Aerial Yoga im Test: Rückbeugen next Level

Unsere Werkstudentin Kerstin Thost hat ihre Welt auf den Kopf gestellt und sich einen Traum erfüllt: Sie hat Aerial Yoga ausprobiert. Welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat und ob man das als Yogi mal ausprobieren muss, liest du hier.

Die besondere Spezialität von Aerial Yoga: besonders tiefe Rückbeugen

Gleich vorneweg: Es gibt verschiedenste Wege, Yoga in der Luft zu üben. Hier geht es um die langsame und dehnende Variante, also Aerial Yoga. Nicht zu verwechseln mit Fly-High-Yoga. Die verschiedenen Yoga-Stile in der Luft unterscheiden sich am verwendeten Tuch.

Die Hängematte

Aerial Yoga übst du an einem Tuch, ähnlich breit wie eine Hängematte, mit Handgriffen auf drei verschiedenen Höhen. Die Höhe kannst du verstellen und während der Praxis das Tuch beliebig verstellen. Unter dem Tuch liegt die sichere und altbekannte Yogamatte. Körperteile die auf dem Boden bleiben finden hier ihren Halt.

Die Vorteile von Aerial Yoga

Das Tuch im Aerial Yoga eignet sich besonders, um tief in Rückbeugen zu gehen. Sicher getragen durch das Tuch und unterstützt durch die Schwerkraft kannst du tiefer in den Bogen, den Tänzer oder den modifizierten herabschauenden Hund gehen. Und es fühlt sich super an.

Gestützt durch das Tuch fällt selbst der Handstand leichter

Ein weiterer Vorteil: die Wirbelsäule wird extrem gestreckt und ausgehängt. Wenn man kopfüber mit den Beinen um das Tuch geschlungen und den Füßen im Schmetterling hängt, schießt das Blut besonders in den Kopf. Egal welche Erfahrung und welches Alter, die physischen Vorteile von Umkehrhaltungen erlebt jeder. Dazu zählt auch eine erhöhte Ausschüttung des Hormons Serotonin- und Melationin.

Überraschend vielseitig

Es sieht so simpel aus und doch ist das Tuch so vielseitig. Ob eine vertiefte Kindhaltung, gängige Standhaltungen oder Umkehrhaltungen wie den Kopf- oder Handstand, das Tuch unterstützt dich bei (fast) allen Asanas die du auch in einer normalen Yogastunde übst.

Die Konstruktion besteht aus einem großen Tuch, der sogenannten Hängematte, und drei Handgriffen auf verschiedenen Höhen

Für Anfänger ist Aerial Yoga vor allem eines: lustig. Auch als erfahrener Yogi ist dieses Tuch erstmal ein Fremdköper. Dafür ist die Begeisterung um eine in der Luft geglückte Asana viel größer. Besonders aufregend ist der “Rückwärtssalto” aus dem Tuch zum Stehen.

In der ersten Stunde wurden viele statische Übungen aneinander gereiht weil jede Asana vollkommene Aufmerksamkeit erfordert. Wenn du sonst immer Vinyasa Flow praktizierst, wirst du vielleicht erstmal dieses übliche Yoga-Feeling vermissen. Doch dann bedenke: Yoga ist kein Sport. Es ist ein Mindset, eine Lebenseinstellung. Und die wurde bei Aerial Yoga extrem gefördert. Denn durch das neue Körperbewusstsein im Tuch kommst du voll und ganz dort an, wo wir Yogis hin wollen: In den gegenwärtigen Moment.

Savasana im Kokon

Ein echtes Highlight beim Aerial Yoga ist Savasana. Wie in einem Kokon liegt man in dem breiten Tuch. Die Füße ruhen dabei auf den längsten Handgriffen. Zuerst ist es gar nicht so einfach, eine bequeme Position für die Arme zu finden. Ich habe die Hände einfach aufs Herz gelegt. Da fühlte ich mich in der Luft getragen und hatte den Eindruck zu schweben. Dieses Gefühl hat den Rest des Tages angehalten.

Für wen eignet sich Aerial Yoga?

Teste Aerial Yoga wenn du…

  • … dich und deinen Körper ganz neu kennenlernen möchtest.
  • … dich nicht zu ernst nimmst.
  • … durch ein besser durchblutetes Gesicht und eine gestreckte Wirbelsäule dein Aussehen verjüngern möchtest.
  • … einen neuen, spielerischen Ansatz für dir schon bekannte Asanas suchst.
  • … durch Yoga ganz in den gegenwärtigen Moment kommen willst.
  • … eine wirklich tiefe Dehnung in Rückbeugen erleben möchtest.

Tipps für den Anfang: Ein*e erfahrene*r und gut ausgebildete*r Lehrer*in ist beim Aerial Yoga noch wichtiger als sonst. Du bist auf ausführliche Anweisungen angewiesen und musst den Erklärungen folgen und vertrauen können. Immerhin besteht die Gefahr, zu fallen. Beim Üben solltest du zudem immer darauf achten, nicht zu lange in den Umkehrhaltungen zu bleiben. Hier kann dir schnell schwindelig werden.

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