In unserer Mythbuster-Kolumne wagt Yogalehrerin Eva den Blick hinter die perfekte Yoga-Kulisse, wo neue Sichtweisen auch mal auf unbequeme Fragen und eine ordentliche Portion Humor treffen. Thema heute: Kann man die Lehrerqualität anhand des Instagram-Profils erkennen?
Um heutzutage für einige Lehrauftritte überhaupt in Betracht gezogen zu werden, muss man immer häufiger in der Yoga- und Fitnessbranche „beweisen“, dass man eine große Fangemeinde auf Instagram hat, da dies (in den Augen einiger StudiobesitzerInnen) gleichzusetzen ist mit vollen Yogaklassen und großer Reichweite. Aber ist es in der Realität tatsächlich so, dass auf scheinbar magische Art und Weise alle Follower automatisch auch in die Stunden pilgern und somit nicht nur die finanzielle Lage der Studios stabilisieren, sondern auch den Aufwand für Werbekosten reduzieren (Achtung, Spoiler: Nein…!)?
Sieht man seine Follower in den Kursen wieder?
Das Dilemma für Freiberufler wird schnell deutlich: Es scheint einen gewissen (wenn auch teilweise nur selbst auferlegten) Druck zu geben, die eigenen Follower-Zahlen zu erhöhen und zu beschönigen, um genau die Jobs zu bekommen, die man haben möchte. Das kann wundersame Auswirkungen annehmen. Als z.B. eine befreundete Yogalehrerin mir mehrmals im Monat erneut folgen wollte und mir offensichtlich kurz danach wieder erfolgte, sprach ich sie verwundert darauf an. Sie erklärte mir, dass sie gegen Bezahlung Roboter-Programme nutzte, die nach vorher eingestellten Algorhythmen und Hashtags andere Profile und Bilder liken und ihnen folgen würden. So versuche sie ohne zusätzlichen Aufwand eine möglichst große Reichweite zu generieren. Bei Betrachtung ihrer zehntausender Follower wird aber schnell deutlich, dass es sich in einer großen Zahl um Fake-Accounts sowie aus Menschen aller Herren Länder handelt. Diese Schar aus leeren, fremden Gesichtern kommt freilich nicht in die eigenen Kurse und man kann täglich beobachten, dass die Rechnung „Viele Follower“ = „viele Kursbesucher“ nicht automatisch aufgehen muss.
Aber gehen wir nun ans Eingemachte. Die Eingangsfrage habe ich bereits mit „Nein“ beantwortet. Freilich gälte es zusätzlich auch zu erörtern, was eine/n „gute/n“ Lehrer/in und die Unterrichtsqualität überhaupt ausmacht – hier gibt es einerseits individuelle Präferenzen und fast so viele eigene Meinungen, wie man Menschen fragt. Meine Definition kommt nicht ohne die Faktoren Pünktlichkeit, Authentizität (versus Austauschbarkeit) und Inklusion aus. Und: Ein voller Kurs ist nicht unbedingt ein guter Kurs und umgekehrt! Dennoch gibt es gewisse Stellschrauben, die sicher dabei helfen, mehr Traffic in den eigenen Kursen zu generieren – wenn man das möchte. Während uns die Bildsprache einiger Accounts voller Yoga-Asana vielleicht visuell anspricht, weil das menschliche Auge (bzw. Gehirn) gewisse Ästhetiken und Formen als „schön“ empfindet, stelle ich eine wichtige Frage, die ich sehr bedenkenswert finde: Was macht das Internet aus unseren sozialen Interaktionen? Wie groß ist Dein Drang, Teil der Instagram-Yoga-Kultur zu sein? Ignorierst Du Signale Deines Körpers für dieses eine Bild, und weil Du auf der Matte „gewinnen“ oder möglichst viele „Likes“ bekommen willst? Und in letzter Konsequenz: Machst Du Yoga überhaupt für Dich – oder für andere / für Instagram? Es ist mir persönlich ein Anliegen, dieses oberflächliche, auf Bildsprache ausgelegte Medium mit echten Inhalten zu füllen und von Zeit zu Zeit aus dem Einheitsbrei der Fitness-Selfies, Yoga-Posen und Achtsamkeits-Zitaten (bevorzugt auf Englisch…) herauszustechen.
Sehr schade finde ich es, dass die Hemmschwelle einen Yogakurs zu besuchen, scheinbar konstant höher wird, je länger es das Medium Instagram gibt. Mich erreichen unsichere Fragen vorab („Aber ich bin nicht flexibel genug!“, „Ich bin aber echt nicht ‚gut‘ im Yoga!“, …) und aufgrund der gemachten Erfahrungen und des häufig vermittelten Image westlichen Yogas wundert es mich nicht, dass viele Menschen so denken.
Die Vermarktung von Yoga
Zahlreiche Accounts, die LehrerInnen eigentlich als kostenlose Werbeplattform dienen sollen, tragen nun plötzlich bewusst oder unbewusst dazu bei, dass einige Übende sich durch Mainstream-Yoga ausgegrenzt oder ausgeschlossen fühlen. Asana wird oft für ein schlankes, junges, flexibles und körperlich starkes Publikum mit weißen, unversehrten Körpern definiert. Die wichtigste Frage muss also lauten: Warum vermarkten sich so viele Yogalehrer fast ausschließlich über die Posen, die ihre Körper einnehmen können, anstatt über ihre Lehrfähigkeiten?
Für mein Schlusswort möchte ich festhalten: Nein, freilich kann man die Qualität nicht direkt an einem Instagram-Profil ablesen und einen Yogakurs muss man erlebt haben, anstatt vorschnelle Rückschlüsse ziehen zu wollen. Bei meiner Überschrift handelt es sich bewusst um eine provokative, völlig haltlose und schwachsinnige Aussage meinerseits.
Individuelle Präferenzen: Was ist dir im Yoga wichtig?
Dennoch gibt es zahlreiche Hinweise, so dass man z.B. anhand der gewählten Bildsprache oder an dem, was zwischen den Zeilen steht, für sich ableiten kann, ob der Kurs oder der/die LehrerIn zu einem selbst und den eigenen Bedürfnissen passt. Sind in den Postings und in den verfassten Kommentaren eine gewisse Tiefe und ein echtes Interesse vorhanden? Wenn Dir solche Faktoren wichtig sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Du sie nicht bei der Person findest, die nur mit Emojis antwortet. Wenn Du Dich gerne mit schönen Menschen umgibst und die trendigen „In“-Studios suchst, dann wirst Du auf Instagram ebenfalls innerhalb kürzester Zeit fündig. Und auch mein letzter Punkt ist bedenkenswert, denn ja, es gibt sie wirklich noch: Fantastische LehrerInnen, die keinen Instagram-Account haben. In diesem Sinne: Viel Freude beim Testen und Entdecken des vielfältigen Angebots!
Unsere Mythbuster-Kolumnistin und Yogalehrerin Eva kommt ursprünglich aus dem Leistungssport. Aufgrund einer gesunden Neugier liebt sie es, sich mit anatomischen Fragen auseinanderzusetzen und so den eigenen Körper besser zu verstehen. Zusätzlich nutzt sie ihr Wissen, um die Yogawelt immer inklusiver zu machen. Mehr Infos auf Instagram: @yogacycle_by_eva. Porträtbild: Sonja Netzlaf www.sonjanetzlaf.com
Das Kamadeva-Mantra kann dazu verwendet werden, tantrische Qualitäten in unser Sexualleben zu bringen. Gemeinsam gesungen oder innerlich rezitiert, eröffnet es einen Raum, in dem wir uns gegenseitig als die göttlichen Wesen begegnen und ehren können, die wir sind.
Om Kama Pujitayei Namaha
Ich grüße und verneige mich vor dem Göttlichen im Liebesakt.
„Kama“ bedeutet zunächst Wunsch, Verlangen, Begierde oder Wolllust. Der ungezügelte Wunsch nach Dingen der sinnlichen Welt, der uns an die Objekte dieser vergänglichen Welt bindet, erscheint zunächst als negative Kraft. Im Rigveda ist „Kama“ die Grundlage des Schöpfungsprozesses, die erste Regung des Absoluten, sich zu manifestieren. „Kama“, der Gott der Liebe – unser Amor, Cupid oder Eros – schießt seine blumigen Liebespfeile auf unsere Herzen. Als Kama Shiva treffen will, verbrennt Shiva Kama zu Asche. Ebenso wird unser Verlangen nach relativen Freuden verbrannt, wenn wir auf die spirituelle Erfahrung abzielen.
Tantra nutzt die Energie vom Kama
Energie folgt der Intention und es liegt an uns, worauf wir den Pfeil richten. Das Geheimnis der tantrischen Liebespraxis ist es, die Energie von Kama zu nutzen, um den Bogen zu spannen. Der Pfeil sollte jedoch stets auf das höchste Ziel gerichtet sein. Wird der Liebesakt als (Ver-)Ehrung (Puja) des Partners (Shiva) oder der Partnerin (Shakti) praktiziert, beginnen wir, Kama auf dem Altar der Hingabe zu verbrennen. Die Kraft der Begierde bindet uns nicht mehr an das Materielle. Die Umwandlung der Energien beginnt und es werden keine karmischen Verstrickungen mehr erzeugt, so dass uns die Kraft der Begierde zu göttlicher Ekstase führen kann.
Wir Yogis machen uns viele Gedanken: Darüber, wie wir uns selbst und andere Lebewesen behandeln, über unsere Umwelt, über Good Vibrations zu Hause, wie wir noch achtsamer leben und und und. Manchmal sollten wir aber auch ganz profan an unsere Matte denken, die uns bei jeder Praxis Halt gibt. Hier sind einfache Tipps zur Yogamatten-Pflege und ein schnelles Rezept für ein herrlich duftendes Mattenspray.
Tipps für die Yogamatten-Pflege
Du kannst deine Matte in der Regel waschen, indem du sie in der Badewanne einweichst oder in der Dusche abspülst. Auch der Schongang in der Waschmaschine ist möglich. Bei besonderen Materialien wie Kork etc. beachte bitte trotzdem die Pflegehinweise. Wenn du diese Informationen nicht mehr parat hast, frage sicherheitshalber beim Hersteller nach. Benutze beim Waschen eine besonders milde Seife. Verboten sind Öle, Lösungs- oder Scheuermittel. Sie zerstören die weiche Oberfläche der Matte und beeinträchtigen oft auch die Rutschfestigkeit.
Yogamatten-Pflege für Natur-Materialien
Bei der Pflege gibt es Unterschiede zwischen Yogamatten die PVC enthalten und den Naturgummi-Matten. Diese verhalten sich ein bisschen wie ein Schwamm, sie saugen Wasser und Seife auf. Daher ist regelmäßiges Abwischen der Oberfläche nur mit warmem Wasser, Mattenspray oder Apfelessig für diese Matten optimal. Wenn du die Matte von Zeit zu Zeit gründlicher reinigen willst, achte darauf, die Matte nach dem Waschen (milde Seife!) sorgfältig auszuspülen und sehr gut trocknen zu lassen. Am besten funktioniert das aufgehängt oder flach auf dem Boden liegend, wobei du die Matte öfter wenden musst. Ansonsten wird die besondere Rutschfestigkeit der Naturgummi-Matten beeinträchtigt.
Und Achtung: Lass deine Naturgummi-Matte nicht im Sonnenlicht trocknen. Als biologisches Produkt kann der Naturgummi unter längerer Sonneneinstrahlung nämlich die Farbe verlieren und verblassen.
Sauber, frisch duftend und am besten auch frei von unliebsamen Bakterien – so soll deine Yogamatte sein! Ganz easy geht das mit einem Mattenspray. Das muss weder teuer noch voller Chemie sein. Es geht auch selbst gemixt und natürlich. Zuerst besorgst du dir eine Sprühflasche (z. B. im Drogeriemarkt) und folgende Zutaten:
Teebaumöl
Wasser (abgekocht oder destilliert)
Pfefferminzöl
Lavendelöl
So geht’s: Nimm auf 1 Liter Wasser (destilliert oder abgekocht) 3 Tropfen Teebaumöl (wirkt desinfizierend), 2 Tropfen Pfefferminzöl (toller Frischekick), 2 Tropfen Lavendelöl und mische es gut durch. Anschließend füllst du dein Spray in die Sprühflasche. Besprühe deine Matte in regelmäßigen Abständen damit und wische sie mit einem weichen Tuch trocken. Natürlich kannst du auch mit anderen Düften und Ölen experimentieren – auf Teebaumöl solltest du aber nicht verzichten.
Wie reinigst du deine Yogamatte nach der Praxis? Gib uns noch mehr Tipps in den Kommentaren und lass uns austauschen.
Kennst du schon unsere neue Mythbuster-Kolumne? Yogalehrerin Eva wagt den Blick hinter die perfekte Yoga-Kulisse, wo neue Sichtweisen auch mal auf unbequeme Fragen und eine ordentliche Portion Humor treffen. Thema heute: Dehnt Yoga die Muskulatur der Beinrückseiten?
Hat dich die Überschrift zunächst verwundert? Gut! Denn dann geht es dir nicht anders als vielen meiner Teilnehmer*innen im Rahmen der einen oder anderen Yogastunde bei mir. Ja, selbstverständlich dehnt Yoga die Beinrückseiten. Und selbstverständlich wirst du in diesem Bereich relativ schnell körperliche Veränderungen feststellen. Aber ich möchte heute zwei Dinge zu bedenken geben:
Adressierst du wirklich, zumindest primär, deine ischiocrurale Muskulatur?
Dehnst du diese Muskulatur klug, oder hat dir deine Beinrückseite schon einmal einen Sportschaden mit Zwangspause beschert?
Der „Yoga Butt“ – ein weit verbreitetes Phänomen
Die typische Sehnenreizung am Tuber ischiadicum ist ein weit verbreitetes Phänomen unter Yoga-Übenden. Es geht um den im englischsprachigen Raum berüchtigten „Yoga Butt“, der dir meist einseitige, ziehende Schmerzen unterhalb des Pos beschert. Diesem zwar sehr treffenden, aber auch unwissenschaftlichen Namen möchte ich der Vollständigkeit halber noch die korrekten Bezeichnungen gegenüberstellen: Der Sammelbegriff lautet „Tendinopathie“.
Wenn es sich um den Bereich der Sehnenansätze handelt (hier: Sitzbeinhöcker oder proximal im Knie), spricht man genauer von Enthesiopathie. Entwickelt sich eine Entzündung, handelt es sich um eine Tendinitis. Klassischerweise tritt im Yoga eine Tendinopathie oder gar Tendinitis auf, wenn die Sehne ohne ausreichende Erholung wiederholt (über)belastet wird. In 99 Prozent der Fälle wurde hier die Beinrückseite falsch gedehnt. Sei es durch mangelnde Vorbereitung, durch unglückliche Asana-Auswahl, meist mit starken Hebelwirkungen durch Bindungen, durch (falsche) Adjustments oder natürlich durch zu viel „Ego“ der Übenden.
Ein Spagat sagt nichts über dich aus
In kaum eine Asana wird sich während Yogastunden mehr „reingehängt“ als in den Spagat/Hanumanasana. Ein eigentümliches Schauspiel („Kuck mich mal an!“ / „Kannst du noch schnell ein Foto von mir machen??“) und ich komme kaum hinterher zu versichern, dass diese Körperhaltung weder „funktionell“ ist, noch dass sie eine Aussagekraft über die eigene menschliche Qualität birgt. Im Gegenteil – Du kannst Spagat können, und trotzdem kein angenehmer Zeitgenosse sein.
Ziemlich viel Überzeugungskraft wird von Lehrerseite benötigt in einer Zeit, in der Fotos dieser Art zahlreiche „Likes“ auf Instagram erhalten, oder andere Lehrer ihre Kurse „Hanuman-Party“ nennen. Und da mir einige Gesichtsausdrücke meiner Kursteilnehmer*innen manchmal eher Sorgen und „Phantomschmerzen“ bereiten, ist der Spagat fast komplett aus meinem Repertoire geflogen.
Dein Körper braucht Erholungszeit
Insbesondere übungsintensive Phasen wie Retreats oder Teacher Trainings können den Yoga Butt begünstigen. Man erkennt die Betroffenen leider an ihren Gesichtern beim Gehen, Stehen, Bücken und eben auch beim Sitzen. Meist möchten sie lieber stehen bleiben. Ein wichtiger Faktor in diesem Beispiel ist sicher die Erholungszeit. Sehnen brauchen rund 24 Stunden, um sich an eine Belastung anzupassen. Ohne ausreichende Regeneration kann die Sehnenstruktur ergo beeinträchtigt werden.
Solltest du dennoch einmal betroffen sein, dann lautet das Schlüsselwort: Pause! Gönne deinem Körper und insbesondere der schmerzenden Körperstelle Ruhe. Halte in der zweiten Phase nicht an deinen Routinen fest, sondern baue sanftes Krafttraining in Form von isometrischen Übungen ein, denn diese haben nachweislich eine analgetische Wirkung auf Sehnen.
Tipps für deine Beinrückseiten
Beachte gerne meine folgenden Tipps, wenn Du das nächste Mal Yoga übst:
Gebeugte Knie sind beim Dehnen der Beinrückseiten völlig in Ordnung und ich ermuntere explizit dazu! Die anzusprechende Muskulatur ist zwar meist polyartikulär, aber der Anteil des Muskels, den wir über die Kniestreckung erreichen, ist sehnig und braucht von daher ohnehin nicht adressiert werden. Der ansonsten entstehende, stark spürbare Dehnreiz rührt nicht von Muskeln her, sondern kann auch von Deinem Ischiasnerv kommen!
Ziehe deine Zehen nicht exzessiv heran (der dazu gern verwendeten Begriff „Flex“ ist physiologisch übrigens falsch). Ebenso wie im Beispiel oben entsteht so in erster Linie eine Antwort des Nervs, die von der Empfindung her mit einer Dehnung verwechselt werden kann.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ich dir einmal mehr helfen konnte, sorgfältiger und mit weniger „Ego“ Yoga zu üben!
Unsere Mythbuster-Kolumnistin und Yogalehrerin Eva kommt ursprünglich aus dem Leistungssport. Aufgrund einer gesunden Neugier liebt sie es, sich mit anatomischen Fragen auseinanderzusetzen und so den eigenen Körper besser zu verstehen. Zusätzlich nutzt sie ihr Wissen, um die Yogawelt immer inklusiver zu machen. Mehr Infos auf Instagram: @yogacycle_by_eva. Porträtbild: Sonja Netzlaf www.sonjanetzlaf.com
Mandala Vinyasa ist eine Praxis, die uns rund um die Matte fließen lässt und auf eine Reise durch die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft mitnimmt – hinein in Yin und Yang. Durch die kreisförmigen Flows und die einzigartige Balance zwischen intensiver Dynamik und Ruhe, schafft der Yoga Stil mehr Introspektion.
Du fragst dich wie das alles in eine einzige Yogastunde passen soll? Das lässt sich gut an den einzelnen Teilen der Mandala Vinyasa Methodik erklären: Jede Stunde fokussiert sich auf ein Element, zum Beispiel die Luft. Die einzelnen Elemente hat Dulce Aguilar, die Begründerin des Mandala Vinyasa, auf die Anatomie des Körpers übersetzt. Luft ist dabei der Öffnung der Körpervorderseite zugeordnet, Erde dagegen der Körperrückseite. Somit werden dir in einer Mandala Stunde zum Element Luft viele herzöffnende Haltungen begegnen und beim Element Erde viele Vorbeugen. Feuer wird über die Körperaußenseite, durch Twists und Seitbeugen aktiviert und beim Element Wasser liegt der Fokus auf der Öffnung der Beininnenseiten, es werden also viele Hüftöffner in externer Rotation geübt.
Je nach Element stehen andere Haltungen im Mandala Vinyasa im Fokus. Für das Element Luft sind es herzöffnende Haltungen. Auf den Bildern sehen wir Steffi, eine von wenigen Mandala Vinyasa Lehrerinnen in Deutschland, im Hamburger Studio Tribe Yoga Base.
Die vier Elemente
Die Elemente geben uns dabei mehr, als nur den anatomischen Fokus. Sie helfen uns, unseren Charakter aber auch den von anderen besser zu verstehen. In Anlehnung an Theorien aus der Antike, Alchemie und später aus der Psychologie (Sigmund Freud und Carl Jung) geht auch die Philosophie des Mandala Vinyasa davon aus, dass jeder von uns aus allen vier Elementen in verschiedener Ausprägung zusammengesetzt ist. Erde steht dabei zum Beispiel für Sicherheit, Beständigkeit und Verlässlichkeit. Luft dagegen ist das Element der Unabhängigkeit, Kommunikation, Analyse und Leichtigkeit. Feuer steht für Intuition, Transformation und starke Zielorientierung. Und Wasser ist das Element der Kreativität, Empathie und Anpassungsfähigkeit. Die jeweiligen Yin & Yang Haltungen im Mandala Vinyasa lassen uns die Eigenschaften der Elemente spüren, in uns explorieren und ins Gleichgewicht bringen.
Der Stundenaufbau: Von Yin über Mandala zurück zu Yin
Um Körper und Geist für die bevorstehende Vinyasa Praxis zu sensibilisieren, startet eine Mandala Stunde mit einer Yin-Einheit im Zeichen des jeweiligen Elements. Anschließend beginnt der wohl markanteste und namensgebenden Teil: Die Mandala Sonnengrüße. Mandala bedeutet im Sanskrit soviel wie Kreis und genau das macht den Flow so besonders. Er führt einmal ans Mattenende und im Kreis wieder zurück nach vorne. Insgesamt fließt man pro Stunde durch zwei bis drei Mandalas (sechs bis zwölf pro Bein). Der Flow bleibt dabei immer gleich. Durch das Halten der einen und Pulsieren der anderen Asana wird der Ablauf somit mit jedem Mandala intensiver. Teil der Sonnengrüße sind außerdem Momente, die Raum für Inversions, Kräftigungsdrills oder Pausen lassen, je nach persönlicher Präferenz.
Im klassischen Vinyasa-Stil folgt auf die Sonnengrüße ein Sequenz von Stand- und Sitzhaltungen, die weiterhin der Anatomie des Hauptelements folgen. Die Stunde endet, wie sie begonnen hat: Mit Yin. Der Kreis wird zu Ende geführt – allerdings nun im Zeichen der anderen Elemente um Körper und Geist auszubalancieren und im Zen-Modus die Praxis ausklingen zu lassen.
Yin zu Beginn und Ende der Stunde lässt unser Yang-Praxis stärker werden und führt uns in den Moment und die Balance.
Ursprünge und Einflüsse
Mandala Vinyasa ist eine sehr junge Stilrichtung: Seit circa 5 Jahren lehrt Dulce Aguilar ihre Methodik – aktuell gibt es circa 400 zertifizierte Lehrer weltweit. Dulce selbst kommt aus Südamerika, unterrichtet den Stil aber in ihrem Institut The Yoga People in London. Die britische Hauptstadt hat sich in den letzten Jahren zum Mandala Zentrum entwickelt mit einer Vielzahl an Studios, die Mandala Vinyasa auf ihren Stundenplan gesetzt haben. Die Stadt spielte auch in der Idee zur Begründung ihrer eigenen Methodik eine große Rolle: Dulce hat als großer Fan des Tripsichore Yoga bei Edward Clark trainiert und ihn darum gebeten, Tripsichore in ihrem Institut unterrichten zu dürfen. Er dagegen ermutigte sie dazu, ein eigenes System zu kreieren, et voilà… Dulce gründete den Mandala Vinyasa Stil. Einflüsse kamen von zahlreichen Trainings in verschiedensten Stilen bei Yoga Größen wie Shiva Rea, Paul & Suzee Grilley und Larry Schultz.
Jede Stunde bietet Raum für Umkehrhaltungen, die in den Flow integriert sind.
Für wen ist Mandala Vinyasa geeignet?
Alle, die kreative Flows mit kleinen Herausforderungen in ihrer Praxis mögen, sind beim Mandala Vinyasa genau richtig. Da die Übergänge von einer zur nächsten Asana gleichzeitig mit dem Weg rund um die Matte verbunden sind, werden Yoga bzw. Vinyasa Vorkenntnisse empfohlen, um in den dynamischen und kreisrunden Flows nicht verloren zu gehen.
Steffi ist in Vinyasa, Yin und Mandala Vinyasa zertifizierte Yogalehrerin. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei Jennifer Yarro, Paul Grilley und Dulce Aguilar. Mandala Vinyasa unterrichtet sie derzeit (natürlich) online und in der Tribe Yoga Base in Hamburg. Mehr Infos zu Steffi & Mandala Vinyasa Stunden findest du unter: www.atfyoga.de und @allthefeelsyoga.
Wir Yogis wissen um die Kraft der Atmung. Sie ist unser Werkzeug, um ins Hier und Jetzt zu kommen. Trotz der täglichen Yogapraxis hat unsere Redakteurin Kerstin das Gefühl, erst nach dem Breathwork das ganze Potential dahinter zu kennen. Hier erzählt sie, wie sie im Rahmen eines Kompass-Kurses bei Susanne Scheuer von dieser Welt abhob.
Ablauf & Methode
Zu Beginn des Kurses wird der Verstand durch theoretischen Input abgeholt. Die Theorie variiert jedes Mal. Sie gehört aber immer zur selben Philosophie. Den „Universal Process“ entwickelte die Kulturanthropologin Christina Kessler. Meine erste Erfahrung damit war ein Kompass Kurs, bei dem jede*r jederzeit einsteigen kann. Wir nehmen eine Auszeit vom Materialimus und dem Höher-Schneller-Weiter-Denken. Zurück zur Intuition, unserem Wilden Denken. Die innere Kompassnadel wieder neu justieren. Und das Wissen über unseren Herzensweg endlich im Alltag umsetzen. Aber das Ziel ist dabei nicht, das Außen zu verurteilen. Sondern in die Balance von Außen und Innen zu kommen. Und dafür gehen wir in einer kleinen Gruppe durch diesen Prozess. Als Höhepunkt beinhaltet er eine Stunde verbundenes Energie-Atmen.
Der Nachmittag, an dem ich teilnehme, heißt „Neues Denken – HQ statt IQ“. Das Ziel: von der Verstandesebene in die Intelligenz des Herzens kommen. Nach dem Input teilen wir, was uns beschäftigt. Jede Teilnehmerin ist dort vollkommen richtig, wo sie gerade im Prozess steht. Wir ordnen dann unsere aktuelle Situation in die gelernte Theorie ein und halten ein Gruppencoaching ab. Susanne Scheuer hat eine liebevolle, akzeptierende Art. Sie lässt uns an der von ihr ausgestrahlten Weisheit teilhaben. Aber gleichzeitig prägt sie keine unrealistischen Ideale, wie sofort ein perfektes spirituelles Leben zu führen. Sondern sie lädt die Teilnehmerinnen dazu ein, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Und vor allem auch dazu, wahrhaftig zu sein und dem Prozess zu vertrauen.
Körper, Geist & Seele
Das ‚über uns selbst Lachen‘ lernen wir zuerst beim gemeinsamen Ausschütteln und Tanzen. Dadurch verbinden wir uns mehr mit unserem Herz. Wir schütteln alle Zweifel und Bedenken ab. Befreien uns von allen Ängsten. Und dann geht es an das, was der Verstand nicht begreift. Ähnlich wie auch Yoga unterliegt die Kessler Breathwork der Prozesshaftigkeit. Sie wird oft mit der holotropen Atmung verglichen. Sie hat aber einen entscheidenden Unterschied. Stanislav Grof nutzte das holotrope Atmen um in unterbewusste dramatische Prozesse zu tauchen. Wir nutzen es nicht einfach so. Sondern mit der individuellen Sehnssucht. Mit dem Ziel, das wir erarbeitet haben. Um über den Körper von außen ins Innere zu kommen. Also uns vom überbetonten Intellekt (IQ) zur intuitiven Herzintelligenz (HQ) zu atmen.
Kesslers Breathwork ist keine einfache Atemübung. Sie wird auch kreisförmige oder verbundene Atmung genannt. Das heißt, man macht keine Pause zwischen Ein- und Ausatmung. Oder wie Susanne sagt: „Man gibt sich dem Fluss der Lebensenergie hin.“ Die Yogis nennen die Lebensenergie Prana. Im TCM heißt sie Chi. Der Körper arbeitet. Der Verstand schweigt. Und die Seele wirkt. Mit Yoga gesprochen. Die individuelle Seele verbindet sich wieder mit der Universalseele. Unserer spirituellen Heimat. Interessanterweise heißt die individuelle Seele auf Sanskrit Atman. Angeblich ist davon nämlich das Wort atmen abgeleitet.
Bei Kessler Breathwork kann man besonders gut loslassen. Es gibt beim Atmen kein Festhalten an alten Konzepten. Wir geben die Kontrolle auf. Sondern lassen die an den Atem gebundene Lebensintelligenz heilsam wirken. Währenddessen unterstützt Susanne die einzelnen Teilnehmerinnen abwechselnd durch energetische Arbeit. Auch durch sanftes Handauflegen und beruhigende Worte. Jede*r Atembegleiter*in nutzt seine individuellen Fähigkeiten. Susanne vertraut in die universellen Selbstheilungskräfte der Prozesshaftigkeit. Diese haben wir bereits zuvor im Theorie-Teil bereits besprochen.
Meine persönlichen Erfahrungen
Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was passiert ist. Zuerst verkrampfte sich mein Körper. Das ist nach Susannes Aussage nicht ungewöhnlich. Dann war ich in einem tranceähnlichen Zustand. An diesen erinnere ich mich nicht genau. Bei einer Sache bin ich mir aber sicher. Ich fühle mich danach wie ein neuer Mensch. Die Atmung hat das Drama aus meinem Problem genommen. Mich aus den Gedankenkreisläufen in meinen Körper gebracht. Auch wenn ich mich nach der Tiefenatmung zuerst etwas benommen fühle. Danach kommt die Lebendigkeit.
Aus diesem Flow tauchen 6 neue Frauen auf. Jede Teilnehmerin erzählt von ihren Erfahrungen. Die Atmung kann bei jedem anders wirken. Manche transformieren emotionale Wunden. Andere gehen auf Fantasiereisen. Wieder andere erhalten inspirierende Bilder. Diese interpretieren wir nicht wortwörtlich. Ähnlich wie in der Traumdeutung sehen wir sie symbolisch. Zum Schluss fassen wir den Vorsatz, die neuen Erkenntnisse umzusetzen. „Jetzt waren wir im Spüren und in der Hingabe. Nun spricht der Verstand gemeinsam mit der neu erweckten Intuition. Um uns zu zeigen, wie wir ins Handeln kommen.“
Für wen ist die Methode geeignet?
Brauchen wir nicht alle manchmal einen Kompass im stressigen Alltag? Es gibt so viele Möglichkeiten zur Ablenkung im Außen. Da unterdrückt man leicht negative Gefühle. Oder nutzt Beziehungen als Ausreden. Um nicht unserem Herzen zu folgen. Oft sind wir uns es selbst nicht wert, unsere Wahrheit zu sprechen. Mir helfen solche sicheren Räume dabei. Vor allem den ganzheitliche Ansatz werde ich weiter vertiefen. Außerdem führt die Wiederholung dazu, dass sich in der Heilung alter Wunden neue Erkenntnisse zeigen. Irgendwann beginnt die vollkommene Freisetzung des Heilstroms durch die Lebensenergie. Mit dem können wir uns selbst und andere heilen.
Kessler Breathwork sollte man zu Beginn in Begleitung durchzuführen. Die gesundheitlichen Voraussetzungen liest du auf Susannes Website. „Für die Teilnahme am Atem Workshop ist normale körperliche und seelische Belastbarkeit Voraussetzung. Er dient als Selbsterfahrung und ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung.“ Mögliche Kontraindikationen können „akute Entzündungen oder Krankheiten, schwere Herz-Kreislaufprobleme, schwere Knochen- und Gelenkprobleme, akute Psychosen oder psychiatrische Vorgeschichte, Herzschrittmacher, Epilepsie und Glaukom“ sein. In einem solchen Fall solltest du eigenverantwortlich handeln. Und hältst mit der Workshop-Leiterin Rücksprache. Hier wird individuell entschieden, ob die Aktivierung des Lebensenergiestroms durch die Atmung passt. Der Einsatz der Methode ist sehr vielfältig. Ob als Paaratmung. Im Liegen oder im Stehen. Oder auch in der Natur. Und sogar bei Geburts- und Sterbeprozessen unterstützt der bewusste Einsatz der Atemintelligenz.
Wenn du dich für eine zertifizierte Atem-Ausbildung zum Kessler-Breathworker interessierst, kannst du dich auf der Webseite von Susanne Scheuer dafür anmelden. Alle Termine und Infos rund um die Ausbildung findest du hier.
Informationen über Workshops und die zertifizierte Ausbildung zum Kessler Breathwork Trainer findest du hier.Susanne Scheuer ist Dozentin, Mentorin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Deshalb begleitet sie Menschen in verschiedenster Form in ihren Lebensprozessen.
In Einzel- und Paararbeit und Kursen lehrt sie ein neues, kreatives Denken. Ein profundes Lebenswissen. Das mündet in ganzheitlicher Gesundheit. In Autonomie und Handlungskompetenz.Die Atmung dient dabei stets als Grundlage. In ihrem lebens.raum in Starnberg und der Gegend um München kannst auch du mit ihr arbeiten!
Text von Kerstin Thost| Titelfoto von cottonbro von Pexels
Leckeres und gesundes Essen für ein paar Tage ganz einfach vor- und zubereiten. Für Corona-gestresste Eltern, Singles, Paare, Jung und Alt und alle Kochlustigen von Flora Fink.
Kochen, Backen und Essen macht mir selbst unheimlich viel Freude und hilft mir immer wieder, mich zu „erden“, sinnlich mit der Mitwelt zu verbinden und das Genießen zu zelebrieren. Ich verbringe einigermaßen viel Zeit damit – nicht mit komplizierten Rezepten, sondern mit Experimentieren, Herumspielen, Herausfinden: wie ich einfach Essen auf den Tisch (oder die Picknickdecke, ins Bett, wohin auch immer) bringen kann, das schmeckt und unserer Erde möglichst wenig schadet. Daher sind die Vorschläge hier in der Hauptsache vegan, aber mach bitte „dein Ding“ daraus, ohne Dogmen.
Ich mag die einfachen Prinzipien der indischen Heiltradition Ayurveda, die uns darin unterstützen, für uns individuell gute Entscheidungen zu treffen, was die Ernährung und allgemein Selbstpflege angeht: Tagesroutine, Massage und andere Anwendungen, Bewegung, Entspannung, Meditation u.v.m. Ohne theoretisches Wissen kannst du die womöglich wichtigste Leitfrage sozusagen aus dem Bauch heraus beantworten, wenn du dir erlaubst, nach innen zu spüren – was vielleicht etwas Geduld und Übung erfordert … Jedenfalls erscheint mir folgende Frage zentral: Was mag ich wirklich?
Diese Phase, in der viele von uns mehr Zeit als sonst zuhause verbringen, sollte uns nicht in Enge und Verzweiflung treiben, sondern lieber auf die „Spielwiese“ Küche. Egal, ob du viel oder kaum Kocherfahrung hast – vielleicht freust du dich über ein paar Ideen, wie du ganz einfach und ausgewogen essen kannst. Folge dabei deiner Freude, deinem Bedürfnis: Ist dir eher nach Süßem oder Salzigem, Warmem oder Knackig-Frischem …? Weil du jeweils nicht allzu lange in der Küche stehst, hast du dann hoffentlich umso mehr Ruhe zum Essen und Nachspüren: Was tut mir (langfristig) gut? Und davon darfst du dir reichlich gönnen.
Du brauchst ein paar (saisonale) Zutaten, Küchenbasics (wie Salz, Pfeffer, Gewürze … und eine minimale Standardausstattung; zum Abmessen verwende ich eine Oma-Kaffeetasse, entspricht etwa einem amerikanischen Cup-Maß) sowie einen Mixer, am besten einen guten Standmixer oder auch eine Küchenmaschine. Und deine Kreativität ist gefragt – du kannst an Obst, Gemüse und allem anderen einkaufen, worauf du Lust hast, und das kombinierst du nach Laune! Die Mengenangaben sind bewusst ungenau gehalten. So hast du die Chance selbst zu spüren, wie viel du wovon essen möchtest, und Reste kannst du einfach weiterverbasteln.
Ideen für den Einkauf:
Haferflocken und anderes (Pseudo-)Getreide nach Geschmack: Buchweizen, Hirse, Polenta, Reis, Dinkel … Gerade die leichten glutenfreien Alternativen passen gut in den Frühling, greif aber gerne auch zu Dinkel(vollkorn)mehl, gutem Brot und Nudeln aus Weizen oder Dinkel, wenn du das gut verträgst. Zumeist lassen sich Mehle mit etwas Erfahrung bzw. Experimentiermut recht unproblematisch austauschen.
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, (rote und/oder braune) Linsen, Erbsen, Bohnen (Trockenware)
Gemüse und Obst der Saison, Salat und Kräuter, Ingwer – viel von alledem!
Wenn du magst: (rohes) Sauerkraut, (pflanzlicher) Jogurt, Tofu, Pflanzendrinks (oder was du als Vegetarierin oder Allesesserin noch so magst und gut verträgst)
Nüsse und Kerne nach Geschmack
Trockenfrüchte
Hochwertige Öle wie Lein-, Raps-, Kokos-, Olivenöl
Tahin, Erdnussmus, Nusscremes
(Vollrohr-)Zucker, alternative Süßmittel wie Rübensirup/Melasse oder auch Honig (den aber bitte nicht erhitzen)
Essig, Senf, Sojasoße und andere Geschmacksgeber
Gute Schokolade
Tee, Kaffee (zum bewussten Genießen, am besten gewürzt mit etwas Kardamom)
Um dich auf ein gemütliches Wochenende, ein Yogaretreat zuhause oder fordernde Arbeitstage vorzubereiten, schaff dir etwas Küchenzeit, in der du in Ruhe vorkochen und -backen kannst. (Ayurveda rät zwar dazu, dass wir möglichst immer frisch Zubereitetes essen, aber bestimmt ist es besser, liebevoll Vorgekochtes zu essen, als auf „Industriefutter“ zurückzugreifen.) Das alles sind Vorschläge, nimm dir nicht zu viel vor, es soll ja immer noch entspannt sein.Du weichst am Vortag Hülsenfrüchte und gerne auch Vollkorngetreide oder Naturreis ein, vielleicht auch Nüsse oder Kerne für pflanzliche Milch (am einfachsten geht das mit Cashews) oder z.B. Buchweizen für Pfannkuchen.
Großer Küchentag: Kochen macht so viel Spaß
Am großen Küchentag kochst du Hülsenfrüchte (Linsen gehen ganz schnell und brauchen auch nicht unbedingt eine lange Einweichzeit, Kichererbsen und andere Erbsen und Bohnen sollten über Nacht baden dürfen und kochen dann, in frischem Wasser ohne Salz, 60-90 min) und Getreide garkochen, sowie einen großen Topf Kitchari (oder Suppe) zubereiten. In geringen Mengen kannst du Saaten und Kerne auf Vorrat mahlen: Leinsamen, Kürbiskerne, Sesam … Sie machen dein Essen noch ein bisschen hübscher und nährreicher. Im Mixer kannst du auch Haferflocken und Hirse zu Mehl mahlen. Aus Kichererbsen oder anderen Hülsenfrüchten kannst du ganz einfach Hummus oder sonstige Pasten herstellen, und vielleicht rührst du Salatdressings, Soßen mit Nusscreme oder Tahin an. Im Ofen backst du Gemüse – mit etwas Öl, Salz, Pfeffer, Gewürzen deiner Wahl.
Fahrplan für den Tag
Frühstück: Für Porridge jeweils Haferflocken am Vortag einweichen, am nächsten Tag kochen. Für Pfannkuchen optional Buchweizen einweichen und am nächsten Tag mixen und backen. Obstsalat frisch zubereiten. Oder Vorbereites, salzig oder süß, anrichten. Ayurveda empfiehlt nur sehr eingeschränkt, rohes Obst mit anderem zu kombinieren, also lieber für sich essen – oder schauen, ob du Kombinationen gut verträgst.
Mittagessen: Vorbereitetes (am besten schonend erwärmt) und/oder frisch Zubereitetes wild kombinieren – z.B. in einer Schale gegartes Getreide, Hülsenfrüchte(paste) und/oder Tofu, Gemüse, Rohkost, Soße(n) anrichten, mit Kräutern und Kernen dekorieren. Zum süßen Abschluss: simpel – zusammensuchen und genießen
Abendessen: Suppe oder Eintopf aufwärmen, vielleicht mit frischem (Blatt-)Gemüse, Nudeln kochen, eventuell Gemüse mitkochen oder darüber dämpfen, und mit Vorbereitetem mischen …
Gesund, schnell, lecker: Einfache Rezepte für den Tag: CASHEWMILCH
Eingeweichte Nüsse in einem Sieb abspülen, mit der etwa dreifachen Menge Wasser im Blender zu einer glatten Milch mixen, fertig. Andere Nüsse und Kerne lassen sich ähnlich verarbeiten, die Milch muss dann allerdings durch ein feines Sieb oder ein Tuch gegossen werden. Die überbleibende Masse kann verbacken werden, oder du mischst sie in einen Aufstrich, eine Soße …
Am Vorabend Haferflocken in einem kleinen Topf einweichen: Pro Person 1/2 bis 1 Tasse in der doppelten Menge Wasser, eventuell Trockenfrüchte (hacken) und zugeben. Am Morgen mit einer Prise Salz erhitzen, optional würzen, z.B. mit Zimt, geriebenem Ingwer …, kurz köcheln lassen, je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Wasser oder Pflanzenmilch zugeben. Brei in Schälchen füllen und die (kleingeschnittenen) Früchte mit etwas Wasser in den Topf geben, nach Wunsch würzen und kurz aufkochen, dünsten lassen. Ich gebe gerne noch gerne etwas Kokosöl dazu. Früchte über den Brei geben, vielleicht noch etwas Süßes, Nüsse, Kerne, Nussmus darüber, was immer du magst.
BUCHWEIZENPFANNKUCHEN
Am Vorabend eine 3/4 Tasse Buchweizen einweichen. Am nächsten Tag 1/2 Tasse Haferflocken im Blender zu Mehl verarbeiten. Buchweizen in einem Sieb mit frischem Wasser spülen, mit 1/2 Tasse Wasser in den Blender geben, mixen. Derweil eine Pfanne vorheizen und leicht einölen. Ich benutze meist Sonnenblumenbrat- oder Kokosöl und gerne einen Silikonpinsel, meine Crepepfanne ist aus Eisen und gut eingebacken, von 9 als Temperaturmaximum wähle ich für den Anfang 7 und schalte dann nach Bedarf etwas hoch und später runter – Herdtemperatur, Ölmenge und Backdauer sind vor allem von deiner Pfannenwahl abhängig. Buchweizenmix mit dem Hafermehl in eine Schüssel geben, den Blender mit einer weiteren 1/2 Tasse Wasser reinigen (schütteln, vielleicht kurz mixen), und mit diesem Wasser einen glatten Teig rühren, leicht salzen – und auch gerne etwas Zimt und Kurkuma zugeben. Aus dem recht dünnen Teig 6 Pfannkuchen backen, womöglich kannst du recht bald den Teig mit einer weiteren 1/4 T Wasser verlängern.
DINKELPFANNKUCHEN – simple Variante mit Mehl aus dem Packerl
1 1/4 Tassen Dinkelmehl mit etwa der gleichen Menge Wasser und einer Prise Salz glattrühren, ein paar Minuten stehen lassen – und derweil eine Pfanne auf den Herd stellen und dann weiter wie oben beschrieben. Beide Pfannkuchenrezepte passen zu Süßem und Salzigem, zu jeder Mahlzeit, wie ich finde, und Reste können wunderbar bspw. als Suppeneinlage aufgegessen werden. Du kannst den Teig natürlich auch süßen, würzen und mit pflanzlicher Milch oder Kichererbsenkochwasser anstelle von Wasser zubereiten.
SESAMTOFU
Tofu am Vortag oder ein-zwei Stunden vor der Zubereitung, wenn du daran rechtzeitig denkst, vorbereiten: behutsam über dem Spülbecken etwas ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen, dann mit Sojasoße, ein wenig Süße (Zucker oder leicht löslichem Sirup wie z.B. Ahornsirup) und Essig in ein Schraubglas geben, dieses verschließen und schütteln. Gekühlt (zumindest kurz) durchziehen lassen. Tofu in einer heißen geölten Pfanne anbraten – Marinade unbedingt aufheben! -, Sesam darüberstreuen, fertig.
ERDNUSSSOSSE
Übriggebliebene Marinade vom Tofu – oder Sojasoße, Süße und Säure (Essig oder Zitronensaft) mit Erdnussmus (und evtl. Etwas warmem Wasser) glattrühren, abschmecken. Geht auch mit Tahin und anderen (Nuss-)Musen.
HUMMUS
Gegarte Kichererbsen abgießen und spülen, im Blender mit etwas Wasser, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Paprikapulver, etwas Zitronensaft (oder Essig), vielleicht auch Zitronenschale, Tahin und/oder Olivenöl glattpürieren. Dabei weder an Wasser noch Fett sparen und nach Geschmack würzen. Auch gerne variieren, sei es mit Gewürzen oder anderen Hülsenfrüchten. Die fertige Paste im Schraubglas verwahren, den Mixer mit Wasser „saubermixen“ und gerne auch das Wasser aufbewahren, damit kannst du bspw. Hummus als Nudelsoße verdünnen oder eine Soße zum Gemüse oder eine Suppe etwas andicken.
BASILIKUMPESTO
Großzügig Basilikum in den Blender geben, dazu Kerne oder Nüsse deiner Wahl. Ich verwende meist Sonnenblumenkerne, die ich vorher entweder über Nacht einweiche und spüle oder trocken in der Pfanne oder im Ofen röste. Salz und Pfeffer und Olivenöl und zu einer mehr oder weniger glatten Paste mixen. Variiere auch hier gerne mit Kräutern, Gewürzen, Zitronenschale und -saft, Essig … und auch hier lohnt sich das Mixerausspülen. Vielleicht magst du die würzige Flüssigkeit in eine Suppe geben. Passt auf Brot, natürlich zu Nudeln, zu Pfannkuchen, als Würze im Eintopf, (verdünnt) als Dressing, eigentlich überall.
SUPERGESUNDER ZITRONIGER BANANEN“KUCHEN“
Backform (ich verwende eine Emailleform 26 x 17 cm) kurz in den vorheizenden oder sowieso immer warmen :)) Ofen stellen, herausnehmen und 3 EL Kokosöl in der warmen Form schmelzen lassen – damit ist auch die Form vorbereitet. Drei sehr reife mittelgroße Bananen mit einer Gabel zerdrücken, eine Prise Salz, nach Wunsch ganz wenig Kurkuma und Vanille, etwas Zitronenschale und 1-2 EL Zitronensaft zugeben und alles mit dem Kokosöl glattrühren … 1 Tasse Hafermehl (im Mixer gemahlen) und 1/2 Tasse Polenta (Hirsemehl, auch im Mixer gemahlen, gerne nur grob, geht auch – oder auch anderer Grieß oder Mehl) unterrühren, Teig in die Form füllen. Gerne mit ein paar Blaubeeren oder anderem Schönen dekorieren und bei etwa 200 Grad 25-35 min backen – die Backzeit hängt von der Form ab, vom Ofen, davon, was sonst noch so drin ist … Das Ganze erinnert an Grießauflauf und bleibt eher saftig – wenn die Oberfläche auf leichten Druck nur wenig nachgibt und eine schöne goldgelbe Farbe hat, ist der „Kuchen“ ziemlich sicher fertig. Passt immer, zum Frühstück, als Dessert, Snack … und vielleicht magst du etwas extra Süße und/oder Nussmus darübergeben.
(Regionales) KITCHARI
Reis und geschälte Mungbohnen (traditionell) oder Dinkel und (braune/Teller-)Linsen zu etwa gleichen Teilen über Nacht einweichen, am nächsten Tag abspülen. In einem großen Topf in etwas Öl bei schwacher Hitze eine gute Menge geriebenen oder gehackten Ingwerund optional ein paar Chiliringe und/oder gehackte Zwiebel, nach Geschmack Lorbeerblätter, ganze Nelken, Kümmel oder Kreuzkümmel, Kardamom(kapseln), grob zerstoßenen Koriander, Zimt und schwarzen Pfeffer kurz anschwitzen. Etwas Kurkumapulver dazu und umrühren. Reis/Dinkel und Bohnen/Linsen zugeben, großzügig mit Wasser bedecken, aufkochen und insgesamt gut (und gerne auch länger als) 30 min köcheln lassen. Unterwegs optional Gemüse nach Wahl zugeben und kurz vor Ende der Garzeit salzen. Mit Pfeffer, vielleicht auch etwas Säure (Essig oder Zitronensaft) abschmecken, mit frischen Kräutern wie Koriander oder Petersilie servieren.
Gerne mit Gewürzen experimentieren – es braucht auch ganz bestimmt nicht all die vorgeschlagenen. Schmeckt sanft aufgewärmt wunderbar, dann auch gerne etwas Blattgemüse wie Spinat mitgaren und mit etwas Öl anreichern. Zum Dekorieren eignen sich auch gemahlene Kerne. Ähnlich kannst du natürlich auch schon gegarte (Pseudo-)Getreidekörner und Hülsenfrüchte mit (vorbereitetem oder frischem) Gemüse zu einem Eintopf weiterverarbeiten, als Würze eignet sich z.B. auch Pesto. Viel Freude beim Spielen und Auslöffeln!
Ordnung und Organisation sind das A & O einer gelassenen Seele und können deinen Alltag in vielerlei Hinsicht erleichtern. Wenn du Klarheit in Geist und Herz erreichen willst, organisiere deinen Alltag und bringe Struktur hinein. Diesesechs Tipps helfen dir dabei.
Selbstbeobachtung
Stelle dir vor, du bist ein Besucher von einem anderen Planeten. Du beobachtest einen Menschen (dich) dabei, wie er sich in einem bestimmten Raum oder Bereich mehr Ordnung wünscht. Als außerirdischer Beobachter bist du nicht voreingenommen und hast keine Vorstellung davon, wie die Dinge auszusehen oder zu sein haben. Deshalb urteilst du auch nicht kritisch. Du bist lediglich neugierig und interessiert. Was siehst du? Welche Verhaltensmuster fallen dir auf? Während du dich selbst auf diese Weise beobachtest, siehst du dabei etwas, das nicht funktioniert? Gibt es Dinge, die du ganz offensichtlich ändern kannst?
Die Uhr stellen
Aufmerksamkeit kannst du jederzeit und an jedem Ort üben. Sich einer Aufgabe anzunehmen, der du dich oft verweigerst – sagen wir, die Spülmaschine auszuräumen – und diese fünf Minuten lang auszuführen, ist eine hervorragende spirituelle Übung. Auch wenn du es vielleicht nicht glaubst, aber du kannst fast alles fünf Minuten lang machen. Stelle dir einen Wecker und widme in diesen fünf Minuten all deine Aufmerksamkeit der Aufgabe. Nimm die Farbe und die Oberflächenstruktur der Teller wahr. Oder lausche dem Geräusch des Wassers, wenn es über das Geschirr fließt. Atme ruhig und gleichmäßig. Wenn deine Gedanken abschweifen, kehre zu deinem Atem und zu der Tätigkeit zurück, mit der deine Hände gerade beschäftigt sind.
Schätze deinen Besitz
Bereite drei Kisten vor, um einen Raum zu entrümpeln. Beschrifte die Schachteln mit den Begriffen „Behalten“, „Wegwerfen“ und „Spenden“. Behalte nur diejenigen Dinge, die du regelmäßig benutzt, oder die eine tiefere Bedeutung für dich haben. Überlege anschließend, wie viele Behälter oder Fächer im Regal nötig sind, um die Dinge, die du behalten willst, zu verstauen. Verschenke das, was andere vielleicht noch brauchen.
Suche dir gerne eine mentale Unterstützung. Telefoniere vielleicht mit einer Freundin, die dich in deinem Vorhaben unterstützt, und dir bei schwierigen Entscheidungen unter die Arme greift. Stelle aber sicher, dass die Person dasselbe Ziel hat wie du. Nichts ist in dieser Situation hinderlicher als jemand, der dich dazu bewegt, alles zu behalten.
Pack es an
Jetzt steht dir nichts mehr im Wege. Es geht an die Umsetzung. Und das muss nicht bedeuten, dass du gleich alles machst. Jeden Tag 10 Minuten können sich schon sehr befreiend anfühlen. Hauptsache, du trittst raus aus deiner Komfortzone. Stelle deine Träume und Ziele vor deine Bequemlichkeit. Zeig dir selbst, dass du es dir wert bist. So inspirierst du auch dein Umfeld.
Lesetipp: Der Zauber des Manifestierens -So lebst du deine Träume
Belohne dich selbst
Organisiere dein Leben heißt nicht: Verfalle in Perfektionismus. Es ist vollkommen in Ordnung, immer wieder auch Rückschritte zu machen. Gehe nachsichtig mit dir um, sobald das geschieht. Erlebe jedoch einen Moment des Triumphs über das Chaos. Und vergiss nicht, dich dafür zu belohnen. Denkbar sind ein Massagetermin, ein Telefonat mit einer guten Freundin oder eine Vase mit frischen Blumen. Ein wenig Bestärkung kann uns weit bringen.
Ein Weg durchs Chaos
Nutze die oben stehende Übungen (beginnend mit der Selbstbeobachtung) als einen Weg, dich selbst zu erforschen. Die Ratschläge beziehen sich hauptsächlich darauf, einen Ort aufzuräumen. Sie lassen sich jedoch auch auf andere Bereiche deines Lebens anwenden, die außer Kontrolle geraten sind. Zum Beispiel persönliche Zeitpläne, Erledigungslisten und finanzielle Angelegenheiten. Sie helfen dabei, die Ursachen deiner Unordnung herauszufinden, ein großes Projekt in leicht zu handhabende Einzelaufgaben zu zerlegen, einfache, sogar beruhigende Wege zu entdecken, sich einen Weg durch das Chaos zu bahnen. Und sogar die Motivation zu finden, die du brauchst, um deine selbst gesetzten Ziele zu erreichen.