Budokon Yoga ist ein moderner Mix aus traditionellem Hatha Yoga mit Elementen aus dem Kampfsport, um sowohl den Krieger als auch den Yogi in uns zu gleichen Teilen zu vereinen. Wir erklären euch, was den Yoga-Stil ausmacht.
Der Legende nach entstand der Yoga-Krieger aus Shivas tiefer Trauer und Wut, weil er seine Frau Sati verlor. In diesem schmerzhaften Moment riss er sich eine Haarlocke vom Kopf und erschuf daraus Virabhadra – den spirituellen Krieger, der die göttliche Ordnung wiederherstellen sollte.
Die Fotos von Grit Siwonia, auf denen wir Sibille Quentin und Winnie Collins sehen, erinnern uns an diesen mutigen Krieger, der bereit ist, entschlossen und unerschrocken in den spirituellen Kampf zu ziehen, um seine Energie für die Dinge zu nutzen, die zu ändern sind und das loszulassen, was nicht mehr zu ändern ist.

Sie transportieren eine unfassbare Stärke und gleichzeitig anmutige Eleganz, die uns zu sagen versucht: Kraft bedeutet keinesfalls immer zerstörerisch zu sein. Wenn sie tief aus dem Bewusstsein und Herzen kommt, kann sie uns aus der Komfortzone locken und uns die Stärke verleihen, den schwierigen Situationen des Lebens mutig ins Auge zu blicken.
Doch beginnen wir einmal von vorn: Sibille und Winnie sind beide Yoga Lehrerinnen aus Hamburg und haben sich dem Budokon® Stil verschrieben. Zusammen sind sie Budokon Yoga Hamburg.
In einem gemeinsamen Interview haben sie uns mehr zum Budokon Konzept verraten und uns hinter die Kulissen dieses besonderen Yoga Stils blicken lassen.
Budokon: Ein holistisches Konzept, das auf 6 Säulen basiert

Budokon ist ein Mixed Movement Arts System, das von Kancho Cameron Shayne und seiner Frau Melayne Shayne entwickelt wurde. Es verbindet Yoga, Mobility, Calisthenics, Animal Locomotion and Martial Arts zu einem einzigartigen Konzept.
Budokon Yoga ist ein moderner Mix aus traditionellem Hatha Yoga mit Elementen aus dem Kampfsport, um sowohl den Krieger als auch den Yogi in uns zu gleichen Teilen zu vereinen.

Budokon ist also nicht nur Yoga oder Martial Arts – es ist ein Lifestyle, der die folgenden 6 Säulen verinnerlicht:
- Bewegung: Wie achtsam bewegen wir uns? Getreu nach dem Motto „the way you move is the way you live“.
- Mindset: Wie stark ist unser Geist?
- Emotion: Wie gehen wir mit Gefühlen um?
- Beziehungen: Wie gehen wir miteinander um?
- Ernährung: Was geben wir in unsere Körper?
- Umwelt: Wie behandeln wir Mutter Erde?
Neben den „physischen Push-Ups“ auf der Matte, geht es also verstärkt um die sogenannten „Mental Push-Ups“, in denen der Fokus auf die geistige Kraft und unseren Umgang damit gelegt wird.
Der Budokon Flow kann dabei helfen, weniger in den Autopiloten zu fallen

Während in klassischen Yoga Stilen die Asanas durchaus ein paar Atemzüge gehalten werden können, befindest du dich im Budokon Yoga permanent im Flow. Der Fokus liegt mehr auf den geschmeidigen Übergängen zwischen den Haltungen anstatt auf dem Innehalten der jeweiligen Asana.
Das solle auch einen Bezug zum Leben schaffen, das schließlich auch in ständiger Bewegung sei, so Sibille. Auf der anderen Seite sehen wir hier die Komponente aus dem Kampfsport, die einem abverlangt ständig wachsam und achtsam zu sein, um den Fokus nicht zu verlieren.
Erfahrungsgemäß sei es der Flow, der dazu führe, dass wir weniger in den Autopilot abdriften und mehr bei uns bleiben. „Die Schüler*innen sind immer wieder davon begeistert, dass sie die ganze Yogastunde über bei sich und den Bewegungen bleiben können“, erzählt uns Winnie.
Ganz nach dem Leitsatz: „The way you do anything is the way you do everything“

Einer der Leitsätze im Budokon ist „The way you do anything is the way you do everything“. Übersetzt bedeutet dies soviel wie „So, wie wir die kleinen Dinge tun, so setzt sich auch das große Ganze zusammen.“ Hier geht es sowohl um die Asana Praxis auf der Matte als auch um den Alltag. Mit wie viel Bewusstsein verrichte ich – auch die kleinsten – Aufgaben des Lebens und wie viel bin ich wirklich bereit zu geben? Die Bereitschaft, immer 100 Prozent zu geben, sei für eine kontinuierliche Budokon Praxis unabdingbar, verrät Sibille.

In einem sind sich die beiden Budokon Lehrerinnen einig: Budokon ist ein ganzheitlicher Ansatz. Wenn man diesen nicht über die Yogamatte hinaus ins alltägliche Leben mitnimmt, wird es schwer, diese Lebensweise zu verinnerlichen. Deshalb pushen sich die beiden Yoginis nicht nur gegenseitig an ihre Grenzen, sondern fordern auch ihren Schüler*innen einiges ab.
Kennengelernt haben sich Sibille und Winnie übrigens auf der Yogamatte in einem Budokon Workshop in Hamburg. Obwohl sich die Wege der beiden danach vorerst für einige Monate trennten, in denen Sibille unter anderem ihre Budokon Ausbildung in Miami absolvierte, fanden sie letztendlich wieder zusammen. Für Winnie war bald darauf klar, dass auch sie im Budokon das gefunden hatte, wonach sie gesucht hat und absolvierte im Folgejahr ebenfalls die Ausbildung in Miami. Gemeinsam beschlossen die beiden, Budokon Hamburg aufzubauen.
Mental Push-Ups als Vorbereitung für die Instabilität des Lebens

Dass das Konzept des spirituellen Kriegers und Yogis nicht nur Theorie bleiben soll, beweisen die beiden Frauen auch im wahren Leben.
So haben beide beispielsweise 2020 den Schritt gewagt, ihren festen Bürojob aufzugeben und sich voll ins Abenteuer als Yogalehrerinnen zu stürzen. „Ohne das Budokon Mindset hätte ich mich das niemals getraut“, erzählt Winnie uns in unserem Gespräch. Vor allem der Bereich „Mind-Science“ und die „Mental Push-Ups“ scheinen sie gut auf diese harte Probe vorbereitet zu haben.
Die Schüler*innen der beiden freuen sich über die Leidenschaft, die die beiden Lehrerinnen in ihre Arbeit einfließen lassen. „Einige davon haben bereits selbst den Plan gefasst, Budokon-Lehrer*innen zu werden und die Ausbildung zu absolvieren. Mittlerweile hat sich in Hamburg sogar eine richtige Budokon-Community entwickelt“, freut sich Winnie.
Budokon Mind Science: Tief sitzende Programme loslassen

Budokon kann uns dabei helfen, nicht immer den einfachen Weg zu wählen, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und aus seiner eigenen Komfortzone herauszutreten. Dazu gehört auch, eingefahrene Muster loszulassen und sich darüber vielleicht sogar selbst neu zu „programmieren“.
Im Budokon geht das zu einem großen Teil über die ständige Bewegung, die zum Ziel hat, das Mindset positiv zu verändern. Und wir wissen schließlich alle: Ist man einmal am Mindset dran, verändert sich zunehmend das Körperbewusstsein und die Kraft, mit der man Bewegungen ausführt. So stehen Bewegung und Mindset in einer ständigen Wechselbeziehung.
Wie hat euch die Ausbildung und der „Budokon Weg“ verändert?

Die Ausbildung habe sie auf der physischen Ebene stärker gemacht, vor allem aber auch die mentale Kraft gestärkt. „Du wählst nicht den einfachen Weg und musst deine Komfortzone immer wieder verlassen“, sagt Sibille, „Das ist nicht immer so leicht, wie es klingt.“ Gerade beim Teacher Training in Miami würde man mit den Themen konfrontiert, die bei einem selbst nicht unbedingt gelöst seien. Die beiden sind sich einig, dass die Ausbildung wie ein Spiegel für sie gewesen sei, der ihnen vorgehalten wurde.
Nur so konnten sie sich selbst und ihre eingefahrenen Strukturen hinterfragen und sich durch diese so genannten „Pattern Shakes“ selbst weiterentwickeln. „Pattern Shakes“ – das sind Momente, in denen man fest sitzende Muster hinterfragt und an ihnen rüttelt. „Das kann im ersten Moment erst einmal ganz schön hart sein, kann man es jedoch annehmen, kommt man sowohl physisch als auch mental gestärkt heraus“, erzählt Winnie.
Wo kann man Budokon Yoga praktizieren und was muss man dazu mitbringen?

„Eine offene Haltung gegenüber allem, was kommt, ist der Schlüssel für eine gute Erfahrung“, stimmen die beiden Budokon Lehrerinnen überein. Nur damit sei es möglich, die Komfortzone zu verlassen und sich zu neuen Ufern aufzumachen. Natürlich sei auch eine gewisse Grundfitness Voraussetzung, da die Budokon Klassen körperlich sehr herausfordernd werden können.
Yoga Praxis als Stärkung für den Wandel der Zeit
Mit Budokon Yoga hat Cameron Shayne einen Stil kreiert, der das Potential besitzt, uns an unsere körperlichen und mentalen Grenzen zu bringen. Der spirituelle Krieger, der jederzeit zum Angriff bereit ist, wird in diesem Konzept genauso gefeiert wie der sanfte Yogi, der nach innen schaut. Durch die Verbindung dieser beiden Bedürfnisse in der Praxis, werden die weibliche und männliche Energie in jedem von uns auf eine natürliche Weise geachtet.
Gerade in unsicheren und herausfordernden Zeiten, wenn sich das Außen einmal wieder im Wandel befindet und alte Muster schmerzhaft an die Oberfläche kommen, kann solch eine Routine uns die Stärke verleihen, verwurzelt zu bleiben und uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Grit Siwonia ist freiberufliche Fotografin aus Berlin und hat Sibille und Winnie für Budokon Yoga in Hamburg fotografiert. In ihrer Arbeit sieht sie mit tiefer Liebe auf die Menschen und kreiert dabei einen Raum, in dem man sich zutiefst angenommen und in seinem Wesen geachtet fühlt.
Falls du interessiert bist, an einer Budokon Klasse teilzunehmen, findest du Sibille und Winnie in folgenden Studios in Hamburg (auch online).
- Budokon Yoga Hamburg
- Tribe Yoga Base
- Nordlicht-Yoga




































lernen mit einem Zeh an der Wand






Platziere zuerst das Bolster der Länge nach vor sich und lege anschließend die Beine rechtwinklig gebeugt auf der linken Seite ab. Die akkurat übereinander „gestapelten“ Unterschenkel befinden sich parallel zur Längsseite der Matte. Währenddessen richtest du den Brustkorb gerade nach vorne aus und setze die Fingerspitzen schulter breit davor ab. Mit der Einatmung hebt sich das Brustbein. Mit der Ausatmung komm mit langem Rücken nach vorne und legen den Oberkörper auf dem Kissen ab. Der Kopf dreht nach rechts und das Körpergewicht sinkt schwer in das Bolster. Atme tief bis hinunter in die Flanke. Die
Platziere zwei große Bolster vor dir, das erste längs, das zweite quer darüber. Lege dich in Bauchlage so über die Kissen, dass die Stirn entspannt auf den Händen davor ruht. Das quer liegende Kissen befindet sich auf Nabelhöhe. Drehen Sie die Fersen auswärts und geben Sie das Körpergewicht schwer an die Kissen ab. Atme tief in den Rücken. Mit jeder Einatmung findet der Rücken mehr Weite. Mit jeder Ausatmung fällt ein wenig mehr Alltagsstress von dir ab. Verweile mindestens zehn Atemzüge lang in der Position. Danach setze dich zurück auf die Fersen und komm in die Stellung des Kindes (1).
Setze als erstes aus dem Fersensitz das Becken nach rechts ab. Beide Sitzknochen berühren den Boden (falls das nicht möglich ist, lege eine gefaltete Decke unter die rechte Gesäßhälfte). Mit der Einatmung streckst du dann den rechten Arm lang nach oben. Mit der Ausatmung drehe den Rumpf nach rechts, setzt du die Finger der rechten Hand hinter dem Körper auf und führst die linke Hand zum rechten Bein.
Lege den Oberkörper längs auf das Bolster. Zusätzlich kannst du den Nacken durch ein Kissen stützen. Führe die Fußsohlen aneinander und lass die Knie nach außen sinken. Um der Wirbelsäule mehr Länge zu geben, streiche den unteren Rücken und Gesäß zu den Füßen hin aus. Lege die Hände auf den Bauch oder auf die Oberschenkel. Mit der Einatmung hebt sich die Bauchdecke. Mit der Ausatmung lass in Hüften und Leisten immer mehr los. Durch die Schräglage des Oberkörpers wird die Tiefenatmung unterstützt. Verweile mindestens zehn Atemzüge lang im Schmetterling in Rückenlage.
Platziere zunächst zwei Bolster der Länge nach hintereinander und lege dich in Rückenlage so darauf, dass sich die Kante des oberen Kissens knapp unterhalb des Herzens befindet. Schultern und Hinterkopf liegen dabei entspannt am Boden. Strecke mit der Einatmung die Arme lang hinter den Kopf. Greife mit der Ausatmung die Ellenbogen. Ziehe den Rumpf durch die Unterarme nach oben und schiebe die Beine durch die gebeugten Füße in die entgegengesetzte Richtung. Dafür drehst du die Oberschenkel leicht einwärts und drückst die hinteren, unteren Rippen zum Boden hin. Ziehe zum Schluss mit jeder Ausatmung den Nabel zur Wirbelsäule. Tipp: Ein fest um die Oberschenkel geschnallter Gurt verhindert, dass die Beine nach außen kippen. So wird es im unteren Rücken nicht eng.
Stelle in Rückenlage die Füße hüftbreit auf. Die Zehen zeigen dabei gerade nach vorne. Strecke mit der Einatmung die Arme zu den Seiten hin aus. Mit der Ausatmung kreuzt du sie über der Brust. Die Schultern sinken nach unten, die Finger und Handgelenke entspannen. Lass das Gewicht der Arme schwer werden und atme tief in die Rückseite des Herzens. Bleib zehn Atemzüge lang in der Haltung. Dann kreuzt du die Arme andersherum und wiederholst die Übung.
Stell einen Block hochkant vor sich. Über die Bretthaltung (schiefe Ebene) kommst du in den herabschauenden Hund und platzierst den Klotz so, dass der Kopf darauf liegen kann. Die Hände sind schulterbreit voneinander entfernt, die Füße hüftbreit. Spreize die Finger und presse Daumen und Zeigefinger fest in den Boden. Zieh die Schultern zurück. Sollten die Rückseiten der Beine sehr fest sein, empfiehlt es sich, die Knie ein wenig zu beugen. Atme tief in den Rücken. Lass die Gesichtszüge weich werden und entspanne den Nacken. Bleib zehn Atemzüge lang in der Position.
Du setzt die Hände schulterbreit gegen eine Wand. Tritt mit den Füßen zurück, bis sich der Körper im rechten Winkel befindet. Die Füße stehen hüftbreit, die Zehen sind gerade nach vorne ausgerichtet. Beuge die Knie etwas, spreize die Finger und press sie fest gegen die Wand. Strebe mit den Sitzknochen von der Wand weg und ins Innere des Raumes. Um einem möglichen Hohlkreuz entgegenzuwirken, bewegst du die vorderen, unteren Rippen zur Körpermitte hin. Bring mit jeder Einatmung mehr Länge in den Rücken und ziehe mit jeder Ausatmung den Nabel zur Wirbelsäule. Bleibe insgesamt zehn Atemzüge lang in dieser Position.
Stell dich mit dem Rücken zur Wand. Die Füße sind dabei etwa 40 Zentimeter von der Wand und hüftbreit voneinander entfernt. Das Gesäß berührt währenddessen die Wand, die Knie sind gebeugt. Strebe mit der Einatmung nach mehr Aufrichtung und komm ausatmend mit langem Rücken in die stehende Vorbeuge. Der Kopf hängt, der Nacken ist entspannt. Schicke zudem den bewussten Atem bis tief in den unteren Rücken. Um wieder zurück in den Stand zu kommen, setz eine Hand nach der anderen auf die Oberschenkel, stütz dich ab und richte dich so wieder auf.
Platziere ein Bolster quer und mit einer Handbreit Entfernung vor der Wand. Setze dich dafür seitlich auf das Kissen und schwinge die Beine über die Seite nach oben, bis die Beinrückseiten die Wand berühren. Zugleich dreht der Rumpf in einen rechten Winkel zu Wand. Lege außerdem Kopf und Schultern hinter dem Bolster ab. Die Hände liegen auf dem Bauch oder seitlich vom Körper, die Augen sind geschlossen. Mit jeder Einatmung bewegt sich die Bauchdecke nach oben. Mit jeder Ausatmung gibst du dann mehr Körpergewicht an das Kissen und damit den Boden ab. Verweile mindestens zehn Atemzüge in dieser Position.
Lege dich in Rückenlage vor die Wand und setze die Füße so dagegen, dass sich die Beine in einem rechten Winkel befinden. Führe mit der Einatmung den rechten Fuß über den linken Oberschenkel. Bewege mit der Ausatmung das rechte Knie zur Seite und beuge außerdem den rechten Fuß. Gib mit den Händen leichten Druck gegen die Oberschenkel und press den unteren Rücken zum Boden. Entspanne zusätzlich Schultern und Gesichtszüge. Schicke außerdem den bewussten Atem in die Dichte der rechten Hüfte. Verweile zehn Atemzüge lang in der Position, danach wiederholst du die Übung auf der anderen Seite.



