Playlist „Yoga Flow“ von Sinah Diepold

Aktion Kleine Helden Sinah Diepold

Unsere Playlist des Monats hat Yogalehrerin Sinah Diepold zusammengestellt. Ob outdoor, indoor, entspannendes Yoga oder fordernd – ihre liebsten Yogalieder passen zu jedem Flow.

Playlist „Yoga Flow“ von Sinah Diepold

Yoga ist eine langjährige Konstante in Sinahs Leben und hat sich schnell zu einer tiefverwurzelten Philosophie in allen Aspekten ihres Lebens entwickelt. Die Praxis sieht sie als Quelle für neue Energie, Loslassen und Wohlfühlen in Körper und Geist in einem turbulenten Alltag ohne Routine.

 


Über Sinah Diepold

Yoga Video Sinah Diepold
Foto: Susanne Schramke

Sinah ist Sportwissenschaftlerin, Tanzpädagogin, Ballet Barre Guide, Autorin, Yogalehrerin und Podcasterin. Sie betreibt ihr eigenes BodyMindTherapy Studio Kale&Cake. Das Konzept „Kale&Cake – it’s all about balance“ beschreibt die Balance in unserem Leben: Mal ist man eben mehr Typ Grünkohl, mal eben mehr Typ Kuchen, am Ende macht immer die Dosis das Gift. Doch dazu muss man beide Richtung ausprobieren, reinfühlen, hinterfragen und selber erleben, irgendwo zwischen den Extremen, wo alles sein darf und nichts muss. Bei Sinah, Sophia und dem K&C Tribe gilt „come as you are“, du darfst genau so sein wie du bist. 

Mehr zu K&C unter www.kaleandcake.de, mehr zu Sinah unter www.sinahdiepold.de


Sinah zu Gast im YogaWorld Podcast…

Nervennahrung: Brain Bowl

Green smoothie bowl with almonds, blueberries, chia and sunflower seeds, healthy superfood breakfast concept

Liana Werner-Gray schreibt für ihren Blog The Earth Diet und ist eine zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Diese Smoothie Bowl steckt voller gesunder Proteine und Antioxidantien – eine echte Power-Mischung gegen Ängste. Bei den Toppings kannst du deiner Phantasie freien Lauf lassen, in jedem Fall sollten aber viele Beeren, Nüsse und Saaten dabei sein.

Zutaten für 1 Portion

1 tiefgefrorene Banane
1⁄2 Tasse TK-Heidelbeeren
1 Tasse Kokosmilch
1⁄2 Kiwi
1⁄2 TL Spirulina
1 TL Hanfsamen
2 TL MCT-Öl

Toppings

1⁄2 Kiwi, in Scheiben geschnitten
1 EL Walnüsse
1 TL Chiasamen
1⁄2 TL Leinsamen
1 EL Blaubeeren (je nach Saison)
1 EL Mandel- oder Sonnenblumenkernmus
1 TL Kürbiskerne
1 Scheibe Limette
1 EL Kokosraspel
1⁄2 TL Blütenpollen
1 EL ungesüßtes Crunchy-Müsli

Zubereitung

  1. Püriere die Smoothie-Zutaten im Mixer zu einer glatten Masse
  2. Gieße den Smoothie in eine Schale und streue die Toppings darüber.

LIANA WERNER-GRAY hat ihren Blog The Earth Diet längst auf professionelle Füße gestellt: Sie ist heute eine zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Text: Liana Werner-Gray


Tipps für rutschfeste Füße beim Yoga

Füße

Perfekt gespreizt ist noch nicht perfekt gepflegt. Im Yoga kommen wir regelmäßig mit unseren Füßen in Kontakt. Besonders in Vorwärtsbeugen kommen dann Gedanken wie: Es wäre mal wieder Zeit für eine Pediküre! Hier geben wir dir ein paar Pflegetipps und zeigen einen Trick für einen rutschfesten Stand auf der Yogamatte.

Titelbild: Polina Tankilevitch von Pexels

Wieso lohnt es sich, den Füßen etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Besonders bei allen Standpositionen sind sie unsere Wurzeln, die uns Stabilität verschaffen. Nach der Lehre der Chakren sind sie verbunden mit unserem Wurzelchakra. Sie verankern uns also mit unserem Zuhause und unserer Herkunft. Damit sorgen sie nicht nur physisch für einen festen Stand im Leben. Sondern sie bestärken auch unsere Psyche. Deshalb bilden sie die stabile Basis für alles, was wir auf und abseits der Yogamatte erleben. Damit haben sie eine ganz besonders Pflege verdient. Die ist weniger kompliziert, als sich Kosmetik anhört. Denn du kannst sie ganz einfach als DIY anwenden.

Schenke den Füßen mehr Aufmerksamkeit!

Vor meiner Yogapraxis wärme ich gerne meine Füße mit einer Massage auf. Zuerst setzt du dich in einen entspannten Sitz. Nun beugst du dich nach vorne und widmest dich deinen Füßen. Dafür musst du nichts wissen. Spüre einfach, was du gerade brauchst. Manchmal knetest du fester. Oder du reibst deine Handflächen aneinander. Und schenkst deinen Füßen damit Wärme. Ich verspreche dir eines. Danach fühlst du dich bereit für die Praxis.

YOGA WORLD empfiehlt folgende Pflegeprodukte:

  • Auch deine Füße brauchen Öle. Denn Öle sind eine tiefenwirksame Mischung. Öle von Rizinus, Soja und Mandel ermöglichen eine Tiefenregeneration der empfindlichen Nagelhaut. So geht Pediküre auch im Lockdown.
  • Fuß-Cremes mit Aloe Ginseng entfalten wahre Magie. Die vitalisierende und harmonisierende Wirkung der Ginsengwurzel belebt die Mikrozirkulation und die Zellerneuerung der Haut. Ganzheitliche Gesundheit heißt deshalb auch Verjüngung am ganzen Körper.
  • Salbeihaltige Cremes oder Öle wirken gegen Geruchsbildung. Salbei fördert außerdem die Durchblutung und wirkt schweißhemmend. Zudem kittet Vitamin E die angegriffene Schutzbarriere und vermeidet langfristig Feuchtigkeitsverlust. 

DIY-Tipp für rutschfesten Stand auf der Yogamatte

Zuerst zwei Beutel Schwarztee mit einem halben Liter Wasser aufbrühen und 15 Minuten ziehen lassen. Danach etwas kaltes Wasser hinzugeben und die Füße 20 bis 30 Minuten darin baden. Die Gerbsäure verändert den PH-Wert und beugt Fußgeruch vor.

Besonders im Winter sind warme Fußbäder angenehm. Aber was bedeutet es, wenn mit den Füßen Stabilität im Leben verbunden ist? Dann breitet sich auch dein Wohlbefinden von unten nach oben aus! Also lohnt es sich, ganz unten zu beginnen.

Jetzt willst du deine Füße mit Yoga kräftigen? Hier ist deine Praxis! Deine Füße werden sie geneßen:

Be happy! 60 Minuten Vinyasa Flow mit Sinah Diepold

Lust auf Glücksgefühle? Dann ist dieser 60-minütige Vinyasa Flow mit überraschenden Kombinationen und einer großen Portion gute Laune genau das Richtige für dich. Sinah Diepold zeigt dir, wie Selfcare XXL geht.

Die gebürtige Münchnerin Sinah unterrichtet Yoga mit Leidenschaft und Lebensfreude. Mit einem Lächeln leitet sie dich durch jeden noch so anspruchsvollen Flow. Egal ob Anfänger*in oder fortgeschritten – diese dynamische Praxis bietet dank variabler Asanas Abwechslung für jede/n Yogi*ni.

Noch mehr Flows, Meditationen und Atem-Übungen findest du auf unserem Yoga Video-Channel.

Kale & Cake it easy mit Sinah Diepold

Denke bitte daran, dass dies eine Videoklasse ist und wir dich nicht live unterstützen können. Gehe achtsam und verantwortungsvoll mit dir um. Höre auf Deinen Körper und mache nur das, was sich richtig anfühlt. Gönne dir Pausen, wenn du sie brauchst. Für diesen happy Vinyasa Flow brauchst du eine Yogamatte, bequeme Kleidung und schon kann es losgehen..

Gemeinsam mit Sophia Thora gründete Sinah 2018 das Body-Mind-Therapy-Studio Kale & Cake, das für den Weg der Mitte steht: mal gesund und organisiert, mal ungesund und einfach sein. Für die richtige Balance im Leben. Mehr Infos über Sinah findest du unter www.kaleandcake.de und @sinahdiepold.

Dieses Video ist eine Live-Aufzeichnung anlässlich unseres Yoga-Charity-Events “Aktion Kleine Helden” am 13. Februar 2021 in München, das wir gemeinsam mit Yoga for Cancer zugunsten der Syltklinik der Deutschen Kinderkrebsstiftung veranstaltet haben.

Alle Aufzeichnungen der wunderbaren Live-Stunden mit Lehrern wie Gabriela Bozic, Amiena Zylla, Tanja Seehofer & Co. findest du auf dem Yoga for Cancer Youtube-Channel.

Titelbild: Susanne Schramke

Yogasutra I.1. Atha yoga anushasanam – Yoga ist Jetzt

Yogamatte

Zu Beginn von Pantajalis Yogasutras steht im ersten Kapitel das erste Sutra wie eine Floskel: „Jetzt folgt eine Erklärung von Yoga”. Tatsächlich ist das Wort „atha“ viel tiefgreifender, als die Übersetzung „jetzt“ vermuten lässt.

„Atha“ wird auch mit „in diesem verheißungsvollen Moment“ oder „in diesem glücklichen Moment“ übersetzt. Um den Moment auch als „verheißungsvoll“ oder „glücklich“ zu erkennen, braucht es Achtsamkeit. Das heißt, nur wenn wir Yoga achtsam üben, und damit wahre Präsenz üben, kann Yoga seine Wirkung entfalten. Es gibt so viele Möglichkeiten das Wort „atha“ zu verstehen – dabei ist die tiefe Erkenntnis, dass alles, was zählt im Jetzt geschieht und, dass es nichts gibt außer den gegenwärtigen Moment.

The Power of Now

Atha yoga anushasanam

Patanjali Yogasutra I.1.

„Jetzt beginnt das Studium des Yoga.“ In dieser einfachen Übersetzung von Patanjalis Sutra I:1, Atha yoga anushasanam, sehen wir sofort, wie prägnant und pointiert die Sutras sind. Jahrhunderte von Wissen destilliert auf einen einzigen Satz. Es gibt Dutzende von Übersetzungen der Yogasutras, einige einfach, andere wissenschaftlich. Jeder Kommentator und Übersetzer bietet eine wertvolle und einzigartige Perspektive. Mindestens genauso hilfreich ist es die Sutren zu hören und sie in der Art und Weise zu wiederholen, wie sie ursprünglich vorgetragen wurden. Rhythmisches Chanten hilft nicht nur beim Erinnern, sondern wirkt auch auf einer subtilen Schwingungsebene, die über den Intellekt hinausgeht und das Verständnis vertieft.

Ein einziges Wort kann ein ganzes Denkmuster symbolisieren. Betrachte die Bedeutungsnuancen des ersten Wortes „atha“. Baba Hari Dass sagte einst, dass atha (wie Om) der Klang der Schöpfung ist, und das bloße Aussprechen von „atha“ ruft einen Segen hervor. Im Augenblick des Jetzt liegt die ganze Kraft des Lebens.

Die Bedeutung von „atha“ im Yoga

Die Vergangenheit ist abgeschlossen, die Zukunft muss noch verwirklicht werden. Nur in diesem Augenblick kannst du handeln, und jeder Augenblick bietet eine neue Gelegenheit damit zu beginnen. Wir wissen, dass Patanjali die Sutras aus einer langen Tradition von Philosophien und Lehren zusammengestellt hat. Atha oder „jetzt“ signalisiert den Höhepunkt des bisherigen Wissens. Viele Kommentatoren betrachten dieses „Jetzt“ aus einer noch größeren Perspektive und erklären die Sutra I:1 wie folgt: Jetzt, nach vielen Lebenszeiten, bist du in diesem Augenblick angekommen, endlich bereit, die wesentlichen Lehren (anushasanam) über die Natur des wahren Selbst (Yoga) zu lernen.

Obwohl sie vor 2.000 Jahren verfasst wurden und auf Wissen basieren, das noch weiter zurückreicht, sind die Sutras von Patanjali zeitlos. Die menschliche Kultur hat sich seither verändert, und wir betrachten Yoga heute aus einer anderen Perspektive, doch die Sutras enthalten immer noch große Weisheit für die Bewältigung des heutigen Lebens.

Mit dem allerersten Sutra erinnert uns Patanjali daran, präsent zu sein, in der Realität aufzuwachen und die folgenden Sutras sagen uns, wie das geht. Das Sutra I:1 zu rezitieren ist wie auf die Reset-Taste drücken. Wenn du es zu Beginn deiner Praxis singst, wird der Raum geklärt und der Raum bereitet, im Hier und Jetzt zu sein.

Yoga-Übung für „atha“

Nimm dir 15 Minuten Zeit – stelle dein Handy auf Flugmodus und deinen Timer auf 15 Minuten. Leg dich auf den Rücken auf deiner Yogamatte, stell die Füße mattenbreit auf und lass die Knie wie ein Hausdach zusammenfallen. Schließ die Augen und leg die Hände auf den Bauch. Denke über die Idee von atha nach und stelle dir selbst folgende Frage:

  • Was brauche ich in diesem Moment?
  • Was will mein Körper in diesem Moment?
  • Lausche in Stille und Schweigen auf die Antworten, die auftauchen.

Das „Schlimmste“, was passieren kann, ist, dass nichts passiert. Du bleibst 15 Minuten liegen oder du streckst deine Beine aus und machst Savasana. Jedes Mal, wenn ich das gemacht habe, taucht etwas auf und ich fange an, mich zu bewegen und intuitiv zu atmen. Das ist eine viel empfänglichere Art der Praxis, als dem Körper unsere Vorstellung von Praxis aufzudrängen.


Nicoletta Wagenstetter ist Yogalehrerin, Shiatsu-Praktikerin und leitet die Online-Redaktion von Yogaworld.de. Über das Wort „atha“ und dessen Bedeutung, denkt sie schon seit Beginn ihrer Yogapraxis immer wieder intensiv nach.

Titelbild: via Canva

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Seelennahrung: Geniale Schokobällchen

Liana Werner-Gray schreibt auf ihrem Blog The Earth Diet und ist zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihr allererstes eigenes Rezept ist dieses für geniale Schokobällchen. Sie enthalten besonders viele Antioxidantien, stresslindernde Polyphenole und nervenschützende Flavanole, gleichzeitig aber genügend leicht verfügbare Energie für eine ausgiebige Yogapraxis.

Zutaten

1 Tasse gemahlene Mandeln oder andere Nüsse
1⁄4 Tasse Kakaopulver
2 Datteln, gehackt
2 EL Honig
1 EL MCT-Öl
1 EL Tapioka
1⁄4 TL Vanille
1⁄8 TL Salz

Zubereitung

  1. Mische alle Zutaten gründlich in einer Teigschüssel und rolle die Masse in 2,5 Zentimeter große Bällchen. Wenn sie zu klebrig zum Verarbeiten ist, gibst du noch etwas mehr gemahlene Nüsse dazu.
  2. Gebe die Bällchen in einen verschließbaren Behälter und bewahre sie bis zu 2 Wochen im Kühlschrank auf. (3 Monate im Tiefkühlfach)

Tipps: Für noch mehr Nährstoffe und etwas Crunch, kannst du die fertigen Bällchen in Hanfsamen, Kokosraspeln, pürierten Gojibeeren oder gehackten Walnüssen rollen. Wenn du den Zuckergehalt reduzieren möchtest, ersetzt du den Honig durch 2 EL Sonnenblumenkernmus.


LIANA WERNER-GRAY hat ihren Blog The Earth Diet längst auf professionelle Füße gestellt: Sie ist heute eine zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Text: Liana Werner-Gray

Bhramari Pranayama – die 5 Varianten der Bienenatmung

Um an die Bedeutung der Biene für Mensch und Natur zu erinnern, haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt. Das nehmen wir zum Anlass die fünf Varianten, Ursprung, Wirkung und Vorteile von Bhramari Pranayama – auch Bienenatmung genannt – genauer zu beleuchten. Das Pranayama beruhigt den Geist und ist eine der besten Atemübungen um Aufregung, Frust, Blockaden oder Angst zu lösen.

Der Ursprung von Bhramari

Die Atemtechnik hat ihren Namen von der schwarzen indischen Biene namens „Bhramari“, da die Ausatmung dem typischen Summton einer Biene ähnelt. Bhramari ist eine von mehreren Pranayama-Techniken, die im 15. Jahrhundert in der Hatha Yoga Pradipika von Swami Swatmarama beschrieben werden. Das Summen hilft beim Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) und bei der Konzentration (Dharana). Manchmal wird die Bienenatmung auch als „Brahmari“ geschrieben – die Schreibweise in der Hatha Yoga Pradipika ist „Bhramari“. „Bhramara“ bedeutet auf Sanskrit „große schwarze Biene“ – wir denken dabei auch an die Hummel und manche bezeichnen sie auch als „Hummel-Atmung“.

Atme langsam aus und mache den Klang der weiblichen Biene. Dies ist Bhramari, das den Geist des Yogis mit Glückseligkeit erfüllt.

Hatha Yoga Pradipika (Yogi Hari)

Wirkung und Vorteile von Bhramari

Bhramari hat ein enormes therapeutisches Potenzial. Wie andere Pranayamas auch, beruht seine Kraft zum Teil auf seiner Wirkung auf das autonome Nervensystem. Das Verlängern der Ausatmung im Verhältnis zur Einatmung aktiviert den beruhigenden parasympathischen Zweig des autonomen Nervensystems. Bei Menschen, die unter Angst leiden, kann die Übung den Geist schon nach wenigen Atemzügen beruhigen. Das Geräusch des unaufhörlichen Summens von Bhramari kann die endlosen Denkschleifen übertönen, die Emotionen anheizen können. Zumindest für ein paar Minuten, was es zu einem nützlichen Ausgangspunkt für diejenigen macht, deren Geist zu „beschäftigt“ ist, um zu meditieren.

Der Ort, an dem der Klang in Resonanz geht, sowie die energetischen Wirkungen verschiedener Tonhöhen und Lautstärken können Aufschluss darüber geben, welche Variationen von Bhramari in bestimmten Situationen am ehesten helfen.

Schlaflosigkeit: Ein ruhiger, tiefer Ton wirkt beruhigend auf das Nervensystem und den Geist.

Nasennebenhöhlenentzündung oder Nasenverstopfung: Ein kräftigerer, mittlerer bis hoher Ton ist gut, um die Atemwege zu öffnen.

Schilddrüsenprobleme: Versuche es mit einem mittelhohen Ton und aktiviere zusätzlich Jalandhara Bandha (Kinnverschluss), um die Schallwellen in die Kehle zu leiten.

Stress: Wähle die stille Variante, um klarer und ruhiger zu werden.

Fünf verschieden Varianten von Bhramari

Nimm eine bequeme Sitzposition ein, entweder auf dem Boden oder auf einem Stuhl. Wenn du dich für den Boden entscheidest, stütze dein Becken so ab, dass deine Oberschenkel angewinkelt sind und du die natürliche Krümmung deiner Lendenwirbelsäule halten kannst. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, beuge dich vor und setze dich an den Rand des Sitzes, so dass deine Oberschenkel angewinkelt sind und die Füße flach auf dem Boden stehen (wenn die Füße den Boden nicht erreichen, stelle sie auf ein paar Yogablöcke).

Während der gesamten Übung geht es darum das Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Leichtigkeit zu halten. Erzeuge einen summenden Ton von mäßiger Lautstärke, aber erzwinge ihn nicht. Halte die Gesichtsmuskeln locker, die Lippen berühren sich leicht und der Kiefer ist entspannt, wobei Ober- und Unterkiefer leicht geöffnet sind. Verlängere das Summgeräusch beim Ausatmen so lange, wie es angenehm ist und du noch gleichmäßig einatmen kannst, ohne nach Luft zu schnappen.

Variation 1: Basic Bhramari

Setze dich bequem hin und schließe sanft die Augen. Atme ein oder zwei Mal ein und aus, um zur Ruhe zu kommen und dich selbst wahrzunehmen. Wenn du bereit bist, atme ein und lasse dann während der gesamten Ausatmung ein tiefes bis mittleres Brummen in der Kehle erklingen. Achte darauf, wie die Schallwellen den Mundraum, Zunge, Zähne und Nebenhöhlen sanft in Schwingung versetzen. Stell dir vor, dass der Ton dein gesamtes Gehirn in Schwingung versetzt. Mache diese Übung sechs Atemrunden lang und kehre dann mit geschlossenen Augen zur normalen Atmung zurück. Beobachte, ob sich etwas verändert hat.

Variation 2: Stilles Bhramari

Verweile noch einmal für ein oder zwei Atemzüge zur Vorbereitung. Mache nun sechs weitere Zyklen des einfachen Bhramari. Nach der sechsten Runde wechselst du zum stillen Bhramari, bei dem du dir vorstellst, dass du bei jeder Ausatmung das summende Geräusch machst. Mache dies für weitere sechs Runden. Beobachte, ob du die feinen Vibrationen in deinem Gesicht und in den Nebenhöhlen spüren kannst.

Sechs wichtige Mudras und ihre Bedeutung

In Mudras, den traditionellen yogischen Handhaltungen, liegt eine tiefe Kraft. Sie kann uns dabei helfen, inneren Frieden, Mut und Zuversicht zu entwickeln. Wir stellen dir sechs wichtige Mudras vor und erklären, was sie bedeuten.

Mudras gehören zu den Techniken von „Citta Bhavana“: Man verwendet sie also, um bestimmte Geisteshaltungen zu üben oder zu vervollkommnen. Es gibt Dutzende von Finger-Mudras. Jedes steht für eine bestimmte Eigenschaft, zum Beispiel für Mitgefühl, Mut oder Weisheit. Man sagt, indem man ein Mudra ausführt, lasse man die Saat dieser Eigenschaft in sich aufgehen. In der Kunst und den Ritualen vieler heiliger Traditionen, etwa im Hinduismus, Buddhismus und im Hatha-Yoga, sind Mudras überliefert worden. Ihre genaue Herkunft liegt im Dunkeln, man geht davon aus, dass jede Geste auf ganz natürliche Weise einen erleuchteten inneren Zustand äußerlich manifestiert – sie sind also eine Art Gebärdensprache eines offenen Geistes und erwachten Herzens.

Lesetipp: Yogasymbole und ihre Bedeutung

Mudras bringen den Geist zur Ruhe

Beim Üben von Asanas, bei Meditation, Pranayama oder Kirtan helfen Mudras, die wirren Gedanken im Hintergrund des Geistes zur Ruhe zu bringen. Aber Mudras können viel mehr, als nur die Konzentration zu unterstützen. Sie erinnern uns auch an zwei wichtige yogische Weisheiten. Erstens: Du bist schon, was du sein willst. Es ist nämlich leicht, Mut und Weisheit in den Geschichten und Bildnissen von Buddha oder den hinduistischen Göttern zu sehen. Viel schwerer fällt es zu erkennen, dass diese Eigenschaften auch in uns selbst bereits vorhanden sind. Nicht als Charakterzüge, die man hat oder eben nicht hat, sondern als ein Zustand, für den man sich bewusst entscheidet, den man fühlen und leben will. Die zweite Weisheit: Taten sagen mehr als Worte. Die Mudra-Praxis weist den Weg von der guten Absicht zum richtigen Handeln. Das Wort „handeln“ stammt nicht umsonst von „Hand“: Die mit den Händen ausgeführten Mudras sind die Brücke zwischen der inneren spirituellen Erfahrung und der Auseinandersetzung mit der äußeren Welt. Wie Gebete, die in eine körperliche Form übersetzt werden.

Das Anjali-Mudra: Das Üben als Gebet

Foto: Mor Shani via Unsplash

Viele Yogastunden beginnen und enden mit dem Anjali Mudra. Diese klassische Grußgeste und Gebetshaltung soll uns daran erinnern, dass das Üben eigentlich eine Art des Gebets ist, ein Geschenk an unser wahres Selbst. Die aneinander gelegten Handflächen symbolisieren die Vereinigung des individuellen Selbst mit dem universellen Selbst, in dem alle Lebewesen verbunden sind. Sobald man das Anjali Mudra eine Weile im Gedanken an Einheit gehalten hat, öffnen sich Herz und Geist einem Gefühl der Verbundenheit und man findet Wege, auch aus diesem Gefühl heraus zu handeln.

Mudras in die Yogapraxis integrieren

Du kannst Mudras auf vielfältige Weise in deine Yoga-Praxis integrieren und mit ihrer Hilfe jede Meditation bereichern. Wähle ein Mudra aus, dessen Bedeutung zur Zielsetzung deiner Meditation passt, beispielsweise das Lotos Mudra zur Herzöffnung, wenn du über liebende Güte meditierst. Oder das Dharmachakra-Mudra für Hingabe, wenn du Geist und Energie während Pranayama oder Kirtan besser lenken willst. Die Kombination von Mudra und Asana erhöht die Wirkung der Haltungen. Oftmals sind wir beim Üben so sehr damit beschäftigt, auf die Ausrichtung unserer Knie und Schultern zu achten, dass wir darüber die Ausrichtung unseres Geistes ganz vergessen. Das Mudra ruft die Erinnerung an die eigentliche Bedeutung einer Asana wieder wach.

Das vielleicht größte Geschenk liegt darin, dass Mudras unsere tiefsten und innersten Gründe dafür, dass wir überhaupt auf die Matte gehen, würdigen. So können sie zum Katalysator für eine Yoga-Praxis werden, die die besten Seiten in uns zum Vorschein bringt.

Lotos Mudra: Stabilität und liebende Güte

Lotos Mudra

Im Buddhismus steht die Lotosblüte für Herzöffnung. Sie blüht auf der Wasseroberfläche, wurzelt aber weit unten im Schlamm – ein Symbol für Licht und Schönheit, die aus der Dunkelheit emporsteigen. Probiere das Mudra in Vrikshasana (der Baumhaltung) aus, die Hände vor dem Herzzentrum. Spüre dabei deine Verwurzelung im Boden und erinnere dich daran, dass ein erwachtes Herz die reichste Quelle für Stabilität im Leben ist. In Padmasana (dem Lotossitz) ausgeübt, unterstützt das Mudra die von Buddha gelehrte „Metta“-Meditation über liebende Güte.

Anleitung: Lege die Handwurzeln aneinander, die Fingerspitzen von Daumen und kleinem Finger berühren sich leicht. Die Hände bilden eine Schale, die Finger sind wie Blütenblätter geöffnet.

Vajrapadama Mudra: unerschütterliche Zuversicht

Vajrapadama Mudra

„Vajra“ bezeichnet den Donnerkeil des Gottes Indra und das buddhistische Diamantzepter – beides Symbole für zielgerichtete Energie, die jeden Zweifel besiegt. Das Vajrapadama-Mudra steht für unerschütterliche Zuversicht. Es erinnert an deine eigene Kraft, aber auch an den Glauben in eine höhere Macht. In Vajrasana (dem Fersen- oder Diamantsitz) ausgeübt hilft es dir, Selbstzweifel, Misstrauen und Hoffnungslosigkeit loszulassen.

Anleitung: Lege die Hände mit verschränkten Fingern auf die Brust, die Daumen sind abgespreizt. Spüre dabei die leichte Atembewegung unter den Händen.

Lesetipp: Mit der Kraft der Chakren dein wahres Potential erkennen

Uttarabodhi Mudra: Stärke entsteht in der Anbindung

Uttarabodhi Mudra

„Uttara“ bedeutet Verwirklichung, „bodhi“ bedeutet Erleuchtung. Das Mudra symbolisiert „Samadhi“, die Erfahrung des Nicht-Getrenntseins, und erinnert uns daran, dass Stärke eben nicht aus Unabhängigkeit, sondern in der Anbindung entsteht. Kombiniere das Mudra mit Asanas wie Virabhdrasana 1 oder 3 (den Kriegerhaltungen). In Verbindung mit Sitzhaltungen führt man die Hände auf Höhe des Herzens vor die Brust und vergegenwärtigt sich die Verbundenheit mit anderen.

Anleitung: Die ausgestreckten Zeigefinger werden aneinander gedrückt, die anderen Finger verschränkt. Die von den Zeigefingern weggezogenen Daumenspitzen berühren sich leicht, zwischen den Handwurzeln bleibt ein kleiner Abstand.

Abhaya Mudra: Freundschaft statt Angriff

Abhaya Mudra

„Abhaya“ wird mit „Freiheit von Furcht“ übersetzt. Dieses Schutz und Mut schenkende Mudra macht sichtbar, dass der wahre yogische Krieger Freundschaft schenkt statt anzugreifen: In Virabhdrasana II (der Kriegerhaltung) beugt man den vorderen Arm und öffnet die Hand, der hintere Arm sinkt auf den Oberschenkel, das Schwert wird symbolisch fallen gelassen. In der Meditation kombiniert man das mit beiden Händen ausgeführte Mudra mit Virasana (dem Heldensitz) und besinnt sich darauf, für wen oder was man furchtlos und mitfühlend kämpfen möchte.

Anleitung: Winkele den Arm (bzw. beide Arme) mit lockerem Ellenbogen an und halte die nach vorne geöffnete Hand auf Schulterhöhe.

Dharmachakra Mudra: Deine eigene Wahrheit

Dharmachakra Mudra

„Dharmachakra“ ist das „Rad des Gesetzes“ oder des spirituellen Weges. Mit diesem Mudra drückt man aus, dass man seine eigene Wahrheit äußert und mit dem Herzen dient – zum Beispiel, indem man etwas erschafft, lehrt, heilt oder hilft. Denke in Baddha Konasana (der gebundenen Winkelhaltung) oder einer anderen Sitzhaltung an einen Lebensbereich, dem du deine Energie widmen möchtest. Was ist der nächste Schritt? Wie kann ich dienen?

Anleitung: Die Daumen- und Zeigefingerspitzen bilden jeweils einen Kreis, die übrigen Finger sind ausgestreckt. Die linke Hand zeigt mit der Handfläche zum Herzen, die rechte nach außen. Dabei kann die linke Mittelfingerspitze leicht die rechte Daumenspitze berühren.


Autorin Kelly McGonigal unterrichtete an der kalifornischen Stanford University Psychologie, Yoga und Meditation und schrieb auf Basis ihre Lehrtätigkeit viele erfolgreiche Bücher. Mehr Infos: kellymcgonigal.com. Fotos: David Martinez