Playlist „Winter Flow“ von Daniela Klemmer

Die Playlist des Monats kommt im Dezember von unserer Redakteurin Daniela, die nebenberuflich seit einigen Jahren als Yogalehrerin tätig ist. In ihren Stunden, wie auch in ihrer eigenen Praxis, setzt sie Musik gezielt ein, um den Übergang von der äußeren in die innere Welt zu erleichtern. Ihre Intention hinter der Dezember-Playlist war, eine „Soundscape“ passend zur Jahreszeit des Rückzugs zu zeichnen. Der Fokus liegt dabei auf dem Element Wasser, das nach der TCM im Zusammenhang mit dem Winter steht.

Ich liebe es, Yoga-Playlists zu verschiedenen Themenschwerpunkten zu erstellen – sowohl für die Stunden, die ich unterrichte, als auch für meine eigene Yogapraxis. Musik ist für mich der Schlüssel zu den tiefer liegenden Ebenen meines Selbst. Beim Erstellen einer Yoga-Playlist schalte ich alle meine Antennen ein, lasse die Musik auf mich wirken und wähle in akribischer und achtsamer Feinstarbeit die einzelnen Titel aus, um ein stimmiges Gesamtkonstrukt zu erstellen. In der Hoffnung, dass meine Yogi*nis von ihr genau so durch ihre Praxis getragen werden wie ich. Gleichzeitig weiß ich jedoch, dass Musik auf jede*n völlig unterschiedlich wirken kann. Hier also mein „Vorschlag“ für den Monat Dezember:

Der Winter ist ganz klar eine Zeit der Ruhe, des Rückzugs und des In-sich-Kehrens. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird mit ihm das Element Wasser in Verbindung gebracht. Als Sinnbild kannst du dir einen stillen, klaren Bergsee vor dein inneres Auge rufen. Das Wasser-Element zieht sich auch als Symbol durch die „Winter Flow“-Playlist hindurch. Verbinde dich während deiner Praxis mit dem Element Wasser und spüre, wie du selbst aus Wasser bestehst, wie du selbst Wasser bist. Spüre dein fließendes Selbst, wie du deinen Körper von der einen in die nächste Form bewegst.

Foto: © Daniela Klemmer

Die Playlist beginnt sehr ruhig mit dem Song „Root Chakra“ von Beautiful Chorus. Damit soll eine Atmosphäre des Ankommens geschaffen werden. Bewusst habe ich hier einen Song ausgewählt, der vielen schon aus Flowstunden bekannt ist. Denn wo etwas Vertrautes ist, fühlt sich dein Nervensystem sicher. Von hier geht es über zu zwei Songs mit sanften Trommeln – „The Ritual“ und „We Breathe In“. Sie bieten sich an, erste aufwärmende Bewegungen in deinen Körper zu bringen und dich mehr und mehr mit deinem Atem und mit dir selbst zu verbinden: „We breathe our way home“, heißt es wunderschön im Songtext.

Mit den Songs „Introspección“ und „The Pacific Portal“ wird allmählich etwas mehr Tempo aufgebaut. Versuche, den Rhythmus deiner Bewegungen an den der Musik anzupassen, als würdest du durch deinen eigenen Flow tanzen. Tipp: Falls dir heute aber eher nach einer ruhigeren Praxis ist, überspringe diese beiden Songs einfach.

Das Wassermotiv zieht sich weiter durch die Songs, entweder über die Lyrics, oder durch Meeresrauschen und plätschernde Flüsse im Hintergrund. Es sind immer wieder neue Möglichkeiten für dich, um weiter abzutauchen.

Auf dem Weg Richtung Shavasana wirst du durch mehrere Songs von Eskimotion getragen. Ich liebe den weichen Sound der Akustikgitarre dieses Interpreten, der damit eine absolute Wohlfühlatmosphäre schafft. Da fehlt nur noch das Knistern des Kamins im Hintergrund. Der „Winter Flow“ endet mit dem Shivoham-Mantra, einem meiner tantrischen Lieblingsmantras, interpretiert von Silver Wattle und Naomi Keyte: Namah Shivaya Para Purnam, Shivoham, Shivoham.

Schenke dir ein ausgiebiges Shavasana von zehn Minuten oder länger. Lass dabei die letzten drei bis vier Songs der Playlist laufen oder genieße deine Endentspannung in absoluter Stille, ganz wie du es am Liebsten hast. Ich wünsche dir eine wunderschöne Winter-Yogapraxis und ganz viel Freude mit der Playlist des Monats.

Über Daniela Klemmer

Daniela ist seit September Teil unserer Online-Redaktion. Sie praktiziert Yoga seit zehn Jahren und unterrichtet seit fünf Jahren. Sie hat bereits mehrere Yogalehreraus- und fortbildungen absolviert mit Schwerpunkten unter anderem auf Vinyasa Flow, Yin Yoga und Myofascial Release. Ihren heutigen Unterrichtsstil beschreibt sie als „Embodiment and Somatics inspired Flow„.

„Seit ich in den letzten Jahren meine ersten Berührungspunkte mit Embodiment und Somatic Yoga hatte, sind diese beiden Konzepte sowie ihre Parallelen zur non-dualen tantrischen Philosophie nicht mehr aus meiner Praxis wegzudenken. Es geht darum, zu sein statt zu tun, alles anzunehmen, was ist, deinen eigenen Flow zu finden – und damit auch dein authentisches Selbst, das perfekt ist, genau so wie es ist.“

Mehr über Daniela findest du unter www.dhanyayoga.com oder @dhanya.yoga.

Titelbild: © Elisa Kerschbaumer via Unsplash


Das war unsere Playlist des Monats November:

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