Numerologie & Yoga: Die Zahl Zwei

Denise Klier - Halbmond

Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier gibt euch Einblicke in die Verbindung zwischen der Numerologie und Yoga – diesmal geht es um die Zahl Zwei…

Auf Sanskrit heißt die Zwei „Dvi“ und symbolisiert die Ergänzung und Gegensätzlichkeit. Sie steht für den Mond und alle Körperteile, die doppelt vorkommen. Auch aus diesem Grund üben wir im Yoga jede Seite gleich intensiv. 

Zwei in der Numerologie

Sie symbolisiert die Dualität. Sie ist hell und dunkel, Licht und Schatten, Gegensatz und Gemeinsamkeit. Die Zwei bedeutet Dinge reifen zu lassen, Wissen zu entfalten, Vernunft walten zu lassen und diplomatisch zu verhandeln.

Steht ihr unter dem Einfluss einer Zwei haltet ihr euch gerne auch mal im Hintergrund. Ihr seid warmherzig, sensitiv und emotional. Euch sind Freundschaften und Partnerschaften wichtig und ihr gebt viel, um sie am Laufen zu halten und habt die Gabe zwischen mehreren Parteien zu vermitteln.

Ardha Chandrasana – der Halbmond – für Denise eine Übung, die sie immer wieder daran erinnert beide Seiten des Körpers und sich dem Leben zu öffnen.

Zwei im Hinduismus

Die Zahl 2 ist die symbolische Darstellung des Zustands der Dualität, den wir objektiv durch unseren Verstand und unsere Sinne erfahren. Der erste ist Purusha (Gott) und der zweite ist Prakriti (Natur). Zusammen manifestieren sie den Rest der Schöpfung.

Brahman und Atman fungieren hier als Gegensätze: Subjekt und Objekt, Selbst und Nicht-Selbst, das Bhutatman (Ego or physisches Selbst) und das Antaratman (das wahre Selbst), Shiva und Shakti, Erde und Himmel, Tag und Nacht, gut und böse, leben und sterben, usw. 

Unser Leiden und unsere Gebundenheit an Unwissenheit und Sterblichkeit werden in der biblischen Geschichte der Genesis symbolisch als Adam und Eva dargestellt – vom Himmel verstoßen. Die Erschaffung von zwei aus einem war der Wunsch des Selbst, weil es nicht allein sein wollte. Aus diesem einzigen Gedanken ging die gesamte Schöpfung hervor. 

Die Entstehung von zwei aus einem ist die Ursache unserer Existenz und auch unserer Probleme der Sterblichkeit. Es ist ein Rätsel, das wir lösen müssen, indem wir entweder die Eins (Selbstverwirklichung) oder die Null (Nirvana) erreichen.

Zwei im Buddhismus

Die Nummer 2 repräsentiert unser weltliches Verständnis der Realität, wie es sich in unserem Fokus der Dualität widerspiegelt. 

Hier existieren auch zwei Wahrheiten: die relative und die absolute Wahrheit. Erstere bezieht sich auf die weltliche Realität und letztere auf die transzendentale Realität. 


Unsere YOGA WORLD-Kolumnistin Denise Klier ist Pilates und Yogalehrerin in München.

Denise findet ihr unter www.deniseklier.com und auf Instagram unter @diebienenkönigin. Dort teilt sie ihr tägliches Leben, Reisen, Yoga, Tipps und Tricks für deine Praxis und vieles mehr!


30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können

Selbstreflexion und Lebensfragen

Selbstreflexion: Erkenne dich selbst – das ist eine der großen Aufgaben des spirituellen Lebens. Swami Sivananda sagte, „Frag wer bin ich? Erkenne dein Selbst und sei frei.“ Auf dem Weg, um diese essentielle Frage zu beantworten, ist es gut, sich mit der Person vertraut zu machen, welche die Frage stellt – mit dir selbst. Hier sind 30 Fragen an dich selbst, die dein Leben verändern können.

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Aber ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen. Die besten Fragen führen zu einer neuen Perspektive und erinnern uns daran, wer wir sind und wer wir sein wollen. Es sind Fragen, die zur inneren Stimmen der Weisheit werden und uns durch die turbulente Reise des Lebens führen. Die Antworten sind nicht so wichtig. Wichtig ist, der Prozess, den du in dir in Gang setzt. Du kennst das bereit aus deinem Alltag: Man lernt jemanden besser kennen, wenn man der Person die richtigen Fragen stellt. Genauso lernt man auch sich selbst besser kennen, wenn man sich selbst die richtigen Fragen stellt.

Yoga und Lebensfragen

Das Nichtwissen ist der Beginn eines bewussten spirituellen Weges. In der Bhagavad Gita erkennt Arjuna, dass er sich immer wieder im Kreis dreht und keine Antwort findet. Erst nachdem er immer wieder dieselben Fehler gemacht hat, kann er loslassen und sich von seinem göttlichen Bewusstsein (Krishna) leiten lassen. Arjunas Hingabe stellt eine Offenheit für seine eigene Intuition und sein spirituelles Wachstum dar.

Arjunas große Fragen führen ihn zu der Erkenntnis, dass er die Natur der Wirklichkeit nicht versteht. Er ist verwirrt und braucht Hilfe. Nachdem Arjuna zusammengebrochen ist, lächelt Krishna und beginnt, ihn über Yoga zu unterrichten – die Praxis, auf friedliche Weise in der Welt zu leben. In der Tat ist dieses Gefühl der Verwirrung etwas, das ich in meiner eigenen Praxis zu schätzen gelernt habe.

Manchmal versuche ich zu meditieren und breche in Tränen aus oder kann nicht aufhören an eine bestimmte Sache zu denken. Früher dachte ich, dass ich zu unruhig bin, zu zappelig, zu verkopft – aber jetzt sehe ich, dass mit dem zu Sein was ist, die wahrhaftigste Art der Praxis ist. Ich schätze diese Momente, in denen ich meinen eigenen inneren Krishna um Hilfe bitten kann. Ich weiß, dass meine Fragen die Tür zu den Antworten sind, die in meinem eigenen Herzen ruhen.

Selbstreflexion: Wer bin ich?

Viele dieser Fragen sind sehr allgemein gehalten. Zum Beispiel „Wie verhalte ich mich?“ Da kommt bestimmt gleich die Gegenfrage: „Ja, aber in welcher Situation?“ Vielleicht kommen dir Erinnerungen hoch, von bestimmten Situationen oder Gesprächen, die du mit Freunden geführt hast? Du musst dein Verhalten ja nicht gleich ändern – aber es ist gut, sich selbst richtig einschätzen zu können. Du merkst schon – so eine simple Frage, ist gar nicht so einfach. Die Fragen sind oft deshalb so allgemein, da sie zum Nachdenken anregen sollen und nur du sie wirklich beantworten kannst.

Titelbild: Alexander Shustov via Unsplash

vervola: Yoga Fashion aus der Schweiz

vervola Yogamode Schweiz

Klein aber sehr fein. Das ist vervola. Das Schweizer Yoga-Kleider-Label vereint nachhaltige und natürliche Materialien in zarten Farben mit  raffinierten Schnitten. vervola-Gründerin Susanne Lamberts entwirft jedes Teil und stellt hohe Ansprüche an sich selbst: Jedes Kleidungsstück soll zum Lieblingsteil werden.

Advertorial

Und damit genau das gelingt, ist bei vervola von Anfang bis Ende alles durchdacht: Die Stoffe stammen aus zertifizierter Produktion und tragen Label wie EcoVeroTM oder TencelTM. Selbst die Verpackung besteht aus Stoff-Taschen, die wiederverwendet werden können. Susanne Lamberts lässt ihre Stoffe in einer kleinen Manufaktur in West Java Indonesien herstellen und mit natürlichen Farben färben. Sie kann ihre Kleidung bis auf die Faser zurückverfolgen. Produziert wird sie in einer kleinen Familienschneiderei in Bali.

vervola: Funktion trifft Style

So sorgfältig wie die Auswahl der Materialien und Farben ist auch die Ausarbeitung des Designs. Susannes T-Shirts, Bustiers, Leggings, Tights und Haremshosen sind zeitlos und erfüllen eine hohe Funktionalität, indem sie nicht nur in jeder Asana perfekt sitzen, sondern einen auch in der Freizeit super aussehen lassen. Die Damen-Shirts „Sleevy“ und „Favourite“ sowie auch das rückenfreie „Freestyle“ schmiegen sich perfekt an die Hüfte an und schmeicheln jeder Silhouette. Selbst das Männer-Shirt Classic Tight rutscht nicht, wenn man sich im Handstand befindet.

Der Style kommt trotzdem nicht zu kurz. Ein Highlight sind die handgefertigten Banana-Prints. Mit den Yoga- und Lounge-Klamotten macht man definitiv nicht nur auf der Yogamatte eine tolle Figur. vervola T-Shirts, Jumpsuits oder Bustiers sehen auch auf dem Fahrrad, beim Einkaufen oder einfach zu Hause auf dem Sofa cool aus. Welches wird dein Lieblingsteil?


Mehr Info zu vervola auf vervola.com und @vervola_com.

Fünf Sprachen der Liebe

5 Sprachen der Liebe - Victoria Roman

Wie kommunizierst du mit deinem Partner? Wie drückst du deine Zuneigung und Liebe aus? Autor und Seelsorger Gary Chapman hat die Theorie aufgestellt, dass jeder Mensch eine primäre Sprache der Liebe hat, die er in Beziehungen lebt. Wir stellen euch die fünf Liebessprachen vor.

Titelbild: Victoria Roman via Unsplash

Ist es euch schonmal aufgefallen, dass Menschen ihre Liebe auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen ausdrücken? Manche Menschen lieben es zu schenken und beschenkt zu werden. Andere sind ganz schlecht darin eine gute Geschenkidee für ihre Liebsten zu finden – das hat oft großes Konfliktpotential. Unter „Sprache der Liebe“ versteht Gary Chapman, Autor des Buches „The Five Love Languages“ (Die fünf Sprachen der Liebe), die Art und Weise, wie wir Liebe und Wertschätzung in Beziehungen ausdrücken. Chapman vergleicht dabei die persönliche Liebessprache mit einer Muttersprache. Wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache aufeinandertreffen, ist es schwierig, sich zu verstehen.

Das heißt, um eine gute Beziehung zu führen, muss ich die Liebessprache meines Partners wie eine Fremdsprache lernen. Und ganz wichtig: Beide Partner müssen die Muttersprache des Anderen lernen. Kennst du deine Liebessprache? Wie drückst du deine Zuneigung aus? Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du hier den Fünf-Sprachen-der-Liebe-Test machen und herausfinden, welche Liebessprache du „sprichst“.

Wie wir unserer Liebe Ausdruck verleihen

Lob und Anerkennung

Für Menschen mit dieser Beziehungssprache ist es absolut selbstverständlich, dass sie nicht nur Erfolge loben, sondern selbst kleinste Aufmerksamkeiten und Gesten wertschätzen und dies auch zum Ausdruck bringen. Sie haben wirklich eine Gabe mit ehrlichen Komplimenten, den Menschen, die sie lieben Anerkennung und Dank zu zeigen. Ihre ehrliche Wertschätzung, ihre Liebe und ihre Dankbarkeit kommt von Herzen. Oft ist es diesen Menschen gar nicht bewusst, dass sie das tun, da es einfach ihrer Natur entspricht.

Zweisamkeit: Quality Time mit dem Partner

Menschen dieser Sprache bringen ihre Liebe und Wertschätzung durch bewusst gelebte Zweisamkeit zum Ausdruck. Sie nehmen sich wirklich Zeit für den Anderen. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit schätzen sie in besonders hohem Maße. Das kann ein gemeinsames Abendessen sein, lange Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und vieles mehr. Wichtig dabei ist, dass die gemeinsame Zeit bewusst und aufmerksam miteinander verbracht wird, ohne Störungen von Außen oder Dritter.

Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten

Es muss nicht Weihnachten oder ein Geburtstag anstehen, um Liebe mit einem Geschenk auszudrücken. Auch der materielle Wert ist zweitranging. Viel mehr zählt der Gedanke, die Kreativität oder das Überraschungsmoment. Für den „Geschenk-Typ“ ist es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn sich jemand schon bei der Auswahl des Geschenkes Gedanken über die Wünsche und Bedürfnissen des Beschenkten macht. Das kann auch die Lieblingsschokolade des Partners sein, die beim Einkauf mitgebracht wird.

Hilfsbereitschaft – Gesten der Unterstützung

Der Grundsatz lautet „Was kann ich dir Gutes tun?“ Menschen dieses Liebestyps helfen aus Leidenschaft. Helfen ist für sie eine Selbstverständlichkeit und ein Liebesdienst. Dabei geht es nicht um die Größe der Geste. In einer Beziehung können das die scheinbar unwichtigsten Dinge sein, daher liegt darin auch viel Konfliktpotential. Wenn zum Beispiel Einer immer den Müll rausbringt, weil er das als Zeichen der Liebe sieht, der andere Partner diesen Liebesdienst aber als selbstverständlich sieht, fehlt die Wertschätzung. Das kann auf Dauer die Beziehung ausbrennen lassen.

Zärtlichkeit – körperliche Nähe

Wir denken hier vielleicht gleich an Sex, aber körperlicher Kontakt kann vieles sein: Küssen, Händchenhalten, Kuscheln und vieles mehr. Bei diesem Typ findet Kommunikation auf der non-verbalen Ebenen statt. Menschen, die ihre Liebe über diese Sprache kommunizieren, fühlen sich geliebt, wenn sie umarmt, geküsst oder gestreichelt werden. Jede Berührungen wird als Liebesbeweis empfunden und ein zärtlicher Körperkontakt wiegt mehr als die Worte „Ich liebe dich“.

Montags-Mantra: Schaff dir ein Morgenritual

Morgenritual

Morgenrituale – wer eines hat, gibt es so schnell nicht mehr her. Denn: Früh Aufstehen lohnt sich. Mal nicht in Zeitdruck geraten, sich gemütlich fertig machen und vielleicht sogar den Kaffee am Frühstückstisch genießen, anstatt ihn auf dem Weg zur Haustür noch schnell in einen To-Go Becher zu schütten.

Rituale versüßen den Start in den Tag

Wer ein Morgenritual hat, hat gelernt, dass der Morgen heilig ist. Während die anderen Menschen noch in ihren Betten liegen, bist du ganz frei und ungestört. Vielleicht merkst du, dass du plötzlich viel lieber aufstehst und dich auf deinen Morgen freust. Morgenrituale können so unterschiedlich sein wie die Menschen, die sie auswählen: eine Morgen-Meditation, den Sonnenaufgang schauen, sich Zeit für einen warmen Tee und die Zeitung nehmen, den Hund spazieren führen, die Lieblings-Playlist aufdrehen, ein Morgenlauf, ein gesundes Power-Frühstück oder sogar ein paar Yogaübungen. Vielleicht nimmst du dir vor, die E-Mails und Nachrichten auf deinem Handy erst nach deinem Ritual zu beachten. Du siehst, die Liste ist ins Endlose weiterzuführen. Morgenrituale beruhigen und geben uns ein Zeichen von Geborgenheit. Wir beginnen den Tag mit 10-15 Minuten für uns selbst und können danach mit mehr Energie und Aufmerksamkeit durchstarten.

Hier findest du Lalah Delias Morgenroutine für gute Vibes

Der Kern der Morgenrituale

Indem du diese heiligen Momente am Morgen in deinen Alltag einbaust, schaffst du dir ein kleines Innehalten. Anstatt dich hektisch fertig zu machen und zur Arbeit zu hetzen, gibst du dir jeden Morgen die Chance, dich zu sammeln. Es ist wie ein kleines Geschenk an dich selbst – ein Zeichen der Wertschätzung und der Selbstliebe. Umso mehr Liebe und Aufmerksamkeit du dir selbst schenkst, umso mehr kannst im Laufe des Tages an andere weitergeben. Es verhindert, dass unsere Energiereserven zu schnell leer werden und schafft ein gesundes Selbstwertgefühl.

Probiere es selbst aus und berichte uns gerne, ob du eine positive Veränderung bemerkst.

Fitte Faszien mit Amiena Zylla: Der gezogene Halbmond

Fitte Faszien mit Amiena Zylla

Kleine Übung, große Wirkung: Wenn du diesen hübschen Halbmond öfter mal aufgehen lässt, wirst du lockerer gehen, freier atmen und dich insgesamt stabiler fühlen. Unsere Asana-Kolumnisten und Faszien Yoga Spezialistin Amiena Zylla erklärt wie…

Darf ich vorstellen: Die Bahn, die alles kann. Die Rede ist von der seitlichen Faszienbahn, oder vielmehr den beiden seitlichen Bahnen, denn natürlich haben wir je eine auf der rechten und auf der linken Seite des Körpers. Ohne diese Faszienketten wären wir ziemlich haltlose Geschöpfe: Wir könnten weder aufrecht stehen noch gehen. Besonders wichtig für den menschlichen Gang auf zwei Beinen ist das Iliotibiale Band, kurz IT-Band, das Teil dieser Faszienbahn ist. Dass wir ohne diese wichtige Stütze geboren werden und sie erst beim Laufenlernen ausbilden, ist einer der Gründe, warum Kleinkinder erst mal so wackelig auf den Beinen sind.

Später verursacht ein nicht intaktes IT-Band häufig Knieschmerzen. Gerade Leistungssportler, vor allem Läufer und Fußballer, haben oft Probleme mit einem übertrainierten und zu starken Band. Umgekehrt gilt ein zu schwaches, untrainiertes IT-Band als Auslöser für Cellulite. Wobei man hier ganz ehrlich sagen muss, dass die berüchtigte „Orangenhaut“ auch genetisch bedingt ist. Faszien-Yoga kann zwar dagegen wirken, aber man wird sie damit nicht komplett los.

Was viel wichtiger ist: Die beiden seitlichen Faszienbahnen sorgen nicht nur anatomisch dafür, dass wir in Balance bleiben, sie scheinen uns auch mental besser ins Gleichgewicht zu bringen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass diese Gewebe eine wichtige Rolle für die Atmung spielen. Der Grund: Die an der Atembewegung maßgeblich beteiligten Zwischenrippenmuskeln, sogenannte Atemhilfsmuskeln, sind allesamt von der Faszie umgeben. Dehnen, stimulieren und nähren wir sie mit Bewegung, werden wir also nicht nur mit mehr anatomischem Halt und einem federnden Gang belohnt, sondern auch mit einer leichten, befreiten und verbesserten Atmung – und genau das bewirkt die Übung auf dieser Seite.

Verlauf der seitlichen Faszienbahnen

  • Sie beginnen jeweils unten an den Fußaußenkanten und
  • ziehen sich seitlich entlang der Unter- und Oberschenkel aufwärts.
  • Am Oberkörper kleiden sie den gesamten Brustkorb, genauer gesagt die Zwischenräume der Rippen, wie ein Korbgeflecht aus.
  • Von dort ziehen sie sich weiter nach oben bis zu ihrem Endpunkt unterhalb der Ohren.
Der gezogene Halbmond – Bild: Susanne Schramke

Step-by-step Anleitung

  1. Beuge im Stand deine Beine und stütze dich mit den Händen an den Oberschenkeln ab. Dabei neigst du deinen Oberkörper leicht nach vorne.
  2. Nun kreuzt du das linke Bein hinter dem rechten und streckst es lang nach rechts hinten aus. Der linke Fuß liegt dabei auf seiner Außenkante. Dein rechtes Bein bleibt gebeugt.
  3. Hebe deinen Oberkörper in eine möglichst aufrechte, gestreckte Position, bevor du ihn so weit nach rechts beugst, wie es geht.
  4. Strecke deine Arme nach oben und ziehe mit der rechten Hand am linken Handgelenk. Zum Schluss neigst du den Kopf nach rechts – rechtes Ohr zur rechten Schulter. Nach etwa 30 Sekunden wiederholst du die Übung zur anderen Seite.

Praxis-Tipp

Um den Rücken zu schonen, solltest du die Wirbelsäule und den Bauch richtig lang nach oben strecken, bevor du sie zur Seite neigst.

Wirkung

  • schafft innere und äußere Balance
  • verbessert die Atmung
  • lindert Knieschmerzen
  • mobilisiert die Wirbelsäule

Mehr zu Amiena findest du unter: amienazylla.com & instagram.com/amienazylla. Titelbild: Susanne Schramke

Die Brustwirbelsäule

Anatomie Brustwirbelsäule

Zwar ist die Brustwirbelsäule (BWS) insgesamt nicht so mobil wie die anderen Teile der Wirbelsäule, aber umso subtiler und wichtiger ist ihr Bewegungsspektrum. Hier lernst du die anatomischen Zusammenhänge kennen und erfährst, wie du deinen oberen Rücken nicht nur geschmeidig, sondern auch stabil hälst.

Die Hälfte der insgesamt 70 Wirbelsäulengelenke befindet sich in der Brustwirbelsäule (kurz: BWS). Nimmt man die 20 Sondergelenke (Kostotransversalgelenke) dazu, die die Rippen mit den Wirbeln verbinden und beweglich machen, wird schnell klar, dass die BWS ein richtiges Arbeitstier ist: Zwei Drittel aller Bewegungen des Oberkörpers finden hier statt. Kein Wunder, dass es da manchmal auch hakt.

Halswirbelsäule bestehend aus C1-C7 / Brustwirbelsäule aus Th1-Th12 / Lendenwirbelsäule von L1-L5

Dabei bieten oberer Rücken und Brustkorb anatomisch weniger Bewegungsspielraum als unterer Rücken und Nacken – und das hat einen guten Grund: Die im Brustkorb geborgenen lebenswichtigen Organe Herz und Lunge brauchen Schutz und Stabilität.

Deshalb verhindert das Ineinandergreifen der Brustwirbelkörper insbesondere zu tiefe Rückbeugen. Diese bewegungseinschränkenden Mechanismen sind wichtig. Gleichzeitig kann eine zu unbewegliche Brustwirbelsäule aber dazu führen, dass die beweglicheren Wirbel (am unteren Ende der Brustwirbelsäule T12, am oberen Ende der Lendenwirbelsäule L1 und an der Halswirbelsäule) zum Ausgleich eine Hypermobilität entwickeln. Um Schmerzen in Hals- und Lendenwirbelsäule zu vermeiden, gilt es also, die Brustwirbelsäule auf gesunde Art zu bewegen, zu stärken und zu mobilisieren.

Körperwissen – Die Anatomie der Brustwirbelsäule

Die Muskeln an der Brustwirbelsäule erstrecken sich größtenteils auch zur Halswirbelsäule und/oder zur Lendenwirbelsäule hin. Hier lernst du die tieferliegenden Muskeln kennen, die an der BWS ansetzen und jene, die über weiches Gewebe mit BWS und Brustkorb verbunden sind.

Wirbelkörper

Dieses dicke ovale Knochensegment bildet den vorderen Teil des Wirbels. Die äußere dichte Knochenschicht schützt das Schwammgewebe im Inneren.

Dornfortsatz

Solche Knochenfortsätze befinden sich an der Rückseite eines jeden Wirbels. Ihre seitliche Bogenplatte (Lamina) dient als Hauptansatzpunkt für Wirbelsäulenmuskulatur und Bänder.

Bandscheibe (ohne Abb.)

Diese knorplige Knochenverbindungen (Symphysen) gelten als Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Sie verbinden benachbarte Wirbel und ermöglichen eine leichte Bewegung der Wirbel.

Querfortsatz

Die Knochenfortsätze an den Seiten eines jeden Wirbels dienen als Ansatz für Wirbelsäulenmuskulatur und Bänder.

Brustwirbelsäule und Atmung 

Eine gesunde Wirbelsäule zeichnet sich dadurch aus, dass sie ihr gesamtes Bewegungsspektrum ausführen kann. Sobald du eine Bewegungsrichtung vernachlässigst, verlieren Gelenke und Gewebe an Geschmeidigkeit. Im Fall der BWS wirkt sich das auch auf die Atmung aus, denn der Brustkorb muss mit jedem Atemzug mitschwingen.

Ein versteifter Brustkorb engt Zwerchfell und Lunge ein. Das hat weitreichende Folgen: Nicht nur wird der Atem kürzer und flacher, was die Sauerstoffversorgung und Leistungsfähigkeit einschränkt, die Atmung beeinflusst über das Nervensystem auch die Emotionen. Entspannung, Wohlbefinden und allgemeine Gesundheit sind also auch abhängig vom Zustand der Brustwirbelsäule.

Im Yoga mobilisieren wir die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule mit Twists, sanften Rückbeugen und mit Pranayama – Atemübungen, die den gesamten Brustkorb ausfüllen.

Text: Jill Miller, Illustration: Michele Graham, Titelbild via Canva

Yoga allein zuhaus – 4 Grundregeln für eine sichere Praxis

Yoga zuhause sicher üben

Yoga kann eine Quelle umfassender Heilung sein. Es kann aber auch zu Verletzungen führen oder bestehende Probleme verschlimmern. Erst recht, wenn man (wie seit Corona) meistens alleine übt. Hier sind ein paar Grundregeln für eine wirklich sichere Praxis zuhause…

  1. Gehe beim Üben vom Körper aus – anstatt vom Kopf. Im Alltag sind wir darauf konditioniert, zu planen, zu funktionieren und etwas zu leisten – umso wichtiger (und schwieriger) ist es, diese Muster im Yoga über Bord zu werfen. Denn hier führen Ehrgeiz, Leistungsdenken und Idealbilder unweigerlich zu Stress und Verletzung. Deshalb gilt:
    → Spüre in jeder Übung genau hin, was dein Körper rückmeldet, reagiere auf seine Signale und lerne ihn dabei immer besser kennen.
    → Übe nur das, was dein Körper jetzt braucht, was dich nährt, freut und in die Verbindung mit dir selbst bringt (und nicht näher an deine Vorstellung von perfekt, nötig oder nützlich).
  2. Lass dich vom Atem lenken. Einer der unmittelbarsten Botschafter des Körpers ist der Atem:
    → Geht er nur noch gepresst oder flach, dann ist es höchste Zeit, eine Haltung aufzulösen und beim nächsten Durchgang abzumildern.
    → Umgekehrt darfst du die Intensität gerne etwas steigern, wenn du bei einer Übung das Gefühl hast, du könntest nebenher noch Posaune spielen oder dich mit deinem Kind im Nachbarzimmer unterhalten.
  3. Probiere aus, was am besten zu dir passt. Die Freiheit zu experimentieren und dabei immer genauer herauszufinden, was du wirklich brauchst und was (jetzt) für dich passt, ist der größte Vorzug der Praxis zuhause. Nutze diese Freiheit klug:
    → Lass dich von verschiedenen Lehrenden, Online-Kursen, Büchern oder Artikeln inspirieren.
    → Löse dich aber auch immer wieder von diesen Vorgaben und probiere aus, wie du eine Übung oder eine Sequenz abwandeln kannst, damit sie noch besser zu deinem Körper und deinen Bedürfnissen passt.
    → Lege dir mit der Zeit ein Repertoire an Varianten zu, die dir auch in geführten Klassen helfen, für dich schwierige oder ungünstige Asanas individuell anzupassen.
  4. Nutze Hilfsmittel. Gurte, Blocks, Bolster oder Hocker ermöglichen dir in jeder Übung noch mehr Variationen für die individuelle Anpassung. Frag dich dazu:
    → Was brauche ich (heute) in dieser Haltung, um mich zu stabilisieren und zu unterstützen?

Titelbild: Marta Wave via Pexels