dieser Übungssequenz bekommst du einen Eindruck davon.

Text & Sequenz: Rod Stryker / Fotos: Jeff Nelson

Bevor du beginnst:

Die Sequenz facht die Energie im Nabel-Chakra an, dem Sitz deiner Willenskraft und Vitalität. Von dort soll sie durch die anderen Chakras hindurch bewegt werden und ins Kronen-Chakra aufsteigen. Konzentriere dich deshalb beim Üben vor allem auf das Wahrnehmen deines Atems, auf die Mantras und den subtilen Fluss von Energien. Das Ziel: mehr Selbstvertrauen, Mut und Klarheit.

1. Tadasana: Berghaltung mit Atembewegung

Steh aufrecht und aktiviere deine Beine, indem du die Schienbeine behutsam etwas zueinander hin und die Kniescheiben nach oben ziehst. Der Bauch ist sanft gehoben, die Schlüsselbeine dürfen sich ausbreiten (Tadasana). Dann führst du einatmend die Arme über vorne nach oben. Dabei konzentrierst du dich darauf, Brust und Rücken mit deinem Atem zu füllen. Ausatmend senkst du die Arme und ziehst zugleich den Nabel nach innen. Zum Ende der Ausatmung drückst du bewusst die Luft aus den Lungen.

6 Wiederholungen

2. Utkatasana: Stuhl oder Stehhocke, dynamische Variante

Setz deine Füße in Tadasana mindestens in einen hüftbreiten Abstand, bevor du einatmend erneut deine Arme hebst. Ausatmend ziehst du den Nabel Richtung Wirbelsäule, beugst die Knie und bewegst den Oberkörper nach vorn, bis er auf den Oberschenkeln ruht. Lass Arme und Kopf locker hängen, dabei sollten die Sitzknochen nicht tiefer stehen als die Knie. Einatmend hebst du die Arme über vorn und richtest dich in die Stehhocke (Utkatasana) auf und von dort weiter in Tadasana.

6 Wiederholungen, bei der letzten hältst du Utkatasana 6 Atemzüge lang.

3. Bitilasana – Adho Mukha Shvanasana: Von der Kuh in den herabschauenden Hund

jeff nelson bitilasana tantra
jeff nelson adho mukha shvanasana tantra

Richte im Vierfüßlerstand die Hände schulterweit und die Knie hüftbreit aus. Die Finger sind gespreizt und kraftvoll am Boden verwurzelt. Einatmend hebst du Brust und Kopf und streckst die Körpervorderseite lang. Dabei wahrst du eine leichte Aktivität im unteren Bauch (Bitilasana). Stell die Zehen auf, bevor du ausatmend die Knie hebst, dein Gewicht nach hinten bewegst und die Wirbelsäule lang streckst (Adho Mukha Shvanasana). Mit der nächsten Einatmung senkst du die Knie wieder und hältst dabei den Bauch aktiv.

6 Wiederholungen, bei der letzten hältst du den Hund 6 Atemzüge lang. Dabei konzentrierst du dich einatmend auf das Heben des Beckens und ausatmend auf die Kontraktion des Bauchs. Das Kinn bewegt sich sanft Richtung Kehle.

4. Virabhadrasana 1: Heldenhaltung 1, dynamische Variation

Mach mit dem linken Fuß einen weiten Schritt nach vorn und beuge das linke Knie, bis es etwa senkrecht über dem Fußgelenk steht. Das hintere Bein ist gestreckt, der Fuß zeigt diagonal nach außen. Leg deine Hände beidseits des Nabels auf den Bauch und achte während der gesamten Übung darauf, den Bauch so zu stabilisieren, dass du nicht zu sehr ins Hohlkreuz kommst. Einatmend hebst du die Arme seitlich bis knapp über Schulterhöhe. Die Handflächen zeigen nach oben, du weitest bewusst die Herzgegend und bewegst Wirbelsäule und Brustbein aufwärts (Virabhadrasana I – Variation). Ausatmend führst du die Hände wieder auf den Bauch. Bleib einen Atemzug lang in dieser Haltung, dann wiederholst du den Ablauf. Sprich dabei im Stillen mit jeder Einatmung und jeder Ausatmung das Mantra Ram – diese Keimsilbe steht für Licht und transformierende Energie.

6 Wiederholungen, dann Seitenwechsel und erneut 6 Durchgänge

Die Silbe „Ram“ ist genau so wie „Om“ ein wichtiges Bija Mantra. Lies hier mehr dazu!

5. Prasarita Padottanasana: Vorwärtsbeuge aus der Grätsche

jeff nelson prasarita padottanasana tantra

Stelle deine Füße parallel in eine Grätsche und lege die Hände an die Hüften. Mit einer Ausatmung beugst du dich aus den Hüftgelenken heraus mit langer Wirbelsäule nach vorn. Leg deine Hände auf den Boden oder zwei Blöcke. Lass den Kopf hängen und zieh das Kinn sanft Richtung Kehle (Prasarita Padottanasana). Bleib 8–12 Atemzüge lang in der Haltung. Mit jeder Ausatmung konzentrierst du dich darauf, den Nabel nach innen zu ziehen und den Rücken abzuflachen. Dabei wiederholst du das Ram-Mantra und stellst dir vor, dass die dabei angesprochene transformierende Energie in der Gegend zwischen Schambein und Solar Plexus entfacht wird.

6. Agni Sara Kriya: Reinigende Feueressenz-Atempraxis

agni sara kriya jeff nelson tantra

Beuge dich in einem bequemen, hüftbreiten Stand bei leicht gebeugten Knien etwas nach vorn und stütze dich knapp oberhalb der Knie mit den Händen auf. Atme mit weichem Bauch ein, ausatmend bewegst du den Nabel wieder nach innen. Bleib während der nun folgenden Bewegung in der Atemleere, solange das für dich ohne Stress möglich ist. Lass den Bauch zunächst los, dann zieh ihn rhythmisch und kraftvoll nach innen und wiederhole erneut im Stillen das Ram-Mantra. Sobald du wieder Luft holen möchtest, entspannst du den Bauch und richtest dich auf. Dabei atmest du möglichst langsam und entspannt ein.

6 Wiederholungen

Erfahre hier mehr über Agni Sara und andere Kriyas (Reinigungsübungen).

7. Ardha Navasana: Halbes Boot, dynamische Variation

jeff nelson ardha navasana tantra

Du beginnst in der Rückenlage. Schieb die gestreckten Beine fest gegeneinander und hebe sie etwa eine Fußlänge vom Boden. Gleichzeitig hebst du deine Schultern und streckst die Arme längs des Körpers nach vorn. Arbeite dabei aktiv aus dem Bauch und halte Augen und Zehen etwa auf gleicher Höhe.

jeff nelson ardha navasana variation tantra

Zieh einatmend das linke Knie Richtung Brust und halte es dort 2 Atemzüge lang. Dann wechselst du zum rechten Bein und hältst wieder 2 Atemzüge. Anschließend streckst du beide Beine für 2 Atemzüge. Spüre das Feuer in der Gegend zwischen Schambein und Solar Plexus und wiederhole auch hier innerlich das Mantra Ram.

1–3 Wiederholungen

„Shakti ist der Inbegriff von Kraft. Im tantrischen Yoga verkörpern und lenken wir sie mithilfe von Techniken wie Asana, Mantra, Bandha und Pranayama.“

8. Tadaka Mudra: Siegel des leeren Sees

jeff nelson tadaka mudra tantra

Bewege in der Rückenlage mit einer Einatmung beide Arme gestreckt hinter den Kopf und verschränke die Finger. Ausatmend drehst du die Handflächen nach außen und ziehst das Kinn etwas Richtung Kehle. Strecke die Beine und ziehe die Zehen nach oben, wenn du nun beginnst, den Atem zu vertiefen. Dabei konzentrierst du dich einatmend auf die Länge in deiner Wirbelsäule. Ausatmend kontrahierst du den Nabel und stützt den unteren Rücken. Am Ende jeder Ausatmung bleibst du einen Moment in der Atemleere, lässt den Bauch los und saugst ihn nach innen (Uddiyana Bandha). Dabei hebt sich deine Brust weg von der Taille.

4–6 Wiederholungen

9. Shavasana

jeff nelson shavasana tantra

Entspanne dich möglichst vollständig in der Rückenlage: Die Füße liegen etwas weiter als hüftbreit und dürfen nach außen sinken, die Arme sind leicht vom Körper abgewinkelt, sodass die Handflächen sich nach oben öffnen können. Lass die Augen in die Augenhöhlen sinken und dein Gesicht von der Mitte aus nach außen fließen (Shavasana). Atme 5 Mal bewusst und mit vertiefter Ausatmung, dann überlässt du den Atem seinem natürlichen Fluss. Du ruhst im Gefühl müheloser Bewusstheit.

3–8 Minuten

10. Yoga Mudra: Siegel des Yoga, Variation mit Chin-Mudra

jeff nelson yoga mudra tantra

Nimm eine für dich bequeme Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen ein. Mit einer Ausatmung beugst du dich nach vorn und legst die Stirn am Boden, auf einem Block oder Kissen ab. Dabei richtest du die Höhe so ein, dass du dich in der Haltung entspannen kannst. Lege die Arme um deinen Rücken und greife mit der linken Hand um dein rechtes Handgelenk. Dabei legst du die rechte Daumen- und Zeigefingerkuppe aneinander und streckst die drei anderen Finger (Chin Mudra). Atme ruhig und gleichmäßig und konzentriere dich dabei auf die Gegend zwischen dem unteren Ende deiner Wirbelsäule und dem Solar Plexus. Wiederhole im Atemrhythmus erneut das Ram-Mantra.

8 Atemzüge

11. Prana Mudra: Siegel der Lebensenergie

Nimm eine für dich bequeme Sitzhaltung ein. Wenn du mit gekreuzten Beinen sitzen magst und deine Knie höher stehen als die Hüften, dann setz dich auf ein Kissen. Leg deine Hände in den Schoß, dabei berühren sich die Fingerspitzen und du formst ein nach unten zeigendes Dreieck. Schließ deine Augen und lenke die Aufmerksamkeit auf das untere Ende der Wirbelsäule, das Wurzel-Chakra. Atme vollständig aus und wiederhole dabei 3 Mal im Stillen das Mantra Om, den Laut des universellen Bewusstseins. Dann hebst du einatmend langsam die Arme zu den Seiten bis knapp über Schulterhöhe, die Handflächen zeigen nach oben. Während deine Hände sich von unten nach oben bewegen, passieren sie alle 7 Chakras:

  1. Muladhara – Wurzel-Chakra
  2. Svadhisthana – Sakral-Chakra
  3. Manipura – Nabel- oder Solar-Plexus-Chakra
  4. Anahata – Herz-Chakra
  5. Vishuddha – Kehl-Chakra
  6. Ajna – Drittes-Auge-Chakra
  7. Sahasrara– Kronen-Chakra
Hier findest du alle 7 Hauptchakras ausführlich erklärt.

Mache dir jedes einzeln bewusst und wiederhole dabei innerlich für jedes Chakra den Laut Om. Beim 7. Chakra angekommen, bleibst du noch einen Moment in der Atemfülle. Vielleicht kannst du dabei Wellen von Freude oder Kraft wahrnehmen, die durch deinen Körper aufsteigen. Dann senkst du die Arme langsam ausatmend wieder. Dabei wendest du die Handflächen zum Körper und denkst erneut für jedes Chakra Om, bis die Hände wieder dreieckförmig im Schoß liegen.

10 Wiederholungen

„Im Kern bedeutet Tantra: Energielenkung. Das eröffnet uns den Zugang zur Erforschung unserer inneren Landschaft.“

12. Meditation

jeff nelson meditation tantra

Bleibe anschließend aufrecht und mit geschlossenen Augen sitzen. Lenke die Aufmerksamkeit auf dein Herz-Chakra und lasse deinen Atem möglichst mühelos fließen. Stelle dir vor, dass du in deinem Herzen ruhst, als inneres Licht voller Präsenz.

2–5 Minuten


Rod Stryker

ROD STRYKER ist einer der bekanntesten Yoga- und Tantralehrer der USA. Auf den Bildern ist seine Schülerin Kerry Kleisner zu sehen, die seit 2007 ParaYoga bei ihm gelernt hat und es in Boulder, Colorado auch selbst unterrichtet.

Mehr zu Rod und ParaYoga unter www.parayoga.com.


Möchtest du mehr über Tantra erfahren? Anna Trökes erklärt dir in dieser Podcast-Folge alles, was du darüber wissen musst…

Tantra war das Titelthema unseres YOGA JOURNALS Nr. 83 – 05/22:

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-83-05-22-online-ausgabe/

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Adho Mukha Shvanasana

Dr. Ronald Steiner - herabschauender Hund

Der herabschauende Hund ist einer der wichtigsten Klassiker der Yogapraxis. Er wird nicht nur einzeln geübt, sondern auch in vielen Flows und als Ausgangspunkt für andere Haltungen. Eigentlich kann man sich nicht genug mit ihm beschäftigen. Hier erklären wir die wichtigsten Details.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung

Adho Mukha Shvanasana mobilisiert und kräftigt den Schultergürtel. Damit ist die Haltung eine der besten Vorbereitungen für den Handstand. Zusätzlich fördert sie die Flexibilität der Beinrückseiten, beginnend mit der Dehnung der Fußsohle, über die Waden, Kniekehlen und Oberschenkelrückseiten bis zum Becken.

So geht’s

Step 1: Du beginnst im Vierfüßlerstand, wobei der Abstand zwischen Händen und Füßen etwas weiter ist als gewohnt: Die Hände befinden sich leicht vor den Schultern, die Knie etwas hinter dem Becken. Platziere dabei deine Hände so, dass zwischen allen Fingern ein etwa gleich breiter Abstand besteht.

Step 2: Wölbe dich nun vom Becken ausgehend in eine Rückbeuge. Um dabei eine harmonische Spannung zu kultivieren, ziehst du ein imaginäres Gummiband auseinander, das über die Vorderseite deines Rumpfes zwischen Becken und Herzraum verläuft.

Step 3: Stell deine Fußballen auf und hebe die Knie langsam ab. Achte darauf, die in Step 2 aufgebaute Spannung zu wahren, während du dein Becken langsam nach hinten schiebst. Dabei bewegen sich die Schulterblätter mit in Richtung der Arme.

Step 4: Nimm schließlich deinen Kopf nach unten zwischen deine Arme, strecke langsam die Beine und senke behutsam deine Fersen.

Alignment-Tipps für Adho Mukha Shavanasana

dr. ronald steiner adho mukha shvanasana
Foto: Richard Pilnick

Fingerwurzeln auf den Boden: Die Hände und Handgelenke stellen die Verbindung zum Boden her. Breite daher deine Finger möglichst gleichmäßig aus. So bekommt dein Bodenkontakt mehr Fläche. Schiebe dabei die Fingerwurzeln fest gegen den Boden. Dadurch verlagert sich Gewicht vom Handballen nach vorne. Die Handteller wölben sich auf diese Weise und der Druck in den Handgelenken reduziert sich.

Schultern lang: Nach den Handgelenken bilden die Schultern die nächste Übertragung von Kraft zwischen Rumpf und Untergrund. Der Oberarmkopf ist im Vergleich zur Gelenkpfanne am Schulterblatt relativ groß. Um den Druck hier gleichmäßig zu verteilen, stellst du die Schulterblätter hinter die Kraftlinie des Oberarmes. Das gelingt, indem du die Arme ausgehend von den Schulterblättern aktiv in die Länge schiebst. Baue zudem mit den Schulterblättern Spannung zum Rumpf hin auf, indem du die Achselhöhlen nach vorne spannst, als wollten sie zueinander weisen.

Rücken längs rollen: Ein Blatt Papier weist kaum Stabilität auf. Doch wenn du es rollst, wird es fest und kann Kraft übertragen. Genauso kannst du deinen Rumpf mit einer kleinen, kaum sichtbaren Bewegung in sich stabilisieren: Stell dir vor, du rollst die Vorderseite deines Rumpfes längs nach innen, während du die Rückseite in Längsrichtung auseinander rollst. Das gibt dir mehr Stabilität und entlastet deinen Rücken.

Setz zum Sprung an: Wieder hilft der Vergleich mit einem Blatt Papier: Du kannst es nicht zugleich längs und quer einrollen. Damit du die gesamte Wirbelsäule in ihrer neutralen Schwingung in die Länge strecken und stabilisieren kannst, musst du zunächst bewusst die Beine beugen und auf den Fußballen stehen – als wolltest du abspringen. So wird es möglich, dein Becken zu kippen und eine innenrotierende Spannung zwischen den Beckenhälften aufzubauen. In der Lendenwirbelsäule kannst du darauf aufbauend ein leichtes (physiologisches) Hohlkreuz (Lordose) bilden. Umgekehrt füllst du den Raum zwischen den Schulterblättern, um in der Brustwirbelsäule einen leichten (physiologischen) Buckel (Kyphose) zu bilden. Das ist die natürliche Schwingung deiner Wirbelsäule. Mit zunehmender Flexibilität kannst du diese Ausrichtung auch halten, wenn du die Beine streckst, und spürst nur noch eine subtile Spannung in den Beinen.

Alternative Form

Foto: Richard Pilnick

Hände, Schultern und Rücken sind wesentlich im herabschauenden Hund. Leichter wird die Haltung indem du deine Knie gebeugt und deine Fersen angehoben lässt (Step 3).

Exkurs: Handgelenke

Anders als in Haltungen, in denen ein Großteil des Körpergewichts auf den Händen lastet, ist hier die Richtung, in die deine Hände weisen, weniger relevant. Der Grund dafür liegt in der besonderen Stellung des Handgelenkes im Hund: In den meisten Stützhaltungen ist die Hand im Verhältnis zum Arm abgeknickt, das Handgelenk befindet sich also in starker Extension. Hier ist die Extension nur minimal. Daher kann das proximale Handgelenk als Ei-Gelenk die Richtung der Hände relativ zum Unterarm in einem gewissen Ausmaß verändern. In der Asana-Praxis bewegen wir uns häufig aus dem herabschauenden Hund weiter in andere Haltungen. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schultern weiter nach vorne und über die Hände kommen, also in eine intensivere Extension des Handgelenks. Daher macht es Sinn, die Hände so zu platzieren, dass die Zeigefinger leicht nach außen weisen.

Erfahre in diesem Artikel noch mehr anatomische Details zu den Handgelenken im nach oben blickenden Hund:


Mehr zu Dr. Ronald Steiner findest du auf ashtangayoga.info. Dort gibt es auch eine Seite zum Sonnengruß und Adho Mukha Shvanasana: ashtangayoga.info/ashtanga-yoga/surya-namaskara-a-sonnengruss

Hör auch gerne mal rein bei uns im Podcast. Da gibt es ein spannendes Interview mit Dr. Ronald Steiner über Ashtanga Yoga:

#35 Augenyoga – Power für dein Sehsystem

Martina Hiltl verrät, wie du mit Yoga deine Brille los wirst

Heute geht es im Yogaworld Podcast um Augen Yoga. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Yoga nicht nur auf unsere offensichtlichen Muskelgruppen, sondern auch auf die kleinsten Nervenbahnen und Muskeln, bis hin zum Feinstofflichen wirkt. Da ist es nicht verwunderlich, dass Yoga auch gut für unsere Augen sein kann. Allerdings ist Augenyoga noch recht unbekannt, obwohl ihm eine enorme Wirkung nachgesagt wird. Augenyoga-Pionierin Martina Hiltl ist der festen Überzeugung, dass man mit Augenyoga seine Brille loswerden kann. 

Martina erklärt das Sehsystem und beschreibt daraufhin, wie Augenyoga hilft, die Sehkraft zu verbessern. Sie versteht die Zusammenhänge der Augen mit anderen Körperteilen und sogar Emotionen. So erläutert sie auch schlüssig, warum neben den Asanas und speziellen Augenübungen, auch Pranayama und Meditation einen enormen Einfluss auf unsere Sehkraft haben können. Außerdem beschreibt Martina, was den Augen im Alltag wirklich schadet und gibt wertvolle Soforttipps, um die Augen zu schützen.

Die Redaktion testet: Das Naturhotel Chesa Valisa

Naturhotel Chesa Valisa

Ihr seid reif für die Insel und sehnt euch nach Yoga, Ayurveda und Entspannung, möchtet aber der Umwelt und eurem Stresslevel zuliebe keine lange Flugreise antreten? Dann ist das Naturhotel Chesa Valisa im österreichischen Kleinwalsertal, direkt hinter der Grenze, genau das Richtige für euch. Unsere Kollegin Jenny hat das Hotel auf Herz und Nieren geprüft und schon mal vorgekostet … //anzeige

“In den Bergen ist Freiheit”

WANDA RUTKIEWICZ

Seit Wochen freue ich mich auf die Auszeit im Chesa Valisa, endlich ein Tapetenwechsel! Bereits die Fahrt ins Kleinwalsertal ist atemberaubend und lässt mich einen Gang zurückschalten, denn der Weg führt durchs wunderschöne Allgäu. Dieses Gefühl, wenn die Bergkette immer näher auf einen zukommt, lässt mich tief durchatmen. Da ich in der Nähe von München wohne, erreiche ich bereits nach ca. zweieinhalb Stunden das Hotel im österreichischen Hirschegg und fühle mich sofort entspannt, ganz ohne Reisestrapazen. Mich erwarten drei Tage Yoga, gutes Essen und Wellness – aber lest selbst, was ich dort erlebt habe …

Holz vermittelt Wärme und Geborgenheit

Als allererstes schalte ich mein Handy aus, denn ich möchte jeden Moment ganz intensiv erleben, ohne von irgendwelchen, meist banalen News abgelenkt zu werden. Auf dem Weg zur Lobby fällt mir auf Anhieb die geradlinige Architektur mit vielen Holzelementen des Hotels auf, was mir sehr gut gefällt. Ich liebe Holz, ob in Form von Häusern, schicken Möbeln oder im Urzustand der Bäume. Für mich vermittelt es ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und der Verbindung zur Natur.

Das Chesa Valisa Hotel besteht aus mehreren Gebäuden, die neuen Komplexe sind komplett mit einer Holzfassade versehen, das alte Haupthaus, das bereits im Jahr 1507 erbaut wurde, ist im für die Region typischen Alpenstil gestaltet. Sofort fühle ich mich hier wohl, spüre eine besondere Energie der Erde und kann den Alltag vor der Tür lassen. Im Zimmer angekommen, fällt mir die puristische Ausstattung ins Auge: Lehmwände und cleane Möbel, gepaart mit grau-weißen Stoffen. Keine Bilder oder sonstiger Schnickschnack, der ablenken könnte vom Wesentlichen. I like!

Changemaker Hotel: achtsames Reisen

Mein erster Tag beginnt bei einer Tasse Tee und einem sehr inspirierenden Gespräch mit Natalie aus dem Marketing-Team. Durch sie erfahre ich z.B. dass Nachhaltigkeit hier wirklich gelebt wird, denn das Hotel gehört zu den sogenannten klimaneutralen Hotels und ist darüber hinaus Mitglied im Verbund der Changemaker Hotels, der sich für umweltbewusstes und achtsames Reisen einsetzt. Bezogen auf das Konzept im Chesa Valisa bedeutet es, dass z.B. Heizung und Warmwasseraufbereitung auf Basis erneuerbarer Energiequellen wie Sonne, Pellets und Wärmerückgewinnung aufgebaut sind. Darüber hinaus regulieren die Lehmwände auf ganz natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Der Pool, der mit eigenem Quellwasser gefüllt ist, wird mit ionisiertem Salz gereinigt. Das Besondere: Sogar die Putzmittel basieren auf Basis von reinigungs-effektiven Mikroorganismen. Dazu sorgen Vollholzmöbel und Netzfreischaltung sowie reduzierter Elektrosmog für ein gesundes Raumklima. Unglaublich, aber wahr: Das gesamte Hotel wurde aus nur vier Rohstoffen gebaut (Holz, Glas, Stein und Lehm), die sich perfekt in die umgebende Natur einfügen. 

Interessant ist auch, dass das Hotel in Anlehnung an die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde konzipiert ist, und so befinden sich an verschiedenen Orten immer wieder entsprechende Skulpturen, Wasserquellen o.ä. 

Zur Ruhe kommen im Spa des Chesa Valisa

Am Nachmittag erkundige ich dann den Spa-Bereich. Zwischen den Saunagängen und meinen Bahnen durch den Outdoor-Pool genieße ich in einer der Schwebeliegen den herrlichen Blick auf die Berge und lasse meine Gedanken davonziehen. Runterkommen, zur Ruhe kommen und eins werden mit der Natur gelingt hier auf jeden Fall. Zurück im Zimmer, spüre ich eine angenehme Schwere und verschwinde erst einmal im Land der Träume. 

Die VErnunft beginnt bereits in der Küche

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Essen bedeutet für mich Genuss und Lebensfreude. Ganz wichtig: Bevor ich ein Hotel buche, schaue ich mir mittlerweile ganz genau das Speiseangebot an, denn ich lebe seit vielen Jahren vegan, aus Mitgefühl zu den Tieren. Vor allem in Bayern habe ich hier leider schon oft enttäuschende Erfahrungen gemacht, mit fleischlastigen Speisekarten aus dem Mittelalter. Im Chesa Valisa ist das anders, denn es gibt jeden Tag ein veganes Menü zur Auswahl, und donnerstags ist sogar „Grüner Tag“, d.h. es landen weder Fisch noch Fleisch auf den Tellern.

Im Naturhotel gibt es vegane, ayurvedische und omnivore Speisen – eine Küche, die auf saisonale, naturbelassene, regionale und biologische Lebensmittel setzt. Alles wird frisch zubereitet, Mehl selbst gemahlen, um damit fast täglich frisches Brot zu backen. Und wer Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, stößt im Naturhotel nicht auf verständnislose Blicke. Küchenchef Andreas Ziep kümmert sich persönlich um die Zusammenstellung eines entsprechenden Speiseplans. Blumen und Kräuter kommen aus dem hoteleigenen Bauerngarten – angebaut im Biodynamischen Stil, mit eigenem Dünger und Wiederverwertung der Reste.

Besonders beeindruckend finde ich das wirklich große Angebot am Salat-Buffet, an dem sich die Gäste sich übrigens auch mittags bedienen können. Ob Quinoa-, Karotten- oder Rucola-Salat mit Kürbiskernöl – mein Teller schaut aus wie ein buntes Vitamin-Potpourri. Yummi! 

Yoga, Ayurveda und Panchakarma 

Der zweite Tag steht – nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Wanderung – ganz im Zeichen des Yoga und so entscheide ich mich für die Prana Vinyasa Flow-Yoga-Einheit am Nachmittag mit Chamal aus Sri Lanka. Mir gefällt seine ruhige Art zu unterrichten, und die Pranayama-Übungen zum Schluss bringen mich nochmal so richtig runter. 

Klar, dass wir bei YogaWorld vor allem einen Blick auf die Yoga-Angebote werfen, und da muss ich sagen, punktet das Chesa Valisa gleich doppelt. Zum einen mit Yoga: mindestens 2-mal pro Tag stehen Yoga-Einheiten auf dem Plan. Dabei können Hotelgäste mit 5 verschiedenen Lehrer*innen üben und für jeden ist etwas dabei: Prana Vinyasa Flow Yoga, klassisches Hatha Yoga, Kundalini Yoga, Elemental Yoga & Gravity Yoga oder sportliche Hatha Yoga Einheiten mit physiotherapeutischem Hintergrund. Daneben gibt es speziell buchbareYoga- Retreats wie “Yoga & Stille” oder eine Intensiv-Yogawoche mit externen Lehrern, die z.B. Yoga-Sessions mit Wanderungen in der Natur verbinden. Mein Tipp vor der Yoga-Einheit: Eine Wanderung in die Kleinwalsertaler Berge und zu den Bienen – denn das Naturhotel beherbergt 20 eigene Bienenvölker.

Love your Body: Das AlpinSPA

Falls ihr tiefer in die Ayurveda-Lehre eintauchen möchtet, kommt ihr auch hier voll auf eure Kosten, denn der hoteleigene Ayurveda-Arzt Dr. Dinu stimmt nach Konstitutionsgesprächen und Pulsdiagnosen die jeweils passenden Behandlungen und Ganzkörpermassagen auf Yogi*nis ab und gibt hilfreiche Empfehlungen für Ernährung und Co. Mein Favorit: Die Kundalini-Massage, also eine 60-minütige ayurvedische Rücken-Spezialmassage, durch die häufig blockierte Energie gelöst werden kann. Ziel ist es, die Lebenskraft zu wecken, die im Becken ruht.

Neu sind die Panchakarma-Kuren, die seit Kurzem im Chesa Valisa angeboten werden. Hier könnt ihr euch 14 Tage lang mit Ölen aus Indien und ganz ohne Jetlag behandeln und so Körper und Geist entschleunigen. An meinem dritten und letzten Tag im Naturhotel entscheide ich mich erneut für die Yoga-Session mit Chamal, aber zuvor lasse ich mich im Spa-Bereich verwöhnen.

Der Duft nach Holz, ätherischen Ölen und Gewürzen und ausgesuchten Kräutern … Klar, dass zu so einem Hotel auch ein gutes Spa gehört: Panorama-Sauna und beheizter Quellwasser-Pool mit Blick auf die umliegenden Zweitausender wie Widderstein, Kanzelwand usw., Sonnenbalkon mit Schwebeliegen, Soledampfbad, In-& Outdoor-Kneippbecken sowie Infrarotkabinen – ich würde sagen, so lässt es sich aushalten.

Übrigens: Auch im Wellnessbereich setzt das Naturhotel Chesa Valisa auf 100% Bio: für Gesichtsbehandlungen verwenden die Kosmetikerinnen rein die veganen Kosmetikmarken Pharmos Natur (aus Bayern) und MARÌAS (aus Salzburg). Unser Tipp: Das “Love your Age Power Treatment”. Kollagenpower-Lieferanten wie Avellana, Cranberry, Moringa und afrikanische Schwarzbohne verbessern die Dichte der Haut und polstern kleine (oder auch größere) Fältchen auf. 

Fazit: 

Ich fühle mich tatsächlich nach „nur“ drei Tagen im Chesa Valisa erholter als nach meinem einwöchigen Urlaub Anfang des Jahres auf Fuerteventura und habe ein besseres Gewissen in Bezug auf meinen CO2-foodprint. Besonders gut hat mir die Mischung aus Ruhe und Bewegung gefallen. Es gibt übrigens auch manchmal Live-Musik am Abend sowie eine Tischtennisplatte, einen Billard-Raum und ein Klavier, sodass man nach dem Essen ein bisschen Entertainment erleben kann. Für mich die perfekte Kombi – oder wie es mit den Worten von Pink Panther zu sagen: „Ich komme wieder, keine Frage.“


Mehr Info: naturhotel.at

Mit Human Design deine Energie verstehen lernen

Wie der Begriff schon verrät, geht es im Human Design darum, wie ein Mensch gestaltet ist. Doch es zeigt nicht auf, wie ein Mensch aussieht, ob er eine große oder kleine Nase, ein rundes Gesicht hat oder welche er Kleidung trägt. Human Design nimmt eine andere Ebene ins Visier, und zwar die energetische. Unsere Gast-Autorin Stephanie Löber gibt dir eine Einführung in das komplexe System der Differenzierung.

Text & Fotos: Stephanie Löber

Human Design ist eine Synthese aus den vier alten Weisheiten – nämlich der westlichen Astrologie, dem chinesischen I’Ging, der jüdischen Lehre der Kabbala und der Chakrenlehre, die ebenfalls aus dem Yoga bekannt ist. Dazu kombiniert es Wissen aus modernsten Wissenschaften wie der Quantenphysik und Epigenetik. Daraus entstanden ist eines der komplexesten Systeme, um den Fluss der Energien von Menschen zu verstehen.

Es ist eine Art innovatives und neuartiges Tool zur Einschätzung der Persönlichkeit und ein Weg, der die Selbstwahrnehmung stärkt, sowie ein besseres Verständnis und eine Bewusstheit für sich selbst und seine Umwelt schafft. Einerseits kann es unglaublich spirituell genutzt werden und unsere Seelenebene aufzeigen, andererseits beinhaltet es praktische und lebensnahe Tipps, um in die eigene Kraft zu kommen. Na, bist du nun neugierig?


Podcast-Folge zu Human Design: So lebst du dein kosmisches Potential

Stephanie Löber erklärt, wie du dein kosmisches Potential entfaltest. Als Holistic Human Design Coach Stephanie Löber gibt sie in dieser Folge vom YogaWorld Podcast eine zeitgemäße, leicht verständliche Einführung in Human Design.


Die Lebenschart – eine Abbildung deiner Energie

Das Human Design-System wurde 1987 von Robert Alan Krakower, der sich später zu Ra Uru Hu umbenannte, gechannelt und somit von ihm auf diese Welt gebracht. Aus den Kombinationen der oben genannten Weisheiten entstand eine Lebenschart, eine Art Körpergrafik, die die uns innewohnenden komplexen Energien in übersichtlicher und vereinfachter Form darstellt. Diese Lebenschart macht es uns möglich, die unsichtbaren Energien, Stärken und Potenziale, die in uns allen schlummern, sichtbar zu machen. 

Um deine Lebenschart zu erstellen, benötigst du dein Geburtsdatum, deine exakte Geburtszeit und deinen Geburtsort.


Hier eine Beispiel-Chart für den Typ „Manifestierender Generator“

In der Lebenschart befinden sich verschiedene Elemente, wie die neun Center (abgeleitet aus den sieben Chakren), die 64 Tore (aus den 64 Hexagrammen des I’Gings) und 36 Kanäle, die den Energiefluss zwischen den Ebenen aufzeigen und durch den Stand der 13 bewussten und unbewussten Planeten(punkte) bestimmt werden. Zu den Centern zählen Wurzel, Sakral, Milz, das emotionale Solarplexus, Ego/Herz, Selbst, Verstand und Krone. All diese Center sind Energieknotenpunkte, mit körperlichem Bezug und energetischer Wechselwirkung, ähnlich wie in der Chakrenlehre, die auch im Yoga einen wesentlichen Einfluss hat. 

Im Human Design können diese Center nun entweder definiert sein (das heißt farbig in deiner Lebenschart dargestellt werden) oder undefiniert sein (und somit keine Farbe in sich tragen). Diese Information schenkt uns bereits erste Hinweise über die dir innewohnende Kraft und Energie. Im Zusammenspiel mit anderen Menschen schenkt sie uns außerdem Verständnis für Triggerpunkte und Gemeinsamkeiten. 

So steht das Sakral im Human Design beispielsweise für Lebensfreude, Schöpferkraft, Kreation und Ausdauer. Ist dein Sakral definiert, so hast du einen dauerhaften Zugang zu diesen Energien, vorausgesetzt du nutzt sie im höchsten und besten Sinne, indem du aus Freude kreierst und erschaffst. Ist das Sakral nicht definiert, kann es sein, dass du permanent das Gefühl hast, dass du eigentlich mehr schaffen müsstest und keine Ausdauer hast. Diese wird nur im Zusammenspiel mit anderen freigesetzt, ist aber keine konstante Kraft in deinem Leben.

All dies ist weder gut noch schlecht, sondern zeigt uns einfach nur, wie wir energetisch dafür gemacht sind, unser Leben zu gestalten. Zudem können wir aus der Human Design Chart, wie sie auch genannt wird, bestimmte Informationen ablesen, was unsere Potenziale und Stärken, Bedürfnisse in Partnerschaft und Zusammensein sind, was unser Kraftort und Inkarnationsthema ist, wie uns andere Menschen sehen und welche Persönlichkeitsanteile wir in uns erkennen. Des Weiteren kann uns die Chart Hinweise für unsere Ernährung, unsere innere Motivation und noch so viel mehr liefern.

Dies.Das.Asanas mit Jelena Lieberberg: Das verdrehte Boot

Im Sommerurlaub hat sich Jelena Lieberberg nicht nur an Sonne und Meer gefreut, sie ist auch Boot gefahren. Natürlich hat sie sich nicht mit einem ganz normalen Navasana begnügt, sondern eine neue Variante ausgedacht. Auch wenn der Sommer etwas zurückliegt – ist das Boot in der Yogapraxis eine kraftvolle Ergänzung.

Text: Jelena Lieberberg / Foto: Sofia Gomez Fonzo

Sommer, Sonne, Kaktus. Beziehungsweise in meinem Fall: Sommer, Sonne, Boot fahren! Die klassische Bootshaltung heißt auf Sanskrit Navasana. Du kennst sie sicher: Auf dem knöchernen Dreieck von Sitzknochen und Steiß balancierend streckst du Beine und Arme in der Luft nach vorn – und arbeitest dabei ziemlich kräftig mit deinen Rumpfmuskeln. In dieser Variante setzen wir Segel zu einem etwas komplizierteren Manöver: Also fertig zur Wende – wir stabilisieren weiterhin den Rumpf, nehmen aber eine Drehung dazu und halten dabei das Gleichgewicht. Das wird ziemlich wackelig, aber wie überall wird es mit etwas Übung auch immer leichter …

Macht das Spaß?

Auf jeden Fall. Denn wacklig wird es allemal (allerdings zum Glück ohne Seekrankheit) – und wer schon die Erfahrung gemacht hat, dass manche Dinge mehr Übung brauchen, wird auch hier nicht verzagen, sondern ein Spiel daraus machen. Ein Warm-up mit aktiven Dehnungen hilft dabei, sich leichter in diese Position hinein zu drehen.

Muss ich das können?

Nein, wie immer gilt: Wer gerne probiert und spielt, ist herzlich dazu eingeladen, Balancefähigkeiten, Beweglichkeit und Fingerspitzengefühl zu testen. Da ich für euch immer auf der Suche nach Hybridpositionen bin, bei denen das Verletzungsrisiko gegen 0 geht, dürft ihr auch hier nach Herzenslust herumrollen, falls es mit der Balance noch nicht so ganz klappt. Wer allerdings mit Verletzungen am Gesäß, Steißbein oder am Ursprung der ischio-cruralen Muskulatur zu kämpfen hat (die sitzt in der Tiefe der Sitzfläche, ganz oben an der Rückseite des Oberschenkels), lässt diese Variante lieber aus.

Was muss ich dafür tun?

Jegliche Dehnungen der rückwärtigen Faszienlinien sind hilfreich: Dazu gehören Vorwärtsbeugen, herabschauender Hund und Flows. Außerdem solltest du die Wirbelsäule mit Drehungen im Sitzen geschmeidig machen. Auch der Kompass, bei dem im einfachen Schneidersitz ein Bein mit der jeweils gegenüberliegenden Hand gehalten wird, ist eine gute Vorbereitung. Und last but not least die Gedrehte Vorbeuge. Du findest sie auch auf unserer Website:

Step by step in das verdrehte Boot

jelena lieberberg verdrehte boot
  1. Beginne im Sitzen auf deiner Matte (oder auch im Sand am Meer). Greif zunächst für das einfache Boot mit beiden Händen in deine Kniekehlen und zieh deinen Rücken gerade, indem du das Brustbein Richtung Himmel reckst.
  2. Lehne dich nun langsam zurück (ohne dabei rund im Rücken zu werden), bis zuerst deine Fußspitzen zu schweben beginnen. Kleiner Hinweis: Falls Du dabei nach hinten rollen solltest, dann versuche, einfach wieder ins Boot zurück zu rollen. Hebe deine Unterschenkel bis parallel zum Boden und strecke die Füße. Bleibe etwa 5 Atemzüge lang in dieser Haltung. Löse dabei, wenn möglich, deine Hände und strecke sie außen neben den Beinen nach vorn. Danach setzt du die Beine kurz ab, entspannst dich und beginnst dann von vorn.
  3. Strecke nun aus dem Boot den rechten Arm zwischen den Beinen nach vorn. Ziehe dein rechtes Knie mit der Kraft der Bauchmuskeln zu dir heran und greife den rechten Fuß mit deiner linken Hand. Strecke langsam dein rechtes Bein nach oben. Halte die Balance aus deiner Körpermitte und rotiere dich dabei zur linken Seite.
  4. Denke mit jeder Einatmung an Länge im Rücken und vertiefe den Twist ganz sanft mit den Ausatmungen. Bleib etwa 5 Atemzüge lang in der Haltung. Nach einer kurzen Pause wiederholst du die Übung auf der anderen Seite.

Schau dir auch Jelenas neuestes eBook „Handstand Guide für Beginner“ an. Du findest es unter: kickassyoga.com

Kennst du auch schon die „strahlende Göttin“ aus Jelenas letzter Kolumne?

#34 Was ist Human Design?

Stephanie Löber erklärt, wie du dein kosmisches Potential entfaltest

Human Design – das klingt doch im ersten Moment irgendwie nach Robotern und künstlicher Intelligenz. Aber weit gefehlt: Human Design ist ein Tool zur Persönlichkeitsentwicklung, eine Erfahrungswissenschaft. Es ist ein komplexes System, das moderne Wissenschaften und alte spirituelle Weisheiten miteinander vereint. Und vor allem ist es gar nicht so einfach, es in wenigen Sätzen zu erklären. Holistic Human Design Coach Stephanie Löber nimmt in dieser Folge vom YogaWorld Podcast die Herausforderung an. Im Gespräch mit Susanne gibt sie eine zeitgemäße, leicht verständliche Einführung in das umfangreiche Human Design.

Stephie erklärt zunächst, was es mit dem wichtigsten Werkzeug im Human Design, der sogenannten Chart, auf sich hat. Sie beschreibt die Bedeutung des kosmischen Fingerabdruckes und der Neutrino-Theorie. Neben der Erläuterung weiterer Schlüsselbegriffe teilt Stephanie, wie Human Design ihr eigenes Leben durch ein tieferes Verständnis ihrer Eigen- und Fremdwahrnehmung verändert hat. Sie verrät dir, wie Human Design dir hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Übrigens: Stephanie Löber hat für uns auch einen Artikel zum Thema Human Design geschrieben. Hier kannst du dir unter anderem ansehen, wie eine Lebenschart genau aussieht und dir auch selbst deine individuelle Human Design-Lebenschart erstellen lassen.

Hier geht’s zu Stephanie Löbers Artikel zum Thema Human Design…