Löwe – Simhasana

    Simhasana
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    Simha = Löwe; Asana = Haltung

    Löwe: Schritt für Schritt

    1. Du beginnst in einem für dich bequemen Fersensitz oder in Heldensitz auf einem Block und richtest den Rumpf auf (alternative Sitzhaltungen siehe Tipp). Lege die Handflächen auf Oberschenkel oder Knie und spreize die Finger. Dann schließt du die Augen und stimmst dich einen Moment lang auf deinen Atem ein.
    2. Wenn du bereit bist für das “Löwenbrüllen”, atmest du tief durch die Nase ein. Dann geschehen mehrere Dinge auf einmal. Du öffnest den Mund weit, streckst die Zunge kraftvoll mit nach unten gerollter Spitze heraus, reißt die Augen auf, spannst die Halsmuskeln an, schiebst die Hände kraftvoll gegen die Beine, biegst die Finger wie Raubtierkrallen nach oben und atmest bei verengter Stimmritze mit einem lauten, kehligen “Haaaah” aus.
    3. In einigen Texten heißt es, man solle den Blick auf die Stelle zwischen den Augenbrauen richten, also nach oben schielen (Bhru Madhya Drishti; Bruh = Braue, Madhya = Mitte, Drishti = Blick). Andere empfehlen den Blick zur Nasenspitze (Nasa Agra Drishti; Nasa = Nase, Agra = äußerster Punkt).
    4. Nach der Ausatmung schließt du Augen und Mund wieder, entspannst Hals, Gesicht und Hände und atmest ruhig weiter.
    5. Lass den Löwen noch zwei bis drei weitere Male brüllen. Anschließend lockere die Beine.

    Löwe – starker Tipp

    Um die Übung anspruchsvoller zu machen, kann man sie mit verschiedenen Beinhaltungen kombinieren.

    • Klassisch: Das rechte Fußgelenk ist über das linke gekreuzt, die Zehen zeigen zu den Seiten, der Damm liegt auf der rechten Ferse (bei B.K.S. Iyengar als Simhasana I bezeichnet).
    • Variante 1, Simhasana II): Die Beine liegen im Lotussitz, wobei man sich beim “Löwenbrüllen” nach vorn auf die Knie rollt und die Hände am Boden abstützt.
    • Variante 2, Mandukasana (Frosch): Hier zieht man das Gesäß aus dem Fersensitz nach hinten auf die Fußsohlen, legt die großen Zehen aneinander und grätscht die Knie. Auch in dieser Variante setzt man die Hände zum Brüllen vor dem Körper am Boden auf und lehnt sich nach vorn, allerdings werden hier die Finger zum Körper hin gedreht.

    Wirkungen

    • entspannt Gesicht, Kiefer und Brust
    • vertieft die Atmung
    • traditionellen Texten zufolge hilfreich bei Mundgeruch und Stottern

    Gegenanzeigen