Eine Welt auf Probe: Über Verbundenheit und Verbindlichkeit

Eine Welt auf Probe: Verbindung und Verbindlichkeit
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Schafft Verbindlichkeit einen Raum, in dem Verbundenheit überhaupt erst möglich wird? Oder ist es vielmehr so, dass die (gerade im yogischen Denken oft mitschwingende) „Verbundenheit allen Seins“ Verbindlichkeit sogar verhindert? Unsere Autorin plädiert dafür, sich viel öfter festzulegen.

Text: Andrea Goffart / Titelbild: R_Tee/Getty Images via Canva

„Du, ich weiß noch nicht genau, ob ich heute Abend komme. Können wir später noch mal telefonieren?“, sage ich zu meiner Freundin und ärgere mich einige Stunden später über Teilnehmer*innen meiner Schreib-Räume, die 10 Minuten vor Start absagen. Wenn überhaupt. Auch in Yogastudios wird es immer schwieriger, einen 10-wöchigen Kurs anzubieten. So lange festlegen? Unmöglich.

Inzwischen geht der Trend von der flexiblen 10er-Karte längst zum online gebuchten Drop-in. Last-minute ist die Devise und es wird uns sehr einfach gemacht, nach diesem Prinzip unser Leben zu gestalten. Wenn alles immer und jederzeit verfügbar ist, dann reservieren wir halt für einen schönen Abend einen Zweiertisch („bitte am Fenster“) in drei verschiedenen Restaurants. Man weiß ja schließlich heute noch nicht, ob man am Freitag mehr Lust auf Veggie, Indisch oder Burger hat.

Es ist nie genug

Immer mehr Verbindung wird unverbindlich, erscheint das nur mir so? Beziehungen enden nach wenigen Monaten, Arbeitsverträge sind befristet, gewohnt wird heute hier, morgen dort. Wir testen und schnuppern, erweitern stetig unseren Horizont – was ja toll ist – und bleiben nie stehen. Wir leben, so scheint es, in einer Welt auf Probe und zögern, zaudern, winden uns, wenn es darum geht, ein klares Ja zu verkünden.

Was hält uns davon ab, verbindlich zu sein? Individualismus im Sinne einer umfassenden Gewinnmaximierung für das Ego? Mangelerleben? Es reicht nie – immer ist etwas anderes besser. Gerade habe ich den Kurzurlaub in Kapstadt gebucht, da sehe ich ein Special über Baku. Da will ich hin – ist doch viel geiler. Denn auch ich werde irgendwie besser sein, wenn ich mehr habe und aus der großen Auswahl schlau das Beste für mich sichere. Unser Konsumverhalten geht weit über Grundbedürfnisse hinaus. Vielmehr scheint es essenziell, richtig zu wählen.

Und dieses Richtig schließt von Jahr zu Jahr mehr Parameter ein: Erziehung, Bildung, Umfeld, Werte, finanzielle Möglichkeiten? Klar, aber auch Aspekte wie Umwelt, Klima und natürlich in den letzten Jahren massiv die Gesundheit sowie unzählige weitere Bedenken und Begierden spielen in unsere Entscheidungen hinein. Wenn ich mit der Bahn zum Seminar fahre, dann bin ich nachhaltig, aber vielleicht zu spät, wie unangenehm. Fahre ich mit dem Auto, finde ich keinen Parkplatz. Vielleicht besser eine Fahrgemeinschaft? Puh, dann bleibt die ganze Orga an mir hängen …

Wir jonglieren gefühlt ständig mit 1000 Bällen. Und jetzt noch einen zusätzlichen Ball aufnehmen und das auch noch verbindlich? Lieber nicht. Und überhaupt – so wichtig ist das Seminar eigentlich nicht, geh‘ ich halt nicht hin. Komplexität, letztlich also die Erkenntnis der Verbundenheit unendlich vieler Entscheidungsfaktoren, verursacht ein wachsendes Unvermögen, sich zu entscheiden. Und eine immer weiter sinkende Aufmerksamkeitsspanne macht Verbindlichkeit auch nicht einfacher.

Verbindlichkeit:
Was ist das eigentlich?

Für mich drückt die Formel „Walk the talk“ es sehr gut aus: Ich tue, was ich sage. Ich lasse Worten Taten folgen und überlege bewusst, was ich zusage und warum. So gesehen, ist Verbindlichkeit mehr als ein Pflichtgefühl im Außen, es ist auch eine Verneigung vor dem eigenen Dharma, der eigenen Klarheit und Ausrichtung. Wenn wir Verbindlichkeit ernst nehmen, entsteht aus ihr ein solides Vertrauen, das Beziehungen tragfähig macht – auch und gerade mitten im Chaos.

Drum prüfe, wer…

Viele von euch werden das Silvesterphänomen kennen. Die Eingeladenen melden sich auf den letzten Drücker, wenn etwas noch Besseres für die „Nacht der Nächte“ definitiv nicht in Aussicht steht – na gut, dann halt zum Fondue bei Ute. Woher kommt diese Last Minute-Mentalität – welche Glaubenssätze, Mechanismen oder Ängste liegen dahinter? Warum ist es für viele von uns so schwierig, sich zu entscheiden? Bevor du weiterliest – frage dich vielleicht einmal selbst – (warum) ist es für dich schwierig?

Zum einen besteht bei einer verbindlichen Entscheidung immer die Gefahr, enttäuscht zu werden. Hinter jeder Verbindlichkeit lauert eine Fehlentscheidung. Das ist nicht schön, wir fühlen uns unwohl, unsicher. Ein Verhalten, das Verbindlichkeit – generell Bindung – vermeidet, ist also immer Selbstschutz. Etablierte Bindungstheoretiker*innen wie John Bolby und Mary Ainsworth halten uns den Spiegel vor unsere unsicheren, vermeidenden Verhaltensweisen – die eben nicht nur in der Partnerschaft wirken und dazu führen, dass wir in einem permanenten Zustand der Selbst-Unsicherheit feststecken.

Verbindung und Verbindlichkeit
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Dort werden wir vermutlich so lange bleiben, bis wir verstehen, dass der Anspruch, alles richtig entscheiden zu müssen, zum Scheitern verurteilt ist. Die Angst vor dem Entscheidungs-GAU hat sogar einen schicken Namen: FOMO – Fear of missing out. Aber was können wir eigentlich wirklich verpassen? Wenn wir verbindlich sind, wenn wir klar unsere Meinung sagen, wenn wir Entscheidungen treffen und zu ihnen stehen, dann werden wir ab und zu falsch liegen. Wir werden scheitern. Immer wieder. Immer neu. Wir könnten es lustvoll tun? Und, ja, dann kann es auch passieren, dass wir die Chance unseres Lebens verpassen, wenn wir bei Utes Fondue zu früh zusagen. Und vielleicht trotzdem einen netten Abend verbringen, während das Leben die nächste „einmalige“ Chance schon genüsslich aus der Schublade zieht.

Verbindlich verbunden

Wenn ich mich entscheide, werde ich verbindlich. Ich mache eine verbindliche Zusage und stelle damit eine Verbundenheit her – und wenn es nur die Verbundenheit von zwei Terminkalendern ist. Nehme ich die Verabredung nicht ernst oder nicht wahr, dann hinterlasse ich eine Leerstelle – sowohl im Kalender als auch im Leben des Gegenüber. So weit – so banal. Und gleichzeitig ist Verbindlichkeit auch etwas, das wir mit Interesse, mit Offenheit und mit einem weitergehenden Verweben von Schicksalen konnotieren. Wir sind verbunden – wenn ich mich bewege, bewege ich dich mit, bewegst du dich mit.

Und hier kommen wir meines Erachtens am Kern an, nämlich bei der Erkenntnis, dass Verbindlichkeit und Verbundenheit in ihrer wechselseitigen Bezogenheit der Dualität von Yin und Yang gleichen. Gemäß der goldenen Regel, die sich als ein „Behandele andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ in fast allen Weisheitstraditionen wiederfindet, sprechen wir von Verantwortung für das eigene Verhalten. Es geht um Empathie oder – weitergefasst – um die Fähigkeit, das eigene Tun in all seinen Auswirkungen beurteilen zu können (und zu wollen).

Wie beeinflusst mein Handeln mein Gegenüber, meine Familie, Kolleg*innen, die Nachbarschaft – letztlich die Welt? Ausgehend von einem tantrischen Netz, in dem alles Leben miteinander verbunden ist, hat jede meiner Bewegungen eine Auswirkung auf das Ganze. Jedes Tun wirkt sich aus – auch das Nicht-Tun.

Unverbundenheit und Unverbindlichkeit

Verbindung und Verbindlichkeit
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Die Art von Verbundenheit, wie ich sie hier beschreibe, ist unsere Ursehnsucht. Sie ist eine Sehnsucht der Seele. Wir möchten zu einer Existenzebene zurückkehren, die wir tief in uns zeitlos erfüllt erleben – im Inneren sind wir verbunden. Wir sind eins – immer schon. Trotzdem leben wir die Trennung auf so vielen Ebenen: Zum einen die Trennung von dem, was wir Umwelt nennen. Hier ich – dort Welt. Dazwischen ganz viel (dicke) Luft. Dann die Trennung von Menschen, die meist „die anderen“ sind. Über Urteile, Meinungen und alles, was unser Denken so produziert, halten wir sie fern von uns. Und wünschen uns zugleich verzweifelt Nähe. Und zuletzt die Trennung in und von uns selbst – von Verstand und Herz, von Ego und Selbst, von Körper und Geist.

Es ist diese Trennung, aus der Unverbindlichkeit entsteht, denn sie verhindert, dass wir uns einlassen können. Wir bleiben getrennt vom großen Ganzen und flüchten uns ins denkende Wollen, Vergleichen, Erwarten, weil unsere innere Stimme irgendwann verstummt ist. Wir haben nicht nur das Vertrauen in uns selbst verloren, sondern auch in vieles, was Generationen vor uns noch Halt gab – zum Beispiel in die Autorität von Eltern, Lehrer*innen, Ärzt*innen, einer Religion oder den Medien.

Dann wäre es also im Umkehrschluss diese innere Stimme, die wir benötigen, um ein klares, sattes Ja zu sagen? Aus einem kraftvollen Selbstmitgefühl heraus und durch eine fühlende Wahrnehmung der Verbundenheit könnten wir unseren Verbindlichkeitsmuskel stärken – vielleicht über Yoga. Als achtfacher Pfad hilft uns Yoga, die Verbindung zur eigenen Wahrnehmung einzugehen. Yoga heißt Verbindung, bringt uns in Verbindung mit der eigenen Wahrheit, aus der heraus unsere Sprache klar und deutlich werden kann. Verbindlich.

Du, das fühlt sich gerade falsch an…

Andererseits entsteht aus dem ausschließlichen und/oder „zwanghaften“ Lauschen auf die innere Stimme, wie es in der spürenden Selbstwahrnehmung gerade modern ist, wiederum Unverbindlichkeit. Oft bekomme ich im spirituell erfahrenen Umfeld zu hören: „Du, es fühlt sich gerade nicht richtig an, heute mit dir ins Kino zu gehen, ich möchte lieber im Wald sein, mich mit der Natur verbinden.“ Absage. Leerstelle in meinem Kalender. Dieser Gegensatz ist spannend, oder?

Du handelst vielleicht aus der Verbundenheit allen Seins heraus. Du nimmst deine innere Stimme in diesem Augenblick wahr und du nimmst sie ernst, damit du dich weiter verbunden fühlen kannst. Das ist tatsächlich wichtig, aus all den oben genannten Gründen. Ich möchte aber mit dir ins Kino gehen, weil wir verabredet waren und ich mich darauf gefreut habe. Ich möchte mich über das gemeinsame Tun mit dir verbunden fühlen und mich auf dich verlassen können. Auch das ist wichtig. Wie lösen wir das auf? Wie priorisieren wir die „Verbundenheit allen Seins“, die dich inspiriert, unsere Pläne zu ändern?

In Verbindung bleiben

Verbindung und Verbindlichkeit-Andrea Goffart
Foto: Brothers91/Getty Images via Canva

Hier gibt es tatsächlich ein Paradox, das wir nur situativ und mitfühlend auflösen können, indem wir unbedingt weiter miteinander verbunden bleiben und uns nicht im Groll abwenden. Aus der Verbindung heraus zeige ich dir, dass ich enttäuscht bin, mich auf unser „Wir“ gefreut hatte, und ich zeige dir zugleich, dass ich dein Bedürfnis verstehen kann. Aus der ganz konkreten Verbundenheit heraus – wenn wir sie nicht verkürzt als spirituelle Rettungsinsel wahrnehmen – können wir den Konflikt gemeinsam lösen, indem wir uns zeigen, uns öffnen und auch mal Dinge ansprechen, die nicht angenehm sind, sondern als problematisch oder peinlich wahrgenommen werden.

Auch das ist Verbindlichkeit – sich nicht abzuwenden und ins Schneckenhaus zurückzuziehen, weil mich mal wieder niemand versteht. Ich bleibe stehen und habe einen Standpunkt und du hast deinen und wenn wir unsere Bedürfnisse (an-)erkennen, dann können wir uns festlegen – vielleicht heute auf einen gemeinsamen Waldspaziergang?

Wenn wir auf diese Art aus der Verbundenheit agieren, könnte es dann geschehen, dass gerade aus dem gemeinsamen Auflösen einer konkreten Verbindlichkeit etwas Größeres entsteht? Könnte aus diesem gegenseitigen Mit-Teilen nicht eine tiefere Verbindung entstehen, gegründet auf der Gewissheit, gemeinsam Teil der lebendigen Wirklichkeit zu sein?


Autorin Andrea Goffart

Andrea Goffart freut sich, wenn sie Abgabetermine für Artikel einhält und pünktlich zu Verabredungen erscheint. Als Autorin und Schreibcoach unterstützt sie Menschen dabei, ihre Geschichten zu erzählen und macht die verbindende Kraft des Schreibens erlebbar. Mehr über die Autorin findest du auf ihrer Website.


Auch unsere Redaktion hat sich mit dem Thema Verbundenheit auseinandergesetzt, hier kommst du direkt zum Gespräch:

Die Mandukya Upanishad – Aller guten Dinge sind vier!

Dieses Mal stellt euch unsere Autorin Sybille Schlegel die Mandukya Upanishad vor, einen kurzen Text, der es ganz schön in sich hat: Er handelt von nichts weniger als dem Wesen des Bewusstseins, der Ordnung des Universums – und einem großen Klang, der all das in sich trägt: OM!

Text: Sybille Schlegel / Titelbild: Ivan Vuckovic/Getty Images via Canva

Auf dem Siegertreppchen gibt es genau drei Plätze, weshalb der vierte Platz oft als „undankbar“, im besten Fall tröstlich als „Sieger der Herzen“ bezeichnet wird. Überhaupt hat die Zahl drei bei uns einen äußerst spruchreifen Ruf: Aller guten Dinge sind schließlich drei. Oft muss der Held im Märchen drei Aufgaben bestehen, gibt es drei Schwestern oder drei Wünsche. Das zeigt: Die Drei hat sich einen festen Platz in unserem kollektiven Bewusstsein erarbeitet. Und um das Bewusstsein geht es auch in der Mandukya Upanishad – allerdings liegt laut diesem Text das Eigentliche erst hinter den magischen Drei verborgen, in einer alles entscheidenden vierten Dimension …

Mandukya Upanishad
auf einen Blick

Die kürzeste Upanishad
• 12 Verse
• legendärer Verfasser: Manduka
Themen:
• das Bewusstsein
• der Klang OM
• Existenz in Dreiheit
• das Vierte als transzendentes Sein

Dreiheit, Zweiheit, Einheit

Die Mandukya Upanishad ist die kürzeste und nach Auffassung der Forschung auch die jüngste der 108 traditionell anerkannten Upanishaden. Aber Moment, noch mal einen Schritt zurück: Was sind überhaupt die Upanishaden? Die Entstehung dieser Gruppe von indischen Weisheitstexten hat sich vermutlich von etwa 700 bis 200 vor Christus und damit über ein halbes Jahrtausend erstreckt. Sie gelten als der „Abschluss der Veden“ – das Vedanta. Der Begriff Veda bezeichnet dabei sowohl die Gesamtheit der vedischen Texte als auch generell (göttliches) Wissen, während Anta ganz einfach Ende bedeutet.

Die unter dem Namen Vedanta bekannte philosophische Schule, (auch als Advaita Vedanta bezeichnet) stellt eine Lehre in den Mittelpunkt, der wir auch im Yoga sehr viel Gewicht geben: Alles ist eins. Die Frage, die dazu aber in vielen Upanishaden gestellt wird, lautet nachvollziehbarerweise: Was ist denn dieses Eine, wenn sich doch augenscheinlich alles voneinander unterscheidet und in dieser Unterschiedlichkeit ja getrennt ist? Das meiste, was wir in unserer Wahrnehmungswirklichkeit erleben, ist mindestens in Paaren vorhanden: Schuhe, Hände, ich und du, Tag und Nacht – also gerne auch in Gegensatzpaaren: kalt und heiß, klein und groß, hart und weich …

Mandukya Upanishad – Universum
Foto: Maximusnd Zahar via Canva

Dank solcher Unterscheidungen sind wir in der Lage, uns zu orientieren. Ganz vorne im Verständnis kommt dabei die Unterscheidung von unten und oben: Unten ist der Planet, mit dem wir durch die auf unsere Körper wirkende Schwerkraft verbunden sind, oben ist die Weite des Himmels, des Universums. Ich habe mal gelesen, dass man auf der ISS anfangs kein oben und unten definiert hatte, was die Astronauten in der Schwerelosigkeit fast verrückt hat werden lassen. Erst als man zwischen einem an den Wänden markierten „oben“ und einem „unten“ herumschwebte, ging’s. Aus oben und unten leiten sich vorne und hinten und rechts und links ab (auch wenn ich persönlich damit immer so meine Probleme hatte …).

An dieser Orientierung spendenden Möglichkeit des gegensätzlichen Vergleichs hat der menschliche Geist so sehr seine Freude gefunden, dass wir auch alle anderen Erscheinungen munter auf diese Weise einordnen. So weit, so gut, könnte man meinen, dann können wir eben etwas Festes von etwas Fluffigem unterscheiden. Wo liegt das Problem? Es liegt wie so oft in den Gewohnheitsmustern: Wenn wir alles, was uns umgibt und was wir erleben, durch Gegensätzlichkeit definieren und nach Eigenheiten einordnen, geht der Blick für das Vereinende, Gemeinsame verloren.

Offenbar war das schon vor über 2500 Jahren Menschen bewusst. Deshalb stellten im antiken Indien die Schüler*innen (ja, Frauen waren auch dabei) ihren Lehrern (hier sind zumindest namentlich nur Herren bekannt) die entscheidende Frage: Was ist die Einheit, was verbindet mich mit allem, das ist? Die Antwort lautete: Brahman. Die Lehrer sagten, dass Brahman als einzige Entität wirklich ist, weil es nicht geboren wird und nicht verschwindet. Und dieses göttliche, große Eine trage man in sich. Bezogen auf den einzelnen Menschen heißt es zwar Atman, aber bis auf die unterschiedliche Bezeichnung sei beides dasselbe: „Denn all dies ist Brahman, dieser Atman ist Brahman.“

Kurz und bündig

Sich dieser Frage „Was ist Einheit?“ anzunähern, ist der inhaltliche Zusammenhang der Upanishaden. Ansonsten haben die einzelnen Texte untereinander keinen Bezug. Die Annäherung kann in Form von Lehrer-Schüler-Dialogen geschehen, anhand von Geschichten oder in Beschreibungen. Es kann um Energetik gehen wie in der Taittirya Upanishad oder um den Ursprung des Seins wie in der Isha Upanishad. All das sind einfach verschiedene Perspektiven auf das selbe Thema.

Die Mandukya Upanishad, um die es hier geht, zieht uns in die Tiefen der Klangenergie und des Bewusstseins. Sie erklärt in knappen 12 Versen nachvollziehbar und logisch den Zustand von Yoga, der in so vielen anderen Text en „unbeschreiblich“ genannt wird. Seinen Namen hat der Text von seinem vermuteten Verfasser: Im ersten Text der Upanishaden, der Brihadaranyaka Upanishad, wird ein Weiser (Rishi) namens Manduka genannt. Auch seine Schüler, die Mandukeyas, werden in anderen Texten, etwa dem Rigveda, erwähnt. Es ist also gut möglich, dass sich mit der Mandukya Upanishad die Weisheit eines Lehrers aus sehr alter Vorzeit erhalten hat.

Die drei Phasen des OM

Mandukya Upanishad: Symbolik OM
Foto: Ivan Vuckovic/Getty Images via Canva

Meine eigene Lehrerin, Manorama, lehrt Sanskrit, Mantra, alte Texte und Meditation. Sie spricht nicht nur sehr viel über das OM, es wird bei ihr – wie auch in vielen Yogaklassen – dreimal am Anfang und dreimal am Ende des Unterrichts gechantet. Manorama erklärt dann „den OM-Kreislauf“, wie sie es nennt: das Werden, das Existieren und das Vergehen. Man könnte sagen, dass der Klang OM diesen Kreislauf symbolisiert, aber dahinter steckt mehr als einfache Symbolik: Im OM verbinden sich auf eine ganz erfahrbare Weise die Ebenen von Existenz und Energie.

Klanglich besteht das OM aus drei hörbaren und singbaren Lauten: A, U und M. Das A vibriert tief in der Kehle und ist die Energie des Entstehens oder der Schöpfung. Das U vibriert vorne an den Lippen mit der Energie der Existenz. Das M schließt zuletzt die Lippen und beendet so die Existenz des Klangs. Das sind die drei. Im indischen Götterhimmel stehen dafür Brahma, Vishnu und Shiva – Entstehung, Existenz, Ende. Und alles, was aus Materie besteht, egal wie fein, gehorcht diesem Prinzip von Dreiheit. So bekommt die Zahl drei eine mystische Bedeutung. Und so wird das OM zum Inbegriff eines universellen Prinzips:

„All dies ist das Unvergängliche, ist der Laut OM. Das wird auch so gelehrt: Was war, was ist, was sein wird, das alles ist der Klang OM. Und auch, was jenseits der drei Zeiten ist, auch das ist der Klang OM.

Bist du schon wach?

Das OM unterstützt also im konkreten Erleben unser Verstehen: A – es kommt, U – es existiert, M – es vergeht. Nach dem Chanten ist man traditionell still und spürt die Schwingung der Energie, die langsam in der Stille verschwindet. Und aus eben dieser Stille entsteht dann der neue A-U-M-Kreislauf. Dabei hört man trotz des AUM ein OM, da die Laute A und U sich einander angleichen, um eine hörbare Einheit zu schaffen. Aber was viel entscheidender ist: Die Stille liegt außerhalb dieser Dreiheit, aus ihr kommt der Klang und in sie geht er zurück. Und sie liegt auch unter dem, was existiert.

Wie eine Tafel, die unbewegt bleibt, während auf sie geschrieben, von ihr gelesen und weggewischt wird. Die Stille ist der vierte Zustand des OM. Und um diesen Vierten geht es der Mandukya Upanishad und zwar nicht nur in der Praxis von OM, sondern ganz allgemein in unserem Bewusstsein: Jenes, das wir täglich benutzen, das uns in Tiefschlaf, Ohnmacht und Narkose schwinden kann, das uns Träume beschert, Sinneswahrnehmung, Sprache, Handlungen.

Die Verse beschreiben drei Bewusstseinszustände, die wir alle gut kennen: Wachsein, Traumschlaf und Tiefschlaf. Check. Aber nicht so schnell! Wenn man etwas schnell versteht und zu kennen meint, streift der Geist die Information nur kurz und bewegt sich zum nächsten Impuls. Da wir aber im Yoga tiefer gehen wollen, lohnt es sich, auch das vermeintlich Bekannte unter die Lupe zu nehmen. Das Wachsein ist der Zustand zwischen Aufwachen und Einschlafen. Es erscheint uns als der Zustand der Normalität und Realität – der, in dem wir „da“ und handlungsfähig sind, weil uns die Außenwelt bewusst ist.

In den Tiefen des Schlafes

Mandukya Upanishad: Traumschlaf
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Im Traumschlaf schlafen wir und betrachten erstaunt, was uns das eigene Unterbewusstsein als Film vorspielt. Manchmal realistisch, manchmal absurd. Dinge, die im Wachbewusstsein eine Rolle spielten, Ängste, Träume und all das, was Freud darüber herausgefunden hat. Während des Träumens können wir manchmal den Traum eindeutig als irreal identifizieren, manchmal nicht. Ich habe mal geträumt, dass ich verreist sei, und es fühlte sich so echt an, dass nur ein Blick in den Kalender beweisen konnte, dass ich sicher nicht verreist gewesen war. Zumindest nicht in der Wachzustand-Realität.

Im Tiefschlaf ist nichts. Kein bewusster Sinneseindruck, kein Traumbild. Als wären wir nicht da. Wenn uns ein Außenstehender erzählt, was wir im Schlaf gemacht hätten, können wir uns nicht erinnern. Dennoch ist auch in diesem Zustand das Bewusstsein eine Realität. Es richtet sich nicht mehr auf äußere oder innere Objekte, sondern verdichtet sich zu einer Art reinem Erkenntnisvermögen. Die Mandukya Upanishad beschreibt es so:

„Der Stand des Wachseins weiß um das Außen. Der Stand des Traumschlafs weiß um das Innen. Im Stand des Tiefschlafs ist nichts als Wissen, genießend mit dem Mund des Bewusstseins.

Im vierten liegt die Einheit

Mandukya Upanishad: Einheit
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Normalerweise bewegen wir uns munter oder müde durch die drei Bewusstseinszustände. Erst wenn wir mit Yoga in Kontakt kommen, lernen wir, dass es noch mehr gibt – und dieses Mehr ist entscheidend: Der Zustand des Yoga oder Samadhi. Er wird zwar in Texten wie dem Yogasutra mehr oder minder deutlich beschrieben, doch nur wenige kennen ihn persönlich so gut, dass er sich einfach in Worte fassen ließe. Mir hat hier die Mandukya Upanishad sehr geholfen – nicht dabei, den Zustand zu erlangen, das kann nur die Praxis, aber im Verständnis, wo oder wie Bewusstseinserweiterung im Kontext von Yoga zu verstehen ist:

„Weder inneres noch äußeres Wissen, nicht zu sehen, nicht zu vergleichen, nicht zu fassen, nicht zu beschreiben, nicht zu erdenken, ohne Namen: Das ist der Vierte, den nichts als das Selbst kennt. Ohne körperlichen Teil ist der Vierte: In dem es keine Vielfalt gibt, Nur Stille, Freude, Nicht-Zweiheit. Das ist das Selbst, das erkannt werden muss.

Die Mandukya Upanishad lehrt uns, dass das Chanten von OM eine valide Praxis ist – und nichts anderes sagt ja auch Patanjali im Yogasutra in den Versen 1,23 bis 1,28, falls ihr noch mal nachlesen möchtet. Aber noch viel besser: Ihr setzt euch auf euer Meditationskissen, schließt die Augen und singt das OM in wiederholendem Japa. A in der Kehle und U an den Lippen werden zu O, das von Kehle zu den Lippen vibriert, bevor das M den Klang schließt. Dann fühlen und nach innen lauschen, bis ihr die Stille hören könnt …


Autorenfoto Sybille Schlegel

Nach Yogasutra, Bhagavad Gita und den Texten der Nath-Yogis ist dies der vierte Quellentext, den Sybille Schlegel im Rahmen unserer Reihe alltagstauglich für euch interpretiert – und weitere werden folgen! Mehr über Sybille erfährst du auf ihrem Instagram Account.


Lese mehr von Sybille Schlegel und tauche tiefer in die Yogaphilosophie ein:

#120 Praxisreihe: Body Face Yoga – mit Amiena Zylla

Strahlend schön: Integriere Face Yoga in deine Asana-Praxis

Von unseren mehr als 650 Muskeln liegen sage und schreibe 50 im Gesicht. Sie formen unsere Mimik und zeigen unsere Gefühle, sie ermöglichen es uns zu lächeln, zu sprechen und uns auszudrücken. 

Im Yoga achten wir sehr darauf, dass es unserem Innenleben gut geht, wir zielen darauf ab, Innen und Außen, Körper, Geist und Seele in eine harmonische Verbindung zu bringen. Wie kann es da sein, dass wir unser Gesicht, den Spiegel unserer Seele, völlig außer Acht lassen? Denn unsere Körperpraxis hört meistens beim Nacken auf. Oder andersherum: Es gibt zwar Face Yoga, hier wird aber üblicherweise komplett auf den kosmetischen Effekt abgezielt und der Körper bleibt unbeteiligt.

Hier kommt Body Face Yoga von Amiena Zylla ins Spiel: Die Yogalehrerin und Faszienyoga-Expertin verbindet Gesichts- und Körperübungen zu einer ganzheitlichen Praxis. Immerhin ist alles in unserem Körper durch Bindegewebe miteinander verbunden und die Faszienbahnen reichen bis in das Gesicht hinein. Als Amiena begann, beides miteinander zu kombinieren, sah sie nicht nur äußerlich die positive Wirkung, sie spürte sie auch in ihrer inneren Welt.

Diese besondere Praxis möchte Amiena in dieser Folge “YogaWorld Podcast” mit dir teilen. In den einzelnen Übungen werden zunächst die Körperhaltungen eingenommen und dann mit einer Face-Übung ergänzt. Abgerundet wird die Sequenz mit einer schönen Endentspannung und Amienas Top-Tipps für einen frischen und strahlenden Look.

Hier findest du die komplette Sequenz in Bildern, falls du mal nicht ganz folgen kannst.

Wir wünschen dir viel Freude bei der Praxis!

Auf Buddhas Spuren: Die Parallelen zwischen Yoga und Buddhismus

Dass in vielen Yogastudios Buddha-Figuren thronen, ist kein Zufall: Zwischen den beiden Lehren gibt es viele Parallelen. Timo Wahl erläutert, wie uns der Buddhismus dabei helfen kann, eine moderne und alltagstaugliche Sicht auf die Yogaphilosophie zu entwickeln.

Text: Timo Wahl / Titelbild: Samuel Austin via Unsplash

Schon immer suchten Menschen nach Antworten auf die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach der Be­deutung des Todes. Zu allen Zeiten streb­ten sie nach tiefem Glück und Freiheit von Leid. Auch im antiken Indien meinte man, Antworten gefunden zu haben. Man glaubte an eine kosmologische Ordnung hinter den Dingen und an ein alles durch­dringendes Bewusstsein. Auch daran, als Mensch mehr zu sein als nur Körper und Geist. Man betrachtete den Körper als Ge­fäß für den Geist und seine unsterbliche Seele, die von Leben zu Leben reist, bis sie eines Tages erkennt, dass sie selbst un­sterblich ist und eins mit allem.

Wer nach Weltlichem strebe, so wurde geschrieben, werde automatisch darin verwickelt, denn der Geist hefte sich an Besitz und Standes­dünkel. Wer jedoch nach der Wahrheit suche, der müsse nach dem Ewigen su­chen – dem Teil in uns, der immer schon gewesen sei und immer sein würde. Diese Suche ist auch heute noch die Kernidee im Pfad des Yoga.

Der frühe Yoga kannte sehr wahrschein­lich noch keine Körperübungen. Zu üben bedeutete, einen ethisch reinen Lebens­stil zu pflegen, den Geist ganz und gar auf das „Sein“ zu fokussieren und dabei alle Identifikationen mit der Welt, Besitz, Beziehungen, Gedanken und dem Körper aufzulösen. Gleichzeitig aber diktierte das strenge Kastensystem, dass nur derjenige Yoga betreiben dürfe, der seine karmische Last der letzten Leben bereits aufgear­beitet hätte. Und dies waren lediglich die Menschen der oberen Kaste, die durch ihre Geburt „bewiesen“ hatten, ihre letzten Leben richtig gelebt zu haben.

In diese hinduistische Weltanschauung hinein wurde 563 vor Christus Siddharta Gautama, der spätere Buddha, geboren. Auch sein Weg führte zunächst traditio­nell über die Lehre der heiligen Schriften, die Praxis der Meditation und vor allem eine strenge Askese. Diese Praxis sollte dazu führen, alle Anhaftung an den Kör­per und damit an das Vergängliche zu überwinden. Buddha jedoch erkannte, dass der Weg der Befreiung weder in der absoluten Askese bestand, noch in deren Gegenteil. Er postulierte den Weg der Mitte und damit einen Weg der Befreiung, die inmitten des Lebens stattfinden könne.

Historischer Überblick

563 – 483 v. Chr.: Lebenszeit des Buddha
4. oder 3. Jh. v. Chr.: Entstehung Bhagavad Gita
3. Jh. v. Chr.: Entwicklung des Buddhismus
? 300 v. Chr. / 300 n. Chr.: Entstehung des Yoga Sutra
um 300 n. Chr.: Vyasa nennt in seinem Kommentar zum Yoga Sutra 11 Asanas
um 100 n. Chr.: erste ayurvedische Schriften
um 500 n. Chr.: erste tantrische Schriften
um 1400 n. Chr.: Entstehung der Hatha Yoga Pradipika

Quelle: Yoga. L’encyclopédie. Paris 2021

Die Anfänge des Buddhismus

Buddhas Lehrreden verbreiteten sich schon bald wie ein Lauffeuer – hätte er einen Instagram-Account besessen, wären ihm sicher tausende Menschen gefolgt. Seine enorme Wirkkraft bestand sicher­lich in seiner Lehre selbst, aber auch da­rin, dass er den Menschen auf eine neue Weise begegnete. Entgegen damaliger Gepflogenheiten negierte er Standesunter­schiede zwischen den Kasten, er erkannte Frauen als Schülerinnen an und forderte alle, die ihm folgten, auf, seine Lehren auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen. Das war revolutionär, denn nach der damals gängigen Überzeugung sollte man vor al­lem seiner durch die Geburt auferlegten Bestimmung folgen.

Für alle Fragen der Spiritualität war allein die Priesterkaste zuständig, an die man Abgaben zu ent­richten hatte. Der wesentliche Aspekt in Buddhas Lehre ist deshalb sicherlich das Übernehmen von Eigenverantwortung für den eigenen Lebensweg und somit auch für das persönliche Karma. Und hier fin­den wir eine wichtige Analogie zum klas­sischen Yogaweg: Auch dieser sieht für jeden individuellen Fortschritt das eigene Bemühen als Grundlage.

Die vier edlen Wahrheiten

Yoga und Buddhismus
Foto: Diana Dima via Unsplash

Aber auch inhaltlich finden wir in den beiden Lehren wesentliche Übereinstimmungen, allen voran die „Vier edlen Wahrheiten„. Diese beruhen grob gefasst auf der Beobachtung, dass wir alles, was uns im Leben begegnet, auf zwei grund­legende Fragen hin untersuchen, näm­lich ob eine Situation für uns potenziell bedrohlich oder förderlich ist. Diese Be­wertung entscheidet, wie wir reagieren: Auf vermeintlich Angenehmes reagieren wir anhaftend: Wir verlangen nach mehr oder möchten den angenehmen Zustand zumindest erhalten (Raga). Auf Unan­genehmes reagieren wir dagegen mit der Energie der Ablehnung (Dvesha). Dazu kommt die Fehleinschätzung (Avidya), dass äußere Bedingungen für unser Glück sorgen könnten. Dieser Dreiklang aus Gier, Ablehnung und Fehleinschätzung gilt im Buddhismus als Ursache für un­ser selbstverschuldetes Leiden (Dukkha).

Alle drei Begriffe finden wir auch rund 500 Jahre später im Yoga Sutra von Patanjali. Es gilt als eine der wichtigsten und zentralsten Schriften des Yoga und wird vor allem im Westen als Grundla­ge der Yogaphilosophie angesehen. In Patanjalis Werk werden die drei von Buddha beschriebenen „geistigen Gifte“ in den sogenannten Kleshas (Hindernissen auf dem Weg zur Befreiung) integriert. Patanjali erweitert den Leid erzeugenden Dreiklang aus Gier, Ablehnung und Fehleinschätzung um zwei weitere Begriffe und entwickelt somit aus heutiger Sicht die Ideen Buddhas weiter. Diese beiden Begriffe sind: Ich­-Bezogenheit (Asmita) und die Angst vor dem Unbekannten (Abhinivesha)Asmita meint eine Betrachtung und Bewertung der Dinge aus dem Ego heraus. Abhinivesha mündet letztlich in die Angst vor dem Tod als größte Instanz des Unbekannten.

Nicht-Ich: Es gibt kein beständiges Selbst

Wir alle identifizieren uns ständig mit unserer Historie, erzählen uns und an­deren die Geschichte(n) unseres Lebens und entwickeln dabei die Idee einer re­lativ stabilen Persönlichkeit. Buddha war jedoch davon überzeugt, dass die Idee eines „Ich“ lediglich ein Konzept unseres Geistes sei. Stellen wir uns also einmal vor, unsere gesamte Lebenshistorie würde auf einmal gelöscht … Sicherlich ein zunächst befremdlicher Gedanke. Aber wie viel frei­er könnten wir sein, hielten wir nicht an den Überzeugungen darüber fest, was wir meinen zu können und zu sein!

Auch diese buddhistische Idee greift die klassische Yogaphilosophie auf. Unsere wahre Form zu erkennen, ist demnach nur dann möglich, wenn alle Gedankenwellen (Vrittiüber uns und die Welt zur Ruhe gekommen sind. Liegen also keine Akti­vitäten im Geist vor, gibt es auch keine Identität mehr, die uns beeinflusst. Kein Ego, das sich einschaltet. Keine innere Rechtfertigung und auch kein Drama.

Sati: Achtsamkeit

Kaum ein Diskurs verzichtet heute auf den Hinweis auf Achtsamkeit als Basis für Zufriedenheit und seelische Gesund­heit. Nicht immer ist dabei klar, worum es genau geht. Buddha forderte seine Schü­ler*innen auf, sich selbst, ihre Reaktionen und Gewohnheiten genau zu studieren. Allen inneren Anteilen möge man mit Freundlichkeit begegnen, bemüht, in je­dem Augenblick die wohlwollendste Hal­tung allem und allen gegenüber einzuneh­men, die möglich ist. Damit stellte Buddha die Gemeinschaft über das Individuum.

In der Yogaphilosophie finden wir dazu gleich diverse Analogien. Das Yoga Sutra fordert zu einem beharrlichen Beobachten aller geistigen Aktivitäten auf. Der denkende Geist wird genau beschrieben. Er kann zu richtigen Ergebnissen kommen, sich aber auch leicht täuschen lassen, da dauernd Erinnerungen und Vorstellungen auftauchen, die uns von einer ungefilter­ten Wahrnehmung ablenken. Beobachten wir unseren Geist, können wir Zeuge, Zeu­gin unserer Gedanken werden, ohne uns stetig mit ihnen zu identifizieren – nach dem Motto: „Glaube nicht alles, was du denkst“. Durch diese Distanz zu unseren Gedanken wird der Raum größer, in dem wir uns für eine wohlwollende und heil­same Ausrichtung entscheiden können.

Liebende Güte und Mitgefühl

Yoga und Buddhismus
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Buddha formulierte in seiner Lehre vom „Edlen achtfachen Pfad“ die Wichtigkeit der Entwicklung von liebender Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Großzügigkeit. Diese „Vier unermesslichen Qualitäten“ zu kultivieren, bedeutet, sich bewusst für sie zu entscheiden. Dieselben erstrebenswer­ten Tugenden finden wir auch im Yoga Su­tra wieder. Auch Patanjali fordert uns auf, in allen Situationen stets die vier Qualitä­ten Maitri (Liebende Güte), Karuna (Mit­gefühl), Mudita (Mitfreude) und Upeksha (Großzügigkeit) zu kultivieren. Aufbau­end auf diesen buddhistischen Ideen geht die Yogaphilosophie aber auch hier noch ein Stück weiter.

Denn Yoga gibt uns zu­ sätzlich die Möglichkeit, den Geist über die Regulation des Atems zu beruhigen. Je ruhiger der Atem, desto ruhiger der Geist – so sagt es das Sutra. Und dann gibt es ja noch den heute bekanntesten Bereich des Yoga, nämlich die Körperpraxis. Hier finden wir einen weiteren Schlüssel, um unser System ganzheitlich in die Ruhe zu führen und Gleichmut zu bewirken.

Akzeptanz: Schlüssel zur Befreiung

Zu jeder Zeit haben die Denker und Den­kerinnen der Welt voneinander gelernt, voneinander gelesen, studiert, interpre­tiert und Konzepte weiterentwickelt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass buddhistisches Gedankengut in die Yogaphilosophie eingewoben wurde – und auch der Buddha selbst war von älterem Wissen inspiriert. Ohne die Grundpfeiler seiner hinduistischen Prägung wären viel­leicht ganz andere Gedanken entstanden. Wichtig aber ist, dass die zugrundeliegen­de Botschaft aller großen Traditionen die gleiche war und ist: Akzeptanz.

Sowohl Buddhas Lehrreden als auch die großen Yogaschriften zielen ab auf die Botschaft der Akzeptanz. Dabei sind die Lehren Buddhas klar und strukturiert. Sie sind rational, logisch und oft kompromiss­los. Die Weichheit, die es aber im Alltag manchmal braucht, finden wir eher in den Yogaschriften. Denn Yoga hat immer integriert, nie gab es einen Anspruch auf die ultimative Richtigkeit einer Idee oder eines Konzeptes. Deshalb findet man auch häufig verschiedene Interpretationen zu einer Aussage, und alle dürfen nebenein­ander stehenbleiben.

Der Yogaweg hat sich über die Jahrhun­derte immer weiter entwickelt und in verschiedene Richtungen ausdifferenziert. Im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Ayurveda gewann die Idee, den Körper in die Lehren einzubeziehen, mehr und mehr Raum und die Asanapraxis entwi­ckelte sich. Durch den Tantra bekam der Mensch als Abbild des Göttlichen die Er­laubnis, auch wieder mehr Mensch sein zu dürfen und das Leben in Freude zu gestal­ten. Und die Auseinandersetzung mit der Bhagavad Gita führte dazu, dass auch die mystische Suche nach etwas „Größerem„, dem wir uns hingeben und anvertrauen möchten, stärker kultiviert wurde.

Wollen wir also in unserem eigenen All­tag ein Stück weiter in Richtung Befrei­ung und Entwicklung voranschreiten, bedeutet das, uns von einschränkenden Glaubenssätzen und Überzeugungen zu lösen. Beide Systeme – Buddhismus und Yoga – lehren uns dabei vor allem eines: Wenn wir das Ruder nicht selbst in die Hand nehmen, wird es auch sonst nie­mand für uns tun! Hegen wir den Wunsch nach Veränderung, müssen wir bereit sein, Verantwortung für uns und unsere Um­welt zu übernehmen. Die Welt wird weder vom Beten geheilt, noch vom Abwarten. Und verbinden wir diese Haltung mit Le­bensfreude und Zuversicht, können wir vielleicht auch selbst für andere zu Influ­encerinnen und Influencern werden.


Timo Wahl ist einer der profiliertesten Yogalehrer und -Ausbilder in Deutschland und weit über sein Frankfurter Studio hinaus dafür bekannt, eine moderne, bewegungs-, aber nicht leistungsorientierte Praxis zu unterrichten, bei der Achtsamkeit, Selbstbeobachtung und philosophische Tiefe im Vordergrund stehen. Mehr zu Timo auf timowahl.de und auf Instagram @timo_wahl_yoga_frankfurt


Timo Wahl war auch zu Gast in unserem Podcast und hat uns in diesem Zweiteiler mehr über den Buddhismus erzählt:

Auf in DAS PARADIES! – Eine luxuriöse Auszeit in Südtirol

Manchmal braucht man einfach eine Auszeit vom Alltag, Zeit, um die Seele ein bisschen baumeln zu lassen und Zeit für Entspannung und Erholung. Wenn man diese kleine Auszeit in Südtirol verbringt, dann gibt es dafür wohl kaum einen besseren Ort als das 5-Sterne Hotel „Das Paradies“. Schon der Name lässt erahnen, was einen erwartet: ein Paradies des Wohlbefindens eingebettet in die saftig grünen Apfelwiesen und den majestätischen Bergen der Texel- und Ortlergruppe … //anzeige

Fotos: Foto Atelier Wolkersdorfer, Franziska Unterholzner, Hotels in Southtyrol

Wenn man im kleinen Dorf Latsch im Vinschgau ankommt, spürt man sofort die besondere Atmosphäre. Man wird begrüßt von frischer Bergluft und einem gemütlichen Ambiente, welches Entspannung ab der ersten Minute verspricht. Umgeben von den malerischen Apfelwiesen und dem milden Klima mit rund 300 Sonnentagen im Jahr ist das Paradies der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Das Hotel bietet nicht nur Entspannung pur, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten, wie Wandern und Radfahren. Besonders Mountainbike-Fans kommen auf den rund 170 km an Strecken im nahegelegenen Martelltal voll auf ihre Kosten. Ein kleiner Geheimtipp: Im Sommer kannst du hier die süßen Marteller Erdbeeren probieren – ein Genuss, den man sich nicht entgehen lassen sollte. 

Wer es lieber etwas gemütlicher mag, der kann direkt vom Hotel aus zahlreiche Spaziergänge unternehmen oder entlang des nahegelegenen Fahrradwegs „Via Claudia Augusta“ radeln.

Im Hotel selbst hat man es geschafft einen Ort zu kreieren, an dem sich wirklich jeder wohlfühlen kann. Die Wellnesslandschaft des Hotels erstreckt sich über großzügige 3.700 m² und bietet zwei Bereiche: einen Family-Spa, wo Familien gemeinsam entspannen können, und den exklusiven Adults-Only Silence Spa Garden, der Erwachsenen eine friedliche Rückzugsoase bietet. Besonders die täglichen Sauna-Aufgüsse und Peelings im Silence Spa Garden sind ein echtes Highlight – man fühlt sich danach wie neugeboren.

Ergänzt wird das Wohlfühlprogramm durch das umfassende Fitness- und Aktivitätsprogramm, bei dem Yoga und Meditation eine besondere Rolle spielen, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Yoga als Lebensweg

Das Paradies: Yoga-Angebot

Das Yoga- und Entspannungsprogramm ist ein Herzensprojekt von Juniorchefin Marilena Pirhofer und ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Hotels, der von Gästen sehr geschätzt wird. Marilena erkannte schon vor Jahren die wohltuende Wirkung von Yoga und Entspannungsübungen auf Körper und Geist.

Ihre Leidenschaft für Yoga begann auf einer Reise durch Südostasien. Schon immer faszinierte sie ein gesunder und bewusster Lebensstil in Kombination mit Sport und Bewegung. Ihre erste richtige Yogastunde absolvierte sie 2016 auf Bali, gefolgt von zahlreichen weiteren Kursen. Im Jahr 2019 reiste sie schließlich nach Indien, dem Ursprungsland des Yoga, und absolvierte im Sivananda-Ashram ihre Ausbildung zur Yogalehrerin.

„Für mich ist Yoga eine harmonische Kombination aus verschiedenen Posen, der richtigen Atmung, Konzentration, einer bewussten Lebensweise, Gedankenkontrolle und gesunder Ernährung“, sagt Marilena. „Yoga ist eine innere Haltung und ein Weg zu größerer Lebensfreude, der nicht auf der Yogamatte endet.“

  • Hotel Paradies: Kraftraum

Das Yoga- und Entspannungsprogramm ist ebenso vielfältig wie abwechslungsreich. Egal ob man sich für Klangschalenmeditation, Hatha-Yoga, Pilates oder Qi Gong interessiert – hier findet jeder etwas, das ihn anspricht. Besonders schön sind die Yogaeinheiten, die im Sommer auf der Outdoor-Yoga-Plattform stattfinden. Umgeben von der Kraft der Natur und der frischen Bergluft fällt es leicht, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren und die Verbindung zur Natur zu spüren. Einfach traumhaft!

Neben Yoga wird auch ein vielseitiges Fitnessprogramm mit Pilates, Aqua Gym, Bauch-Beine-Po oder HIIT-Trainings im Fitnessraum des Hotels geboten. Die erfahrene Fitness- und Yogatrainerin Valentina begleitet dich mit viel Motivation auf deiner Reise zu dir selbst.  

Neben Gruppenkursen werden auf Anfrage und gegen Gebühr auch private Einzelstunden angeboten, wie z. B. Sound Healing oder Private Yoga. Zudem können Schwangerschaftsyoga und Baby Yoga als Privatkurs bei Marilena gebucht werden.

Wellness für alle Sinne

Das Paradies: Spa

Auf einer Wellnessfläche von 3.700 m² erwartet dich eine Oase der Ruhe, davon 1.700 m² im exklusiven Adults-Only-Wellnessbereich „Silence Spa Garden“. Hier kann man in der Panoramasauna, dem Solepool, dem Dampfbad und der Biosauna entspannen. Zudem stehen Infrarotliegen, Ruheräume, luxuriöse Sonnenterrassen und idyllische Rückzugsnischen jederzeit zur Verfügung. Um einen absoluten Erholungsraum zu generieren, ist der Zugang zu diesem Bereich nur den Gästen ab 16 Jahren vorbehalten.

Der Familien-Spa-Bereich hingegen ist für Gäste jeden Alters geöffnet und bietet auch Kindern die Möglichkeit, erste Wellnesserfahrungen zu sammeln. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten wird ein größeres Saunaprogramm angeboten. Während der beliebten Sauna-Wochen erwarten dich besondere Aufgüsse, eine wöchentliche Sauna-Night, spannende Rituale und spezielle Highlights wie der Vollmondaufguss. Zudem gibt es immer wieder informative Sessions zum „richtigen Saunieren“, um dein persönliches Saunaerlebnis zu perfektionieren.

Tiefenentspannung und Harmonie: Ayurveda und mehr im LaVita Spa

Das Paradies: Ayurveda-Massage

Im LaVita Spa des Hotels das Paradies kannst du aus einer breiten Palette an Behandlungen wählen, darunter Massagen, Ayurveda- und Beauty-Anwendungen. Ayurveda, ein traditionelles indisches Medizinsystem mit über 5.000 Jahren Geschichte, fördert das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Eine der angebotenen Ayurveda-Behandlungen ist die Abhyanga Ganzkörpermassage, bei der der Körper mit warmem Sesamöl großzügig eingeölt wird. Diese Massage wirkt entspannend, vitalisierend und unterstützt die Harmonisierung des Körpers sowie die Ausscheidung von Giftstoffen.

Hier merkt man wirklich, dass Ayurveda mehr ist als nur eine Behandlung – es ist eine Philosophie, die darauf abzielt, das Gleichgewicht von Körper und Geist wiederherzustellen. Ayurveda ist nur ein Teil des umfangreichen Angebots im LaVita Spa – so werden beispielsweise auch spezielle Verwöhnbehandlungen für Schwangere und Spa-Behandlungen für Kinder angeboten.

Entdecke hier weitere Behandlungen.

Genussvoll durch den Tag: Die Soft All Inclusive Formel

Nach einem Tag voller Entspannung, Yoga und Wellness kann der Appetit groß sein – und genau dafür gibt es im Paradies die Soft All Inclusive Formel. Der Tag beginnt mit einem paradiesischen Frühstücksbuffet, bei dem du dir an der Live-Kochstation dein Frühstück ganz nach Wunsch zubereiten lassen kannst. Am Nachmittag lockt ein leckeres Buffet mit einem frisch zubereiteten italienischen Pasta-Gericht. An den Saft-Stationen stehen von 07:30 bis 11:00 Uhr und von 14:00 bis 16:30 Uhr kostenfreie Getränke zur Verfügung. Im Wellnessbereich kannst du dich zudem den ganzen Tag über mit kostenfreien Getränken und getrockneten Früchten stärken. Am Abend wird man dann mit einem 5- bis 7-Gänge-Menü verwöhnt, das den Tag kulinarisch abrundet.


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Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Shirshasana

Dr. Ronald-Steiner-Shirshasana

Der Kopfstand gilt als der „König der Asanas“, doch während er traditionell zu den wichtigsten Yogahaltungen zählt, spielt er in der heutigen Praxis eine deutlich geringere Rolle. Hier erfährst du, worauf es ankommt, um Shirshasana gefahrlos zu üben.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung von Shirshasana

Laut der traditionellen Energielehre der Hatha-Yogis tropft Lebensenergie (Prana) im Körper von oben nach unten und verbraucht sich dabei. Man nahm an, die körperliche Umkehr könne diesen Prozess stoppen beziehungsweise umkehren und daher verjüngend wirken. Doch damit nicht genug: Die mit Hilfe der Schwerkraft in den Kopf geführte Energie sollte auch zu einer spirituellen Einheitserfahrung führen.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht gibt es bisher keine Belege für diese verjüngende oder gar erleuchtende Wirkung. Viel eher steht der Kopfstand wegen seiner Risiken in der Kritik (dazu weiter unten mehr). Dennoch hat die Asana für viele Übende einen besonderen Reiz, fast eine Magie: Sie vermittelt wie wenige andere Selbstvertrauen und Konzentration und wird als gleichermaßen erfrischend und beruhigend empfunden. Voraussetzungen für eine gefahrlose Ausführung sind ein starker Rumpf und Schultergürtel und Stabilität in der umrundenden Halsmuskulatur.

So geht’s:

Dr. Ronald-Steiner-Shirshasana

Step 1: Knie dich auf den Boden und falte deine Hände. Nimm dabei den kleinen Finger der unteren Hand nach innen. Platziere nun deine Unterarme so vor dir, dass zwischen Ellenbogen und den gefalteten Händen ein etwa gleichseitiges Dreieck entsteht, im Zweifelsfall setzt du die Ellenbogen lieber enger, denn sie haben die Tendenz auseinander zu rutschen.

Step 2: Lege nun die Mitte deiner Schädeldecke so auf den Boden, dass dein Nacken gerade ist und du deinen Hinterkopf mit den Händen umschließt und stützt. Schiebe dabei die Unterarme aktiv gegen den Boden, so dass nur wenig Gewicht auf dem Kopf lastet.

Step 3: Strecke Beine und Rumpf und wandere mit den Füßen Richtung Kopf, bis das Becken senkrecht über den Schultern steht.

Step 4: Bewege das Becken noch etwas weiter nach hinten und komme auf die Zehenspitzen. Sobald sie sich vom Boden lösen, ziehst du deine Knie an den Rumpf.

Step 5:  Rolle deine gebeugten Beine nun langsam nach oben. Dann streckst du die Beine senkrecht Richtung Himmel.

Alignment Cues

Druck auf die Unterarme: Schiebe die Schultern aktiv in die Länge und drücke die gefalteten Hände fest gegen den Boden. So lastet weniger Druck auf der Schädeldecke und du bringst die Muskel-Faszienzüge rings um die Halswirbelsäule auf Spannung. Das schafft Länge und Stabilität in der Halswirbelsäule.

Balance aus dem Becken: Anstatt sich abzustoßen oder die Beine mit Muskelkraft zu heben, also gegen die Schwerkraft zu arbeiten, verlagerst du mit dem Becken den Körperschwerpunkt so, dass die Füße sich von alleine vom Boden lösen.

Rippen rein, Schulterblätter lang: Wenn du deine Rippen zum Bauchnabel hin ziehst, spürst du wie die Muskulatur, die deine Schulterblätter mit dem Rumpf verbindet, einen besseren Ansatz bekommet. Stemme dich nun von den Schulterblättern beginnend kraftvoll gegen den Boden.

Kreuzbein lang, Sitzbeinhöcker weit: Indem du das Kreuzbein aktiv weg von deinem Hinterkopf in die Länge spannst, entsteht mehr Stabilität durch den gesamten Rumpf. Achte dabei aber darauf, die Sitzbeinhöcker weit zu lassen. Das Becken balanciert in einer neutralen Stellung auf der stabilisierten Wirbelsäule.

Risiken:

Wie bei allen Umkehrhaltungen ist auch hier Vorsicht geboten, insbesondere bei erhöhten Blutdruck, vorheriger Schädigung der Blutgefäße und der Einnahme von Blutverdünnern: Der Augeninnendruck kann sich erhöhen, auch Hirnblutungen sind möglich, weswegen in diesen Fällen grundsätzlich vom Kopfstand abgeraten wird. Hinzu kommt der mögliche Druck auf die empfindliche Halswirbelsäule, vor allem bei mangelnder Kraft und Vorbereitung. Daher empfehle ich, zunächst genügend Kraft und Stabilität im Schultergürtel und im gesamten Rumpf aufzubauen, bevor man von der Basic Form zur klassischen übergeht.

Alternative Form – Basic Form

Dr. Ronald Steiner Shirshasana

Stütze hierzu deine Unterarme wie in Step 1 beschrieben auf dem Boden auf. Platziere dann jedoch im zweiten Schritt deinen Kopf nicht auf dem Boden, sondern halte die Schultern senkrecht über den Ellenbogen und lass den Kopf knapp über dem Boden schweben, während du deine Beine wie in Step 3 langsam streckst. Bleibe mehrere Atemzüge lang in dieser Position. Sie aktiviert deine Schulter-Rumpf Verbindung, baut Kraft auf und erzeugt viele der positiven Effekte der Umkehrhaltung.


DR. RONALD STEINER ist Arzt, Wissenschaftler und Sportmediziner sowie einer der bekanntesten Praktiker des Ashtanga Yoga. Mehr zu Ronald und zu Shirshasana findest du auf ashtangayoga.info.


Auch im „YogaWorld Podcast“ war Dr. Ronald Steiner bereits mehrmals zu Gast. Wie z.B. in dem spannenden Zweiteiler über Yogatherapie:

#119 Jin Shin Jyutsu – Traditionelle Heilkunst für moderne Zeiten – mit Bettina Roschewitz

Die Kunst des japanischen Heilströmens: Blockaden lösen und Selbstheilung fördern

Jin Shin Jyutsu (dt. „Erkenne dich selbst“) ist eine alte japanische Heilkunst, die durch sanfte Berührung bestimmter Punkte am Körper das energetische Gleichgewicht wiederherstellen und die Selbstheilungskräfte aktivieren soll. Auch bekannt als japanisches Heilströmen, ist die Methode in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Fokus gerückt und bietet eine faszinierende Möglichkeit, das eigene Wohlbefinden zu verbessern. In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ will Gastgeberin Susanne Mors herausfinden, was sich wirklich hinter dieser alten Heilmethode verbirgt und hat dafür die erfahrene Jin Shin Jyutsu- Therapeutin, Bettina Roschewitz, eingeladen. 

Bettina erklärt die Wurzeln und die Geschichte des Jin Shin Jyutsu und wie diese Heilkunst im Laufe der Zeit überliefert wurde. Sie beleuchtet die grundlegenden Prinzipien und Konzepte, die hinter dieser Methode stehen, und erklärt, was es mit den sogenannten Energieschlössern auf sich hat – jenen Punkten am Körper, die durch sanften Druck aktiviert werden, um Blockaden zu lösen und die Energie wieder frei fließen zu lassen.

Aber es bleibt nicht nur bei der Theorie. Bettina gibt einen tiefen Einblick in die Praxis des Jin Shin Jyutsu. Sie erklärt, wie eine typische Anwendung aussieht, welche Techniken dabei zum Einsatz kommen und wie jeder von uns diese Methode zur Selbsthilfe nutzen kann. Sie teilt ihre persönlichen Erfahrungen, erzählt von eindrucksvollen Erfolgsgeschichten und berichtet, wie Jin Shin Jyutsu ihr eigenes Leben nachhaltig verändert hat. Darüber hinaus wird die Verbindung zwischen Jin Shin Jyutsu und Yoga angesprochen. Wie ergänzen sich diese beiden Praktiken? Kann man sie sinnvoll miteinander kombinieren, um Körper und Geist in Einklang zu bringen? 

Zum Abschluss gibt Bettina wertvolle Tipps für alle, die mehr über Jin Shin Jyutsu erfahren und es selbst ausprobieren möchten. Diese Episode bietet inspirierende Einblicke in eine heilende Praxis, die ohne spezielle Werkzeuge auskommt und sich ideal zur Unterstützung der eigenen Gesundheit eignet.

Nahrung für die Seele –Erntedankrituale der Welt

Erntedank
Foto: Magmos / Getty Images via Canva

Überall auf der Welt, in allen Nationen, Religionen und seit Menschengedenken werden Opfer- und Erntefeste gefeiert. Es sind Rituale, in denen wir uns in Dankbarkeit mit der Schöpfung verbinden. Wir danken für alles, was das Leben uns schenkt. Dieser Dank verbindet uns – als Menschengemeinschaft und mit dem Göttlichen. 

„Dankbarkeit“ ist auch das Titelthema unseres neuen YOGAWORLD JOURNALS 05/2024. Seit 27. August 2024 hier und am Kiosk erhältlich!

Text: Andrea Goffart / Titelbild: Magmos/Getty Images via Canva

Im Dank entsteht Verbundenheit – wir nehmen wahr, dass wir etwas nicht aus eigener Kraft geschafft haben. Wir beziehen uns dankend auf eine Verbindung, erkennen an, dass wir Teil einer Gemeinschaft sind und dass für uns gesorgt ist. Vielleicht danken wir unseren Eltern für unsere Existenz oder der Nachbarin, weil sie unsere Blumen gegossen hat, als wir in Urlaub waren. Vielleicht bringen wir ihr eine Flasche Wein mit und trinken diesen besonderen Tropfen dann sogar zusammen, feiern unsere Verbindung – in der Fähigkeit zu helfen und der Möglichkeit, für diese Hilfe „Danke“ zu sagen.

Jetzt, wo es in großen Schritten Richtung Herbst geht, bedanken wir uns für die Fülle der Nahrung, die uns sicher über den kommenden Winter bringen wird. Sicher – heute kaufen wir unsere Äpfel im Supermarkt und haben den Bezug zu den Zyklen der Erde verloren. Wir kennen die Zeitpunkte für Aussaat, Reife und Ernte nicht mehr und essen Erdbeeren auch gerne im Winter. Trotzdem verbinden viele von uns mit Erntedank ein vielleicht sogar unbewusstes Wissen um diese Fülle. Allein über das Wort entstehen sofort Bilder bunter Herbstblätter und froher Farbigkeit von Obst und Gemüse – leuchtend rote Äpfel und pralle Birnen. Getreideähren, vielleicht geflochten zu einer Krone.

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-95-05-24-print-ausgabe/
Titelthema „Dankbarkeit“

Dankbarkeit als Ritual

Jedes Jahr zum Oktober laden uns die Kirchen ein, die Altäre zu schmücken und unserem – ihrem? – Gott Dank zu sagen: Dank für den Reichtum, den wir geschenkt bekommen. Danke für die Fülle, in der wir leben. Danke, dass wir so reich mit Früchten beschenkt werden. In der Dankbarkeit liegt gleichzeitig immer ein Stück Demut verborgen – ich habe das nicht alleine geschafft. Das mag im aktuellen Ich-Zentrismus ungewöhnlich sein und bei manchen sogar Ablehnung hervorrufen – zu gerne möchten wir uns selbst verantwortlich fühlen für die Früchte unserer Arbeit. Oder?

Öffnen wir uns dem Ritual, dann setzen wir uns zugleich in Bezug zu jemandem oder etwas. Deswegen sind Rituale auch immer ein Zeichen für das, was eine Kultur ausmacht und wenn wir sie ausführen, dann stabilisieren und entwickeln wir sie weiter. Rituale synchronisieren Gemeinschaften, weil sie uns eine Ebene von Verbundenheit erleben lassen, die über rationales Denken hinausgeht. Dankbarkeitsrituale ordnen die Früchte des individuellen Handelns in den größeren Kontext ein – setzen sie in Bezug zu einer übergeordneten Instanz.

Im Erntedank ist etwas lebendig, was uns in unserer rationalen Lebensweise merkwürdig und fremd erscheint – das Ritual als Verbindung zu Gott, zu den Göttern, zu einer spirituellen Welt. Vielleicht kann ich sogar weitergehen und behaupten, dass zu jeder Spiritualität die Kunst der Dankbarkeit gehört, weil sich (nur) durch sie eine Wertschätzung für das Leben entwickelt?  Aus der Anerkennung dieses existentiellen Werts erwächst – vielleicht – Verantwortung für die Schöpfung. Ist das der Grund aus dem überall auf der Welt, in allen Religionen und zu allen Zeiten Dankbarkeitsrituale gefeiert werden?

Dankesfeste in verschiedenen Kulturen

Hinduistisches Erntedankfest Pongal: Süßer-Reis
Hinduistisches Erntedankfest Pongal: Süßer Reis. Foto: Pixelshot via Canva

Bei den Hindus gibt es ein Dankesfest zur Wintersonnenwende, das Makar Sankrani und Mitte Januar wird Pongal gefeiert – das Fest des Überflusses. Was hier rituell überfließt, ist ein Topf mit einer Süßspeise aus Reis und Zuckerrohr – ein Überfluss auch an Lebensfreude. Muslime danken Gott im Ramadan für alle Gaben und im jüdischen Glauben gibt es mehrere Wallfahrtsfeste, die auch Dankfeste sind – bekannt ist besonders das Laubhüttenfest am Ende der Erntezeit. 

Die Lakota (Sioux) kennen ein wichtiges Ritual: „Wopila“ ist zugleich Ausdruck und Zeremonie. Als Wort drückt es Dankbarkeit aus – für alles, was das Leben zu bieten hat, für die gesamte Existenz und den Segen, der in jedem Augenblick liegt. Wopila als Zeremonie, als Ritual, benötigt viel Vorbereitung und die Führung durch eine menschliche Instanz, die mit dem Göttlichen in Verbindung treten kann, einen Medizinmann oder eine weise Frau.

Der Altar wird geschmückt und Opfergaben werden angerichtet, Räucherwerk, Trommel und die Pfeife spielen eine Rolle – wie in vielen indigenen Ritualen. Mir hat besonders gefallen, dass in diesem Dankbarkeitsritual die gesamte Runde der Anwesenden ihren Dank persönlich aussprechen kann – alle werden ausgiebig gehört. Dieses Vorgehen würde ich gerne in unsere (kirchlichen) Rituale aufnehmen – jede und jeder wird gehört und die einzelnen Intentionen verbinden sich zu einem riesengroßen Dankeschön.

Verbindende Kraft von Ritualen

Erntedank: Panchamama-Muttererde
Danke an Mutter Erde. Foto: Alex_Ugalek/Getty Images via Canva

Übrigens hat das klassische amerikanische Thanksgiving – ihr wisst schon, Truthahn, Süßkartoffeln und Gedöns – seinen Ursprung auch in den indigenen Kulturen. Zwar haben der Überlieferung nach die „Pilgerväter“ (wo waren eigentlich die Mütter?) ihre Erntedankkultur aus der Alten Welt mitgebracht, doch es waren die Ureinwohner, die den ersten Siedlern zeigten, welche Pflanzen essbar sind und sie mit Saatgut versorgten.

Nur mit dieser Unterstützung haben die Ur-Siedler der Mayflower den ersten harten Winter in Massachusetts überlebt und die Legende erzählt uns, dass zum Dank für dieses Überleben und für die Unterstützung der Ureinwohner im nächsten Jahr ein gemeinsames Erntefest gefeiert wurde. Das erste Thanksgiving könnte das gewesen sein. Ein schöner Gedanke, dass Dankbarkeit uns über Kulturen und auch Konflikte hinweg verbinden kann – auch das möchte ich gerne aufnehmen in mein persönliches Dankbarkeitsritual.

In Zusammenhang mit der Geschichte Amerikas steht auch das Kwanzaa-Fest, ein afrikanisches Erntedank-Ritual. Kwanzaa ist Swahili und heißt „erste Frucht“. Kwanzaa zeigt auf besondere Art die identitätsstiftende und verbindende Kraft von Ritualen, denn es wurde geschaffen aus der Not der Afro-Amerikaner, die ihre eigene kulturelle Identität in der Sklaverei aufgeben mussten. Bewusst zur Zeit der christlichen Weihnacht gefeiert, steht es dafür, alle schwarzen Menschen zu vereinen. Es gibt viele weitere afrikanische Danktraditionen, sie alle aufzuzählen, würde den Platz sprengen. Besonders gefallen hat mir das Fest N’cwala, denn es beginnt mit einem Wasserfest, bei dem die Schaumkronen des indischen Ozeans abgeschöpft werden. Wie schön: Man schöpft die Naturgewalt – möge sie das Ritual und das Leben unterstützen. 

Geben und Nehmen

Dankbarkeitsrituale feiern das, was wir bekommen haben. Und sie geben fast immer etwas zurück, führen den Kreislauf weiter, betonen den zyklischen Aspekt der Natur. So kennen südamerikanische Bauern zahlreiche Opfer- und Dankbarkeitsrituale entlang der kompletten Anbauphase. Wenn der Boden für die Aussaat „verletzt“ wird, danken die Menschen der Erde mit Alkohol oder dem Blut von Opfertieren. Und mit dem Erntedank werden immer auch die besten Samenkörner der Erde zurückgegeben.

Diese Mutter Erde – Pachamama – ist in Südamerika die Schöpferin des Lebens, ist Natur, Boden und Wertschätzung der Gaben der Erde zugleich. In Ecuador und Bolivien wurde Pachamama vor einigen Jahren sogar in die Verfassung aufgenommen und die Natur bekam einen Anspruch darauf, von den Menschen achtsam behandelt zu werden. Zu geben – und zu bekommen.

Erntedank: Dankbarkeits Ritual
Foto: Nina_Gili via Canva

Es ist diese Anerkennung und Dankbarkeit, die unsere Herzen berührt. All die seit Urzeiten durchgeführten Rituale, die Sitten, Brauchtümer und Traditionen der Welt – ist nicht im Grunde Dankbarkeit ihr eigentlicher Kern? Wie es oft mit Traditionen passiert, tritt mit der Zeit der religiöse oder spirituelle Charakter in den Hintergrund. Wir kennen es von Weihnachten oder Ostern – auch im Thanksgiving und in unserem Erntedank steht der weltliche Gedanke im Vordergrund und vielleicht sagt das ja einiges aus über unsere Kultur?

Es scheint kein weit hergeholter Gedanke zu sein, dass wir unseren Planeten nur ausbeuten können, wenn wir nicht um die Ausgewogenheit von Nehmen und Geben wissen. Wenn wir die Kraft des Rituals als Seelennahrung leugnen, die Kraft der Dankbarkeit aus den Augen verlieren. Daher meine ich: Wir brauchen dringend wieder Rituale! Und sie dürfen ganz modern sein – hier und jetzt und in dieser Welt. Rituale, die all das Bunte der Welt-Kulturen aufnehmen und das globale Dorf widerspiegeln, in dem wir leben.

Ihr mögt es spirituelle Selbstbedienung nennen oder sogar kulturelle Aneignung schimpfen, ich finde den Gedanken wunderbar, mir aus den verschiedenen Traditionen mein persönliches Dankbarkeitsritual zusammenzustellen. Ein bisschen Buddhismus und ein Rest Christentum, etwas Wissen der Inuit und noch eine Prise Aberglaube der Urgroßmutter – fertig ist der persönliche Raum, in dem ich meine Kerze anzünde und mich mit dem großen Ganzen verbinden kann – und mit euch. In tiefem Dank. 

Dankbarkeitsrituale für den Alltag

Marmeladendank
Wer von euch vielleicht ein kleines Stück Land bewirtschaftet, weiß, dass eine reiche Ernte von vielen Faktoren und Menschen abhängt, nicht selbstverständlich und sehr mühsam ist. Erntedank ist daher die pure Freude über die eingefahrene Ernte – es ist ein Fest, das Mühe und Lohn zugleich feiert. Vielleicht auch im ganz Kleinen, indem wir die Gläser mit „unseren“ Marmeladen besonders hübsch etikettieren und ihnen einen Ehrenplatz zuweisen.
Und vielleicht halten wir jedes Mal, wenn wir ein Glas öffnen, einen Moment inne und bedanken uns bei allen Wesen und Gewalten, die daran beteiligt waren, dass wir diese Köstlichkeit genießen dürfen.

Erntedank in den keltischen Jahreskreisfesten
Mabon ist eines der acht Feste des keltischen Jahreskreises. Als Erntedankfest steht es in der Mitte der Erntezeit. Die Ernte beginnt an Lughnasadh und endet mit Samhain. Zum Dank für die erfolgreiche Ernte, aber auch als Anerkennung für all die Geschenke des Jahres wird den Göttern ein Teil der Ernte dargebracht und ein Festmahl im großen Kreis gefeiert. 

Der Sonnengruß – ein Dankbarkeitsritual
Dein nächster Sonnengruß, heute Abend, auf der Matte – vollziehe ihn bewusst als Dank, als Dank für den Tag, als Dank an die Sonne, die Elemente, das Leben. Verneige dich, schaue hinab, schaue hinauf, verbinde Demut und Dankbarkeit zu einer reifen Praxis. Atme und sei präsent im Fluss des Lebens, an das der Sonnengruß seinen Dank richtet.

Ritual – Der Film
Für Menschen, die sich Fragen zu Kraft und Möglichkeiten, Grenzen und Risiken
von Ritualen stellen, kann dieser Kurzfilm anregende Impulse bieten. 
Mehr Infos findest du bei ritual-film.com


Autorin Andrea Goffart

Andrea Goffart ist Biografin, Ghostwriterin und Schreibcoach. Durch ihre Neugier war sie lange Zeit privat und beruflich viel in Europa unterwegs. Wodurch sie sich ein großes Spektrum an Themen und Wissen angeeignet hat. Mehr über die Autorin findest du auf ihrer Website.


Wenn du mehr über Naturfeste und -rituale erfahren möchtest, hör dir unseren Podcast zum keltischen Jahreskreis an: