Therapie für die Knie – Teil 1

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Im Anschluss an die Einleitung vom 28. September folgt heute der erste Teil der Therapiestrecke über die Knie von Dr. Ronald Steiner. Das Kniegelenk ist ein wahres Wunderwerk der Natur: Es ist nicht nur das größte, sondern mechanisch gesehen auch eines der kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers. Umso mehr müssen wir es schützen.

  1. Faszientechniken

Strecken Sie im Sitzen ein Bein nach vorne aus und streichen Sie die Bein­innenseite aus. Dazu drücken Sie Zeige- und Mittelfinger spitz zwischen die Muskelstränge und fahren von der Nähe des Schambeins nach unten bis über den Knöchel. Als nächstes ziehen Sie mit Daumen und Zeigefinger eine kleine Hautfalte ab und lassen sie entlang des gleichen Muskel-Faszien­strangs nach unten wandern. Wiederholen Sie dieselben Techniken, also Längs­friktion und die Hautfalten-­Methode, an der Außenseite des Beines. Hier beginnen Sie möglichst weit oben in der Nähe des großen Rollhügels (Trochanter Major) und ­wandern in Richtung Außenknöchel­ oder sogar darüber hinaus.
Anschließend wechseln Sie zum anderen Bein.

Wirkung

Im Verlauf dieser Faszienstränge liegen das Innenband­ mit dem damit verwachse­nen Innen­meniskus und das ­Außenband. Die Technik löst Verklebungen­ in den verschiedenen Faszienschichten und fördert ein ­ge­sundes Gleiten der Fasern. Da Innen- und Außenband gemeinsam das Kniegelenk in der sogenannten Zug­gurtung stabil halten, sollten Sie die Technik immer sowohl am Innen- als auch am Außenband durch­führen.
Entzündungen werden dadurch schneller aufgelöst und Verletzungen heilen besser. Besonders wichtig sind die Techniken bei früheren Verletzungen des Innenbands. Hier entstehen schnell Vernarbungen mit dem Innen­meniskus – das vermindert seine Gleitfähigkeit, langfristig wird er überlastet und schließlich geschädigt.

2. Radfahrer

Legen Sie sich auf den Rücken. Strecken Sie die Beine in die Luft und führen Sie langsame und bewusste Radfahrbewegungen aus. Nach einiger Zeit wechseln Sie die Richtung – das heißt, Sie treten sowohl vorwärts als auch rückwärts. Achten Sie dabei darauf, dass Fuß- und Kniege­lenke immer in die gleiche Richtung zeigen.

Wirkung

Die Gelenkflüssigkeit im Knie wird durch die Bewegung verteilt und der Knorpel auf diese Weise genährt. Zudem verfeinern Sie mit dieser Übung die Muskelsteuerung des Kniegelenks. Dadurch wird eine bessere Ausrichtung möglich, da die Fasern der Gelenkkapsel durch die Übung den nötigen Reiz bekommen, um sich für eine korrekt ausgerichtete Bewegung zu organisieren.

3. Fußwischer

Setzen Sie sich aufrecht auf den Boden. Beugen Sie ein Knie etwa in einem 90-Grad-Winkel und umfassen Sie es, indem Sie mit den Fingern den Gelenk­spalt ertasten. Rotieren Sie nun den Fuß wie einen Scheibenwischer hin und her. Sie können die Rotation des Unterschenkels im Kniegelenk mit ­Ihren Fingern deutlich spüren.

Wirkung

Das Gelenkplateau des Schienbeins bewegt sich unter den Gelenkrollen des Oberschenkelknochens hin und her. Die Menisken folgen dieser Bewegung ohne Belastung. Sie verformen sich und werden durch die Gelenkflüssigkeit gezogen; dadurch ­werden sie mit Nährstoffen versorgt. Deshalb ist diese Übung eine der effektivsten, um Meniskusverletzungen vorzubeugen oder den Heilungsprozess zu unterstützen.

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