Mini Practice gegen Müdigkeit und Unruhe

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Müde? Unruhig? Beides? Mit dieser kurzen Übungssequenz bringen Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag Körper und Geist zurück ins Gleichgewicht.

Nach einem langen Arbeitstag fühlen wir uns häufig erschöpft und aufgedreht zugleich. Welche Art von Praxis ist bei diesem scheinbar paradoxen Zustand am wirkungsvollsten? „Eines der Hauptziele im Yoga ist die Verbindung von Körper und Geist“, sagt der Yoga- und Meditationslehrer Frank Jude Boccio aus Arizona. Müdigkeit in Verbindung mit Nervosität ist das genaue Gegenteil dieses Idealzustands. „Glücklicherweise ist die Yoga-Praxis genau darauf ausgerichtet, dieses Ungleichgewicht auszubalancieren.“ Boccio rät, mit einer Entspannungshaltung zu beginnen. „Auch wenn Ihr beruflicher Alltag physisch nicht fordernd ist, fühlen Sie sich am Abend körperlich erschöpft, weil die geistige Arbeit den Glukosespeicher geleert hat.“ Das Resultat ist ein physischer Erschöpfungszustand. Um diesem wirksam begegnen zu können, hat Boccio diese kurze, regenerierende Sequenz zusammengestellt. Sie enthält Vorwärtsbeugen, die das zentrale Nervensystem beruhigen, sowie einfache Drehungen, um den Körper sanft zu revitalisieren, die Blutzirkulation anzuregen und den Energiefluss auszugleichen.

Sobald der Körper beginnt, sich zu entspannen, beruhigen Sie Ihren Geist mit dieser einfachen Atemübung: Lassen Sie den Atem ruhig und gleichmäßig fließen und achten Sie darauf, so vollständig wie möglich auszuatmen. Stellen Sie sich vor, dass der Atem Sie wie Wellen durchfließt, die mit jeder Ausatmung den angesammelten Schutt des Tages aus Ihnen herausspülen. Anschließend konzentrieren Sie sich auf die Einatmung. Visualisieren Sie die tiefe Einatmung als kraftvoll heranrollende Brandungswellen.

Wenn Sie die innere Ausgeglichenheit nach der Praxis beibehalten möchten, sollten Sie anschließend Fernseher und Computer möglichst ausgeschaltet lassen. Beides reaktiviert das zentrale Nervensystem. Die Folge sind häufig Probleme beim Einschlafen. Und wer nicht genug Schlaf bekommt, beginnt den Tag erschöpft – um ihn noch ausgelaugter zu beenden.

Mini Practice


1. Shavasana (Totenstellung)
1 ShavasanaSpüren Sie, wie der Boden ihr Gewicht trägt. Wandern Sie gedanklich durch den Körper und nehmen Sie den Grad ihrer Müdigkeit und/oder Überreizung wahr. Halten Sie anschließend die Positionen der folgenden Sequenz so lange, wie es sich für Sie angenehm und stimmig anfühlt.


2. Apanasana (Knie-zur-Brust-Haltung)
2 ApanasanaFühren Sie ein Knie zur Brust, während Sie das andere Bein ausgestreckt auf dem Boden liegen lassen. Wechseln Sie dann die Seiten, ehe Sie beide Knie sanft zur Brust ziehen. Dadurch kann sich besonders die Nierengegend entspannen, wo häufig Müdigkeit wahrgenommen wird.


3. Jathara Parivartanasana (Bauchdrehung im Liegen)
3 Jathara ParivartanasanaStrecken Sie die Arme seitlich aus und legen Sie für ein paar Atemzüge beide Beine angewinkelt auf der rechten Seite ab. Wechseln Sie anschließend die Seiten. Drehhaltungen wie diese steigern das Energielevel und verbessern die Durchblutung der Organe, insbesondere in der Nierengegend.

4. Jjanu Shirshasana (Knie-Kopf-Stellung)
4 Janu ShirshasanaBleiben Sie für einige Atemzüge in der Position und wechseln Sie dann die Seiten. Diese Vorwärtsbeuge beruhigt das zentrale Nervensystem.

5. Drehung im Sitzen
5 Drehung im SitzenDieser sanfte Twist in beide Richtungen wirkt belebend und hilft bei Lethargie.


Tipp für einen besseren Schlaf

Boccio empfiehlt, kurz vor dem Zubettgehen die Fußsohlen für einige Minuten mit kaltgepresstem, ungeröstetem Sesamöl zu massieren. Wenn Sie den beruhigenden Effekt steigern wollen, fügen Sie ein paar Tropfen Lavendelöl hinzu. So lenken Sie den Energiefluss vom Kopf weg nach unten und unterstützen ein Gefühl von Erdung, das beim Einschlafen hilft.

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