Beim fünften Chakra geht es darum, die Selbsterkenntnisse, die man während der Beschäftigung mit den ersten vier Chakren gefasst hat, mutig nach außen zu tragen. Es regt an, die eigene Wahrheit mit der Kraft der eigenen Stimme zu sprechen! Ist der Hals gesundheitlich oft angeschlagen? Dann deutet es darauf hin, dass man an diesem Thema noch etwas arbeiten sollte. Hilfreiche Wegbereiter und Symbole: die Farbe Türkis und die Göttin Sarasvati.
Das Herz-Chakra bildet den Mittelpunkt der Chakra-Reise. Hier treffen sich die Energie der Erde von unten und die des Himmels von oben. Es behandelt Liebe aller Art, genau wie die Selbstliebe und damit verbunden ein gesundes Selbstbewusstsein. Diese bilden die Grundvoraussetzung für gute Beziehungen zu anderen Menschen. Symbolisch wird dieses Chakra dem Gott Krishna und der Farbe Grün zugeordnet.
Das Solarplexus-Chakra liegt circa zwei Fingerbreit über dem Bauchnabel und behandelt Themen wie das Ego, den Selbstwert und die eigene Leistungsfähigkeit. Ihm wird die Farbe Gelb und die Gottheit Hanuman zugeschrieben.
Das Sakral-Chakra liegt auf Höhe der Sexualorgane, oberhalb des Schambeins. Passend dazu behandelt es das Thema Sexualität, steht für spielerische Leichtigkeit und (finanzielle) Fülle. Es wird von der Göttin Lakshmi und der Farbe Orange symbolisiert.
Das Wurzel-Chakra liegt am untersten Punkt der Wirbelsäule und verbindet einen Menschen wortwörtlich mit seinen Wurzeln – denen der eigenen Familie und der Heimat, die das Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper schenken. Ist man mit diesen Themen im Reinen, kann man seine Chakra-Reise nach oben fortführen. Das 1. Chakra bildet somit die Grundlage. Dem Muladhara-Chakra zugeordnet sind: ein dunkles Rot und die Gottheit Ganesha, dieüber das erste Chakra wacht. Du möchtest dich tiefer damit verbinden? Dann höre unbedingt in unsere Wurzelchakra-Playlist rein!
108 gilt im Yoga als heilige Zahl. Sie symbolisiert die göttliche Essenz und damit auch die menschliche Erleuchtung und den Ausstieg aus dem Kreislauf der Reinkarnationen. Die Zahl findet sich auch in der Anzahl der Perlen einer Gebetskette (Mala) wieder. Zudem ergibt sie sich aus 12 Wiederholungen des Sonnengrußes (Surya Namaskar), der typischerweise aus neun Asanas besteht.
Budokon Yoga ist ein moderner Mix aus traditionellem Hatha Yoga mit Elementen aus dem Kampfsport, um sowohl den Krieger als auch den Yogi in uns zu gleichen Teilen zu vereinen.Wir erklären euch, was den Yoga-Stil ausmacht.
Der Legende nach entstand der Yoga-Krieger aus Shivas tiefer Trauer und Wut, weil er seine Frau Sati verlor. In diesem schmerzhaften Moment riss er sich eine Haarlocke vom Kopf und erschuf daraus Virabhadra – den spirituellen Krieger, der die göttliche Ordnung wiederherstellen sollte.
Die Fotos von Grit Siwonia, auf denen wir Sibille Quentin und Winnie Collins sehen, erinnern uns an diesen mutigen Krieger, der bereit ist, entschlossen und unerschrocken in den spirituellen Kampf zu ziehen, um seine Energie für die Dinge zu nutzen, die zu ändern sind und das loszulassen, was nicht mehr zu ändern ist.
Unfassbare Stärke und anmutige Eleganz: Kraft muss nicht zerstörerisch sein. Foto: Grit Siwonia
Sie transportieren eine unfassbare Stärke und gleichzeitig anmutige Eleganz, die uns zu sagen versucht: Kraft bedeutet keinesfalls immer zerstörerisch zu sein. Wenn sie tief aus dem Bewusstsein und Herzen kommt, kann sie uns aus der Komfortzone locken und uns die Stärke verleihen, den schwierigen Situationen des Lebens mutig ins Auge zu blicken.
Doch beginnen wir einmal von vorn: Sibille und Winnie sind beide Yoga Lehrerinnen aus Hamburg und haben sich dem Budokon® Stil verschrieben. Zusammen sind sie Budokon Yoga Hamburg.
In einem gemeinsamen Interview haben sie uns mehr zum Budokon Konzept verraten und uns hinter die Kulissen dieses besonderen Yoga Stils blicken lassen.
Budokon: Ein holistisches Konzept, das auf 6 Säulen basiert
Foto: Grit Siwonia
Budokon ist ein Mixed Movement Arts System, das von Kancho Cameron Shayne und seiner Frau Melayne Shayne entwickelt wurde.Es verbindet Yoga, Mobility, Calisthenics, Animal Locomotion and Martial Arts zu einem einzigartigen Konzept.
Budokon Yoga ist ein moderner Mix aus traditionellem Hatha Yoga mit Elementen aus dem Kampfsport, um sowohl den Krieger als auch den Yogi in uns zu gleichen Teilen zu vereinen.
Foto: Grit Siwonia
Budokon ist also nicht nur Yoga oder Martial Arts – es ist ein Lifestyle, der die folgenden 6 Säulen verinnerlicht:
Bewegung: Wie achtsam bewegen wir uns? Getreu nach dem Motto „the way you move is the way you live“.
Mindset: Wie stark ist unser Geist?
Emotion: Wie gehen wir mit Gefühlen um?
Beziehungen: Wie gehen wir miteinander um?
Ernährung: Was geben wir in unsere Körper?
Umwelt: Wie behandeln wir Mutter Erde?
Neben den „physischen Push-Ups“ auf der Matte, geht es also verstärkt um die sogenannten „Mental Push-Ups“, in denen der Fokus auf die geistige Kraft und unseren Umgang damit gelegt wird.
Der Budokon Flow kann dabei helfen, weniger in den Autopiloten zu fallen
Foto: Grit Siwonia
Während in klassischen Yoga Stilen die Asanas durchaus ein paar Atemzüge gehalten werden können, befindest du dich im Budokon Yoga permanent im Flow. Der Fokus liegt mehr auf den geschmeidigen Übergängen zwischen den Haltungen anstatt auf dem Innehalten der jeweiligen Asana.
Das solle auch einen Bezug zum Leben schaffen, das schließlich auch in ständiger Bewegung sei, so Sibille. Auf der anderen Seite sehen wir hier die Komponente aus dem Kampfsport, die einem abverlangt ständig wachsam und achtsam zu sein, um den Fokus nicht zu verlieren.
Zusammen mit seiner Frau Melayne Shayne hat der Amerikaner Kancho Cameron Shanye den Budokon Yoga Stil entwickelt.
Erfahrungsgemäß sei es der Flow, der dazu führe, dass wir weniger in den Autopilot abdriften und mehr bei uns bleiben. „Die Schüler*innen sind immer wieder davon begeistert, dass sie die ganze Yogastunde über bei sich und den Bewegungen bleiben können“, erzählt uns Winnie.
Ganz nach dem Leitsatz: „The way you do anything is the way you do everything“
The way you do anything is the way you do everything. Foto: Grit Siwonia
Einer der Leitsätze im Budokon ist „The way you do anything is the way you do everything“. Übersetzt bedeutet dies soviel wie „So, wie wir die kleinen Dinge tun, so setzt sich auch das große Ganze zusammen.“ Hier geht es sowohl um die Asana Praxis auf der Matte als auch um den Alltag. Mit wie viel Bewusstsein verrichte ich – auch die kleinsten – Aufgaben des Lebens und wie viel bin ich wirklich bereit zu geben? Die Bereitschaft, immer 100 Prozent zu geben, sei für eine kontinuierliche Budokon Praxis unabdingbar, verrät Sibille.
Budokon wirkt auch im Alltag nach … Foto: Grit Siwonia
In einem sind sich die beiden Budokon Lehrerinnen einig: Budokon ist ein ganzheitlicher Ansatz. Wenn man diesen nicht über die Yogamatte hinaus ins alltägliche Leben mitnimmt, wird es schwer, diese Lebensweise zu verinnerlichen. Deshalb pushen sich die beiden Yoginis nicht nur gegenseitig an ihre Grenzen, sondern fordern auch ihren Schüler*innen einiges ab.
Kennengelernt haben sich Sibille und Winnie übrigens auf der Yogamatte in einem Budokon Workshop in Hamburg. Obwohl sich die Wege der beiden danach vorerst für einige Monate trennten, in denen Sibille unter anderem ihre Budokon Ausbildung in Miami absolvierte, fanden sie letztendlich wieder zusammen. Für Winnie war bald darauf klar, dass auch sie im Budokon das gefunden hatte, wonach sie gesucht hat und absolvierte im Folgejahr ebenfalls die Ausbildung in Miami. Gemeinsam beschlossen die beiden, Budokon Hamburg aufzubauen.
Mental Push-Ups als Vorbereitung für die Instabilität des Lebens
Budokon hat das Mindset von Winnie und Sibille verändert. Foto: Grit Siwonia
Dass das Konzept des spirituellen Kriegers und Yogis nicht nur Theorie bleiben soll, beweisen die beiden Frauen auch im wahren Leben.
So haben beide beispielsweise 2020 den Schritt gewagt, ihren festen Bürojob aufzugeben und sich voll ins Abenteuer als Yogalehrerinnen zu stürzen. „Ohne das Budokon Mindset hätte ich mich das niemals getraut“, erzählt Winnie uns in unserem Gespräch. Vor allem der Bereich „Mind-Science“ und die „Mental Push-Ups“ scheinen sie gut auf diese harte Probe vorbereitet zu haben.
Die Schüler*innen der beiden freuen sich über die Leidenschaft, die die beiden Lehrerinnen in ihre Arbeit einfließen lassen. „Einige davon haben bereits selbst den Plan gefasst, Budokon-Lehrer*innen zu werden und die Ausbildung zu absolvieren. Mittlerweile hat sich in Hamburg sogar eine richtige Budokon-Community entwickelt“, freut sich Winnie.
Budokon Mind Science: Tief sitzende Programme loslassen
Budokon Mind Science: Die eigene Komfortzone verlassen. Foto: Grit Siwonia
Budokon kann uns dabei helfen, nicht immer den einfachen Weg zu wählen, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und aus seiner eigenen Komfortzone herauszutreten. Dazu gehört auch, eingefahrene Muster loszulassen und sich darüber vielleicht sogar selbst neu zu „programmieren“.
Im Budokon geht das zu einem großen Teil über die ständige Bewegung, die zum Ziel hat, das Mindset positiv zu verändern. Und wir wissen schließlich alle: Ist man einmal am Mindset dran, verändert sich zunehmend das Körperbewusstsein und die Kraft, mit der man Bewegungen ausführt. So stehen Bewegung und Mindset in einer ständigen Wechselbeziehung.
Wie hat euch die Ausbildung und der „Budokon Weg“ verändert?
„Du wählst nicht den einfachen Weg und musst deine Komfortzone immer wieder verlassen.“Foto: Grit Siwonia
Die Ausbildung habe sie auf der physischen Ebene stärker gemacht, vor allem aber auch die mentale Kraft gestärkt. „Du wählst nicht den einfachen Weg und musst deine Komfortzone immer wieder verlassen“, sagt Sibille, „Das ist nicht immer so leicht, wie es klingt.“ Gerade beim Teacher Training in Miami würde man mit den Themen konfrontiert, die bei einem selbst nicht unbedingt gelöst seien. Die beiden sind sich einig, dass die Ausbildung wie ein Spiegel für sie gewesen sei, der ihnen vorgehalten wurde.
Nur so konnten sie sich selbst und ihre eingefahrenen Strukturen hinterfragen und sich durch diese so genannten „Pattern Shakes“ selbst weiterentwickeln. „Pattern Shakes“ – das sind Momente, in denen man fest sitzende Muster hinterfragt und an ihnen rüttelt. „Das kann im ersten Moment erst einmal ganz schön hart sein, kann man es jedoch annehmen, kommt man sowohl physisch als auch mental gestärkt heraus“, erzählt Winnie.
Wo kann man Budokon Yoga praktizieren und was muss man dazu mitbringen?
Eine offene Haltung gegenüber allem, was kommt. Foto: Grit Siwonia
„Eine offene Haltung gegenüber allem, was kommt, ist der Schlüssel für eine gute Erfahrung“, stimmen die beiden Budokon Lehrerinnen überein. Nur damit sei es möglich, die Komfortzone zu verlassen und sich zu neuen Ufern aufzumachen. Natürlich sei auch eine gewisse Grundfitness Voraussetzung, da die Budokon Klassen körperlich sehr herausfordernd werden können.
Yoga Praxis als Stärkung für den Wandel der Zeit
Mit Budokon Yoga hat Cameron Shayne einen Stil kreiert, der das Potential besitzt, uns an unsere körperlichen und mentalen Grenzen zu bringen. Der spirituelle Krieger, der jederzeit zum Angriff bereit ist, wird in diesem Konzept genauso gefeiert wie der sanfte Yogi, der nach innen schaut. Durch die Verbindung dieser beiden Bedürfnisse in der Praxis, werden die weibliche und männliche Energie in jedem von uns auf eine natürliche Weise geachtet.
Gerade in unsicheren und herausfordernden Zeiten, wenn sich das Außen einmal wieder im Wandel befindet und alte Muster schmerzhaft an die Oberfläche kommen, kann solch eine Routine uns die Stärke verleihen, verwurzelt zu bleiben und uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen.
Grit Siwonia ist freiberufliche Fotografin aus Berlin und hat Sibille und Winnie für Budokon Yoga in Hamburg fotografiert. In ihrer Arbeit sieht sie mit tiefer Liebe auf die Menschen und kreiert dabei einen Raum, in dem man sich zutiefst angenommen und in seinem Wesen geachtet fühlt.
Falls du interessiert bist, an einer Budokon Klasse teilzunehmen, findest du Sibille und Winnie in folgenden Studios in Hamburg (auch online).
Mit dieser energetisierenden Morgen-Praxis regst du Stoffwechsel und Durchblutung an und wappnest zugleich dein Nervensystem gegen Stress. So starten du frisch, ausgeglichen und voller Kraft in den Tag.
Versuche, sowohl die intensiv bewegten als auch die ruhigen Elemente der Sequenz möglichst locker und entspannt zu üben. Auf die richtige Einstellung kommt es an: Anstatt sich durch die kraftvollen Intervalle durchzubeißen, gib dich ihnen eher hin und vertraue in deine Fähigkeit, die energetischen Wellen der Praxis zu reiten. Beobachte dabei, ob und wo im Körper du eventuell Spannung aufbaust (z.B. Schultern und Nacken), und lockere diese Bereiche bewusst.
Zur Einstimmung bringst du Kreislauf und Herzrate in Schwung, indem du mehrere Runden Surya Namaskar (Sonnengruß) üben.
1. Bauchmuskelübung
Ziehe in Rückenlage die Knie rechtwinklig bis über die Hüften und lege die Arme längs des Körpers ab. Dann streckst du mit einer Ausatmung das linke Bein waagerecht nach vorn und bewegst die ausgestreckten Arme hinter den Kopf. Halte das Bein etwa 15 Sekunden lang knapp über dem Boden schwebend und ziehe dabei die Rippen nach unten, um den unteren Rücken zu stabilisieren. Dann kehrst du zurück in die Ausgangsposition und streckst das rechte Bein.
2. Hoher Ausfallschritt
Ziehe aus Adho Mukha Shvanasana (herabschauender Hund) den rechten Fuß nach vorn und richte den Oberkörper auf zum hohen Ausfallschritt. Strecke die Arme nach oben, ziehe die vorderen Rippen etwas zurück und richte das Becken auf. Die Aktivität im unteren Bauch stabilisiert auch hier den Lendenwirbelbereich. Versuche, die Position 1 Minute lang zu halten, bevor du über den Hund die Seiten wechselst.
Hebe aus dem herabschauenden Hund das linke Bein, richte den Blick zwischen die Hände und ziehe die Oberarme energetisch etwas zueinander hin. Wechsele 1–2 Minuten lang zwischen linkem und rechtem Bein, indem du das Standbein beugst und von einer Seite zur anderen hüpfst.
4. Virabhadrasana I – Heldenhaltung, Variation
Setze aus dem herabschauenden Hund den rechten Fuß nach vorn zwischen die Hände und richte den Oberkörper auf in die Heldenhaltung 1. Dann verschränke die Hände hinter dem Körper, senken den Rumpf und hebe die Arme. Bauch und Brust dürfen auf dem vorderen Oberschenkel ruhen, der Kopf hängt locker herab. (1 Minute)
5. Eka Pada Rajakapotasana – einbeinige Taube
Setze aus der vornübergebeugten Heldenhaltung zuerst die Hände am Boden ab, dann das rechte Knie nahe der rechten Hand. Der rechte Fuß bleibt mittig und nahe des Schambeins, wenn du nun Becken und Oberkörper absenkst und das linke Bein lang nach hinten schiebst. Stütze dich auf die Unterarme oder wandere mit den Händen weiter nach vorn und lege Brust und Stirn ab. Bei Schmerzen im vorderen Knie ändere die Position und stütze die rechte Hüfte mit einem Kissen. (2 Minuten) Anschließend wiederholst du Übung 3 und dann 4–5 seitenverkehrt.
6. Turbo-Hund
Ziehe im Vierfüßlerstand die Ellenbogen energetisch zueinander, als wolltest du einen Ball dazwischen halten. Dann stelle die Zehen auf und hebe das Becken in den herabschauenden Hund, dabei hältst du die Ellenbogen aber gebeugt und knapp über dem Boden. Der Kopf darf locker nach unten hängen. (30–60 Sekunden)
7. Adho Mukha Shvanasana
Wiederhole den in Übung 3 erklärten dreibeinigen Hund, in dem du einige Male hüpfend das Standbein wechselst. Beim letzten Mal halte jede Seite 30–60 Sekunden lang.
8. Skater
Setze die Füße aus dem aufrechten Stand in eine weite Grätsche, bei der die Füße schräg nach außen stehen. Dann beuge das rechte Knie, bringe mehr Gewicht auf die rechte Ferse und senken das Becken möglichst weit ab. Dabei streckst du den rechten Arm zur Seite und ziehst den linken waagrecht und gebeugt vor den Körper. Halte die Position 30–60 Sekunden lang und achte darauf, das gebeugte Knie oberhalb des Fußgelenks auszurichten. Gehe ohne Seitenwechsel zu Übung 9.
9. Reitersitz
Aus dem Skater ziehst du das Becken wieder mittig zwischen die Füße und beugst beide Beine. Dabei richtest du die Knie senkrecht über den Fußgelenken aus und lässt die Füße in dieselbe Richtung zeigen wie die Knie. Senke auch hier das Becken und hebe zugleich die Arme. Der Rumpf ist lang gestreckt, die Schultern bleiben weich. (30–60 Sekunden) Wiederhole die Übung 8 seitenverkehrt und anschließend noch einmal Übung 9.
10. Prasarita Padottanasana – Vorwärtsbeuge aus der stehenden Grätsche
Strecke aus dem Reitersitz die Beine und drehe die Füße nach vorn. Beuge dich aus den Hüftgelenken heraus nach vorn und lege die Hände auf dem Boden oder Blocks ab. Der Kopf hängt locker herab. Nach 1 Minute setzt du die Füße nach hinten in den herabschauenden Hund. Wenn du intensiver üben möchtest, wiederhole jetzt Übung 1–10.
11. Unterarm-Brett
Lege aus dem Hund (alternativ aus dem Vierfüßer) nacheinander die Unterarme am Boden ab und verschränken die Finger. Aktiviere Beine und Bauch und senke den Körper in die Bretthaltung. Um den Raum zwischen den Schulterblättern weit zu halten, drücke die Unterarme fest gegen die Matte. Schiebe die Fersen nach hinten und ziehe das Brustbein nach vorn. (30–60 Sekunden)
12. Urdhva Dhanurasana – nach oben zeigender Bogen
Stelle in Rückenlage die Füße etwa hüftbreit voneinander entfernt auf. Aus dieser Haltung hebst du entweder das Becken in die Schulterbrücke, oder du setzt die Hände mit zu den Füßen zeigenden Fingern neben die Ohren und drückst dich mit einer Einatmung in den Bogen (Foto). Nach 10 bis 15 Atemzügen machst du eine Pause, dann wiederholst du die geübte Haltung noch einmal.
Ziehe in Rückenlage die Knie zum Körper und stelle die Füße hinter dem Körper am Boden oder an der Wand ab zu Halasana (Pflug). In dieser Position ziehst du die Oberarme etwas dichter zueinander und legst die Hände an den Rücken. Dann streckst du die Beine senkrecht nach oben in den Schulterstand. (Sanftere Alternative: Du legst das Becken wie eine Schale in deine Hände und hältst die Beine diagonal.) Bei beiden Varianten zeigt die Nase gerade nach oben, der Nacken bleibt entspannt. (2–3 Minuten)
14. Matsyasana – Fisch
Löse den Schulterstand behutsam auf und lege Becken und Beine wieder am Boden ab. Dann platzierst du die Arme mit zum Boden zeigenden Handflächen lang unter dem Körper und drückst dich von den Unterarmen aus ab, um die Brust zu heben und den Kopf auf Hinterkopf oder Schädeldecke zu ziehen. (30–60 Sekunden)
15. Supta Baddha Konasana- Gebundene Winkelhaltung in Rückenlage
Lege dich rücklings so auf ein Bolster oder eine gerollte Decke, dass unterer und mittlerer Rücken gut abgestützt werden. Eine aufs obere Ende der Rolle gelegte gefaltete Decke oder ein Kissen stützt Kopf und Nacken. Lege die Fußsohlen aneinander und lasse die Knie nach außen auf Blocks oder Kissen sinken. Nachdem die Haltung wirklich bequem eingerichtet ist, schließe die Augen. (5 Minuten)
16. Meditation
Zum Abschluss wähle eine für dich bequeme Sitzhaltung, in der du die Wirbelsäule mühelos eine Weile aufgerichtet halten kannst. Lege die Handflächen auf die Oberschenkel oder Knie, schließe die Augen und richte die Aufmerksamkeit auf den natürlichen Fluss deines Atems. Dabei lässt du deine Gedanken vorüberziehen wie Wolken an einem sonnigen Himmel.
Tiffany Cruikshank, die hier als Autorin und Model fungiert hat, unterrichtet Yoga in Los Angeles. Ihren Ashtanga-Background verbindet sie mit ihrer Passion für Anatomie und ihrer Ausbildung in Sportmedizin. yogamedicine.com
Praxis-Fotos: David Martinez // Titelbild: Cottonbro via Pexels