Vegan X-Mas: Blaukraut-Roulade mit heller Bratensauce

Weihnachtsmenue vegane Kohlrouladen

Surdham Göb ist ein bekannter veganer Koch, auf dessen Rezepte wir immer wieder zurückgreifen. Gemeinsam mit dem angehenden Arzt und Ernährungsberater Cirus Henn zeigt Surdham, dass Kulinarik und Medizin Hand in Hand gehen. Wie wir die Kraft der Ernährung lustvoll einsetzen, erklärt ihr medizinisch-kulinarisches Kochbuch „Gesund“, aus dem auch dieses Rezept stammt.

Oftmals sind Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte bräunlich und auf den ersten Blick vielleicht nicht so attraktiv. Diese Roulade ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man Erdtöne violett ummantelt farblich in Szene setzen kann. Bei uns schon ein moderner Klassiker!

Zutaten für 4 Personen

100 g schwarze Bohnen

100 g schwarzer Reis

ca. 600 ml kaltes Wasser

1 rohe Rote Bete

2 EL geschrotete Leinsaat

50 g Haferflocken

7 EL Hefeflocken (z. B. von Naturata)

1 Bund Estragon, fein gehackt

Salz

12 äußere Blätter eines Rotkohls

5 Nelken

3 Lorbeerblätter

1 EL Olivenöl

1/2 Sellerieknolle

3 EL Haselnussmus

250 g Buschbohnen

1 Msp. Natron

1 TL Koriandersaat

Fotografie © Oliver Brachat / AT Verlag

Zubereitung

Die Bohnen und den Reis getrennt über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag die Bohnen abgießen und in 250 ml Wasser 1 Stunde mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Den Reis abgießen und in einem kleinen Topf mit 150 ml Wasser 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Rote Bete schälen und auf einer Gemüsereibe klein raspeln. Die Bohnen und den Reis leicht auskühlen lassen und mit Roter Bete, Leinsaat, Haferflocken, 4 Esslöffeln Hefeflocken, der Hälfte des gehackten Estragons und einer Prise Salz zu einer homogenen Masse vermengen.

Den Rotkohl am Strunk anschneiden, sodass die 12 Blätter offen liegen. Den Kohl mit den Nelken und dem Lorbeer in kochendes Wasser geben und die weich werdenden Blätter nacheinander ablösen, weitere 3 Minuten im köchelnden Wasser schwimmen lassen. Wenn man die 12 Blätter beisammen hat, diese aus dem Wasser nehmen und abkühlen lassen. Den Strunk der ausgekühlten Blätter ausdünnen, damit sie flexibel werden, mit der Bohnen-Reis-Füllung belegen, einrollen und mit der Nahtseite nach unten in eine Kasserolle legen. Mit einem Schuss Wasser und einem Spritzer Olivenöl im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Umluft 20 Minuten backen.

Inzwischen den Sellerie schälen und würfeln. In einem kleinen Topf knapp mit Wasser bedecken, leicht salzen und das Wasser einkochen lassen, das dauert etwa 15 Minuten. Danach wieder kaltes Wasser dazugeben und dann mit dem Haselnussmus und den restlichen Hefeflocken mithilfe des Pürierstabs eine cremige Sauce zaubern. Die Buschbohnen putzen und in reichlich kochendem Wasser so lange kochen, bis ihre Farbe ins Dunkelgrüne geht (ca. 9 Minuten). Abgießen, kurz abschrecken und mit einem Spritzer Olivenöl und dem restlichen gehackten Estragon vermengen.

Anrichten

Eine kleine Kelle Sauce in die Mitte des Tellers geben, die Buschbohnen darauf anrichten und 1 1/2 Kohlrouladen anlegen. Tipp: Der übrig gebliebene Rotkohl kann, gut mariniert, wunderbar zu einem frischen Salat oder zu einem Apfelblaukraut weiterverarbeitet werden.


 Surdham Göb

Der bekannte vegane Koch Surdham Göb und der angehende Arzt und Ernährungsexperte Cirus Henn haben medizinische Erkenntnisse in ein Kochbuch mit vollwertigen pflanzlichen Rezepten verwandelt. Zeitgemäß, nachhaltig und zukunftsfähig kochen, aber unkompliziert und mit viel Genuss – das ist die Devise.

Die Zutaten sind leicht zu bekommen, bunt und abwechslungsreich. Die Rezeptfotos machen deutlich: Es geht nicht um Verzicht und Diät, sondern darum, die Kraft der Ernährung lustvoll einzusetzen. Beeinflusse mit deiner Kochkunst, wie die Welt in Zukunft aussieht.

“Gesund – das medizinisch-kulinarische Kochbuch” erschienen im AT Verlag


Noch ein tolles veganes Rezept von Surdham Goeb…

Achtsamer Wandel: So gelingt wahre Transformation – von Sally Kempton

Echte Transformation ist ein ziemlich radikaler Prozess. Die Meditationslehrerin Sally Kempton erklärt, wie man einen großen Wandel achtsam meistern kann.

Während einer Meditation erkannte mein langjähriger Schüler Dirk, dass das Leben, das er führte, nicht mehr wirklich authentisch war. Als Arzt fühlte er sich ausgebrannt, er hatte das dringende Bedürfnis, eine Auszeit zu nehmen, um sich über seinen weiteren Weg klar zu werden. Seine Frau sah das völlig anders und so brachte seine Einsicht auch vieles zutage, was in ihrer 20-jährigen Ehe nicht gut gelaufen war. Plötzlich stand nicht nur eine berufliche Neuorientierung im Raum, sondern auch eine Scheidung. Dirk begann, sich in Yogatherapie fortzubilden, er meditierte täglich mehrere Stunden und berichtete mir, er weine viel und fühle sich, als schwimme er in einem schnell fließenden Strom an Gefühlen – ohne zu wissen, wohin ihn dieser Fluss tragen würde.

Lass dich einfach kochen! Dann wird ein leckerbissen aus dir.

Rumi

Dieses Gefühl radikaler Unsicherheit ist typisch für jemanden, der mitten in einem Transformationsprozess steckt. Der arabische Mystiker Rumi beschreibt in einem seiner Gedichte, wie sich eine Kichererbse in einem kochenden Eintopf darüber beklagt, ihr sei zu heiß und das energische Rühren des Kochlöffels sei schmerzhaft. Daraufhin entgegnet der Koch: „Lass dich einfach kochen! Dann wird ein richtiger Leckerbissen aus dir.“ Ich habe dieses Gedicht immer wieder gelesen, wenn ich das Gefühl hatte, das Feuer, das meine Yogapraxis in mir entfachte, sei mal wieder allzu heiß. Ich fand, dass Rumi dieses fast körperliche Durchgekocht-Werden während bestimmter Phasen der Transformation wirklich gut beschreibt: Man erlaubt sich selbst, weich zu werden, ja sogar vollkommen aufzubrechen, um genauer zu erfahren, wer man eigentlich ist. Da ist es nur natürlich, dass man sich manchmal so fühlt wie die überhitzte Kichererbse. Vielleicht hat man sogar das verstörende Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, wer man eigentlich ist. Daran ist nichts Schlimmes, im Gegenteil: Diese Unsicherheit, das Verlorensein zwischen dem alten Selbst und dem noch unbekannten neuen, ist nur ein typisches Anzeichen für einen echten Transformationsprozess.

Sein und werden

Eine Transformation ist etwas anderes als ein spirituelles Erwachen oder eine Erleuchtung. Der Philosoph Yasuhiko Kimura definiert sie als einen „Tanz zwischen Sein und Werden“. Das Sein ist dabei die unveränderliche Quelle all dessen, was ist, der formlose Grund, an dem sich Worte und Kategorien auflösen. Das Werden dagegen ist jener Teil deiner selbst, der wächst und sich wandelt. Mit anderen Worten: Das Sein ist dein stilles Zentrum, das Werden dagegen deine Persönlichkeit, dein Körper und deine Interaktionen mit der Welt.

Während einer spirituellen Erweckung oder auch während einer Erfahrung tiefer Stille taucht man ein ins reine Sein, in die Liebe und Freiheit einer unsterblichen Essenz. Transformation geschieht, wenn die Erfahrungen und Einsichten aus diesem Sein auf die gewöhnliche menschliche Persönlichkeit und deren alltägliche Realitäten treffen und beginnen, Entscheidungen und Beziehungen zu durchdringen. So begann Dirks Transformation, als er erkannte, dass die Einsicht, die er während der Meditation gehabt hatte, auch gelebt werden wollte. Auch das ist typisch: Denn oftmals entsteht zwischen der Weisheit spiritueller Erfahrungen und den Gewohnheiten und Anforderungen des Alltags eine große Spannung. Und diese Spannung treibt den Wandel an. Aber es gibt noch andere Hinweise, an denen man nicht nur die Transformation an sich, sondern sogar ihre verschiedenen Phasen erkennen kann.

1. Der Weckruf

Die Reise beginnt fast immer mit einem Ereignis, das ich den „Weckruf“ nenne. Bei manchen ist das, wie bei Dirk, eine plötzliche, intuitive Erkenntnis. Aber genauso gut kann der Auslöser eine äußere Krise sein. So setzte Francescos Transformation ein, als der junge Schauspieler von einem Regisseur zu hören bekam, er könne kein echtes Gefühl ausdrücken. Für Daniela war der frühe Tod ihres Mannes der Ausgangspunkt. Und Andreas wurde von einem seiner Yogaschüler an den Kopf geworfen, sein Leben spiegele überhaupt nicht das wider, was er unterrichte. Jedes dieser Ereignisse brach etwas auf: den äußeren Lebensrahmen des betreffenden Menschen, aber viel mehr noch sein Selbstbild.

Die Evolutionsbiologin Elisabet Sahtouris schreibt, dass Evolution in der Natur von Stress angeschoben wird. Pflanzen zum Beispiel wachsen besser, wenn man sie radikal zurückschneidet. Bei Menschen ist das nicht viel anders: Wenn wir in eine Situation geraten, die wir mit unserem gegenwärtigen Maß an Verständnis und Fähigkeiten nicht kontrollieren oder verändern können, entsteht ein evolutionärer Stress. Er zwingt uns zum Hinterfragen, Suchen, Üben und dazu, einen Schritt aus unserer Komfortzone hinaus zu tun, um zu einem höheren Level an Bewusstsein zu gelangen.

2. Unsicherheit aushalten

Stress ist unangenehm, für manche Menschen sogar regelrecht verstörend. Aber er ist auch wichtig. Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Spiritualität geht einem wichtigen Durchbruch oft eine Phase intensiver Frustration und Stagnation voraus. Zum Beispiel wenn ein Forscher alle relevanten Daten zusammengetragen und unzählige Experimente durchgeführt hat, aber dennoch keinen Schlüssel zur Lösung seines Problems findet. In dieser scheinbaren Sackgasse steigen die Antworten nicht selten dann auf, wenn der Geist nach großer Anstrengung einen Moment lang ganz still wird, zum Beispiel weil man sich ausruht oder einen Spaziergang macht.

Spirituelle Durchbrüche folgen ähnlichen Mustern: Zunächst sucht man mit unbändiger Neugier und viel Engagement nach Antworten. Große Lehrer auf dem Pfad der Selbsterforschung, allen voran Ramana Maharshi und Nisargadatta Maharaj, haben sich zum Beispiel mit der Frage „Wer bin ich?“ abgemüht. Für meinen Schüler Dirk lautete sie eher: „Wie will ich leben?“ Eine einfache Antwort auf solche fundamentalen Fragen gibt es nicht, deswegen muss man sich in der Zeit nach dem Weckruf dem Stress dieser ungelösten Fragen aussetzen. Es ist eine Phase von intensiver Anstrengung und Praxis – und eine des Sehnens nach Weisheit, nach Wandel. Erst dieses Bemühen bringt Tapas hervor, eine transformierende innere Hitze, die ungute Gewohnheiten geradezu verbrennt, den Menschen reinigt, verfeinert und seine Psyche öffnet für tiefe Einsichten und Offenbarungen, die dann oft aus der Stille kommen – oder mit etwas Hilfe von außen.

transformation orientierung

3. Hilfe suchen

So wichtig die persönliche Anstrengung und spirituelle Praxis sind, es kann auch sein, dass man die Hilfe eines Lehrers oder Beraters benötigt – oder die einer höheren Instanz, die ich Gnade nennen würde. Mir selbst ist es oft so gegangen, dass die wichtigsten Durchbrüche geschahen, nachdem ich viel gebetet hatte. Je nach Stimmung bete ich zu Gott, zum universellen Bewusstseinsfeld oder zu meinem höheren Selbst. Das ist nicht so entscheidend. Viel wichtiger finde ich es, nur für etwas zu beten, das sich auch positiv auf andere auswirkt. Da ich aber weiß, dass sich eine positive Transformation auf individueller Ebene immer auch positiv auf andere auswirkt, habe ich keine Skrupel, um Hilfe zu bitten, wenn ich auf meine inneren Hindernisse stoße. Und das wirkt. Immer dann, wenn wir uns unsere grundlegende Hilflosigkeit eingestehen, scheint das Gnade geradezu anzuziehen. Das Beten hilft mir, meinen Stolz und mein Kontrollbedürfnis loszulassen. Deswegen beginne ich mein Gebet oft mit den Worten: „Ich kann das selbst nicht. Ich brauche die Hilfe der Gnade.“

Sally Kempton über den Halt im Inneren, wenn im Außen Chaos herrscht…

4. Gnade, Einsicht, Erwachen

Wenn Gnade im Spiel ist, dann ist das meist sehr deutlich spürbar, denn sie wirkt geradezu berauschend und oft wundersam: Man liest ein Buch und genau die Worte, die man gerade braucht, springen einem entgegen. Man fühlt sich angezogen von einem Kurs bei einem bestimmten Lehrer, der einem dann den entscheidenden Hinweis gibt. Man hört sich selbst einem Freund einen weisen Rat geben, und merkt, dass das jetzt von woanders herkam als aus einem selbst. Wenn Gnade im Spiel ist, ist das Leben voller Synchronizität, bedeutungsvoller Zufälle und Inspirationen, die einen ganz mühelos nach vorne bringen.

Diese Phase der Transformation kann unglaublich aufregend sein. Man hat das Gefühl zu lernen, wie man sich für die Weisheit des reinen Seins öffnet. Der Kabbala-Lehrer Marc Gafni sagt, dass man für eine echte persönliche Transformation den Quell-Code umschreiben müsse, also die tief eingeschriebene Programmierung, die darüber entscheidet, wie wir bestimmte Situationen erleben und auf sie reagieren. Da wir nicht wissen, wie wir willentlich an diesen Code herankommen, muss der tiefgreifende Wandel aus tieferer Einsicht erfolgen – einer Art intuitivem Bewusstsein, das aus dem Inneren aufsteigt.

Dass du diese Ebene von Einsicht erlebst, erkennst du daran, dass du eine Wahrheit, die du seit Jahren immer wieder gehört oder gelesen hast, mit einem Mal so richtig erkennst. Dann begreifst du zum Beispiel endlich, dass sie tatsächlich nicht deine Gedanken sind. Oder dass du deine Erfahrung wirklich verändern kannst, indem du deine Wahrnehmung veränderst. Wenn das geschieht, fühlt sich alles mit einem Mal ein wenig anders an und du spürst, dass deine Welt nie mehr dieselbe sein wird.

5. Die Flitterwochen

Diese Phase beginnt mit dem Eintreten der Gnade samt ihren Synchronizitäten und wundersamen Einsichten. Es fühlt sich an, als sei man verliebt und erfährt, dass diese Liebe auch erwidert wird. Manchmal halten die Flitterwochen über Jahre an: Man hat das Gefühl, alle Kämpfe seien zu Ende und man sei von einer spirituellen Kraft erfüllt, die vielleicht sogar so stark ist, dass auch andere sie spüren. Diese Präsenz von Gnade kann regelrecht euphorisierend sein. Manchmal so sehr, dass sie ein subtiles (oder weniger subtiles) Gefühl spiritueller Überlegenheit erzeugt: Man meint, es würde einem der Weg gewiesen, und blickt deshalb ein bisschen auf all jene herab, die noch nicht so weit sind. Häufig entscheidet man sich in dieser Zeit, seinen Launen zu folgen: Man lässt sein altes Leben hinter sich, um nach Indien durchzubrennen, oder man kündigt seinen Job und eröffnet ein Yogastudio. Manchmal sind diese Entscheidungen goldrichtig – und manchmal auch nicht.

6. Aus der Gnade fallen

Die Gefahr der Flitterwochen-Phase liegt auf der Hand: Man neigt zu allzu großem Vertrauen. So kann es im Rausch der Transformationsverliebtheit leicht geschehen, dass man Grenzen verletzt. Zum Beispiel weil man meint, man könne gar nichts mehr falsch machen. Oder weil man blind seiner Intuition folgt und nicht mehr klar unterscheidet. Es ist fast unvermeidlich, dass dem Glück der Gnade dann ein Absturz folgt – oder vielmehr das Gefühl, aus der Gnade herauszufallen. Manchmal ähnelt das einer Art Trockenheit, so, als würde man von dem Fluss abgeschnitten, der einen zuvor getragen und genährt hat. Das kann sich zum Beispiel äußern, indem du einen beruflichen Fehler machst, dich in die falsche Person verliebst oder dich mit deiner besten Freundin, der Familie oder Lehrer*in überwirfst. Es mag auch sein, dass du deine Ehe in den Sand setzt oder dass du dich beim Versuch, eine bedeutsame Lebensveränderung herbeizuführen, entmutigen lässt. Aber meistens ist das, was sich wie ein Absturz anfühlt, in Wirklichkeit eine tiefe Reinigung, ein emotionaler Detox, durch den psychische Themen, die du bisher nicht bearbeitet hast, ans Licht kommen und angeschaut werden können.

Der Absturz ist also ein wichtiger Teil der Reise.

Warum geschieht das? Meistens weil unser psychisches Gefäß nicht stark genug ist, um die kraftvolle spirituelle Einsicht der Transformation überhaupt halten zu können. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Vor vielen Jahren machte eine Freundin während eines Meditations-Retreats mit einem indischen Meister eine tiefe spirituelle Erfahrung. Sie sah ein wunderschönes goldenes Licht und erkannte, dass viele ihrer Glaubenssätze, etwa ihre Gefühle von Schuld und Ungenügen, völlig irreal waren. Sie geriet in einen Zustand großen Glücks. Mit kaum verhohlenem Stolz sagte sie: „Ich hab so ein Glück. Nie muss ich mich fragen, was ich tun soll, denn ich trage dieses innere Wissen in mir.“ Nach einer Weile veranlasste diese Intuition sie dazu, immer weniger zu essen. Sie war sich ihrer inneren Führung so sicher, dass sie lange nicht glauben konnte, was eigentlich offensichtlich war: Sie war magersüchtig geworden. Während der anschließenden Therapie meinte sie zunächst, sie sei auf ihrem spirituellen Weg gescheitert, doch in Wirklichkeit handelte es sich darum, erst einmal eine gesunde Balance in Körper und Geist herzustellen, die ihre spirituelle Praxis auf ein solideres Fundament stellte. Diese Geschichte ist sicher ein Extrembeispiel, aber sie verdeutlicht ein wichtiges Gesetz der spirituellen Transformation: Auch wenn man eine Ahnung davon bekommen hat, wer man sein könnte, ist fast immer ein gewisses Maß an Arbeit nötig, um die verschiedenen Stränge des eigenen Seins mit dieser Vision in Einklang zu bringen. Manches davon ist nur Fein-Tuning, anderes dagegen kann radikal sein, vor allem wenn verborgene Schattenseiten der Persönlichkeit zum Vorschein kommen.

7. Integration

Der Absturz ist also ein wichtiger Teil der Reise. Nicht nur macht er uns demütig, vor allem unterstreicht er die Notwendigkeit von Integration und setzt diesen Prozess auch in Gang. Jetzt geht es darum, innere Widersprüche zu verhandeln. Dein persönlicher Entwicklungsprozess mag nach radikaler Freiheit verlangen, um zu üben, zu reisen oder das Leben ganz neu zu organisieren. Gleichzeitig bist du aber aufgerufen, deinen Verpflichtungen gegenüber der Familie oder deinem Beruf nachzukommen und sich mit all dem herumzuschlagen, was notwendig ist, um im 21. Jahrhundert zu überleben. Die Integration von spirituellem Wandel kann nur gelingen, wenn man die gewonnenen Einsichten auch konsequent auf das eigene Leben anwendet. So ist es beispielsweise eine Sache, während einer Yogastunde zu erkennen, dass man eins mit der Erde ist – und noch mal etwas ganz anderes, diese Einsicht auch wirklich im täglichen Leben umzusetzen. Erst diese manchmal langwierige Integration erdet deine transformierende Erfahrung und macht aus ihr eine gelebte Art, sich in der Welt zu bewegen.

Es ist wie das Wachsen, Blühen und Gedeihen eines Apfelbaums: Es braucht Zeit für die Reifung.

Man muss sich also bemühen, Einsichten bewusst in Handlungen zu übersetzen. Dennoch – und darin liegt eines der Mysterien des Transformationsprozesses – geschieht die Integrationsphase in Wirklichkeit unter der Oberfläche des Bewusstseins. Genau wie jeden anderen natürlichen Prozess kann man sie im Grunde nur wenig beeinflussen. Es ist wie das Wachsen, Blühen und Gedeihen eines Apfelbaums: Es braucht Zeit für die Reifung. Eine Freundin hat das vor einiger Zeit sehr eindrücklich erlebt. Jahrelang hatte sie sich nach einer intimen Verbindung gesehnt. Dann wurde ihr Leben mit einem Mal durch eine leidenschaftliche Liebesaffäre auf den Kopf gestellt, die genau diese Sehnsucht zu erfüllen schien. Die Beziehung war zu intensiv, um von Dauer zu sein, und als sie endete, versetzte das meine Freundin in eine Phase großer Verwirrung und Unsicherheit. Als langjährige Meditierende wusste sie genug, um sich nicht zu vorschnellen Entscheidungen hinreißen zu lassen. Stattdessen ließ sie die Verunsicherung zu und wartete ab, wie sich alles entwickeln würde. Im Lauf einer Therapie und intensiver Meditation begann sie eine tiefe Verbundenheit mit den Energien der Natur wahrzunehmen. Dieser Prozess zog sich über mehrere Monate hin und es schien, als trete sie ganz allmählich über eine Schwelle. Immer mehr ihrer Begegnungen waren von diesem wachsenden Gefühl gemeinsamer Energie erfüllt. Auf diese Weise begannen sich ihre Beziehungen auf ganz natürliche Weise zu vertiefen. Sie musste nicht länger Stille mit Geplauder füllen, sie hatte keinen Drang mehr, sich unbedingt mit anderen zu verbinden. Stattdessen erkannte sie, dass diese Verbindung immer schon da ist. Irgendwann hatte sie ihre Sehnsucht nach Intimität auf eine Weise integriert, die sie nicht länger dazu zwang, das in einer leidenschaftlichen Affäre auszuleben. Stattdessen erkannte sie, dass Verbundenheit immer da ist, wenn man mit dem eigenen Herzen verbunden ist.

Als sie mir das erzählte und ich mich an unsere Gespräche der vergangenen Jahre erinnerte, wurde mir klar, dass meine Freundin die klassischen Phasen einer echten Transformation durchlaufen hatte: Sie war durch ihre Liebesaffäre aufgerüttelt worden, hatte die darauf folgende Unsicherheit ausgehalten und an einer Schwelle gestanden, an der sie nicht wusste, wohin ihre Reise sie führen würde. Sie hatte viel geübt, sich Hilfe gesucht, war immer wieder für kurze Zeit in das reine Sein eingetaucht und hatte die Einsichten aus diesen Erfahrungen in die Begegnungen mit anderen Menschen hineingetragen. Bis die geheimnisvollen Kräfte des Seins an einem bestimmten Punkt einen tief greifenden Wandel bewirkten, der ihren Quell-Code umschrieb: ihre Wahrnehmung und das Gefühl von sich selbst.

Das ist in meinen Augen der entscheidende Punkt: Wenn wir das Tor der Transformation durchschreiten (und Yoga ist in seinem Kern nichts anderes als solch ein Tor), können wir nicht vorhersehen, wohin diese Transformation uns führen wird. Wir können nur davon ausgehen, dass sie ein Tanz ist zwischen Einsicht und praktischer Anwendung, zwischen Übung und Gnade, zwischen Sein und Werden. Mit jedem Transformationszyklus, den wir im Lauf unseres Lebens durchlaufen, können wir die einzelnen Phasen etwas besser erkennen und durchleben. Wir beginnen, diese Gelegenheiten zu wachsen und uns zu entwickeln willkommen zu heißen – auch wenn es manchmal schwierig ist.


Sally Kempton Yogajournal

SALLY KEMPTON gehört zu den international renommiertesten Lehrerinnen für Meditation und Spiritualität. Sie schreibt seit vielen Jahren über Yogaphilosophie und hat mehrere Bücher verfasst. Mehr Infos unter sallykempton.com

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Die schönsten vegan-freundlichen Hotels in Deutschland und Österreich – plus Hunde-Hotelguide

Viele vegan lebende Menschen kennen das sicher: Der Urlaub naht, doch es ist gar nicht so einfach, ein passendes Hotel zu finden, das diesen Lebensstil unterstützt. Doch wir von YogaWorld halten immer die Augen auf nach schönen Orten, wo auch Veganer*innen die Seele baumeln lassen können, ohne beim Essen Abstriche machen zu müssen. In diesem Artikel haben wir dir die schönsten veganen Hotels mit einem rundum nachhaltigen Konzept in Deutschland und Österreich zusammengestellt.

Es hat sich zwar in den letzten Jahren viel getan, aber in den meisten „normalen“ Hotels erntet man noch immer einen schiefen Blick, wenn man nach veganen Essensoptionen fragt. Je weiter man in ländliche Gegenden kommt, desto schiefer wird der Blick. Mir selbst ging es schon oft so: Während die anderen Mitreisenden sich am Frühstücksbuffet satt essen, streife ich etwas zermürbt an den reichlich bedeckten Tischen vorbei. Am Ende ist alles, was ich finde, eine Vollkornsemmel mit Margarine und ein paar Streifen roher Paprika und Salatgurke. Manchmal gibt es sogar ein Müsli mit pflanzlicher Milch. Kommt schon, wir wissen doch inzwischen, dass die vegane Küche so viel mehr kann! Beim Abendessen gibt es mit ein wenig Glück ein veganes Curry. Da man das einzige vegane Gericht auf der Karte aber nicht jeden Tag in Folge essen möchte, bleibt die einzig andere Option der alte Klassiker unter den veganen Notnägeln: Pommes mit Salat. Juhu.

Aber genug gejammert. Denn es gibt sie: wunderschöne Hotels mit veganer Küche, wo Tierwohl und Nachhaltigkeit groß geschrieben werden. Los geht’s!

Plus: Vegane Hotels lieben Hunde und du darfst deinen gerne mitbringen. Den Hunde-Guide zu den einzelnen Hotels findest du ganz unten.

1. ahead Burghotel in Lenzen/Elbe (Brandenburg)

Fotos: © Patrick Hipp Werbefotografie

Lage: Allein die Lage dieses Hotels ist schon beeindruckend: Das ahead Burghotel ist eine denkmalgeschützte Burg, eingebettet in einen riesigen biozertifizierten Burggarten. Es ist umgeben von der faszinierenden Natur des UNESCO Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Brandenburg. Dort lädt der Fluss Löcknitz zu zahlreichen Freizeitaktivitäten ein wie Stand Up Paddeling, Schwimmen und Kanufahren. Oder, falls du nicht so wassersportaffin bist, kannst du wandern gehen oder dir ein Bambusfahrrad ausleihen und die schöne Gegend erkunden.

Küche: Bei der Verpflegung ist vegan nicht nur eine Option, sondern Standardprogramm. Das Restaurant „place to V“ serviert dir leckere, saisonale und rein pflanzliche Mahlzeiten. Im Wintergarten wird jeden Morgen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet serviert, das bereits im Zimmerpreis enthalten ist. Im Restaurant gibt es Mittag- und Abendessen sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag.

Yoga: Für Yogi*nis besonders interessant: das Teehaus mitten im Grünen. Es bietet dir einen Rückzugsort für deine Yoga- und Meditationspraxis – und das mit Fußbodenheizung. Egal welches der gemütlich eingerichteten Zimmer du in der Burg oder nebenan in der Burgschule buchst, in jedem wartet bereits eine eigene Yogamatte auf dich. Für die perfekte musikalische Vinyasa Flow-Untermalung liegt sogar noch eine Bluetooth-Box bereit. Wenn du lieber in der Gruppe übst, hast du mehrmals pro Woche die Möglichkeit, an einer Yogastunde teilzunehmen.

Nachhaltigkeit: Das ahead Burghotel ist nicht nur konsequent nachhaltig und klimaneutral ausgerichtet, sondern sogar klimapositiv. Die Energie kommt aus 100% Ökostrom und wird gespart, wo es nur möglich ist. Von der gesamten Zimmerausstattung, über die Kosmetikartikel in nachfüllbaren Spendern, bis hin zur Mitarbeiterkleidung ist alles rein vegan. Die Vision des Hotels ist, auch Vorreiter für andere Hotels zu sein: „Für eine bessere Welt, im Einklang mit der Natur, Mensch und Tier.“ We love it!

Mehr Infos unter www.aheadhotel.de.

2. Berghotel Ifenblick in Balderschwang (Bayern)

Fotos: © Berghotel Ifenblick, Pro Vision Media, Frithjof Kjer

Lage: Beim Berghotel Ifenblick ist der Name Programm: Inmitten eines wunderschönen Bergpanoramas an der Grenze zu Österreich liegt Balderschwang, die höchstgelegene Gemeinde Deutschlands auf 1.044 m Höhe. Es ist ein wahres Paradies für Ruhe und Erholung. 

Küche: Das Berghotel ist ein zertifiziertes Bio-Hotel mit 100 % Bio-Produkten, die regional aus dem Allgäu kommen. Die Küche ist zwar nicht rein vegan, aber veganer*innenfreundlich. Das heißt, es gibt beim Frühstücks- und Abendbüffet durchaus mehr als nur vegane Beilagen und am Nachmittag wird auch mal ein veganer Kuchen serviert. Um vielversprechende vegane Gerichte anbieten zu können, hat sich das Küchenteam Unterstützung vom veganen Koch und Kochbuchautor Surdham Göb geholt. Seitdem liegt im Berghotel Ifenblick die Freude am Ausprobieren der veganen Küche an der Tagesordnung.

Rezept aus Surdhams neuesten Buch „Gesund – das medizinisch-kulinarische Kochbuch“

Yoga: Auch für Yoga ist gesorgt: du kannst regelmäßig an einer Hatha Yogastunde mit Orientierung an den Fünf Tibetern oder an einer Kundalini-Meditation teilnehmen. Für noch mehr Entspannung sorgt der Wellnessbereich mit Schwimmbad sowie ein großes Massagenangebot mit naturkosmetischen Ölen.

Nachhaltigkeit: Das Bio-Hotel nutzt 100% Ökostrom. Nachhaltigkeit, Regionalität sowie umweltfreundliche Energie- und Abfallkreisläufe sind als Mitglied des Vereins der Bio-Hotels verpflichtend und werden regelmäßig kontrolliert. 

Gut zu wissen: Außerdem finden wir toll, dass das Hotel Ifenblick ein „Kuschelzimmer“ anbietet. Das ist eine Option für Auszubildende, Student*innen, Alleinerziehende und Berufsanfänger, sich kostengünstig auf ein bestehendes Zimmer eines Mitreisenden dazu zu buchen. Einen erholsamen Wellness-Urlaub sollte sich nämlich jede*r leisten können.

Mehr Infos unter www.berghotel-ifenblick.de.

3. Das Naturhotel Chesa Valisa (A-Vorarlberg)

Fotos: © Heldentheater

Lage: Das Naturhotel Chesa Valisa liegt in Hirschegg im Kleinwalsertal, umgeben von einer imposanten Bergkulisse. Ortsansässige bezeichnen es als „die schönste Sackgasse der Welt“, denn es führt tatsächlich nur eine Straße von Oberstdorf über die Landesgrenze in das Kleinwalsertal, das zu Österreich gehört.

Küche: Die Küche im Chesa Valisa ist nicht rein vegan. Veganer*innen sind aber auf jeden Fall willkommen und müssen nicht hungern, denn es steht täglich das vegan-ayurvedische Vital-Menü zur Auswahl. An einem Abend in der Woche wird allen Hotelgästen ein fisch- und fleischloses Menü aufgetischt. So werden mit schmackhaften, bunt angerichteten Tellern auch die Fleischesser unter den Hotelgästen an die vegetarische Ernährung herangeführt. Alle Produkte sind regional und saisonal und bio-zertifiziert.

Yoga: Yoga und Ayurveda werden im Chesa Valisa besonders großgeschrieben. Von Ayurveda-Schnuppertagen bis Panchakarma kannst du tief in die Lehren des Ayurveda eintauchen. Unabhängig davon stehen in ihrem Aktivprogramm mindestens zwei Yogakurse pro Tag, die abwechselnd von insgesamt fünf Yogalehrer*innen unterrichtet werden. Du kannst wählen zwischen traditionellem Hatha, Vinyasa Flow, sportlichen Stunden mit Physio-Hintergrund oder Stunden mit einem stärkeren Fokus auf Spiritualität. Darüber hinaus gibt es eine laufende Auswahl an unterschiedlichen Yoga-Retreats, die im Chesa Valisa abgehalten werden. Gerade wegen dem tollen Yogaangebote ist das Chesa Valisa eines unserer absoluten Lieblinge.

Nachhaltigkeit: Auch das Chesa Valisa ist ein zertifiziertes Bio-Hotel – und das schon seit 2005 als das erste in Vorarlberg. Von den Lebensmitteln und Getränken, über die Bettwäsche, bis hin zur Baubiologie des Hauses ist alles Bio. Das Hotel ist klimaneutral.

Mehr Infos unter www.naturhotel.at.

4. Das SEINZ in Bad Kohlgrub (Bayern)

Fotos: © Das Seinz, Danny Rothe

Lage: Die Gemeinde Bad Kohlgrub in Bayern hat eine lange Geschichte, was Gesundheit, Heilkuren, Moorbäder und Heilanwendungen betrifft. Das Seinz ist sowohl Biohotel, als auch Seminarzentrum und liegt auf einem schönen, zwölf Hektar großen Gelände inmitten der Ammergauer Alpen, das zu vielen Freizeitaktivitäten wie Ponyreiten, Wandern und E-Biken einlädt. Die Vision der Besitzer ist es, damit einen liebenswerten uns heilsamen Lebensraum zu schaffen.

Küche: Unter dem Motto „Vegan Plus“ wird grundsätzlich vegan gekocht, es kann jedoch jeder individuell und auf Wunsch sein Essen vegetarisch ergänzen. Alle Zutaten sind so regional und saisonal wie möglich, frisch und kommen aus naturnahem biologischen Anbau. Die Mahlzeiten sind stets bekömmlich und gesundheitsförderlich im ganzheitlichen Sinne zusammengestellt. Die Halbpension in Büffetform ist für alle Gäste zubuchbar, für Seminargäste gibt es auch ein Mittagsbüffet.

Yoga: Es gibt unter anderem den 270 qm großen Seminarraum „Sonnensaal“ mit Yogamatten, Sitzkissen und Decken. Dort organisiert das Seinz entweder selbst oder zusammen mit ihrem Partner Neue Wege-Reisen regelmäßig Yogaretreats.

Nachhaltigkeit: Als Biohotel mit Öko-Zertifizierung DE-ÖKO-006 verfolgt das SEINZ eine ökologische Grundlinie. Neben den Bio-Lebensmitteln wird besonders auf Energiesparen, baubiologische Materialien, Abfallvermeidung und natürliche Gartengestaltung geachtet.

Mehr Infos unter www.seinz.de.

5. Das 7 Sentidos in Bischofsmais (Bayerischer Wald)

Fotos: © Lana Tannir

Lage: Die sieben Casitas von 7 Sentidos im Bayerischen Wald sind ein echter Blickfang. Sieben bunte, wunderschön und detailverliebt eingerichtete Häuschen zerstreut auf 1,5 Hektar, wovon jedes etwas anders ist. Das Konzept von 7 Sentidos ist spanisch angehaucht, was es irgendwie noch sympathischer macht. Der Fokus liegt auf Ruhe und Rückzug. Man kann sich eine der Casitas, teils mit Privat-Sauna, für 2-4 Personen aussuchen.

Küche: Jeder Gast bekommt morgens ein veganes Frühstücksmenü, das „Buenas Dias Clasico“, direkt in die Casita geliefert. Eine „Grande“-Option des Frühstücks ist zubuchbar. Für Mittag- und Abendessen ist jedes Häuschen mit einer Küche zur Selbstverpflegung ausgestattet. Im liebevoll gepflegten Garten stehen den Gästen Wald- und Wiesenkräuter zum Verfeinern bereit. Es können aber auch Mahlzeiten auf Wunsch zugebucht werden. Diese werden ebenfalls direkt in der Casita serviert und variieren zwischen bayerisch, mediterran und orientalisch. Sie sind alle rein pflanzlich – alles 100% Bio und so saisonal und regional wie nur möglich.

Yoga: Es gibt zwar kein explizites Yogaprogramm, dafür aber mehrere Veranstaltungen zu Themen, die Yogiherzen höher schlagen lassen: Jahreskreisfeste, Meditations- und Mondabende, Naturspiritualität, Schamanismus, Trommeltreffen und viele mehr. Das 7 Sentidos lädt grundsätzlich ein, das Leben etwas mehr „tranquilo“ anzugehen – durchatmen, zurück zu den Wurzeln kommen und Zeit haben für die wesentlichen Dinge des Lebens.

Nachhaltigkeit: Auch das 7 Sentidos ist ein zertifiziertes Biohotel und trägt die Ökokontrollnummer DE-ÖKO-001.

Mehr Infos unter www.7sentidos.de.

6. Maripop in Ried im Zillertal (A-Tirol)

Fotos: © Lisa Staudinger, Martin Kaufman, Jenny Haimerl, Dominik Berchtold

Lage: Das Maripop ist ein Designhotel mitten im Zillertal und damit, neben dem atemberaubenden Bergpanorama rundherum, ein echter Blickfang. Es vereint Stadtleben und Dorfkultur und bietet einen Rückzugsort für alle Generationen. Während im Untergeschoss Künstler ihre Werke ausstellen, bildet das Herz des ehemaligen Gasthofs die Küche samt Bar und Stube im Erdgeschoss, wo – genau wie es früher in Tirol schon üblich war – alle zusammenkommen.

Küche: Im Maripop wird eine komplett vegane Verpflegung bestehend aus Frühstück, Nachmittagsjause und 5-Gänge Abendmenü angeboten. Tierische Produkte für nichtvegane Reisende bilden die Ausnahme. Das meiste Biogemüse (unter anderem Kürbis, Karotten, Kartoffeln, Gurken, Rot- und Weißkraut) kommt sogar aus eigenem Anbau. Falls Produkte nicht selbst angebaut werden können oder die Menge nicht ausreicht, wird regional und stets in bester Qualität eingekauft. In der Schauküche kannst du sogar zusehen, wie dein gericht liebevoll zubereitet wird.

Yoga: Dreimal pro Woche wird im Hotel eine Yogastunde angeboten. Für weitere Entspannung sorgt das umfangreiche Wellness- und Massagenangebot. Lass im Rooftop Spa, in der Sauna oder im Innen- oder Außenpool deine Seele baumeln.

Nachhaltigkeit: Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit werden im Maripop großgeschrieben. Die Design-Hotelzimmer wurden mit ökologischen Baustoffen angefertigt und es warten darin österreichische Naturkosmetikprodukte auf dich.

Mehr Infos unter www.maripop.at.

7. Lindenberg-Hotels in Frankfurt am Main (Hessen)

Impressionen vom Lindley in Frankfurt. Fotos: © Steve Herud, Simon Bolz

Lage: Die Lindenberg Hotels sind eine Kette: Neben den drei schicken Hotels in Frankfurt (Lindley, Libertine und Lindenberg-Rückertstraße) gibt es noch ein weiteres auf Bali. Sie alle laden zum zeitlosen Bleiben ein. Das heißt, Übernachtungsgäste sind genauso willkommen wie solche, die für Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre ein zweites Zuhause suchen. „Lindenberg“ steht, nach den Worten der Betreiber*innen, weder für Hotel noch Wohngemeinschaft und ist doch beides zugleich. Die Hotelgäste werden vielmehr als Gästekollektiv betrachtet, das sich an einem Ort der Gemeinschaft zusammenfinden soll. Ein sehr schönes Konzept, wie wir finden, und nah dran an der Yogaphilosophie. Die Zimmer wurden von einem Designer liebevoll und mit einem beeindruckenden Auge für Ästhetik eingerichtet. Dabei gleicht keines dem anderem.

Küche: Sowohl im Lindley, als auch im Libertine und im Lindenberg-Rückertstraße wird im Restaurant ausschließlich vegan gekocht. Jeden Tag gibt es für die Hotelgäste ein reichliches veganes Frühstück. Im 30 Kilometer entfernten Braumannswiesen im Taunus werden Gemüse und Kräuter biodynamisch und in Permakultur eigens angebaut. Es wird sogar ein Tagesausflug dorthin angeboten und in Anschluss daran darfst du gemeinsam mit dem Koch Matthias in der Gemeinschaftsküche die eigens geernteten Produkte zubereiten.

Yoga: Ein ausgeschriebenes Yoga-Angebot gibt es in den Hotels zwar nicht, dafür aber viel Platz, in deinem „zweiten Zuhause“ deine Yogamatte auszurollen. In der Großstadt Frankfurt findest du auf jeden Fall eine breite Auswahl an den unterschiedlichsten Yogastunden.

Mehr Infos unter www.thelindenberg.com.

Extra: Hunde-Guide

hund
Foto: Sofia Guaico via Unsplash.

Ahead Burghotel: Große wie kleine Hunde sind willkommen und dürfen mit zum Frühstück und ins Restaurant. Auf dem Zimmer gibt es ein Hundekissen, nur ins Bett darf er aus hygienischen Gründen nicht. Kosten: 19 € pauschal für bis zu zwei Hunde.

Berghotel Ifenblick: Hunde sind in einzelnen Zimmern erlaubt. Jedoch wird darauf geachtet, dass nicht mehr als 3 Hunde insgesamt im Hotel sind.

Chesa Valisa: Für das Naturhotel zählen Hunde als Familienmitglieder und sind ausdrücklich willkommen. „Die Umgebung mit der wunderschönen Natur rund um das Hotel lässt jedes Hundeherz höher schlagen“, so heißt es auf der Webseite. Daumen hoch!

SEINZ Biohotel: Solange dein Hund kinderfreundlich und sozialverträglich ist, darfst du ihn gerne mitbringen. Beachte, dass es auf dem Gelände auch Pferde, Kühe, Ziegen und einen Streichelzoo mit Kleintieren gibt.

7 Sentidos: Hunde (und Katzen) sind nach Rücksprache in der „Casita Siete“ erlaubt, müssen im Garten aber an der Leine geführt werden. Kosten: 15 € pro Hund.

Maripop: Im Maripop-Designhotel sind leider keine Haustiere erlaubt. Gegenüber gibt es jedoch das Maripop-Guesthouse, wohin du deinen Vierbeiner mitbringen darfst. Mehr Infos dazu unter maripop.at/maris-guesthouse.

Lindenberg: Haustiere sind auf Anfrage und gegen einen Aufpreis von 15 € pro Haustier und pro Tag willkommen. Assistenztiere sind natürlich von den Gebühren ausgenommen. Näpfe werden bereitgestellt.


Noch mehr tolle Hotels findest du hier…

#29 Praxisreihe: DJAYA – Yoga und Soundhealing

Erfahre tiefe Erdung und Verbundenheit mit Tanja Seehofer und Yann Kuhlmann

Heute kannst du dich in der „YogaWorld Praxisreihe“ auf eine einzigartige Reise in dein Inneres begeben. Tanja Seehofer und Yann Kuhlmann sind gemeinsam „DJAYA – Yoga & Soundhealing“. Yann begleitet eine Yin Yogapraxis von Tanja mit meditativer Livemusik in der Frequenz 432 Hz. Erfahre, warum genau diese Frequenz so besonders ist und mache den Selbsttest in vier wirkungsvollen Asanas:

1. Unterstützter, liegender Schmetterling

2. Liegender Halbmond

3. Drehung

4. Shavasana

Wir freuen uns, wenn du von deinen Erfahrungen erzählst. Schreib an Podcast@yogaworld.de oder kommentiere auf Instagram. Jetzt aber wünschen wir dir ganz viel Spaß und inspirierende Erlebnisse!

Die Redaktion testet: YOSANA, die waschbare Yogamatte

Waschbare Yogamatte Yosana

Diese Yogamatten versprechen eine Menge: Sie sollen samtig weich, nachhaltig, standfest und in der Waschmaschine waschbar sein. Und sie kommen in zwölf Designs daher. Wir haben getestet, ob die neue Yogamatte von YOSANA hält, was sie verspricht. //anzeige

YOSANA, ein sport- und yogabegeistertes Start-Up aus Österreich, hat sich nicht weniger vorgenommen als eine perfekte und nachhaltige Yogamatte anzubieten. Dafür haben die kreativen Köpfe eine Yogamatte entwickelt, die aus Naturkautschuk und einer neuartigen Mikrofaseroberfläche aus recycelten Textilfasern besteht. Diese werden – frei von Klebestoffen – mit einem Thermaltransferprozess auf der Oberseite angebracht. Die 3 mm dicken Hybrid-Matten vereinen Handtuch und Yogamatte. Denn die Mikrofaser-Oberfläche sorgt für optimalen Halt, vor allem bei schweißtreibenden Asanas und Workouts. Dazu nimmt sie die ganze Feuchtigkeit auf, sorgt dabei gleichzeitig für guten Halt und trocknet super schnell. Das Versprechen: Je mehr du schwitzt, desto höher wird die Rutschfestigkeit. Probiere ich gleich mal aus.

Yogamatte für schweißtreibende Yogastile

Und ja, ich muss sagen, nach meinem ersten Power Vinyasa Flow auf der Matte kleben die Yogaklamotten an mir und der Halt auf der Matte ist bombenfest. Minimal ins Rutschen kam ich zu Beginn, als ich noch unverschwitzt auf der Matte in den herabschauenden Hund kam. Dazu muss man sagen, dass ich von Haus aus sehr trockene Haut habe. Einmal bei YOSANA nachgefragt, hatte ich bereits die Lösung: Die Matte ein klein wenig mit einer Sprühflasche anfeuchten oder einfach die Hände vor dem Yoga kurz unter Wasser halten und dann nur abschütteln. Klingt vielleicht erstmal ungewöhnlich, hält dafür aber wie „angeklebt“. Perfekt also für alle schweißtreibenden Yogastile wie Hot Yoga und Ashtanga, aber auch Pilates oder HIIT Workouts. Übrigens finde ich, dass sich die Microfaseroberfläche wirklich toll anfühlt. Schön weich.

Yogamatte in die Waschmaschine

Was mir besonders gut gefällt: Ich kann meine YOSANA Yogamatte bei 30°C in der Waschmaschine waschen und danach einfach zum Trocknen aufhängen. Für mich top, weil ich mir schon manchmal denke: „Ich will nicht wissen, was alles so in meiner Matte herumkeimt…“. Zudem lege ich meine Matte immer und überall auf den Boden, gerne auch mal als Picknick-Platzerl. Also waschbar in der Waschmaschine – ein dickes Plus! Mit 183 x 68 cm ist die Matte auch breiter als herkömmliche Matten und mehr Platz ist ja bekanntlich immer gut, vor allem, wenn sich noch das ein oder andere Kind beim Shavasana an mich kuschelt.

Wunderschöne Designs

  • Yosana Yogamatte waschbar
  • Yosana Yogamatte waschbar

Zu allererst fallen bei YOSANA die zwölf wirklich schönen Designs ins Auge. Die Drucke und Farben leuchten, sind auf jeden Fall ein Hingucker und haben auch schon für „Ahhs“ und „Ohhs“ bei meinen Yogaladies gesorgt. Auch wenn die Optik natürlich nicht ausschlaggebend ist, macht es schon sehr viel Spaß auf so einer schönen Matte den Sonnengruß zu üben. Noch schöner: Yosana steht für Nachhaltigkeit, Regionalität und soziale Verantwortung: Die Matten sind zu einem Großteil biologisch abbaubar, das Design stammt aus Österreich. Die Fertigung aus Naturkautschuk und recycelten Textilien sowie ein komplett plastikfreier, CO2-neutraler Versand innerhalb Österreichs tragen zu einem grüneren Fußabdruck bei. Außerdem gehen fünf Prozent vom Erlös aus jedem Verkauf an das SOS-Kinderdorf.


Mehr über YOSANA auf www.yosana.eu

Titelbild ©Jessica Klimach

Playlist „Winter Flow“ von Daniela Klemmer

Die Playlist des Monats kommt im Dezember von unserer Redakteurin Daniela, die nebenberuflich seit einigen Jahren als Yogalehrerin tätig ist. In ihren Stunden, wie auch in ihrer eigenen Praxis, setzt sie Musik gezielt ein, um den Übergang von der äußeren in die innere Welt zu erleichtern. Ihre Intention hinter der Dezember-Playlist war, eine „Soundscape“ passend zur Jahreszeit des Rückzugs zu zeichnen. Der Fokus liegt dabei auf dem Element Wasser, das nach der TCM im Zusammenhang mit dem Winter steht.

Ich liebe es, Yoga-Playlists zu verschiedenen Themenschwerpunkten zu erstellen – sowohl für die Stunden, die ich unterrichte, als auch für meine eigene Yogapraxis. Musik ist für mich der Schlüssel zu den tiefer liegenden Ebenen meines Selbst. Beim Erstellen einer Yoga-Playlist schalte ich alle meine Antennen ein, lasse die Musik auf mich wirken und wähle in akribischer und achtsamer Feinstarbeit die einzelnen Titel aus, um ein stimmiges Gesamtkonstrukt zu erstellen. In der Hoffnung, dass meine Yogi*nis von ihr genau so durch ihre Praxis getragen werden wie ich. Gleichzeitig weiß ich jedoch, dass Musik auf jede*n völlig unterschiedlich wirken kann. Hier also mein „Vorschlag“ für den Monat Dezember:

Der Winter ist ganz klar eine Zeit der Ruhe, des Rückzugs und des In-sich-Kehrens. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird mit ihm das Element Wasser in Verbindung gebracht. Als Sinnbild kannst du dir einen stillen, klaren Bergsee vor dein inneres Auge rufen. Das Wasser-Element zieht sich auch als Symbol durch die „Winter Flow“-Playlist hindurch. Verbinde dich während deiner Praxis mit dem Element Wasser und spüre, wie du selbst aus Wasser bestehst, wie du selbst Wasser bist. Spüre dein fließendes Selbst, wie du deinen Körper von der einen in die nächste Form bewegst.

Foto: © Daniela Klemmer

Die Playlist beginnt sehr ruhig mit dem Song „Root Chakra“ von Beautiful Chorus. Damit soll eine Atmosphäre des Ankommens geschaffen werden. Bewusst habe ich hier einen Song ausgewählt, der vielen schon aus Flowstunden bekannt ist. Denn wo etwas Vertrautes ist, fühlt sich dein Nervensystem sicher. Von hier geht es über zu zwei Songs mit sanften Trommeln – „The Ritual“ und „We Breathe In“. Sie bieten sich an, erste aufwärmende Bewegungen in deinen Körper zu bringen und dich mehr und mehr mit deinem Atem und mit dir selbst zu verbinden: „We breathe our way home“, heißt es wunderschön im Songtext.

Mit den Songs „Introspección“ und „The Pacific Portal“ wird allmählich etwas mehr Tempo aufgebaut. Versuche, den Rhythmus deiner Bewegungen an den der Musik anzupassen, als würdest du durch deinen eigenen Flow tanzen. Tipp: Falls dir heute aber eher nach einer ruhigeren Praxis ist, überspringe diese beiden Songs einfach.

Das Wassermotiv zieht sich weiter durch die Songs, entweder über die Lyrics, oder durch Meeresrauschen und plätschernde Flüsse im Hintergrund. Es sind immer wieder neue Möglichkeiten für dich, um weiter abzutauchen.

Auf dem Weg Richtung Shavasana wirst du durch mehrere Songs von Eskimotion getragen. Ich liebe den weichen Sound der Akustikgitarre dieses Interpreten, der damit eine absolute Wohlfühlatmosphäre schafft. Da fehlt nur noch das Knistern des Kamins im Hintergrund. Der „Winter Flow“ endet mit dem Shivoham-Mantra, einem meiner tantrischen Lieblingsmantras, interpretiert von Silver Wattle und Naomi Keyte: Namah Shivaya Para Purnam, Shivoham, Shivoham.

Schenke dir ein ausgiebiges Shavasana von zehn Minuten oder länger. Lass dabei die letzten drei bis vier Songs der Playlist laufen oder genieße deine Endentspannung in absoluter Stille, ganz wie du es am Liebsten hast. Ich wünsche dir eine wunderschöne Winter-Yogapraxis und ganz viel Freude mit der Playlist des Monats.

Über Daniela Klemmer

Daniela ist seit September Teil unserer Online-Redaktion. Sie praktiziert Yoga seit zehn Jahren und unterrichtet seit fünf Jahren. Sie hat bereits mehrere Yogalehreraus- und fortbildungen absolviert mit Schwerpunkten unter anderem auf Vinyasa Flow, Yin Yoga und Myofascial Release. Ihren heutigen Unterrichtsstil beschreibt sie als „Embodiment and Somatics inspired Flow„.

„Seit ich in den letzten Jahren meine ersten Berührungspunkte mit Embodiment und Somatic Yoga hatte, sind diese beiden Konzepte sowie ihre Parallelen zur non-dualen tantrischen Philosophie nicht mehr aus meiner Praxis wegzudenken. Es geht darum, zu sein statt zu tun, alles anzunehmen, was ist, deinen eigenen Flow zu finden – und damit auch dein authentisches Selbst, das perfekt ist, genau so wie es ist.“

Mehr über Daniela findest du unter www.dhanyayoga.com oder @dhanya.yoga.

Titelbild: © Elisa Kerschbaumer via Unsplash


Das war unsere Playlist des Monats November:

Schneemond: Dezember Vollmond im Zeichen Zwillinge

Am 8. Dezember geht der Vollmond um 5.08 Uhr im Zeichen Zwillinge auf. Der Dezember-Vollmond, der der Wintersonnenwende (Yule) am nächsten liegt, wird auch „Eichenmond“ oder „Kaltmond“ genannt. Weitere beliebte Namen sind Schneemond, Sonnenwendemond oder Frostmond. Was diesen Vollmond im Zeichen Zwillinge so besonders macht, lest ihr unten im Beitrag. Hier ist eine Übersicht aller Vollmonde 2022 sowie einige Tipps für die Arbeit mit der Vollmondenergie.

Der Mond beherrscht in unserem Horoskop das emotionale Selbst und repräsentiert im Tarot den Archetypen der Urmutter sowie das verborgene und spirituelle Selbst. Bei Neumond stehen Introvertiertheit und Ruhe im Fokus. Bei Vollmond hingegen werden Extrovertiertheit und persönliche Kraft betont. Daher steht er auch für Wachstum und für die Entfaltung unseres Potentials.


Podcast mit Mondexpertin Johanna Paungger-Poppe

Mondexpertin Johanna Paungger-Poppe teilt ihr Wissen über den Mondkalender

17. Januar: Vollmond im Krebs

Uhrzeit 0:48 Uhr: Der erste Vollmond des Jahres 2022 ist der perfekte Zeitpunkt, um dir das bewusst zu machen, was du im vergangenen Jahr überwunden hast. Beginne das Jahr 2022 mit einer positiven Bilanz. Welche Erfahrungen hast bereits verarbeitet? Welche Gefühle kommen hoch, wenn du daran denkst? Fühle alle Gefühle in ihrer Fülle – die Krebsenergie hilft dir dabei

16. Februar: Vollmond im Löwen

Uhrzeit 17:57 Uhr: Nutze die Energie des Löwe-Vollmonds im Februar, um deine Wünsche neu zu formulieren und dich auf deine Ziele zu konzentrieren, die du dir beim ersten Neumond des Jahres gesetzt hast. Kannst du dich noch erinnern, wie du den ersten Neumond des Jahres verbracht hast? Welche Rituale haben dich begleitet? Sieh in deinen Notizen nach, was dich an Neumond beschäftigt hat.

18. März: Vollmond in der Jungfrau

Uhrzeit 8:17 Uhr: Nutze diesen ausgewogenen, geerdeten Vollmond in der Jungfrau, um das zu feiern, was du bisher geschafft hast. Es war bestimmt nicht immer leicht, um in deiner Karriere und spirituellen Praxis dorthin zu gelangen, wo du jetzt bist. Darauf darfst du stolz sein. Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht genug getan hast, nutze den Geist des Vollmonds, um dich neu auszurichten.

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16. April: Vollmond in der Waage

Uhrzeit 20:55 Uhr: Dieser Vollmond gibt dir Raum zum Atmen und soll dich daran erinnern, dass alle harte Arbeit auch tiefe Ruhe erfordert – das ist die Weisheit der Waage. Der Waage-Vollmond im April gleicht die Intensität der Widder-Saison aus, die uns zu richtigen Workaholics werden lässt. Wir schreiben endlose To-do-Listen und hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Doch heute heißt es innehalten und vom Machen ins Sein kommen.

16. Mai: Vollmond Mondfinsternis im Skorpion

Uhrzeit 6:14 Uhr: Wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, wandert der Mond durch den Schatten der Erde und wird für wenige Stunden verfinstert. Diese totale Mondfinsternis findet am 16. Mai 2022 statt. Während einer Mondfinsternis werden wir dazu ermutigt, alles loszulassen, was uns nicht mehr dient. Finsternisse können plötzliche und rasche Veränderungen mit sich bringen, und Vollmonde sind die Könige des Dramas. Daher kann es sein, dass wir in dieser Zeit unerwartete Veränderungen erleben. Dieser Vollmond und die Mondfinsternis im Skorpion werden sicher für starke Emotionen sorgen. Die Gefühle können übersprudeln. Tipp: In Bewegung bleiben, damit dich diese starken Gefühle nicht blockieren. Yoga üben, Wandern gehen oder Musik auflegen und tanzen helfen dir, die Energie durch deinen Körper zu leiten.

14. Juni: Vollmond im Schütze (Supermond)

Uhrzeit 13:52 Uhr: Der Vollmond im Juni bringt das Maximum an guter Laune, zumal es sich um einen Supermond handelt. Das bedeutet, dass der Mond der Erde am nächsten steht und auch am Himmel größer erscheint. Die Schütze-Energie lädt uns ein, alles zu genießen, was das Leben zu bieten hat: Freunde treffen, gute Musik hören, lecker Essen – mach alles was dich ins Schwärmen bringt. Schütze wird vom glücklichen Jupiter regiert. Das gibt Kraft, kann aber auch zu impulsiven Handlungen verlocken.

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13. Juli: Vollmond im Steinbock (Super-Vollmond)

Uhrzeit 20:37 Uhr: Und noch ein Supermond! Diesmal wird die Krebszeit durch ihren Konterpart, den Steinbock, ausgeglichen. Dieser Gegenpol ist wichtig: Frage dich, ob du deine Ziele schon verwirklicht hast, oder sind sie noch im Entstehen? Die Steinbock-Energie gibt dir den Mut, nicht aufzugeben und beharrlich deinen Weg zu gehen. Auch wenn wir bereits über die Jahres-Halbzeit hinaus sind, ist jetzt ein guter Zeitpunkt nochmal deinen Start ins Jahr zu reflektieren und die Intentionen, die du dir gesetzt hast zu prüfen.

11. August: Vollmond im Wassermann

Uhrzeit 3:36 Uhr: Falls du dich 2022 bisher eher mit den materiellen und praktischen Dingen beschäftigt hast, gibt dir der Wassermann-Vollmond im August das Zeichen, dich wieder mit deiner spirituellen Seite zu verbinden. Welcher spirituelle Lehrer hat dich bisher immer inspiriert? Eckhart Tolle, Jack Kornfield oder Joan Halifax sind zum Beispiel immer eine gute Idee. Außerdem treibt uns die Wassermann-Energie zu großen Beziehungsentscheidungen – das heißt entweder näher zusammenzurücken oder loszulassen. Zum Vollmond am 11. August kommt die Venus im Löwen an – du hast die Kraft alle Veränderungen liebevoll anzupacken.

10. September: Vollmond in den Fischen

Uhrzeit 11:59 Uhr: Der September-Vollmond in den Fischen ist immer eine willkommene Pause vor dem Umbruch des Spätsommers, der bereits den Herbst einläutet. In dieser Nacht ist es mal wieder Zeit, deine Intuition ins Spiel zu bringen. Und das Wort „Spiel“ ist hier besonders wichtig. Spielerisch und nicht zu ernst sein, wenn du vielleicht die Tarotkarten befragst oder deine Kristalle zum Aufladen ins Mondlicht legst. Musst du auch manchmal über dich selbst Schmunzeln, wenn du an Vollmond deine Rituale machst? Perfekt, denn so soll es sein – freu dich über magische Moment und nimm nicht alles so ernst.

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9. Oktober: Vollmond im Widder

Uhrzeit 22:55 Uhr: Während sich die nördliche Halbkugel abkühlt und wir uns dem Winter annähern, erinnert uns der Widder-Vollmond daran, dass wir unser Bedürfnis nach Herbst- und Winterruhe respektieren und gleichzeitig unsere Ziele weiterverfolgen können. Oder anders gesagt: Es ist noch nicht aller Tage Abend, bleib am Ball und verfolge deine Ziele. Ähnlich wie der Steinbock, ist der Widder ein Kletterkünstler und überwindet jedes unwegsame Gelände.

Die Energie des Widders ist selbstbewusst und impulsiv. Widder bekommen gerne, was sie wollen und können sich gut durchsetzen. Nutze die Energie dieses Vollmonds um berufliche Projekt voranzubringen.

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8. November: Vollmond-Mondfinsternis im Stier

Uhrzeit 12:02 Uhr: Diese Vollmondfinsternis im Stier bringt uns auf den Boden der Tatsachen – ganz praktisch und im materiellen Sinn. Du fragst dich vielleicht: Wie steht es um meine Finanzen? Die Vorweihnachtszeit beginnt und der erneute Stress, wem schenke ich was? Sollen wir uns überhaupt noch was schenken? Ist das nicht zu materialistisch? Aber was, wenn man gerne schenkt? Nimm die Fahrt in deinem Gedankenkarussell nicht zu ernst – immerhin bringt der Stier uns auch zurück auf die Erde und zu dem was uns nährt. Das darf auch ein schönes Geschenk sein.

Warum die Vollmond-Mondfinsternis so besonders ist

Weil wir eine totale Mondfinsternis haben, die mit dem Vollmond zusammenfällt: Für jede Finsternis muss die Sonne oder der Mond entweder dem Nordknoten (Zukunft, Schicksal) oder dem Südknoten (Karma, Vergangenheit, Vorfahren) nahe sein. Eine totale Finsternis bedeutet, dass der Mond oder die Sonne einem der beiden Knoten sehr nahe ist – und je näher einer von beiden ist, desto störender und kraftvoller ist die Finsternis. Diese spezielle totale Mondfinsternis steht in Konjunktion mit dem Nordknoten, bei dem sich alles um die Zukunft, das kollektive Schicksal, die Veränderung des Laufs der Geschichte, den Abschluss einer Ära und den Beginn von etwas Neuem dreht. Es ist ein Transit. Ein Erderschütterer.

Eine totale Mondfinsternis bei Vollmond in Stier deutet daher auf viele Umwälzungen, die mit Themen wie Sicherheit, Heimat und Komfort (Stier) in Verbindung stehen und sich auf kollektive Themen (Nordknoten) beziehen.

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8. Dezember: Vollmond in den Zwillingen

Uhrzeit 5:08 Uhr: Der letzte Vollmond des Jahres, der im geselligen Zeichen Zwillinge steht, kommt direkt vor unseren wichtigsten Winterfeiertagen. Mit der Zwillingsenergie, können wir mit Leichtigkeit und ohne Hemmungen frei, die Dinge ansprechen, die uns wichtig sind. Heute ist ein hervorragender Tag, um dich mit Freunden zu treffen, um dich auszutauschen und dir nochmal vor Augen zu führen, wofür du dankbar bist.

Zwillinge ist das Zeichen des Geistes und regiert Kommunikation, Ideen und kurzfristige Pläne. Wir können die Pläne und Ideen angehen, die uns am meisten am Herzen liegen und an die wir auch wirklich aus tiefstem Herzen glauben. Unsere Worte kommen dann nicht vom Kopf, sondern aus einer tieferen Ebenen und das macht uns authentischer.

Herz und Verstand gehen jetzt Hand in Hand, aber das kann zu Sturheit führen: Denn der Vollmond steht in Konjunktion mit dem rückläufigen Mars in Zwillinge, und das ist eine ziemliche Herausforderung, denn dadurch wird die rückläufige Energie noch stärker in den Vordergrund gerückt. Wir können super verärgert, super frustriert und super bereit für einen Streit sein. Bei diesem Vollmond kann es eine Menge Auseinandersetzungen geben, und wir können wirklich glauben, dass unsere Sicht der Dinge zu 100% richtig ist. Aber sehen wir jetzt wirklich das große Ganze? Wahrscheinlich nicht.

Noch mehr zum rückläufigen Mars, der noch bis zum 12. Januar 2023 wirkt, erfährst du hier.

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Titelbild: Alec Krivec via Pexels

#28 Im Rhythmus des Mondes

Johanna Paungger-Poppe teilt ihr altes Wissen über den Mondkalender

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ geht‘s um sehr altes, aber dafür nicht weniger aktuelles Wissen: Wir sprechen über den Mondkalender bzw. über den Rhythmus des Mondes und seinen Einfluss auf unseren Alltag. Dazu spricht Susanne mit Johanna Paungger-Poppe, einer echten Koryphäe auf dem Gebiet. Johanna ist in einer Großfamilie auf einem Bauernhof in Tirol aufgewachsen. Ihr Großvater war ein bekannter Heiler, der ihr sein Wissen weitergegeben hat. In der Familie war das Handeln und Leben in Harmonie mit Natur- und Mondrhythmen ein selbstverständlicher und unverzichtbarer Teil des Alltagslebens.

Johanna beschreibt die verschiedenen Mondphasen und spricht von den Tierkreiszeichen im Mondkalender. Sie nimmt uns mit auf eine Reise in ihre Vergangenheit und erzählt, wie sie schon seit frühester Kindheit die Auswirkungen des Mondes auf den Alltag beobachten konnte. Darüber hinaus liefert Johanna Erklärungen, warum das alte Mondwissen, obwohl es so wirksam ist, verloren ging. Dabei rechnet die schonungslos mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ab.