Warum die Yogawelt traumasensible Achtsamkeit braucht

Immer öfter begegnet man in der Yogawelt dem Begriff „Traumasensibilität“. Wir haben mit zwei Expertinnen auf diesem Gebiet, Louisa Domhan und Loredana Di Filippo, gesprochen und nachgefragt, was genau es bedeutet, Yoga und Achtsamkeit traumasensibel – oder traumainformiert – zu unterrichten. Louisa und Loredana sind Yogalehrerinnen und bieten darüber hinaus körperorientierte Coachings auf Grundlage traumasensibler Achtsamkeit an. Denn viel mehr Menschen sind von einem Trauma betroffen, als uns vielleicht bewusst ist. Warum es so wichtig ist, auch im Yogaunterricht ein Bewusstsein dafür zu schaffen, erfährst du in diesem Interview.

Louisa Domhan und Loredana Di Filippo
Louisa Domhan (links) und Loredana Di Filippo (rechts)

YW: Zuallererst würde mich interessieren: Wie seid ihr selbst auf Traumasensibilität aufmerksam geworden? Wie kam es dazu, dass ihr heute Traumasensibilität in eure Arbeit integriert?

Louisa: 2017 bin ich eine längere Zeit nach Indien gereist, um in einem traditionellen indischen Ashram meine erste Yogaausbildung zu absolvieren. Diese Zeit war alles andere als (trauma)sensibel. In indischen Ashrams geht es sehr dogmatisch zu. Klare Regeln, wenig Raum für individuelles Empfinden und Herangehen an den Yogaunterricht. Es war eine sehr bereichernde und lehrreiche Zeit. Wenn ich aber aus meiner heutigen Sicht darauf schaue, hätte ich mir einige Dinge anders gewünscht – wie zum Beispiel den Umgang mit dem Ausführen von Yogaasanas im Hinblick auf körperliche Einschränkungen und emotionale Zustände.

Als ich dann 2017 meine ersten Yogaklassen unterrichtete und den ersten Job als Sozialarbeiterin mit geflüchteten Menschen begann, kam ich mit dem Thema Trauma in Kontakt. Ich habe verstanden, wie Trauma im Gehirn und unserem Nervensystem wirkt und was für extreme Auswirkungen Trauma auf das ganze Leben und Umfeld hat. Was als zwei Parallelstraßen begann, lief 2020 als große Hauptstraße mit einer ersten Weiterbildung zum traumasensiblen Yoga bei Eva Weinmann zusammen.

Loredana: Wenn ich mich zurück erinnere, dann bin ich durch Zufall auf eine Fortbildung zum traumasensiblen Yoga gestolpert. Rückblickend kann ich sagen, dass ich vermutlich aufgrund meiner eigenen Trauma-Geschichte tiefer in die Materie eingetaucht bin. So oft lernen und lehren wir doch gefühlt das, was wir am meisten brauchen. Ich habe sehr viele verschiedene Traumata erlebt, die mich als Mensch sehr geprägt haben. (Trauma)sensibles Yoga, Achtsamkeit und Körpertherapie haben mir gezeigt, dass ich viel mehr bin als die Summe meiner prägenden Erlebnisse. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mein Wissen jetzt auf unterschiedliche Art und Weise weitergeben darf – zusammen mit Louisa in der Erwachsenenbildung, in den Yogastunden und Workshops, die ich unterrichte, und in der Arbeit mit meinen Klientinnen.

YW: Könnt ihr uns eine kurze Einführung geben, was Trauma bedeutet?

Loredana: Wenn Menschen an Trauma denken, denken sie meist an Schocktraumata. Sie denken an Krieg, Naturkatastrophen, Unfälle oder sexuelle Gewalt. Und es stimmt natürlich: Diese Ereignisse haben das Potenzial, traumatisch zu sein. Doch noch einmal von vorn: Trauma bedeutet erst einmal Wunde. Ein Trauma ist etwas, das unser Nervensystem überfordert und damit unsere Verarbeitungsmöglichkeiten übersteigt. Eine moderne Definition von Trauma ist also: Ein Trauma entsteht im Nervensystem, nicht im Ereignis selbst. Das bedeutet, was traumatisch ist, ist subjektiv. Anstelle von Trauma könnte man auch sagen: „Das Nervensystem überfordernde Erfahrungen“.

Frau mit mentaler Belastung
© Anthony Tran via Unsplash

Und wir dürfen den Trauma-Begriff achtsam verwenden. Ich höre in Gesprächen oft Dinge wie: „Und dann musste ich einfach zwei Stunden auf die Bahn warten. Das war richtig traumatizing.“ Nur weil uns etwas emotional fordert, ist es nicht direkt traumatisierend. Hier dürfen wir, aus Respekt vor Menschen mit Trauma-Hintergrund, feinfühlig in unserer Sprache werden.

YW: Was bedeutet traumasensibles Unterrichten im Yoga?

Louisa: (Trauma)sensibel Yoga zu unterrichten bedeutet für mich, in erster Linie trauma-informiert zu sein und dadurch eine bewusste und achtsame Haltung einzunehmen. Menschen kommen meist zum Yoga oder fangen mit dem Meditieren an, um ihre Symptome wie zum Beispiel innere Unruhe, Verspannungen, Gedankenkreise und schlechten Schlaf zu lindern. Klassische Yogastunden können durch die Art und Weise des Unterrichtens, der Sprache, der Haltungen und durch das Nichtwissen über das Nervensystem dazu führen, dass sich diese Symptome tatsächlich verschlimmern. Viele Teilnehmende denken dann, dass sie alles falsch machen oder „nicht hinbekommen“, weil sie keine Entspannung oder Verbesserung der unerwünschten Symptome wahrnehmen können.

Menschen, die (trauma)sensibel achtsam Yoga unterrichten, wissen über das autonome Nervensystem Bescheid und verstehen, wie Trauma im Nervensystem wirkt. Mit dieser achtsamen Haltung können wir Menschen gezielter und wirksamer begleiten und sie da abholen, wo sie gerade stehen. Egal ob mit oder ohne Trauma-Hintergrund. Es ist nicht notwendig, Expert*in zum Thema Trauma zu sein. Denn in seriösen (trauma)sensiblen Angeboten geht es nicht darum, traumatherapeutisch zu arbeiten. Das ist – es steckt schon im Begriff – Sache einer traumatherapeutisch ausgebildeten Person.

YW: Könnt ihr dazu ein Beispiel geben? Was sind vielleicht No-Gos unter dem Aspekt der traumasensiblen Achtsamkeit im Yogaunterricht?

Loredana: Erstmal: Ich bin mir sicher, dass wir alle mit den besten Absichten unterrichten. Wir wollen Menschen auf dem Weg in die eigene Balance, Freiheit und Stärke unterstützen und inspirieren. Und wie Louisa schon angemerkt hat, finden ganz viele No-Gos eher aus Unwissenheit statt. Ich selbst liebe die Freiheit, die mir in (trauma)sensiblen Stunden geboten wird. Deswegen praktiziere ich selbst, soweit es geht, selbst nur (trauma)sensible Yogastunden. Da diese aber noch nicht weit verbreitet sind, bin ich immer mal wieder in klassischen Yogastunden. Und ich bin dann oft erstaunt, wie viel die kleinen Modifikationen in (trauma)sensiblen Stunden ausmachen.

Erst kürzlich war ich in einer Stunde, in der es um das Thema Herzöffnung und Emotionen ging. Ich vermute, dass einige das nicht hören wollen, aber: Wenn ich kein therapeutisches Hintergrundwissen habe, empfinde ich es als gewagt, ein so intensives Thema in einer offenen Klasse zu unterrichten. Denn besonders in großen und offenen Klassen wissen wir nie, wer den Weg zu uns findet. Wir können Menschen ihre inneren Wunden nicht ansehen. Deswegen schaffen wir am besten einen möglichst sicheren Rahmen. Und deswegen legen wir den Fokus in der (Trauma)Sensibilität auf Stabilität und Sicherheit.

Hände auf dem Herzen
© Aghavni Shahinyan/Getty Images via Canva

Das Schöne am Yogaunterrichten, das kenne ich selbst, ist die Kreativität in der Gestaltung der Stunden. Ich kann also verstehen, dass Yogalehrende die Themen aufgreifen möchten, die sie selbst berühren. Eine einladende Sprache kann hier unterstützen. Anstatt „Lege dir eine Hand auf das Herz und spüre die Verbundenheit zu dir“ könnte ich sagen: „Wenn du möchtest und es sich sicher anfühlt, kannst du dir eine Hand auf den Brustkorb legen.“ So spreche ich nicht suggestiv, sondern einladend. Und ich ermächtige die praktizierende Person, selbst zu entscheiden, was sich gerade gut anfühlt.

Generell ist der Aspekt der Wahlfreiheit ganz typisch für (trauma)sensible und achtsamkeitsbasierte Angebote. Trauma, egal in welcher Form, beraubt uns unserer Wahlmöglichkeiten. Deswegen ist es schön, wenn unsere Angebote Menschen darin unterstützen, ihre Bedürfnisse zu spüren. In einer Yogastunde hatte ich zum Beispiel das Bedürfnis, meinen Kopf in der Sphinx auf einem Block abzulegen. Ich wollte nichts festhalten, sondern eher eine „yinnige“ Qualität einladen. Die Lehrerin schwebte in meine Richtung und flüsterte: „Wir bleiben hier aktiv.“ Dazu hat sie mir dann noch meine Schulterblätter ausgerichtet. Dabei wollte ich eigentlich nicht berührt werden und hätte mich gefreut, wenn sie vorher gefragt hätte, ob mir eine Berührung gut tun würde.

Ich mache der Yogalehrerin keinen Vorwurf, denn ich weiß, dass es teilweise noch so gelehrt wird: „Geh durch den Raum, zeig deine Präsenz, berühre die Menschen.“ Die Lehrenden wollen es einfach gut und richtig machen. Doch damit ist Menschen mit Trauma-Hintergrund oder auch sehr feinfühligen Menschen nicht geholfen. Es gibt noch einige andere Aspekte, die ein (trauma)sensibles von einem nicht (trauma)sensiblen Setting unterscheiden. Doch ich belasse es erstmal hierbei.

YW: Würdet ihr sagen, Traumasensibilität ist in der Yogawelt ein zu vernachlässigtes oder zu unterschätztes Thema?

Loredana: Die Ereignisse unserer Zeit erzeugen auf den unterschiedlichsten Ebenen Stress. Individuell, gesellschaftlich, innerhalb der Familie, im Beruf. Permanenter Stress versetzt unser Nervensystem in den Überlebensmodus. Das führt dazu, dass nicht integriertes traumatisches Erleben an die Oberfläche kommt. Ich denke deswegen erleben die Themen Traumasensibilität und Nervensystem gerade einen richtigen Boom. Konkret auf Yoga bezogen: Nun ja, hier wäre spannend zu sehen, inwiefern Traumasensibilität schon in Yogaausbildungen integriert wird. Momentan ist das eher eine Ausnahme. Traumasensibilität wird noch oft als Nischenthema betrachtet. Dabei ist die Herausforderung: Wir sind in der Regel keine Therapeut*innen, werden aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit Menschen konfrontiert, die einen Trauma-Hintergrund haben. Deswegen fände ich es wunderbar, wenn Yogaausbildungen sich entsprechend aufstellen.

Shavasana Yogastunde
© Webphotographeer/Getty Images Signature via Canva

Louisa: Ich persönlich finde: absolut! Wenn ich aus meiner Brille, mit meiner Geschichte und dem jetzigen Wissen über das Nervensystem auf die Yogawelt schaue, darf sich hier noch viel verändern. Einige Yogalehrende sind meiner Meinung nach oft grenzüberschreitend: physisch und emotional. Oft wurde ich im Unterricht berührt und ausgerichtet ohne gefragt zu werden. Eine Situation ist mir sehr eindrücklich geblieben, als ein männlicher Yogalehrer mich in einer sitzenden Vorbeuge – ich konnte ihn weder sehen, noch hat er mich gefragt – tiefer in die Haltung bringen wollte. Ich weiß, dass hier ein wohlwollender Gedanke dahinter stand, dennoch war für mich an diesem Punkt die Stunde gelaufen. Es war einfach nur unangenehm.

Toxische Positivität wie „Good Vibes Only“-Mentalität oder Diskriminierung ist in der Yoga-Bubble oft zu spüren. Ich persönlich wünsche mir von der gesamten Yogawelt mehr Inklusivität, mehr Auseinandersetzung mit Trauma, dem Nervensystem und seinen Folgen, um Menschen sensibel da abholen zu können, wo sie stehen.

YW: Traumasensible Achtsamkeit ist ja ein relativ weiter Begriff. Gibt es neben Yoga noch andere Lebensbereiche, in die ihr traumasensible Achtsamkeit mit einbringt?

Louisa: Ich arbeite als körperorientierte Coachin und Reiki Practitioner. In diesen Bereichen ist traumasensible Achtsamkeit unumgänglich, wenn wir Menschen nachhaltig gezielt unterstützen möchten. Spannend ist, dass durch die Traumasensibilität meine gesamte Haltung als Mensch verändert wurde. Ich bin im Kontakt mit Menschen viel einfühlsamer, empathischer und sensibler geworden. Wenn ich an die Zeit als Sozialarbeiterin zurückdenke, würde ich mir heute wünschen, ich wäre früher mit dem Wissen in Kontakt gekommen.

Loredana: Ich arbeite ebenfalls als körperorientierte Begleiterin und Body Workerin und spüre, wie sehr die traumasensible Arbeit mir und meinen Klient*innen Sicherheit gibt. In unseren Workshops zu Traumasensibler Achtsamkeit waren aber auch schon Sozialarbeiter*innen und Lehrer*innen. Und kürzlich hatte ich auf einem meiner Retreats ein interessantes Gespräch mit einer Tätowiererin. Sie empfand es so, dass sie die traumasensible Praxis sehr gut für ihre eigene Selbstfürsorge nutzen kann, um in ihrem Beruf präsent und gut abgegrenzt zu bleiben. Trauma ist kein individuelles Randphänomen, sondern eine gesellschaftliche Tatsache. Deswegen darf das Wissen sich auch mehr und mehr gesamtgesellschaftlich abbilden. Traumasensibilität ist kein Yogastil, sondern eine Haltung. Und ich versuche, alles was ich tue, traumasensibel zu tun.


Louisa Domhan und Loredana Di Filippo
Louisa Domhan (links) und Loredana Di Filippo (rechts)

Louisa Domhan ist Yogalehrerin, körperorientierte und nervensystembasierte Coachin und Reiki Practitioner. Zudem leitet sie das Yogastudio „Fuß über Kopf“ in Stuttgart und hostet den Podcast „Yoga Home“. Mehr zu Louisa und ihrer Arbeit unter www.yogamitlouisa.de und auf Insta @louisadomhan

Loredana Di Filippo arbeitet ebenso als Yogalehrerin, körperorientierte Begleiterin – sowohl im 1:1 als auch in Gruppen – und bietet (trauma)sensible Retreats an. Es ist ihr ein Anliegen, besonders in Bezug auf generalisierte Angst und innere Unruhe über das Potenzial von Körperarbeit aufzuklären. Mehr zu Loredana und ihrer Arbeit auf Insta @loredana_pina


Tipp: Diese Folge des „YogaWorld Podcast“ könnte dich auch interessieren:

Playlist des Monats: Die „YogaWorld Podcast“-Praxisreihe

Diesen Monat haben wir nicht wie sonst eine Musik-Playlist für dich, zu der du praktizieren kannst, sondern wir haben alle Meditationen, Pranayamas und Sound Healing Sessions aus der „YogaWorld Podcast„-Praxisreihe in einer Playlist zusammengestellt. Jeden zweiten Sonntag im Monat erscheint eine neue Episode der Praxisreihe – mit immer wechselnden Yogalehrenden, die wir für dich aussuchen.

Seit Juni 2022 gibt es den „YogaWorld Podcast“ und seit Oktober 2022 hat sich inzwischen auch die Praxisreihe fest in unserem Sendeplan etabliert. Bisher hatten wir schon tolle Meditationen mit Tina Beitinger und eine dreiteilige Pranayama-Übungsreihe mit Gitta Kistenmacher im Programm. Besondere Specials zum Jahresende waren außerdem die DJAYA Soundhealing & Yin-Yogasession von Tanja Seehofer und Yann Kuhlmann sowie die Neujahrsmeditation mit Beate Tschirch. Und: Annika Isterling hat uns besucht und eine wunderbare Meditation zur Stärkung unserer weiblichen Ur-Energie eingesprochen.

„Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie“

Swami Sivananda
Susanne Mors

Normalerweise führt Gastgeberin Susanne Mors im Podcast spannende Interviews mit den unterschiedlichsten Gästen. „Aber heute heißt es abhyasa,“ sagte sie jeden zweiten Sonntag im Monat zu Beginn der Praxisreihe. Es gibt Meditation, Pranayama, Asanas und die ein oder andere Überraschung.

Wusstest du, dass der „YogaWorld Podcast“ im Juni schon ein Jahr alt wird? Wir können es selbst kaum glauben und sind richtig stolz auf unser wachsendes „Baby“.

Übrigens, falls du dich bald über eine neue Stimme im Podcast Opener wunderst: Seit Mai 2023 unterstützt unsere Online-Redakteurin Dani (Daniela Klemmer) die liebe Susanne bei den Praxisfolgen des Podcasts. Freue dich auf viele weitere Sessions, mit denen du noch tiefer in deine Yogapraxis eintauchen kannst!


Berichte uns gerne von deinen Erfahrungen mit den einzelnen Episoden der Praxisreihe. Schreib an Podcast@yogaworld.de oder kommentiere unter diesem Artikel.


Hier geht’s zu allen Podcast-Folgen im Überblick:

https://yogaworld.de/how-to-yoga-dein-yogaworld-wissen-podcast/

#54 Yoga für ein erfülltes Berufsleben – mit Antonia Reinhard

So erfährst du eine berufliche Transformation durch innere Arbeit

Wir wünschen es uns doch alle: Der Beruf, mit dem wir unser täglich Brot verdienen, soll uns erfüllen und sich am besten garnicht nach Arbeit anfühlen. Und wenn er sich doch nach Arbeit anfühlt, dann überlegen wir uns, ob das überhaupt das Richtige ist. Mag sein, dass ein Jobwechsel Erfüllung bringt. Genauso kann aber auch die innere Einstellung schon einiges bewirken, weiß Antonia Reinhard. Sie ist Yogalehrerin und Mentorin für Yoga-Business-Aufbau und verrät im Gespräch mit Susanne, wie du durch deine Yogapraxis zu einem erfüllten Berufsleben gelangen kannst.

Viele Yogameister lehren uns, dass die Yogapraxis, die auf der Matte kultiviert wird, ins Leben getragen werden soll. Diese werde jedoch nicht auch automatisch ins Berufsleben getragen, betont Antonia. Also mache es durchaus Sinn hier nochmal bewusst auf den Job zu blicken, so die Mentorin. Sie erklärt anhand konkreter Beispiele was innere Arbeit für unser Berufsleben tun kann und gibt wertvolle Praxistipps. Dabei bezieht sie sich auf alte Yogaschriften, wie die Bhagavad Gita oder die Yogasutras. Weiter erläutert Antonia Begriffe wie „New Work“ oder den Unterschied von „Work-Life-Balance“ und „Work-Life-Blending“. Außerdem plädiert sie dafür, stets auch die politische und gesellschaftliche Komponente des Yoga im Auge zu behalten.

#53 Yoga und Achtsamkeit in der Schule – mit Mona Bekteši

Gelassenere und glücklichere Kinder: Das unglaubliche Potential von Yoga im Klassenzimmer

Die positiven Wirkungen von Yoga auf Körper, Geist und Seele sind ja mittlerweile weithin bekannt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Eltern ihre Kinder zum Kinderyoga schicken und Yoga auch in Kindergärten und Schulen Einzug gehalten hat. Denn eines steht fest: Mit dem gestiegenen Leistungsdruck auf Schüler*innen werden auch Momente der Ruhe und Erholung immer wichtiger. Wie wertvoll Yoga in der Schule wirklich sein kann, weiß Susannes heutige Gästin Mona Bekteši. Mona ist Yoga- und Kinderyogalehrerin, Lehrerin für Deutsch und Geschichte und Autorin des Buches „Achtsamkeit und Entspannung in der Schule“.

Im „YogaWorld Podcast“ verrät sie, warum eine regelmäßige Yogapraxis die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern kann. Dabei steht im Zentrum, das eigene Stresserleben zu kanalisieren und durch Yoga zu reduzieren. Dadurch können die Schüler*innen zu resilienten Individuen heranwachsen. Mona gibt konkrete Beispiele, wo und wie Yoga im Schulalltag helfen kann. Außerdem plädiert sie dafür Yoga als festen Bestandteil ins Lehramtstudium zu integrieren. Neben den direkten positiven Auswirkungen auf das Kind hat Yoga im Klassenzimmer einen weiteren Vorteil: Schüler*in und Lehrer*in gewinnen eine kooperativere Lernbeziehung. Mona selbst baut Yoga täglich in ihren Schulunterricht ein und ermutigt auch Kolleg*innen, Atemübungen, Asanas und Entspannungstechniken in ihre Stunden zu integrieren. Dabei gibt sie zahlreiche Tipps, wie das gelingen kann und zeigt auf, wie einfach und ohne viel Zeitaufwand diese machtvollen Instrumente umsetzbar sind.

In dieser Podcastfolge wird einmal mehr klar, dass Yoga immer mehr gesellschaftliche Relevanz erhält und welches unglaubliche Potential für unsere Zukunft in dieser alten Lehre zur Persönlichkeitsentwicklung schlummert.

Gartenkräuter- und Auberginen-Oliven-Aufstrich von Jana Eisert

Das klassische Abendbrot gibt es in der ayurvedischen Ernährung nicht, da Brot als schwer verdaulich, trocken und kalt gilt. Mit ein paar Tricks können wir aber auch eine leckere Brotzeit ayurvedisch genießen. Jana Eisert hat sich mit Ayurveda quasi gesundgegessen und ihr Wissen und ihre Erfahrung als Ayurveda-Ernährungs-Coachin und Gesundheitsberaterin in ein Kochbuch gepackt: „Ayurveda. Einfach & vegetarisch kochen für Körper, Geist und Seele“, aus dem auch diese Rezepte stammen.

Selbstgemachte Brotaufstriche sind gesünder und besser verdaulich als Käse, Wurst und gekaufte Brotaufstriche. Dazu könnt ihr Naan oder Chapatis essen, oder getoastetes/warmes Brot.

Tipp: Für Brotaufstriche braucht ihr am besten eine leistungsstarke Küchenmaschine, damit sie richtig cremig werden.

Jana Eisert © 2023 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Zutaten Auberginen-Oliven-Aufstrich

Mit diesem Rezept bekommt ihr je 1–2 Gläser à 250 g

1 Aubergine (ca. 200 g), Olivenöl oder Ghee zum Bestreichen
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
60 g Kalamata-Oliven (entsteint)
2 EL Tahini
1⁄2 Bund Petersilie
1⁄4 TL Chilipulver
1–2 EL Zitronensaft
1 TL Kreuzkümmel
Steinsalz und Pfeffer

Zubereitung Auberginen-Oliven-Aufstrich

Zubereitungszeit: 50 Minuten + ca. 30 Minuten Abkühlzeit

  1. Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Aubergine waschen, halbieren und das Fruchtfleisch kreuzförmig einschneiden. Das Fruchtfleisch mit etwas Olivenöl oder Ghee bestreichen und die Aubergine auf einem Backblech mit Backpapier 35 Minuten im Ofen garen, bis das Fruchtfleisch gar ist. Dann abkühlen lassen.
  2. In der Zwischenzeit den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Eine kleine Pfanne mit etwas Olivenöl erhitzen und den Knoblauch darin weich garen.
  3. Wenn die Aubergine abgekühlt ist, das Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen und mit allen anderen Zutaten zusammen in eine Küchenmaschine geben und so lange mixen, bis eine sämige Paste entstanden ist.
Jana Eisert (c) 2023 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Zutaten Gartenkräuter-Aufstrich

Mit diesem Rezept bekommt ihr je 1–2 Gläser à 250 g

100 g Cashewkerne
1 Bund frische Kräuter (z. B. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Minze)
1 EL Apfelessig
1 TL Senf
1⁄2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1⁄2 TL gemahlener Koriander
1⁄2 TL gemahlener Ingwer
5 EL Olivenöl
1 EL Cashewmus oder Tahini
Steinsalz und Pfeffer

Zubereitung Gartenkräuter-Aufstrich

Zubereitungszeit: 10 Minuten + 2 Stunden Einweichzeit

  1. Die Cashewkerne mindestens 2 Stunden in Wasser einweichen, dann abgießen und abtropfen lassen.
  2. Die Kräuter waschen und grob zerkleinern.
  3. Alle Zutaten in eine Küchenmaschine geben und so lange mixen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.

Über die Autorin Jana Eisert

Jana Eisert © 2023 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Jana Eisert lebt in Berlin, ist ganzheitliche Ayurveda-Ernährungs- und Gesundheitsberaterin, Ayurveda-Köchin und Foodstylistin. Auf ihrem Foodblog Apple and Ginger dreht sich alles um gesundes Wohlfühlessen und Ayurveda. Nachdem der Ayurveda in ihr Leben getreten ist, verbesserte sich ihre Gesundheit schlagartig und Jana hat am eigenen Körper erfahren, welche Auswirkung eine gesunde Ernährung auf das tägliche Wohlbefinden hat. Ihr Wissen gibt Jana nun auf ihrem Blog, in persönlichen Coachings sowie bei Kochkursen und Retreats weiter.

„Ayurveda. Einfach & vegetarisch kochen für Körper, Geist und Seele“ (Jan Thorbecke Verlag). Neben einer Einführung in die ayurvedische Ernährung, bietet dieses Kochbuch hilfreiche Tipps und einen Test, mit dem sich herausfinden lässt, welcher Verdauungstyp man ist. Danach heißt es: loskochen und genießen, denn Jana verrät viele leckere und alltagstaugliche vegetarische und vegane Rezepte.

Ihre einfachen vegetarischen Rezepte aus aller Welt – von Omas Spitzkohl-Linsen-Eintopf über ayurvedische Rote Grütze und Ingwer-Safran-Grießbrei bis hin zu Mungbohnen-Curry und Kürbis-Chili-Pasta – sind leicht im Alltag umsetzbar und sorgen für ein großes Plus an Gesundheit und Wohlbefinden.

Titelbild: Jana Eisert © 2023 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern


Mach den Dosha-Test

Pitta, Kapha oder Vata? Mach den Test und finde es heraus…

Dies.Das.Asanas mit Jelena Lieberberg: Die fallende Birne

Keine Sorge: Bei dieser Neuschöpfung unserer osteopathisch bewanderten Kolumnistin geht es nicht um spätreifes Fallobst: Sie fördert die Dehnung des birnenförmigen Muskels, Piriformis. In vieler Hinsicht köstlich.

Text: Jelena Lieberberg / Foto: Gordon Schirmer

Auch wenn der Name dieser Haltung so gar nicht nach Yoga klingt, ihre Urform erkennst du vermutlich: Es handelt sich um den Drehsitz Ardha Matsyendrasana. Wörtlich übersetzt bedeutet der: „halber Sitz des Matsyendra“, wobei Matsyendra der legendäre Begründer des Hatha-Yoga war. Wie ich von dort auf „fallende Birne“ komme? Ganz einfach: Diese besondere Variante hilft dir, die in deinem Körper versteckte Birne loszulassen, den Piriformis-Muskel. Und weil man sich dabei deutlich nach außen lehnt, entsteht ein Gefühl des Zur-Seite-Fallens.

Piriformis bedeutet „birnenförmig“ – und das trifft auf diesen kleinen Muskel auch zu. Er liegt ziemlich weit innen, verborgen unter dem großen Gesäßmuskel, Gluteus Maximus. Dort spielt er trotz seiner geringen Größe eine zentrale Rolle, denn er verbindet (gemeinsam mit ein paar anderen Außenrollern) das Kreuzbein, Os Sacrum, mit dem Femur, dem Oberschenkelknochen.

Sobald dieser Muskel „arretiert“ (als Osteopath*innen sprechen wir nicht mehr von verkürzten Muskeln, sondern von Muskeln, die in ihrer Verlängerbarkeit gestört sind), kann der Piriformis auf den darunter liegenden Ischiasnerv drücken. Das wiederum kann ähnliche Symptome wie bei einem Bandscheibenvorfall auslösen, zum Beispiel Gesäßschmerzen, die über das Bein bis in den Fuß ausstrahlen können und beim Gehen verstärkt werden. Regelmäßiges Bewegen und effektives Dehnen kann hier für Abhilfe sorgen.

Lesetipp: „Yoga bei Ischias-Schmerzen“

Macht das Spaß?

Auf jeden Fall. Diese fallende Birne birgt so gut wie keine Risiken, weshalb jede und jeder davon profitieren kann.

Muss ich das können?

Hier geht es weniger darum, etwas zu können, sondern darum, ein Feingefühl in der Unterscheidung zu entwickeln: „Spüre ich gerade einen Dehnungsreiz? Oder handelt es sich um einen Überdehnungsschmerz?“ Je mehr wir uns auf die eigene Praxis einlassen und ins Spüren kommen, desto besser können wir nicht nur mit intensiveren Yogahaltungen umgehen, sondern uns auch im Alltag geschmeidig bewegen.

Was muss ich dafür tun?

Vorbereitend fast nichts. Umgekehrt kann dich diese Haltung auf die intensive Drehung in Ardha Matsyendrasana vorbereiten, vor allem aber auf die typischen Hüftöffner-Übungen. Wenn du mit denen auf Kriegsfuß stehst, dann ist die fallende Birne ein Geschenk für dich!

Step by step in die fallende Birne

  1. Setze dich mit nach vorne ausgestreckten Beinen auf deine Matte. Ziehe deine linke Ferse zum rechten Gesäß und kreuze deinen rechten Fuß über den linken Oberschenkel – du kennst das vermutlich vom Drehsitz (Ardha Matsyendrasana).
  2. Da es hier nicht um die Drehung geht, sondern um die Dehnung der tiefen Hüftmuskulatur, darf sich dein rechter Sitzknochen vom Boden lösen (anders als bei der klassischen Form von Ardha Matsyendrasana).
  3. Umgreife dein rechtes Knie zuerst mit dem linken Arm und ziehe das Knie sanft noch etwas dichter nah zu dir heran. Wenn möglich, legst du deine rechte Hand um den linken Ellenbogen.
  4. Lass den Nacken lang und lehne dich nun mit der linken Schulter nach außen in Richtung Boden, bis du die Dehnung tief im rechten Gesäß spürst. Schließe gerne deine Augen, lausche auf deinen Atem und lass dich innerlich auf die Dehnung ein.
  5. Wenn du das Gefühl hast, die Dehnung noch etwas intensivieren zu wollen, kannst du das Knie des aufgestellten Beins etwas näher zu dir heranziehen oder dich weiter zur Seite lehnen. Aber Vorsicht: Die Dehnung sollte spürbar sein, aber nicht schmerzhaft – dosiere den Stretch also so, dass er stimmig ist. Bleibe 60 bis 90 Sekunden in der Haltung, dann löst du sie behutsam auf und wiederholst das Ganze noch einmal seitenverkehrt.

Jelenas eBooks und Events findest du unter: kickassyoga.com.

Kennst du auch schon das „verdrehte Boot“ aus Jelenas letzter Kolumne?

#52 Lu Jong – das tibetische Heilyoga – mit Ute Schaber

Entdecke die heilende Kraft der alten Bewegungen vom Dach der Welt

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ will Susanne mehr über das tibetische Heilyoga – genannt Lu Jong – wissen. Lu Jong besteht aus Körperbewegungen, welche vor über 8000 Jahren in Tibet entstanden sind. Die Lu Jong Praxis stammt aus der Tantrayana- und Böntradition und basiert auf der tibetischen Medizin. Zu Gast ist Yogalehrerin Ute Schaber. Sie ist seit fast 20 Jahren Schülerin von Tulku Lobsang, einem tibetischen Meister, der Lu Jong in den Westen gebracht hat.

Ute erläutert die wörtliche Bedeutung von Lu Jong und wie dieses alte Bewegungssystem wirkt. Dann erzählt sie davon, wie sie den tibetischen Mönch Tulku Lobsang kennen und schätzen gelernt hat und verrät, warum er sich entschieden hat, das uralte tibetische Wissen für den Westen aufzubereiten. Sie erläutert die Grundprinzipien der tibetischen Medizin, die fünf Elemente und die sogenannten Lebenssäfte. Diese setzt sie in Beziehung zu den Übungen des Lu Jong. Dabei beschreibt sie auch das Verständnis von Krankheit in der tibetischen Medizin und macht dadurch deutlich, wieso die Lu Jong-Praxis zu heilen vermag.

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Bakasana

Der Kranich ist eine Armbalance auf gestreckten Armen: Die Beine sind kompakt gebeugt. Die Knie stützen in den Achselhöhlen ab, die Zehen berühren sich – voilà! Leider liest sich das einfacher, als es ist. Hier erklärt dir unser Alignment-Profi Dr. Ronald Steiner, worauf du achten musst, damit dein Vogel abheben kann.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung von Bakasana (Kranich)

Bakasana entwickelt die Schulterblattkontrolle und aktiviert die Körpermitte. Zusätzlich fördert die Haltung das Gleichgewicht.

So geht’s

Step 1: Beginne in einer hockenden Position und setze deine Hände mit etwas Abstand vor den Füßen auf dem Boden auf.

Step 2: Lehne deine Knie nach vorn, möglichst weit oben gegen die Oberarme und strecke langsam deine Beine. Am Endpunkt dieser Bewegung berühren nur noch die Zehenspitzen den Boden.

Step 3: Ziehe deine Oberschenkel fest an den Rumpf, während du deine Arme nach vorne bewegst und dein Gewicht verlagerst. Dabei heben sich die Füße mühelos vom Boden ab.

Step 4: Beuge deine Knie, bis die Zehen sich berühren und ziehe die Fersen dicht an die Oberschenkel.

Alignment-Tipps für Bakasana (Kranich)

Enge Hände: Die Hände bilden in dieser Haltung das Fundament. Platziere sie schon von Anfang an (Step 1) etwas enger als Schulterbreite. Der Grund: Beim aktiven Vorschieben der Schultern (Step 3) verringert sich die Schulterbreite. Der Handabstand sollte dieser dann entstehenden Breite entsprechen. So kann die Kraft am besten vom Rumpf auf den Boden übertragen werden.

Finger weit: Auch die Positionierung der Hände selbst ist entscheidend. Lasse zwischen den einzelnen Fingern genug Abstand, ohne sie allerdings allzu weit zu spreizen, denn das würde die Handwurzel ebenfalls verbreitern. Da diese zwischen den Stacheln von Elle und Speiche eingespannt ist, würde sich dadurch die Flexibilität im Handgelenk reduzieren. Am besten richtest du die Zeigefinger in gerader Linie vor dem zweiten Mittelhandknochen aus.

Lesetipp: „Handgelenk-Anatomie mit Dr. Ronald Steiner“

Hände ausgedreht: Die Hände sind so platziert, dass der zweite Mittelhandknochen und der Zeigefinger leicht nach außen weisen. Da die Innenrotation zwischen Elle und Speiche anatomisch bedingt limitiert ist, gibt diese Handposition den Schulterblättern Freiheit sich optimal zu positionieren.

Gewicht auf den Fingerwurzeln nach vorne: Als letzten Aspekt des Fundamentes verlagerst du dein Gewicht von der Handwurzel weg nach vorne. Fast so, als wolltest du den Handballen etwas abheben. Dadurch kannst du eine Überlastung im Handgelenk vermeiden.

Schultern aktiv: Schiebe die Arme mitsamt den Schultern aktiv in die Länge, als wolltest du die Achselhöhlen vor dem Körper zueinander schieben. Diese Rundung gibt dem Rücken, ähnlich wie einem gerollten Blatt Papier, mehr Stabilität. Ob dir das gelingt, kannst du an den oberen Flanken gut spüren. Dort setzt der vordere Sägezahnmuskel (M. Serratus Anterior) an den Rippen an. Er zieht die Schulterblätter nach vorn und trägt hier das gesamte Gewicht.

Gerade Arme von Anfang an: Auch wenn die Alternative mit gebeugten Ellenbogen (siehe unten) eine gute Vorübung ist: Bist du erst einmal so in der Haltung, wirst du die Arme kaum noch strecken können.

Rumpf einrollen: Anstatt nur die Knie an den Armen abzustützen, rollst du dich aktiv ein. Etwa so, als wolltest du mit dem Bauch einen Ball umfassen. Drücke dabei die Oberschenkel fest gegen die Rippen. So kommen die Knie relativ mühelos bis an die Achselhöhlen und berühren die Oberarme nur relativ sanft. Sogar ein Anheben des Rumpfes wird aus dieser Aktivität möglich.

Alternative Form: Kakkasana

Deutlich einfacher als Bakasana (der Kranich) ist Kakkasana (die Krähe). Anstatt der zuvor beschriebenen Aktivität von Rumpf und Schulterblatt reicht hier ein simpler Balance-Akt: Die Ausgangsposition ist ganz ähnlich wie bei Bakasana, lediglich die Handposition ist hier etwas breiter. Nun kannst du die Ellenbogen so beugen, dass die Unterarme senkrecht stehen. Platziere die Knie so an den Ellenbogen, dass sie einen sicheren Halt finden. Jetzt musst du nur noch dein Gewicht über die Knie auf die Ellenbogen verlagern. Deine Füße heben von alleine ab.

Schon gelesen? In Dr. Ronald Steiners letzter „Alignment Cues“-Kolumne ging es rund um die Ausrichtung von Utkatanasa (der Stuhl):


Mehr zu Dr. Ronald Steiner findest du auf ashtangayoga.info.

Dort findest du auch eine extra Seite zu Bakasana: de.ashtangayoga.info/bakasana-a-ronald/

Hör auch gerne mal rein bei uns im Podcast. Da gibt es ein spannendes Interview mit Dr. Ronald Steiner über Ashtanga Yoga: