Simone Ranke – wingwave®-Coaching

Simone Ranke ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München. Familiär bedingt hat sie sich schon immer sehr stark mit Konzentrationsschwierigkeiten, ADHS/ADS, Hochbegabung und Hochsensibilität auseinandergesetzt und sich bei ihrer Ausbildung zum Coach auf diese Themen spezialisiert. Dadurch ist sie auf das wingwave®-Kurzzeit-Coaching gestoßen, das NLP, EMDR und Kinesiologie miteinander verbindet.

Wingwave® hat bei der Natur abgeschaut: In der Traumphase (REM-Phase – Rapid Eye Movement) verarbeitet das Gehirn die Eindrücke des Tages durch schnelle Augenbewegungen. Durch das schnelle Hin- und Her-Bewegen der Augen werden die Emotionen des Tages „aufgeräumt“. Diese Tatsache macht sich das wingwave®-Coaching zunutze, indem der Coach mit schnellen Handbewegungen den Blick seiner Coachees horizontal hin und her führt und so „wache“ REM-Phasen erzeugt, die sonst nur im nächtlichen Traumschlaf durchlaufen werden. Laut Gehirnforschung lösen die wachen Augenbewegungen – anders als beim fixierten Blick – deutlich stresslindernde Reaktionen in verschiedenen Gehirnarealen aus. Um die genauen Themen des Coachees zu bestimmen und die Wirksamkeit der Intervention zu überprüfen, wird der Myostatiktest (Muskeltest aus der Kinesiologie) als besonders gut erforschtes Muskelfeedback-Instrument eingesetzt.

Mehr zu Simone unter simoneranke.de

Vortrag „Komm zu Dir – Löse Blockaden, entfalte Dein Potenzial – mit wingwave®-Coaching“ // Samstag, 25. Juni, 17.30–18.15 Uhr

So viel zur Theorie. Das Besondere an wingwave® ist, dass in der Praxis die unterschiedlichsten Themen wie Schul- und Prüfungsängste, Burnout, Mobbing, Überlastung und Stresszustände nicht nur bearbeitet, sondern mit Hilfe der schnellen Augenbewegungen auch verarbeitet werden. Durch diese Methode können selbst Themen, die langanhaltend sind und tiefer gehen, mit Elementen aus der Familienaufstellung unter Berücksichtigung transgenerationaler Prägungen angegangen werden. So werden Blockaden abgebaut und unser Potenzial kann sich voll entfalten. In kurzer Zeit (3-5 Coachingtermine pro Thema) ist es möglich, mehr zu sich und den wichtigen Themen zu finden, statt hemmenden Ballast mit sich „rumzuschleppen“. Und woher kommt der Name wingwave®? wing – steht für die Metapher vom Flügelschlag des Schmetterlings, der große Veränderungen herbeiführen kann. wave – bezieht sich auf den englischen Begriff „brainwave“, was so viel bedeutet wie „Geistesblitz“, „tolle Idee“, „guter Einfall“.


Simone Ranke auf der YogaWorld München 2022:

Vortrag // Samstag 25. Juni // 17.30–18.15 Uhr // Komm zu Dir – Löse Blockaden, entfalte Dein Potenzial – mit wingwave®-Coaching // Yamuna Vortragsraum


Jetzt Ticket für die YogaWorld 2022 in München sichern!


Die Programm-Highlights im Überblick…

Raphaela Schön & Matthias Binsack

Matthias Binsack ist Osteopath (M.Sc. & DO Holistéa) nach dem einzigartigen französischen Osteopathiekonzept Ostea©. Raphaela Schön ist Projektmanagerin & Content Strategin für BellaBambi® sowie Heilpraktikerin und Ashtanga Yogalehrerin, ausgebildet von Dr. Ronald Steiner. Auf der YogaWorld stellen sie ihr Konzept „Cupping, Yoga & Osteopathie“ vor.

Über Matthias Binsack

Matthias Binsack ist Osteopath (M.Sc. & DO Holistéa) nach dem einzigartigen französischen Osteopathiekonzept Ostea©, welches es dem Therapeuten ermöglicht, durch genaue Diagnostik präzise auf die Ursachen verschiedener Symptome bzw. Krankheitsbilder einzugehen. Matthias praktiziert in seinen Praxen in München und bildet angehende Therapeuten am College Holistéa aus. Zudem ist er begeisterter Ashtanga Yoga Praktizierender – nicht zuletzt, weil er darin Parallelen zur Osteopathie entdecken kann.

Mehr zu Matthias unter www.osteopathie-binsack.de


Über Raphaela Schön

Raphaela Schön ist Projektmanagerin & Content Strategin für BellaBambi® sowie Heilpraktikerin und Ashtanga-Yogalehrerin, ausgebildet von Dr. Ronald Steiner.

In ihrer Arbeit fusioniert sie ihren strategischen Hintergrund („Die Gesundheit des Menschen als Projekt“) mit ihren umfassenden therapeutischen Fähigkeiten. Ihre Therapie-Schwerpunkte sind Yogatherapie, Microkinesi-Therapie, Phytotherapie sowie Cupping.

Mehr zu Raphaela unter schoen-gesundsein.de


Vortrag „Faszi(e)nation Cupping, Yoga & Osteopathie“, Samstag, 25. Juni 2022, 15.30-16.15 Uhr

Um den individuellen menschlichen Organismus gesund zu erhalten oder zu gesunden, bedarf es therapeutisch kluger Intervention – und der individuellen Mitarbeit und Bereitschaft des Patienten. In ihrem Vortrag erklären die beiden Therapeuten, wie die Gewebe unseres Körpers und verschiedene Heilmethoden zusammenhängen. Denn Cupping, Yoga & Osteopathie haben eines gemeinsam: Alle Heilmethoden wirken auf die faszialen Strukturen ein. Die beiden Therapeuten referieren darüber, wie der Mensch zu Zufriedenheit und Wohlbefinden gelangen, eine Balance zwischen abhyasa (Zielstrebigkeit) und vairagya (Gelassenheit) finden und sich selbst erkennen und verwirklichen kann – ohne blind Idealen hinterherzulaufen oder sich in Illusionen zu verlieren. Und: Wie dies mit Cupping, Yoga & Osteopathie gelingen kann.


Vortrag von Raphaela Schön und Matthias Binsack auf der YogaWorld München 2022:

Samstag, 25. Juni // 15:30 – 16:15 Uhr // Faszi(e)nation Cupping, Yoga & Osteopathie // Yamuna Vortragsraum


Jetzt Ticket für die YogaWorld 2022 in München sichern!


Die Programm-Highlights im Überblick…

5 gesundheitsfördernde Ayurveda-Kräuter

Kräuter Ayurveda Wirkung

Wenn du auf der Suche nach körperlichem und mentalem Gleichgewicht bist, versuche es doch einmal mit Ayurveda! Die ayurvedische Lehre der Verjüngung und Energiesteigerung (Rasayana) kennt einige natürliche Hilfsmittel dafür. Wir haben 5 gesundheitsfördernde Ayurveda-Kräuter für dich herausgesucht.

Amalaki (Phyllanthus emblica)

Amalaki ist eine Pflanze, die dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Sie balanciert alle drei Doshas aus und zeigt positive Wirkungen auf fast alle Gewebe und Organe des Körpers. Die Amalaki ist eine Art Wildkirsche oder Baumstachelbeere, die sehr viel Vitamin C und andere Antioxidantien enthält. Sie aktiviert den Zellstoffwechsel, schützt vor freien Radikalen und verjüngt den gesamten Körper. Außerdem wirkt sie allen Stressbelastungen entgegen und stärkt das Verdauungsfeuer. Für Frauen ist Amalaki gut für die Empfängnis und zur Erhaltung der Schwangerschaft bzw. Verhinderung einer Fehlgeburt geeignet. Dosierung: Als Nahrungsergänzung werden täglich drei bis fünf Gramm des Fruchtpulvers mit Wasser eingenommen.

Ashwagandha (Withania somnifera)

Die Wurzeln von Ashwaganda werden verwendet, um die Stärke der Körpergewebe zu erhöhen. Sie korrigieren Immunstörungen und dienen als wirkungsvolles Aphrodisiakum, denn sie verbessern die sexuelle Kraft und Ausdauer sowie die Fortpflanzungsfunktionen (speziell für den Mann). Ashwagandha ist zudem eine klassische Anti-Stress-Pflanze, die bei körperlicher und geistiger Erschöpfung und Auszehrung eingenommen wird. Besonders gut wirkt sie auch gegen Schlafstörungen. Dosierung: Zwei bis drei Gramm täglich mit Milch einnehmen.

Lies auch: Zaubertrank – Ayurveda für deinen Libido

Shatavari (Asparagus racemosus)

Shatavari ist eines der wichtigsten Rasayanas für Frauen, denn es zeigt eine sehr gute Wirkung auf die milchproduzierenden Drüsen sowie die unterstützenden Gewebe und Hormone. Durch die Wurzeln des Spargels (Shatavari) wird die Empfängnis begünstigt. Außerdem sollen sie helfen, die Schwangerschaft zu erhalten und Fehlgeburten vorzubeugen. Für Männer und Frauen wird Shatavari als Therapeutikum gegen Übersäuerung und Magenreizung eingesetzt. Dosierung: Empfohlen werden täglich drei bis fünf Gramm des Shatavari-Pulvers mit einer Tasse heißer Milch.

Guggulu (Commiphora mukkul)

Das Gummiharz des Guggulu ist wirksam, um alle drei Doshas zu normalisieren. Dieses häufig genutzte Pflanzenprodukt besitzt, abgesehen von seinem großen medizinischen Anwendungsspektrum, Rasayana-Eigenschaften: Es hält die Srotas (Körpersysteme) frei, reinigt die Blutgefäße und verhindert die Ablagerung von fettigen Substanzen in den Geweben. Dosierung: Die normale Dosierung der Zubereitungen beträgt dreimal täglich ein Gramm.

Pippali (Piper longum)

Pippali ist ein exzellenter Immunmodulator und hilft, alle Arten von -Immunstörungen zu verhindern und zu behandeln. Um bei diesen Erkrankungen gute Ergebnisse zu erzielen, wird die Dosierung von Pippali nach einem speziellen -Muster empfohlen, bekannt als „Vardhamana Pippali“. Dosierung: Bei diesem Muster wird Pippali in aufsteigenden Dosen verabreicht und wieder allmählich verringert, nachdem eine Zeit lang die maximale Dosis eingenommen wurde.

Lies auch: Mit Ayurveda der Erkältung trotzen


Du willst noch mehr über Ayurveda wissen? Dann schau doch mal in unserer großen Ayurveda-Ecke vorbei.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft

Ist es wirklich egal, mit wem man zusammen ist, solange man sich selbst liebt? Die richtigen Ratgeber können einen zur falschen Zeit ganz schön unter Druck setzen. Aber es kann auch unser Verständnis für uns selbst und andere beflügeln. Wie kannst auch du Chakra-Power für eine gute Partnerschaft nutzen?

Ist er/sie noch der/die Richtige?

Wie viele Menschen in ihrem Bekanntenkreis haben begonnen, an ihrem Partner Fehler zu finden, nachdem sie angefangen haben, Yoga zu üben? Wie viele haben sich schließlich getrennt oder überlegen gerade, das zu tun? Ist Yoga ein Beziehungskiller? Gehen Yoga und Partnerschaft überhaupt zusammen? Theoretisch müsste das Leben zu zweit leichter sein, wenn wenigstens einer entspannt ist. Manchmal scheinen Beziehungen aber schwieriger zu werden, wenn man mit Yoga beginnt. Ein geflügeltes Credo in der spirituellen Szene lautet: Wenn man sich selbst liebt, ist es egal, mit wem man zusammen ist. Das hört sich erst mal gut an.

Manchmal beginnt man aber dann, sich selbst unter Druck zu setzen. Man versucht um jeden Preis, alles anzunehmen, was man beim anderen als störend empfindet. „Er/sie ist ja nur ein Spiegel von mir selbst“, sagt man sich dann. Das ist auch eine schöne und noble Idee. Leider versagt diese Theorie im Alltag oft. Denn anstatt uns wirklich mit den in uns aufsteigenden Gefühlen auseinanderzusetzen, begnügen wir uns mit der geistigen Haltung, alles sei gut, wie es ist. Insgeheim fangen wir aber trotzdem an, ein heimliches Konto zu führen. Darin zählen wir auf, was wir beim anderen alles heldenhaft „akzeptieren“. Und irgendwann – wenn die emotionalen Abbuchungen zu groß geworden sind – kündigen wir fristlos, um endlich den wirklichen „Seelenpartner“ zu finden. Oder wir ziehen uns ganz aus dem Beziehungs-Business zurück.

Zurück in die Höhle?

Den traditionellen Schriften nach sieht es sowieso gar nicht gut aus. Die Hatha Yoga Pradipika warnt bereits im ersten Kapitel vor den sechs Ursachen, die die guten Wirkungen des Yoga zerstören. Und sie ist da sehr allgemein: „Gesellschaft von Leuten“ ist eine davon. Der Raum, in dem der Yogi übt, soll „an einem einsamen Platz sein“. Die Bhagavad Gita sagt zunächst auch nichts anderes:

„Der Yogi soll beständig sich mühen in der Einsamkeit – allein, bezähmend Sinn und Selbst…“ (Bhagavad Gita, 6.10)

Yoga ist also etwas, das man allein erfährt. Warum wird dieser Artikel dann überhaupt gelesen? Wer sehnt sich – trotz Yoga und Mantra-Singen – nach einem Partner? Reichen die Erfahrungen auf der Yogamatte oder dem Meditationskissen doch nicht aus?

Auf der Suche nach der ewigen Party

Warum hat uns Yoga angezogen? Die Idee dahinter ist nicht gerade klein: die Verbindung vom individuellen mit dem kosmischen Selbst. Klar, dass das gerade in unserer Überflussgesellschaft des 21. Jahrhunderts interessanter ist denn je. Yoga ist heute für viele das, was Rock’n’Roll in den fünfziger Jahren war: ein großes Versprechen von Freiheit. Und das Gefühl der sechziger Jahre wird gleich mit eingepackt, die Idee der ozeanischen Verschmelzung mit allem: „We are one!“ Denn Yoga betont ja auch die Einheit allen Seins. Hier fängt aber das Missverständnis an, das für viele Beziehungen zur Falle wird. Denn Uabhängigkeit und Verschung oder Abhängigkeit gehen nicht gut miteinander.

Stirnkuss Paar Chakra-Power für eine gute Partnerschaft

Verbindung statt Fusion

Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und bei der Silbe „yug“ – Verbindung – zu bleiben, die das Wort Yoga ausmacht. Genauso wie große Hoffnungen auf „Erleuchtung“ – die uns irgendwann in der Zukunft erlösen soll – uns unter Stress setzen und vom gegenwärtigen Moment wegleiten, sind übermäßige Erwartungen an den Partner das Ende jeder hoffnungsvollen Blüte. Es ist aber durchaus möglich, allein zu sein UND zusammen. Dann, wenn wir uns weder für andere aufgeben noch vor ihnen davonlaufen, weil sie unsere Praxis oder unser yogisches Leben gefährden (das wir sowieso nur alleine gestalten können). Das ist dann eine wirkliche, erwachsene Verbindung.

Empfindsam oder empfindlich?

Wer seine Achtsamkeit schult, wird feinfühliger für seine Bedürfnisse. Patanjali erklärt sehr genau, wie man mit der Lenkung seiner Energien und Sinne die Wahrheit über seine Natur erfährt. Manchmal übertreibt man aber auch mit der Praxis der Hellfühligkeit. Je nach Meditationstechnik stärkt man eher das Luft- oder Erdelement. Im ersteren Fall ist die Chance auf außersinnliche Erfahrungen groß. Leider steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, empfindlicher für Störungen zu werden und Handlungen oder Bemerkungen der Umwelt als Angriff zu sehen. Auch die ständige meditative Nabelschau mit Fragen wie „Tut mir das noch gut, mit ihm/ihr zusammen zu sein?“, „Gehen oder bleiben?“ oder „Ist er/sie mein Seelenpartner?“ ist langfristig der Tod einer lebendigen Beziehung. Es hilft also, eine „Gebrauchsanleitung“ für die Sinne zu haben, wenn man im Gefühlssturm steht.


Den Energiezentren zuhören

Das System der Chakren, der Energiezentren im physischen und feinstofflichen Körper, ist ganz praktisch im Alltag der Liebe spürbar. Wenn man Yoga als Entwicklungsweg sieht, dann tut man gut daran, sich nicht gleich auf die Spitze der Pyramide zu stürzen, sondern zunächst gut für sich selbst zu sorgen. Auf welchem Fundament ruhen wir? Darauf bauen schließlich auch unsere Beziehungen auf. Nutze Chakra-Power für eine gute Partnerschaft. Versuche, bereits beim Lesen die angesprochenen Bereiche deines Körpers mit der Achtsamkeit zu berühren.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Sicherheit

1. Muladhara Chakra – das Wurzel-Zentrum (unteres Ende der Wirbelsäule, Steißbein)
Ein stabiles Wurzelchakra zu haben, bedeutet, sich gut um seine Erdung zu kümmern. Wie viel Zeit nehmen wir uns, unseren Körper zu pflegen und zu nähren? Wenn es in unseren Beziehungen chaotisch ist, lohnt es, sich anzusehen, wie wir mit uns selbst umgehen. Kümmern wir uns um regelmäßige Mahlzeiten und einen gesunden Schlaf? Unser Umgang mit unserem eigenen Körper ist Spiegel und Grundlage für alle weiteren Begegnungen mit unserer Umwelt.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Gefühle

2. Swadhisthana Chakra – das Sakral-Zentrum (Schambein, Kreuzbein)
Von hier aus begeben wir uns in das Spiel und in den Fluss des Lebens. Mit dem Moment fließen zu können wie das Wasser ist eine Fähigkeit, die wir lernen können. Dies kann jedoch erst beginnen, wenn wir eine stabile Basis haben. Wenn wir uns sicher und geborgen fühlen, haben wir auch die Möglichkeit, unsere Gefühle wahrzunehmen und anderen zu zeigen. Das manifestiert sich in spielerischer Lebensfreude – und kulminiert in gutem Sex. Ein gesunder Beckenraum ist Ausdruck eines genährten Sakral-Chakras.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Selbstwert

3. Manipura Chakra – das Nabel-Zentrum (Bauch, Lendenwirbelsäule)
Vom Bauch aus können wir unsere Energie strahlen lassen wie eine Sonne. Nachdem wir unseren Anteil an der Schöpfung berührt und angenommen haben, lernen wir mit der Konzentration auf unseren Bauch, uns selbst zu schätzen. Wir präsentieren uns und sind in der Lage, zu führen und zu transformieren, mit der Elementarenergie des Feuers. Ein gesunder Selbstwert erlaubt uns auch, gesunde Grenzen zu setzen und die Grenzen anderer zu respektieren.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Liebe

4. Anahata Chakra – das Herz-Zentrum (Herz, Brustwirbelsäule)
Die Kraft unseres Atems sitzt in der Brust. Sie wird gestärkt durch einen gesunden Selbstwert aus dem Bauch. Erst dann sind wir in der Lage, bedingungslos zu lieben, ohne bedürftig zu sein. In emotional schwierigen Momenten hilft uns das Element der Luft, wenn wir tief ein- und ausatmen. Das aktiviert unseren Herzraum. So kannst du erfahren, wie du dein Herz für Liebe öffnest. Unsere bereits in den Yoga-Sutras beschriebene Liebesfähigkeit hilft uns dann, Situationen so anzunehmen, wie sie gerade sind. Wichtig ist, dass wir es uns nicht nur vorstellen, sondern wirklich in der Brust fühlen.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Kommunikation

5. Vishuddha Chakra – das Kehl-Zentrum (Kehle, Halswirbelsäule)
Das Element des Raumes trägt den Klang, mit dem wir mit unserem Partner in Kontakt sind. Wenn wir die Fähigkeit zur Hingabe erlernt haben, sind wir in der Lage, respektvoll und wertschätzend zu kommunizieren. Auf diese Weise laden wir auch unser Gegenüber ein, sich selbst als gesund und ganz wahrzunehmen. Indem wir darauf verzichten, anzuklagen, und stattdessen unseren Partnern zeigen, dass wir sie für voll nehmen, vergrößern wir auch den Raum, in dem spirituelle Entwicklung möglich wird.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Intuition

6. Ajna Chakra – das Stirn-Zentrum (Stirn, Hinterkopf)
Das Ajna Chakra steht für die reine Wahrnehmung, frei von Einfärbung durch vergangene Eindrücke. Wenn unser Verstand klar ist, kann sich unser intuitives Wissen frei entfalten. Konzentrieren wir uns auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, dann stehen wir in Kontakt zu unseren inneren Welten. Das hilft auch unserem Umgang mit dem Partner oder der Partnerin. Wir halten keine alten Geschichten fest, sondern werden visionär – auch was unsere Beziehung und ihre Möglichkeiten angeht.

Chakra-Power für eine gute Partnerschaft: Spiritualität

7. Sahasrara Chakra – das Kronen-Zentrum (Scheitel, Schädeldecke)
Über dem Scheitel sitzt unsere Verbindung zum Zustand der Einheit. Wenn wir hier ankommen, haben die Ratgeber recht: Es ist egal, wer mit uns auf dem Weg ist. Aber es gibt keine Erleuchtung ohne Herz. Und kein Herz ohne Wurzeln. Es gibt möglicherweise keine Abkürzung zu Gott, als den Weg über das Mensch-sein und das Miteinander. Wie soll man Gott erkennen, wenn man ihn nicht im Partner oder der Partnerin sehen kann?

Das Patentrezept für gute Beziehungen

Im besten Fall sorgt man also zunächst tatsächlich gut für seine eigenen Wurzeln. Dann ist Raum, Gefühle wahrzunehmen und auszuleben, sich in der Welt zu zeigen und durchzusetzen. Wenn man präsent geworden ist, kann man Liebe schenken, anstatt sie zu fordern, und durch die eigene liebevolle Kommunikation auch andere Menschen bereichern. Wenn wir uns auf diese Weise um die Außenwelt gekümmert haben, wird schließlich der Weg nach Innen offen.

Noch mehr zum Thema Chakren? Übe unsere Chakra-Yoga Sequenz!

Alkohol und Yoga: Energy? Drink!

Alkohol Drink Sommer
Burst via Pexels

Gesellschaftlicher Schmierstoff oder gefährliche Droge? Beim Thema Alkohol lautet die Antwort ganz klar: beides! Kann der Drahtseilakt zwischen Genuss und Gefahr gelingen? Unsere Autorin versucht sich dran, Alkohol und Yoga zu verbinden.

„Intensives Rubinrot, feine Röstaromen, eleganter Geschmack von Schwarzkirschen und Waldfrüchten…“ Verdrehst du auch innerlich die Augen, wenn du über solche Beschreibungen von Chardonnay und Pinot Noir stolperst? Ich ja nicht, ich finde die super! Ich habe an VHS-Weinseminaren teilgenommen, Winzer in der Wachau besucht, und bin bei einem Online-Weinhandel als Stammkundin registriert. Kurz: Ich liebe Wein, genieße ihn oft und gern.

Frauen trinken mehr, als ihnen gut tut

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn manchmal ist der kühle Weiße auch ein Mittel zum Zweck. Er bringt mich auf Partys in Stimmung, entspannt mich nach einem stressigen Arbeitstag und macht aus mir einen deutlich geselligeren Menschen, als ich es von Natur aus bin. Und das ist natürlich gefährlich, denn Alkohol ist nun mal ein Nervengift mit Suchtpotenzial, dessen Konsum in Deutschland rund 74.000 Mal tödlich endet (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Weil ich das weiß, mache ich so ziemlich jeden Test, den ich zum Thema Alkoholismus finden kann und bekomme stets das Ergebnis: „Joa, geht gerade noch, aber aufpassen sollten Sie schon …“ Damit liege ich im Trend, denn gerade Frauen in mittleren Jahren trinken hierzulande oft mehr, als ihnen gut tut.

Alkohol-Abstinenz: Schnell mehr Energie

Hilft nix, zu denen gehöre ich, und darum lege ich alljährlich eine mehrwöchige Alkohol-Pause ein, um zu kontrollieren, wie es mir ohne geht und um meinem Körper Erholung zu gönnen. Und er dankt es mir schnell! Schon nach wenigen Tagen schlafe ich besser, fühle mich fitter, straffer und beweglicher. Zudem habe ich weniger Appetit auf fettig-salzigen Mist und mehr Lust auf Obst und Gemüse. Partys fallen mir gar nicht so schwer, höchstens vielleicht am Anfang, wenn ich schnell in den Feier-Modus wechseln möchte, und am Ende, wenn alle um mich herum wirre „Weisheiten“ von sich geben oder lustige Balztänze erfinden und ich mich ein wenig fehl am Platz fühle. Aber hey – so merke ich wenigstens, wann es Zeit ist zu gehen und werde am nächsten Tag mit einem klaren Kopf belohnt. Kurz: Ich bin deutlich energiegeladener als sonst in diesen abstinenten Wochen.

Alkohol und Yoga: Passt das zusammen?

Tja. Wenn das alles so super ist, wa­rum fange ich dann jedes Jahr wieder an zu trinken? Zumal Rausch und Yoga ja nun mal so gar nicht zusammenpassen, führt bei letzterem der Weg zur Klarheit und Erkenntnis doch unter anderem über Selbstbeherrschung und eben nicht das unbekümmerte Nachgeben solcher Gelüste.

Aber kennst du das? Manchmal bastelt man sich aus verschiedenen Positio­nen seine eigene Philosophie zurecht und passt sie hübsch dem eigenen Lebensstil an. In meinem Fall mündet das mitunter in Gedanken wie diesen. Womöglich liegt manche Klarheit auch im Nebel, womöglich birgt der Rausch eine spezielle Form von Energie. Keine körperliche, klar. Aber vielleicht eine emotionale? Ich werde nicht die einzige sein, die unter Alkoholeinfluss schon mal hemmungslos Tränen vergossen. Oder fremde Menschen umarmt hat. Sind diese Gefühlsausbrüche künstlich? Irgendwie ja und irgendwie nein. Fakt aber ist: Die Emotionen sind ja ganz offensichtlich in mir. Und darum sind sie auch wahr. Alkohol verschafft mir einen Zugang zu ihnen. Sicher nicht den gesündesten, vernünftigsten, aber einen eben doch. Auch die ganz eigene Energie eines leicht aus dem Ruder geratenen, weinseligen Abends unter Freunden ist eine, die ich nicht missen möchte.

Genuss ohne Reue

Vielleicht rede ich mir das natürlich nur schön. Und vielleicht ist das sogar okay. Dazu eine kleine Anekdote. Eine Freundin schlich sich einst während eines Ashram-Aufenthalts nachts vor die Tür, um heimlich eine Zigarette zu rauchen, als der Sohn des Gurus sie dabei erwischte. Anders als befürchtet, rügte er sie nicht, sondern schürte ein Feuerchen und brachte ihr ein Kissen, auf dem sie es sich bequem machen konnte. Seine Erklärung: „If smoking is still your desire, why not make it comfortable?“ Wenn du noch das Verlangen hast zu rauchen, warum machst du es dir dabei nicht gemütlich? Insofern verzeihe ich mir meine Lust am Trinken, behalte sie aber im Auge. Und zum Bier- oder Wein-Yoga (ja, gibt’s beides!) zieht es mich sowieso trotzdem nicht. Denn Taube, Krieger, Baum & Co. genieße ich dann doch lieber mit klarem Kopf.

Lies hier mehr über Alkohol und Yoga.


Besonders leicht fiel CARMEN SCHNITZER ihre Alkohol-Auszeit 2017 auf Bali, wo die Auswahl an spritfreien Getränken im Lokal so verlockend war (Lemongrass-Splash! Drachenfrucht-Saft!), dass sie ihren geliebten Riesling kein bisschen vermisste.

Woman Power – Interview mit Melanie C

Nach einem langen Interviewtag zieht Melanie C für das Interview mit YOGA JOURNAL erst einmal die Schuhe aus und macht es sich auf dem Hotelbett gemütlich. Das Fast-Savasana schafft ideale Bedingungen für ein Gespräch über ihre Entwicklung vom kickboxenden „Sporty Spice“ Girl zur reflektierten Solo-Künstlerin, die vor allem an der Mutterrolle gewachsen ist.

YJ: Melanie, als „Sporty Spice“ warst du in den 1990er-Jahren das am wenigsten schrille, geerdetste Mitglied eurer Supergruppe. Dein Solo-Album hast du „Version of Me“ genannt. Welche Version deines Selbstes möchtest du mit ihm zeigen?

MC: Am jetzigen Punkt meines Lebens fühlt es sich an, als würde ich ein neues Kapitel aufschlagen. Ich bin jetzt 42 Jahre und habe das Gefühl, dass ich die Verantwortung für mich selbst spätestens jetzt alleine tragen sollte. Die meiste Zeit meines Erwachsenenlebens war ich in einer Position, in der mir viel abgenommen wurde. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, erleben das oft: Dein Umfeld will dich schützen, was nicht immer gut tut. Andere erledigen deine Drecksarbeit, was die unangenehmen Dinge aus deinem Blickfeld rückt und dich daran hindert, das zu tun, was einfach getan werden muss. Damit verneinst du einen großen Teil deiner selbst.

Was hat bei dir in puncto Verantwortung und Identität einen Hebel umgelegt?

Eindeutig die Mutterrolle, sie hat alles verändert. Seit der Ankunft meiner Tochter vor acht Jahren sehe ich jeden Tag, wie dieses wunderschöne neue Wesen heranwächst und wie stark sie sich an mir orientiert. Ich bin die wichtigste Instanz, die ihr in Bezug auf sich selbst und andere Werte vermitteln kann. Um das glaubwürdig zu tun, muss ich sehr klar in meinen Haltungen und Entscheidungen sein – und mich selbst gut behandeln. Das soll sie auf jeden Fall von mir lernen. Diese Verpflichtung hat mich stärker gemacht und lässt mich öfter auch den schwierigeren Weg gehen. Damit hat sie mir einen riesigen Gefallen getan.

Ist sie also eine wichtige Beraterin?

Früher habe ich immer gedacht, dass sich in der Erziehung die Erwachsenen an die Kinder richten, aber meine Tochter hat mir sehr viel über mein inneres Kind beigebracht. Als Kinder sind wir mutig und haben eindeutige Bedürfnisse. Im Laufe des Aufwachsens ändert sich das, wir passen uns den Erwartungen anderer an. Daher bin ich wie nie zuvor auf der Suche nach meiner Essenz und möchte neu entdecken, wer ich wirklich bin. Daraus entstand „Version of Me“.

Von „Girl Power“ zu „Woman Power“?

Sicher habe ich eine Art Erwachsenwerden durchlaufen und erkenne deutlicher, was wirklich wichtig ist. Ich und alle in meinem Londoner Umfeld sind dem Zeitgeist gemäß ständig abgelenkt und in hohem Tempo unterwegs – davon handelt mein Song „Escalator“. Dieser Drang nach Besitz und Status macht mich allerdings nicht glücklich, und meine Tochter hält mich diesbezüglich fest auf dem Boden.

Der Song „Dear Life“ handelt vom Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Wie siehst du heute die Mel C vor 20 Jahren? Beziehungsweise das Image, das dir verordnet wurde?

Es war tatsächlich Teil meiner Entwicklung, mit der öffentlichen Wahrnehmung von mir klar zu kommen. Die Spice Girls waren ein solches Riesending und jahrelang ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse, besonders die sensationsgierigen Medien in meiner Heimat. In der Tat ist es seltsam, dort über eine Frau zu lesen, die ich selbst sein soll, die aber total entfernt von meinem Selbstverständnis ist. Das war immer schwierig für mich und fiel zu allem Überfluss mit der Entwicklungs­phase Anfang Zwan­zig zusammen, in der man ohnehin noch nicht­ weiß, wer man ist und wohin alles führt. Das hat mich manchmal ganz schön aus der Bahn geworfen.

Für eure Fans war der „Girl Power“-Slogan hin­­gegen eine kraftvolle Message. 

Mir selbst haben die Spice Girls auch viel Kraft gegeben! Unsere fünf sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten waren der Grund für die bunte Dynamik der Band. Der Zusammenhalt war sehr stark, gemeinsam haben wir fast die ganze Welt gesehen. Allein wäre ich von dem luxuriösen Umfeld und den berühmten Menschen, die wir auf einmal trafen, sicher sehr eingeschüchtert gewesen. Später habe ich allerdings herausgefunden, dass es auch gut ist, sich hin und wieder unbehaglich zu fühlen. Es bringt dich dazu, Fragen zu stellen.

Auf dem Cover deines neuen Albums ist dein Gesicht nicht zu sehen, ganz prägnant hingegen dein Markenzeichen, ein tätowiertes Kreuz auf dem Oberarm. Warum hast du dich für das Symbol statt für einen offenen Blick in die Kamera entschieden?

Ich dachte mir, dass das Kreuz hohen Wiedererkennungswert hat und den Menschen einen Anhaltspunkt gibt. Gleichzeitig ist „Version of Me“ mein bisher persönlichstes Album, es zeigt mich quasi von innen. Deshalb wollte ich auch auf dem Cover den Blick explizit nach innen richten.

Eine gute Überleitung zu Yoga, das du seit vielen Jahren praktizierst. Wann und wie hast du damit begonnen?

Noch zu Spice-Girls-Zeiten lebten wir Bandmitglieder in einem gemeinsamen Haus bei London und ­trainierten­ regelmäßig im lokalen Fitnessclub. Dort ging ich mit meiner Bandkollegin Geri Halliwell in meine erste Yogastunde. Ich hatte bereits eine Tanzausbildung und daher eine gut entwickelte Körper-Geist-Verbindung. Yoga sprach mich also unmittelbar an – die Ausrichtung, der Flow, die Energie, die Dehnung… Als ich später in Los Angeles meine erste Solo-Platte aufnahm, habe ich gleichzeitig meine Yoga­praxis vertieft­ und zwar mit einer Privatlehrerin, da ich zu Ungeduld neige und es unbedingt richtig und individuell auf mich zugeschnitten lernen wollte. Ich habe zu meinen dynamischsten Zeiten mit Ashtanga Yoga begonnen, dann kamen Iyengar und Bikram. Heute zieht mich Vinyasa Flow sehr an, ich übe viel mit Claire Missingham bei TriYoga in London.

Stichwort „Sporty Spice“: Als Athletin waren Kraft und Flexibilität anfangs sicher kein Thema für dich. Welche neue Qualitäten hast du durch die Praxis entdeckt?

Ich bin auch heute noch sehr sportlich, betreibe Krafttraining und liebe es, außer Atem zu kommen. Yoga bringt mich in Balance zu meinen anderen Aktivitäten, außerdem direkt in den Moment und zu mir selbst. Es ist eine sehr schöne, ästhetische Praxis, herausfordernd und dabei harmonisch. Yoga und Meditation beruhigen die Seele.

Welche Unterstützung bietet dir die Yogaphilosophie im Alltag?

Bei „Version of Me“ hatte ich erstmals auch als Produzentin volle kreative Kontrolle über ein Album. Ausgleich dazu fand ich über die Praxis des Loslassens. Ich gehe gerne in den Wettkampf, nehme zum Beispiel an Triathlons teil, aber nicht gegen andere, sondern um mich selbst zu verbessern und bessere Übergänge zu schaffen. Loslassen bedeutet für mich, nicht jeden Tag perfekt sein zu müssen, sondern zu akzeptieren, dass an jedem Tag alles anders ist.

Zurück zur Essenz, die sich hinter Erziehung und Sozia­lisierung verbirgt: Wo findet man sie im Zeitalter der festen Schönheitsstandards und der sozialen Medien, die kein Geheimnis mehr erlauben?

Alles wird ständig „geteilt“, ich weiß. Wir alle kennen das Bedürfnis, von anderen gesehen zu werden, vielleicht auch aus der Masse hervorzustechen. Ich wollte das als Kind unbedingt, aber für mich hatten echte Stars wie Madonna auch etwas Mysteriöses. Berühmtheit und Anerkennung waren für mich das Nebenprodukt besonderer Ausstrahlung und wirklichen Könnens, kein davon losgelöstes Phänomen. Auch in dieser Hinsicht möchte ich meiner Tochter Balance vermitteln.

Übst du auch gemeinsam mit ihr Yoga?

Hin und wieder. Ich erinnere mich an eine Stunde im Urlaub, als sie 6 Jahre alt war. Ich musste sie die ganze Zeit beobachten, bis sie mich ermahnte, nicht ständig zu ihr herüberzuschauen, sondern es ernst zu nehmen. Der Lehrer sprach in Shavasana mit starkem indischen Akzent von entspannten Hummeln und Schmetterlingen, und ich konnte nicht aufhören zu kichern. Sie hingegen schlief ein. Da sagte der Lehrer: „Sie macht es richtig.“

Knie im Yoga: Tipps von Timo Wahl zum empfindlichsten Körperteil

Lotussitz Knie
Der Lotussitz kann ganz schön auf die Kniegelenke gehen. Yogalehrer Timo Wahl erklärt worauf du achten musst und stellt einfachere Varianten vor.

Das Knie wird im Yoga oft stark beansprucht. Hier räumt Yoga-Lehrer Timo Wahl  mit Missverständnissen aus der Praxis auf. Plus: Tipps wie du das empfindlichste Körperteil beim Yoga dank einfacher Variationen schonen kannst.

Knieprobleme sind in der Yoga-Szene ein altbekanntes und offenbar offiziell gebilligtes Problem, scheinen diese doch fast zwangsläufig die Begleiterscheinung einer intensiven körperlichen Praxis zu sein. Man könnte, übertrieben dargestellt, fast zu dem Resultat gelangen, Knieprobleme seien einer der wichtigen Meilensteine in der Entwicklungsgeschichte einer ernsthaften Yoga-Praxis. Dabei sind es nicht die Positionen selbst, die Beschwerden auslösen, sondern meist ein falsch verstandenes Dogma um die Ausführung der entsprechenden Asanas. Leider tragen zu dieser Fehlmeinung immer noch zahlreiche Yoga-LehrerInnen bei, die eine einzige als „richtig“ geltende Ausführungsvariante propagieren – unabhängig von Geschlecht, Alter und Körperkonstitution des Übenden.

Verletzungen, aber ohne Schmerz

Eines der Hauptprobleme bei Verletzungen des Kniegelenks ist, dass der eigentliche Schaden oft erst dann durch einen Schmerz signalisiert wird, wenn die Verletzung ein bestimmtes, meist irreversibles Ausmaß angenommen hat. Diese Tatsache führt dazu, dass Teilnehmer während der Yoga-Praxis Über­lastungen und sogar Schäden oft gar nicht bemerken und munter weiter ihre Beine verknoten – allerdings ohne die nötige körperliche Voraussetzung.

Knie und Yoga – Anatomische Grundlagen

Gelenke sind die beweglichen Verbindungen zwischen zwei oder mehreren Knochen. Sie bestehen aus deren verdickten Enden, welche jeweils mit einer dünnen Knorpelschicht überzogen sind, um eine reibungslose Bewegung zu ermöglichen. Diese Knorpelflächen werden über die Knochenhaut versorgt – ein wichtiger Vorgang, der durch die ­Bewegung des Gelenks angeregt wird. Die beiden an das Gelenk anschließenden Knochen sind durch Bänder miteinander verbunden, welche den Bewegungsspielraum auf gesunde Weise einschränken. Komplexere Gelenke besitzen zudem meist noch eine das Gelenk luftdicht umschließende und schützende Hülle, die Gelenkkapsel. Über das Gelenk ziehen die Sehnen der Muskeln. Durch sie wird die eigentliche Bewegung erst möglich.

Das Kniegelenk

Beim Knie handelt es sich um ein zusammengesetztes Gelenk: Es besteht aus dem unteren Ende des Oberschenkelknochens mit seinen beiden Gelenkknorren, seinem gelenkigen Gegenstück, dem Schienbein, und der Kniescheibe. Ober- und Unterschenkel bilden zusammen ein Scharniergelenk, in dem Streck- und Beugebewegungen in einem bestimmten Umfang möglich sind. Die Kniescheibe gleitet während der Bewegung auf der Vorderseite des Kniegelenks hin und her. Das hat den Sinn, den Gelenkspalt, der sich bei der Beugung des Beines öffnet, vor dem Eindringen von Fremdkörpern zu schützen. An beiden Seiten des Knies fixieren ­Seitenbänder das Knie, wenn es gestreckt wird. Beim Beugen des Knies lockern sich diese Bänder, so dass das ­Kniegelenk zusätzlich leicht rotieren kann. Zwei weitere ­Kreuzbänder in der Mitte ­verbinden Oberschenkel und Schienbein ­miteinander.

Die Besonderheit des Kniegelenks

Im Vergleich zu anderen Gelenken bringt das Knie eine bauliche Besonderheit mit sich. Da Ober- und Unterschenkel nicht exakt auf­einander passen, bediente sich die Natur in der menschlichen Entwicklungsgeschichte eines Tricks. Zwischen diesen beiden Körperteilen liegen als Puffer zwei ringförmige Knorpelflächen, die so genannten Menisken. Sie bilden die Kontaktflächen für alle im Knie ablaufenden Bewegungen. Für viele Yoga-Übende wird es eben aus diesem Grund kritisch. Denn das Knorpelgewebe trägt weder Blut noch Nervengewebe und zeigt daher keinerlei Schmerzempfindlichkeit. Selbst bei Überbeanspruchung gibt es keine ­spürbare Reaktion. Diese Tatsache stellt eine besondere Anforderung an unsere Yoga-Praxis. In den einzelnen Positionen bedarf es einer ausgeprägten Achtsamkeit, um Spannungen und Widerstände wirklich wahrnehmen zu können. Die meisten Kniegelenksverletzungen im Yoga passieren im Lotus und seinen Variationen. Was geschieht in einer ­solchen Position im Körper?

Das Knie in der Yoga-Praxis

Stelle dir vor, dass du im Sitzen beide Beine nach vorne ausstreckst, dein Rücken ist dabei aufrecht. Wenn du nun deinen rechten Fuß auf dem linken Oberschenkel in einen ­halben Lotus ablegst, geschieht zunächst Folgendes: Der rechte Fuß wird etwas angehoben, das rechte Knie sinkt in Richtung Boden. Weil das Knie dabei gebeugt ist, bedeutet diese Bewegung eine Außenrotation des Oberschenkels in der Hüftgelenkspfanne. Je nachdem wie beweglich dein Hüftgelenk ist, lässt sich dein Bein mehr oder weniger weit nach außen drehen. Vielleicht gehörst du zu den „glücklichen“ Menschen, die so flexibel sind, dass sich der Fuß auf dem Oberschenkel ablegen lässt, während das rechte Bein sanft zu Boden sinkt. In vielen Fällen hängt das rechte Knie allerdings in beträchtlicher Höhe über dem Boden. Wenn dir das bekannt vorkommt, stelle dir die Frage, weshalb das Knie nicht auf dem Boden aufliegt. Hier die mögliche Antwort: Weil deine Hüfte den Oberschenkel nicht weit genug nach außen rotieren lassen Das liegt an den starken bindegewebigen und muskulären Zügen im Hüftgelenk. Oft bedarf es jahrelangen Übens, um wirklich eine Veränderung zu bewirken.

Du hast bereits Kniebeschwerden? Dr. Ronald Steiner hat ein paar einfache Übungen bei Kniebeschwerden für dich zusammengestellt.

Verletzung des Innenmeniskus

Wenn du trotz des „Schwebezustands“ versuchst, das Knie zum Boden zu bringen, wirst selbst bei sanftem Druck feststellen, dass sich an der Situation deiner Hüfte nichts ändert, da diese im Vergleich zum Kniegelenk wesentlich stärker und fester fixiert ist. Da der Fuß fest auf dem linken Bein aufliegt, neigt sich durch den Druck, welcher das Knie zu Boden bringt, auch der Oberschenkel stärker, allerdings ohne dabei weiter nach außen zu rotieren. Dadurch muss sich der Unterschenkel zwangsläufig gegen den Oberschenkel nach innen eindrehen. Da das Bein gebeugt ist und damit Innen- und Außenband locker sind, ist diese Bewegung im Kniegelenk möglich. Erinnere dich, dass auf Innen- und Außenseite des Kniegelenkes je ein Meniskus sitzt: Jetzt weißt du genau, welcher Teil des Körpers diesen Druck absorbieren muss – der Innenmeniskus. Tückisch an dieser „Verletzung“ ist, dass sie sich nicht sofort unangenehm bemerkbar macht. Erst wenn der Meniskus ruptiert, also einreißt, und ein Teilstück in den Gelenkspalt eindringt, wirst du den Schaden durch einen stechenden Schmerz spüren. Leider passiert das häufig erst Monate später. Eine solche Verletzung zieht nicht selten einen operativen Eingriff nach sich und führt in manchen ­Fällen später zu einer Kniegelenksarthrose.

Knieverletzungen vermeiden – durch Achtsamkeit

Alle körperlichen Risiken, die aus diesen Positionen resultieren, kannst du umgehen. Sei dir der Tatsache bewusst, dass der Druck auf den Innenmeniskus zunimmt, wenn das Knie auf den Boden gedrückt wird. Vermeide daher, dass das Knie unter seine Ausgangsposition kommt, welche es beim Ablegen auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel einnimmt. Du kannst ein Kissen unter dein Bein legen oder darauf achten, dass das Knie auch während einer Vorbeuge nicht näher zum Boden kommt. Suche dir eine sinnvolle Alternative zum ganzen Lotus. Wähle beispielsweise lediglich die halbe Variation, in der die Beine nicht mit gegenseitigem Druck aufeinander liegen. Allerdings sollten die Beine im Wechsel abgelegt werden, um in beiden Seiten der Hüfte eine Öffnung zu erzielen. In den meisten Fällen ist es außerdem hilfreich, das Gesäß zu erhöhen und damit die Spannung im unteren Rücken zu lösen. Auch ein halber Lotus hilft nicht gegen Rückenschmerzen.

Spüre deinen Körper ganz bewusst

Lerne generell, bewusst in deinen Körper zu spüren. Immer wenn du Spannung oder einen Widerstand fühlst, ist Achtsamkeit ratsam. Biege niemals Körperteile in die vermeintlich „richtige“ Stellung und lasse die Asanas immer mühelos geschehen. Ein guter Yoga-Lehrer hilft dir, in einer solchen Position langsam und behutsam vorzugehen. Niemals wird er dich durch einen Druck auf dein Bein korrigieren. Sprüche wie „Atme in den Schmerz und lasse los“ sollten damit hoffentlich endlich der Vergangenheit angehören.


Timo Wahl über KniebeschwerdenUnser Autor Timo Wahl ist Yogalehrer in Frankfurt und unterrichtet gemeinsam mit seinem Team in seinem eigenen Yogastudio. Was er seinen Schülern verspricht: „In der Yogastunde wirst Du einen Lehrer haben, dessen Motivation die Liebe zum Yoga selbst ist, der dich fordert, ohne zu überfordern, der dir Raum gibt, dich selbst zu spüren.“ Mehr unter: timowahl.de

Müsli-Frühstücksriegel in 4 Schritten selber machen

Neue Energie tanken: Mit diesen leckeren und schnell gemachten Frühstücksriegeln geht dir auch unterwegs nie die Power aus. Du kannst die leicht süßen Riegel ganz deinem Geschmack anpassen. Die Powerpakete passen perfekt in Rucksack, Schulranzen und Co., machen satt und sind super gesund.

Zutaten für Müsliriegel (24 Stück)

2 ½ Tassen Haferflocken
¼ Tasse Vollkornmehl
¼ Tasse Leinsamen
½ Tasse Milchpulver oder Sojaproteinpulver (optional)
½ Tasse geröstete Weizenkeime
½ Tasse gehackte, geröstete Walnusskerne
1 Tasse getrocknete Cranberrys, Rosinen oder eine Mischung aus beidem
1 Tasse Honig
½ Tasse leicht gesalzene Erdnussbutter
1 EL Olivenöl

Auch lecker und gesund: Rezept für schnelle vegane Kekse 

So bereitest du die Müsliriegel zu

  1. Heize den Backofen auf 160 °C vor und lege eine rechteckige, etwa 35 x 23 Zentimeter große Backform mit Backpapier aus.
  2. Mische Haferflocken, Mehl, Leinsamen, Milchpulver, Weizenkeime, Nüsse und Trockenfrüchte in einer Teigschüssel.
  3. Verrühre Honig, Erdnussbutter und Olivenöl in einem kleinen Topf und erwärme die Mischung bei mittlerer Temperatur. Dann rührst du sie rasch und gründlich unter die trockenen Zutaten. Nicht wundern, da die Masse sehr klebrig ist, fällt das Rühren eher schwer.
  4. Drücke die Masse mit leicht geölten Händen in die vorbereitete Backform und backe sie etwa 25 Minuten, bis sie leicht gebräunt ist. Nach etwa 10-minütigem Abkühlen auf einem Kuchengitter kannst du sie in 24 Riegel schneiden. Wenn die Riegel vollständig abgekühlt sind, verpackst du sie in einem luftdicht verschließbaren Gefäß und lagerst sie im Kühlschrank.

Tipp: Mit anderen Trockenfrüchten und Nüssen, zum Beispiel fein gehackten getrockneten Aprikosen, Kokosraspeln oder Mandeln kannst du das Rezept nach Geschmack abwandeln.

Noch mehr leckere Rezepte findest du in unserer großen Rezeptesammlung. Schau doch mal vorbei.


Mit freundlicher Genehmigung der Mayo Foundation for Medical Education and Research.